Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 15.09.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang zu W z (West zyklonal)
In der Nacht zum Mittwoch und Mittwoch tagsüber Kaltfrontpassage mit Gewittern und Starkregen (meist markant, nur lokal Unwetter).
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
Dienstag... liegt Deutschland zunächst noch unter einem Höhenrücken, der von der Iberischen Halbinsel bis nach Skandinavien reicht. Derweil hat ein Langwellentrog auf die Britischen Inseln übergegriffen. Im Tagesverlauf kommt dieser mit seiner Achse bis zur Nordsee voran und weitet sich zunehmend nach Süden bis zur Biskaya aus. Der Rücken wird dabei nach Südosten verdrängt, sodass Deutschland in eine südwestliche Höhenströmung gelangt, die nach Nordwesten zu allmähliche auch zyklonale Konturen annimmt. Niedertroposphärisch kommt Deutschland in den Warmsektor des mit dem Trog verbundenen Doppeltiefs "Zuri I+II" über dem Nordmeer, die Hochdruckzone "Xanthos" wird nach Südosten verdrängt und liegt mit ihrem Schwerpunkt später über dem Balkan. In der dabei von Südwesten advehierten maritimen Subtropikluft steigen die Temperaturen auf 850 hPa auf 11 bis 16 Grad, mit den höheren Werten im Südwesten. In der Mitte und im Südosten hält sich bei schwacher Strömung in Mulden- und Tallagen noch längere Zeit eine feucht-kühle Grundschicht, in der sich Nebelfelder teils nur zögerlich auflösen und die Temperaturentwicklung etwas dämpfen. Ansonsten erwartet uns mit zunächst viel Sonnenschein bei zunehmend guter Durchmischung durch teils mäßigen Südwestwind ein warmer bis sehr warmer Septembertag. Die Höchsttemperaturen erreichen verbreitet Werte von 25 bis 29 Grad, am Oberrhein gar bis 30 oder 31 Grad. Ebenfalls etwas gedämpfter sind die Temperaturen im äußersten Norden und Nordosten, wo sich bereits der zyklonale Einfluss (einsetzende PVA) und die Nähe zur Frontalzone bemerkbar macht. Zunächst bringt die Warmfront ein paar Spritzer Regen, später beginnt es im Vorfeld der über der Nordsee nahenden Kaltfront von Nordwesten schauerartig zu regnen. Die vor der Kaltfront herangeführte Luftmasse ist sehr feucht und zumindest mäßig instabil, sodass auch etwas CAPE (wenige Hundert J/kg) aufgebaut werden kann. Zur Auslöse kommt es bis zum Abend aber wahrscheinlich noch nicht.
In der Nacht zum Mittwoch änderts sich dies. Die Kaltfront greift auf den Nordwesten über und erreicht bis zum Morgen eine Linie Münsterland-Vorpommern. Während sie an Wetterwirksamkeit einbüßt, kommt es entlang der der Kaltfront vorgelagerten Konvergenz verbreitet zur Auslöse von Schauern und Gewittern. Da die Scherung sowohl hoch- als auch niedertroposphärisch deutlich anzieht (DLS 25-30 m/s, LLS 5-10 m/s), können sich die Zellen zu Multi- und einzelnen Superzellen organisieren. Allerdings sind die Zellen tageszeitbedingt von der sich bereits abkühlenden Grundschicht abgekoppelt, was das Gefahrenpotenzial stark limitiert, insbesondere was die Böen betrifft. Dennoch sollte man neben kleinem Hagel zumindest stürmische Böen ins Kalkül ziehen, wenngleich die Wahrscheinlichkeit dafür nicht allzu hoch ist. Starkregen tritt natürlich trotzdem auf; bei PPWs über 35 mm sowie aufgrund von rascher Verclusterung und schleifenden Frontcharakters sind lokal auch Unwetter durch heftigen Starkregen (insbesondere mehrstündig durch "Doppeltreffer") nicht ausgeschlossen. Die Gewitter ziehen im Laufe der Nacht über die Nordhälfte ostwärts. In der Südhälfte verläuft die Nacht noch ruhig, vor allem im Südosten ist es auch noch länger klar oder gering bewölkt. Dort kann sich auch nochmal lokal dichter Nebel bilden.
Ein schmales Starkwindband in der unteren Troposphäre vor der Kaltfront macht sich eventuell in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge bemerkbar, Böen 7-8 Bft müssen aber nicht zwingend eine Warnung nach sich ziehen (Einzelfall). Die Nacht bleibt mild bei Tiefstwerten zwischen 17 und 12 Grad, nur im Südosten kühlt es lokal auf einstellige Minima ab.
Mittwoch... verlagert sich der recht scharfe und sich zunehmend amplifizierende Höhentrog langsam weiter ostwärts und erreicht bis zum Abend auch den äußersten Westen Deutschlands. Das damit verbundene Tief "Zuri" zieht nach Skandinavien. Die gewittrigen Starkniederschläge aus der Nacht ziehen im Vormittagsverlauf über den Osten nach Polen ab. Übrig bleibt ein Band mit schauerartigen Regenfällen, das vom Südwesten über die Mitte bis in den Osten reicht, sich langsam südostwärts verlagert und nunmehr in etwa die Kaltfront markiert. Der Südosten liegt damit noch in der feucht-warmen und mäßig instabil geschichteten maritimen Subtropikluft. Sollte es nochmal etwas einstrahlen, was aber fraglich ist, könnte nochmal einige Hundert J/kg ML-CAPE aufgebaut werden, was die Auslöse kräftiger Gewitter ermöglichen würde. Da zudem die Scherung wieder durchaus signifikante Werte aufweist (DLS ~20 m/s), wäre auch ein gewisser Organisationsgrad zu erwarten (Multizellen, einzelne Superzellen). Dann könnte es Hagel (~2 cm) und Sturmböen geben. Im Fokus steht bei hohen PPWs (~35 mm) und rascher Verclusterung aber wieder der Starkregen (lokal auch wieder bis in den Unwetterbereich).
Im übrigen Land setzt sich maritime Subpolarluft durch (T850 5 bis 8 Grad), die durch den hereinschwenkenden Trog leicht labilisiert wird. In der Nordwesthälfte wird etwas CAPE aufgebaut (100-300 J/kg), sodass es zu Schauern und einzelnen Gewittern kommt. Die Scherung nimmt deutlich ab, sodass es sich eher kurzlebige, unorganisierte Konvektion handelt. Ein kleinräumiges Starkregenereignis oder eine stürmische Böe sind zwar nicht ausgeschlossen, im Wesentlichen sollten es aber "gelbe Gewitter" sein.
Zeitweise Sonnenschein gibt es am ehesten in der schmalen Subsidenzzone, die vom Südwesten bis in den Nordosten reicht.
Die Höchsttemperaturen liegen von Nordwest nach Südost zwischen 18 und 25 Grad.
In der Nacht zum Donnerstag tropft der Trog über Spanien ab, das Residuum schwenkt beschleunigt über Deutschland ostwärts. Zwischen dem abziehenden Trog und einem neuen hochreichenden Tief bei Island nähert sich von Westen ein schmaler Höhenrücken, der im Bodenfeld einen bis nach Süddeutschland vorstoßenden Hochkeil stützt.
Die Kaltfront zieht rasch südostwärts ab und damit auch die letzten, kräftigen Gewitter vom Tage. Eine echte Staulage stellt sich durch den rasch vorstoßenden Keil an den Alpen zwar nicht ein, allerdings hält eine trogvorderseitige Gegenstromdynamik Hebungs- und Niederschlagsprozesse dort weiter aufrecht. 30 bis 40 mm im 12-stündigen Zeitraum geben die meisten Modell her, von den sehr hohen Mengen bis in den Unwetterbereich in manchem Globalmodell (GFS) sollte man sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen; vieles davon ist noch den Gewittern zuzuschlagen.
Die an den Trog gekoppelten Schauer und Gewitter im übrigen Land lassen tagesgangbedingt etwas nach - mit Ausnahme des Nordseeumfeldes. Gebietsweise klart es auf, allerdings kann sich dann im Verlauf gebietsweise Nebel oder Hochnebel bilden.
Mit Annäherung des nächsten Frontensystems zieht der Gradient im Nordwesten langsam an, sodass der wieder auf Südwest drehende Wind auffrischt. Zumindest über der Nordsee sind erste steife Böen wahrscheinlich. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 12 und 6 Grad, mit den tieferen Werten im Süden und Südwesten.
Donnerstag... schwenkt zunächst der flache Rücken ostwärts, später gelangt Deutschland auf die Vorderseite des nächsten, zur Nordsee schwenkenden Troges. Das vorgelagerte, okkludierte Frontensystems des Tiefs südlich Island greift am Nachmittag auf den Nordwesten über.
Damit gehen die Schauer im Nordwesten zunehmend in Regen über. Auch der Wind frischt weiter auf mit steifen an der See, exponiert über der freien Nordsee eventuell stürmischen Böen. Auch die nördlichen Mittelgebirge werden vom Starkwindfeld beeinflusst (Brocken Sturmböen).
Die Gegenstromlage an den Alpen bzw. im äußersten Südosten geht zu Ende und der Regen lässt am Vormittag nach. Dann scheint dort wie in einem breiten Streifen vom Südwesten bis in den Osten längere Zeit die Sonne und es bleibt trocken. Die Luft erwärmt sich auf 17 bis 24 Grad, mit den höchsten Werten am Oberrhein.
In der Nacht zum Freitag kommt die Okklusion bis zur Mitte und in den Osten voran, die Niederschläge fallen aber schwach aus. Von Nordwesten folgt mit Übergreifen des Troges wieder ein Schwall etwas höhenkälterer Luft, die Schauertätigkeit konzentriert sich aber auf den Küstenbereich. Im Rest des Landes bleibt es trocken und gebietsweise gering bewölkt. Der Gradient fächert postfrontal auf, sodass an der See nur noch exponiert steife Böen auftreten. Auf dem Brocken bleibt es stürmisch.
Die Luft kühlt ab auf 15 Grad an der Nordsee und örtlich 6 Grad im süddeutschen Mittelgebirgsraum.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren die Großwetterlage übersteinstimmend, selbst die Starkregen- und Gewitterlage in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch wird erstaunlich kongruent gerechnet. Lediglich bezüglich der Regenmengen an den Alpen bzw. in Südostbayern ab Mittwochabend (mögliche Dauerregenlage), gibt teilweise noch größere Diskrepanzen (siehe Text).
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Adrian Leyser Sturm
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 14.09.2026 um 10.30 UTC
Anfangs wechselhaft, in der Folge von Südwesten Wetterberuhigung. Kaum nennenswerte Niederschlagsmengen zur Linderung der Trockenheit. Mäßig warm, im Südwesten zunehmend spätsommerlich warm. Küsten böiger Westwind.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 21.09.2026
Die anstehende Mittelfrist kann insgesamt als leicht wechselhaft zusammengefasst werden, mit einer allmählichen Beruhigung von Südwesten.
Bevor wir auf unsere Mittelfrist schauen, betrachten wir kurz die Ausgangslage. Dieser etwas technischere Teil der Mittelfrist kann gerne bis zur AKTUELLEN MITTELFRIST übersprungen werden.
Aktuell findet beim Blick auf die Nordhemisphäre ein Schwung Energieeintrag in die Troposphäre statt. Dies wird ersichtlich beim Blick auf die in 60 Grad Nord gemittelten Zonalwinde in 150 hPa, die vom Median nun teils bis zum 90-iger Perzentil der Hintergrundklimatologie vorstoßen. Es findet gleichzeitig aber auch ein Eintrag von Energie aus dem tropischen Sektor statt, wahrscheinlich durch die positive ENSO forciert. Das äußert sich in der Breitengradverteilung mit in subtropische Bereiche vorstoßende positive u-Anomalien in 200 hPa. Die Vermutung der Einflussnahme des El Nino wird auch durch die 200 hPa Windanomalien bestätigt, die sich in Form positiver Anomalien ausgehend vom kräftigen aufsteigenden Ast der Walker Zirkulation ostwärts über die Karibik in Richtung Marokko/Algerien ausweiten.
Diese klassische "double jet" Konfiguration sorgt dazwischen für ein breites Band mit einem Windminimum, was sich vom Süden der USA bis zum zentralen Nordatlantik erstreckt und grundsätzlich günstig für die Ausbildung blockierender Antizyklone ist. Diese sind bereits vorhanden und weisen bis zum Beginn dieser Mittelfrist rekordverdächtige Geopotentialanomalien über dem Südosten der USA und nördlich der Azoren auf. Diese Konfiguration, mit einem deutlichen Minium der 200 hPa Zonalwinde, verschiebt sich im Verlauf dieser Mittelfrist nach Südwesteuropa und hebt dort neben abnehmendem Geschwindigkeitspotenzial (divergente Komponente des horiz. Windes) die zunehmend günstigen Hintergrundbedingungen für eine Blockierungslage über Südwest-/Westeuropa hervor.
Den sehr kräftigen subtropischen Antizyklonen im Nordatlantik steht tiefes Geopotenzial über Grönland und Ostkanada/Neufundland gegenüber, ausgelöst durch eine temporäre Südverlagerung des Polarwirbels in der Troposphäre in Richtung Grönland. Dessen Intensität ist zwar nicht rekordverdächtig, weist aber doch niedrige Perzentilwerte beim 500 hPa Geopotenzial auf.
Die aus dieser Konstellation hervorgehende imposante Frontalzone wird zum Beginn dieser Mittelfrist als ein zonal ausgerichteter, ostwärts ausgedehnter Höhenjet mit hohen u-Wind-Anomalien innerhalb der Numerik gezeigt, der in der Folge bei beginnendem Rossby-Wellenbrechen über Europa im supergeostrophischen Part auf über 150 kt in 300 hPa angefacht wird. Neben der dynamischen Komponente wird weiterhin eine sehr feucht-labile Luftmasse vom östlichen Pazifik/tropischen Atlantik in diese Frontalzone gesteuert, wobei hierfür eine "Rex Blockierung" über dem nordöstlichen Pazifik verantwortlich war/ist (die den Subtropenjet weiter anfachte). Diese Blockierung schwächt sich nun aber ab.
Die genannte Dynamik zum Beginn dieser Mittelfrist gipfelt in ein ausgeprägtes antizyklonales Wellenbrechen über Europa, wobei dieses noch bezüglich der Platzierung größere Unsicherheiten aufweist. Nach EZ verschiebt sich die Wahrscheinlichkeit für einen umfangreichen Abtropfprozess sukzessive nach Osteuropa, bevor in der Folge bei noch unveränderten Hintergrundbedingungen erneut eine dynamische Westströmung initiiert werden könnte. Die Unsicherheiten des Brechens werden im IFS-ENS auch noch mit umfangreichen und sehr hohen Anomalienwerten bei der (normalisierten) Standardabweichung des 500 hPa Geopotenzials hervorgehoben.
Diese Entwicklung deutet im Übergangsbereich zu erweiterten Mittelfrist besonders für Spanien eine neue Hitzewelle an, wobei dies im subsaisonalen Bereich mit 2m Temperaturabweichungen des Wochenmittels hervorgehoben wird, die am oberen Ende der Klimatologie liegen.
Interessant wird auch zu verfolgen sein, ob die in den Saisonalvorhersagen (SEAS5 und C3S) weiterhin anvisierten positiven Druck- und Geopotenzialanomalien über Skandinavien (im häufigen Einklang mit diesem ENSO Ablauf stehend) zum Oktober in der Tat umgesetzt werden können, oder ob die rekordverdächtige Dynamik des El Nino andere Pläne hat.
AKTUELLE MITTELFRIST:
Wie gestaltet sich nun die Mittelfrist vom Donnerstag, den 17. September bis zum Montag, den 21. September?
Am Donnerstag liegen wir im Einflussbereich eines umfangreichen Langwellentroges, dessen Zentrum sich über dem Europäischen Nordmeer / Skandinavien befindet. Wir verbleiben in einer wechselhaften westlichen Grundströmung.
Dabei hat uns das Frontensystem einer teilokkludierten Kaltfront ostwärts verlassen und unter schwachem Hochdruckeinfluss beruhigt sich das Wetter. Somit klingen am östlichen Alpenrand letzte Regenfälle zögernd ab und in der Folge lockert die anfangs dichte Bewölkung immer weiter auf. Bereits ab der Mittagszeit nähert sich von Nordwesten bereits das nächste Frontensystem mit dichter Bewölkung und nachfolgend etwas Regen, der sich in der Nacht zum Freitag bis zur Mitte voran arbeitet.
Am Freitag sorgen diese zögernd ostwärts driftende Front und eine Trogpassage über Norddeutschland für insgesamt wechselhaftes Wetter, ohne jedoch nennenswerte Niederschlagsmengen zu erzeugen (Ausnahme peripher der zu warmen Deutschen Bucht, wo IFS 24std. Mengen um 20 l/qm andeutet). Die kräftigsten Schauer betreffen Norddeutschland, während sonst nur einzelne schwache Schauer durchziehen. Dazwischen bleibt es auch längere Zeit trocken und freundlich.
Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag verbleiben wir in einer westlichen Grundströmung, in der eine Welle eingebettet über Dänemark ostwärts zieht. Eine daran gekoppelte Kaltfront wird sukzessive südostwärts über Deutschland geführt.
Somit gestaltet sich der Tag im Norden/Westen meist wolkenverhangen mit nur kurzen Auflockerungen, während diese im Süden/Osten umfangreicher ausfallen. Es treten besonders im Norden/Nordwesten zahlreiche Schauer auf, sonst bleibt es (abgesehen von einzelnen schwachen Schauern) meist trocken. Anders sieht es in der Nacht zum Sonntag aus, wo auch im Süden mit Durchschwenken der Front schwache Niederschläge zu erwarten sind, nur im Alpenvorland bleibt es trocken.
Zum Sonntag und Montag weitet sich ein umfangreicher Keil über Südwesteuropa sukzessive ostwärts aus. An dessen Ostflanke gelegen erwarten uns weitere Frontpassage, die jedoch unter steigendem Geopotenzial sehr inaktiv ablaufen und nur regional etwas Nass bringen. Im Südwesten bleibt es freundlich oder sonnig und trocken.
Die Höchstwerte liegen meist im mäßig-warmen Bereich zwischen 17 und 23 Grad (abhängig vom Sonnenanteil), wobei es in Richtung Oberrheingraben ab Samstag auch wieder sommerliche Werte um 25 Grad geben sollte.
Die Minima liegen zwischen 13 und 7 Grad, gehen zum Ende der Mittelfrist aber insgesamt etwas zurück.
Entlang der Frontalzone weht der Wind aus Südwest bis West besonders im Küstenumfeld sowie im exponierten Bergland durchweg böig, zeitweise auch stürmisch. Einzelne stärkere Windmaxima sind je nach Trogpassage nicht ausgeschlossen (Bft 9, Brocken auch mal Bft 10). Im Binnenland kommt dieser ohne Warnrelevanz dem Tagesgang folgend meist mäßig bis frisch, im Süden schwach bis mäßig daher.
In der erweiterten Mittelfrist gelangen wir immer mehr unter den umfangreichen Keil, sodass meist ruhiges und besonders im Süden auch sonniges Spätsommerwetter zu erwarten ist (mit regionaler Nebelproblematik). Im Norden bringen wiederholte Frontpassagen zeitweise etwas Nass, ohne jedoch nennenswerte Mengen zu erzeugen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Mittelfrist beginnt in den jüngsten Modellläufen des EZ sehr homogen und weist keine nennenswerten Diskrepanzen auf.
Dies ändert sich sukzessive im Verlauf der Mittelfrist, dank der zonalen/progressive Hintergrundströmung mit effektivem Fehlerwachstum. Diese Unsicherheiten betreffen nicht das synoptisch-skalige Druckmuster, sondern werden erst mit der Zeit bei der zeitlich und räumlich versetzten Passage von Trögen/Keilen immer deutlicher. Spannend ist dabei, dass sich die Läufe von vorgestern 12Z und gestern 12Z sehr ähnelten, während der gestrige 00Z Lauf mit einer recht eigenständigen Entwicklung daherkam (z.B. am kommenden Sonntag statt zyklonal West mit einem umfangreichen Trog Mitteleuropa). Das Fehlerwachstum ist bis nach Kanada zurückzuführen, wo eine Welle im 00Z Lauf zu schwach erfasst wurde.
Da auch der jüngste 00Z Lauf vom 14. September den beiden 12Z Vorläufen ähnelt, wird der gestrige 00Z Lauf als Außenseiterlösung angesehen. Dennoch bleiben auch bei diesen Läufen mit der Zeit nennenswerte Phasenverschiebungen beim Trog-Keilmuster bestehen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Aussagen von der EZ Konsistenz behalten auch beim Abgleich der internationalen Modelle ihre Gültigkeit. Nach anfänglicher Harmonie driften die Modelle zum kommenden Wochenende rasch auseinander, sodass z.B. am kommenden Sonntag GFS den Hochdruckkeil bereits bis auf weite Bereiche Deutschlands ausgedehnt hat, während IFS einen Trog über Deutschland platziert. Das Aufschaukeln der Unsicherheiten ist bei solch einer progressiven Hintergrundströmung allerdings nichts Ungewöhnliches.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt wenig überraschend mit dem Regime "positive NAO" in 3 Clustern mit einer Trogpassage, sodass in Deutschland wechselhaftes Wetter zu erwarten ist. Geringe Unterschiede bei der Amplitude des Troges sind vorhanden und können von Interesse sein, inwieweit eine Leezyklone südlich der Alpen induziert wird.
Von Freitag bis Sonntag sind 6 Cluster vorhanden, deren Regime von "NAO +" zu "Atlantikrücken/Blockierung" wechselt. Dies ist der Beginn des über Europa einsetzenden, markanten Wellenbrechens in für Blockierungslagen günstiger Umgebung (über Südwesteuropa). Dass dieser dynamische Prozess mit hohen Unsicherheiten einhergeht verwundert nicht, was sich vor allem durch die variable Geometrie des Keils äußert. Der im ersten Cluster zu findende Kontrolllauf hebt ein recht scharfes Wellenbrechen mit einem Abtropfprozess über Osteuropa hervor, während andere die Strömung insgesamt glatter/zonaler sehen. Grundsätzlich deuten aber alle bei uns einen zunehmenden Einfluss der Antizyklone an, sodass Fronten (wenn überhaupt) nur noch abgeschwächt auf Deutschland übergreifen können.
Zum Ende der Mittelfrist (Montag) bis in die erweiterte Mittelfrist (Dienstag/Mittwoch) baut sich bei 4 Clustern über Westeuropa eine intensive/umfangreiche blockierende Antizyklone auf. Gleichzeitig entwickelt sich auch im Bereich des Urals eine positive Geopotenzialanomalie. Besonders Cluster 1,2 und 4 versuchen eine Brückenbildung zwischen beiden positiven Anomalien, während der dritte Cluster dies nicht anvisiert. Deutschland verbleibt beim Großteil der Cluster in einer Keilrandlage, während der am schwächsten besetzte vierte Cluster einen für Mittel-/Südosteuropa recht regenträchtigen Abtropfprozess andeutet.
Die Unsicherheiten nehmen in der Folge weiter zu.
Die Meteogramme unterstützen die Erwartung einer leicht wechselhaften und meist nur mäßig warmen Mittelfrist, ohne dass es beim Wind/Regen irgendwelche nennenswerten Spitzen/Anomalien gibt.
Die (noch veralterten) Rauchfahnen beginnen beim Geopotenzial in 500 hPa und bei der Temperatur in 850 hPa gut gebündelt mit einem schön eingebetteten Kontrolllauf in die Memberschar, bevor zum Ende der Mittelfrist das anvisierte Brechen der Rossby-Welle für ein chaotisches Auseinanderdriften der Member sorgt.
GFS/GEFS sehen die Entwicklung bis zum Ende dieser Mittelfrist recht ähnlich, allerdings mit dann rasch zunehmenden Diskrepanzen im Übergangsbereich zur erweiterte Mittelfrist.
AIFS/GCGFS gehen in der Mittelfrist soweit konform, deuten in der Folge aber ein deutlich westlicheres Brechen der Rossby-Welle an, was uns mehr in den zyklonalen Bereich bringen würde.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die Mittelfrist verläuft meist ruhig. Einzig der Wind aus Südwest bis West frischt im Umfeld der Küsten und im exponierten Bergland zeitweise stark böig/stürmisch auf (Bft 7/8). Eine regionale Verschärfung der Windlage kann je nach Passage der Tröge an den Küsten und auf dem Brocken nicht ausgeschlossen werden (Bft 9, Brocken auch mal die Bft 10).
Basis für Mittelfristvorhersage
GEFS, IFS-ENS, MOSMIX, IFS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





