Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 11.06.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: NWz
Wechselhaft und meist nur mäßig warm, aber kaum markante Wettererscheinungen. Am Freitag bis in die Nacht zum Samstag am Alpenrand östlich des Karwendels Dauerregen möglich.
Freitag lediglich auf exponierten Gipfeln stürmische Böen bzw. Sturmböen, Samstag an den Küsten stürmische Böen, in Gipfellagen Sturmböen.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... schwenkt ein vom Nordmeer über Mitteleuropa bis zur Adria reichender Langwellentrog bei weiterer Amplifizierung mit seiner Achse bis zum Abend langsam über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts. Rückseitig folgt ein flacher, aber breiter Höhenkeil, der sich abends bereits über den Britischen Inseln befindet. Daraus resultiert über dem westlichen Mitteleuropa eine recht glatte nordwestliche Strömung, wobei kräftige WLA vorderseitig eines weiteren Troges mit Drehzentrum südwestlich von Island über den Höhenkeil hinweg bereits weit nach Ostsüdost ausgreift und bis zum Abend zunehmend auch den Westen des Vorhersagegebietes erfasst.
Zunächst bestimmt aber noch eine hochreichend kalte und labil geschichtete Luftmasse maritimen Ursprungs das Wetter in weiten Teilen des Landes. Bereits aktuell gibt es - oft gekoppelt an kurzwellige Troganteile - vor allem im Südwesten, in der Mitte sowie an den Küsten (hier spielt sicherlich auch das relativ zur Luft wärmere Oberflächenwasser eine Rolle) einzelne Schauer; da auch oberhalb der stabilen Grundschicht ein wenig Cape zur Verfügung steht, kann es ab und zu auch mal blitzen.
Mit Einstrahlung und diabatischen Erwärmung der Grundschicht labilisiert die Luftmasse im Tagesverlauf nun auch von "unten her". In 500 hPa schwanken die Temperaturen um die Mittagszeit zwischen -24 und -27 Grad (außer ganz im Westen und Südwesten, dort beginnt sich die Luft mitteltroposphärisch bereits zu erwärmen), in 850 hPa zwischen 2 Grad im Nordwesten und 5 Grad an den Alpen. Die Folge sind zahlreiche Schauer und auch einzelne Gewitter, mangels Scherung und Organisationsgrad (lediglich die Mittelgebirge können ein wenig "triggern") oft der Marle "Popcorn". Die Prognosetemps zeigen überwiegend dünne, aber hochreichende (bis etwa 400 hPa) Labilitätsflächen, wobei 50 bis gebietsweise 200 J/kg ML-Cape generiert werden können bei PPWs um oder knapp über 15 mm. Die meisten auftretenden Gewitter genügen somit wohl "gelben" Warnkriterien (Böen Bft 7, etwas Graupel), nur vereinzelt tritt auch mal eine stürmische Böe (Bft 8) auf, vor allem bei im Vorfeld trockener Grundschicht, auch kleiner Hagel ist im "Extremfall" mal denkbar, während Starkregen so gut wie keine Rolle spielen dürfte.
Im Westen und vor allem im Südwesten reicht die Labilitätsfläche oft nur noch bis 600 hPa, nachmittags teilweise nicht einmal mehr bis 700 hPa. Hier macht die Stabilisierung durch die WLA deutliche Fortschritte, nachmittags und abends zieht bereits mehrschichtige Bewölkung auf. Für einzelne Schauer reicht es wohl noch, aber kaum für Gewitter. Nachmittags bleibt es dort dann meist trocken, ehe am späteren Abend im äußersten Westen leichter Regen einsetzt. Im Bodenfeld kann sich der nach Südwestdeutschland und ins Alpenvorland gerichtete Hochkeil noch ein wenig verstärken, was zu einer leichten Gradientverschärfung in der Südwesthälfte führt. Mit dem Tagesgang frischt der Wind dort somit aus West bis Nordwest auf, für warnrelevante Böen dürfte es aber kaum reichen, lediglich in einigen Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge sowie der Alpen gibt es auch außerhalb der Schauer einzelne steife, exponiert stürmische Böen.
Die Sonne zeigt sich am häufigsten noch an den Küsten, aber auch sonst reicht es immer mal wieder für kurze sonnige Abschnitte zwischen den Schauern. Innerhalb der gut durchmischten Luftmasse werden Maxima zwischen 15 und 19 Grad, am Oberrhein stellenweise 20 Grad erreicht, im Bergland bleibt es frischer.
Ibn der Nacht zum Freitag kommt der Langwellentrog bei weiterer Amplifizierung Richtung Balkan aufgrund eines blockierenden Höhenrückens über Westrussland nur noch langsam nach Osten voran. Der folgende Höhenkeil schwenkt Richtung Nordsee, gefolgt vom Höhentrog über dem mittleren Nordatlantik, der sich mit seinem Drehzentrum langsam dem Seegebiet südlich von Island annähert. Die nordwestliche Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet verstärkt sich weiter und bei nun kräftiger WLA, die im Laufe der Nacht das gesamte Land erfasst, ist sie leicht antizyklonal konturiert. Die Luftmasse stabilisiert nun rasch und die Schauer- bzw. Gewittertätigkeit kommt in der ersten Nachthälfte auch nach Osten zu alsbald zum Erliegen.
Das mit dem Höhentrog südlich Islands korrespondierende Bodentief "SABINA" befindet sich zunehmend achsensenkrecht unterhalb des Höhentiefs und hat somit den Höhepunkt seiner Entwicklung überschritten, füllt sich aber nur langsam auf. Es bildet mit dem Vorgängertief "ROSI" nachts vorübergehend einen Dipol südlich von Island. Dessen okkludierendes Frontensystem überquert die Nordsee im Laufe der Nacht rasch ostsüdostwärts und greift in der zweiten Nachthälfte teilokkludiert bereits auf den Westen bzw. Nordwesten des Vorhersagegebietes über. Im Vorfeld setzt von Westen her leichter Regen ein, der rasch nach Osten vorankommt, lediglich von Vorpommern bis nach Sachsen bzw. im Osten Bayerns bleibt es wohl bis Freitagfrüh noch trocken.
Die Mengen bleiben allerdings überschaubar. Meist fallen nur wenige l/qm, lediglich in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge, vor allem aber im Schwarzwaldstau fallen bis Freitagfrüh um bzw. knapp über 10 l/m². Im Lee einiger Mittelgebirge bleibt es dagegen gebietsweise sogar halbwegs trocken. Mit Annäherung und Passage des Frontensystems verschärft sich zwar der Gradient, angesichts der stabilen Schichtung macht sich das aber lediglich in höheren Lagen bemerkbar. Auf dem Brocken kann es ausgangs der Nacht stürmische Böen, eventuell Sturmböen aus Südwest geben; ob es über der offenen Nordsee mit Passage der Okklusion für einzelne steife Böen reicht, ist dagegen noch fraglich. Die Nacht fällt im Westen mit zweistelligen Minima bereits recht mild aus, während es in den östlichen Mittelgebirgen gebietsweise auf nahe 5 Grad abkühlen kann.
Freitag... schwenkt der flache Höhenkeil von der Nordsee her langsam über das Vorhersagegebiet ostsüdostwärts, wodurch die Höhenströmung etwas auf Westnordwest zurückdreht und über dem Westen/Nordwesten des Landes zunehmend diffluent konturiert ist. Die beiden Bodentiefdipole haben sich inzwischen zu einem Tiefdruckgebiet vereinigt, das sich langsam ins Seegebiet nördlich der Färöer-Inseln verlagert. Während Warmfront und Okklusion relativ rasch nach Osten vorankommen, gerät die strömungsparallele Kaltfront irgendwo über Norddeutschland und der südlichen bzw. mittleren Nordsee bzw. den Britischen Inseln ins Schleifen, wobei die aktuellen Läufe eine flache Welle auf der Agenda haben, die vom Norden Englands bis zum Abend ins Seegebiet nordwestlich der Deutschen Bucht zieht. Somit gelangen nur Teile Nord- und Ostdeutschlands vorübergehend postfrontal in den Einflussbereich maritim erwärmter Polarluft, die aber lediglich bis knapp über 700 hPa labil geschichtet ist. Neben kurzen Auflockerungen mit etwas Sonnenschein gibt es dort noch einzelne Schauer, für Gewitter dürfte es aber kaum reichen, auch, wenn SuperHD vereinzelte auf der Agenda hat.
Weite Teile des Landes bleiben dagegen im Einflussbereich der schleifenden Front bzw. im Warmsektor. Die dorthin advehierte Luftmasse ist teilweise subtropischen Ursprungs, ist hochreichend nahezu feuchtegesättigt und weist PPWs von über 35 mm auf. Vor allem in einem breiten Streifen vom Westen über die Mitte bis in den Süden des Landes regnet es verbreitet und teilweise auch länger anhaltend, wobei die Mengen mangels dynamischen Hebungsantrieb trotz der hohen PPW-Werte meist übersichtlich bleiben. Lediglich in den Staulagen der west- und südwestdeutschen Mittelgebirge fallen bis zum Abend 10 bis 15 l/m², vor allem aber auch im Stau der Alpen, wo in exponierten Staulagen auch um 25 l/m² zusammenkommen können. Ganz im Südwesten macht sich allerdings im Tagesverlauf bereits ein sich von Frankreich her dorthin ausweitender Hochkeil dämpfend bemerkbar; vom Saarland über die Pfalz bis zum Schwarzwald und nach Südbaden klingen die Regenfälle ab mittags bereits wieder ab und vor allem vom Breisgau bis zum Hochrhein zeigt sich dann auch zeitweise die Sonne.
Der Wind weht vor allem in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen lebhaft aus westlichen Richtungen, exponiert kann es stürmische Böen geben. An Nordseeküstenabschnitten mit auflandigem Wind sowie in einigen Mittelgebirgsleelagen sind steife Böen nicht ausgeschlossen. In 850 hPa steigt die Temperatur auf Werte zwischen 5 Grad im Nordosten und 10 Grad im Südwesten. Somit werden dort, wo die Wolken zeitweise auflockern, also vor allem im Harzlee und im Südwesten, Werte um 20 Grad erreicht, im südlichen Oberrheingraben auch bis 22 oder gar 23 Grad. Unter den dichten Wolken reicht es für Maxima zwischen 15 und 19 Grad.
In der Nacht zum Samstag überquert der flache Höhentrog die Britischen Inseln und greift auf die nördliche Nordsee über, dessen Drehzentrum befindet sich morgens in etwa vor Kap Svinöy. An dessen Südflanke dreht die kräftige Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet noch etwas auf Westnordwest zurück und bleibt diffluent konturiert.
Das Bodentief zerfällt in mehrere Kerne über dem Südteil der Norwegischen See und Südnorwegen. Die flache Welle entlang der Kaltfront kommt über Norddeutschland rasch nach Osten voran und hat kein Entwicklungspotenzial mehr, rückseitig macht die Front selbst wieder etwas mehr nach Süden an Boden gut und erreicht Samstagfrüh die mittleren Landesteile.
Mit Passage der flachen Welle setzt im Laufe der Nacht auch im Norden und Osten vorübergehend wieder skaliger Regen ein, lässt aber postfrontal alsbald von Westen bzw. Nordwesten her wieder nach. Die im Warmsektor in den Südwesten und Süden Deutschlands advehierte Luftmasse büßt im Laufe der Nacht nicht zuletzt durch Absinken deutlich an Feuchte ein, die PPWs gehen auf teilweise unter 25 mm zurück. Entsprechend klingen auch dort die Regenfälle langsam ab. Im Stau der östlichen und ostbayerischen Mittelgebirge kommen bis Samstagfrüh noch um oder knapp über 10 l/m² zusammen, an den Alpen östlich des Karwendels nach Lesart des ICON-EU dagegen nochmals 15 bis über 20 l/m², so dass in den Regionen wohl die Warnschwellen für 12- bis 24-stündigen Dauerregen (25 bis 50 l/m²) überschritten werden.
Vor allem mit Passage der Kaltfront verschärft sich der Gradient über weiten Teilen des Landes, zumal sich auch der nach Südwestdeutschland gerichtete Hochkeil ein wenig verstärkt. Vor allem in den Kamm- und Gipfellagen der zentralen und ostbayerischen Mittelgebirge sowie der Alpen gibt es nun häufiger stürmische Böen, exponiert auch Sturmböen, an der Nordsee reicht es eventuell für steife Böen aus West bis Nordwest.
Die Nacht verläuft mild mit Minima zwischen 16 und 11 Grad.
Samstag... verlagert der Höhentrog sein Drehzentrum langsam nach Südskandinavien, wo sich auch im Bodenfeld ein zentralsteuerndes Tiefdruckgebiet (Kerndruck um 1000 hPa) etabliert. An dessen Südflanke schwenken einer oder mehrere kurzwellige Anteile über die Nordsee und den Nordosten Deutschlands hinweg südostwärts und halten die zyklonale Nordwestlage zumindest über der Nordhälfte des Landes aufrecht. Über Süd- und Südwestdeutschland ist die Höhenströmung dagegen leicht antizyklonal konturiert. Die Kaltfront kommt somit über der Mitte des Landes nur noch langsam nach Süden voran und löst sich mit Annäherung an den Bodenhochkeil weitgehend auf. Die Südhälfte bleibt somit im Einflussbereich der dorthin von Westen her advehierten warmen Biskayaluft mit 850 hPa-Temperaturen zwischen 9 und knapp 14 Grad. Vor allem in Baden-Württemberg und zunehmend auch in Bayern, vielleicht auch noch im Saarland und in der Südpfalz setzt sich verbreitet die Sonne durch und es bleibt dort trocken. Die Temperaturen erreichen sommerliche Werte zwischen 23 und 27, im südlichen Oberrheingraben vielleicht 28 Grad.
Anders dagegen postfrontal in der Mitte und im Norden. Die 5 Grad-Isotherme in 850 hPa erreicht noch die mittleren Landesteile, nördlich davon macht sich erneut ein Schwall maritimer Polarluft breit, die aber nicht sonderlich hochreichend labil geschichtet ist. Vor allem mit Passage der oben angesprochenen kurzwelligen Troganteile reicht es im Norden und Nordosten aber wohl doch für einzelne Schauer, nach Osten zu auch für kurze Gewitter; bei markanter Scherung, aber nur wenig Cape sind dann als Begleiterscheinung am ehesten stürmische Böen bzw. Sturmböen zu erwarten, maximal noch Graupel bzw. kleinkörniger Hagel.
Apropos Wind: Der dürfte im Fokus der Warntätigkeit stehen. Vor allem im Norden und in der Mitte bleibt ein scharfer Gradient aufrecht bzw. kann sich mit Passage eines Bodentroges noch etwas verschärfen, dazu kommt noch der Tagesgang. Außer im Südwesten und Süden gibt es zumindest in freien Lagen vielerorts steife Böen aus West bis Nordwest, an den Küsten auch stürmische Böen, in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge (ausgenommen wohl die südwestdeutschen) ebenfalls, exponiert sind dort Sturmböen zu erwarten.
Im Gegensatz zum Südwesten und Süden macht sich die Sonne im Norden und Osten deutlich rarer und zeigt sich meist nur kurz zwischendurch. Im Norden reicht es auch nur für Maxima zwischen 15 und 19 Grad, in der Mitte immerhin für 18 bis 23 Grad.
In der Nacht zum Sonntag greift von Nordwesten her ein etwas markanterer Randtrog auf das Vorhersagegebiet über, damit einhergehend auch ein Bodentrog, der mit häufigeren Schauern, eventuell auch einzelnen Gewittern vor allem den Küstenbereich und eventuell auch noch die Norddeutsche Tiefebene erfasst. Der nach Südwest- und Süddeutschland gerichtete Hochkeil wird dadurch nach Südwesten abgedrängt und die maritime Polarluft kann sich weiter nach Süden durchsetzen, die 5 Grad-Isotherme erreicht morgens in etwa Mosel und Main. Somit kommen die etwas dichteren Wolken weiter südwärts voran, lediglich ganz im Südwesten bleibt es noch gering bewölkt. Ob es hier und da für etwas Regen reicht, ist noch unklar.
Der Wind nimmt tagesgangbedingt vor allem im Binnenland rasch ab, an den Küsten und auf den Bergen bleibt er aber wohl noch teilweise warnrelevant. Die Minima bewegen sich zumeist zwischen 12 und 7 Grad, lediglich im Südwesten bleibt es milder mit 15 bis 11 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle fahren einen einheitlichen Kurs. Allerdings ergeben sich vor allem für den morgigen Freitag noch feine Unterschiede bei der Passage der Kaltfront bzw. der darin eingebetteten Welle, was Auswirkungen auf die Niederschlagsprognosen hat, insbesondere auch auf die Ausprägung einer eventuellen Dauerregenlage am östlichen Alpenrand. Die Modelle haben sich diesbezüglich angeglichen, die geringeren Mengen im GFS und IFS sind wohl auch der gröber aufgelösten Modellorographie geschuldet. Letztendlich erscheint Dauerregen angesichts der hohen PPWs aber plausibel. Über eine entsprechende Warnung wird spätestens am morgigen Vormittag entschieden.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 11.06.2026 um 10.30 UTC
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 18.06.2026
Der Zeitraum für die heutige Mittelfristvorhersage beginnt am kommenden Sonntag, dem 14. Juni. Dabei liegt ein hochreichendes Tief über Nordeuropa, das sich in der Höhe bis ins Europäische Nordmeer erstreckt. Über dem Nordatlantik findet sich ein weiteres hochreichendes Tief. Dazwischen erstreckt sich von Marokko über die Iberische Halbinsel und Großbritannien bis nach Grönland ein Höhenrücken. Gleichzeitig liegt über Nordwestrussland ein Hoch, das die Druckgebilde am weiteren Vorankommen hindert.
Deutschland befindet sich in einer nordwestlichen Strömung, mit der bereits in den vorangegangenen Tagen kühlere Luft eingeflossen ist. Die Temperaturen in 850 hPa bewegen sich meist im einstelligen Bereich. Ein von der Nordsee auf Norddeutschland übergreifendes Randtief sorgt in der Nordhälfte für wechselhaftes Wetter mit Schauern und einzelnen Gewittern, in der Nordosthälfte muss mit starken, teils stürmischen Böen gerechnet werden.
Am Montag überquert das Randtief die Nordosthälfte Deutschlands. Gleichzeitig wölbt sich der Höhenrücken von Westen her bis nach Deutschland auf. Auch am Boden verlagert sich die Hochdruckbrücke ostwärts, sodass einer der Schwerpunkte über dem Südwesten Deutschland liegt. Dabei dreht die Strömung auf westliche Richtungen, sodass die 850 hPa-Temperatur wieder höhere einstellige Werte annimmt, im äußersten Westen und Südwesten zeigt sich die 10-Grad-Isotherme. Tagsüber muss im Nordosten nochmals mit Windböen, an der Küste bei auflandigem Wind auch mit stürmischen Böen gerechnet werden, bevor der Wind in der Nacht zum Dienstag schließlich nachlässt.
Am Dienstag befindet sich über Finnland und Westrussland weiterhin das hochreichende Tief. Das Tief über dem Nordatlantik nähert sich der Region zwischen Island und Irland an. Von Nordafrika erstreckt sich weiterhin ein breiter Höhenrücken nordwärts und reicht mit seiner Achse über Benelux bis nach Südnorwegen.
In Deutschland dreht die Strömung allmählich auf West-Südwest, sodass wärmere Luft (T850hPa zwischen 10 und 17 Grad Celsius) advehiert werden kann. Gleichzeitig weist die Strömung über uns im aktuellen IFS-Lauf einen kurzwelligen Anteil auf, der zumindest für ein paar Quellwolken und den einen oder anderen Schauer, vielleicht auch für ein einzelnes Gewitter sorgen könnte.
Am Mittwoch liegt das hochreichende Atlantiktief dann zwischen Island und Schottland, der Höhenrücken verlagert seine Achse nach Westdeutschland und reicht bis Norwegen. Dennoch sorgt die Advektion feucht-warmer Luft insbesondere in der Nordhälfte für zeitweise Wolkenfelder und ein gewisses Schauer- und Gewitterpotenzial. Die 850 hPa-Temperatur liegt im Norden nur knapp über 10 Grad, steigt jedoch im Süden auf Werte nahe 20 Grad an. Damit steigt die Lufttemperatur am Boden im Südwesten voraussichtlich auf Werte über 30 Grad an.
Am Donnerstag erstreckt sich die Achse des Höhenrückens über Ost-Deutschland und Polen zum Bottnischen Meerbusen. Das Atlantiktief verlagert seinen Kern nur geringfügig ostwärts und befindet sich weiterhin zwischen Island und Schottland. Deutschland gelangt damit zunehmend auf die Vorderseite des Tiefs. Dabei fließt bei uns mit südwestlicher Strömung sehr warme bis heiße, über West- und Nordwestdeutschland auch feuchte Subtropikluft ein (T850hPa 16 bis 22 Grad Celsius). Im Vorfeld einer Kaltfront, die zunächst noch über der Nordsee verbleibt, kann sich im Tagesverlauf mit Sonnenunterstützung einiges an CAPE (gebietsweise über 1000 J/kg, vereinzelt um 2000 J/kg) aufbauen. Im Nachmittagsverlauf können so von Benelux und Frankreich her teils schwere Gewitter aufkommen.
In der erweiterten Mittelfrist von Freitag bis Sonntag wandert der Höhenrücken ostwärts. Die Strömung bleibt anfangs auf Südwest und dreht über Annäherung eines flachen Randtrogs des Atlantiktiefs vorübergehend auf West. Die Kaltfront greift auf Deutschland über und trennt kühlere Meeresluft im Nordwesten von weiterhin heißer Subtropikluft im Süden und Südosten des Landes. Dabei bleibt es wechselhaft mit kräftigen Schauern und teils schweren Gewittern.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bereits zu Beginn der Mittelfrist wird der Durchgang des kleinen Randtiefs zeitlich etwas unterschiedlich simuliert, was geringfügige Auswirkungen auf den Nordwesten Deutschlands hat. Im Anschluss nehmen die Unsicherheiten etwas zu, wenngleich die grundsätzliche Entwicklung in allen Vorläufen gut nachvollziehbar bleibt. Der Höhenrücken baut sich zu Beginn der Woche im aktuellen IFS-Lauf etwas rascher auf als noch im gestrigen 00-UTC-Lauf. Der gestrige 12-UTC-Lauf simuliert die Verlagerung des Atlantiktiefs am Mittwoch deutlich zügiger in Richtung Skandinavien, sodass auch der Höhenrücken schneller über Deutschland hinwegzieht. Allerdings regeneriert sich der Rücken am Donnerstag über Mitteleuropa erneut.
In der erweiterten Mittelfrist zieht die Kaltfront in allen IFS-Läufen im Nordwesten Deutschlands auf. Die größten Unsicherheiten bestehen dabei hinsichtlich der präfrontalen Gewitterentwicklung.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
GFS und UK10 zeigen eine recht ähnliche Entwicklung wie das IFS. Im Süden Deutschlands liegt die Temperatur bis Donnerstag jedoch um 1 bis 2 Kelvin niedriger.
ICON simuliert die Amplitude des Höhenrückens am Dienstag und Mittwoch etwas geringer, weshalb der Süden zunächst weniger sonnig und heiß ausfällt. Zum Donnerstag setzt sich jedoch auch im ICON zunehmend Warmluftadvektion durch.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusterszenarien zeigen von Dienstag bis Donnerstag drei verschiedene Cluster. Cluster 1 (NAO+) mit 28 Mitgliedern samt Kontrolllauf spiegelt den oben beschrieben Wetterablauf recht gut. Nach Cluster 2 (Blocking) mit 14 Mitgliedern verbleibt Deutschland überwiegend unter Hochdruckeinfluss. Hier wird ein etwas weiter ostwärts ausgreifender Rücken gezeigt. Im dritten Cluster (NAO+) mit 9 Mitgliedern fällt der Höhenrücken etwas flacher aus. Dadurch können sich über dem Norden Deutschlands zeitweise etwas zyklonalere Einflüsse bemerkbar machen, ohne dass die grundsätzliche Südwestlage aufgegeben wird. Für die erweiterte Mittelfrist wird lediglich ein Cluster ausgewiesen und dem Regime "Blocking" zugeordnet. Dieses zeigt einen allmählich ostwärts wandernden Höhenrücken, während sich westlich von Europa weiterhin der Trog behauptet. Die großräumige Zirkulation wird damit von allen Ensemblemitgliedern sehr ähnlich simuliert. Unsicherheiten bestehen folglich eher im Detail der Fronten- und Konvektionsentwicklung als hinsichtlich des großskaligen Strömungsmusters.
Die Rauchfahnen zeigen bis Freitag eine vergleichsweise geringe Streuung. Die 850 hPa-Temperatur steigt im Wochenverlauf kontinuierlich an. In der erweiterten Mittelfrist zeigt der Kontrolllauf insbesondere im Norden und Westen Deutschlands einen Temperaturrückgang, während das Geopotenzial auf erhöhtem Niveau verbleibt. Die Mehrheit der Ensemblemitglieder verbleibt jedoch auf erhöhtem Temperaturniveau. Die Niederschlagssignale bleiben zu Beginn der Woche insgesamt schwach, treten jedoch bevorzugt im Norden und Osten auf und stützen damit die dort leicht wechselhafte Witterung. Ab Freitag nehmen die Niederschlagssignale in den Ensembles zu, was mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Schauer und Gewitter einhergeht.
FAZIT:
Zunächst gestaltet sich das Wetter vor allem in der Nordhälfte leicht wechselhaft und anfangs noch zeitweise windig. Mit zunehmendem Hochdruckeinfluss steigen die Temperaturen im Wochenverlauf vor allem im Süden auf hochsommerliche, teils heiße Werte an. Ab Donnerstag steigt im Vorfeld einer von Westen herannahenden Kaltfront die Wahrscheinlichkeit für kräftige, möglicherweise auch schwere Gewitter. Hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs und der räumlichen Ausprägung bestehen jedoch noch Unsicherheiten.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
STURM:
Am Sonntag muss an den Küsten mit stürmischen Böen (Bft 8) aus West bis Nordwest gerechnet werden, in Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen sind zeitweise Sturmböen (Bft 9) wahrscheinlich. Am Montag lässt der Wind dann etwas nach, nur an exponierten Küstenabschnitten treten noch zeitweise stürmische Böen (Bft 8) aus Nordwest bis West auf.
GEWITTER:
Am Sonntag besteht im Nordosten und Osten eine geringe Wahrscheinlichkeit für Gewitter mit Graupel und stürmischen Böen bzw. Sturmböen (Bft 8-9). Am Montag beschränkt sich das Gewitterpotenzial dann auf den Osten Deutschlands. Am Dienstag und Mittwoch sind vor allem im Bereich der Norddeutschen Tiefebene einzelne Gewitter gering wahrscheinlich. Dabei können lokal Starkregen bis 25 l/qm in kurzer Zeit, stürmischen Böen (Bft 8) und kleinkörniger Hagel auftreten.
Ab Donnerstag steigt insbesondere im Westen und Nordwesten die Wahrscheinlichkeit für markante, möglicherweise auch schwere Gewitter.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
VBZ Offenbach / M.Sc.-Met. Sebastian Schappert





