Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Sonntag, den 01.03.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: SWa Übergang zu HM

Keine markanten Wettererscheinungen.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC

Sonntag... reicht aktuell ein Randtrog vom Süden Skandinaviens über Benelux bis nach Südfrankreich. Er greift von Westen auch auf Deutschland über und hat uns bis zum Abend ostwärts überquert. Korrespondierend dazu befindet sich im Bodendruckfeld das Tief DOREENA mit Kern über Südschweden. Es wird sich im Tagesverlauf weiter Richtung Finnland verlagern. Die schwach ausgeprägte Kaltfront des Tiefs verläuft aktuell noch über den Süden Deutschlands. Sie kommt im Tagesverlauf unter Abschwächung weiter südostwärts voran. Entsprechend ist es im Süden heute oft stark bewölkt und zeitweise fällt leichter Regen, am Nachmittag bleibt es aber schon weitgehend trocken. In den weiteren Landesteilen macht sich zunehmend der Einfluss von Hoch IACKL bemerkbar. Gestützt durch einen Höhenrücken über Westeuropa verlagert sich IACKL mit seinem Schwerpunkt im Tagesverlauf allmählich ostwärts über die Südhälfte Deutschlands hinweg. So löst sich die anfangs in Teilen noch vorhandene flache Quellbewölkung im Tagesverlauf auf und die Sonne setzt sich zunehmend durch. Zwischen DOREENA und IACKL ist der Druckgradient über dem Nordosten anfangs noch erhöht, sodass an der Vorpommerschen Ostseeküste noch einzelne Böen Bft 7 aus Südwest auftreten können. Bereits im Laufe des Vormittags fächert der Gradient aber weiter auf und der Wind lässt rasch nach.
Im Laufe des Nachmittags, spätestens am Abend nimmt die Bewölkung im äußersten Nordwesten wieder zu, mit der sich bereits der nächste Tiefausläufer bemerkbar macht. Es handelt sich um die Warmfront des Tiefs ELKE mit Kern über dem Seegebiet südwestlich von Island. Dabei sind im äußersten Nordwesten erste Tropfen Regen möglich, meist bleibt es aber noch trocken. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 10 und 15 Grad, im Südosten unter dichten Wolken sowie an den Küsten um 9 Grad.

In der Nacht zum Montag kommt die Warmfront ostwärts voran und streift mit dichter Bewölkung und etwas Regen den Norden Deutschlands. Auch im äußersten Südosten halten sich noch Restwolken. Dazwischen verläuft die Nacht zunächst gering bewölkt oder klar. Vor allem im Süden ist die Nebelneigung aber recht groß. Darüber hinaus muss im Süden verbreitet, in Teilen auch in der Mitte und im Osten mit leichtem Frost gerechnet werden.

Montag... gelangt Deutschland von Westen unter die Achse des Höhenrückens. Im Bodendruckfeld bleibt weiter das Hoch IACKL wetterbestimmend, dessen Schwerpunkt nun vom Osten Deutschlands bis in die Ukraine und nach Rumänien reicht. Somit erwartet uns in weiten Landesteilen ein sonniger Montag. Etwas mehr Wolken halten sich noch im Bereich der ostwärts abziehenden Warmfront im Nordosten, vor allem am Vormittag kann es noch vereinzelt etwas regnen. Im Süden beginnt der Tag vor allem im Donauraum mit dichten Nebelfeldern, die sich teils nur sehr zögernd auflösen. Am Nachmittag sollte sich aber auch dort weitgehend die Sonne durchgesetzt haben.
Nicht unerwähnt bleiben sollte ein kleines Höhentief bzw. ein Kaltlufttropfen, der sich quasi als Relikt von dem abgezogenen Randtrog über den Alpenraum hinweg ostwärts bewegt. Eventuell reicht die Hebung sogar aus, um am Alpenrand den ein oder anderen schwachen Schauer auszulösen.
An der Westflanke des Hochs verstärkt sich wieder die Advektion warmer Luftmassen. So erwarten uns häufig sehr milde Höchstwerte zwischen 15 und 18 Grad. Bei zäherem Nebel im Süden und bei den dichteren Wolken im Nordosten liegen die Höchstwerte zwischen 11 und 14 Grad.

In der Nacht zum Dienstag kann sich der Hochdruckeinfluss hierzulande weiter stärken. Zudem baut sich ausgehend von IACKL eine Hochdruckbrücke auf, die über den Nordwesten Deutschlands und die Britischen Inseln verläuft und schließlich Verbindung zu dem Azorenhoch aufnimmt. Somit gestaltet sich die Nacht ruhig und neben ein paar hohen Wolkenfeldern im Osten und Nordosten auch vielfach klar. Im Süden bilden sich vor allem im Bereich der Flussniederungen später wieder Nebelfelder. In der Südosthälfte gibt es häufig leichten Frost, mit Bodenfrost muss mit wenigen Ausnahmen nahezu landesweit gerechnet werden.

Dienstag... verbleibt Deutschland unter dem Einfluss von Hoch IACKL, der nun einen zweiten Schwerpunkt über der Nordsee aufbaut. Somit wird es nach Auflösung der teils zähen Nebelfelder im Süden erneut ein sonniger Tag. Erst am Nachmittag kann die Bewölkung im äußersten Norden etwas zunehmen, wenn die schwach ausprägte Kaltfront des mittlerweile über der Norwegischen See liegenden Tiefs ELKE streift bzw. übergreift. Regen ist im antizyklonalen Umfeld aber nicht zu erwarten. Die Höchstwerte liegen oft zwischen 15 und 19 Grad. Etwas kühler bei Werten zwischen 8 und 14 Grad bleibt es nördlich der Hochachse bei auflandigem Wind im Küstenumfeld. Auch im Südosten Bayerns kann sich die sehr milde Luft noch nicht durchsetzen.

In der Nacht zum Mittwoch ändert sich an der großräumigen Wetterlage wenig. Die Kaltfront kommt noch etwas weiter landeinwärts voran, macht sich aber weiterhin nur durch einen Streifen etwas dichterer Bewölkung bemerkbar, rückseitig klart es wieder auf. Auch sonst verläuft die Nacht oft klar, nur im Süden besteht wieder eine höhere Nebelneigung. Die Temperatur geht in der Südosthälfte, aber auch postfrontal im äußersten Norden teils in den leichten Frostbereich zurück. Frost in Bodennähe gibt es ähnlich zur Vornacht wieder recht verbreitet.

Modellvergleich und -einschätzung

Die großräumige Wetterlage wird von den Modellen sehr ähnlich gezeigt. Leichte Unterschiede gibt es bezüglich der Kaltfront am Dienstag bzw. in der Nacht zum Mittwoch im Norden. Je nach Modell greift sie unterschiedlich schnell auf den Norden über und kommt entsprechend unterschiedlich weit ins Landesinnere voran. Da aber kein Modell Regen simuliert, ist auch das nur nebensächlich.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger