Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 17.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Hochdruckeinfluss deutlich freundlicher und tagsüber auch wärmer. Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
---------------------------------------------------------------- Aktuell ... erreicht eine zunehmend okkludierende Kaltfront den äußersten Nordwesten Deutschlands und sorgt für etwas Regen. Etwas vorlaufend hat sich noch ein schwaches Niederschlagsband vom Münsterland bis zur Elbmündung gebildet, welches noch den Resten der ehemals vorlaufenden Warmfront zugeschrieben werden kann. Diese macht sich neben etwas Niederschlag durch dichtere Bewölkung im Norden und Teilen der Mitte bemerkbar. Das gesamte Frontensystem gehört zu einem Tiefdrucksystem ("Alexa" - aber nicht die von Amazon...) nördlich von Schottland. Dieses wiederum ist an einen Langwellentrog gekoppelt, auf dessen Vorderseite wir nun zusehends geraten. Vorher aber überwiegt noch der Einfluss eines kurzwelligen Höhenrückens, der im Laufe des Spätnachmittags noch für die ein oder andere Sonnenstunde sorgt. Mit dem Herannahen der Front frischt vor allem an der Nordsee der Wind bereits wahrnehmbar auf. An der Küste treten wiederholt Böen 7-8 Bft auf, aber auch im Binnenland weht etwa bis auf Höhe des Mains ein durchaus lebhafter Südwestwind, der verbreitet immerhin für Böen 5-6 Bft sorgt.
In der Nacht zum Freitag zieht die Front weiter ostwärts. Dabei wird sie zumindest bodennah bereits vom zugehörigen Trog überlaufen und verliert so schon an Antrieb. Gegen Morgen liegt sie schließlich auf einer Linie vom Saarland bis ans Stettiner Haff, entlang derer etwas Regen fällt. Mengenmäßig ist das Ganze aber ziemlich überschaubar. Mehr als ein paar Millimeter Niederschlag sind nirgends in Sicht. Mit Durchgang der Front schläft auch der Wind wieder ein, nur an der Nordsee sind weiterhin stürmische Böen zu erwarten. Die neu einfließende Meeresluftmasse ist wieder etwas feuchter, sodass die kommende Nacht etwas milder wird. Während im Süden nochmals einstellige Tiefstwerte zu erwarten sind, bleibt es im Rest des Landes bei Minima um 12°C.
Freitag ... überquert uns auch die Achse des zugehörigen Langwellentroges in der Höhe. Damit verliert der noch immer über Deutschland liegende Frontenrest endgültig an Schub und bleibt bis zum Nachmittag über Franken und Sachsen liegen. Dort regnet es noch bis zum Nachmittag etwas vor sich hin. Abgesehen davon trocknet es im Rest des Landes weitgehend ab. Hier und da können sich höchstens ein paar kurze Schauer bilden, immerhin ist die untere Troposphäre bis etwa 700 hPa noch labil geschichtet. Darüber bildet sich durch NVA und einsetzende WLA bereits schon wieder eine Absinkinversion aus. Stichwort Warmluftadvektion: Diese fällt in der zweiten Tageshälfte im Norden recht intensiv aus. Nach Durchgang der vorherigen Okklusionsfront stellt sich eine intensive zonale Höhenströmung ein, die stromaufwärts seht weit auf den Atlantik reicht. Das Jetmaximum befindet sich zwischen den Britischen Inseln und Island. In der Folge kommt es entlang der mittlerweile prominent ausgebildeten Frontalzone zur Wellenbildung. Die Warmfront erreicht zusammen mit dem Scheitel- bzw. Okklusionspunkt in der Nacht zum Samstag den Norden und bringt dort in erster Linie dichte, stratiforme Bewölkung, aber nur etwas Regen. Bezüglich der Temperaturen ist der Effekt wohl nur im Bereich Niedersachsens spürbar, wo es bei Werten von 20°C wieder etwas wärmer wird als an den Vortagen. Dementsprechend ist auch der Wind an der Nordsee weiter ein Thema, wo es weiterhin beim stürmischen Südwestwind bleibt.
Im Süden bekommt man von alldem nur wenig mit. Abseits der Restniederschläge der Okklusion lockert die Bewölkung im Tagesverlauf unter Druckanstieg auf und es etabliert sich allmählich eine Hochdruckrandzone.
In der Nacht zum Samstag setzt sich der Druckanstieg im Süden und nun auch in der Mitte fort, nur der Norden verbleibt unter zyklonalem Einfluss. Dort kommt es wie bereits beschrieben zu etwas Regen mit dem Warmfrontdurchzug. Dementsprechend auch wieder die Zweiteilung: Im Norden milde Minima von 15 bis 10°C, im Süden frisch bei 10 bis 5°C und dem ein oder anderen Nebelfeld.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... beginnt die Frontalzone über dem Norden zu schleifen. Die Warmfrontausläufer verbleiben noch länger dort, sodass es auch im Laufe des Tages noch länger anhaltend sanft vor sich hin regnet. Bis in die Mitte hinein bleibt es entsprechend auch dichter bewölkt. Im Süden bleibt dagegen weiter der Hochdruck wirksam und sorgt dort für weniger Wolken und mehr Sonnenschein sowie deutlich wärmere Temperaturen. Entlang von Ober- und Mittelrhein steht sogar nochmal ein Sommertag mit >25°C ins Haus. Kontrastprogramm dagegen an der Nordsee: Dort geht's eher herbstlich zu bei Regen und weiter anhaltendem stürmischem Südwestwind.
In der Nacht zum Sonntag bekommt die Frontalzone zunehmend Kaltfrontcharakter bei gleichzeitig aufsteilender, auf Nordwest drehender Strömung und Druckanstieg über den Britischen Inseln. Die Niederschläge intensivieren sich deutlich und breiten sich langsam südwärts aus. Einzelne eingelagerte Gewitter sind dabei nicht ausgeschlossen.
Modellvergleich und -einschätzung
Während die größeren Modelle bezüglich der postfrontalen Niederschläge am Freitag recht entspannt sind, produzieren ICON-D2 und Co. fleißig Schaueraktivität à la Aprilwetter. Es wird wohl eine Lösung irgendwo dazwischen werden mit einzelnen verstreuten Kaltluftschauern, für die die vorhandene Restlabilität noch ausreicht.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
M.Sc. Felix Dietzsch
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 17.09.2026 um 10.30 UTC
Nach wechselhaftem und an den Küsten stürmischem Beginn Hochdruckeinfluss, dabei mäßig-warm. Zum Ende der Mittelfrist Erwärmung, aber auch vorübergehender Tiefdruckeinfluss möglich.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 24.09.2026
Blockierung hieß das Zauberwort im vergangenen Sommer und offenbar kann auch der Herbst bzw. die Mittelfrist damit etwas anfangen. Für die weiterhin in vielen Teilen Deutschlands von Trockenheit geplagte Natur sind das keine guten Nachrichten, bleiben Niederschläge unter dieser Prämisse doch weiterhin Mangelware. Fans von warmem Spätsommerwetter mit viel Sonnenschein hingegen kommen auf ihre Kosten.
Bevor die Blockierung zuschlägt, steht der Anfang der Mittelfrist ab Sonntag aber noch im Zeichen eines Trogs über Skandinavien, dessen zugehöriger Bodentiefkomplex ein Frontensystem mit zeitweiligen Regenfällen über Deutschland hinweg südwärts schickt. Im Norden sorgt der Trog nachfolgend für Schauer und kräftigem Wind an den Küsten.
Am Montag schwenkt der Trog unter Amplifizierung ostwärts weiter, sodass sein Einfluss auf unser Wetter nach letzten Schauern im Norden und Osten sowie noch starkem Wind an der Küste am Montag rasch nachlässt. Der nachfolgende Rücken spannt sich dann von der Iberischen Halbinsel leicht positiv geneigt weit bis ins Nordmeer auf und begründet damit die neue Blockierung. Bis zum Donnerstag kippt er ein wenig in Richtung Skandinavien, während der Trog in Richtung Baltikum abtropft. Bodennah induziert der Rücken ein Hoch zunächst etwa über dem Ärmelkanal, das im Verlauf seinen Schwerpunkt Richtung Skandinavien und später Richtung Nordwestrussland verlagert. Ausläufer von Tiefdruckgebieten bleiben entsprechend über Deutschland außen vor. Bei anfangs nordwestlicher Anströmung gelangt recht kühle Meeresluft mit T850 hPa von 3 bis 6 Grad zu uns. Bis zum Donnerstag dreht die Strömung auf Nordost, wobei die dann herangeführten kontinentalen Luftmassen ähnliche Temperaturen wie zuvor aufweisen. Erst am Donnerstag kündigt sich im Westen mit Zurückweichen des Hochs und Nachlassen der Nordostströmung von Westen her eine Erwärmung an.
In der erweiterten Mittelfrist gelangen wir auf die Vorderseite eines Trogs über dem Nordostatlantik, wobei das zugehörige Frontensystem am Freitag mit leichten Regenfällen vor allem den Norden von Deutschland erfasst. Mit südwestlicher Strömung wird nunmehr subtropische Warmluft advehiert, sodass die T850 hPa auf 11 bis 14 Grad steigt. Am Wochenende verbleiben wir im Warmsektor des Tiefs.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Im Grunde liefert der neueste Lauf des EZMW von heute 0 UTC im Vergleich zu seinen beiden gestrigen Vorläufen keine neuen Erkenntnisse bis zum Donnerstag. Das Frontensystem in der erweiterten Mittelfrist am Freitag nächster Woche hingegen ist neu, die Niederschläge im Norden halten sich aber vermutlich auch damit stark in Grenzen. Ansonsten dominiert in allen 3 jüngsten Läufen der Hochdruckeinfluss bei geringer Niederschlagsaktivität.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
ICON folgt der Version des EZMW bis zum Donnerstag ohne große Umschweife. GFS weist ebenfalls ähnliche Ergebnisse auf, bringt aber ein kleines Höhentief am Donnerstag über Benelux ins Spiel, das dann südwärts zieht. Die Glaubwürdigkeit dieses Szenarios ist allerdings arg begrenzt, da einerseits GFS in der Mittelfrist oft eine schlechte Performance über Mitteleuropa zeigt und andererseits das Exemplar auch nur sehr klein ist. Für gewöhnlich verschwinden kleine Höhntiefs in den nächsten Läufen gerne einmal. Bei UK10 schwenkt dafür am Mittwoch ein Randtrog samt Frontensystem und Regenfällen über Norddeutschland hinweg, was aber deutlich als Außenseiterlösung angesehen werden kann. AIFS verfolgt dahingehend einen ähnlichen Ansatz mit einem Randtrog ab Mittwoch über Mitteleuropa, der nachfolgend sogar in einem Höhentief über dem zentralen Mittelmeer mündet. Das könnte dem Südosten etwas wechselhafteres Wetter bescheren, zudem wären die Temperaturen allgemein nicht ganz so hoch.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen bestätigen den Hauptlauf nur bedingt. Beim Geopot 500 hPa spiegelt sich der Trogdurchgang am Sonntag/Montag noch gut wider, ab Montag läuft der Hauptlauf jedoch mehrheitlich an den unteren Rand der Verteilungen. Möglicherweise entfernt sich der östlich von uns gelegene Trog weiter nach Osten als es der Hauptlauf prognostiziert. Bei den T850 hPa öffnen sich dagegen die Kurven bereits ab Montag deutlich, zuweilen gibt es zwei Mediane in bifurkaler Verteilung. Der Hauptlauf bewegt sich von Montag bis Donnerstag am unteren Rand, womit wärmere Lösungen in der Mehrheit sind. Eine 3 bis 4 Grad höhere Temperatur wäre also keine Überraschung. Zum Ende hin schlägt der Hauptlauf nach oben aus und auch der Median steigt tendenziell, der Spread liegt aber bei 15 Kelvin. Bei den Niederschlägen sind am Montag/Dienstag Ausschläge vorhanden, danach fast keine.
CLUSTER:
Zwischen Dienstag 0 UTC und Donnerstag 0 UTC werden nur 2 Cluster ausgegeben (beide mit Blockierung). In C1 liegt der Trog östlich von uns weiter entfernt als in C2, in dem sich der Hauptlauf eingruppiert. Das wurde bereits in den Rauchfahnen gefunden.
Zwischen Freitag 0 UTC und Sonntag 0 UTC werden volle 6 Cluster benötigt, die zwischen Blockierung und NAO+ schwanken. Die Vielfalt der Lösungen zu diskutieren ist nicht zielführend, wohl aber die Aussage, dass dies die Vorhersagesicherheit untergräbt.
Fazit:
Recht sicher ist, dass der Sonntag und im Nordosten auch noch der Montag wechselhaft werden. Dabei sind im Norden und Nordosten einzelne starke Gewitter möglich. Zudem ist es an beiden Tagen an den Küsten stürmisch. Danach dominiert wahrscheinlich Hochdruckeinfluss bei meist trockenen Verhältnissen und bei weiterhin eher mäßig-warmen Temperaturen. Ob in der erweiterten Mittelfrist ab Freitag ein Frontensystem Deutschland erreicht, ist noch unsicher. Die Temperaturen steigen dann voraussichtlich wieder, es bleibt aber offen, wie stark.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND:
Am Sonntag und Montag gibt es bei EFI Hinweise für starken Wind im Norden und Nordosten. In den Ensembles bleibt das Potenzial für stürmische Böen Bft 8 oder exponiert Sturmböen Bft 9 aber auf die Küsten beschränkt.
GEWITTER:
Am Sonntag sind im Norden, am Montag im Nordosten bei geringem CAPE, allerdings gut gescherter Umgebung einzelne Gewitter mit stürmischen Böen Bft 8 nicht ganz ausgeschlossen. Am Sonntag wird dies zusätzlich durch erhöhte EFI-CAPE-Shear-Werte unterstützt.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler





