Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 22.10.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL SWz
Am Freitag markantes Sturmtief mit teils kräftigen Gewittern vom Südwesten bis zur Mitte und Potential für schwere Sturmböen vom Niederrhein bis Emsland. Ab der Nacht auf Sonntag neues Sturmtief, dann auch mit Dauerniederschlägen.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... überquert der sich abschwächende Haupttrog Deutschland nordostwärts und schiebt damit das aktuell noch im Osten und Südosten liegende Niederschlagsgebiet aus Deutschland heraus. Bevorzugt im Süden macht sich dann ein flacher Rücken bemerkbar, der für reichlich Sonne sorgt. Aber auch im Lee (SSO-Wind) der östlichen Mittelgebirge kann sich im Dreiländereck Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen häufiger die Sonne zeigen. Von Westen nähert sich ein neuer Randtrog, der zunehmend die Funktion des Haupttroges übernimmt. Die konvektiv verstärkten Niederschläge, die sich derzeit noch über dem Ärmelkanal befinden, greifen damit ab dem späten Vormittag auf den Westen und Nordwesten über und breiten sich bis zum Abend bis in die mittleren Landesteile aus. Vornehmlich handelt es sich dabei um Schauer, die auch nicht sonderlich kräftig aussehen. Im Nordwesten (vom unteren Niederrhein bis zur Nordsee), wo der Trog schärfer ausgeprägt ist, wird am Nachmittag auch etwas CAPE simuliert. Die einzelnen Gewitter können bei guter Scherung im unteren Troposphärenbereich auch mal recht zackig unterwegs sein. Dies erkennt man auch an den Vorticity-Spuren der hochaufgelösten Modelle. Für UH-Tracks (im mittleren Troposphärenbereich) ist die Konvektion zu flach. Stürmische Böen sollten bei den Gewittern eingeplant werden.
Auch sonst legt der Wind im Tagesverlauf zu. An der Nordsee gibt es schon jetzt teils stürmische Böen aus Süd bis Südwest. Im Laufe des Tages sind über der freien See auch Sturmböen möglich (Bft 9). Im weiteren Tagesverlauf sind ganz allgemein im Westen und Nordwesten einzelne Windböen zu erwarten (Bft 7), vor allem in der Nähe von Schauern. Im höheren Bergland sind Windböen, auf den Bergen Sturmböen zu erwarten. Am Abend lässt der Wind rasch nach. In der Nacht auf Freitag zieht ein flacher Rücken nordostwärts über Deutschland und sorgt für eine ruhige Nacht. Der südliche Wind spielt zunächst keine Rolle mehr, frischt aber ausgangs der Nacht im Bergland und in einigen Leelagen im Westen bereits wieder böig auf.
Im Westen wird der Rücken bereits von WLA überlaufen. Aufgleitniederschläge greifen damit in der zweiten Nachthälfte auf die westlichen Landesteile über. Bevorzugt im Südosten kann sich bei windschwachen Verhältnissen das eine oder andere Nebelfeld in den Flussniederungen bilden.
Freitag... verlagert sich ein kräftiges Höhentief mit korrespondierendem Bodentief (warmer Kern, Shapiro-Keyser) vom Ärmelkanal bis zu den Niederlanden. Im weiteren Verlauf, also in der Nacht auf Samstag, zieht es in den Norden Deutschlands, füllt sich aber rasch wieder auf. Das Tief wird auf seiner Südseite von einem Jetmaximum in 300 hPa flankiert. Der linke Ausgang des Jetmaximums stützt einen vorgelagerten kurzwelligen Troganteil. Damit kann sich von Südwesten bis zur Mitte in einer Umgebung mit sehr guter Scherung etwas CAPE aufbauen, sodass ab den Mittagsstunden bis in den Nachmittag einzelne kräftige Gewitter entstehen können. Diese lassen sich auch gut in den LPI-Tracks finden. Auch die UH-Tracks zeigen, dass diese Gewitter durchaus recht knackig ausfallen können. Die Hodographen zeigen knapp 50 kn in etwa 1,5 km Höhe. Man sollte also durchaus Sturmböen einplanen. Selbst Bft 10 kann nicht ganz ausgeschlossen werden. Im weiteren Nachmittagsverlauf schwächen sich die Schauer und Gewitter bei ihrer Verlagerung nach Nordosten ab. Ganz allgemein breiten sich unabhängig vom konvektiven Anteil Aufgleitniederschläge über ganz Deutschland aus, die je nach Lage (Lee vs. Luv) mal mehr, mal weniger intensiv ausfallen. Der Wind nimmt mit dem zunehmenden Gradienten ganz allgemein zu, sodass auf der Südflanke des Tiefs verbreitet mit starken bis stürmischen Böen aus Süd bis Südwest zu rechnen ist (Bft 7/8). Aufgrund der abseits des kurzwelligen Troganteils eher wieder stabilen Schichtung hängt die Stärke der Böen ebenso von der Lee-Luv-Situation ab. Richtig interessant wird es dann noch einmal am Abend und in der ersten Nachthälfte, wenn der Bodentiefkern von Westen her übergreift. Unmittelbar an der Südflanke lässt sich im ICON-Modell ein Windmaximum in 850 hPa mit rund 70 kn ausmachen. Allerdings ist die Schichtung zunächst weiterhin recht stabil. Die Frage ist, ob sich im Verlauf eine Art Cold Jet ausbilden kann, der die Höhenwinde nach unten mischt. Zumindest die deutsche Modellkette ist dabei äußerst aggressiv und simuliert vom unteren Niederrhein bis zum Emsland durchaus einen Streifen mit Böen der Stärke Bft 10. Selbst Bft 11 wäre demnach im Grenzbereich zu den Niederlanden nicht auszuschließen. Was die genaue Zugbahn und Stärke des Tiefs betrifft, gibt es allerdings noch Unsicherheiten. EZ hatte das Tief im gestrigen 12-UTC-Lauf noch auf einer südlicheren Zugbahn und schwächer simuliert. Im neuesten Lauf ist EZ nun aber ähnlich wie ICON, wenngleich der Kerndruck etwas höher und die Windböen etwas schwächer berechnet werden. AROME ist ähnlich aggressiv wie ICON. Der Rest der Modellwelt fällt dagegen eher etwas gedämpfter aus. Die genaue Ausprägung des Windmaximums lässt sich nur im Nowcasting bestimmen. Wird der Höhenwind nach unten gemischt, sind schnell Bft 10 und einzelne Böen der Stärke Bft 11 mit dabei. Wenn nicht, bleibt es bei Bft 8/9. Demnach wäre eine großräumige markante Grundwarnung ratsam, die dann im Nowcasting gegebenenfalls für ein paar Stunden aufgestockt werden müsste. Im höheren Bergland gibt es allgemein Sturm, auf den Gipfeln je nach Exponiertheit Bft 10 bis Bft 11. An der Nordsee wird Südostwind der Stärke Bft 7/8 prognostiziert, der auf der freien See bis Bft 10 zunehmen kann. Im Südosten und äußersten Osten bleibt der Wind eher schwach. Mit etwas Sonne ist es dort auch recht freundlich.
In der Nacht auf Samstag füllt sich das Tief wie angesprochen über dem Norden Deutschlands rasch auf. Der Gradient auf der Südflanke bleibt kräftig, und das Windmaximum verlagert sich in die nördliche Mitte. Dort sind weiterhin Sturmböen möglich. Sonst lässt der Wind im Tiefland in der zweiten Nachthälfte allgemein nach. Auf den Bergen und an der Nordsee bleibt es stürmisch, an der Ostsee gibt es Windböen.
Mit Auflockerungen fallen die Temperaturen nachts in den unteren einstelligen Bereich, auf den Bergen kann es leichten Frost geben.
Samstag... verlagert sich ein kräftiges Höhentief mit korrespondierendem Bodentief vom Ärmelkanal bis zu den Niederlanden. Im weiteren Verlauf, also in der Nacht auf Samstag, zieht es in den Norden Deutschlands, füllt sich aber rasch wieder auf. Das Tief wird auf seiner Südseite von einem Jetmaximum in 300 hPa flankiert.
Der linke Ausgang des Jetmaximums stützt einen vorgelagerten kurzwelligen Troganteil. Damit kann sich von Südwesten bis zur Mitte in einer Umgebung mit sehr guter Scherung etwas CAPE aufbauen, sodass ab den Mittagsstunden bis in den Nachmittag einzelne kräftige Gewitter entstehen können. Diese lassen sich auch gut in den LPI-Tracks finden. Auch die UH-Tracks zeigen, dass diese Gewitter durchaus recht knackig ausfallen können. Die Hodographen zeigen knapp 50 kn in etwa 1,5 km Höhe. Man sollte also durchaus Sturmböen einplanen. Selbst Bft 10 kann nicht ganz ausgeschlossen werden. Im weiteren Nachmittagsverlauf schwächen sich die Schauer und Gewitter bei ihrer Verlagerung nach Nordosten ab. Ganz allgemein breiten sich unabhängig vom konvektiven Anteil Aufgleitniederschläge über ganz Deutschland aus, die je nach Lage (Lee vs. Luv) mal mehr, mal weniger intensiv ausfallen. Der Wind nimmt mit dem zunehmenden Gradienten ganz allgemein zu, sodass auf der Südflanke des Tiefs verbreitet mit starken bis stürmischen Böen aus Süd bis Südwest zu rechnen ist (Bft 7/8). Aufgrund der abseits des kurzwelligen Troganteils eher wieder stabilen Schichtung hängt die Stärke der Böen ebenso von der Lee-Luv-Situation ab. Richtig interessant wird es dann noch einmal am Abend und in der ersten Nachthälfte, wenn der Bodentiefkern von Westen her übergreift. Unmittelbar an der Südflanke lässt sich im ICON-Modell ein Windmaximum in 850 hPa mit rund 70 kn ausmachen. Allerdings ist die Schichtung zunächst weiterhin recht stabil. Die Frage ist, ob sich im Verlauf eine Art Cold Jet ausbilden kann, der die Höhenwinde nach unten mischt. Zumindest die deutsche Modellkette ist dabei äußerst aggressiv und simuliert vom unteren Niederrhein bis zum Emsland durchaus einen Streifen mit Böen der Stärke Bft 10. Selbst Bft 11 wäre demnach im Grenzbereich zu den Niederlanden nicht auszuschließen. Was die genaue Zugbahn und Stärke des Tiefs betrifft, gibt es allerdings noch Unsicherheiten. EZ hatte das Tief im gestrigen 12-UTC-Lauf noch auf einer südlicheren Zugbahn und schwächer simuliert. Im neuesten Lauf ist EZ nun aber ähnlich wie ICON, wenngleich der Kerndruck etwas höher und die Windböen etwas schwächer berechnet werden. AROME ist ähnlich aggressiv wie ICON. Der Rest der Modellwelt fällt dagegen eher etwas gedämpfter aus. Die genaue Ausprägung des Windmaximums lässt sich nur im Nowcasting bestimmen. Wird der Höhenwind nach unten gemischt, sind schnell Bft 10 und einzelne Böen der Stärke Bft 11 mit dabei. Wenn nicht, bleibt es bei Bft 8/9. Demnach wäre eine großräumige markante Grundwarnung ratsam, die dann im Nowcasting gegebenenfalls für ein paar Stunden aufgestockt werden müsste. Im höheren Bergland gibt es allgemein Sturm, auf den Gipfeln je nach Exponiertheit Bft 10 bis Bft 11. An der Nordsee wird Südostwind der Stärke Bft 7/8 prognostiziert, der auf der freien See bis Bft 10 zunehmen kann. Im Südosten und äußersten Osten bleibt der Wind eher schwach. Mit etwas Sonne ist es dort auch recht freundlich.
In der Nacht auf Samstag füllt sich das Tief wie angesprochen über dem Norden Deutschlands rasch auf. Der Gradient auf der Südflanke bleibt kräftig, und das Windmaximum verlagert sich in die nördliche Mitte. Dort sind weiterhin Sturmböen möglich. Sonst lässt der Wind im Tiefland in der zweiten Nachthälfte allgemein nach. Auf den Bergen und an der Nordsee bleibt es stürmisch, an der Ostsee gibt es Windböen.
Mit Auflockerungen fallen die Temperaturen nachts in den unteren einstelligen Bereich, auf den Bergen kann es leichten Frost geben.
Modellvergleich und -einschätzung
Die noch bestehenden Detailunsicherheiten wurden im Haupttext beschrieben. Die grundlegende Entwicklung wird recht ähnlich simuliert.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 21.10.2026 um 10.30 UTC
Unbeständig mit wiederholten Regenfällen und zeitweise stürmischem Wind.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 28.10.2026
Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum erwartet uns ein unbeständiger Witterungsabschnitt mit wiederholten Regenfällen und zeitweise stürmischem Wind. Wie die Entwicklung im Detail aussieht, ist allerdings auch aus heutiger Sicht weiterhin noch unsicher.
Am Samstag befindet sich ein umfangreiches Sturmtief, das vom Vortag aus dem Südengland bzw. Südwestliche Nordsee herangezogen war, über den Niederlanden oder dem Südteil der Deutschen Bucht. Ein südwärts gerichteter Trog schwenkt vom westlichen Mittelmeer nach Süditalien und in einer Zyklogenese entsteht dort neues Höhentief. Ausgehend von einem Hoch westlich von Portugal erstreckt sich ein Rücken bis nach Irland. Dieser schwenkt im Tagesverlauf ostwärts zur Deutschen Bucht und wölbt sich etwas auf. Vom Seegebiet südwestlich von Island nähert sich das nächste Sturmtief, es rückt bis in den Raum Färöer (nach ICON) oder sogar bis Schottland (nach IFS) vor. Bis diese Drucksysteme in Deutschland wirksam werden, dominiert das Windfeld des erstgenannten Sturmtiefs die Bundesrepublik. Je nach genauer Position des Tiefkerns wird sich die Windsituation noch ändern, aus heutiger Sicht es wahrscheinlich, dass die West- und Nordwesthälfte verbreitet Böen der Stärke Bft 7 und Bft 8 auftreten, an der Nordsee und in Höhenlagen der Mittelgebirge Sturmböen Bft 9 und in exponierten Lagen Bft 10. Mit geringerer Wahrscheinlichkeit bei südlicher verlaufender Zugbahn wären auch tiefere Lagen Süddeutschlands mit Böen Bft 7 und 8 betroffen. Der Bodentrog hat Deutschland schon am Vortag überquert, nachfolgend bringt ein Kurzwellentrog dem Durchzug eines Regengebietes, wobei die Niederschlagsmengen in der Nordhälfte stärker ausgeprägt sind als im Süden. Dauerregenpotential zeigt sich hierbei in Staulagen der Mittelgebirge. Der Wind wird im Tagesverlauf abseits der See nachlassen.
Am Sonntag verliert das zu einem normalen Tief abgeschwächte System über den dänischen Inseln seine Identität. Ein Höhenrücken, der von Südwesteuropa in die Mitte Deutschlands geführt wird, schwenkt südostwärts. Deutschland gerät damit auf die Vorderseite des nächsten Troges. Dieser befindet sich an einem Tief das vom färöisch-schottischen Raum in den Südteil der Norwegischen See zieht. Der Trog schwenkt vom Nordwestteil der Nordsee ostwärts und reicht am Tagesende von Südnorwegen zu den Ostalpen. Am Boden liegt zu Tagesbeginn eine Warmfront im Bereich Südwestteil Nordsee bis Benelux. Über der Nordsee baut sich damit ein veritables Sturmfeld auf mit schweren Sturmböen Bft 10 aus Süd. Landeinwärts setzt sich dies in der Westhälfte mit Böen Bft 7 und Bft 8, in Gipfellagen auch Sturmböen Bft 9 um Süd fort. Dazu verdichten sich die Wolken und von Westen her setzt Regen ein. Im Tagesverlauf schwenkt die Warmfront ostwärts und die nachfolgende Kaltfront erreicht ab etwa Mittag den Nordwesten. Während sich der Regen ostwärts ausbreitet, erfolgt von Nordwesten her ein Übergang in Schauer, an der See auch Gewitter. Auch in der Nordosthälfte und der Mitte lebt der Wind spürbar auf mit Böen Bft 7 bis 8, in Hochlagen Sturmböen. Der Wind dreht mit Trogpassage auf West und nimmt nachfolgend ab. In Staulagen der Mittelgebirge zeigen sich höhere Wahrscheinlichkeiten für das Überschreiten der Warnschwelle für Dauerregen.
Am Montag verlagert sich das Sturmtief über der Norwegischen See etwas nordostwärts. Der Trog schwenkt über Polen zum Baltikum. Der nächste Höhenrücken, ausgehend von einem Hoch bei Portugal, schwenkt von den Britischen Inseln bis in den Ostteil der Deutschen Bucht und Nordwestdeutschland. Er stützt am Boden ein Hoch, das sich über Frankreich aufbaut und nach Süddeutschland wandert. Allerdings erreichen Störungen in Form von kurzwelligen Trögen besonders die Nordhälfte Deutschlands, so dass dieser Tag wechselhaft mit gelegentlichen leichten Niederschlägen, besonders in der Nordhälfte, bleibt. Besonders an der Nordsee muss auch mit stürmischen Böen Bft 8 um West gerechnet werden.
Am Dienstag liegt Deutschland unter einem Höhenrücken. Dieser schwenkt nur wenig südostwärts. Der Nordwesten gerät zur zweiten Tageshälfte auf die Vorderseite des nächsten Troges. Am Boden verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt von Polen nach Osteuropa. Auf der Vorderseite eines Troges über dem Nordwestteil der Nordsee gelangt mit einer südwestlichen Strömung milde Luft in den Nordseeraum. Eine Absinkinversion hält dichte Stratusbewölkung in tieferen Luftschichten, aus der ein paar Tröpfchen niedergehen. Nach Südosten hin ist es freundlich. Am Mittwoch zeigt sich ein ähnliches Bild. Aus dem Höhenrücken spaltet sich ein kleinräumiges Höhenhoch über Deutschland ab. Der Bodentrog eines Nordmeertiefs schwenkt in den Südostteil der Nordsee. Aus tiefer Stratusbewölkung gehen einige Tropfen nieder. Auch im Nordwesten ist es bewölkt mit Niederschlag mit nicht signifikanten Mengen.
Das Temperaturniveau liegt insgesamt in dem für die Jahreszeit normal üblichen Bereich.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells lässt bereits zu Beginn der Mittelfrist nach. So wird die Zugbahn des Sturmtiefs am Samstag auf etwas anderem Kurs gerechnet als im gestrigen 00 UTC Lauf, ähnlich zum gestrigen 12 UTC Lauf. Allerdings ist die Verlagerungsgeschwindigkeit noch etwas langsamer geworden als im gestrigen 12 UTC Lauf. Entsprechend findet auch die Frontpassage etwas später statt. Auch die nachfolgende (Sturm-) Tiefentwicklung am Sonntag/Montag wird, wenn auch nicht mehr so signifikant, anders prognostiziert. Das Tief wird nun aus dem nördlichen westeuropäischen Raum in den Südteil der Norwegischen See ziehen. Im gestrigen 00 UTC war noch eine Verlagerung in die mittlere Nordsee angedacht. Entsprechend hat sich auch hier die Niederschlags- und Windentwicklung geändert. Nach Passage der Sturmtiefs gleichen sich die Modellläufe hingegen wieder an.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch im Vergleich zu anderen Modellen zeigt die Entwicklung beider Sturmtiefs noch größere Unsicherheiten mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wind- und Niederschlagsentwicklung. IFS zeigt ähnlich wie GFS eine Zugbahn entlang der niederländischen Nordseeküste über die Deutsche Bucht hinweg, ICON liegt zeitlich etwas zurück und UK10 rechnet das Ganze etwas südlicher. Entsprechend beeinflusst das Wind-/Sturmfeld vor allem den Nordwesten Deutschlands und nicht auch den Westen und Südwesten. Zudem schwächt es sich bei IFS und UK10 rascher ab als bei GFS und ICON. Bei dem nachfolgenden Sturmtief wird die Zugbahn zumindest von ICON ähnlich zu
IFS gezeigt. GFS zeigt eine etwas nördlichere Zugbahn mit einem späterem Ablauf.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen für Temperatur, Niederschlag und Geopotential bis einschließlich Sonntag einen relativ geringen Spread. Erst danach nimmt der Spread deutlich zu. Dann steigt der Median der 850 hPa-Temperatur und des Geopotentials nach Durchschwenken der Tröge zu Beginn kommender Woche vorderseitig des neuen Tiefausläufers rascher an als bei dem Kontrolllauf.
Vor allem am Wochenende zeigen die Rauchfahnen deutliche Niederschlagssignale für mehr oder weniger alle vorliegenden Gitterpunkte. Zu Wochenbeginn lassen die Niederschlagssignale deutlich nach.
Die Clusterung des EZMW für den Zeitraum von t+72 bis 96 Stunden zeigt drei Cluster. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 1, der insgesamt 30 Member enthält. Cluster 2 wird mit 14, Cluster 3 mit 7 Membern gerechnet. Mit Ausnahme des ersten Zeitschritt in Cluster 2, dem das Blocking-Regime zugeordnet wird, werden alle anderen dem Regime positive NAO simuliert. Die Position des Sturmtiefs unterliegt auch hier unterschiedlichen Positionen, obschon die Grobstruktur in allen Clustern ähnlich simuliert wird. Im Zeitraum t+120 bis t+168 Stunden werden drei Cluster geboten. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 1, der insgesamt 25 Member enthält. Cluster 2 und 3 werden mit jeweils 13 Membern gerechnet. Alle Cluster werden zu allen Zeitschritten dem Regime positive NAO zugeordnet. In Cluster 2 und 3 beeinflussen die aus dem nordöstlichen Atlantik stammenden Tröge das Wettergeschehen, während in Cluster 1 am Dienstag und Mittwoch ein Rücken aus dem Südwesten simuliert wird. Damit besteht auch in diesem Zeitabschnitt eine gewisse Unsicherheit über die Entwicklung.
In der erweiterten Mittelfrist für den Zeitraum von t+192 bis 240 Stunden werden drei Cluster geboten. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 2, der insgesamt 17 Member enthält. Cluster 1 wird mit 19, Cluster 3 mit 15 Membern gerechnet. Cluster 1 führt das Regime positive NAO fort, während Cluster 2 und 3 auf das Blocking-Regime umschwenken. Damit würde sich nach Cluster 2 und 3 ein Höhenrücken über Deutschland aufwölben. Das passiert in abgeschwächter Variante auch bei Cluster 1, dort sind jedoch Durchstöße nördlicher Kurzwellentröge möglich, vor allem nach dem letzten Zeitschritt. Insgesamt zeigt sich auch hier eine Prognose-Unsicherheit.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Vorhersagezeitraum ist vor allem die Windentwicklung in Teilen Deutschlands signifikant. Am Samstag sind an den Küsten und in einigen Gipfellagen Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest bis Süd wahrscheinlich, in exponierten Höhenlagen schwere Sturmböen Bft 10.
Am Sonntag sind an den Küsten Sturmböen Bft 8 bis 9, auf einigen Nordseeinseln auch schwere Sturmböen Bft 10 aus Süd bis Südwest wahrscheinlich, im Tagesverlauf Drehung auf West. Auch im
Nordwesten und Westen sind stürmische Böen Bft 8 nicht ausgeschlossen, ebenso im Schwarzwald und im Tagesverlauf von der Mitte in den Nordosten. In exponierten Höhenlagen schwere Sturmböen Bft 10 oder sogar orkanartige Böen Bft 11. Im Nordwesten im Tagesverlauf geringe Wahrscheinlichkeit für einzelne starke Gewitter. Im Schwarzwald, in der Eifel und im Rothaargebirge höhere Wahrscheinlichkeit für ein Überschreiten der Warnschwelle für Dauerregen.
Am Montag ist es an der Nordseeküste weiterhin stürmisch mit Böen Bft 8 aus um Südwest, auf Berggipfeln der Mittelgebirge muss mit stürmischen bis schweren Sturmböen gerechnet werden. Am Dienstag weiterhin in Hochlagen stürmische Böen bis schwere Sturmböen.
Fazit:
Zu Beginn der Mittelfrist dominiert ein wechselhafter Witterungsabschnitt, der durch zwei Sturmtiefs charakterisiert wird. Die Positionen und damit die genaue Ausprägung des Windfelds unterliegen weiterhin räumlichen und zeitlichen Unsicherheiten. Selbiges gilt in abgeschwächter Variante auch für die Niederschlagsprognose. Zu Beginn der neuen Woche deutet sich eine Stabilisierung des Wettergeschehens an, besonders die Nordhälfte bleibt leicht wechselhaft geprägt. Das Temperaturniveau liegt im durchschnittlichen Bereich, zu Wochenbeginn wird vorübergehend etwas mildere Luft herantransportiert.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, MOS-Mix, UK10, GFS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried





