Warnlage

Warnlagebericht für Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Freitag, 09.01.2026, 10:51 Uhr
Über der Nordosthälfte kräftige Schneefälle und (Unwetter-)Schneeverwehungen. In einigen Mittelgebirgen anfangs noch lokal gefrierender Regen. Im Südwesten und an der Nordsee (schwere) Sturmböen, in Gipfellagen Orkanböen.
Entwicklung der Wetter- und Warnlage:
Ein Sturmtief zieht vom Ärmelkanal kommend bis heute Abend ins deutsch-niederländische Grenzgebiet und dann weiter nach Südosten. Dabei gelangt in den Süden und Westen vorübergehend mildere Atlantikluft, die allerdings rasch wieder verdrängt wird. Im Norden und Osten bleibt es in starker Ostströmung kalt.
SCHNEEFALL:
Heute über der Nordosthälfte in einem breiten, von Nordwest nach Südost orientierten Streifen Schneefälle, dabei meist 5 bis 10, lokal auch bis 15 cm Neuschnee bis zum Abend, nachmittags dort insgesamt Abschwächung der Schneefälle. Dafür im Westen erneut einsetzende und bis in den Samstag andauernde Schneefälle bei auf etwa 300 m (Abend) später bis in tiefste Lagen fallender Schneefallgrenze. In Hunsrück, Eifel und Rothaargebirge Neuschneemengen um 10, lokal um 15 cm. Ab dem Abend auch in den zentralen und südwestlichen Mittelgebirgen Schneefall, Neuschneemengen bis zum Morgen meist zwischen 2 und 7 cm, in höheren Lagen auch um 10 cm.
In der Nacht zum Samstag im Norden und der nördlichen Mitte nachlassender Schneefall, dennoch von Ostsachsen und der Lausitz im Osten bis nach Westniedersachsen und ins Rheinland wenige Zentimeter Neuschnee, im Bergland 5 bis 10 cm, staubedingt vereinzelt auch darüber.
Am Samstag weiter nach Süden verlagernde Schneefälle zumeist geringer Intensität, zum Abend nur noch südlich Mains Schnee. Neuschneemengen über den Tag meist 1 bis 5 cm. In den Weststaulagen des Südens (Schwarzwald, Allgäu) aber deutliche Intensitätsverstärkung der Schneefälle und Neuschneemengen von 15 bis 30 cm, in Staulagen auch mehr.
SCHNEEVERWEHUNGEN (teils Unwetter):
Heute in einem Streifen vom Nordwesten über den Norden bis in den Osten Deutschlands in Verbindung mit starkem bis stürmischem Ostwind markante, regional auch UNWETTERartige Schneeverwehungen. Erst in der Nacht auf Samstag mit nachlassendem Wind zumindest im Binnenland langsam abnehmend, im Laufe des Samstages weitere Windabnahme und damit verbunden weitere Entspannung der Verwehungssituation.
GLÄTTE:
Heute gebietsweise durch Schnee, Schneematsch Überfrieren von Nässe und lokal gefrierenden Niederschlag Gefahr von leichter bis markanter Glätte. Im weiteren Tagesverlauf auch im Südosten allmähliche Entspannung der Glatteislage.
In der Nacht zum Samstag Glätte durch Schnee und Schneematsch von zumeist geringer Intensität, lokal (westlichen Mittelgebirge) aber auch größere Neuschneemengen möglich.
Am Samstag über der Mitte und dem Süden Glätte durch etwas Schneefall von zumeist geringer Intensität. Im Tagesverlauf über der Mitte Ende der Schneefälle, aber noch Glättegefahr durch Schneematsch. Im Allgäu und im Schwarzwald durch kräftige Schneefälle massive Glätteproblematik
WIND/STURM (teils UNWETTER):
Im Nordwesten und Norden starker bis stürmischer Ostwind. An den Küsten Sturmböen um 80 km/h (Bft 9), an der Nordsee sowie entlang der schleswig-holsteinischen Ostseeküste auch schwere Sturmböen bis 100 km/h (Bft 10). Über der offenen Nordsee (Helgoland) orkanartige Böen bis 110 km/h (Bft 11). Ausgreifend bis in die Norddeutsche Tiefebene steife bis stürmische Böen 60 bis 70 km/h (Bft 7 bis 8), von Ostfriesland bis nach Schleswig-Holstein exponiert auch Sturmböen.
Im Westen und Südwesten, etwa vom Niederrhein in einem Bogen über Hessen, das westliche Franken bis ins westliche Alpenvorland steife, exponiert stürmische Böen (Bft 7 bis 8) aus Südwest bis Süd, im Südwesten auch Sturmböen (Bft 9). In den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen Sturm- und schwere Sturmböen (Bft 9 bis 10), auf exponierten Schwarzwaldgipfeln auch orkanartige Böen (Bft 11). In den übrigen zentralen, nördlichen, östlichen und ostbayerischen Mittelgebirgen zumindest in den Kamm- und Gipfellagen zeitweise stürmische Böen bzw. Sturmböen aus Süd bis Südost, in einigen Lee-Lagen steife Böen.
In der Nacht zum Samstag nur langsam abnehmender Wind. An den Küsten bis Samstagfrüh aber noch stürmische Böen und Sturmböen aus Ost. Im Südwesten zumindest in höheren und freien Lagen bis Samstagfrüh noch steife, vereinzelt stürmische Böen aus Südwest bis West, in den Gipfellagen des Schwarzwaldes, des Bayerwaldes und der Alpen Sturmböen, auf exponierten Gipfeln schwere Sturmböen oder orkanartige Böen.
Am Samstag weitere Windabnahme. Im Norden erst an der Nordsee, später auch an der Ostsee Abschwächung der Neigung zu stürmischen Böen um 65 km/h (Bft 8), zum Abend nur noch an der Ostsee letzte steife Böen um 55 km/h (Bft 7).
FROST:
Tagsüber nordöstlich einer Linie Ostfriesland-Westerzgebirge überwiegend Dauerfrost zwischen -6 und 0 Grad.
In der Nacht auf Samstag abgesehen vom Südwesten und Süden verbreitet frostig. Meist zwischen -5 und 0 Grad, nach Nordosten auch zwischen -9 und -5 Grad.
Am Samstag in der Nordhälfte Dauerfrost bis -7 bis 0 Grad.
Aktuelle Informationen zur Unwetterlage und zu den herausgegebenen Unwetterwarnungen präsentiert M.Sc. Met. Fabian Chow in einem Video aus dem DWD TV-Studio (Stand: 08.01.2026 12:25) https://youtu.be/fpTEkA6I7CE
Nächste Aktualisierung: spätestens Freitag, 09.01.2026, 21:00 Uhr
Deutscher Wetterdienst, VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Martin Jonas
Wochenvorhersage Wettergefahren
Wochenvorhersage WETTERGEFAHREN Deutschland
ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst
am Freitag, 09.01.2026, 11:00 Uhr
Am Samstag teils windig und im Süden regional markante Schneefälle. In der Nacht zum Sonntag und Montag verbreitet strenger Frost. Am Montag überregionale Glatteislage mit erhöhter Unwettergefahr.
Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Sonntag, 11.01.2026, 24:00 Uhr
Am Samstag über dem Südwesten und an den Küsten noch stürmisch, aber nachlassender Wind. Im Norden einzelne Sturmböen aus Ost. Im Südwesten vor allem im Bergland stürmische Böen und Sturmböen aus Südwest bis West.
Vor allem in der Südhälfte noch Schneefälle zumeist geringer Intensität, lokal aber um 5 cm Neuschnee, im Bergland (Schwarzwald, Allgäu) in Staulagen teilweise über 20 cm Neuschnee. In der Nacht zum Sonntag abgesehen von Gebieten im Süden, Westen und Nordosten verbreitet strenger Frost.
Am Sonntag voraussichtlich keine markanten Wetterentwicklungen. In der Nacht zum Montag strenger Frost mit Ausnahme des Nordwestens und Westens. Dazu im Westen aufkommender Niederschlag mit Glatteisgefahr.
Weitere Entwicklung der WETTER- und GEFAHRENLAGE
bis Dienstag, 13.01.2026
Am Montag überregionale Glatteislage durch gefrierenden Regen wahrscheinlich, dabei erhöhte Unwettergefahr vor allem ab der Mitte und in der Osthälfte. Im Osten anfangs markante Schneefälle möglich.
Am Dienstag tagsüber voraussichtlich keine signifikanten Wettergefahren. In der Nacht zum Mittwoch im Nordosten und Südosten Gefahr von gefrierendem Regen.
Ausblick bis Donnerstag, 15.01.2026
Am Mittwoch über der Nordsee und an der Küste Nordfrieslands stürmische Böen gering wahrscheinlich.
Am Donnerstag voraussichtlich keine markanten Wettererscheinungen.
Nächste Aktualisierung: spätestens Freitag, 09.01.2026, 21:00 Uhr
DWD/VBZ Offenbach