Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Dienstag, den 04.08.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Starke bis extreme Wärmebelastung mit teils schweren Gewittern, ab Donnerstag vorübergehende Abkühlung und Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Aktuell ... scheint die Wetterlage wie so oft in diesem Sommer festgetackert bzw. wenig variabel. Über den kurzfristigen Zeitraum bis einschließlich Donnerstag dominiert die Wetterlage Trog Westeuropa und übergibt dann mit hoher Wahrscheinlichkeit den Staffelstab an die Wetterlage Brücke Mitteleuropa. Andere potentielle Wetterlagen sind kaum existent und können ab Freitag nur wenige Member des IFS-EPS für sich überzeugen. Aber zurück zur nahen Zukunft. Trog Westeuropa steht für eine Südwestströmung und somit meist Warmluftadvektion. Gleichzeitig ist die Strömung meist zyklonal geprägt und mit kurzwelligen Anteilen und Kurzwellentrögen gespickt, sodass meist Hebungsimpulse vorhanden sind. Potentielle Frontenzüge kommen dabei aufgrund der überwiegenden Strömung parallelen Lage häufig nur langsam südostwärts voran. Doch wie sieht es in unserem Fall genau aus.

Am heutigen Abend wird der Rücken ostwärts gedrängt und die zyklonalen Bedingungen nehmen zu. Dabei greifen von Westen an einem Kurzwellentrog/kurzwelligen Anteil gekoppelt Hebungsprozesse auf Deutschland über, die schauerartige, teils gewittrige Regenfälle in den Norden führen. Diese interagieren dabei auch mit einer Kaltfront, die von Westen bzw. Nordwesten näherkommt und die Hebungsprozesse teilweise stärken kann. Aufgrund der schnelleren Verlagerungsgeschwindigkeit sind die PPWs von 30 bis 45 mm weniger gewichtvoll, wenngleich es örtlich geringe Wahrscheinlichkeiten für heftigen Starkregen gibt. Gleichzeitig können sich in der potentiell labil geschichteten Luft im Südwesten und an den Alpen vor allem mit orografischer Unterstützung einzelne starke Gewitter bilden und bei geringer Verlagerungsgeschwindigkeit mit Starkregen einhergehen. Durch PPWs über 30 mm besteht vor allem vom Südschwarzwaldes und westlichen Alpenrand bis zur Hohenloher Ebene lokal auch das Potential für heftigen Starkregen. Zudem bilden sich Über Tschechien starke bis schwere Gewitter, die mit der Strömung auch Ostsachsen erreichen und ebenfalls mit einer gewissen Unwetterwahrscheinlichkeit für heftigen Starkregen einhergehen.

Bis Mittwochmorgen verbleibt das Land noch weitgehend im Warmsektor. Dabei kann vor allem in die Südosthälfte weiter heiße Subtropikluft einströmen. Die Temperaturen in 850 hPa liegen dort in der Nacht zum Mittwoch resultierend bei 18 bis 24 Grad. Aber auch sonst werden 15 bis 19 Grad gezeigt. Die Folge ist bei Tiefstwerten um oder über 20 Grad, nach einem verbreitet heißen Tag vielerorts eine tropische Nacht.

Mittwoch ... halten sich die Hebungsimpulse zunächst in Grenzen. Deutschland liegt weiter in der südwestlichen Strömung, die anfangs aber kaum kurzwellige Anteile aufweist. Entsprechend sind frontogentische Impulse und diabatische Prozesse gepaart mit orografischer Unterstützung zunächst auf sich alleine gestellt. Dabei wandern die schauerartigen Regenfälle aus der Nacht auf die Ostsee ab. Resultierend lässt sich Deutschland in drei Streifen aufteilen. Die Südosthälfte liegt noch in der potentiell labilen und hoch energetischen Subtropikluft, die durch eine Kaltfront von der weniger energetischen, zunehmend stabileren, aber dennoch sehr warmen, teils heißen Luft vom Südwesten und Westen in den Nordosten trennt. Hinter einer zweiten Kaltfront dringt in den Nordwesten und Teilen des Nordens zudem schon mäßig warme bis warme Nordseeluft ein. Entsprechend gibt es in der ersten Tageshälfte von Nordrhein-Westfalen bis nach Mecklenburg vereinzelt Schauer und Gewitter, die sich im weiteren Verlauf aber nur langsam ostwärts verschieben. Dabei gibt es bei PPWs von 29 bis 40 mm gebietsweise das Potential für Starkregen, heftiger starkregen kann nicht ausgeschlossen werden. Cape-Werte von 250 bis 900 J/kg lassen kleinkörnigem Hagel zu und die Höhenwinde können stürmische Böen induzieren. Der zweite Gewitterschwerpunkt, der sich im Laufe des Tages intensiviert ist vorderseitig der ersten Kaltfront in der Südosthälfte zu finden. Durch PPWs zwischen 30 und 45 mm ist Starkregen sehr wahrscheinlich, südlich der Donau ist örtlich zudem heftiger Starkregen möglich und extremer Starkregen nicht ausgeschlossen. Cape-Werte von 500 bis 1800 J/kg können zusätzlich Hagel um 2 cm, örtlich auch größer produzieren. Aufgrund einer Inverse-V Situation sind vor allem anfangs Sturmböen möglich, je nach Entwicklung schwere Sturmböen örtlich nicht ausgeschlossen. Aufgrund der fehlenden Scherung sind organisierte und verstärkt rotierende Zellen dort aber weniger wahrscheinlich.

Die Temperaturen liegen zwar nicht mehr auf dem Niveau des Vortages, dafür ist die Luft mit mehr Feuchte angereichert, was keine signifikante Verringerung der körperlichen Belastung bringt. In 850 hPa liegen die Temperaturen zwischen 10 Grad an der Nordsee und bis 21 Grad im Südosten Bayerns. Die wiederum führt nachfolgend wahrscheinlich zu Höchstwerten zwischen 21 Grad auf Sylt und 38 Grad in Ostbayern. Eine potentielle tropische Nacht auf Donnerstag ist wohl nur noch in Teilen Bayerns, Sachsens und Brandenburgs zu verzeichnen.

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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Donnerstag ... schiebt sich der Haupttrog langsam von Westen an Deutschland ran. Einhergehend wir die potentiell labile und energetische Luft weiter ost- bzw. südostwärts abgedrängt und ist bevorzugt noch südlich der Donau, im Umfeld des Bayerischen Waldes sowie von der Neiße bis nach Ostsachsen zu verzeichnen. Da gleichzeitig die Kaltfront an den Alpen schleift und die Orografie ebenfalls mitwirkt, sind die Hebungsimpulse vor allem an den Alpen und in Südostbayern ausreichend gegeben. Nachfolgend sind dort konvektiv geprägte, teils länger anhaltende Regenfälle zu erwarten. Vor allem im Zittauer Land, im Umfeld des Bayerischen Waldes sowie am Alpenrand sind bei PPWs von 32 bis 45 mm mehrstündige Starkregenfälle wahrscheinlich, Unwetter möglich. Bein eingebetteten Gewittern können Cape-Werte von 500 bis 1000 J/kg auf kleinkörnigen Hagel, vereinzelt auch Hagel um 2 cm hindeuten. Der Wind spielt eine untergeordnete Rolle und sollte meist bei steifen und einzelnen stürmischen Böen verbleiben. Rückseitig der Kaltfront(en) fließt von Westen weniger warme und vor allem trockenere Luft ein, sodass Wetterberuhigung einsetzt. Allenfalls im Nordwesten macht sich schon der nahende Trog bemerkbar, der die Schaueraktivität erhöht. Gleichermaßen lebt der Wind auf der Südseite eines Tiefs über Skandinavien spürbar auf und bringt an der Nordseeküste sowie exponierten Abschnitten der Ostseeküste von Schleswig-Holstein steife, lokal stürmische Böen.
Bei den Temperaturen wird es durch die trockene Luft auch angenehmer, was sich vor allem nachts zeigt. In der Nacht zum Freitag können die Temperaturen bis auf 16 bis 8 Grad absinken. Auch tagsüber sorgen Temperaturen in 850 hPa von 5 bis 15 Grad nur noch für Höchstwerten von 19 Grad auf Sylt und lokal 31 Grad am Oberrhein und Teilen Bayerns.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren die großskalige Geopotential- und Luftdruckverteilung vergleichbar und zeigen auch die resultierenden Prozesse samt Begleiterscheinungen ähnlich.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Lars Kirchhübel