Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 12.10.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
SWa
Hochdruckeinfluss mit Grenzschichtproblematik, am Dienstag vorübergehend gestört durch eine Frontenpassage mit unergiebigem Regen und leichter Windauffrischung.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
Montag... schickt sich der für unser Wochenendwetter verantwortliche Langwellentrog im Zuge der schleichenden Progression der Höhenströmung an, allmählich aus unserem Einflussbereich nach Osten herauszuziehen. Ihm folgt ein vom Nordostatlantik bis weit ins Nordmeer aufragender Rücken, der aufgrund der nördlichen Extension eigentlich blockierende Wirkung entfalten könnte. Eigentlich, wäre da nicht ein weiterer Langwellentrog, der gefüttert mit Kaltluft aus der Labradorsee mit Schwung in Richtung Britischen Inseln schwenkt und mit Hilfe des weiterhin nur langsam nach Osten sich verlagernden Langwellentrogs östlich von uns die Wellenlänge des Rückens rasch verkürzt. Bodennah sorgt der Rücken heute allerdings für Unterstützung des Hochs ELMAR mit Schwerpunkt über dem Alpenraum und einem Kerndruck knapp über 1020 hPa. Bis zum Abend wandert der Schwerpunkt in Richtung westliches Tschechien, wobei der Kerndruck bis nahe 1025 hPa steigt.
Aus diesem Gemisch resultiert heute unter dominierendem Absinken vielfach ein locker bewölkter bis heiterer Tag. Es lassen sich aber 3 Zonen herausarbeiten, in denen mehr Bewölkung vorhanden sein wird. Erstens betrifft das den Südwesten, der Nebel bzw. Reste einer Stratusdecke abbekommt, die sich erst im Tagesverlauf allmählich auflöst. Zumindest vormittags ist daraus unterhalb der Sperrschicht bei etwa 850 hPa örtlich geringer Sprühregen möglich, bevor die Wolkendecke nachmittags durch Absinken immer größere Löcher bekommt. Zweitens gibt es von der Deutschen Bucht bis etwa zum Erzgebirge teils dichtere Bewölkung in einem Streifen erhöhter Feuchtigkeit, die der Trog in der nordwestlichen Strömung hinterlassen hat. Darin finden sich heute Morgen einige Schauer mit allerdings meist nur geringen Mengen, die sich im Laufe des Tages mehr und mehr Richtung Thüringen, Sachsen und dem Erzgebirge zurückziehen. Am Nachmittag simulieren ICON-D2 bzw. ICON-D5 lokal bis etwa 5 l/qm in kurzer Zeit. Für Gewitter reicht es wahrscheinlich nicht (Deckel bei rund 750 hPa). Drittens ist ein Bereich von Vorpommern bis zur Uckermark betroffen. Dort kommt es in der Nähe zum Trog bei etwas WLA zu Quellwolken und einzelnen Schauern, die aber mangels ML-CAPE und einem Deckel bei rund 800 hPa ebenfalls wohl unelektrisch bleiben. In diesen drei Gebieten liegt die relative Sonnenscheindauer bei 30 bis 50% (3 bis 5 Stunden), während sonst 60 bis 90% (6 bis 9 Stunden) zu erwarten sind. Unter zunehmendem Hochdruckeinfluss schwächt sich auch der Gradient ab. An der vorpommerschen Ostseeküste sind bis etwa zum frühen Nachmittag noch einzelne steife Böen bis 60 km/h (Bft 7) aus Nordwest möglich. Ansonsten weht der Wind schwach, nach Osten hin teils mäßig aus unterschiedlichen Richtungen. Die Temperaturen steigen in der sich erwärmenden Meereskaltluft mit T850 hPa zwischen 0 Grad im Osten und 5 Grad im Südwesten in 2 Metern auf 12 Grad an der Ostsee und bis 20 Grad am Oberrhein.
In der Nacht zum Dienstag erreicht die Achse des weiterhin langsam nach Osten ziehenden Rückens eine Linie Nord-Norwegen - Dänemark - Benelux - Iberische Halbinsel. Bodenhoch ELMAR wandert dadurch ins östliche Österreich. Weite Teile des Landes liegen folglich unter Absinken bei geringer Bewölkung, in der sich Nebel und Hochnebel ausbreiten können. Im Westen allerdings zieht in der zweiten Nachthälfte mit dem Rücken auflaufender WLA mehrschichtige Bewölkung auf, die die Ankunft eines Frontensystems ankündigt. Dieses gehört zu einem Tief mit Zentrum im südwestlichen Nordmeer am Dienstagmorgen, wobei das Tief aus dem von Grönland kommenden Trog genährt wird. Zum Morgen hin bringt die Warmfront im Westen und Nordwesten erste leichte Regenfälle mit unergiebigen Mengen. Der Wind weht nur schwach, zum Morgen hin im äußersten Westen mäßig. Auf den Nordseeinseln sind erste starke Böen um 45 km/h (Bft 6) zu erwarten. Die Temperaturen sinken im Westen unter Wolken auf 10 bis 2, bei Aufklaren sonst auf 4 bis -3 Grad. Empfindliche Pflanzen sollten nun geschützt werden.
Dienstag... schwenkt ein Randtrog des Langwellentrogs nordöstlich von uns in die Nordsee. Das zugehörige Bodentief zieht derweil vom südwestlichen ins nördliche Nordmeer, während im Lee des Skandinavischen Gebirges eine Zyklogenese am Frontensystem ausgelöst wird. Das Frontensystem überquert damit langsam Deutschland, wobei die Warmfront mit zunehmender Bewölkung und Regenmengen von 0,5 bis vereinzelt 7 l/qm in wenigen Stunden bis abends bis auf eine Linie Vorpommern - Thüringen - Nordbayern - Bodensee/Allgäu vorankommt. In der Lausitz sowie im südöstlichen Bayern bleibt es meist noch trocken mit letzten Auflockerungen bis zum Abend. Postfrontal fällt im Warmsektor nur hier und da geringer Regen, Auflockerungen bleiben allerdings auch selten. In den späten Nachmittagsstunden erreicht die Kaltfront mit neuen schauerartigen Regenfällen den Nordwesten. Direkt an der Küste kann mit dem warmen Meer und der Küstenreibung vereinzelt auch ein Gewitter dabei sein. Der Wind weht in der Südhälfte häufig nur schwach, in der Nordhälfte bei leichter Gradientverschärfung teils mäßig, an der Nordsee und der westlichen Ostsee sowie auf dem Brocken in Böen steif bis 60 km/h (Bft 7) aus südlichen Richtungen.
Die Temperaturen steigen auf 13 Grad in den Mittelgebirgen und bis 20 Grad am Oberrhein.
In der Nacht zum Mittwoch amplifiziert der Randtrog von der Nordsee nach Südschweden und treibt das nahezu achsensenkrecht darunterliegende Leetief ebenfalls dorthin. Es hat entsprechend seine Entwicklung überschritten, das okkludierende Frontensystem verlagert sich im Nachtverlauf aber über den Osten hinweg und kommt an den Alpen ins Schleifen. Gebietsweise regnet es also, mit Mengen von 0,5 bis 8 l/qm in 12 Stunden bleiben die Mengen weiterhin überschaubar. Etwas mehr Regen ist staubedingt am Alpenrand zu erwarten, vereinzelt können dort 10 bis 20 l/qm zusammenkommen, ohne dass Warnschwellen tangiert werden. Vereinzelte Gewitter bleiben auf die Küste und dabei vorrangig auf die Nordsee beschränkt.
Postfrontal lockern die Wolken zum Teil auf, bis zum Morgen hin gilt das für die meisten Landesteile außer dem Alpenrand. Gebietsweise bildet sich dann allerdings wieder Nebel oder Hochnebel, vornehmlich im Westen. Der Wind weht schwach, in der Nordosthälfte teils mäßig, an der See und auf dem Brocken sowie dem Fichtelberg in Böen steif bis stürmisch (Bft 7 bis 8). Es kühlt sich auf 12 Grad an der See bis 5 Grad in einigen Mittelgebirgstälern ab.
Mittwoch... wölbt sich von den Britischen Inseln kommend ein neuer Rücken in die Nordsee auf. Über Frankreich baut sich deshalb ein neues Hoch auf, dessen Schwerpunkt sich bis zum Abend nach Süddeutschland verlagert. Damit klingen die Niederschläge auch am Alpenrand bis zum Nachmittag ab. Gebietsweise gibt es dann Aufheiterungen und es bleibt trocken. Die Sonnenscheindauer beträgt etwa 4 bis 7 Stunden.
Der Wind weht im Südwesten meist nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen, in der Nordosthälfte teils mäßig, an den Küsten sowie anfangs auf dem Brocken und dem Fichtelberg in Böen steif (Bft 7), an der Ostsee exponiert auch noch vereinzelt stürmisch (Bft 8) aus Nordwest.
Mit dem Absinken und der Strömungsdrehung auf Südwest steigen die T850 hPa auf 2 Grad im Osten bis 8 Grad im Westen, was sich in 2 Metern in Höchstwerten von 15 bis 21 Grad niederschlägt.
In der Nacht zum Donnerstag wird das mittlerweile über Polen abgetropfte Randtief als Höhentief ein wenig retrograd und verhindert so ein Vorankommen des Rückens nach Osten. Die Achse des Rückens liegt entsprechend ausgangs der Nacht auf einer Linie Südschweden - Benelux - Iberische Halbinsel. Das Bodenhoch steuert derweil das westliche Tschechien an und sorgt für großräumiges Absinken über Deutschland. Gebietsweise stellen sich folglich Auflockerungen ein, die bei schwacher Windbewegung erneut Grenzschichtprozesse auf den Plan rufen. Nebel und Hochnebel dürfen also gebietsweise mitmischen, die stärksten Signale sind von der Mitte bis in den Süden vorhanden. Die Tiefstwerte liegen zwischen 12 Grad an der Küste und bis 1 Grad in einigen höheren Mittelgebirgen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren sehr ähnlich. Am Dienstag bestehen leichte Timingunterschiede beim Frontensystem, die aber hinsichtlich der Warnlage nicht relevant sind. Bei einzelnen Modellen sind in der zum Mittwoch etwas höhere Regenmengen am Alpenrand vorhanden. Sie liegen allerdings noch jenseits der Warnschwellen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 12.10.2026 um 10.30 UTC
Am Samstag mit einer Frontpassage meist trüb und wechselhaft. Sonst nachts häufig Nebel, tagsüber teils bewölkt, teils freundlich und überwiegend trocken. Anfangs (sehr) mild, zum Wochenende leichte Abkühlung.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 19.10.2026
Die nun anstehende Mittelfrist bei uns gestaltet sich recht überschaubar und ohne signifikanten Wettererscheinungen. Daher wollen wir kurz einen Blick auf die treibenden Kräfte werfen, wobei dieser Abschnitt gerne bis zur "AKTUELLEN MITTELFRIST" übersprungen werden darf.
Im tropischen Sektor dominiert weiterhin der sehr starke El Nino, der nach der jüngsten Einschätzung des Klimavorhersagezentrums der NOAA für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2026 mit einer Wahrscheinlichkeit von 83 Prozent einen Rekordwert bezüglich der Intensität erreichen soll. Diese niederfrequente Variabilität interferiert weiterhin destruktiv mit der Madden-Julian Oszillation, wobei sich jedoch eine Entwicklung mit geringer Amplitude im Sektor 1 zu 2 abzeichnet.
Bedeutender fällt jedoch die Entwicklung innerhalb des außertropischen Sektors aus, dank einer kräftigen/wenngleich auch nur transienten Blockierung im Umfeld des Urals. Eine einhergehende, temporäre Verstärkung der vertikal gerichteten Eliassen-Palm-Flüsse sorgt in der jüngsten Vorhersage des IFS im Bereich 55 bis 65 Grad Nord für kräftige Konvergenzen und geht mit einer temporären Abschwächung der Zonalwinde einher. Dies macht sich in 10 hPa (zonal gemittelte Zonalwinde bei 60 Grad Nord) vorübergehend durch eine Reduktion der Windgeschwindigkeiten unter den Median bemerkbar. Die Auswirkungen auf den Stratosphärenwirbel sind als gering zu bezeichnen, dennoch zeigt nun der zweite Angriff in dieser SPV-Saison, dass die Dynamik (u.a. durch die positive ENSO befeuert) weiter zunimmt und abzuwarten ist, wann die Resilienz des Wirbels beginnt (vorerst) zu dominieren. Es darf angedeutet werden, dass es in Langfristabschätzungen der AO/NAO Hinweise für vergleichsweise deutliche negative Abweichungen für November/Dezember gibt, die so von der ENSO Entwicklung bzw. auch in Saisonalvorhersagen nicht erwartet bzw. abgebildet werden, allerdings auch mit einer hohen Streubreite der Member. Überraschungen dürften bei dieser außergewöhnlichen Konstellation u.a. mit einer rekordverdächtigen ENSO und westlicher QBO (mit teils gegensätzlichen Antriebsvorzeichen für den SPV) zu erwarten sein.
Die gerade beschriebene, vorübergehende Abschwächung innerhalb der Stratosphäre geht mit einer davon unabhängigen Abschwächung der Zonalwinde im oberen Bereich der Troposphäre einher, was die Zonalwindgeschwindigkeit des Polarwirbels in der Troposphäre vorübergehend deutlich vermindert, in den Vorhersagen teils gar halbiert. Dies hängt besonders mit einer markant über dem Nordatlantik (antizyklonal) brechenden Rossby-Welle im Verlauf dieser Mittelfrist zusammen, die stromab eine intensive Blockierung über Nordwesteuropa induziert. Diese brechende Welle ist Teil eines agilen Rossbywellenzugs, der u.a. über Asien ausgelöst wurde (positive Gebirgsimpulseintrag mit vorübergehender Ostausdehnung des Nordpazifikjets im GEFS/IFS-ENS und verstärktem Brechen der Rossby-Wellen stromab). Diese zum Ende dieser Mittelfrist über Nordwesteuropa angedeutete Blockierung erreicht in ersten Modellabschätzungen Rekordwerte beim Geopotenzial und Bodendruck über Irland/England/Schottland und könnte uns auch nach jüngsten IFS-ENS Prognosen (Zeit-Längendiagramm beim 500 hPa Geopotenzial) bis weit in den Oktober (in)direkt beeinflussen. Diese Entwicklung wird in den Subsaisonalvorhersagen auch mit einem deutlichen (trockenen) Abdruck über gesamt Westeuropa hervorgehoben. Inwieweit Störungen abgeschwächt an deren Ostrand nach Deutschland geführt werden bleibt abzuwarten, die Abkopplung vom Atlantik sollte aber im Oktober nochmal dominieren.
AKTUELLE MITTELFRIST
Doch wie gestaltet sich die Entwicklung während dieser Mittelfrist, die sich vom Donnerstag, den 15. bis zum Montag den 19. Oktober 2026 erstreckt?
Am Donnerstag sorgen das Zusammenspiel aus einem über Deutschland zur Ostsee geneigten Höhenkeils und einem allmählich nach Polen wandernden Bodenhoch für einen insgesamt ruhigen Wettertag - wohl auch den freundlichsten der gesamten Mittelfrist.
Dichte Bodennebelfelder aus der vorherigen Nacht lösen sich meist bis zur Mittagszeit auf, besonders im Umfeld der Donau kann sich die Nebelauflösung regional aber auch bis in den Nachmittag ziehen. Ansonsten scheint häufig die Sonne neben einigen, ausgedehnten Wolkenfeldern, die aber keinen Niederschlag bringen. In der anschließenden Nacht zum Freitag breiten sich über die Mitte und den Süden wieder dichte Nebel- und Hochnebelfelder aus, während die Nacht im Nordosten meist klar verläuft. Im Nordwesten ziehen von der Nordsee dichte Wolkenfelder auf, die das Nahen einer Kaltfront ankündigen. Deren Südostverlagerung ist aber noch unsicher, wobei der Kontrolllauf mittig in einer zonal recht aufgefächerten Memberschar liegt.
Am Freitag schwächt sich der Keil über Mitteleuropa ab und macht einem Trog Platz, der sich von Nordwesten unserem Vorhersagegebiet nähert und eine sich abschwächende Kaltfront sukzessive nach Deutschland drückt. Somit wiederholt sich das Wetterspiel im Süden und Osten der Republik - nach teils zäher Nebelauflösung erwartet die Bereiche ein freundlicher Tag, wobei sich der Nebel im Umfeld der Fränkischen Alb bis zur Donau wenigstens regional zäh bis in den Nachmittag halten kann.
Im Nordwesten ziehen dichte Wolkenfelder allmählich weiter ins Binnenland und erreichen zum Abend die Eifel und Bremen. Dabei setzt im Tagesverlauf im Umfeld der Deutschen Bucht etwas Regen ein, der sich in der Nacht zum Samstag auf den gesamten Norden und Westen der Republik ausweitet. Im Osten verläuft die Nacht teils neblig, teils klar und trocken.
Von Samstag zum Sonntag erfolgt über Benelux ein nach Frankreich/zur Biskaya gerichteter Abtropfprozess, bevor sich zum Sonntag ein umfangreiches Bodenhoch und ein Keil von Nordwesteuropa nach Mitteleuropa ausweiten. Zudem fällt im Zuge dieser Entwicklung der Bodendruck südlich der Alpen temporär etwas. Somit gestaltet sich der kommende Samstag meist trüb und vielerorts auch nass. Allerdings ergeben sich noch erhebliche Unsicherheiten, wie weit nach Südosten und Osten die Kaltfront über Deutschland vorankommt, dann vor Ort liegen bleibt und in der Folge als Reaktion auf die norditalienische Bodentiefentwicklung bzw. steigenden Bodendruck über Nordwesteuropa als Warmfront wieder westwärts geführt wird. Während also der Süden und die Mitte bis in den Norden am Samstag meist wolkenverhangen und zeitweise nass daherkommen, lockert die Bewölkung im Nordwesten im Tagesverlauf auf und aus heutiger Sicht wird der gesamte Osten gar nicht von der Front tangiert, sodass auch dort freundliche Verhältnisse dominieren. Am Sonntag gestaltet sich das Wetter zunächst meist sehr wolkenverhangen und regional mit etwas Regen, bevor die dichte Bewölkung im Tagesverlauf von Osten sukzessive auflockert.
Zum Montag baut sich über Nordwesteuropa eine ungewöhnlich kräftige Antizyklone auf. Vielerorts beginnt der Tag trüb, besonders im Westen und Süden kann die dichte Wolkendecke im Tagesverlauf stärker auflockern. Niederschlag fällt aber nur lokal in sehr geringen Mengen. Die Geometrie des Troges entscheidet, welche Feuchtequalität die niedertroposphärische Luftmasse aufweist, sodass auch ein zügigeres Aufreißen der Wolkendecke von Osten vorstellbar wäre.
Die Höchstwerte liegen am Donnerstag und Freitag noch bei (sehr) milden 15 bis 20 Grad, am Freitag lokal auch ein oder zwei Grad höher, bevor es in der Folge auf kühle bis milde 9 bis 17 Grad abkühlt (abhängig von der Niederschlags- und Wolkenverteilung).
Die Minima liegen je nach Bewölkungsverteilung zwischen 10 und 2 Grad (wobei es an der See durchweg am mildesten bleibt).
Der Wind dreht von Süd über Nord auf Nordost/Ost und frischt nur im Umfeld der Küsten zeitweise stark böig auf. Sonst verbleibt dieser im schwachen bis mäßigen Bereich.
In der erweiterten Mittelfrist würde sich nach dem jüngsten Lauf kein weiterer Kaltlufttropfen mehr von Osteuropa heranpirschen, sondern es würde die blockierende Antizyklone dominant unser Wetter mit ruhigen Wetterverhältnissen beeinflussen. Je nach Platzierung der Antizyklone und grenzschichtnaher Anströmung können im Norden dichte Hochnebelfelder dominiert und in den Nächten muss zumindest regional mit teils dichtem Nebel gerechnet werden.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der allgemeine Ablauf der synoptisch-dynamischen Wetterentwicklung wird in den jüngsten Modellläufen von EZ sehr einheitlich gezeigt. Überschaubare Diskrepanzen ergeben sich beim Abtropfvorgang am kommenden Wochenende über Benelux, der nach Frankreich gerichtet von Lauf zu Lauf etwas zügiger stattfinden soll, sich in den letzten beiden Läufen aber zeitlich angepasst hat. Dies hätte zum Sonntag eine zügigere Stabilisierung zur Folge.
Während dieser Mittelfrist ergeben sich keine signifikanten Wettergefahren.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis in die Nacht zum Samstag ergeben sich innerhalb der internationalen Modellpalette keine nennenswerten Diskrepanzen. Der am kommenden Wochenende über Mitteleuropa / Benelux erwartete Abtropfprozess wird in der Folge jedoch noch stark streuend berechnet, was vor allem die Geschwindigkeit des nach Frankreich gerichteten Abtropfprozesses angeht. Zwischen ICON und GFS ergeben sich am Samstagabend räumliche Diskrepanzen von über 1000 km. EZ verweilt mittig. Sollten sich die langsameren Lösungen durchsetzen, könnte sich am Sonntag besonders im Süden der Republik trübes und wolkenverhangenes Wetter deutlich länger halten, während EZ (Trend) eine zügigere Stabilisierung favorisiert. In der Folge platzieren GFS und EZ die Antizyklone über Nordwesteuropa noch mit einer geringen zonalen Diskrepanz, was sich bei uns durch eine variable Anströmung mit unterschiedlichem Feuchtegehalt der Luftmassen auswirkt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt die Mittelfrist mit drei Clustern und dem einheitlichen Regime der positiven NAO. Deutschland liegt aber unter einem blockierenden Höhenrücken, sodass davon bei uns wenig zu merken ist und ein ruhiger Mittelfristbeginn zu erwarten ist.
In der Folge schwenken drei Cluster durchweg auf "Blockierung" um, was im Zusammenhang mit der intensiven Blockierung über Nordwesteuropa steht. Bevor sich diese jedoch auch bei uns bemerkbar macht, kann sich noch ein Trog nach Mitteleuropa mogeln, der in Richtung Frankreich/Biskaya abtropft, was innerhalb der Cluster mit variabler Geschwindigkeit und Intensität gezeigt wird. Egal wie, dies dürfte bei uns der wechselhafteste Abschnitt der Mittelfrist werden (Freitag von Nordwesten beginnend, am Samstag anhaltend und am Sonntag südwestwärts abklingend).
In der Folge (Beginn der erweiterten Mittelfrist) spannen 6 (dominant blockierende) Cluster eine umfangreiche Antizyklone über Mitteleuropa auf. Die Unsicherheiten werden durch zahlreiche Abtropfprozesse im Umfeld dieser Antizyklone gespeist, die sich z.B. teils zu kräftigen Mittelmeerzyklonen entwickeln könnten. Diese Entwicklungen sind aber noch sehr unsicher, bergen aber ein zunehmendes Unwetterpotenzial im Mittelmeerraum und könnten ggf. auch in Süddeutschland für etwas Nass gut sein. Diese Option wird aber aktuell nur von einer Minderheit der Lösungen angedeutet. Ansonsten dominiert ruhiges Hochdruckwetter, bevor zum Beginn der dritten Monatsdekade mit retrograder Verlagerung der Antizyklone eine umfangreiche Trogkonfiguration über Osteuropa für einen ersten winterlichen Gruß für Skandinavien/Osteuropa gut wäre. Hier ergeben sich aber noch erhebliche Unterschiede u.a. auch bei der Ausrichtung des Keils und Troges, sodass dies nur eine erste grobe Tendenzabschätzung darstellt.
Die Meteogramme ergeben keinen Mehrwehrt und zeigen einen zeitweise leicht wechselhaften Witterungsabschnitt mit geringer Abkühlungstendenz am Wochenende. Die (zum Zeitpunkt des Verfassens der Mittelfrist leider noch veralterten) Rauchfahnen bei der 850 hPa Temperatur und des 500 hPa Geopotenzials zeigen anfangs jeweils einen gut in die Memberwolke eingebetteten Kontrolllauf, bevor dieser zum Ende der Mittelfrist eher am oberen Ende der Memberwolke zu finden ist. Diese Unsicherheiten finden ihren Ursprung in der noch etwas variabel gezeigten Platzierung der Antizyklone über Nordwesteuropa.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die gesamte Mittelfrist über ergeben sich keine nennenswerten Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen. Das bedeutet aber nicht, dass der Wind küstennah und auf dem Brocken nicht auch mal stürmisch auffrischen kann, was aber nur vorübergehend der Fall wäre.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





