Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Dienstag, den 16.06.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Abends einzelne, teils starke Gewitter. Ab Morgen zunehmende Wärmebelastung, teilweise schwül. Geringe Gewitterneigung.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Aktuell ... liegt ein recht flacher Höhenrücken über Westeuropa, der von WLA und kurzwelligen Troganteilen überlaufen wird. Dazu kommt ein flaches Tief über Deutschland, in dessen Bereich sind eine warme und feuchte Luftmasse bei uns ausgebreitet hat. Diese ist zudem instabil geschichtet. Die PPW Werte sind auf 30 mm, die Grenzschichtfeuchte auf ca. 10 g/kg gestiegen und MU Cape liegt bei 500 bis 1000 J/kg.

Über dem Südosten regnet es an der Warmfront schauerartig, auch dort sind schon konvektive Strukturen eingelagert.
Dahinter hat die Bewölkung von Westen aufgelockert und es haben sich mit der Einstrahlung und gestützt durch Konvergenzen im Tief, über dem Westen vereinzelt Gewitter gebildet, die angesichts der Luftmasse teils mit Starkregen und kleinem Hagel verbunden sind. Labilität, Feuchte überlappen zum Teil mit ausgeprägter Scherung bei gekurvten Hodographen (SRH), sodass abends (vereinzelt) organisierte Strukturen, eventuell Superzellen und unwetterartige Entwicklungen nicht ganz ausgeschlossen sind.

Allerdings hinkt die Konvektion aktuell (18 MESZ) die Konvektion stark den modellierten Verhältnissen hinterher und es haben sich bis dato nur wenige Gewitterzellen entwickelt. Die mögliche abendliche Konvektion ist also mit großen Fragezeichen zu sehen.

Der Norden und Nordosten werden von der feucht warmen Luft noch nicht erreicht. Entsprechend passiert dort konvektiv gar nichts.

In der Nacht zum Mittwoch greift der Höhenrücken zwar auf Deutschland über, mit der niedertroposphärisch westlichen Strömung wird weiter feuchte (PPW >35 mm) und wolkenreiche Luft vor allem in die Landesmitte geführt und die Strömung flattert noch leicht. Je weiter nach Süden es geht, desto mehr trocknet es ab und im Norden bleibt die Luft trocken.

Das Tief füllt sich auf und zieht dabei nach Osten ab, dem folgt auch die Konvektion. Die möglichen Gewitter ziehen im Laufe der Nacht über den Südosten ab. Dahinter stabilisiert die Schichtung deutlich. Gerade über Süddeutschland stehen die Chancen auf Auflockerungen oder geringe Bewölkung besser. Warmluftadvektion am Rande von Tiefausläufern über der Nordsee bringt vom Nordwesten bis in die Mitte dichtere Bewölkung und ab und zu auch leichten Regen. Sollte es aufklaren, ist Nebel nicht ausgeschlossen.

Mittwoch ... kräftigt sich der Höhenrücken bei uns und etwas steigender Bodendruck führt zur Ausbildung einer Hochdruckzone vom mittleren Nordatlantik bis Mitteleuropa und zum Alpenraum. In der nunmehr nur noch schwachen Strömung verstärkt sich niedertroposphärisch die Zufuhr sehr warmer, gleichzeitig feuchter Luft. Die Temperatur geht rauf auf 18°C in 850 hPa über dem Südwesten und die Feuchte steigt auf 30 bis 40 mm PPW.

Allerdings bleibt die Schichtung ziemlich stabil, sodass die Wolken- und Feuchtezufuhr am Rande der Tiefausläufer über NW Europa lediglich zu Bewölkung führt, die über Benelux und die Nordsee in den Norden und die Mitte gesteuert wird, daraus kann etwas Regen fallen.

Im Südwesten wird die Sonne spielbestimmend und auch ganz im Osten und Nordosten. Über der Mitte und dem Süden steht ein Sommertag an, im Südwesten geht es bis 32°C rauf. Im Norden wird die Temperatur durch die Bewölkung ausgebremst. Die Wärmebelastung nimmt bei steigender Schwüle zu.

Eine warntechnische Baustelle kann der Süden werden, wo die Schichtung instabiler ist und etwas Cape aufgebaut wird. Mit Hilfe der Orografie, dynamisch ist keine Hebung zu erwarten, sind an/in den Alpen, eventuell ins Vorland ausbreitend einzelne starke Gewitter möglich. ICON simuliert sehr zurückhaltend, in IFS, GFS, S-HD sind die Gewitter in stärkerem Maße vorhanden.

In der Nacht zum Donnerstag liegt der Norden im Übergangsbereich zur Frontalzone mit Tiefausläufern, während zur Mitte und im Süden die Hochdruckzone den Ton angibt. Die Schichtung im Norden bleibt stabil, entsprechend regnet es ab und zu, weitgehend skalig. Sonst überwiegt geringe Bewölkung. Die Nacht bleibt in relativ feuchter Luft mild bis warm, in einigen wärmeliebenden Regionen und Ballungsräumen sinkt die Temperatur nur wenig unter 20°C, meist auf 17 bis 13°C.

----------------------------------------------------------------

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Donnerstag ... liegt ein Höhenrücken über Deutschland und sorgt mit Absinken für einen in großen Landesteilen sonnigen Tag. Nur der Norden liegt am Rand der Frontalzone und damit teilweise unter Bewölkung. Regnen wird es daraus wahrscheinlich nicht, oder nicht viel.
Markant wird die Temperaturentwicklung. Es wird zunehmend heiße Luft zu uns transportiert. In 850 hPa geht es auf 20°C rauf, in 2m liegen die Maxima meist zwischen 28 und 35°C. nur ganz im Norden wird es weniger heiß. Dazu ist es recht schwül mit starker Hitzebelastung. Die Gewitterneigung ist erstmal sehr gering. Erst in der Nacht zum Freitag könnten mit Annäherung einer Tiefdruckrinne von Frankreich her erste, dann möglicherweise auch starke Gewitter in den Westen und Nordwesten ziehen.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren ähnlich.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner