Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 10.07.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Ruhige Hochdruckrandlage, keine warnwürdigen Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... zeigt sich weiterhin eine stabile Omegawetterlage über weiten Teilen Europas. Dabei reicht ein Höhenrücken vom westlichen Mittelmeerraum über Frankreich hinweg bis zu den Britischen Inseln. Flankiert wird dieser Rücken von einem Trog westlich der Iberischen Halbinsel und einem weiteren umfangreicheren über Ost-/Südosteuropa. Von Letzterem reichen die Fühler sogar bis in den Osten Deutschlands. Trotz der dort leicht zyklonal erscheinenden Höhenströmung, reicht es nicht für mehr als ein paar durchziehende lockere hohe und mittelhohe Wolkenfelder.
Sonst zeigt sich der Himmel am Abend und in der Nacht weitgehend wolkenlos, denn das Wetter hierzulande wird von dem Hoch LAURENT mit Schwerpunkt nordwestlich der Britischen Inseln bestimmt, von dem aus ein Keil Richtung Mitteleuropa gerichtet ist. Somit bleibt Absinken dominant. Zudem ist die Luftmasse relativ trocken. Entsprechend kann es weiterhin deutlich auskühlen und die Nächte verbleiben noch relativ angenehm. Die Minima liegen meist zwischen 16 und 10 Grad, in einigen Senken und Tälern auch darunter. Etwas wärmer bleibt es in einigen Ballungszentren im Südwesten Deutschlands. In den Nordwesten wird mit der nördlichen Strömung etwas feuchtere Nordseeluft advehiert, sodass sich dort gebietsweise erneut Stratusbewölkung ausbreiten kann. Dies sollte aber weniger der Fall sein, als in den Vornächten.
Samstag ... verliert der osteuropäische Trog weiter an Einfluss auf unser Wetter. Der Höhenrücken kann sich noch etwas weiter stärken und weitet sich schließlich noch bis in das Seegebiet nordwestlich von Irland aus. An der grundsätzlichen Wettersituation in Deutschland ändert das wenig. Es dominiert weiterhin der Einfluss des Hochs LAURENT. An dessen Südostflanke wird mit einer nördlichen bis nordöstlichen Strömung weiterhin eine relativ trockene und gut durchmischte Luftmasse zu uns geführt, die sich auf ihrem Weg nach Westen und Süden weiter erwärmt. Dadurch bleibt der Temperaturkontrast über Deutschland noch erhalten. Bei kaum vorhandenen Wolken und somit nahezu ungehinderter Einstrahlung erreicht die Temperatur Höchstwerte zwischen 25 und 29 Grad in der Nordosthälfte. Unmittelbar an der See bleibt es bei auflandigem Wind noch etwas kühler. In der Südwesthälfte wird es heiß bei Werten zwischen 33 und 34, am Oberrhein lokal bis 35 Grad.
Im äußersten Südwesten und Süden nimmt die potentielle Instabilität der Luftmasse zu und vom Schwarzwald bis zu den Alpen wird auch etwas CAPE generiert. Aufgrund der trockenen Luftmasse dürfte dies dort aber allenfalls höherreichende Quellungen und vielleicht mal einen kurzen Schauer hervorrufen. Für Gewitter wird es nicht reichen.
In der Nacht zum Sonntag ergeben sich keine nennenswerten Änderungen der Wetterlage. Der Hochkeil kann sich noch etwas weiter stärken und so erwartet uns eine überwiegend klare Nacht und die Luft kühlt auf 18 bis 10 Grad ab. In einigen Innenstädten bleibt es auch wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... können die Aussagen aus der Frühübersicht weitgehend beibehalten werden. Das Hoch dominiert weiter unser Wetter. Zwar wird der Nordosten von einem flachen Randtrog gestreift, viel Wetter ist aufgrund der vorherrschenden Luftmasse aber nicht zu erwarten. Vielleicht reicht es hier und da für ein paar Tropfen Regen auf den heißen Stein. Insgesamt setzt sich die extreme Trockenheit aber weiter fort bei erneut viel Sonnenschein. Dabei wird es sehr warm bis heiß.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Wetterentwicklung wird von den Modellen übereinstimmend prognostiziert.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 10.07.2026 um 10.30 UTC
Zunächst trocken heiß. In der zweiten Wochenhälfte zunehmende Gewitterneigung.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 17.07.2026
Das blockierende Hoch über Nordwesteuropa bleibt in der ersten Hälfte der kommenden Woche für Deutschland wetterbestimmend. Es wird gestützt durch eine Omega Lage in der Höhe mit dem Höhenkeil über Frankreich und einem Höhenhoch nahe Schottland. Flankiert wird der Keil von Trögen, bzw. Höhentiefs westlich der Biskaya und über Osteuropa. Aus dieser Richtung streifen dann auch kurzwellige Tröge den Osten Deutschlands. In der trockenen Luft bringen sie aber nicht viel "Wetter" mit. Etwas Hebung und die Labilisierung bringen vielleicht ein paar, wenig ergiebige Schauer.
Spannender wird es eher über Süddeutschland. Dorthin weitet sich von Frankreich her eine Tiefdruckrinne aus, die neben einer labileren Schichtung der Atmosphäre auch eine Anfeuchtung der Luft bringt. Das hat wahrscheinlich ab Dienstag einige starke Schauer und Gewitter zur Folge, die zur Auslöse aber meist die Orografie benötigen, weil nur wenig Hebung generiert wird.
Dabei bleibt die sehr warme bis heiße Luftmasse wetterbestimmend, die oft aber auch ziemlich trocken ist. Damit stehen den hohen Temperaturen tagsüber, im Norden um, sonst teils deutlich über 30°C, zumindest in einigen Regionen halbwegs kühle Nächte gegenüber. Allerdings sind gerade im Westen und Südwesten auch nächtliche Tiefstwerte um oder wenig unter 20°C auf der Karte mit entsprechend großer Wärmebelastung.
Etwas Bewegung in die Strömungsanordnung kommt in der zweiten Wochenhälfte, wenn der Höhenrücken unter Abschwächung nach Osten gedrängt wird und wir von Westen auf die Vorderseite des sich nach Frankreich und in die Nordsee ausweitenden Troges gelangen. Damit nimmt der zyklonale Einfluss deutlich zu und die instabile und feuchtere Luft breitet sich vom Süden auf größere Landesteile aus. Ob bis Freitag auch der Nordosten erfasst wird, ist unsicher. In dieser Luft werden dann teils starke, lokal unwetterartige Gewitter ausgelöst. Bevor am Wochenende, also erweiterte Mittelfrist, zumindest eine gewisse Abkühlung ansteht, deuten sich je nach Timing der Gewitter nochmal für Donnerstag und Freitag schwülheiße Tage an, die dann zu den hohen Temperaturen tagsüber auch warme Nächte bringen.
Für die erweiterte Mittelfrist sieht es zunächst nach zyklonal geprägtem Wetter aus mit Schauern und Gewittern. Wie lange das durchhälfte ist offen. Ebenso das Ausmaß der Abkühlung.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Das europäische Modell ist zumindest was den Hochdruckeinfluss bis Wochenmitte angeht konsistent. Unsicherheiten ergeben sich bei den Trögen, die den Osten streifen. Diese werden von Lauf zu Lauf mal mehr, mal weniger betont. Darüber hinaus ergeben sich bei der Umstellung nach Wochenmitte größere Unschärfen. Der neueste Lauf zeigt den zyklonalen Einfluss verzögert übergreifen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Ähnliches gilt für die Betrachtung der anderen Globalmodelle. Die Simulation der kurzwelligen Tröge und deren eingelagerte Höhentiefs bereit den Modellen die üblichen Schwierigkeiten. Das schlägt sich im Folgenden auch in den ENS nieder. Nächster Abschnitt.
Den Übergang zu zyklonalerem Wetter nach Wochenmitte haben die meisten Modelle im Programm. UKMO dabei noch am wenigsten, hier bleibt der Höhenkeil sogar noch westlich von uns, nur im Bodendruckfeld schiebt sich das Tief zu uns vor. GFS und ICON lassen die Umstellung schneller vonstattengehen als das IFS, mit ICON als Vorreiter.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die ENS stützen anhand der Rauchfahnen die Aussagen des Kontrolllaufs. Vor allem die Temperaturverläufe zeigen aber schon rasch einen gewissen Spread, der auf die Unsicherheiten bei der Simulation der kleinen Tröge zurückgeht, die den Norden und Osten beeinflussen. Das Geopotential beginnt im Wochenverlauf bei steigendem Spread langsam zu sinken. Dazu kommen ab Dienstag im Süden vermehrt Niederschlagssignale, über der Mitte vor allem ab Freitag, Ende nächster Woche erreichen diese dann den Nordosten.
Die Clusterung bringt für Montag und Dienstag zwei, im nächsten Zeitschritt 4 Cluster, die alle, wenig überraschend, ins Blocking fallen. Ab Mittwoch konzentriert sich die positive Geopotentialanomalie auf Nordeuropa, während der Keil südlich davon schwächelt. Das zeigt sich vor allem bei den beiden größeren Clustern mit zusammen 35 Membern. Cluster 3 und 4 (zusammen 16 Member) zeigen das hohe Geopotential robuster und weiter westlich, bzw. über Mitteleuropa. Damit sähe es für wechselhaftes Wetter eher mau aus.
In der erweiterten Mittelfrist weitet sich das Lösungsspektrum, der größte der 3 Cluster (21 Member) zeigt Deutschland dann auf einer Trogvorderseite.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Dienstag und Mittwoch sind im Süden mit Hilfe der Orografie (Schwarzwald, Alb, Alpen) einzelne starke Gewitter möglich. Vereinzelt auch unwetterartig.
In der zweiten Wochenhälfte nimmt die Gewitterneigung insgesamt von Südwesten her zu. Dann steigt auch das Unwetterpotential.
Daneben gibt es eine große Wärmebelastung, die sich in der zweiten Wochenhälfte mit zunehmender Schwüle und wärmeren Nächten noch steigert.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS und EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner





