Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 16.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: TrM, Übergang zu BM.
Heute Trogpassage mit Schauern und Gewittern (Böen Bft 7 bis 8 möglich), in einigen Höhenlagen (v.a. Brocken) Böen Bft 8 bis 10. An den Alpen (oberhalb von 800 m) nachts bis in den Dienstag hinein Schneefall. Am Dienstag Warmfrontpassage, danach ruhiges und mildes Hochdruckwetter.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
Montag... steht eine klassische Front- und Trogpassage ins Haus. Die Achse des von Island bis nach Mitteleuropa reichenden Höhentroges hat aktuell bereits die Westgrenze des Vorhersagegebietes überquert, insgesamt erweist er sich zumindest heute tagsüber als sehr progressiv und erreicht bereits eingangs der kommenden Nacht die Osthälfte. Mit der Blockadewirkung durch das umfangreiche Hochdruckgebiet über Russland wird er dann allerdings deutlich eingebremst und tropft schließlich bis Dienstagmittag über Tschechien bzw. dem Osten Österreichs ab.
Doch heute tagsüber kann er seine Wirkung hierzulande voll entfalten, zumal unmittelbar vorderseitig ein kräftiges PVA-Maximum anfangs noch einen ordentlichen dynamischen Hebungsinput liefert, der nur wenig von KLA teilkompensiert wird. Zudem ist der Trog angefüllt mit einer hochreichend kalten und somit labil geschichteten Luftmasse. Die 500 hPa-Temperatur sinkt mit Passage kurzzeitig auf -32 bis -35 Grad bei 850 hPa-Temperaturen von -3 bis -5 Grad. Klassisch für solche Konstellation ist eine bis etwa 500 bis 600 hPa reichende, allerdings recht schmale Labilitätsfläche ("skinny Cape", vor allem im Westen und in der Mitte können etwa 50 bis 200 J/kg Cape generiert werden. Dem Trog unmittelbar vorgeschaltet ist ein recht markanter Bodentrog samt einer darin eingebetteten Okklusion des Tiefs "HEDDA" bei Island. Während das Tief kaum mehr Verlagerungstendenz aufweist und sich auf Kosten ihrer Nachfolgerin "KATIE" quasi an Ort und Stelle aufweist, wird der Okklusion durch den nachfolgenden Trog einiges an Schubkomponente verliehen, so dass sie zusammen mit dem Bodentrog bereits am Nachmittag das deutsch-polnische Grenzgebiet überquert. Die Wetterwirksamkeit der Okklusion beschränkt sich auf dichte Bewölkung und etwas Regen, der den äußersten Süden/Südostend es Landes aber kaum mehr erfasst. Die "Musik" spielt aber unmittelbar dahinter im Trogbereich. Bereits aktuell gibt es im Westen und in der Mitte zahlreiche Schauer und auch erste Gewitter, die im Vormittagsverlauf rasch ostsüdostwärts vorankommen. Sowohl die deep layer als auch die low Level Shear fallen markant aus, insbesondere bis zum frühen Nachmittag ist noch eine günstige Cape/Shear-Überlappung gegeben (am ehesten vom Westen bis in die südliche Mitte, also von NRW bis Franken), so dass sich auch meist bogenförmig organisierte Strukturen etablieren können. Dann besteht ein leicht erhöhtes Risiko für stürmische Böen, im "Extremfall sind auch Sturmböen nicht ganz ausgeschlossen bzw. die gekrümmten Hodografen lassen auch auf ein geringes Potenzial für kurzlebige Tornados bzw. Spin Ups schließen.
Während die Schauer im Bergland (ab etwa 500 bis 600 m) teilweise als Schnee fallen und dort für Glätte durch Schneematsch bzw. geringen Neuschnee sorgen, kann auch in den Niederungen in kräftigeren Entwicklungen durchaus Graupel auftreten, der ebenfalls kurzzeitig zu Verkehrsbehinderungen führen kann. Auch außerhalb der Schauer reicht der sich mit Passage des Bodentroges bzw. postfrontal verschärfende Gradient zumindest in freien Lagen für einzelne steife Böen, zunächst aus Südwest, später aus West bis Nordwest; in den Hochlagen gibt es stürmische Böen, exponiert Sturm- bzw. schwere Sturmböen (Brocken). Bereits ab den Nachmittagsstunden beginnt der Wind von Westen her wieder abzuflauen und ist dann eingangs der Nacht meistens nicht mehr warnrelevant. Etwas außen vor von dieser Entwicklung bleibt der Südwesten des Landes. Bis dorthin reicht die Wirkung des Troges nicht mehr, zugleich wirkt der sich von Frankreich nach Südwestdeutschland Keil des Hochdruckgebietes "LUKAS" dämpfend. Auch im Norden und Osten fallen die Schauer eher schwächer aus und werden nur selten von Gewittern begleitet, da dort kaum mehr Cape generiert werden kann bzw. der Hebungsinput bereits deutlich schwächer ausfällt. Dem Trog folgt ein breiter Rücken, der - gestützt durch kräftige WLA - die Britischen Inseln überquert und abends auf die Nordsee übergreift. Damit setzt dann setzt im Westen und Nordwesten bereits deutliche Stabilisierung ein und die Schauer klingen dort am Nachmittag ab, vor allem an der Nordsee kommt auch länger die Sonne durch.
Trotz des polaren Ursprungs der maritimen Luftmasse bleibt es dank sehr guter Durchmischung relativ mild mit Höchstwerten zwischen 6 und 10 Grad, an Rhein, Mosel und Neckar auch noch etwas darüber.
In der Nacht zum Dienstag folgt dem Trog der allmählich schmaler werdende Höhenrücken bzw. -keil, dessen Achse morgens über Frankreich und die südliche bzw. östliche Nordsee bis nach Südskandinavien reicht. Der Rücken wird von kräftiger WLA überlaufen, die auch weite Teile des Vorhersagegebietes erfasst und sich vor allem im Westen und Süden auch als durchaus wetterwirksam erweist. Das Bodenhoch "LUKAS" verlagert seinen Schwerpunkt von Frankreich nach Südwestdeutschland.
Mit der rückseitig des Troges auch mittel- und niedertroposphärisch auf Nord- bis Nordwest drehenden Strömung stellt sich an den Alpen vorübergehend eine Staulage ein, die WLA wirkt dabei niederschlagsintensivierend. Bei 850 hPa-Temperaturen um -3 Grad kann es bis auf etwa 800 m herab schneien, in windschwachen Tälern auch darunter. Oberhalb von 800 m kommen in Staulagen bis Dienstagmittag durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee zusammen, in höher gelegenen, exponierten Staulagen vor allem nach Osten zu auch über 15 cm. Ansonsten klingen die Schauer eingangs der Nacht auch in der Osthälfte rasch ab und vor allem dort klart der Himmel dann vielerorts auf. Dort und im Bergland muss dann recht verbreitet mit leichtem Frost und stellenweise auch mit Glätte durch Überfrieren gerechnet werden.
Im Westen macht sich dagegen bereits die WLA in Form dichter mehrschichtiger Bewölkung bemerkbar, die zur Warmfront des südlich von Island gelegenen Tiefs "KATIE" gehört. Vor allem in der zweiten Nachthälfte fällt dort auch etwas Regen, der morgens noch die mittleren Landesteile erfasst. Somit bleibt es im Westen und auch im Süden unter den dichten Wolken frostfrei.
Dienstag... zieht das Cut-Off-Tief südwärts Richtung Adria, während der Höhenkeil im Tagesverlauf von Südwesteuropa über das westliche Mitteleuropa und Südschweden bis zur mittleren Ostsee reicht. Die Strömung meridionalisiert also deutlich und die den Keil überlaufende WLA wird nach Nordosten abgedrängt, verliert also ihren Einfluss auf die Wetterentwicklung hierzulande. Dennoch dauert es noch etwas, bis die Warmfront ebenfalls nordostwärts abgezogen ist. Die leichten Regenfälle kommen vormittags noch etwas nach Osten voran, klingen dann aber von Südwesten her ab und auch an en Alpen verlieren die Stauniederschläge an Intensität. Nachmittags und abends bleibt es dann bereits meist trocken, lediglich an den Alpen regnet es dann noch ein wenig, wobei die Schneefallgrenze dort alsbald auf über 1000 m steigt. Während die Wolken postfrontal im Südwesten und in der Mitte nur zögernd auflockern und es im Nordwesten sowie an den Alpen bis zum Abend noch oft stark bewölkt bis bedeckt bleibt, scheint in der Osthälfte überwiegend die Sonne. Das Hoch "LUKAS" verlagert seinen Schwerpunkt nach Osteuropa und wird Teil des umfangreichen Hochs über Russland, von dem aus ein kräftiger Keil über Mitteleuropa bis nach Frankreich reicht.
Mit der damit auf Süd (bodennah Südost) drehenden Grundströmung setzt sich auch niedertroposphärisch von Westen her wieder mildere Luft durch. Bis zum Abend steigt die 850 hPa-Temperatur bereits wieder auf Werte zwischen +6 Grad im Westen und -3 Grad über der Osthälfte. Entsprechend wird es gegenüber dem Vortag bereits wieder milder mit Höchstwerten zwischen 9 und 14 Grad, bei etwas Sonne im Südwesten/Westen sogar bis knapp über 15 Grad, während es in den Alpentälern mit knapp über 5 Grad noch recht frisch bleibt.
In der Nacht zum Mittwoch nimmt der nunmehr sich wieder verstärkende Höhenkeil bzw. -rücken in seinem Nordteil eine zunehmend zonale Ausrichtung an und weitet sich bis zum Baltikum aus. Das Cut-Off-Höhentief zieht dagegen Richtung Mittelitalien, so dass sich vor allem über dem Süden Deutschlands eine ostnordöstliche Höhenströmung einstellt. Beständiges Absinken lässt den nach Mitteleuropa gerichteten Bodenhochkeil verstärken, während der Druck über dem westlichen Mittelmeerraum tendenziell sogar etwas fällt. Vor allem über Südwestdeutschland führt das zu einer Gradientverschärfung und orographisch getriggert frischt der Wind dort aus östlichen Richtungen auf (Bise). Im Hochschwarzwald bzw. in den Hochlagen der Alb kann es bereits erste Sturmböen geben.
Ansonsten klart der Himmel vielerorts auf, lediglich im Westen und Nordwesten halten sich noch Restwolken, die der WLA geschuldet sind. Auch in den Südosten wird eventuell etwas Bewölkung reingedrückt, die dem Höhentief weiter südlich geschuldet ist. Einige Modelle (GFS) haben am Alpenrand sogar geringen Niederschlag auf der Agenda, die dort dann bis in tiefere Lagen als Schnee fallen könnten (T850 hPa um -4 Grad).
Ansonsten klart es aber vielerorts auf, und somit steht eine recht frische Nacht ins Haus. Außer im Westen und Nordwesten kann es vielerorts leichten Frost geben, stellenweise bildet sich auch Nebel.
Mittwoch... etabliert sich aus dem Höhenrücken eine eigenständige Höhenantizyklone, die mit ihrem Schwerpunkt vom Süden der Britischen Inseln bis zur südöstlichen Ostsee reicht, während das Höhentief über Mittel- bzw. Süditalien seine Kreise zieht. Im Bodenfeld bleibt die mittlerweile vom Ural bis ins westliche Mitteleuropa reichende Hochdruckzone unverändert stabil und kräftig. Während an deren Nordflanke zeitweise Wolkenfelder über den äußersten Nordwesten und Norden Deutschlands ziehen, scheint ansonsten in weiten Teilen des Landes die Sonne von einem teils wolkenlosen Himmel. Lediglich in den Südosten kann ebenfalls weiterhin dichtere Bewölkung vordringen, die dem Höhentief über Italien geschuldet ist. Es sollte aber auch dort weitgehend trocken bleiben.
An der Südflanke des Hochs verschärft sich allerdings der Gradient über Südwestdeutschland noch etwas und entsprechend frischt der Wind aus Ost weiter auf. Vom Allgäu bis nach Südbaden gibt es recht verbreitet steife, exponiert auch stürmische Böen, im Hochschwarzwald und in den Hochlagen der Alb Sturmböen, auf dem Feldberg eventuell auch schwere Sturmböen. Bei 850 hPa-Temperaturen zwischen knapp über 0 Grad am östlichen Alpenrand und +6 Grad im Westen steht vor allem in den sonnigen Regionen ein sehr milder Tag ins Haus. Dort erreichen die Höchsttemperaturen Werte zwischen 14 und 18 Grad. Etwas frischer bleibt es einerseits ganz im Nordwesten (Nordseeumfeld um 10 Grad) und im Südosten, wo je nach Bewölkung die 10 Grad ebenfalls nur wenig überschritten werden.
In der Nacht zum Donnerstag schwenkt ein breit angelegter Höhentrog vom Nordmeer Richtung Skandinavien, wodurch die Höhenantizyklone etwas nach Westen abgedrängt wird. Der von dort aus nach Osten gerichtete Höhenkeil bleibt aber noch robust, ebenso die Hochdruckzone im Bodenfeld, die sich nur langsam abschwächt. An deren Nordflanke können nach wie vor über den Norden Deutschlands lockere Wolkenfelder hinwegziehen, während im Südwesten der Gradient langsam wieder aufweicht und der Wind im Südwesten allmählich abflaut.
Ansonsten verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig, vielerorts bleibt es gering bewölkt oder klar. Dann muss wieder mit leichtem Frost und örtlich mit Nebel gerechnet werden, Glätte sollte kein Thema sein.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle fahren weitgehend einen einheitlichen Kurs. Etwas unklar ist noch, inwiefern das Höhentief über Italien den äußersten Südosten des Landes am Mittwoch noch mit dichterer Bewölkung und eventuell sogar etwas Niederschlag (Alpenrand) beeinflusst. GFS ist diesbezüglich etwas progressiver aufgestellt als ICON-EU bzw. IFS.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 16.03.2026 um 10.30 UTC
Blockierung mit Kaltfrontpassage, große Unsicherheiten in der erweiterten Mittelfrist.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 23.03.2026
Zu Beginn des Mittelfristzeitraums befindet sich ein Hochdruckgebiet über Schottland, das eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa zu einem Russlandhoch ausbildet. Die Frontalzone ist dabei weit nach Norden verschoben. Über Skandinavien erstreckt sich ein Kurzwellentrog, während sich über Osteuropa ein ausgeprägter Kaltlufttropfen befindet. Mitteleuropa steht somit unter antizyklonalem Einfluss. Die Temperaturen in 850 hPa liegen im Osten um 0 Grad, im Westen um +5 Grad, wobei großräumiges Absinken vorherrscht. Mit Annäherung des Troges über Skandinavien dreht die Strömung über Deutschland zunehmend auf Nord. Dabei erreicht eine schwache, kaum Wetteraktive Kaltfront den äußersten Norden Deutschlands.
Am Freitag verstärkt sich das Hoch weiter und verlagert seinen Schwerpunkt in Richtung Nordsee. Der Kurzwellentrog schwenkt stromabwärts nach Südosten und verbindet sich mit dem osteuropäischen Kaltlufttropfen zu einem markanteren Langwellentrog. In der Folge wird mit einer nördlichen Strömung die Kaltfront südwärts geführt und erreicht die Mitte Deutschlands. Dort kommt es vorwiegend im Stau der östlichen Mittelgebirge zu leichtem Regen, oberhalb von etwa 700 m fällt etwasSchnee. Die Temperatur in 850 hPa geht dabei auf Werte unter 0 Grad zurück.
Zum Wochenende verlagert sich das Hoch etwas nach Osten und bildet eine langgestreckte Hochdruckzone von Großbritannien über die Nordsee bis nach Südskandinavien und ins Baltikum. Über Ost- und Südosteuropa setzt ein Cut-off-Prozess ein, bei dem sich ein Kaltlufttropfen abspaltet und mit der östlichen Strömung allmählich westwärts verlagert. Zunächst erfasst dieser Mitteleuropa und im weiteren Verlauf auch Westeuropa. Damit stellt sich eine High-Over-Low-Lage ein wodurch über Deutschland eine zunehmend östliche Strömung gelangt, mit der kühlere Luft aus dem Kaltluftkörper des Kaltlufttropfens mit 850-hPa-Temperaturen um oder unter 0 Grad herangeführt wird. Während bodennah vor allem der Norden weiterhin antizyklonal geprägt bleibt, dominiert in der Höhe der Kaltlufttropfen. Dieser bleibt jedoch weitgehend wetterunwirksam und sorgt lediglich zeitweise, vor allem am Samstag für dichtere Bewölkung, allenfalls treten einzelne schwache Schauer auf.
Zu Beginn der neuen Woche verlagert sich das Hoch weiter nach Osteuropa. Deutschland verbleibt im Einflussbereich eines Kaltlufttropfens mit einem Zentrum über Deutschland und einem weiteren über der Iberischen Halbinsel. In der erweiterten Mittelfrist zieht sich das Hoch weiter nach Russland zurück, während sich die Strömung über Mitteleuropa zunehmend zonal ausrichtet. Am Rande eines kräftigen Azorenhochs stellt sich eine westliche bis nordwestliche Strömung ein, wobei der zyklonale Einfluss allmählich zunimmt.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der neue IFS-Lauf ähnelt im Wesentlichen den Vorläufen. Die Kaltfront am Ende der Woche wird etwas später und schwächer simuliert. Es gebiet ebenfalls noch Unterschiede in der genauen Zugbahn der Kaltlufttropfen, was sich auf die Temperatur und die Bewölkung am Wochenende auswirkt. Zu Beginn der neuen Woche unterscheiden sich die Läufe stärker. Während in den Vorläufen die Entwicklung eines neuen Grönlandblocks simuliert wurde, steht an seiner Stelle nun ein kräftiges Azorenhoch, an dessen Nordostflanke Tiefdruckgebiete ins nördliche Mitteleuropa ziehen, was zu einer NOA positeven Lage, Westwetterlage mit häufigen Rückseiten führen würde.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Simulationen sind bis zum Wochenende abgesehen von der genauen Position der Kaltlufttropfen in allen Modellen ziemlich ähnlich. Danach zeigen sowohl ICON, als auch GFS ein langsameres ostwärts ziehen des Hochs, wobei es im GFS 0z und auch im 6z Lauf (hier etwas versetzt) eine Blockade über Nordosteuropa einnimmt und Tröge somit auf einer relativ südlichen Zugbahn nach Mitteleuropa hinein ziehen.
Auch die KI-Modelle sind deutlich weniger zonal, simulieren in der erweiterten Mittelfrist eine irgendwie gearteten Langwellentrog über Mittel- oder Westeuropa, der zwischen den einzelnen Modellen deutlich Phasenverschoben oder unterschiedlich ausgeprägt ist.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die IFS-Rauchfahnen sind bis zum Wochenende relativ stark gebündelt und deuten besonders im Norden auf einen leichten Temperaturrückgang hin. Im Geopotenzial ist eine etwas größere Streuung erkennbar, was auf die unsichere Lage der Kaltlufttropfen hindeutet.
Ab Montag hat die Streuung in den neuen Ensembles deutlich zugenommen und einzelne Member fallen regelrecht ab. Gleichzeitig sind erhöhte Niederschlagssignale zu erkennen. Insgesamt präsentieren sich die Ensembles im Mittel etwas kälter als noch im Vorlauf.
Ein ähnliches Bild zeigen auch die GFS-Ensembles, während die IFS-ENS in der Mehrheit der Ensembles ab dem 24. einen deutlichen Temperaturrückgang sehen. Dies bestätigt die bestehenden Unsicherheiten bezüglich der Lage in der erweiterten Mittelfrist. Die Clusteranalysen von IFS zeigen in der erweiterten Mittelfrist zwei Cluster mit jeweils fast gleich vielen Mitgliedern. Einerseits einen atlantischen Rücken mit Trog über Mitteleuropa und andererseits ein skandinavisches Blocking.
Fazit: Die Lage bis zum Wochenende ist im Großen und Ganzen sicher: Kaltfrontdurchgang am Freitag, am Wochenende nur mäßig warm bis etwas kühl, aber bodennah antizyklonal mit guten Chancen auf Sonne am Sonntag - allerdings bei kühlem Ostwind.
Danach ist die Lage äußerst unsicher. Eine stärkere Zonalisierung, wie im IFS-Hauptlauf, scheint nach wie vor die weniger wahrscheinliche Lösung zu sein. Allerdings hängt unser Wettergeschehen stark davon ab, wo der Trog zum Liegen kommt. Um Genaueres sagen zu können, müssen wahrscheinlich noch einige Läufe abgewartet werden. Mit den neuen Läufen sind allerdings die Chancen für frühlingshaftes Wetter wie Anfang März gesunken, während deutlich wechselhafteres Wetter wahrscheinlicher geworden ist. Ein erneuter Wintereinbruch im Bergland ist zwar nicht die wahrscheinlichste Lösung, kann aber nicht ausgeschlossen werden.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die Lage bietet kaum potenzial für signifikantes Wetter. Zum nächsten Wochenende könnte sich eine leichte Biesenlage einstellen. Stürmische Böen werden aber weder von Mosmix noch von den Ensembles dabei erwartet
Basis für Mittelfristvorhersage
Bis Samstag IFS/ICON, MOSMIX, danach IFS-ENS-Mittel.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christian Herold





