Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 06.02.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
In der Nacht zum Samstag im Nordwesten und über der Mitte regional markante Glätte. Auch im Nordosten markante Glätte, bis in den Samstag anhaltend mit geringem Unwetterpotential. Zunehmende und überregionale Nebelneigung. Im Nordosten lokal leichter Dauerfrost. Nächte nur im Westen regional frostfrei.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... liegt Deutschland im Einflussbereich tiefen Geopotentials. Der zugehörige Landwellentrog hat seine kräftigste Ausprägung über Westeuropa und dem angrenzenden Ostatlantik, mehrere Kerne sind zumindest aktuell noch auszumachen, im Laufe der Nacht soll sich aber einer, zum Morgen westlich von Irland gelegen, als der dominante erweisen. Von dem Langwellentrog ausgehend erstreckt sich ein markanter kurzwelliger Anteil über die portugiesische Küstenlinie entlang nach Süden, er überquert in der Nacht die Iberische Halbinsel und erreicht ausgangs der Nacht das westliche Mittelmeer. Ein weiterer Troganteil weist nach Osten und damit über Deutschland hinweg nach Ostmitteleuropa. Dieser schwenkt nach Norden um in den Frühstunden Dänemark zu erreichen. Entsprechend der Situation in der Höhe hat auch das mit dem Langwellentrog korrespondierende Bodentief STEPHIE (international LEONARDO) mehrere Kerne, zu diesen gehört auch eine langgestreckte Okklusion, die den Südwesten Deutschlands schon überquert und Unterfranken, Mittelhessen sowie Ostwestfalen erreicht hat. Das die Okklusion gegen die Hochdruckgebiete DANIEL (Russland) und EMMERAM (Skandinavien) anläuft, kommt es nur zögerlich ostwärts voran, die mit der Okklusion herangeführte mildere Luft gleitet dabei auf die bodennah von Osten herangeführte Kaltluft auf.
Dadurch verspricht die Nacht dann erneut spannend zu werden mit Blick auf gefrierenden Niederschlag. Die Okklusion erreicht bis zum Morgen etwa eine Linie Hamburg - Erzgebirge. Ob es beim Übergreifen der mit der Okklusion verbundenen Niederschläge auch für kurzzeitigen gefrierenden Regen reicht ist noch nicht ausgemacht. MOSMIX zeigt für die Stationen im Bereich der Okklusion eine im Nachtverlauf leicht ansteigende 2m-Temperatur. Dies deutet auf ein sukzessives Ausräumen der bodennahen Kaltluft hin. Ob sich die Luftmasse überhaupt nochmal auf Werte unter 0 Grad abkühlt ist auch noch nicht ausgemacht, schließlich sorgt die mit der Okklusion aufziehende Bewölkung für Gegenstrahlung und somit für eine leichte Erwärmung. Dann kommt noch der im Boden sitzende Frost ins Spiel, nach Osten zu ein größeres Problem als nach Westen hin. Letztendlich wird es darauf hinauslaufen, dass eventuelle markante Glättewarnungen an der Front wohl im Nowcasting ausgegeben werden müssen, markant deshalb, weil die Regenmengen mit 0,1 bis 0,2 mm in einem überschaubaren Rahmen bleiben und für Unwetter wohl nicht ausreichen, auch deshalb, weil nach einer - wenn überhaupt - kurzen Eisregenphase (Größenordnung eine Stunde) schon der Übergang in Regen angedacht ist. Einen besonderen Blick wert ist übrigens das westliche Emsland. Das deutsche ICON-D2 sieht in diesem Bereich überhaupt keinen gefrierenden Regen, SuperHD dagegen prognostiziert diesen flächendeckend. Auch hier wird eine genaue Beobachtung der Entwicklung nötig sein, was auch für das zentralen und östliche Niedersachsen gilt, sitzt dort doch der Frost noch recht tief im Boden mit der entsprechenden Glättegefahr.
In den Nordosten wird dagegen mit der schon o. e. östlichen bzw. südöstlichen niedertroposphärischen Strömung eine zumindest niedertroposphärisch gesättigte Luftmasse herangeführt. Dabei wird diese durch den nach Norden schwenkenden Trog moderat angehoben. Ein Resultat davon ist Sprühregen, der die Nacht hinweg auftritt und teils in Bandstrukturen nordwestwärts zieht. Nach Mitternacht sind auch regionale Schauerstraßen nicht ausgeschlossen bei einer vertikal weiter anwachsenden Sättigung und vertikalen Schichtung. Faktisch kommen wir dabei zunehmend in einen Bereich jenseits der -10 Grad-Isotherme (Kristalleintrag), sodass hier und da die Mischphase (gefrierender Regen/Schnee) nicht ausgeschlossen werden kann, was wohl auf konvektive Schauerstraßen bzw. auf das Umfeld von Rügen am Ehesten zutrifft. Diese potentiellen Abläufe ziehen eine (schon ausgegebene) umfangreiche markante Glättewarnung nach sich mit der Option, dass im Verlauf der Nacht entlang von Schauerbändern auch mal auf Unwetter hochgestuft werden muss (Stundenraten dann punktuell über 1 l/qm).
Postfrontal der Okklusion sorgt seichte WLA bei geringer Durchmischung für eine meist trübe Nacht mit zahlreichen Schauern und ausgedehnten Nebelfeldern (Saarland bis zur Oder). Die Minima liegen im Norden und Osten um den Gefrierpunkt, während sie im Westen und Süden knapp darüber liegen (in Richtung Niederrhein +6 Grad). Am kältesten präsentiert sich Mitteldeutschland bei 0 bis -3 Grad. Bei einem aufgefächerten Gradienten ist der Wind weit von eventuellen warnwürdigen Böen entfernt. Dafür bildet sich verbreitet dichter Nebel.
Samstag ... ändert sich an der Gesamtkonstellation sehr wenig. Die Okklusion bleibt nun mehr oder weniger den ganzen Tag über vor Ort liegen (Linie Hamburg-Erzgebirge bei nur noch sehr zögerlicher ostwärtiger Verlagerung). Im Bereich der Okklusion mit ihrer Feuchte, aber auch im gesamten niedertroposphärisch feuchten Nordosten haben wir mit Nebel und Hochnebel einen sehr trüben Tag zu erwarten. Die dichten und ausgedehnten Nebelfelder aus der Nacht heraus bleiben somit lange bestehen und dürften von Niedersachsen bis nach Hessen/Franken, ins östliche Bayern und nordostwärts bis ins südliche Brandenburg überregional für schlechte Sichten sorgen (und gebietsweise auch ganztags für Nebelwarnungen).
Ansonsten klingt am Ostrand des mit der Okklusion verbundenen Niederschlags die Glättegefahr durch Milderung (advektiv, aber auch bedingt durch den Tagesgang) im Vormittagsverlauf allmählich ab, doch kann man sich vorstellen, dass bei weiter vorherrschender östlicher Bodenwindkomponente und Frost im Boden die Numerik das Ausmaß der Glätte ggf. etwas unterschätzt (wenngleich wir dann aber über gelbe Glättewarnungen sprechen). Anders sieht es östlich der Okklusion im gesamten Nordosten aus, wo weiterhin gefrierender Sprühregen ein Thema bleibt. Besonders aus der Nacht heraus bis in den Vormittag deuten die Vorhersagesoundings weiterhin ein geringes Potenzial für etwas Nieselregen mit eingebetteten konvektiven Elementen (mit in der Folge erhöhten Stundenwerten an Niederschlag) an. Letztendlich ist dies ein Hinweis auf zumindest lokal markantes Glatteis, eventuell auch für unwetterartige Entwicklungen - wenn die feuchte Grundschicht nicht am Ende doch so mächtig ist, dass Schnee fällt.
Im Süden und Westen sorgt geringer Geopotenzialanstieg und ein sehr gradientarmes Umfeld für eine fortschreitende Abtrocknung von Südwest nach Nordost und besonders zwischen Niederrhein und Oberschwaben verläuft der Nachmittag freundlich und trocken. Bereits zum Abend bilden sich aber auch hier regional dichte Nebelfelder. Die Maxima liegen im Nordosten weiterhin nur knapp über dem Gefrierpunkt, nach Westen und Südwesten hin steigen sie je nach Sonnenunterstützung auf 10 bis 13 Grad an. Der Wind weht zumeist schwach aus unterschiedlichen, im Norden dominant östlichen Richtungen. Besonders auf Rügen, aber auch allgemein an der Küste frisch er zeitweise böig auf.
In der Nacht zum Sonntag bleibt die Okklusion vor Ort liegen und bringt weiteren Regen. Allerdings nimmt der Phasenwechsel hin zu gefrierend und Schnee von Norden/Osten wieder zu, sodass allgemein mit Glätte durch gefrierenden Niederschlag und etwas Schnee zu rechnen ist (Schleswig-Holstein bis nach Sachsen sowie nordöstlich davon, nach Nordosten zu dabei insgesamt geringere Niederschlagsraten). Die Unsicherheiten bezüglich der regionalen Ausdehnung und Intensität sind allerdings noch sehr groß, nordöstlich der Okklusion (und damit den Nordosten der Republik betreffend) dauert die Mischphase aus gefrierendem Sprühregen und etwas Schneegriesel ganztags an, wenngleich der feste Anteil von Nordosten immer mehr zunehmen sollte. Auch hier wird es im Nowcast sicherlich noch die eine oder andere Überraschung geben.
Der Norden präsentiert sich insgesamt weniger Nebelaffin, ansonsten muss verbreitet mit warnrelevantem und dichtem Nebel gerechnet werden. Die Minima liegen deutschlandweit um den Gefrierpunkt, nur in Richtung Niederrhein bei bis zu +4 Grad.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... präsentieren sich die Geopotentialgegensätze sehr moderat, ein Rücken, der von den Alpen zur Nordsee weist stabilisiert die Schichtung ebenso wie ein Höhenhoch über Südskandinavien. Am Rand des Hochs EMMERAM verläuft der Tag unter schwachem Hochdruckeinfluss trüb mit (teils ganztags) zähem Nebel, die größten Chancen auf Sonne gibt es vom Westen über den Südwesten bis zu den Alpen. Die Niederschläge im Nordosten lassen nach, solange sie aber andauern, ist wieder alles bezüglich der Phase möglich. An den Küsten kann der Wind mit ageostrophischer Unterstützung etwas auffrischen, sonst bleibt er schwach, Die Höchstwerte liegen im Nordosten um 0 Grad und im äußersten Westen bei bis zu +10 Grad, nachts bleiben der Westen und Südwesten frostfrei, im Nordosten geht es runter bis -4 Grad.
Insofern ergeben sich im Vergleich zur Frühübersicht keine durchgreifenden Änderungen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren die Abläufe recht ähnlich, im Detail ergeben sich aber (wie immer) Unterschiede in der Niederschlagsverteilung, Intensität und Phase.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 06.02.2026 um 10.30 UTC
Im Süden, in der Mitte und im Westen zunehmend mild und regnerisch, im Norden und Nordosten kühler mit Schnee und gefrierendem Regen.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 13.02.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Montag wird Deutschland von einem Hoch beeinflusst, dessen Schwerpunkt sich über Belarus befindet, mit einem Ableger aber bis nach Skandinavien reicht. Ein Tief befindet sich über dem zentralen Mittelmeerraum, sodass sich Deutschland zwischen diesen beiden Druckgebilden in einer östlichen Anströmung befindet. Über dem Nordatlantik ist ein umfangreiches Tiefdruckgebiet zu finden, welches aber zunächst noch keinen Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa hat. An dessen Vorderseite bildet sich allerdings ein Randtief, welches bis zur Nacht zum Dienstag die Bretagne erreicht. In Deutschland dominiert ruhiges, aber Hochnebel-lastiges Hochdruckwetter. Anfangs kann ein alternder Tiefausläufer im Osten noch etwas Schnee, Schneegriesel oder gefrierenden Sprühregen bringen. Am Abend und in der Nacht zum Dienstag erreicht uns dann die Warmfront des angesprochenen Randtiefs mit Niederschlägen, die auf den Südwesten und Süden übergreifen. Das Südwest-Nordost-Temperaturgefälle bleibt uns weiterhin erhalten. Nach einer kurzen Pause rutscht der Nordosten wieder in den leichten Dauerfrost, während es im Westen und Südwesten deutlich milder und sogar in der Nacht zum Dienstag teils frostfrei bleiben soll.
Am Dienstag zieht das Hoch über die Ukraine weiter ostwärts ab. Das Randtief schwächt sich wieder ab, bringt aber dem Süden noch etwas Regen, Schnee und gefrierenden Sprühregen. Das Haupttief über dem Atlantik kommt im Tagesverlauf ostwärts voran. Am Abend und in der Nacht zum Mittwoch greift dessen Warmfront auf die Südwesthälfte über. Sie ist deutlich kräftiger als die Warmfront der vorherigen Nacht. Das äußert sich zum einen an den Temperaturen, sodass die Südwesthälfte auch in der Nacht zum Mittwoch (zum Teil deutlich) im Plusbereich liegt. Zum anderen sind die Niederschläge recht kräftig und fallen zumeist als Regen. Im Übergangsbereich zur kälteren Luftmasse im Nordosten ist aber wieder mit gefrierendem Regen zu rechnen, wobei die Intensität und Verbreitung aktuell noch unsicher ist.
Am Mittwoch gelangt ganz Deutschland in den Einflussbereich des Tiefs, das nach Großbritannien zieht und zunehmend eine Dipolstruktur entwickelt, wobei sich der zweite Tiefdruckkern in der Nacht zum Donnerstag je nach Modell über Frankreich oder Deutschland befindet. So oder so gelangen wir also in eine Westströmung, mit der die kontinentale Kaltluft ausgeräumt wird. Wie schnell dies im Nordosten vonstattengeht, sind sich die Modelle aber noch nicht einig. Einig sind sich die Modelle aber, dass es landesweit Niederschläge gibt, die zumeist als Regen fallen. Gerade im Norden und Nordosten könnte sich die Kaltluft noch zäh halten, sodass dort auch Schnee oder gefrierender Regen ein Thema bleiben. Die Temperaturkontraste nehmen sogar noch etwas zu, was v.a. an den ansteigenden Temperaturen im Westen und Südwesten liegt, wo in den Niederungen die 10-Grad-Marke teils deutlich überschritten wird. Im Nordosten verharren die Temperaturen hingegen weiterhin um Null oder zumindest im niedrigen einstelligen Bereich.
Am Donnerstag ändert sich nicht allzu viel. Deutschland befindet sich unter Tiefdruckeinfluss, wobei sich eine Art Tiefdruckrinne bildet, die sich von Großbritannien bis nach Polen erstreckt und mehrere Tiefdruckkerne besitzt. Die Lage und die Intensität der Rinne und der darin befindlichen Tiefs wird von den Modellen noch unterschiedlich simuliert (s. Modellvergleich). Das hat vor allem Auswirkungen auf den Norden und Nordosten. Dort ist noch nicht klar, ob die Kaltluft ausgeräumt wird (ICON) oder ob die Kaltluft dort verbleibt (IFS). Demnach sind dort beim Niederschlag noch alle Phasen denkbar und auch bei den Temperaturen gibt es noch Unsicherheiten. Die Mitte und der Süden dürften aber auf der warmen Seite liegen, sodass dort bei milden Temperaturen der Niederschlag als Regen fallen dürfte.
Am Freitag liegt über Nordeuropa weiterhin Kaltluft, während sich südlich anschließend eine ganze Kette an Tiefs befinden, die sich quer über den Nordatlantik und Mitteleuropa bis nach Osteuropa erstrecken. Demnach bleibt uns der unbeständige Wettercharakter erhalten. Im Süden ist es mild, im Norden tendenziell kälter, wobei die Unsicherheiten weiter zunehmen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe kann im Wesentlichen als gut eingestuft werden. Das abziehende Hoch wird von allen Läufen simuliert, ebenso wie der Übergang zum von atlantischen Tiefs geprägtem Wetter. Selbst kommenden Donnerstag sehen die Ergebnisse eigentlich noch recht ähnlich aus. Der Teufel steckt aber im Detail. Die genaue Position der Tiefs wird noch leicht unterschiedlich simuliert. Da die Achse der Tiefdruckrinne aber irgendwo über der Mitte/Norden Deutschlands liegt, ist noch unklar, ob die Kaltluft im Norden ausgeräumt wird oder nicht. Hier haben wenige Hundert Kilometer einen entscheidenden Einfluss. Derartige Details sind eine Woche im Voraus noch nicht vorhersagbar, sodass es v.a. im Norden/Nordosten noch größere Unsicherheiten sowohl bei den Temperaturen als auch bei der Niederschlagsphase gibt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen gängigen Globalmodelle liefern keine grundlegend neuen Erkenntnisse. Die generelle Umstellung der Großwetterlage und die Strömungsmuster werden von allen Modellen recht konsistent simuliert. Die Hauptunsicherheit besteht darin, wie weit die milde Atlantikluft aus Südwesten in den Norden und Nordosten vordringen kann respektive ob dort die Kaltluft ausgeräumt werden kann oder nicht. ICON und GFS lassen die milde Luft weiter nach Norden vorankommen als IFS, da sie die Tiefdruckgebiete etwas nördlicher simulieren. Demnach bestehen für den Norden/Nordosten noch die größten Unsicherheiten. Generell bleibt das Südwest-Nordost-Gefälle bei den Temperaturen erhalten.
FAZIT:
Der Übergang vom Hochdruck-geprägten Wetter hin zu einer unbeständigen Westlage mit verbreiteten und wiederholten Niederschlägen scheint in trockenen (oder eher nassen?) Tüchern zu sein. Das Südwest-Nordost-Gefälle bei den Temperaturen bleibt uns erhalten oder verstärkt sich sogar noch etwas. Größere Unsicherheiten gibt es vor allem im Norden/Nordosten. Je nach Zugbahn der Tiefs, die in einer Art Tiefdruckrinne über Deutschland hinwegziehen, wird die Kaltluft auch dort ausgeräumt oder eben nicht, falls die Tiefdruckrinne ab Mitte der kommenden Woche weiter südlich liegt. Somit könnte der Norden auch weiterhin in der Kaltluft verbleiben. Demnach ist noch unsicher, in welcher Phase dort der Niederschlag fällt, während in der Mitte und im Süden Regen dominieren sollte.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles stützen die beschriebenen Wetterentwicklungen. Der Rückgang des Geopotentials ab Montag wird eindeutig in der Kurvenschar gezeigt, ebenso wie die zunehmenden Niederschlagssignale, vor allem im Süden und in der Mitte. Der Norden und Nordosten bekommt etwas weniger Niederschlag ab. Interessant ist auch, dass bei den 850hPa-Temperaturen die Kurvenschar im Süden und in der Mitte recht eng gebündelt ist und erst in der erweiterten Mittelfrist deutlich auffächert. Sieht man sich hingegen die Plumes für den Nordosten an, so fächern diese bereits ab Dienstag stark auf. Dies verdeutlicht eindrucksvoll die Unsicherheit bei der Geschwindigkeit und Effizienz der Ausräumung der Kaltluft. Da es in der erweiterten Mittelfrist landesweit tendenziell eher wieder kälter wird, ist durchaus denkbar, dass die Kaltluft dort überhaupt nicht ausgeräumt wird.
Bei den Clusteranalysen wird im Zeitraum t_120h-168h nur ein einziges Cluster gezeigt, dass dem Regime einer negativen NAO zugeordnet wird.
In der erweiterten Mittelfrist (t_192h-240h) werden zwar nun fünf Cluster angeboten, wobei sich an der Dominanz der negativen NAO nichts ändert. Interessanterweise liegen Haupt- und Kontrolllauf im Cluster 5, wobei Cluster 3 bis 5 aus je 8, Cluster 2 aus 11 und Cluster 1 aus 16 Members bestehen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GLATTEIS/SCHNEE:
Für die Nordosthälfte und insbesondere den Norden und Nordosten bleibt eine latente Glatteisgefahr bestehen. Die Kaltluft ist bekanntlich zäh, während aus Südwesten Niederschlagsgebiete auch auf den Norden und Nordosten übergreifen. Bei dieser Konstellation dürfte gefrierender Regen und Glatteis weiterhin ein Thema sein. Unklar ist aber noch, wo und wie verbreitet dieser auftritt und ob er unwetterartig oder nur markant ausfällt. Im äußersten Norden und Nordosten könnte auch die Schneephase dominieren, sodass auch markante Schneemengen ab der Wochenmitte nicht ausgeschlossen sind.
DAUERREGEN:
Ab der Nacht zum Mittwoch könnten v.a. im Schwarzwald in den berüchtigten Staulagen Warnschwellen vor markantem Dauerregen gerissen werden.
WIND:
Vor allem im Süden und Südwesten kommt es am Mittwoch möglicherweise gebietsweise zu stürmischen Böen bis ins Flachland, in höheren Lagen sind diese oder gar Sturmböen wahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
ICON, IFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel





