Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 10.09.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
B M - keine markanten Wettergefahren.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... liegt Deutschland am Rande eines Troges, der von Skandinavien nach Polen reicht, sich allmählich weiter ostwärts verlagert und mittlerweile ausgetropft ist. Diesem Trog folgt ein Keil, der die Nordsee überquert und bis zum Abend auf Norwegen übergreift. Durch diesen Keil wird ein Bodenhoch gestützt, das sich von Frankreich und vom Westen Deutschlands nach Osten ausweitet. Hierdurch ergibt sich eine Hochbrücke, die sich vom Azorenraum über Mitteleuropa hinweg bis in die Schwarzmeerregion erstreckt. An der Ostseeküste macht sich der Trog anfangs mit Böen Bft 7 bemerkbar, bevor ab Mittag auch dort der Gradient auseinandergezogen wird und der Wind dann nicht mehr warnrelevant ist.
Absinken im Bereich der Hochbrücke sorgt im Westen und Süden abseits der Alpen für längere sonnige Abschnitte. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle wird die Einstrahlung durch Sc-artige Wolkenfelder gedämpft, die von der Nordsee übergreifen. Unmittelbar an den Alpen hält sich mehrschichtige Bewölkung, die aus der regen Tiefdrucktätigkeit südlich der Alpen resultiert. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 19 bis 23, im Küstenumfeld und in Alpennähe Werte um 17 Grad.
In der Nacht zum Freitag nähert sich von der Nordsee her ein relativ schwacher und breiter Trog. Vorderseitig zieht im Nordwesten und ganz im Westen mehrschichtige Bewölkung auf, wahrscheinlich ohne dass Niederschlag fällt. An der Nordsee frischt der Wind aus Südwest auf, an der Nordfriesischen Küste und über der offenen See sind einzelne Windböen Bft 7 nicht ganz auszuschließen. Ansonsten klart es verbreitet auf. Die Luftdruckgegensätze sind gering, so dass sich stellenweise flache Nebelfelder bilden können. Unter Wolken und im Küstenbereich sind zweistellige Temperaturminima zu erwarten, ansonsten kühlt es sich auf 9 bis 3 Grad ab.
Freitag... greift der Trog nebst vorgelagertem und mittlerweile okkludiertem Frontensystem auf Deutschland über. Für geringe Niederschläge reicht es allenfalls im Nordwesten Deutschlands, an der Nordsee kann der auf Nordwest drehende Wind mit einzelnen Böen Bft 7 auffrischen. Ansonsten hält sich im Bereich der o.g. Hochbrücke antizyklonaler Einfluss. Vom Südwesten bis in den Osten hinein stellen sich erneut längere sonnige Abschnitte ein. Gegenüber den Vortagen erfolgt ein leichter Temperaturanstieg. In tieferen Lagen Südwestdeutschlands werden bis 25 Grad erreicht.
In der Nacht zum Samstag verlagert sich der Trog nach Polen, gefolgt von einem breiten Rücken, der sich von der Biskaya in Richtung Nordsee erstreckt und sich von dort bis nach Mittelskandinavien ausweitet. Hiervon profitiert die wetterbestimmende Hochbrücke, die sich durch Druckanstieg über Mitteleuropa kräftigt und sich bis Weißrussland erstreckt. Geringe Niederschläge sind mit Passage des sich weiter abschwächenden Frontensystems anfangs noch in Küstennähe vorstellbar, ansonsten bleibt es trocken. Aufgrund der fortschreitenden Austrocknung der Luftmasse ist die Nebelneigung nur gering.
Samstag... greift der Höhenrücken auf Deutschland über. Stromaufwärts und somit über dem Atlantik wird die Strömung zonaler. Ein darin eingelagertes Frontensystem überquert weitgehend die Nordsee. Mit einer sich annähenden Warmfront zieht im Nordwesten Deutschlands mehrschichtige Bewölkung auf, zum Abend hin setzt an der Nordsee etwas Regen ein. Zudem frischt an und über der Nordsee der Wind auch wieder mit einzelnen Böen Bft 7 auf. In den anderen Gebieten hält sich der Einfluss der Hochbrücke. Absinken lässt südlich der Mittelgebirgsschwelle keine nennenswerte Wolkenbildung zu. Südlich der westlichen Mittelgebirge werden dann wieder um oder etwas über 25 Grad erreicht, ansonsten sind 19 bis 24 Grad zu erwarten.
In der Nacht zum Sonntag wird ein weiterer schwacher, aber relativ breiter Trog ostwärts gesteuert und gelangt in die Nordsee. Vorderseitiger Druckfall induziert eine schwache Zyklogenese, wodurch eine Tiefdruckrinne nebst eingelagertem Frontensystem zustande kommt. Die Warmfront, die durch diesen Trog aktiviert wird, greift dann mit Niederschlägen bis etwa auf die Mitte Deutschlands über. Im Nordwesten und Westen Deutschlands können dann durchaus einige bis etwas über 10 mm innerhalb von 12 Stunden zusammenkommen. Mit Passage der Warmfront sind an und über der Nordsee Windböen Bft 7 etwas wahrscheinlicher als zuvor. Im Binnenland sollte der Wind noch nicht warnrelevant sein. Weiter nach Süden hin hält sich der Einfluss der Hochbrücke, deren Achse sich über den Alpenraum hinweg ostwärts erstreckt. Da auch in diesen Gebieten der Gradient ein wenig anzieht, ist die Nebelneigung nur gering.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 10.09.2026 um 10.30 UTC
Insgesamt wechselhaft. Am Dienstag nochmal sommerlich warm, aber auch Gewitterneigung. __________________________________________________________
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst recht gut; sie wird zum Ende aber schlechter. Der 00z Lauf simuliert alles in allem zyklonaler als die Vorläufe. Das betrifft zunächst den Sonntag, wo die Regenfälle (etwas) weiter in den Südwesten ausgreifen, als z.B. gestern 12z angedacht. Zur Wochenmitte haben die letzten beiden Läufe einen gegenüber gestern 00z deutlich markanteren Trog im Programm, wobei die aktuelle Lösung auch das Tempo leicht verschärft hat.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen betrachteten Globalmodelle ICON, GFS und UKMO stützen zunächst die getroffenen Aussagen, lassen aber Unsicherheiten in Timing und Wetteraktivität der Tiefausläufer am kommenden Sonntag erkennen.
Der dann folgende kurze Hochdruckeinfluss wird unisono angeboten, hält sich aber unterschiedlich lange und wird unterschiedlich beendet. GFS und UKMO lassen es zum Teil bis den Mittwoch hinein niederschlagsfrei. Und anstatt das der Trog dann durchschwenkt (wie bei ICON und UKMO), zeigt er bei IFS und GFS am Mittwoch Abtropftendenzen, über uns oder schon weiter westlich. Die Prognose wird spätestens ab Mittwoch unsicher.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles stützen anhand der Rauchfahnen im Wesentlichen die Ergebnisse des Kontrolllaufs. Die Temperaturen steigen insgesamt bis Dienstag an, beginnen dabei auch zu streuen. Ab Mittwoch bringt die kühle Meeresluft einen markanten T-Rückgang, dann fächert auch die Geopotentialentwicklung auf und der Kontrolllauf rutscht in den unteren Bereich der ENS, aber ohne, dass er zur Außenseiterlösung wird. Niederschlagssignale sind vor allem am Sonntag und zur nächsten Wochenmitte erkennbar.
Die Clusterung spricht zunächst mal für größere Unsicherheiten. Im ersten Zeitschritt sind 4 Cluster vorhanden, dann jeweils 6. Der Kontrolllauf liegt immer in Cluster 1. Der Trend geht von überwiegenden Blockinglösungen zu Beginn, zu zonaleren Szenarien je weiter die Mittelfrist fortschreitet. Die Clustervielfalt stammt aus dem unterschiedlichen Verhalten der kürzeren Wellen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die vereinzelten Gewitter, die mit den Tiefausläufern am Sonntag auftreten können, sind mangels Labilität ziemlich unsicher. Am Dienstagnachmittag sind dann im Nordwesten kräftige Gewitter möglich. EFI liefert deutliche Signale für erhöhtes Cape Shear. Dabei scheinen auch lokale Unwetter nicht ausgeschlossen.
In der Folge stehen dann nur noch kurze Gewitter, in kühler Luft, an, die kaum Potential für stärkere Entwicklungen haben. Zur Wochenmitte wird es zeitweise windig mit stürmischen Böen an den Küsten und exponiert im Bergland.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix und IFS + EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. **





