Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Freitag, den 06.11.2026 um 08 UTC

Schlagzeile:
Gebietsweise Nebel und Frost

GWL und markante Wettererscheinungen:
SE a

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Freitag, den 06.11.2026

Synoptische Entwicklung:
Am Freitag liegen wir im Randbereich einer Hochdruckzone, deren Schwerpunkt sich von der Nordsee ins östliche Mitteleuropa verlagert. In der Höhe sind jeweils negativ geneigte Strukturen zu finden; ein Höhenrücken vom Balkan zur Nordsee mit Höhenhoch bei Dänemark und ein Trog von Irland bis Norditalien mit Drehzentrum über Cornwall.
Dabei ist in flacher Schicht, von wenigen hundert Meter, feuchte Luft mit hochnebelartiger Bewölkung von der Ostsee in Teile des Nordens und Ostens eingeflossen, darüber hinaus dehnt sich auf der Vorderseite des Troges ein Band mit Bewölkung und Regen, in erster Linie getriggert durch positive Vorticityadvektion, von Frankreich und der Schweiz nach Südwestdeutschland aus. Dazwischen, in einem Streifen von den Niederlanden bis nach Bayern, bleibt es wolkenlos und trocken. Im Nordosten beginnt der Tag mit erwähntem, teils dichtem Hochnebel oder Nebel. Im weiteren Verlauf breitet sich der Hochnebel westwärts aus und erreicht nachmittags und abends das westliche Niedersachsen und Sachsen. Am Nachmittag lockert die tiefe Bewölkung in MV und im Osten von Brandenburg auf. Außer lokalem Sprühregen bleibt es meist trocken. Auch im Süden startet der Tag mit teils dichtem Nebel und Hochnebel, über die sich von Südwesten mehrschichtige Aufgleitbewölkung schiebt, aus der es am Nachmittag und Abend in Südwestbaden leicht regnet. Dazu weht meist schwacher Ostwind, der auf Kammniveau der Mittelgebirge und über der Nordsee böig auffrischt (Bft 6 bis 7).
Die Temperatur steigt auf 6 bis 11°C, im Dauergrau (z.B. Schwäbische Alb bis ins Alpenvorland) um 3 oder 4°C.
In der Nacht zum Samstag wird der zunächst gering bewölkte Streifen von NRW über Franken zum Bayerischen Wald teilweise mit Nebel gefüllt. Ähnliches gilt für den Nordosten und Osten wo es vorübergehend aufklart, dann aber gebietsweise Nebel folgt. Ansonsten dominiert Hochnebel, an dessen Rändern auch Bodennebel und im Südwesten mehrschichtige Bewölkung, aus der gebietsweise leichter Regen fällt. Je nach Bewölkung kühlt es auf +5 bis -3°C ab.

Potentielle Warnelemente:
Nach wie vor stehen Nebel und Nachtfrost im Fokus der Warntätigkeit.

Modellvergleich:
Die Modelle simulieren ähnlich. Nur im Detail, bei der tiefen Bewölkung oder beim Nebel, gibt es Differenzen.

Konsistenz:
Keine signifikanten Unterschiede.

Samstag, den 07.11.2026

Synoptische Entwicklung:
Am Samstag setzt sich die Advektion bodennah zunehmend trockener Festlandsluft aus Osten fort, auch wenn die Kombi aus hohem Druck und Geopotential östlich von uns (Höhenhoch über Polen) Federn lässt und der Trog (GB bis Adria) uns näher auf die Pelle rückt. In der trockeneren Luft setzen sich im Osten und Norden zunehmend Aufheiterungen oder gänzlich Sonnenschein durch. Man muss allerdings regional hartnäckige Nebel-/Hochnebelfelder wie z.B. im Thüringer Becken oder über Westniedersachsen ins Kalkül ziehen.
Ansonsten dominiert im Westen und Süden eine Mischung aus Hochnebel, regional mit Bodennebel und Auflockerungen - besonders in Leelagen (z.B. Norden von NRW betreffend teils mit viel Sonnenschein). Abgesehen von einzelnen Tropfen im Süden, wo die Bewölkung kompakter sein kann, bleibt es trocken. Die Maxima liegen bei 6 bis 10°C, bei anhaltendem Nebel um 3°C. Es bleibt mit wenigen Ausnahmen schwachwindig aus Südost.
In der Nacht zum Sonntag weitet sich der Höhentrog von Frankreich nach Süd- und Westdeutschland aus, sodass dort teils kompakte Bewölkung zu finden ist, aus der im Westen geringer Regen fallen kann. Sonst geht die Hochrandlage weiter und es halten sich teils dichte Nebel und Hochnebelfelder, die sich im zunächst klaren Osten und Norden im Verlauf der Nacht erst bilden können. Die Minima liegen von West nach Ost je nach Wolken zwischen +6 (Niederrhein) und -5°C (Oder bzw. Erzgebirge).

Potentielle Warnelemente:
Im Osten Nachtfrost, gebietsweise Nebel.

Modellvergleich:
Kleinere Differenzen bzgl. der Lage und Zugbahn des Höhentiefs und des zugehörigen Troges haben kaum warn- und prognoserelevanten Auswirkungen auf das Vorhersagegebiet.

Konsistenz:
Konsistenz gut.

Sonntag, den 08.11.2026

Synoptische Entwicklung:
Am Sonntag überdeckt eine große Hochdruckzone große Teile Südosteuropas. Der Schwerpunkt liegt über Bulgarien und dem Schwarzen Meer. Tiefer Druck findet sich erst über dem Atlantik. Wir liegen dazwischen in einer südlichen bis südöstlichen Strömung, bodennah wegen der Reibung weht der Wind aus Ost. Dabei wird in den Osten noch trockene Festlandsluft geführt, während nach Westen zu die Luft immer feuchter wird. Dabei gibt es dann auch teilweise starke Bewölkung, aber nur wenig Regen, z.B. im Nordwesten und über Bayern, weil der diagonal über Deutschland verlaufende Höhentrog nur leichte Hebungsimpulse bringt. Das hat auch zur Folge das sich im Bodendruckfeld nur eine leichte Delle in den Isobaren abzeichnet. Nach Südwesten zu werden die Wolkenlücken wieder größer. Die Temperaturen liegen im Dauergrau, z.B. über Niederbayern, bei niedrigen einstelligen Werten mit Sonne im Westen und Südwesten knapp über 10°C. Der oft nur schwache Wind im Süden spielt nicht gerade die erste Geige. Die Nacht zum Montag geht unter ähnlichen Vorzeichen über die Bühne, wie die Vornächte. Siehe Warnelemente ...

Potentielle Warnelemente:

Wieder Nebel und Frost. Frost vor allem im Osten und Südosten, den dichten Nebel kann es landesweit geben.

Modellvergleich:
Die Modellunterschiede sind gering.

Konsistenz:
Nicht Relevantes.

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Fazit:
Insgesamt zwar etwas abschwächender Hochdruckeinfluss, aber weiter eher ruhiges Herbstwetter mit nur wenig Regen. Dazu gebietsweise Nebel und leichter Frost.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner