Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 26.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HNF a Übergang zu TB
Heute nur vereinzelt Gewitter. Ab Donnerstagabend aus Westen Gewitterlage mit Unwetterpotential. Teilweise bis in den Freitag anhaltend.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... liegt ein umfangreiches Hochdruckgebiet über Skandinavien, gestützt durch ein abgeschlossenes Höhenhoch über der Ostsee. Demgegenüber steht ein Trog, der sich vor den Toren Europas über dem Ostatlantik weit nach Süden ausgedehnt hat und dessen eingelagertes Höhentief nordwestlich der Iberischen Halbinseln liegt.
Davor schiebt sind ein weiterer Höhenrücken nordwärts bis nach Deutschlands. Er wird zwar von schwächeren PVA Maxima
überlaufen, zudem setzt von Südwesten Warmluftadvektion ein, gegen das antizyklonale Umfeld und die stabilisierende Ostströmung in den unteren Schichten kommt das aber (meist) nicht an.
Mit der Ostströmung gelangt in den Norden und Nordosten trockenwarme und stabile Festlandsluft, über der Mitte, dem Westen und Süden liegt feuchte und instabile Luft, wobei an der Luftmassegrenze aktuell über Sachsen Regenfälle auftreten, die sich abschwächen. Übrig bleibt ein Streifen mit dichten Wolken von Südniedersachsen, Ostwestfalen bis zum Erzgebirge, wo sich die Sonne nur schwer durchsetzen kann.
Mit etwaiger Konvektion in der instabilen Luft ist es nicht weit her. Mangels Hebung passiert nicht viel. Einige Schauer sind an einem PVA Maximum vormittags im Südwesten und Süden unterwegs. Ein vereinzelter Blitz ist dabei nicht ausgeschlossen.
Im Tagesverlauf sind dann lediglich an den Alpen und im (südlichen) bayerischen Wald einzelne Gewitter mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen möglich. Auch an der Grenze zu Benelux sind vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen.
Dabei verschärft sich der Druckgradient im Norden und der Ostwind frischt auf. An den Küsten sind auflandig einige Böen 7 Bft zu erwarten. Im Norden und Nordosten setzt sich die trockene und sonnige Hochrandlage fort. Auch von Südwesten steigen die Chancen auf Sonne, Dank Absinktendenz durch den Keil, deutlich.
Die Temperaturen gehen rauf auf 23 bis 29°C, wo es stärker bewölkt bleibt und an den Küsten bleibt es (etwas) kühler.
Die Nacht zum Donnerstag verläuft antizyklonal geprägt ruhig mit ein paar Nebelfeldern. Nur der Gradient im Norden bleibt leicht erhöht mit Windböen an den Küsten, die sich im Laufe der Nacht vor allem auf die Nordsee/westliche Ostsee fokussieren.
Bei Ost- bis Südostwind sind Warnschwellen nur exponiert oder auf Inseln ein Thema.
Die Temperaturen liegen etwa zwischen 18°C im Westen und vereinzelt nahe 10°C im Osten.
Donnerstag... deutet sich ein kurzer Hitzepeak für die Südhälfte an, dann ab dem Abend eine Gewitterlage.
Der Trog über Westeuropa kommt nach Nordosten voran und drängt den Höhenrücken langsam Richtung östliches Mitteleuropa. Das Hoch im Nordosten schwächt sich dazu langsam ab und in den Westen und Südwesten Deutschlands schiebt sich von Frankreich eine flache Tiefdruckrinne mit feucht warmer und labiler Luft.
Vorderseitig einer Kaltfront, die abends Benelux und NE Frankreich, nachts dann von dort aus auch Deutschland erfasst, verstärkt sich bei uns die Advektion sehr warmer, subtropischer Luftmassen. Die 20°C Isotherme in 850 hPa liegt abends etwa auf Höhe des Mains. In 2m liegen die Maxima in der Südhälfte oft über 30°C, in der Spitze bis 33°C und auch im Norden werden meist 26 bis 30°C erwartet.
Bei zunehmender Scherung feuchtet es von Westen weiter an und PPW steigt auf 40 mm. Dazu baut sich, zwar zunächst gedeckelt, Cape gebietsweise > 1500 J/kg auf. Zunächst dürften damit wohl nur einige Wolkenfelder über den Westen hinwegziehen mit vereinzelten Schauern oder Gewittern aus restlicher Konvektion weiter westlich.
Dieser Deckel wird mit Übergreifen der Rinne und aufkommender Trogvorderseite spätnachmittags und abends im Westen und Nordwesten zusehends gesprengt und es können sich starke, teils unwetterartige Gewitter entwickeln. Mit hohen SRH-Werten und gekurvten Hodographen sind sowohl MCS als auch Superzellen möglich, die sich nachts ostwärts ausbreiten, den äußersten Osten und Südosten bis Freitag früh aber noch aussparen.
In den Gewittern sind (unwetterartiger) Starkregen, größerer Hagel und schwere Sturmböen möglich. Im Laufe der Nacht werden Sturm und Hagel unwahrscheinlicher und das Hauptaugenmerk verschiebt sich wieder auf den Starkregen mit/ohne Gewitter.
Zuvor frischt schon tagsüber der Ostwind an den Küsten wieder auf mit vermehrten steifen und einzelnen stürmischen Böen. In den Alpen kommt Föhn auf. Mit Passage der KF in der Nacht zum Freitag dreht der Wind auf Südwest und frischt besonders im Bergland vorübergehend stürmisch auf, der Föhn lässt dabei nach. Dazu bleibt es an der See teilweise windig.
Freitag... verlagert sich das Drehzentrum des Troges, ebenso wie das Bodentief zur nördlichen Nordsee, während die Trogachse abends Westdeutschland erreicht. Die vorderseitige Kaltfront überquert den Norden zügiger ostwärts, hängt aber über Süddeutschland schleifend zurück.
Im präfrontalen Südosten liegt noch die instabile Warmluft, die tagsüber mit Einstrahlung wieder aktiviert werden kann. So sind an der Kaltfront ohnehin schauerartige (Stark)Regenfälle möglich über Süddeutschland, im Tagesverlauf im Südosten auch teils schwere Gewitter mit Unwetterpotential, da weiter sehr feuchte Luft, mit Cape >1000 J/kg sowie hochreichende Scherung dort überlappen. Vorübergehend wird es am Alpenrand erneut föhnig.
Die postfrontal von SW einströmende Luft hat aber auch einiges Potential. Sie bleibt feucht und labil und gerät unter der Trogvorderseite schließlich auch wieder unter Hebung. Auch dort sind tagsüber wieder Schauer und teils kräftige Gewitter zu erwarten mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Ebenso sind auch dort Unwetter nicht ausgeschlossen, da weiter gut ausgeprägte Scherung mit der Konvektion überlappt.
Am wenigsten geht konvektiv wahrscheinlich in einem schmalen Streifen vom Südwesten in den Nordosten, auch wenn fraglich bleibt, wo genau dieser liegt und dort auch nicht nichts passiert.
Der Druckgardient am Rand des Tiefs nimmt über dem Westen und Südwesten zu, sodass der Wind dort großflächiger auffrischt mit steifen, im Bergland stürmischen Böen oder Sturmböen. Auch im Südosten sind nicht unbedingt an Gewitter gebunden nachmittags und abends Sturmböen nicht ausgeschlossen.
In der Osthälfte werden es nochmal 25 bis 30°C, in der Westhälfte 21 bis 25°C.
In der Nacht zum Samstag beruhigt sich das Wetter von Westen her langsam. Die Kaltfront verlässt uns Richtung Osten, der Trog schwenkt ebenfalls ostwärts über Deutschland hinweg. Die Regenfälle und Gewitter über dem Südosten ziehen Richtung Polen, Böhmen und Österreich ab und auch die Gewitter im Norden verlassen uns zur Ostsee nach Dänemark hin. Was bleibt sind schwächere Schauer, die über die Mitte ostwärts ziehen können.
Der Südwestwind, vor allem an den Küsten und im Bergland weht lebhaft mit einigen starken bis stürmischen Böen, auf exponierten Gipfeln mit Sturmböen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Basisfelder sehen zunächst ähnlich aus. Abweichungen ergeben sich zum Freitag in welchem Maße der Südosten präfrontal liegt. Externe Modelle lassen die KF westlicher schleifen als ICON. Mit der Kaltfront und den Gewittern ab Donnerstagabend kommen darüber hinaus größere Unsicherheiten auf. Sowohl der zeitliche Ablauf, als auch die Ausprägung der Konvektion wird unterschiedlich simuliert. Das reicht von Regen mit eingelagerten Gewittern, der abends übergreifen soll (GFS), bis hin zu Superzellen oder breiten Gewitterlinien (UKMO).
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 26.08.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft mit wiederholten Niederschlägen. Dabei meist mäßig warm bis warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 02.09.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Samstag liegt Deutschland am Rande eines umfangreichen Höhentroges über Nordwesteuropa in einer südwestlichen bis westlichen Höhenströmung. Korrespondierend dazu befindet sich auch im Bodendruckfeld eine umfangreiche Zone tiefen Luftdrucks mit mehreren eingelagerten Tiefdruckzentren, die vom Seegebiet westlich Irlands bis nach Skandinavien reicht.
Davon ausgehend und eingebettet in kurzwellige Trogstrukturen ziehen von Westen wiederholt Frontensysteme heran. So sind es am Samstag die Reste einer Okklusion, die über Nordhälfte Deutschlands hinwegziehen und dort noch für etwas Regen oder Schauer sorgen. Richtung Süden und Südosten macht sich der Einfluss eines flachen Rückens bemerkbar und es bleibt unter schwachem Zwischenhocheinfluss überwiegend trocken. Dabei ist eine mäßig warme bis warme Luftmasse vorherrschend mit Höchstwerten meist zwischen 20 und 26 Grad, mit den höheren Werten im Süden und Osten.
Bereits am Abend und in der Nacht zum Sonntag greift das nächste teilokkludierte Frontensystem über und bringt vor allem dem Norden und der Mitte vereinzelt etwas Regen.
Gleichzeitig kommt es im Bereich der Britischen Inseln zu einer kräftigeren Randtiefentwicklung. Vorderseitig steilt die Strömung nochmal auf und vor allem in den Süden und Osten gelangen nochmal sehr warme Luftmassen aus dem Südwesten Europas und die Temperatur steigt dort bei mehr Sonnenschein nochmal auf spätsommerliche Höchstwerte bis 28 Grad an.
Im Westen und Norden halten sich dagegen dichte Wolken. Die Niederschlagstätigkeit lässt im Tagesverlauf zwar erstmal nach, mit weiterer Verlagerung des Randtiefs in Richtung Nordsee greift aber ab dem Abend dessen Frontensystem auf uns über und damit verbundene Niederschläge kommen allmählich ost-/südostwärts über uns voran. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass es insbesondere in der Westhälfte das ein oder andere Gewitter in Verbindung mit Starkregen und stürmischen Böen gibt.
Am Montag zieht das Tief weiter Richtung Südskandinavien. An dessen Südrand nimmt der Druckgradient etwas zu und vor allem im Norden und in der Mitte frischt der Südwestwind teils stark böig auf. Vor allem an der Nordsee und im höheren Bergland sind auch Sturmböen Bft 8 bis 9 möglich. Das Frontensystem hat uns bis zum Abend weitgehend überquert, einzig an den Alpen bleibt es noch länger hängen. Rückseitig kommt es im Trogbereich noch zu Schauern. Zudem gelangt postfrontal ein neuer Schub maritimer Kaltluft nach Deutschland und die Temperatur geht im Vergleich zum Vortag wieder etwas zurück auf Werte zwischen 20 und 24, lokal bis 26 Grad.
Am Dienstag und Mittwoch schwenkt ein weiterer Randtrog über uns hinweg. Entsprechend bleibt das Wetter zyklonal geprägt mit gebietsweise weiteren meist leichten und schauerartigen Niederschlägen.
Die an den Alpen noch liegende Luftmassengrenze wird reaktiviert, sodass es dort länger anhaltend und auch mal kräftiger regnen kann. Hinweise auf warnwürdige Mengen gibt es aber nicht.
Nachfolgend stellt sich eine Zweiteilung des Wetters ein. Während der Norden am Rande der Frontalzone verbleibt und sich das Wetter weiter wechselhaft gestaltet, gelangen die weiteren Landesteile von Westen unter Hochdruckeinfluss. So bleibt es dort trocken bei mehr Sonne und teils wieder sommerlichen Temperaturen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des IFS kann als gut bezeichnet werden. Erst zum Ende der Mittelfrist nehmen die Unterschiede leicht zu, was sich in einem zeitlichen Versatz der Trog-Keil Strukturen äußert. Der zyklonal geprägte Witterungsabschnitt kann aber als sicher bezeichnet werden.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Modelle zeigen einen sehr ähnlichen Wetterablauf, wenngleich es hier und da noch leicht unterschiedliche Trog-Keil Strukturen im Strömungsmuster gibt. Dies führt wiederum dazu, dass die Niederschlagsschwerpunkte und -mengen teilweise noch unterschiedlich von den Modellen prognostiziert werden. Die zyklonal geprägte Wetterlage ist aber sicher.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen über nahezu den gesamten Vorhersagezeitraum sowohl für die Temperatur als auch für das Geopotential einen sehr geringen Spread und somit eine hohe Prognosesicherheit. Wiederholte Niederschlagssignale stützen zudem den zyklonalen Charakter, wenngleich die Mengen meist im geringen Bereich liegen.
Die Clusterung des EZMW zeigt für die Zeiträume t+96h und t+168j jeweils drei Cluster. Dabei gibt es zu der zyklonal geprägten Wetterlage bis zum Ende der Mittelfrist keine anderen Szenarien.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Wie oben angesprochen kommt es im Vorhersagezeitraum vor allem an der Nordsee, teils auch im höheren Bergland zeitweise zu Sturmböen Bft 8 bis 9.
Zudem sind in der Nacht zum Montag in der Westhälfte einzelne Gewitter, teils in Verbindung mit markantem Starkregen und stürmischen Böen Bft 8 gering wahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger





