Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 25.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
SEz
Im Osten ab der Nacht zum Montag gefrierender Regen, gebietsweise Unwetter. Am Montag nachlassende Glatteissituation, in der Nacht zum Mittwoch im Westen neue Glatteislage mit Unwetterpotential.
In den übrigen Regionen verbreitet Schneefall, erster Schwerpunkt vom westlichen Alpenrand bis in die Mitte und von dort nach Mitteldeutschland, zweiter Schwerpunkt im Norden (Ostniedersachsen / Westmecklenburg / südliches Niedersachsen. Im Süden schon am heutigen Nachmittag einsetzend, gebietsweise bis weit in den Montag und in die Nacht zum Dienstag anhaltend. Verbreitet bis 5 cm Neuschnee über den gesamten Zeitraum des Ereignisses, in den Schwerpunktregionen 5 bis 15 cm Neuschnee, lokal auch mehr.
An den Küsten ab der Nacht zum Montag stark böiger Wind mit einzelnen stürmischen Böen, dabei auch geringe Gefahr von Schneeverwehungen.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Sonntag... liegt Deutschland auf der Vorderseite eines Langwellentroges. Dieser erstreckt sich vom Nordwestatlantik über Irland hinweg, wo sich ein abgeschlossenes Höhentief tummelt, und weiter über Frankreich und das westliche Mittelmeer bis nach Nordafrika. Dabei zeigt sich aktuell nach ICON noch ein weiteres abgeschlossenes Höhentief westlich von Korsika. Die beiden Höhentiefs korrespondieren jeweils mit einem Kern der großräumigen Tiefdruckzone LEONIE, wobei deren nordwestlicher Kern im Bodendruckfeld über Irland, der südöstliche Kern ebenfalls westlich von Korsika auszumachen ist. Schon zum jetzigen Zeitpunkt ist erkennbar, dass auf der Nordostflanke des langgestreckten Tiefs milde Luft aus dem Mittelmeer nach Norden transportiert wird. Während über Frankreich die 850er Temperaturen noch recht verbreitet unter null Grad liegen, bewegen sie sich über Deutschland in einer Spanne von null bis 3 Grad, nur im Norden werden noch negative Werte registriert, an der Ostsee dabei die niedrigsten mit bis zu -5 Grad. Im Tagesverlauf verlieren beide Tiefkerne an Kontur. Der Irland-Kern ist zum Abend nur noch als Bodentrog mit (eventuell mit kleiner abgeschlossener Kernisobare über Nordwestfrankreich) zu erkennen. Der Korsika Kern wandert Richtung Zentralitalien, wobei sich der südöstliche Teil des Tiefdruckkonglomerats insgesamt nach Nordosten bewegt. In diesem Zusammenhang bildet sich nach ICON ein weiterer Kern über Bosnien und Herzegowina, ein dritter mit Leeunterstützung über dem bayrischen Alpenvorland. Durch diese Verlagerungstendenz sinkt der druck über Mitteleuropa. Da die von einem schwachen, vom westlichen Schwarzen Meer bis nach Dänemark reichenden Rücken gestützte Hochdruckzone über Südskandinavien nicht weichen will, verschärft sich insbesondere über dem Norden und Nordosten der Gradient, so dass dort zum Abend am Kap Arkona, auf Fehmarn oder auf der offenen Nordsee schon erste Böen Bft 7 auftreten können. Damit ist die Windsituation schon mal thematisiert, womit wir uns den deutlich spannenderen Entwicklungen zuwenden können.
Mit der Verlagerung des Tiefs als solcher und mit der auf seiner Ostflanke vorherrschenden südlichen Strömung werden recht milde und feuchte Luftmassen aus dem Mittelmeerraum advehiert. Durch das kleinräumige Leetief an der Nordflanke der Alpen, welches auch ein Pendant in 850 hPa vorweisen kann, stellt sich vom Allgäu und dem Werdenfelser Land im Süden bis nach Südhessen, Unter- und Mittelfranken eine Gegenstromlage ein, die Hebungsprozesse begünstigt. Entsprechend soll sich dort bis in die Nacht zum Montag recht kräftiger Schneefall einstellen, der in der Nacht selbst südlich der Donau allerdings schon wieder schwächer wird. Bis zum Abend können sich in einem schmalen Streifen, den die Modelle durchaus noch nicht ganz einheitlich simulieren und im dem die Modelle auch noch unterschiedliche Intensitäten anbieten, durchaus 5 cm Neuschnee akkumulieren, lokal kann es auch etwas mehr werden. Im Norden, im Westen und im Südwesten bleibt es bis zum Abend niederschlagsfrei, in Ostbayern, Sachsen und eventuell auch in der südlichen Lausitz macht sich aber schon die WLA bemerkbar. Dort kann es ersten Niederschlag geben, die Niederschlagsphase ist dort aber schwer einzuschätzen. Während ICON in den betroffenen Hochlagen Ostbayerns und Sachsens (und nach ICON sind auch nur diese betroffen) auf Schnee setzt, deuten UK10 oder auch IFS durchaus schon am Abend Regen an. Bei Höchstwerten um null Grad (genauer gesagt -2 bis +2 Grad nur im Westen und Südwesten +2 bis +5 Grad), könnte es in ungünstigen Langen im östlichen Bergland somit schon zu erstem Glatteis kommen. Allerdings muss man sagen, dass die niedertroposphärische Schichtung zwischen etwa 800 hPa und dem Bodenniveau um die null Grad schwankt. Insofern wird sich auch noch zeigen müssen ob die Schmelzflächen ausreichen. Es ist aber zumindest Vorsicht geboten.
In der Nacht zum Montag kommt der Langwellentrog etwas nach Osten voran, ein abgeschlossenes Höhentief erreicht zum Morgen den Obermain. Das südbayrische Leetief marschiert nach Norden und kann sich laut ICON am Morgen Potsdam bzw. die winterlichen Mittelmark anschauen. Dies ist übrigens eine angedachte Position des Tiefs, bei der die anderen Modelle (z. B. ICON-D2, IFS, GFS, UK10) durchaus mitgehen. Mit dem Tief greifen auch die Niederschläge über dem Osten rasch nach Norden aus. Die deutliche Milderung zwischen 700 und 950 hPa sorgt insbesondere im Bereich von 900 hPa für eine nicht nur relativ warme, sondern sogar für eine positiv temperierte Nase, in der der Niederschlag komfortabel schmelzen kann. Entsprechend muss, bei nächtlichen Minima von null bis -2 Grad, in diesen Regionen mit gefrierendem Regen gerechnet werden. Die Niederschlagsraten rechen dabei durchaus für Unwetter aus! Nach ICON-D2 soll vor allem ein Bereich von Sachsen bis nach Vorpommern und ins zentrale Mecklenburg von dem Eisregen betroffen sein. Andere Modelle lassen den gefrierenden Regen durchaus auch noch etwas weiter nach Westen ausgreifen, so dass dann auch Teile Sachsen-Anhalts betroffen sein könnten. Im Süden der hier skizzierten Regionen lassen in der Nacht die Niederschläge nach, teils gehen sie auch in Regen über, auch deswegen, weil von Sachsen bis nach Brandenburg die Temperaturen in der Nacht sogar ganz leicht ansteigen sollen. Natürlich muss sich dieser Temperaturanstieg auch auf die Straßenbeläge übertragen können, was wiederum davon abhängt, wie tief der Boden gefroren ist. Insgesamt eine komplexe Gemengelage, die auch für die eine oder andere Überraschung sorgen könnte.
Auf der Westflanke und somit der kalten Seite des Tiefs fällt durchweg Schnee, und auch im Nordosten soll im Laufe der zweiten Nachthälfte, wobei dort die warme Nase durch Niederschlagsabkühlung etwas "auf die Nase bekommt", der Niederschlag zunehmend in Schnee übergehen, so dass auf das eventuell vorhandene Eis noch bis zu 5 cm Neuschnee kommen. Doch auch hier sind sich die Modelle durchaus nicht einig. IFS kann sich die Situation "Schnee auf Eis" ganz gut vorstellen, laut ICON dagegen bleiben die Schnee- und Eisregengebiete recht sauber getrennt. Zwei Schwerpunkte lassen sich nach der Deutschen Modellkette ausmachen. Einerseits ein Bereich von der Lübecker Bucht bis nach Westmecklenburg und nach Ostniedersachen, wo in der Spitze um 5 cm Neuschnee (eventuell lokal auch bis 10 cm) fallen können. Dazu noch der süddeutsche Gegenstrombereich, allerdings mit der Prämisse, dass mit der Verlagerung des Tiefs auch die Gegenstromlage allmählich aufgelöst wird. Letztendlich weitet dieses Gebiet sich aber doch noch bis in den Nordwesten Baden-Württembergs und nach Thüringen aus, und auch dort sind um 5, lokal auch bis 10 cm Neuschnee über die Nacht denkbar. Trocken bleibt es nur in Teilen des Westens und Nordwestens, südlich der Donau ist auch die zweite Nachthälfte kein Niederschlag mehr zu verzeichnen. Da mit der Verlagerung des Tiefs der Druckfall über Deutschland, und damit insbesondere über dem Norden anhält, das skandinavische Tief aber unverdrossen dagegenhält, verschärft sich der Druckgradient dort weiter. Somit treten an den Küsten zum Morgen verbreitet steife Böen Bft 7 auf, insbesondere an der Ostseeküste sollen es auch Böen Bft 8 (stürmische Böen) sein. Sollte in diesen Bereichen der Regen in Schnee übergehen oder überhaupt Schnee fallen, könnte es also auch zu Verwehungen kommen - so der Schnee denn nicht zu nass ist. Die Minima decken meist eine Spanne von null bis -5 Grad ab, in ungünstigen Mittelgebirgslagen wird es etwas kühler, in Ostsachen und der Lausitz kann es, je nach Fortscheiten der Milderung, auch frostfrei bleiben. Nicht zu vergessen: Lokalen Nebelfelder sind nicht auszuschließen.
Montag... kommt das kleinräumige Tief bis zum Abend etwa zur Lübecker Bucht voran, wobei es sich dann auch in der Nacht zum Dienstag kaum noch weiter nach Norden bewegt. Auf seiner Südflanke wird kalte Luft nach Osten geschoben. Die 850er Temperaturen sinken über den Tag hinweg entsprechend wieder, zum Morgen liegen sie bei null bis -6 Grad, am Abend dann bei -2 bis -8 Grad. Der Warmsektor des kleinräumigen Tiefs, wenn man denn die WLA als Warmsektor interpretieren möchte, schließt sich zusehends bzw. ist am Montag schon geschlossen. Um das Tief wickelt sich ein Schneefallband, welches in einem weiten Bogen von der Oder über Mecklenburg und den Süden Schleswig-Holsteins weiter über den Osten Niedersachsens bis nach Bayern reicht. Die Schneefälle im Süden lassen im Tagesverlauf nach, was auch daran liegt, dass sich das Tief allmählich auffüllt und die Hebungsprozesse abschwächen. Über dem Norden werden die Schneefälle weiter nach Norden verlagert, so dass zunehmend die Dänen in den Genuss der weißen Pracht kommen. Ein Auge ist auf die auf der Rückseite des Schneebandes von ICON-D2 über dem Norden Brandenburgs und in Mecklenburg-Vorpommern angedachten schwachen Signale für (erneuten) gefrierenden Regen zu werfen. Dort ist es zwar schon wieder kalt, aber die niedertroposphärische Feuchte reicht nicht an die -10 Grad-Isotherme heran, so dass dort unterkühlte Tropfen fallen könnten. Insofern ist dies Interpretation nicht ausgeschlossen. Letztendlich liegt der Fokus aber doch auf dem Schnee, der sich im erweiterten Küstenumfeld durchaus auf 5 bis 10 cm in 12 Stunden akkumulieren können. Bei Ostwind bedeutet das für die Ostküste Schleswig-Holsteins natürlich auflandigen Wind, die dort etwas Verstärkung durch Konvergenzen erwarten lassen. ICON reagiert darauf mit einem schmalen "Küstenstreifen", der im Laufe des Vormittags mehr als 10 cm Schnee zustande bringen soll und somit in den Unwetterbereich "hineinragt". Vorerst wird aber auch dort eine markante Warnung angepeilt, die, falls nötig, dann "aufgepimpt" werden würde. Auch in einem Streifen vom Sauerland bis nach Franken und Südhessen werden wohl markante Schneemengen (5 bis 10 cm in 12 Stunden) zu beobachten sein, wobei die Schneefälle im Süden von Westen nachlassen. Am Abend ist dann nur noch das Maineinzugsgebiet betroffen, was auch einem schwachen Zwischenhochkeil geschuldet ist, der sich von Frankreich her in den Süden schiebt. Entsprechend kann dort, insbesondere an den Alpen, im Tagesverlauf auch mal die Sonne rauskommen. Ansonsten ist es zumeist dicht bewölkt bei null bis +4 Grad, am Oberrhein können es bis zu 8 Grad werden, ein paar Kältelöcher bleiben dauerfrostig. Im Norden lässt der Wind nach, zum Abend sind Bft 7 nur noch an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste und auf den Ostfriesischen Inseln zu erwarten, nachdem aus der Nacht ja Bft 7 bis 8 die relevante Größenordnung gewesen ist.
In der Nacht zum Dienstag ist keine durchgreifende Änderung der synoptischen Lage zu erkennen. Das kleine Tief bleibt im Dunstkreis der Lübecker Bucht, schafft es aber immerhin auf die Ostsee hinaus. Im Süden lässt der Zwischenhocheinfluss schon wieder nach, dort macht sich auch schon das nächste Westeuropatief bemerkbar. Dieses ist ausgangs der Nacht südlich von Irland anzutreffen, die Warmfront erreicht Ostfrankreich, aber in der Höhe setzt schon die Milderung ein, in 850 hPa weist der Südwesten am Morgen eine Temperaturspanne von null bis +3 Grad auf, während im übrigen Land die Minuszeichen dominieren. Die Südwesthälfte bleibt trotz Aufzug hoher und mittelhoher Wolken trocken, in der Nordosthälfte lassen die Schneefälle nach, was auch für einen anfangs noch recht klar erkennbaren Schneefallstreifen vom Böhmischen Becken bis nach Südniedersachsen gilt (dort um 3 cm Neuschnee). Zum Morgen flöckelt es allenfalls noch im Nordosten, die Frühwerte liegen in einer Spanne von null bis -6 Grad, eventuell bildet sich regional Nebel.
Dienstag... und in der Nacht zum Mittwoch verlässt uns das kleinräumige Tief endgültig in Richtung Ostsee, ebenso wie die Reste des Zugehörigen Höhentroges. Im Bereich eines Langwellentroges über dem nahen Ostatlantik liegt zum Morgen ein Sturmtief südlich von Irland, ein weiteres noch auf dem offenen Nordatlantik, letzteres zieht aber nach Südosten und bildet mit dem erstgenannten Tief eine Dipolstruktur, die sich westlich von Irland eindreht. Drucktechnisch verbleiben wir damit im Niemandsland nur über dem, Nordwesten weht der Wind lebhaft mit steifen Böen auf der offenen Nordsee und eventuell an der Nordseeküste, weil sich über Südskandinavien immer noch das hartnäckige Hochdruckgebiet hält. Trotz des Tiefdrucktanzes auf dem Nordostatlantik schafft es das Frontensystem des ersten Tiefs nach Deutschland herein, bis zum Mittwochmorgen erreichen die Niederschläge die östliche Mitte. Mit dabei ist wieder alles von Schnee, Schneeregen und Regen, gefrierender Regen inklusive. Nach jetzigem Stand sollen die Schneemangen überschaubar bleiben, beim gefrierenden Regen könnte es aber wieder heftiger zur Sache gehen, dabei ist auch Unwetter nicht ausgeschlossen. Die Höchstwerte am Tage sollen von Nordost nach Südwest bei null bis 8 Grad liegen, in der Nacht zum Mittwoch sind 2 bis -4 Grad angedacht.
Modellvergleich und -einschätzung
Die großräumigen Abläufe simulieren die Modelle recht ähnlich. Unterschiede zeigen sich insbesondere in der genauen räumlichen Verteilung der Niederschläge und in der Niederschlagsphase, letzteres gilt vor allem im Osten und Norden. Auf einige Details bezüglich der Unterschiede wurde im Text hingewiesen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 24.01.2026 um 10.30 UTC
Es bleibt wechselhaft und winterlich.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 31.01.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag befindet sich Mitteleuropa im Einflussbereich eines Troges der sich mit mehreren Drehzentren von der Barentssee bis nach Nordägypten erstreckt. Ein Höhentief befindet sich anfangs über Brandenburg/Polen. Über dem Atlantik indes nähert sich weiterer Trog Westeuropa. An dessen Vorderseite wölbt sich ein Höhenkeil nordwärts und verdrängt das Höhentief/Trog nach Nordosten. Im Umfeld das nach Osten abziehenden Höhentiefs, gibt es anfangs leichte bis mäßige Schneefälle, die bis nach Süddeutschland reichen. Unter den Höhenkeil lassen die Niederschläge rasch nach.
Im Laufe der zweiten Tageshälfte greift jedoch die Warmfront eines atlantischen Sturmtiefs, dass sich aus einer Welle innerhalb des atlantischen Langwellentroges gebildet hat, von Westen her auf Deutschland über. Eine Sturmlage erwartet Deutschland aber nicht, da das Kerntief bei den Britischen Inseln verbleibt. Bei uns springen nur die Nordseeküste und vielleicht noch die westlichen Mittelgebirge auf den Wind an.
Je weiter der Tag bzw. Nacht fortschreitet und die Temperaturen wieder im Frostbereich liegen, könnte es nachts und Mittwoch früh gebietsweise zu gefrierenden Regen kommen. Die Phase ist aktuell aber noch sehr unsicher.
Im Laufe des Mittwochs trogt der atlantische Trog über dem westlichen Mittelmeer aus, so dass über dem warmen Wasser Zyklogenese einsetzt. Die Frontalzone verlagert sich indes über Deutschland in den Keil hinein und gerät unter Absinken. Die Niederschläge lassen insgesamt nach, wobei nach Nordosten die feste Phase dominiert. Die genaue Trogkonfiguration ist aktuell aber noch sehr unsicher. Die Warmluftzufuhr nach Deutschland wird aber abgeschnürt. In der Nacht zu Donnerstag fließen wieder kühlere Luftmassen nach Deutschland. Gleichzeitig formiert sich an einen Randtrog des atlantischen Langwellentrog erneut ein Sturmtief.
Am Donnerstag greifen der atlantische Trog und das neu gebildete Sturmtief auf Westeuropa über. Eine vorlaufende Frontalzone sorgt in der Nacht zu Freitag für Niederschläge über Deutschland, die je nach Timing auch gefrieren können. Auch der Wind frischt im Westen und Norden auf. An den Küsten und auf den Bergen werden Sturmböen erwartet.
Am Freitag verlagert sich das Höhentief bzw. Bodentrog über den Westen von Deutschland hinweg. Dabei bleibt der Wind frisch bis stürmisch und es muss immer mal wieder mit schauerartigen Niederschlägen kommen. Phasen können quasi alle auftreten. Gleichzeitig regeneriert sich der atlantische Langwellentrog und es bildet sich erneut ein Sturmtief über dem Atlantik. Dessen Ausläufer sollen nach dem aktuellen IFS Lauf bereits in der Nacht zu Samstag auf Westdeutschland übergreifen.
Am Samstag nähert sich das Sturmtief Deutschland an, füllt sich aber langsam wieder auf und verbleibt letzten Endes über den britischen Inseln. Über Deutschland gibt es an der Frontalzone leichte bis mäßige Niederschläge, die im Bergland als Schnee fallen. Aber auch die gefrierende Phase ist bei einer teils kalten Grundschicht lokal nicht auszuschließen.
In der erweiterten Mittelfrist blockiert weiterhin ein dominierendes Hoch über Nord und Osteuropa/Russland die Tiefausläufer, die vom Atlantik auf Europa treffen. Meist wird der Trog Richtung Mittelmeer abgelenkt, was dort zu einen teils sehr nassen und windigen Witterungsabschnitt führt.
FAZIT:
Zu der mittelfristigen Wetterlage ist zusammenfassen zu sagen, dass ein umfangreicher atlantischer Trog von einem recht stabilen und kalten Hoch über Nord- später auch über Osteuropa und Russland blockiert wird. Der atlantische Trog regeneriert sich immer wieder und induziert mehrere Sturmtiefentwicklungen, die vor allem über Westeuropa das Wetter stürmisch halten. Bei uns sorgen deren Tiefausläufer für einen wechselhaften aber weiterhin winterlichen Witterungsabschnitt.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Vorhersagen des IFS mit seinen Vorläufen sind bis zum Ende des Mittelfristzeitraums recht konsistent. Es gibt natürlich Variationen wann genau welcher Randtrog oder Höhentief über Mitteleuropa hinwegzieht. Die großsynoptischen Strukturen wie die atlantischen Sturmtiefs die am Dienstag/Mittwoch (Westeuropa) und Donnerstag/Freitag bzw. auch am kommenden Wochenende auch Mitteleuropa betreffen könnten recht ähnlich simuliert. Insgesamt stellt sich ein wechselhafter, im Westen und Nordwesten zeitweise auch stürmischer Witterungsabschnitt ein. Es bleibt winterlich mit verbreitet Nachfrösten und es gibt vor allem im Bergland immer mal wieder teils stärkeren Schneefall. Auch gefrierender Regen könnte immer mal wieder Thema werden.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch im Vergleich mit anderen Globalmodellen gibt es keine andere Prognose. Es gibt natürlich Unterschiede in der Trogkonfiguration und wann, wie die Frontalzonen auf Deutschland übergreifen. Im Gro simulieren aber alle die gleiche wechselhafte und teils winterliche Wetterlage.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
In dem Ensemble des ECMWFs gibt es einen nur leicht schwankenden Temperaturtrent in 850 hPa um -2 Grad herum und auch im 500 hPa Geopotenzial sind die Schwankungen nur sehr geringfügig bis zum Ende der Mittelfrist. Der Spread bleibt eher gering.
In den Clustern ist bis 360 h eine negative NAO zu erkennen. Eine Umstellung der Wetterlage ist aktuell nicht in Sicht.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GLÄTTE/SCHNEE
Quasi im gesamten Mittelfristbereich kann es immer mal wieder zu leichten bis mäßigen Schneefallen kommen. Oftmals ist die Phase der Niederschläge sehr unsicher, so dass es auch immer mal wieder zu gefrierendem Regen kommen kann.
WIND:
Vor allem an der Nordseeküste und an den westlichen Mittelgebirgen sind zeitweise stürmische oder gar Sturmböen nicht auszuschließen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher





