Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 20.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
In der Nordosthälfte wechselhaft mit Schauern, vereinzelten Gewitter und auch am Montag noch ziemlich windig mit teils stürmischen Böen. Sonst ruhige Hochdruckrandlage.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... ist die wetterlenkende, westliche Strömung gerade dabei, stärker zu mäandrieren. So findet mit einem kräftigen Warmluftvorstoß nordwärts auf der Vorderseite eines umfangreichen Sturmtiefs bei Kap Farvel die Aufsteilung eines Rückens gen Island statt. Via Downstream Development rutscht zugleich der Trog über uns südostwärts ab, verbleiben wir in einer leicht zyklonal geprägten, strammen nordwestlichen Höhenströmung.
Die sich niedertroposphärisch darunter befindliche Kaltfront erreicht dabei nun auch den Süden des Landes. Während nach Südosten noch etwas Regen fällt (in Gipfellagen garniert mit kurzzeitigen Sturmböen), bleibt es im Südwesten weitgehend trocken. Das liegt auch daran, dass sich der kräftige westeuropäische Rücken langsam ostwärts verlagert und damit auch über Deutschland das Geopotenzial steigt. Nächtlicher Nebel bleibt nur ein vereinzeltes Phänomen, das postfrontale Auflockerungsfenster vielfach zu kurz.
Die Minima sinken dabei deutlich in den einstelligen Bereich. Postfrontal sind über der Mitte in Bodennähe bis 2 Grad möglich.
Nach Norden und Osten bleibt es aufgrund von dichteren Wolken und weiterhin spürbarem Wind etwas milder mit 14 bis 10 Grad. Warnwürdig ist der Wind tagesgangbedingt nur noch im Küstenumfeld (Bft 7), im Nordosten südwärts bis in die Uckermark hinein. Direkt an der See dürfte es auch noch die ein oder andere Sturmböe geben (Bft 8/9). Dazu gibt es in der trogrückseitigen labilen Höhenkaltluft (T500 nahe -25 Grad) besonders im Norden und Nordosten weitere Schauer, vornehmlich an der Ostsee auch kurze Gewitter. Diese werden in einem gut gescherten Umfeld durch einen flachen Randtrog in der Höhe ausgelöst, der äußerste Nordosten immer im Randbereich des linken Jetausgangs gelegen.
Montag ... amplifiziert sich der westeuropäische Rücken bis weit ins Nordmeer. Damit dreht die Höhenströmung vorderseitig von Nordwest fast auf nördliche Richtungen. Nach Deutschland werden dadurch kühle Luftmassen herangeführt. Im Nordosten liegen die 850-hPa-Temperaturwerte unter 5 Grad, an der Grenze zu Frankreich um 10 Grad.
Damit ergibt sich auch auf Augenhöhe ein Temperaturkontrast zwischen dem Nordosten und dem Südwesten. Während bei viel Sonne im Südwesten die Maxima es entlang des Rheins über die 20-Grad-Marke schaffen, werden auf Rügen bei zeitweiligem Sonnenschein nur 16 Grad erreicht. Dazwischen dominieren nach freundlichem Start von Nordwesten nach Südosten häufig die Wolken, die an einer Absinkinversion bei etwa 750 hPa breitlaufen.
Darunter ist die Luftmasse noch ausreichend labil, sodass sich vor allem nach Norden und Osten im Tagesverlauf ein paar eher schwache Schauer bilden können. Für Gewitter sollte es dann allgemein nicht mehr reichen, die Tops liegen meist um die -5 Grad auf knapp 700 hPa.
Der Gradient und die Höhenwinde sind im Vergleich zum Vortag schwächer, aber ausreichend für die ein oder andere Windböe im Norden und Osten, vor allem in Verbindung mit den Schauern. Im Nordosten deuten die deterministischen Modelle im mecklenburg-vorpommerschen Binnenland auch einzelne stürmische Böen an. Im D2-EPS sind punktuell um die 50% angepeilt. An der See sind diese ohne die fehlende Reibung generell häufiger und auf Rügen kann es vor allem anfangs auch noch Sturmböen geben.
In der Nacht auf Dienstag ändert sich wenig an der Grundkonstellation. Die Schauer lassen tagesgangbedingt nach. Niederschlag gibt es mit der nördlichen bis nordwestlichen Strömung nur noch im Erzgebirgsstau. Auch der Wind lässt weiter nach. Nur an der Ostsee sind eingangs der Nacht noch Windböen zu erwarten.
Es gibt zunehmend Auflockerungen und mit dem abnehmenden Wind sinken die Werte in der eingeflossenen Meereskaltluft vielfach in den einstelligen Bereich. Im Süden sind bis 4, am Boden bis 0 Grad zu erwarten. Gebietsweise bilden sich Nebelfelder aus, die vereinzelt auch mal dichter sein können.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... ist geprägt von einer ruhigen, stabil geschichteten Lage auf der Keilvorderseite mit Absinken. Allerdings liegt der Großteil des Landes auf der "falschen" Hochseite in einer bodennahen nord- bis nordwestlichen Strömung, mit der feuchte Luftmassen von der Nordsee zu uns transportiert werden und unter einer kräftigen Inversion gefangen sind. Insofern wird es häufig ausgedehnte Sc-Felder geben, die im Tagesverlauf durch die kurzwellige Einstrahlung nur wenig aufgedröselt werden.
Ausnahmen bestehen aber von der Ostsee bis nach Anhalt (teils durch Skandiföhn-Effekte) sowie ganz im Südwesten Deutschlands (südlich der Hochachse).
Keine wesentlichen Änderungen zur Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Basisfelder werden allesamt sehr ähnlich simuliert. Auffällig ist erneut, dass die Deutsche Modellkette in der Böeninterpretation für morgen recht (zu) konservativ aufgestellt ist. Auch ohne Schauer, lässt die Durchmischung bis zur Weser durchaus noch die ein oder andere Böe Bft 7 zu.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 20.09.2026 um 10.30 UTC
Am Donnerstag vorübergehend unbeständig, danach ruhiges und sehr mildes Herbstwetter
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 27.09.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch sorgt ein umfangreiches Höhentief mit Dipolstruktur, das sich von Osteuropa bis in den Mittelmeerraum erstreckt, für eine blockierende Wetterlage. Ein Höhenrücken, dessen Achse von der Iberischen Halbinsel über Deutschland bis nach Skandinavien reicht, verhindert zunächst ein rasches Übergreifen der nachfolgenden Tröge vom Atlantik. Ein Trog über den Britischen Inseln kommt daher zunächst nur langsam ostwärts voran.
Der Höhenrücken stützt ein Bodenhoch mit Schwerpunkt über Mitteleuropa. Damit gestaltet sich das Wetter in Deutschland nach Auflösung nächtlicher Nebelfelder überwiegend freundlich und trocken. Der Südwesten wird dabei von der 10-Grad-Isotherme in 850 hPa gestreift. Am Oberrhein kann die Temperatur bei ausreichendem Sonnenschein somit örtlich für einen Sommertag reichen, ansonsten bleibt es für die Jahreszeit mild.
In der Nacht zum Donnerstag kommt Bewegung in die Wetterlage. Der Trog über den Britischen Inseln verkürzt seine Amplitude, überläuft den Rücken und schnürt über Deutschland ein kleinräumiges Höhentief ab. Trotz seiner geringen räumlichen Ausdehnung wird dieses wetterwirksam und sorgt zunächst vor allem in der Nordhälfte für schauerartige, teils gewittrige Niederschläge. Gebietsweise besteht dabei auch die Gefahr von Starkregen mit Mengen zwischen 20 und 35 l/qm innerhalb von 3 bis 6 Stunden. Die genaue Lage des Niederschlagsschwerpunktes ist allerdings noch unsicher und hängt wesentlich von der Zugbahn des kleinräumigen Höhentiefs ab.
Am Donnerstag zieht das Höhentief relativ rasch südostwärts und wird schließlich in das umfangreiche Höhentief über Osteuropa aufgenommen. Dieses bleibt weitgehend quasistationär, verändert dabei aber seine Struktur. Gleichzeitig kommt es weit draußen über dem Nordatlantik südlich von Island zu einer kräftigen Zyklogenese. Dadurch wird der Höhenrücken erneut aufgewölbt und weitet sich bis nach Skandinavien aus. Bodennah wird damit die Entwicklung eines neuen Hochs über Frankreich begünstigt.
Die mit dem kleinräumigen Höhentief verbundenen schauerartigen, teils gewittrigen Niederschläge verlagern sich im Tagesverlauf nach Süden. Auch dort besteht gebietsweise die Gefahr von Starkregen. Aufgrund stärkerer Bewölkung fällt die Tageserwärmung gegenüber dem Mittwoch gedämpfter aus.
In der Nacht zum Freitag beruhigt sich das Wetter mit dem Abzug des Höhentiefs rasch. Gleichzeitig setzt sich von Westen zunehmend Hochdruckeinfluss durch. Bei auflockernder Bewölkung und noch vorhandener bodennaher Feuchte sind die Voraussetzungen für die Bildung von Nebel gebietsweise günstig. Nebel dürfte auch in den folgenden Nächten eine typische Begleiterscheinung der Hochdrucklage sein.
Von Freitag bis Sonntag bestimmen der Höhenrücken und der damit verbundene Hochdruckeinfluss zunehmend das Wetter. Das osteuropäische Höhentief zieht allmählich ostwärts ab, während sich im Mittelmeerraum ein weiteres Höhentief etabliert. Dazwischen erstreckt sich die Achse des Höhenrückens diagonal von der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis nach Osteuropa.
Die Frontalzone verläuft deutlich weiter nördlich von den Britischen Inseln über Skandinavien. Lediglich der Norden Deutschlands wird zeitweise von schwachen Tiefausläufern gestreift. Ansonsten stehen ruhige und überwiegend trockene Herbsttage bevor. Vor allem in der Südhälfte muss nachts und morgens allerdings gebietsweise mit Nebel oder Hochnebel gerechnet werden. Tagsüber sollten sich die meisten Nebelfelder auflösen, sodass sich anschließend vielfach die Sonne durchsetzen kann.
Mit der kräftigen Zyklogenese über dem Nordatlantik und der erneuten Aufwölbung des Höhenrückens wird zudem sehr milde Luft nach Mitteleuropa geführt. Vor allem im Südwesten können bei längerem Sonnenschein nochmals sommerliche Höchstwerte bis etwa 26 Grad erreicht werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich nächtliche Nebel- und Hochnebelfelder rechtzeitig auflösen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe ist gut und bleibt auch bis weit in die Mittelfrist hinein relativ hoch. Der Hochdruckeinfluss wird dabei von einem ausgeprägten Höhenrücken gestützt und bleibt insgesamt wetterbestimmend.
Lediglich in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstag wird diese stabile Wetterlage vorübergehend unterbrochen. Ein Randtrog zieht über den Höhenrücken hinweg und entwickelt sich über Deutschland zu einem kleinräumigen Höhentief, das anschließend nach Süden abzieht. Dieses Höhentief wird wetterwirksam und sorgt vor allem am Donnerstag für schauerartige, teils auch gewittrige Niederschläge.
Ab Freitag verstärkt sich der Höhenrücken wieder und stützt bis in die erweiterte Mittelfrist eine blockierende Hochdrucklage. Lediglich der Norden Deutschlands wird zeitweise von Tiefausläufern gestreift. Abgesehen vom Donnerstag bleibt es damit am Mittwoch sowie ab Freitag überwiegend niederschlagsfrei.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die übrigen Globalmodelle wie GFS, ICON und UK10 zeigen eine insgesamt ähnliche Entwicklung. Unterschiede bestehen am Donnerstag vor allem hinsichtlich der Zugbahn des kleinräumigen Höhentiefs. Diese dürfte maßgeblich für die räumliche Verteilung und Intensität der Niederschläge sein.
Ab Freitag wird auch der erneute Aufbau des Höhenrückens von den Modellen weitgehend übereinstimmend simuliert. Lediglich GFS lässt das osteuropäische Höhentief retrograd weiter nach Westen ausgreifen und dabei Deutschland tangieren. Entsprechend verläuft die Achse des Höhenrückens weiter westlich. Diese Entwicklung stellt im aktuellen Modellvergleich allerdings eine Einzellösung dar.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte verlaufen bis zum Ende der kommenden Woche noch relativ gebündelt. Bei der Temperatur in 850 hPa zeigt sich nach einigen Schwankungen insgesamt ein ansteigender Trend. Ab Freitag werden vielfach Werte von über 10 Grad erreicht. Einige Member tragen diese Entwicklung nicht mit und verbleiben auf einem niedrigeren Temperaturniveau, befinden sich jedoch in der Minderheit.
Beim Geopotenzial zeigt sich am Donnerstag im Zusammenhang mit dem Durchgang des kleinräumigen Höhentiefs ein markanter Einbruch. Anschließend steigt es wieder deutlich an und verbleibt auf einem für Hochdruckeinfluss charakteristisch hohen Niveau.
Niederschlagssignale sind insgesamt nur schwach ausgeprägt. Eine deutliche Häufung zeigt sich vor allem am Donnerstag im Zusammenhang mit dem durchziehenden Höhentief. Danach bleiben die Niederschlagssignale überwiegend gering.
Sowohl im Zeitraum t+72 bis 96 h als auch bei t+120 bis 168 h werden jeweils drei Cluster angeboten, wobei sich der Kontrolllauf in Cluster 2 bzw. Cluster 1 befindet. Sämtliche Cluster sind dem Blocking-Regime zugeordnet und zeigen in den Grundzügen eine ähnliche großräumige Zirkulation. Deutschland liegt dabei im Einflussbereich eines Höhenrückens, der sich von der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa bis nach Skandinavien erstreckt. Dem gegenüber steht ein Höhentiefkomplex über Südosteuropa und dem Mittelmeerraum. Die Frontalzone verläuft weit nördlich von Deutschland. Insgesamt wird die blockierende und überwiegend antizyklonal geprägte Wetterlage damit von der Clusteranalyse gut gestützt.
In der erweiterten Mittelfrist werden fünf Cluster angeboten, wobei sich der Kontrolllauf in Cluster 3 befindet. Die Mehrzahl der Cluster hält am Blocking fest und zeigt weiterhin überdurchschnittlich hohes Geopotenzial über Mitteleuropa. Gleichzeitig befindet sich tieferes Geopotenzial überwiegend über dem zentralen und östlichen Mittelmeerraum, sodass sich in einigen Clustern eine High-over-Low-Konstellation andeutet. Insgesamt sprechen die Cluster damit weiterhin für eine überwiegend ruhige und niederschlagsarme Herbstwitterung. Bei schwachen Luftdruckgegensätzen und zunehmender nächtlicher Auskühlung dürfte allerdings die Nebel- und Hochnebelneigung zunehmend in den Vordergrund rücken.
Fazit: Die Ensembleverfahren stützen insgesamt eine recht gut vorhersagbare, überwiegend antizyklonal geprägte Wetterlage. Unsicherheiten bestehen vor allem am Donnerstag hinsichtlich der Zugbahn des kleinräumigen Höhentiefs und der Niederschläge. Danach setzt sich voraussichtlich wieder ruhiges, niederschlagsarmes und mildes Herbstwetter durch. Im Südwesten sind bei ausreichend Sonnenschein auch Höchstwerte über 25 Grad möglich. Nebel und Hochnebel spielen zunehmend eine Rolle.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Markante Wettererscheinungen werden insgesamt nicht erwartet. Lediglich am Donnerstag besteht im Zusammenhang mit dem kleinräumigen Höhentief stellenweise eine gewisse Starkregengefahr. Diese betrifft bis in die Vormittagsstunden vor allem die Nordhälfte und verlagert sich im weiteren Tagesverlauf in den Südosten Deutschlands.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, MOSMIX, EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta





