Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 29.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Brücke Mitteleuropa (BM), Übergang zu Trog Mitteleuropa (TrM)
Wetter: Heute noch Schneefall im Südosten, sonst ruhig. Ab der Nacht von Nordwesten Aufzug von Regen, im Bergland Schnee und zunehmend windig. Montag und Dienstag nasskalt mit Schauern und Gewitter, an den Alpen länger anhaltender Schneefall.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Am heutigen Sonntag... schwenkt ein Kurzwellentrog, der anfangs auch noch mit Höhenkaltluft ausgestattet ist, über Deutschland hinweg. Da insbesondere von Benelux her sehr milde Luft ostwärts stößt, ist in dieser Region recht starker Geopotentialanstieg zu beobachten, so dass der Trog nicht nur nach Osten vorankommt, sondern auch Höhentief abtropft, dessen Kern am Abend schon über dem Norden Algeriens liegt. Insbesondere über dem Süden Deutschlands stellt sich dann am Rande eines kräftigen Höhenhochs vorübergehend eine recht antizyklonale Strömung ein. Dies zeigt sich auch im Bodendruckfeld, wo wir aktuell schon im Bereich einer kräftigen Hochdruckbrücke liegen, die ein sehr starkes Azorenhoch mit einem Hoch über Nordrussland verbindet, so dass bei uns heute aber zunächst die nördlichen und nordwestlichen Winde überwiegen. Zunächst deswegen, weil zum Abend schon wieder ein neuer Trog zur Nordsee zieht, der über Großbritannien und der Nordsee massiven Druckfall bewirkt und den Wind im Nordwesten im Tagesverlauf auf Südwest rückdrehen lässt, womit auch eine deutliche Auffrischung verbunden ist. Zum Abend kann es dann von Borkum über Helgoland bis nach Sylt schon starke bis stürmische Böen geben, während im Inneren der Deutschen Bucht der Wind zunächst noch etwas schwächer ist.
Springen wir wieder zurück auf das aktuelle Wetter. Noch beschäftigt uns eine absterbende Okklusion über dem Südosten Deutschlands, die dort für leichte Niederschläge sorgt, die durchaus bis etwa 400 bis 500 m herab als Schnee fallen und oberhalb von 600 m auch für eine gewisse Akkumulation sorgen können. Die Niederschläge ziehen sich dann im Tagesverlauf immer mehr nach Südosten und an die Alpen zurück, so dass die Niederschläge von Nordwesten her nachlassen und die ausgegeben Schneefallwarnungen auslaufen können. Im südöstlichen Oberbayern kann es aber noch ziemlich lang leichte Niederschläge geben, tagsüber aber außerhalb des Alpengebiets dann nur noch als Regen.
Von Nordwesten ziehen im Tagesverlauf auf der Vorderseite des Troges schon wieder neue dichte Wolken auf, die den Himmel zum Abend hin dort komplett bedecken. Von Borkum bis Sylt setzt dann auch erster Regen ein. Zwischen den dichten Wolken im Südosten und dem neuen System im Nordwesten befindet sich eine große Zone, in der heute teils lockere, zeitweise auch starke Quellbewölkung erwartet wird, die zumindest ab und zu auch mal die Sonne zum Vorschein kommen lässt, im Nordwesten vor Aufzug der neuen Bewölkung mehr als zu Mitte hin. Nicht ganz ausgeschlossen ist auch, dass die eine oder andere Wolke mal geringfügig Wasser lässt, das sollte aber nicht die große Nummer. Zum Abend hin sollen sich die Quellwolken dann recht rasch auflösen.
Noch ein Blick auf die Temperaturen: Die erreichen heute in den meisten Regionen 8 bis 12°C, deutlich kühler bleibt es allerdings unter den Wolken im Südosten mit Höchstwerten um 5°C, an den Alpen nur um 2°C.
In der Nacht zum Montag kommt der oben erwähnte Trog von der Nordsee her rasch nach Osten voran und weitet sich stark nach Süden aus, so dass bis zum Morgen seine Achse schon die Mitte des Landes erreicht hat, wo sich auch Höhenkaltluft mit unter -30°C in 500 hPa bis südlich des Mains ausgeweitet hat, im Norden geht es bis -35°C runter. Im Vorfeld dieses Troges erreicht uns eine weitgehend okkludierte Front, die bis zum Morgen in etwa eine Linie Rostock-Oberrhein erreicht.
Vor dieser Front dreht der Wind teilweise auf Süd zurück, rückseitig des recht markanten Bodentroges dann auf West bis teilweise sogar Nordwest. Damit ist eine markante Gradient- und Windzunahme verbunden, so dass es zunächst im nordwestlichen Flachland, später verbreitet im Bergland zu steifen Böen kommt. Auf höheren Bergen kommt es zu stürmischen Böen, auf dem Brocken zu schweren Sturmböen. Auch an der Nordsee kann es in der ersten Nachthälfte zu stürmischen Böen und Sturmböen kommen. An der Ostsee reicht es bei ablandigem Wind an den Küsten meist nur zu steifen Böen. Rückseitig der Front lässt der Wind auch rasch wieder nach.
Mit dem Frontensystem weiten sich auch Regenfälle aus, die bis zum Morgen fast alle Regionen bis auf den Südosten Bayerns erreichen. Bei 850-hPa-Temperaturen um -4°C muss oberhalb von 500 bis 600 m vielfach mit Schneefall gerechnet werden, der ab 600 m zu Neuschneehöhen teilweise bis 5 cm akkumulieren kann. Rückseitig geht der Niederschlag dann in der zweiten Nachthälfte von Nordwesten her in Schauer über, wobei die Labilität auch für einzelne Gewitter reicht, so dass es auch mal Graupel bis in tiefe Lagen geben kann. Zudem sollten verstärkter Konvektion auch rückseitig einzelne steife bis stürmische Böen im Betracht gezogen werden.
Die nächtlichen Tiefstwerte liegen vom Nordwesten bis zur Mitte allgemein über dem Gefrierpunkt, meist bei 5 bis 1°C. Im Südosten, wo es noch länger klar ist, muss mit Minima zwischen +2 und -3°C gerechnet werden, über frischem Schnee an den Alpen oder im Erzgebirge örtlich auch noch etwas darunter. In diesen Regionen geht aber gegen Morgen mit dem Aufzug der stärkeren Bewölkung und dem Auffrischen des Windes die Temperatur schon wieder etwas nach oben. Abgesehen vom Schnee in den Mittelgebirgen kann es auch im Südosten örtlich Glätte durch gefrierende Restnässe geben.
Am Montag... weitet sich unser Trog stark nach Süden aus, während er nur noch langsam nach Osten vorankommt und seine Achse bis zum Abend die Oder noch nicht erreicht. Dafür dringt die Höhenkaltluft über der Osthälfte weit nach Süden vor, so dass über den Alpen östlich des Lechs in 500 hPa die Temperatur auf -34°C absinkt. Im Westen stabilisiert es dagegen im Tagesverlauf durch deutlich mildere Luft in der Höhe schon wieder deutlich. Hier macht sich das Absinken am Rande des weiterhin starken Hochs westlich der Biskaya bemerkbar, welches auch schon wieder einen Keil in den Süden Deutschlands hineinschiebt.
Die okkludierte Front schwenkt schon in den Vormittagsstunden bis in den Südosten durch, so dass das gesamte Land auf die Rückseite gerät. Dort dreht der Wind allgemein auf Nordwest und frischt trotz Abschwächung des bodennahen Gradienten durch hervorragende niedertroposphärische Durchmischung tagsüber wieder auf. Damit kann es in allen Regionen Böen der Stärke 6 bis 7 geben. Da es in der instabilen Luftmasse auch zu zahlreichen Schauern und Gewittern kommt, wird wohl vielerorts im Laufe des Tages mal die Bft 7 erreicht und eine flächendeckende Windwarnung erscheint gerechtfertigt. Bei einzelnen Gewittern, die auch Graupel bringen können, kann es auch die eine oder andere stürmische Bö geben. Auch in den exponierten Berglagen frischt der Wind zeitweise mit stürmischen Böen oder Sturmböen auf, nimmt aber im Laufe des Tages von Nordwesten her auch schon wieder ab.
Schnee fällt weiterhin in den Hochlagen der Mittelgebirge ab etwa 500 m, oberhalb 600 m muss auch tagsüber eine Glätte- oder sogar Schneefallwarnung geschaltet werden, da wohl insbesondere ab etwa 700 m auch einige Zentimeter Neuschnee akkumulieren können. In den Hochlagen des Schwarzwaldes (eher ab 800 bis 1000 m) können durchaus bis zu 10 cm fallen. An den Alpen stellt sich im Tagesverlauf eine länger anhaltende Stausituation ein, die voraussichtlich bis Mittwoch andauert. Dabei sind oberhalb 800 bis 1000 m 20 bis 30 cm Neuschnee in 36 bis 48 Stunden durchaus wahrscheinlich, in einzelnen Staulagen und über 1000 m auch um 50 cm. Dabei gibt es noch größere Unterschiede zwischen den Modellen, so dass aktuell noch nicht ganz klar ist, ob es tatsächlich für eine Ocker-Warnung reicht.
Die Höchstwerte werden am Montag wieder meist zwischen 7 und 12°C erwartet, im höheren Bergland und Alpenvorland meist bei 4 bis 7°C. Während Schauern kann es aber vorübergehend auch mal deutlich kälter werden.
In der Nacht zum Dienstag schwenkt die Achse des Troges nur ganz langsam nach Osten und verbleibt weiterhin über dem Osten unseres Landes. Dabei verschmälert sich der Bereich der Höhenkaltluft zu einer sehr schmalen Zunge, die aber von Vorpommern bis Südostbayern noch bestehen bleibt. Über dem Westen und der Mitte tritt dagegen weitere Stabilisierung ein. Generell schwächt sich die Schauertätigkeit in den Nachtstunden deutlich ab, kommt aber nicht ganz zum Erliegen. Im Fokus stehen vor allem sämtliche Nordweststaulagen, wo sich schauerartige Regen- und Schneefälle länger halten können. Abgesehen von den schon erwähnten Alpen kann es dann oberhalb von 600 m leichte Schneeakkumulation geben, Schneefall kann auch bis in Lagen von 400 oder 300 m herab auftreten, wo aber dann eine Glättewarnung ausreichen sollte. Weitgehend trocken sollte es im Flachland Nordwestdeutschlands bleiben, sowie auch in den Tieflagen Südwestdeutschlands.
Ganz im Westen ist auch die Chance für einzelne Wolkenauflockerungen am größten, ansonsten dürfte der Himmel ziemlich dicht bewölkt bleiben.
Der Gradient schwächt sich nur leicht ab, so dass der Wind immer noch in sämtlichen Landesteilen spürbar aus Nordwest weht. Die Böigkeit nimmt aber dem Tagesgang geschuldet deutlich ab, so dass in der Nacht sämtliche Windwarnungen auslaufen können, auch im Bergland. Lediglich an der Nordsee drückt der Nordwestwind weiter recht kräftig in die Deutsche Bucht hinein, so dass dort noch einzelne steife Böen auftreten können.
In den Tieflagen bleibt es unter dem bewölkten Himmel meist frostfrei mit 4 bis 0°C. In Lagen ab etwa 400 m muss dagegen mit Tiefstwerten um den Gefrierpunkt mit der schon erwähnten Glättegefahr gerechnet werden, oberhalb 600 tritt meist Frost mit -1 bis -3°C auf.
Am Dienstag... lässt recht kräftige Warmluftadvektion einen Höhenrücken ausgehend von dem atlantischen Höhenhoch Richtung Europa vorankommen. Dieser bringt den Trog, der aufgrund des östlichen Rückens nicht weiter vorankommt, ziemlich in Bedrängnis, so dass unser Trog (nach ICON!) immer schmäler wird und letztendlich beginnt abzutropfen. Er bleibt aber, mit allmählich nicht mehr ganz so kalter Luft in der mittleren Troposphäre, noch über dem östlichen und südlichen Deutschland liegen. Bodennah weitet sich dagegen das Hoch von Westen weiter zu uns aus, wir verbleiben aber an dessen Rand weiterhin im Bereich eines mäßig starken Gradienten, so dass der Wind noch mäßig aus Nordwest weht, vor allem an nordwestexponierten Küstenabschnitten kann es auch noch einzelne Windböen geben.
Der Nordwesten des Landes ist bereits so stark unter Absinken geraten, dass dort im Bereich im 700 m eine zunehmend markante Inversion am Entstehen ist, bei Temperaturen um -15°C unter der Inversion reicht es aber immer noch für die Entstehung von Schauern, insbesondere an den Mittelgebirgen, wo durch den Nordwestwind noch erzwungene Hebung besteht. Richtung Süden und Osten lebt die Schauertätigkeit wieder stärker auf und dort reicht es auch wieder zu einzelnen Gewittern.
An den Alpen erreicht die Staulage ihren Höhenpunkt und oberhalb 800 bis 1000 m wächst die Schneedecke weiter an, so dass alles für das Skivergnügen über die Osterfeiertage bereitet wird. Auch ansonsten fällt in den Mittelgebirgen ab 700 bis 800 m meist Schnee, so dass in Lagen darüber eine Glättewarnung nötig wird. Am Erzgebirge und Schwarzwald kann für die höheren Staulagen auch noch einmal eine Schneefallwarnung sinnvoll werden. Im Norden und im westlichen Flachland bleibt es dagegen meist schon trocken, auch in Leelagen sollte es kaum noch schauern.
Die Höchstwerte liegen meist bei 7 bis 11°C, im Südosten um 5°C, bei Dauerschneefall noch deutlich darunter.
In der Nacht zum Mittwoch setzt sich der Abtropfprozess fort und in ganz Deutschland stabilisiert sich die Schichtung zunehmend. Somit reduziert sich die Schauertätigkeit deutlich. Im südlichen und östlichen Bergland kann es noch leicht regnen, oberhalb 400 bis 600 m schneien mit Glättegefahr. An den Alpen schneit es zwar weiter, aber schon mit deutlich vermindertet Intensität.
Durch das Absinken lösen sich auch die Quellwolken teilweise auf, so dass es zumindest gebietsweise aufgelockert bis klar wird. Gleichzeitig kommt uns auch das Hoch immer näher, womit sich der Gradient und damit auch der Wind abschwächt. In der kalten Luftmasse gehen folglich die Nachttemperaturen wieder etwas stärker zurück, so dass auch im Flachland bei Tiefstwerten zwischen +2 und -1°C wieder gebietsweise Frost auftritt. Im Bergland liegen die Tiefstwerte meist bei +1 bis -4°C. Bei den schwachwindigen Verhältnissen muss auch regional mit Nebel gerechnet werden.
Modellvergleich und -einschätzung
Das Verhalten des Troges wird am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch noch etwas unterschiedlich simuliert. Externe Modelle wie IFS, vor allem aber GFS lassen den Trog etwas hartnäckiger sein, so dass dieser sich noch länger bei uns hält und auch mehr Niederschlag produziert. Dies mag wohl auch der Grund dafür sein, dass GFS an den Alpen erheblich mehr Niederschlag simuliert, was aktuell auch die Schneefallprognose erschwert.
Auch zeigen sämtliche externen Modelle am Dienstag über dem Norden Deutschlands noch einen stärkeren Gradienten als ICON. Demnach wären dort steife Böen, nach IFS in Schleswig-Holstein sogar stürmische Böen aus Nordwest möglich.
Am schwierigsten bei dieser Lage bleibt einmal wieder die Einschätzung, wie viel Schnee dann in den Mittelgebirgen und den Alpentälern tatsächlich liegen bleibt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 28.03.2026 um 10.30 UTC
Anfangs nasskaltes Schauerwetter, im Verlauf voraussichtlich etwas zunehmender Hochdruckeinfluss, aber nur sehr zögernd milder. Noch große Unsicherheiten.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 04.04.2026
Am Dienstag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, simuliert IFS zwei kräftige Höhenhochs, eines westlich der Iberischen Halbinsel und ein weiteres über dem nördlichen Russland. Beide stützen kräftige Bodenhochs, wobei besonders ein über der Biskaya liegendes Hoch besonders stark ausgeprägt ist. Dazwischen liegt ein schmaler, sehr weit nach Süden reichender Langwellentrog mit einer Achse von Schweden über Deutschland hinweg bis Tunesien, der südlich der Alpen Abtropftendenzen zeigt. Auf der Vorderseite dieses Troges befinden sich Tiefs über Sizilien und der Ukraine, so dass Deutschland im Bereich einer nordwestlichen bis nördlichen bodennahen Strömung liegt, mit welcher Meeresluft polaren Ursprungs (T850 ca. -4°C) zu uns gelangt. Diese ist unter Höhenkaltluft hinreichend instabil und einigermaßen feucht, so dass insbesondere im Tagesgang mit zahlreichen Schauern und auch Gewittern zu rechnen ist, die oberhalb 800 m durchwegs als Schnee fallen. An den Alpen kommt es durch Stau zu deutlicher Neuschneeakkumulation mit wahrscheinlich meist über 20 cm bis in die Täler.
In der Nacht zum Mittwoch tropft das Höhentief rasch ab und findet sich am Mittwoch über dem Tyrrhenischen Meer ein. Nördlich davon verschwindet das Trogresiduum rasch und die beiden Höhenhochs verbinden sich rasch mit einer Brücke über Südskandinavien. Damit stellt sich über Deutschland eine nordöstliche Höhenströmung ein. Bodennah bildet sich eine Hochdruckbrücke vom Azorenhoch über die Biskaya und Südskandinavien bis nach Nordrussland, so dass bei uns der bodennahe Wind auf Nordost dreht. Die recht kalte Luft bleibt bei uns liegen, allerdings zieht sich die Höhenkaltluft Richtung Süden zurück, so dass es vor allem über dem Süden noch zu Schauern und einzelnen Gewittern kommt. Nach Norden hin gibt es kaum Schauer und die Quellwolken lockern auf.
Am Donnerstag hat sich die Höhenkaltluft nach Süden verabschiedet, die Brücke verlagert ihre Achse bodennah und in der Höhe etwas nach Süden, so dass bei uns Hochdruckeinfluss dominiert. Unter Absinken erwärmt sich die Luftmasse nur wenig. Über weiten Landesteilen soll es recht sonnig werden, im Südosten halten sich aber dichte Wolken und es regnet noch etwas, in den Alpen fällt etwas Schnee.
Am Karfreitag schwächt sich die Brücke am Boden und in der Höhe ab und über Frankreich zieht ein schwaches Höhentief südwärts. Damit kann es insgesamt wieder etwas wolkiger werden, auch im Süden bleibt es noch bei dichterer Bewölkung. Das Temperaturniveau sollte dagegen leicht ansteigen. Insgesamt bleibt das Wetter aber ruhig und niederschlagsfrei.
Am Karsamstag setzt sich von Westen her wieder eine stärkere westliche Höhenströmung über Deutschland durch. Die Hochdruckbrücke wird zunehmend nach Süden abgedrängt und mit einem Bodentrog schwenkt auch das okkludierte Frontensystem eines atlantischen Tiefs durch. Bodennah dreht der etwas auffrischende Wind von Südwest auf West. An der Front kommt es bei allenfalls geringer Labilität zu leichten schauerartigen Regenfällen.
In den Folgetagen zieht sich die stärkere westliche Höhenströmung etwas nach Norden zurück und von Südwesten weitet sich ein Höhenkeil sehr langsam zu uns aus. Bodennah gelangen wir dagegen von Südwesten sehr schnell unter Hochdruckeinfluss. Während der Norden noch von Tiefausläufern gestreift wird, setzten sich im Süden freundliches Wetter und wieder mildere Luftmassen durch.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zwischen dem gestrigen 00-UTC-Lauf des IFS und den beiden nachfolgenden Läufen zeigen sich bereits am Mittwoch erhebliche Inkonsistenzen. Während die beiden jüngeren Läufe wie oben beschrieben das Höhentief am Mittwoch nach Süden abziehen lassen, hält sich dieses beim gestrigen 00-UTC-Lauf zäh und wird am Karfreitag durch einen Trog von Norden her noch einmal mit Kaltluft gefüttert. Der Abzug dieses Höhentiefs findet nach dem gestrigen 00-UTC-Lauf erst am Karsamstag statt und auch in den Folgetagen bleibt es recht kalt, weil dann ein Skandinavienhoch weiter für Zufuhr kühler Luft sorgt.
Die beiden jüngeren Läufe sind dagegen in weit besserer Übereinstimmung, wobei der gestrige 12-UTC-Lauf insgesamt noch etwas antizyklonaler eingestellt ist. Insgesamt besteht aber im gesamten Zeitraum von Mittwoch bis Samstag nach den neueren Läufen die Tendenz zu trockenerem und etwas milderem Wetter im Vergleich zum gestrigen 00-UTC-Lauf.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis zum Mittwoch zeigen die vorliegenden deterministischen Modelle eine recht homogene Entwicklung. Ab Donnerstag laufen die Entwicklungen aber dann vollkommen auseinander, wobei GEM die recht antizyklonale Variante des IFS stützt, während nach ICON, GFS und UK10 zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Ausprägungen wieder Tröge übergreifen. GFS hat am Karfreitag ein recht kräftiges Höhentief mit einem kleinen Sturmtief über der Nordsee im Angebot. Allen Prognosen ist aber gemein, dass ein deutlicher Temperaturanstieg zumindest bis Karsamstag nicht zu erwarten ist. Dabei ist bei Aufklaren auch immer wieder Nachtfrost ein Thema, bei den zyklonalen Varianten auch Schnee im Bergland.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Donnerstag bis Samstag auf fünf Cluster. Alle Cluster zeigen am Donnerstag und Freitag, 00 UTC, den Ansatz der Hochdruckbrücke (bzw. Geopotentialbrücke) und stützen damit die Prognose des Hauptlaufs. Am Samstag um 00 UTC sehen wir dann größere Unterschiede. Der Haupt- und Kontrolllauf sind Cluster 3 (11 Mitglieder) zugeordnet, das in etwa auch die oben beschriebene Entwicklung zeigt. C1 (13 Mitglieder) und C5 (7 Mitglieder) zeigen ähnliche Entwicklungen wie C3, allerdings am Samstag mit etwas weiter südlich sich annähernder starker Höhenströmung, folglich etwas zyklonaler. Deutlich zyklonaler mit Trogeinfluss sind C2 (12 Mitglieder) und C4 (8 Mitglieder). Der Blick in die erweiterte Mittelfrist zeigt bei allen vier Clustern einen starken Geopotentialanstieg vom Südwesten Europas bis hin nach Mitteleuropa mit starker Tendenz zu Hochdruckeinfluss bei uns.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen ein über den Zeitraum allmählich ansteigendes Geopotential, mit leichtem Rückfall am Freitag und stark zunehmender Streuung der Einzelläufe ab Samstag. Auch die Temperatur soll ausgehend von einem niedrigen Niveau im Verlauf langsam, aber stetig ansteigen, im Norden aber deutlich zögerlicher als im Süden. Die Streuung der Kurven ist anfangs gering, nimmt dann ab Samstag und Sonntag deutlich zu. Niederschlagssignale fokussieren sich stark auf den Dienstag, sind aber auch danach noch vereinzelt zu finden.
Die Rauchfahnen des GFS zeigen im Wesentlichen die gleiche Entwicklung wie jene des IFS.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI zeigt am Dienstag ein Signal für recht kräftigen Wind in Nordseenähe und ergiebigen Schneefall an den Alpen.
Sturm:
Das IFS-EPS zeigt am Dienstag deutliche Signale für stürmische Böen an der Nordsee und bis ins nordwestdeutsche Binnenland hinein.
Schneefall:
Am Dienstag zeigt das IFS-EPS hohe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 10 cm Neuschnee an den Alpen, auch in den südlichen Mittelgebirgen und am Erzgebirge sind solche Summen nicht ausgeschlossen. An den Alpen finden sich auch signifikante Wahrscheinlichkeiten für mehr als 20 cm innert 24 Stunden. Im Gesamtzeitraum von etwa Montagmittag bis Mittwochmittag erscheinen Neuschneehöhen von 30 bis 50 cm bis in die höheren Alpentäler nicht unwahrscheinlich.
Darüber hinaus drohen bis Karsamstag wohl keine weiteren Wettergefahren. Es wird aber darauf hingewiesen, dass im gesamten Zeitraum immer wieder leichter Frost auftreten kann, auch in den weniger frostanfälligen Regionen des Landes.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann





