Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 22.01.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Weiterhin Blocking durch Fennoskandienhoch - mit ersten zyklonalen Angriffsversuchen in der kommenden Nacht, vor allem aber in der Nacht zum und am Samstag im Westen örtlich Glatteis möglich.
Im Südosten/Osten vor allem kommende Nacht nochmals strenger Frost.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Aktuell ... befinden wir uns wettertechnisch nach wie vor mehr oder weniger "zwischen den Stühlen". Einem umfangreichen, von Westsibirien bis nach Nordskandinavien reichenden Hochdruckgebiet mit einem nach Südnorwegen gerichteten Keil steht ein Tiefdruckkomplex über dem mittleren Nordatlantik bzw. dem nahen Ostatlantik gegenüber, dessen Zugriff auf Kontinentaleuropa zunächst noch mehr oder minder erfolgreich durch das Fennoskandienhoch blockiert wird. An dessen Südflanke gelangt somit von Ostsüdost her bodennah kalte und überwiegend trockene Festlandsluft ins Vorhersagegebiet. Doch nicht überall herrschte heute "eitel Sonnenschein"; ins Auge fallen beim Blick auf das Satellitenbild neben dem schon seit Tagen quasistationären (allerdings im Laufe der Zeit etwas kleiner gewordenen) Hochnebelgebiet im Oberrheingraben großräumigere Regionen mit beständigem Hochnebel in Bayern und in Schleswig-Holstein, die es gestern so noch nicht gab. Als Erklärungsansatz hilft ein Blick auf das 500 hPa-Geopotenzial, allerdings mangels Isohypsen über dem Vorhersagegebiet in sehr feiner Auflösung. Sowohl über dem Böhmischen Becken als auch über dem Kattegat befindet sich kleinräumige Kaltlufttropfen, in deren Peripherie die kalte Grundschicht etwas angehoben wurde. So konnte von der Ostsee her bereits in der vergangenen Nacht ein ausgedehnte Hochnebelfeld mit Annäherung des KLT bis in den Norden und in die Mitte Schleswig-Holsteins vordringen und zeitweise auch die vorpommersche Ostseeküste streifen. Weiter nördlich, über Dänemark, hat es sogar für etwas Schneegriesel gereicht. Im Laufe der Nacht zieht der KLT langsam weiter Richtung Skagerrak und zeigt Auflösungserscheinungen. Somit ziehen sich die tiefen Wolken etwas nach Norden zurück.
Über dem Böhmischen Becken hat sich ebenfalls vielerorts, und zwar bereits schon gestern, Hochnebel ausgebreitet. Mit Anhebung der Grundschicht konnte der über die ostbayerischen Mittelgebirge, zumindest über den Oberpfälzer Wald und durch Taleinschnitte des Bayerischen Waldes sowie vom oberösterreichischem Alpenvorland nach Bayern schwappen und hat schließlich entlang der Donau und über das nördliche Alpenvorland Verbindung aufgenommen zum Nebel/Hochnebel in Oberschwaben bzw. am Bodensee. Lediglich das höhere südliche Alpenvorland, weite Teile Frankens und der Bayerwald bleiben nebelfrei. Nach kalter Nacht mit oft strengem Frost gab es unter dem Hochnebel vor allem vom östlichen und nördlichen Oberbayern bis in die Oberpfalz vielerorts mäßigen Dauerfrost. Im Rest des Landes hat sich aber gegenüber den Vortagen nur wenig geändert. Vor allem im Westen ist die Kaltluftschicht nur sehr dünn, so dass mit dem Südostwind die Inversion im Lee der Mittelgebirge erneut bis ganz nach unten gedrückt werden konnte. So wurden in Teilen von NRW Maxima zwischen 5 und 9 Grad (am Nordrand der Eifel sogar 10 Grad) erreicht, ähnliches gilt für den Hochschwarzwald sowie für die Wasserkuppe. Frostig kalt blieb es außerhalb des Hochnebels ansonsten auch in Teilen der Norddeutschen Tiefebene. Im Rest des Landes wurden 0 bis 5 Grad erreicht.
Nun gilt es, den Blick gen Westen zu richten. Dort hat es ein erster Randtrog aktuell bis zum Ärmelkanal bzw. nach Zentralfrankreich geschafft, wird aber nun blockiert, schlägt einen Nordostkurs ein und verliert weiter an Kontur. Morgens schafft er es grade noch so in den äußersten Westen des Vorhersagegebietes. Die Okklusion des mit dem Trog korrespondierenden Bodentiefs "KRISTIN I" über Südwestengland schafft es ebenfalls noch in die Westhälfte des Landes, löst sich dann aber komplett auf. Im Vorfeld ziehen über den Westen und Südwesten bereits hohe und mittelhohe Wolkenfelder hinweg, die im laufe der Nacht allmählich dichter werden und noch etwas nordostwärts vorankommen. Vom Saarland und Rheinland-Pfalz über das westliche Hessen und NRW bis ins südwestliche/westliche Niedersachsen fällt im Laufe der Nacht hier und da etwas Regen. Nach wie vor ist unklar, wo wieviel fällt. Der meiste Niederschlag kommt unten nämlich nicht an, sondern verdunstet beim Fallen durch die sehr trockene Schicht unmittelbar oberhalb der in etwa 900 hPa gelegenen Inversion. Von der Mosel bis zum Niederrhein sowie in weiten Teilen des Ruhrgebietes bleibt es meistens frostfrei, aber drumherum kann es bei leichtem Frost kleinräumig mal für eine markante Warnung vor Glatteis reichen. Übereinstimmend zeigen die Modelle die höchsten Wahrscheinlichkeiten dafür in etwa vom Westmünsterland bis ins Emsland. Dennoch sind die Signale so schwach, dass sich eine entsprechende Warnung im Vorfeld nicht aufdrängt.
Die etwas dichteren Wolkenfelder kommen noch bis in die mittleren Landesteile voran, im Nordosten, Osten sowie außerhalb der Nebelfelder im Süden bleibt es dagegen gering bewölkt oder klar. Vor allem von Ostbayern bis ins Erzgebirge und von dort aus bis zum Harz kann es wieder häufiger strengen Frost geben. In den Randgebieten zum Hochnebel kann sich stellenweise auch dichter Bodennebel ausbreiten, dann besteht Glättegefahr durch Überfrieren oder starke Reifablagerungen.
Anzusprechen bleibt noch der Wind: Die von Benelux nach Westdeutschland gerichtete flache Tiefdruckrinne weitet sich noch ein wenig über die Mitte nach Osten aus, während das fennoskandische Hoch nahezu unverändert bleibt. Der Gradient reicht vor allem im Nordseeumfeld weiterhin für steife Böen, auf Helgoland für stürmische Böen aus Ost. An der Ostsee gibt es an exponierten Küstenabschnitten ebenfalls steife Böen.
Freitag ... hat sich unmittelbar vor der bretonischen Küste eine interessante, aber kleinräumige Sturmtiefentwicklung vollzogen. Das nahezu kreisrunde Tief weist einen warmen Kern auf, Fronten lassen sich kaum ausmachen, es handelt sich quasi um eine Art Subtropentief mit einem Kerndruck von immerhin unter 960 hPa. Vorderseitig setzt kräftige WLA über dem westlichen Mitteleuropa ein, der flache Resttrog über dem Westen Deutschlands kommt noch etwas nordnordostwärts voran, löst sich aber quasi auf. Somit stellt sich eine flaue, schwach zyklonal konturierte südliche Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet ein. Die geringen Niederschläge an der sich inzwischen aufgelösten Okklusion ziehen vormi8ttags über das westliche Niedersachsen hinweg nordwärts ab, anfangs kann es hier und da Glätte bzw. Glatteis geben. Die dichteren Wolkenfelder schaffen es dagegen allmählich auch in den Norden und Osten des Landes. Rückseitig lockern die Wolken zwar auf, längere sonnige Abschnitte gibt es aber nur noch selten, am ehesten im Lee der zentralen bzw. östlichen Mittelgebirge sowie an den Alpen. Gebietsweise hält sich vor allem im Süden, aber auch ganz im Norden wieder beständiger Hochnebel. Unser inzwischen hochreichendes Sturmtief, das auf den Namen "LEONIE" getauft wurde, hat sich inzwischen quasi bis in die mittlere Troposphäre "gebohrt", den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht und kommt nur langsam nach Norden voran, abends befindet es sich in etwa vor der Südwestspitze Englands. Eine quasi vorlaufende Okklusion greift auf Frankreich über, im Vorfeld ziehen im Westen und Südwesten Deutschlands wieder dichtere Wolken auf. Eventuell fallen am Abend an der Grenze zu Frankreich erste Tropfen. Da das Tief Nordkurs einschlägt und die flache, von Westdeutschland ostsüdostwärts reichende Tiefdruckrinne ebenso wie das fennoskandische Hoch sich in Lage und Ausrichtung so gut wie gar nicht ändern, weht der Ostwind an den Küsten unverändert kräftig mit steifen, über der Nordsee vorübergehend auch etwas häufiger auftretenden stürmischen Böen. Nach wie vor weist die bodennahe Kaltluft im Nordosten eine höhere vertikale Mächtigkeit auf als im Südwesten, die Temperaturen in 850 hPa liegen zwischen -5 Grad an der Oder und +3 Grad im Süden. Dabei kann sich die Kontinentalluft vor allem über Norddeutschland weiter nach Westen vorarbeiten. In der gesamten Ost- und Nordhälfte, bis zum Emsland, reicht es, mal abgesehen von einigen Küstenregionen, für Dauerfrost, ebenso in weiten Teilen Bayerns. In Ostvorpommern sowie bei Hochnebel in Ostbayern übersteigen die Temperaturen gebietsweise nicht mehr die -5 Grad. Anders im Westen und Südwesten sowie Teilen der Mitte. Dort werden 0 bis 5 Grad erreicht, in teilen von NRW sowie in mittleren Höhenlagen der südwestdeutschen Mittelgebirge 5 bis 9 Grad.
In der Nacht zum Samstag bleibt das Sturmtief nahezu quasistationär und füllt sich nur langsam auf. Die Okklusion kämpft tapfer gegen das blockierende Fennoskandienhoch, das sich ebenfalls in Lage und Ausrichtung so gut wie gar nicht ändert, an und greift langsam von Frankreich auf West- und Südwestdeutschland über. Sie wird sogar durch einen nach Ostfrankreich schwenkenden Kurzwellentrog etwas aktiviert, im laufe der zweiten nachthälfte können im Westen und Südwesten nach Lesart der Modelle gebietsweise einige mm Niederschlag fallen. Die kalte Grundschicht wird dort teilweise angehoben, vor allem im Südwesten fällt dadurch eventuell bis in tiefe Lagen etwas Schnee. Sonst bleibt es eher bei Regen, wodurch das Glatteisrisiko wieder ansteigt. Zwar dürfte es im westlichen Rheinland-Pfalz, im Saarland und im westlichen NRW erneut vielerorts frostfrei bleiben, daran angrenzend gibt es aber vielerorts leichten Frost. Im Detail sind die Verteilung und Intensität der Niederschläge noch komplett unklar, dennoch könnten sich im Laufe des morgigen Tages Regionen herauskristallisieren, für die sich eine markante Warnung bereits im Vorfeld anbieten wird. Selbst Unwetter ist nicht ganz ausgeschlossen. Im Rest des Landes ändert sich gegenüber der Vornacht nicht viel. Generell wird es aufgrund dichterer Wolken nicht mehr ganz so kalt, strenger Frost tritt auch im Südosten nur noch stellenweise auf. An der Windsituation im Küstenbereich ändert sich ebenfalls nur wenig. Insgesamt flaut er ausgangs der Nacht eher etwas ab.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... ist den Ausführungen in der Frühübersicht nicht viel hinzuzufügen. Der aktuelle Lauf des ICON-EU simuliert im Westen, teilweise auch bis in die Mitte etwas höhere Mengen als die Vorläufe, die teilweise auch noch als gefrierender Regen fallen können, aber insgesamt wohl zunehmend als Schnee. Markante Schneemengen hat der aktuelle Lauf sogar für einige westliche Mittelgebirge (Westerwald, Bergisches Land, Siegerland) auf der Agenda, die anderen Modelle ziehen da aber nicht mit. Bzgl. Glatteis kann Unwetter nach wie vor nicht ganz ausgeschlossen werden.
Ansonsten ändert sich erst einmal nur wenig.
Modellvergleich und -einschätzung
Der grobe Fahrplan steht, im Detail gibt es aber durchaus Differenzen, vor allem ab der Nacht zum und am Samstag. Diese wurden im Text erwähnt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 22.01.2026 um 10.30 UTC
Wetterzweiteilung mit kaltem Osten und eher mildem Westen. Dabei wechselhaft, im Osten am Montag markanter Neuschnee möglich.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 29.01.2026
"Deutschland doch wieder geteilt!" - Mit Blick auf die ab Sonntag beginnende Mittelfrist lässt sich eine Zweiteilung bei den Temperaturen feststellen: Im Osten kalt bis mäßig kalt, womit zeitweilige Niederschläge meist als Schnee fallen, im Westen mäßig-kalt bis mild und teils Regen. Eines eint die Deutschen aber: In den Nächten ist verbreitet leichter bis mäßiger Frost zu erwarten.
Die Mittelfrist wird geprägt von einer zwischen Island und Skandinavien liegenden Höhenantizyklone, die im Verlauf zwar von Trögen traktiert, dadurch aber nicht gänzlich getilgt wird. Hoher Bodendruck über Island und eher tiefer über den Azoren bewirkt eine leicht negative NAO. Tröge werden um das Höhenhoch herum auf eine südliche Bahn Richtung Mitteleuropa gelenkt, zwei davon bilden die Hauptakteure der ab Sonntag beginnenden Mittelfrist.
Am Sonntag liegt der erste Höhentrog vor den Toren Mitteleuropas und erstreckt sich mit mehreren Drehzentren von den Britischen Inseln bis nach Tunesien. Die Frontalzone ist damit weit nach Süden verschoben. Deutschland profitiert meist noch von schwachem Hochdruckeinfluss, erst zum Abend hin machen sich die Aufgleitprozesse eines neuen Tiefs über dem Balkan bemerkbar. Dieses lenkt feuchte Luftmassen nach Deutschland, sodass von Südosten bei T850 hPa von 0 bis -5 Grad und kräftiger WLA Schneefälle aufkommen, in den Niederungen ist zum Teil Regen dabei.
Am Montag wird dieses Tief auf Vb-ähnlicher-Zugbahn mit dem leicht progressiven Trog über Tschechien nach Polen geführt. Um das Tief herum wird weiterhin feuchte Luft nach Deutschland gebracht, sodass es außer im Nordwesten zu Schneefällen kommt, in den westlichen Niederungen auch zu Regen oder Schneeregen.
Am Dienstag schwenkt der Trog unter Abflachung in die Ostsee, das zugehörige Tief zieht von Polen ins Baltikum. Die feuchten Luftmassen werden damit im Tagesverlauf über den Nordosten Deutschlands abgeführt, sodass dort letzte Schneefälle nachmittags nachlassen. Gleichzeitig richtet sich der Blick aber auch schon wieder nach Westen. Der kurze Zwischenhocheinfluss im Bereich eines flachen Rückens wird rasch durch den Rücken überlaufende WLA sowie der Ankunft des zweiten Langwellentrogs vom Nordostatlantik beendet. Letzterer führt ein weiteres Bodentief zum westlichen Ärmelkanal, dessen Warmfront mit Niederschlägen in den Abendstunden auf den Südwesten Deutschlands übergreift. Die T850 hPa steigen auf über 0 Grad, womit anfänglicher Schnee häufiger in Regen übergeht.
Am Mittwoch kommt der Trog bis zu den Britischen Inseln voran, das Bodentief zieht derweil unter Abschwächung in die südwestliche Nordsee. Die Warmfront erreicht bis zum Abend der Nordosten, die Kaltfront dringt nachmittags in den Westen ein. Während im Warmsektor die T850 hPa vorübergehend auf knapp 0 Grad steigt, sinkt sie postfrontal wieder auf bis zu -3 Grad. Im Osten und im Bergland fällt meist Schnee, sonst geht der Schnee zum Teil in Regen über.
Am Donnerstag überquert der Trog mit einem Anteil den Nordosten Deutschlands, gleichzeitig wird er aber durch einen weiteren vom Nordostatlantik kommenden Randtrog regeneriert. Das Tief über der Nordsee löst sich dann auf, die Reste der Ausläufer wandern mit letzten Schneefällen über den Nordosten Deutschlands ab. Mit einem weiteren Tief über den Britischen Inseln erreicht in den Abendstunden eine neue Warmfront den Südwesten Deutschlands. Die T850 hPa steigen erneut auf etwa 0 Grad, sodass anfänglicher Schnee meist wieder in Regen mündet.
In der ab Freitag beginnenden erweiterten Mittelfrist steuern Trog und Tief Mitteleuropa an. Während im Warmsektor die T850 hPa vorübergehend auf nahe oder knapp über 0 Grad steigen, kühlt es sich postfrontal auf -3 bis -7 Grad ab. Mit einem schmalen, nach Island aufragenden Rücken, der Verbindung aufnimmt zur immer noch vorhandenen Höhenantizyklone, scheint sogar eine Blockierung auf dem Nordostatlantik möglich, was die winterlichen Optionen erhöhen würde.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bereits zum Beginn der Mittelfrist zeigen sich für uns relevante Unterschiede, sodass die Konsistenz der jüngsten 3 Läufe des EZMW nur mäßig ist. Das betrifft vor allem das Tief, das anfangs der Woche auf Vb-ähnlicher Zugbahn zur Ostsee zieht, in den Vorläufen allerdings schwächer und früher auflösend gerechnet wurde. Die Schnee- und Regenfälle breiten sich daher nun weiter in den Westen und Südwesten aus, der Nordwesten bleibt aber ausgenommen. Am Mittwoch sieht die Entwicklung dann vorübergehend wieder ähnlicher aus, bevor ab Donnerstag die Unterschiede deutlicher zunehmen. Das neue Tief über den Britischen Inseln wird im jüngsten Lauf kräftiger und sogar als Sturmtief gerechnet, das ab Donnerstagabend mit seinen Ausläufern Deutschland erfassen soll. Im gestrigen 0 UTC-Lauf griffen die Ausläufer etwa 12 bis 18 Stunden später auf Deutschland über.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
UK10 und GFS liefern am Montag und Dienstag zwar ähnliche Strukturen wie das EZMW, lassen die feuchten Luftmassen aber nicht ganz so weit nach Westen und Südwesten ausgreifen. Beim zweiten Trog ab der Wochenmitte gibt es nur Einigkeit dahingehend, dass er kommt. In den Details werden allerdings größere Diskrepanzen sichtbar mit Auswirkungen auf das Wettergeschehen hinsichtlich des genauen zeitlich-räumlichen Ablaufs. Die Temperaturen bewegen sich allgemein auf ähnlichem Niveau wie das EZMW, eine deutlichere Abkühlung in Richtung Einwinterung bis ins Tiefland zeichnet sich nicht ab.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen des EZMW-Ensembles sehen für diverse deutsche Städte insbesondere bei den T850 hPa recht zappelig aus, wobei der Hauptlauf meist im Median verbleibt, sich die Kurven aber bereits ab Sonntag öffnen und zum Ende hin immer breiter streuen. Das untermauert zwar eine gewisse Vorhersageunsicherheit, die jedoch hauptsächlich von Ausreißern ausgeht. Niederschlagssignale sind ab Montag häufiger vorhanden, was den Trogeinfluss bestätigt.
CLUSTER:
Im zweiten Zeitschritt zwischen Dienstag 0 UTC und Donnerstag 0 UTC werden 3 Cluster benötigt (alle NAO-). In C1 (mit Haupt- und Kontrolllauf und 26 Mitgliedern) findet sich die Entwicklung des Tiefs auf Vb-ähnlicher Zugbahn wieder, in C2 (19 Mitglieder) wird das Tief schwächer, in C3 (6 Mitglieder) östlicher gerechnet. Die Auswirkungen auf Deutschland sind daher unsicher, vor allem das Ausgreifen der Niederschläge nach Westen und Südwesten (Ergebnis wurde ja auch schon bei UK10 und GFS gefunden).
Im dritten Zeitschritt zwischen Donnerstag 0 UTC und Sonntag 0 UTC (erweiterte Mittelfrist) gibt es ebenfalls 3 Cluster (weiterhin NAO- dominant). Im neuen Trog zeigen sich zwar im Detail räumlich-quantitative Unterschiede, am Übergreifen des Trogs Richtung Mitteleuropa bestehen allerdings keine Zweifel. Zum Ende hin wird die Aufwölbung eines Rückens Richtung Island interessant, die aber nur in C2 mit 19 Mitgliedern stärker bestätigt wird. In den anderen beiden bleibt es bei Ansätzen, die sich nicht durchsetzen können.
FAZIT:
Die Mittelfrist gestaltet sich wechselhaft mit einer Temperaturzweiteilung: Im Osten kalt bis mäßig-kalt, dazu Niederschläge meist als Schnee, im Westen mäßig-kalt bis mild und teils Regen. Mit dem neuesten Lauf des EZMW zeigt sich außerdem zum Wochenstart ein Tief auf Vb-ähnlicher Zugbahn, was dem Osten am Montag sogar gebietsweise markanten Neuschnee bringen könnte. In der erweiterten Mittelfrist ist mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 40 % eine Blockierung über dem Nordostatlantik bis nach Island möglich, was Fantasie für winterliche Optionen bei uns lässt.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
SCHNEEFALL:
Am Montag sind im Osten und Südosten gebietsweise um 10 cm Neuschnee in 12 Stunden gering wahrscheinlich.
GLATTEIS/GLÄTTE:
Im Übergangsbereich der Luftmassen ist bei Niederschlägen an fast allen Tagen örtlich gefrierender Regen möglich. Darüber hinaus ist bei nächtlichem Frost markante Glätte durch Überfrieren nicht ausgeschlossen.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-ENS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler





