Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 28.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: TrM
Heute Durchzug eines Niederschlagsbandes, im Bergland etwas Schnee, an den Alpen bis Sonntag anhaltend.
Am Sonntag Zwischenhocheinfluss, bereits in der Nacht zum Montag erneuter Trogvorstoß nach Mitteleuropa mit Schauern und Gewittern, im Bergland Schnee, im Stau der Alpen bis Dienstag eventuell markante Neuschneemengen. Auf den Bergen Sturmböen, exponiert schwere Sturmböen, Montagfrüh vorübergehend auch an der Nordsee.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... hat sich das Thema Zwischenhocheinfluss bereits wieder erledigt. Mit Übergreifen eines Höhentroges von den Britischen Inseln auf die Nordsee wird der aktuell in etwa über der Landesmitte gelegene, für die gestrige Wetterberuhigung verantwortliche schmale Höhenkeil immer mehr in die Zange genommen, zumal er aufgrund der blockierenden Wirkung eines umfangreichen Höhentiefs über dem Balkan kaum mehr nach Süden ausweichen kann. Übrig bleibt am Nachmittag/Abend eine schmale Potenzialbrücke über dem Alpenraum, während die Achse des Troges dann von der Nordsee her auf Frankreich, Benelux und die Deutsche Bucht übergreift. Auch dieser wird blockiert durch die Höhentief-Rücken-Konfiguration über Süd- bzw. Osteuropa, somit zunehmend eingebremst und weitet sich stattdessen über Frankreich hinweg nach Südwesten aus. Dem Trog vorgeschaltet ist das inzwischen weitgehend okkludierte Frontensystem des Tiefs "NGA", welches sich als Dipol über dem Nordmeer und der Norwegischen See befindet und im Tagesverlauf langsam etwas nach Norden bzw. Osten vorankommt. Die teilokkludierte Kaltfront hat inzwischen den Nordwesten überquert, verliert aber innerhalb der mit Amplifizierung des Troges weiter aufsteilenden südwestlichen Höhenströmung an Schubkomponente und arbeitet sich nur noch langsam südostwärts vor. Abends erreicht sie etwa eine Linie Ostvorpommern-Südbaden. An sie gekoppelt ist ein mehr oder weniger breites Niederschlagsband, wobei die überwiegend skaligen Niederschläge - typisch für eine Anafront - hauptsächlich mit Passage der Front bzw. postfrontal auftreten. Somit bleibt es vom Osten und Süden Brandenburgs über weite Teile Sachsens bis in den Osten und Süden Bayerns bis zum Abend noch trocken, dazu scheint dort in einigen Regionen auch noch länger die Sonne.
Der Front folgt unmittelbar ein Schwall maritimer Polarluft mit T850 hPa zwischen -3 und -5 Grad. Entsprechend fällt in den Mittelgebirgen Schnee, auch in den Niederungen können anfangs ein paar nasse Schneeflocken bzw. Schneeregen auftreten. Meist schwankt die Schneefall- bzw. "Liegenbleib"grenze jedoch zwischen 400 und 600 m. Die Mengen in den Mittelgebirgen fallen insgesamt nur gering aus, meistens reichen Glättewarnungen vor Schneematsch oder geringen Neuschnee aus. In den zentralen und nachmittags dann auch in den südwestdeutschen Mittelgebirgen fallen gebietsweise aber bis zu 5 cm Neuschnee, in einigen Staulagen eventuell auch etwas mehr.
Postfrontal ist es aktuell im Nordwesten bereits wieder trocken, allerdings nähert sich unmittelbar vorderseitig des Troges gelegenes Band mit Schauern, die vormittags und mittags den Westen und Nordwesten überqueren und bis zum Abend das Niederschlagsgebiet quasi einholen. Mit Annäherung des Troges geht auch die Advektion höhenkalter Luft über dem Westen und Nordwesten des Landes einher (T500 hPa um -30 Grad), so dass die Luftmasse dort labilisiert und auch kurze Graupelgewitter nicht ganz ausgeschlossen sind. Zumindest haben I-D2 und SuperHD vereinzelte auf der Agenda. Nach Abzug der Schauer setzt sich am Nachmittag dann aber vor allem vom Emsland bis zur Nordsee wieder häufiger die Sonne durch. Der Wind frischt zwar unmittelbar präfrontal bzw. mit Frontpassage vor allem vormittags böig aus Südwest bis West auf, ehe der Gradient später aufweicht. Warnrelevant ist er aber nicht, lediglich auf dem Brocken reicht es aktuell für die Bft 8.
Während es präfrontal vor allem in der Lausitz und im Osten Bayerns mit Maxima zwischen 8 und 12 Grad relativ mild wird, liegen die Höchstwerte im Regenband meist nur zwischen 4 und 8 Grad, im Bergland dort knapp über 0 Grad. Postfrontal schafft es das Quecksilber am Nachmittag an Rhein und Ems erneut auf knapp zweistellige Werte.
In der Nacht zum Sonntag tropft der Trog über den östlichen Pyrenäen aus, das nördliche Residuum kommt über dem Vorhersagegebiet kaum mehr südostwärts voran und wird von einem nachrückenden Höhenkeil, der morgens die Nordsee erreicht, zunehmend in die Zange genommen.
Die teilokkludierte Kaltfront kämpft sich nur langsam Richtung Alpen vor und verliert an Wetteraktivität, zumal von Frankreich her ein recht robuster Bodenhochkeil unmittelbar nachfolgt und sich über die Landesmitte ostwärts ausweitet.
Die Niederschläge erfassen somit allmählich auch den Süden und Osten Bayerns sowie den Osten Brandenburgs und Sachsens, im ostbayerischen Mittelgebirgsraum sowie in der Lausitz kommt aber kaum mehr was an. Mit der anhaltenden Kaltluftadvektion sinkt die Schneefallgrenze noch etwas ab auf etwa 300 bis 400 m, in Südbayern also oft bis
in tiefe Lagen. Zunächst im Stau der Schwäbischen Alb, in der zweiten Nachthälfte dann vor allem im Allgäu und im Werdenfelser Land kann es auch etwas kräftiger schneien mit mehr als 5 cm Neuschnee bis Sonntagvormittag, im Stau der Alpen westlich der Isar auch über 10 cm. Sonst fallen in der Regel nicht mehr als 1 bis 5 cm.
Im Rest des Landes klingen die Niederschläge dagegen rasch ab, lediglich ganz im Nordwesten und Westen kann es mit einem weiteren Bodentrog samt eingebetteter Kaltfront nochmals vorübergehend vereinzelte Schauer geben. Ansonsten lockern die Wolken auf und es muss vielerorts mit leichtem Frost gerechnet werden, insbesondere im Bergland
auch mit Glätte.
Sonntag... greift der Hochkeil über der Nordsee rasch auf das Vorhersagegebiet über, während bis zum
Abend bereits ein weiterer Höhentrog von Nordwesten her die Nordsee erfasst und die Frontalzone dann bei einem Aufsteilen der Höhenströmung über dem nahen Ostatlantik auf die südliche Nordsee gerichtet ist: Ein weiterer markanter Trogvorstoß Richtung Mitteleuropa steht somit in der Nacht zum Montag ins Haus. Der Sonntag steht aber zunächst einmal im Zeichen einer deutlichen Wetterberuhigung. Der von Frankreich über Deutschland bis ins östliche Mitteleuropa gerichtete Bodenhochkeil verstärkt sich noch etwas, wird aber mit Übergreifen der Frontalzone rasch nach Süddeutschland abgedrängt. Dort löst sich die teilokkludierte Kaltfront somit auf, an den Alpen und im südlichen Alpenvorland schneit es aber bis zum Abend weiter, mit allerdings deutlich abnehmender Intensität. Bis zum Nachmittag fallen in Lagen über 600 m dort gebietsweise nochmals um 5 cm Neuschnee, im Stau auch mehr. Südlich der Donau halten sich oft noch dichte Wolkenfelder.
Ansonsten bleibt es nach letzten Niederschlägen am Erzgebirge meist trocken und vielerorts setzt sich auch die Sonne durch, wobei sich unterhalb der Absinkinversion (erneut in etwa 800 hPa) rasch flache Quellwolken bilden. Lediglich im Nordseeumfeld und in Schleswig-Holstein reicht es eventuell noch für den ein oder anderen schwachen Schauer.
Von Norden her verstärkt sich im Tagesverlauf bereits wieder der Druckfall und das Frontensystem des mit dem Trogvorstoß korrespondierenden Bodentiefs "ODILE" bei Island greift abends auf die mittlere Nordsee über. Präfrontal zieht am Nachmittag und Abend im Nordwesten bereits mehrschichtige Bewölkung auf, es sollte aber noch weitgehend trocken bleiben. Der Gradient beginnt sich zu verschärfen und im Nordseeumfeld (Helgoland, Nordfriesland) kann es abends erste steife Böen aus Südwest geben.
Die Luftmasse kann sich niedertroposphärisch nur wenig erwärmen (T850 hPa um -4 Grad), dennoch wird es mit guter Durchmischung und bei längerem Sonnenschein vor allem im Westen, entlang der Rheinschiene und am Untermain sowie im Bereich der Norddeutschen Tiefebene mit Höchstwerten zwischen 9 und 12 Grad recht mild, während an den Alpen und im südlichen Vorland keine 5 Grad erreicht werden.
In der Nacht zum Montag greift der Höhentrog von der Nordsee her unter rascher Amplifizierung auf Deutschland über. Das okkludierende Frontensystem des langsam Richtung Nordmeer bzw. Norwegische See ziehenden Tiefs überquert den Norden und Westen des Landes und erreicht morgens bereits in etwa eine Linie Südpfalz-Ostvorpommern. Präfrontal breiten sich die Niederschläge rasch südostwärts aus, morgens ist es lediglich in der Lausitz, am Erzgebirge sowie im Südosten und Süden Bayerns bis nach Oberschwaben noch trocken. Im noch vorhandenen, etwas "abgehobenen" Warmsektor" des Frontensystems steigt die 850 hPa-Temperatur nur noch auf -3 bis -2 Grad, ehe sie postfrontal wieder etwas zurückgeht, entsprechend schwankt die Schneefallgrenze meist zwischen 400 und 600 m. Darüber fallen meist nur wenige Zentimeter Neuschnee, lediglich im Oberharz deutet I-EU etwas kräftigere Schneefälle mit mehr als 5 cm in wenigen Stunden an.
Postfrontal lockern die Wolken im Westen und Nordwesten nur kurz auf, denn es folgt unmittelbar der Trog mit labil geschichteter Höhenkaltluft und entsprechend auch mit Schauern sowie einzelnen Graupelgewittern. Der Wind frischt zunächst an der See und im Bergland, mit Frontpassage dann auch in den Niederungen West- und Norddeutschlands sowie der Mitte aus westlichen Richtungen auf. Über der Nordsee kann es präfrontal vorübergehend Sturmböen (Bft 8 bis 9, Nordfriesland nach Lesart des I-EU sogar kurz mal Bft 10) geben, postfrontal dreht der Wind dort auf Nordwest und flaut rasch wieder ab. Auch in den Kamm- und Gipfellagen vieler Mittelgebirge gibt es stürmische Böen bzw. Sturmböen, exponiert schwere Sturmböen (Bft 10). In den Niederungen reicht es meist nur für steife Böen (Bft 7), wenn überhaupt. Im Südosten und Süden gibt es nochmals leichten Frost, sonst reicht es dafür lediglich in den Hochlagen der Mittelgebirge.
Montag... führt ein breiter, allmählich auf West- und Nordwesteuropa übergreifender Höhenrücken zu einem weiteren Aufsteilen der mehr und mehr auf Nord bis Nordwest drehenden Höhenströmung westlich von uns, so dass der Höhentrog mehr nach Süden, Richtung Italien/Adria, amplifiziert, als über dem Vorhersagegebiet nach Osten voranzukommen. Abends erreicht dessen Achse grade so das deutsch-polnische Grenzgebiet.
Das korrespondierende Bodentief kommt über der Norwegischen See kaum mehr nach Osten voran, füllt sich langsam auf bzw. zerfällt in mehrere Kerne. Die teilokkludierte Kaltfront überquert nun auch die Osthälfte und erreicht die Alpen. Ihr folgt in breitem Strom maritim erwärmte Polarluft mit etwa -3 bis -5 Grad in 850 hPa (GFS um ein bis zwei K kälter als ICON-EU). Diese ist im Trogbereich hochreichend labil geschichtet (in 500 hPa -30 bis -35 Grad), so dass sich postfrontal zahlreiche Regen- und Graupelschauer, im Bergland auch Schneeschauer entwickeln. Innerhalb der gut durchmischten Luftmasse liegt die Schneefallgrenze meist bei etwa 600 m, lediglich bei intensiveren Schauern kann es auch in tieferen Lagen kurzzeitig mal schneien. In den Staulagen einiger Mittelgebirge können bis zum Abend ein paar Zentimeter zusammenkommen (vor allem Harz, Rothaargebirge, Sauerland und später im Schwarzwald), meist dürften aber Glättewarnungen ausreichen. Erst ab dem späten Nachmittag/Abend beginnt es dann im Stau der Alpen (zunächst vor allem im Allgäu) kräftiger schneien. Die Schauer werden häufig auch begleitet von kurzen Graupelgewittern mit Böen Bft 7 bis 8. Apropos Wind: Der frischt vor allem im Westen, Süden und in der Mitte auch außerhalb der Schauer böig auf mit Böen Bft 7 aus West bis Nordwest, im Alpenvorland kann es vor allem vormittags/mittags vor Eintreffen der Kaltfront durch den Leitplankeneffekt auch stürmische Böen, exponiert Sturmböen (Bft 8 bis 9) geben. Ähnliches gilt für die Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen, auf exponierten Gipfeln sind vorübergehend schwere Sturmböen (Bft 10) nicht ausgeschlossen. Spätnachmittags und abends flaut der Wind rasch wieder ab.
Die Maxima schwanken innerhalb der gut durchmischten Luftmasse meist zwischen 6 und 11 Grad, im höheren Bergland knapp über 0 Grad.
In der Nacht zum Dienstag wird der Höhentrog durch den umfangreichen Rücken über Russland blockiert und beginnt langsam, in mehrere Drehzentren zu zerfallen. Dienstagfrüh befindet sich dessen Achse knapp östlich des Vorhersagegebietes, wobei sich an dessen Westflanke ein recht markanter Kurzwellentrog über Südwestnorwegen ins Kattegat verlagert. Somit stellt sich über dem Vorhersagegebiet zwischen dem Trog und dem breiten, inzwischen auf die Britischen Inseln und das Nordmeer übergreifenden Rücken eine zunehmend auf Nord drehende, recht glatte, im Norden später mit Übergreifen des Kurzwellentroges zyklonal konturierte Höhenströmung ein.
Auch in 700 hPa dreht die Strömung zunehmend auf Nordwest bis Nord, so dass sich an den Alpen eine Staulage einstellt und es dort länger anhaltend schneit und die Schneefallgrenze in die Täler sinkt. Diese dauert wohl auch den Dienstag tagsüber noch an, so dass dort markante Neuschneemengen zu erwarten sind. Auch sonst bleibt die Luftmasse labil geschichtet, mit fehlender Einstrahlung klingen die Schauer aber im Laufe der Nacht ab. Eventuell führt der oben erwähnte Kurzwellentrog über dem Nordwesten und Norden des Landes aber später wieder zu einem leichten Aufleben der Schauertätigkeit, kurze Gewitter nicht ausgeschlossen. Wie auch immer - die advehierte Luftmasse kühlt in 850 hPa noch ein wenig ab, vor allem im Stau der Mittelgebirge kann es oberhalb von 400 m noch etwas Neuschnee und Glätte geben.
Bei aufgelockerter Bewölkung und mit Abflauen des Windes ist auch in den Niederungen stellenweise leichter Frost möglich und Glätte durch Überfrieren nicht ausgeschlossen. Der Wind spielt warntechnisch kaum mehr eine Rolle, an der Nordsee kann es noch einzelne steife, im Bergland stürmische Böen aus Nordwest geben.
Modellvergleich und -einschätzung
Bis auf Detailfragen fahren die Modelle einen einheitlichen Kurs.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 27.03.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft und relativ kühl, in den Nächten verbreitet leichter Frost.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 03.04.2026
Am Montag liegt Deutschland unter einem Trog, der sich vom Nordmeer bis nach Mittelitalien erstreckt. Dieser Trog wird flankiert von einem kräftigen Hoch mit Schwerpunkt knapp westlich der Biskaya und einem weiteren Hoch über dem südlichen Ural. Im Bereich dieses Troges ist kühles Schauerwetter bis hin zu kurzen Graupelgewittern zu erwarten. Oberhalb 800 m fällt durchweg Schnee. Zudem muss anfangs noch in exponierten Berglagen mit Sturmböen gerechnet werden. Mit der allmählichen Ostverlagerung des dann bis nach Tunesien reichenden Troges stellt sich in der Nacht zum Dienstag eine nördliche Strömung mit staubedingen Schneefällen in den Mittelgebirgen und an den Alpen ein, wo sich Nordföhn mit Sturmböen in exponierten Gipfellagen einstellt. Dieser dauert bis in den Donnerstag hinein an und wird hier nicht weiter erwähnt. In Lagen oberhalb 600 m sind einige bis etwa 10, im Stau der Alpen bis über 20 cm Neuschnee vorstellbar. Ansonsten lassen die Schauer vorübergehend nach, leben aber am Dienstag tagesgangsbedingt wieder auf. An den Alpen können noch einmal um 10 cm Neuschnee hinzukommen. Zudem frischt in exponierten Gipfellagen sowie an der Nordsee der Wind auch wieder mit Sturmböen Bft 8/9 auf.
In der Nacht zum Mittwoch tropft der wetterbestimmende Trog aus. Die leicht mäandrierende Frontalzone setzt sich dann über Nordskandinavien hinweg zum nördlichen Ural durch. Im Bereich des Trog-Residuums sind am Mittwoch vor allem über dem Bergland und dem Süden Deutschlands weitere Schneeschauer zu erwarten, die noch ein paar Zentimeter Neuschnee ergeben können. Im Norden und Westen setzt sich Hochdruckeinfluss durch; Absinken lässt in diesen Gebieten die Bewölkung zusehends auflockern.
Am Donnerstag und Freitag hält sich das aus dem vorherigen Austropfprozess hervorgegangene Höhentief über dem Vorhersagegebiet, so dass in dessen Bereich jeweils tagsüber das kühle Schauerwetter bestehen bleibt. Im Bodendruckfeld entwickelt sich dann, gestützt durch Kaltluftadvektion, ein Hoch über dem Nordmeer. Zwischen diesem Hoch und einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Mittelmeer gelangt mit einer nördlichen bis nordöstlichen bodennahen Strömung weiterhin Polarluft nach Mitteleuropa.
An allen Tagen wird die 10 Grad-Marke nur bei größeren Auflockerungen etwas überschritten. In den Nächten ist (vor allem, aber nicht nur ausschließlich) bei Aufklaren mit leichtem Frost zu rechnen.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich das Cut-Off-Tief über die Alpen hinweg nach Südeuropa, wodurch an den Alpen die Schneefälle noch einmal aufleben können. Am Rande des Hochs über Skandinavien setzt sich im Laufe des Wochenendes wahrscheinlich auch über Deutschland antizyklonaler Einfluss durch, so dass sich vor allem im Westen und Süden ein leichter Temperaturanstieg einstellt. In den Nächten bleibt jedoch die Frostgefahr bestehen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Dienstag ist der aktuelle Modelllauf zu den gestrigen Simulationen weitgehend konsistent. Ab Mittwoch hatten die beiden Modellläufe des Vortages bereits Hochdruckeinfluss zu bieten; mit der aktuellsten Version bleibt ein Temperaturanstieg aus.
Im erweiterten mittelfristigen vorhersagezeitraum wird der Schwerpunkt des dann sich entwickelnden Hochs zusehends nach Norden verlagert. Dieser lag beim gestrigen 00 UTC-Lauf noch über dem Alpenraum (und nicht, wie bei der aktuellen Modellrechnung über dem Nordmeer), so dass selbst dann nur sehr zögernd ein leichter Temperaturanstieg in Gang kommt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschliesslich Dienstag wird die oben beschriebene Entwicklung von den verfügbaren Modellen gestützt. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten. Bereits am Mittwoch positionieren die Modelle (außer EZMW und das Modell des kanadischen Wetterdienstes) das Cut-Off-Tief über Polen, also weiter östlich. Danach lassen die Modelle dieses Tief rasch nach Süden verschwinden, was sich nunmehr auch beim kanadischen Modell abzeichnet. Am Freitag lässt GFS als einziges Modell bereits atlantische Tiefausläufer auf Mitteleuropa übergreifen. ICON und auch das kanadische Modell haben dann einen breiten Höhenrücken über Mitteleuropa zu bieten. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum zeigt GFS den Schwerpunkt des sich dann entwickelnden Bodenhochs über dem Alpenraum, was der EZMW-Version des 00 UTC-Laufes des Vortages ähnelt. Das Modell des kanadischen Wetterdienstes zeigt eine Zwischenlösung und positioniert das Hoch über Polen. AIFS stützt dagegen die Version vom GFS.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des GFS stützt weitgehend die Entwicklung des hauseigenen deterministischen Modells, verschiebt aber den Schwerpunkt des Bodenhochs ein wenig nach Norden, so dass dann die Frontalzone über dem Ostseeraum zu finden wäre. Dies zeigt sich vor allem bei den neueren Modellläufen. Dabei ergibt sich bei einem relativ geringen Spread ab der Wochenmitte ein Trend zu eher ansteigenden Temperaturen. Über den gesamten Vorhersagezeitraum hinweg lassen sich Signale für Niederschläge finden. Abseits der Gebirge werden jedoch mehr als 5 mm innerhalb von 6 Stunden nur von Einzelmembern signalisiert. Das EPS des EZMW lässt, dem EPS-Mittel zur Folge, das Höhentief bereits in der Nacht zum Donnerstag verschwinden, was externen Modellen und auch weiter zurückliegenden Modellläufen entsprechen würde. Betrachtet man jedoch das Clustering gemäß Großwetterlagen, ergibt sich neben dem Strömungsmuster Trog Mitteleuropa bis einschließlich Freitag eine sehr dominante zyklonale Nordostlage. Dieses Szenario, das dieses Höhentief nicht so rasch verschwinden lässt, entspricht auch den synoptischen Erfahrungen. Ab dem ersten Aprilwochenende gewinnen antizyklkonale Lagen die Oberhand, wobei sich der Schwerpunkt des blockierenden Hochs allmählich nordwärts in Richtung Skandinavien / Nordmeer verlagert. Aufgrund der hieraus resultierenden nördlichen bis östlichen bodennahen Strömung kommt dann ein Temperaturanstieg nur sehr zögernd in Gang.
Wie beim EPS des GFS ist auch beim EPS des EZMW der Spread nur gering. Dabei lässt sich auch anhand der "Rauchfahne" nur ein sehr zögernder Temperaturanstieg ableiten. Dieser wäre nach AIFS-EPS ausgeprägter und würde rascher erfolgen
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Montag ist auf exponierten Berggipfeln sowie an der Nordsee Nordwestwind mit einzelnen Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten. Im Tagesverlauf erfolgt eine Windabschwächung. Dann setzt auf Alpengipfeln Nordföhn mit Sturmböen in exponierten Gipfellagen ein.
Darüber hinaus muss in den Staulagen der Alpen mit hoher, im Stau der nördlichen und östlichen Mittelgebirge mit geringer Wahrscheinlichkeit mit mehr als 10 cm Neuschnee innerhalb von 12 Stunden gerechnet werden. Am Dienstag besteht in höheren Berglagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge sowie an der Nordsee erneut die Gefahr von Sturmböen Bft 8/9, zum Abend hin erfolgt Windabschwächung. Auf exponierten Alpengipfeln ergeben sich durch Nordföhn weiterhin Sturmböen. Zusätzlich sind im Stau der Alpen erneut 10 bis 15 cm Neuschnee nicht auszuschließen.
Am Mittwoch und Donnerstag kommen an den Alpen weitere meist leichte Schneefälle zustande, der Neuschneezuwachs erreicht dabei nur noch mit geringer Wahrscheinlichkeit um 10 cm innerhalb von 12 Stunden. Auf Alpengipfeln jedoch dauert der Nordföhn mit Sturmböen in exponierten Höhenlagen an. In den Nächten muss bei Aufklaren (und nicht nur dann) verbreitet mit leichtem Frost gerechnet werden.
Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS, Temperaturen etwas mehr hin zu tieferen Werten korrigieren.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann





