Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 21.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Übergang von Sa zu SEa (Süd zu Südost antizyklonal)
Fortdauer der gestörten Zirkulation mit zaghaften und nur bedingt erfolgreichen Annäherungsversuchen atlantischer Systeme. Tagsüber zunehmend Dauerfrost, nachts gebietsweise strenger Frost (Südosten, östliche Mitte).
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... verbringt Deutschland unter geopotenziellem Niemandsland ohne nennenswerten Gradienten. Dabei lassen sich auf der Wetterkarte zahlreiche Systeme finden, die für sich genommen mal mehr, mal weniger Substanz besitzen: ein Trog über Nordosteuropa, ein weiterer mit korrespondierendem Tiefdrucksystem über dem nahen Atlantik, dazu Reste des am Wochenende über Iberien abgetropften Cut-Off-Tiefs (int. Harry) über dem zentralen Mittelmeer. Dem gegenüber steht eine Höhenantizyklone über Nordskandinavien plus Bodenhoch Fennoskandien sowie ein Richtung östliches Mitteleuropa gerichteter Rücken über Südosteuropa mit Bodenhoch CHRISTIAN. Eine stolze Armada an Druck- und Potenzialsystemen, denen aber allen eine gewisse Trägheit anhängig ist. Okay, der Nordosteuropatrog weitet sich etwas nach Westen gen Südskandinavien aus und auch der Trog über dem nahen Atlantik wird rückseitig immer wieder neu gefüttert, was aber an seiner Quasistationarität nicht viel ändert. Kurzum, die Großwetterlage ist mal wieder so was von gestört und eingefahren, so dass allfällige Änderungen nur sehr pomadig vonstattengehen. Deutschland liegt dabei genau zwischen den Stühlen, wobei ein Teil (äußerster Westen) leicht zyklonal, der Rest eher antizyklonal beeinflusst wird.
Zwischen dem multiplen Tiefdrucksystem über dem nahen Atlantik (KIRSTIN, JAQUELINE) sowie dem sich langsam Richtung Vorderasien zurückziehenden Hoch CHRISTIAN gelangt auch heute eine trockene Kontinentalluft in den Vorhersageraum. in der in weiten Landesteilen die Sonne scheint. Einzig in Teilen Oberfrankens und der Oberpfalz schwappt mit dem Böhmischen Wind hier und da etwas Stratus aus Tschechien herüber und auch ganz oben im Norden im Grenzbereich zu Dänemark sowie später evtl. auch auf Fehmarn und Rügen wird in Zeitlupe Hochnebel bzw. Stratus aus Südskandinavien eingeführt. Nach Westen hin, quasi im äußeren Dunstkreis der o.e. Ladies gestaltet sich das Wetter nicht ganz so astrein. Zum einen ziehen WLA-bedingt hohe oder mittelhohe Wolken nord-nordostwärts, ohne aber Niederschlag zu produzieren. Zwar ließen sich am frühen Morgen in Grenznähe zu Belgien und den Niederlanden einige Radarsignale beobachten, bei denen es sich aber meist um "Oberschlag" handelte. Heißt, die Troposphäre, vor allem die untere, ist zu trocken, als dass unten was ankommt. Zum anderen halten sich wie die Tage zuvor im Südwesten (RP bis Oberrhein, obere Donau bis Bodensee) einige zähe Hochnebelfelder.
Bleiben noch Temperatur und Wind, die trotz der statischen Lage ein paar interessante Aspekte aufweisen. So wird z.B. die kalte Grundschicht im Nordosten durch aus dem fennoskandischen Hoch ausfließende Kaltluft gestreckt (T850 heute Abend bei 0°C, sonst deutschlandweit 2 bis 5°C), was dort trotz Sonne leichten Dauerfrost zur Folge hat. Den gibt es auch in Ostbayern sowie bei Dauergrau im Südwesten, während sonst häufig 0 bis 6°C auf der Karte stehen. Am mildesten mit bis zu 8 oder 9°C wird es einmal mehr in NRW durch Leeeffekte sowie in mittleren respektive höheren Lagen der südwestdeutschen Mittelgebirge (Schwarzwald, Alb) und der Alpen, die voll in der Inversion liegen.
Windtechnisch köchelt der Böhmische Wind in Südostsachsen noch für einige Stunden vor sich hin (Böen 7 Bft), bevor er am Nachmittag und Abend die Flamme allmählich runterfährt. Dafür flammt der östliche Wind hoch im Norden mehr und mehr auf. Tagsüber dürften nur Helgoland, die Nordfriesischen Inseln sowie die Halligen von Böen 7 Bft betroffen sein. Am Abend und in der Nacht zum Donnerstag kommen dann auch die westliche Ostsee sowie die restliche Nordseeküste in die Show (Böen 7 Bft). Auf Helgoland wird´s dann stürmisch (8 Bft).
Apropos Nacht zu Donnerstag, in der sich an der GWL kaum was tut. Im Westen und Südwesten weiterhin Wolkenfelder (weniger als am Tag), gebietsweise Hochnebel, lokal "echter" Nebel (Neckar, Oberrhein, Oberschwaben). Auch der tiefe Stratus im Norden macht etwas Boden in Richtung Süden gut und könnte am Morgen die Ostfriesischen Inseln erreichen. Weite Teile von SH und MV sind zu diesem Zeitpunkt schon erfasst und es ist nicht ausgeschlossen, dass an der Ostsee hier und da etwas Schneegriesel oder Nieselregen fällt. Im großen Rest des Landes verläuft die Nacht klar (okay, Teile Ostbayerns werden weiterhin mit Stratus aus dem Böhmischen Becken versorgt) und z.T. bannig kalt mit strengem Frost bis zu -15°C zwischen Sachsen und Alpenrand. Ansonsten verbreitet mäßiger, Richtung Westen und Norden vielfach nur leichter Frost. Glätte spielt nur eine untergeordnete Rolle und tritt am ehesten vereinzelt im Westen und Südwesten auf durch gefrierende Nässe bei Nebel oder Reif (höhere Taupunkte als im Rest der Nation). Frostfreie Zonen gibt es tatsächlich auch noch, nämlich gebietsweise zwischen Niederrhein und Rheinland und auch auf den Nordseeinseln wird es nicht überall für ein Minuszeichen reichen.
Donnerstag... werden Trog und multiples Tiefdrucksystem über dem nahen Atlantik regeneriert, was aber die Zurückhaltung in Sachen Progression keinesfalls löst. Die Blockierung bleibt erhalten, eine elend lange Okklusion zwischen westlichem Mittelmeer und Seegebiet westlich Islands macht sich bei uns erst im Tagesverlauf mit mehrschichtiger Bewölkung im Westen und Südwesten bemerkbar. Ansonsten scheint in weiten Landesteilen einmal mehr die Sonne, sieht man mal von zwei Regionen ab. Die eine liegt relativ schmal im Grenzbereich zu Tschechien, wo weiterhin Low Stratus aus Böhmen angezapft wird. Die zweite befindet sich im hohen Norden, wo das tiefe Gewölk im Nordosten (SH/MV) noch etwas landeinwärts vorankommt, während auf der niedersächsischen Seite von der Deutschen Bucht her Ladehemmung gegeben zu sein scheint. Möglich, dass ganz hoch im Norden etwas Schneegriesel oder Nieselregen fällt. Die Grundschicht ist feucht, die Temperatur an der Inversionsuntergrenze (knapp oberhalb 900 hPa) liegt bei etwa -8/-9°C.
Überhaupt muss man konstatieren, dass die untere Troposphäre im Osten und Nordosten weiter abkühlt auf 0 bis -5°C auf 850 hPa, während in der SW-Hälfte noch leichte Plusgrade gehalten werden. Die Flächen mit Dauerfrost nehmen im Norden und Osten deutlich zu, auch wenn es nicht überall für einen Eistag reicht (z.B. in Küstennähe oder in Teilen Sachsens). Weiterhin unbeeindruckt von der schleichenden Abkühlung bleibt NRW, wo es zwischen Wuppertal und Aachen wieder auf 8 oder 9°C hochgeht. Ansonsten stehen 0 bis 6°C auf dem Zettel. Thema Wind, der sich aus Osten wehend nun auch an der Ostsee mit leicht supergeostrophischer Komponente an der Süd-Südwestflanke des fennoskandischen Hochs soweit eingroovt, dass vermehrt Böen 7 Bft (Vorpommern, SH), exponiert (Rügen, Fehmarn) 8 Bft auftreten. Auf und an der Nordsee erreicht der Ostwind häufiger Stärke 8 Bft, am wenigsten vielleicht auf schleswig-holsteinischer Seite wegen der ablandigen Komponente.
In der Nacht zum Freitag entwickelt sich aus dem mehrkernigen Tiefdrucksystem ein kleines Sturmtief am nordwestlichen Rand der Biskaya. Es sorgt dafür, dass die langgestreckte Okklusion in zwei Teile zerbricht. Der nördliche, nicht dem Sturmtief anhängige, schafft es tatsächlich, sich dem Vorhersageraum so weit zu nähern, dass es ganz im Westen für etwas Regen oder Nieselregen genügen könnte - so zumindest die Lesart einiger Modelle. Ob Hebung und Durchfeuchtung der (unteren) Troposphäre am Ende wirklich ausreichen, um etwas Niederschlag zu produzieren, muss abgewartet und in den nächsten Läufen beobachtet werden. Wenn, dann besteht je nach thermischer Vorgeschichte die Gefahr von lokaler Glätte.
Darüber hinaus ist es so, dass die Bewölkung in der ganzen SW-Hälfte allgemein zunimmt, während sonst eine Mischung aus klarem Himmel, gebietsweise aber auch Hochnebel/Stratus gegeben ist. Zwischen Saarland und Niederrhein bleibt die Nacht meist frostfrei. Sonst kühlt es von West nach Ost gestaffelt auf -1 bis -10°C, von Ostbayern bis nach Sachsen bzw. bis in die Harzregion ausstrahlend auf -10 bis -15°C ab. An der See weht weiterhin ein lebhafter und böiger Ostwind mit Spitzen 7-8 Bft.
Freitag... wird das Setup im und über dem Vorhersageraum ein wenig zyklonaler, ohne dass es aber zu einem monumentalen Wetterwechsel reicht. Der gerade wieder frisch regenerierte Trog über dem nahen Atlantik weitet sich geringfügig ostwärts aus, gleichzeitig zieht das o.e. Sturmtief (immerhin unter 965 hPa im Kern) in Richtung der Scilly-Islands, wo es aber nicht richtig in den Ärmelkanal reinkommt und stattdessen Richtung Irland umgelenkt wird. Sei es wie es sei, auf der Tief-/Trogvorderseite ziehen vermehrt Wolken nach Deutschland rein, häufig im mittelhohen und hohen Niveau, weniger im unteren Stockwerk. Vereinzelt wird zwischen RP/Saarland und dem westlichen NDS etwas Regen oder Nieselregen angeboten, z.T. in "Schlangenform", sprich gefrierend, was aus den schon weiter oben genannten Gründen aber noch abzuwarten ist. Ganz hoch im Norden tummeln sich noch Reste tiefen Bewölkung des Vortags, während vor allem in Sachsen und Thüringen inkl. unmittelbarer Nachbarschaft die Sonne am wenigsten von irgendwelchen Wolken oder Hochnebel gestört wird. Die Temperatur steigt am Alpenrand sowie im Westen und Südwesten auf 0 bis +8°C. Im Rest der Nation muss verbreitet mit leichtem, örtlich sogar mäßigem Dauerfrost gerechnet werden. Der lebhafte und ruppige Ostwind an der Küste dauert mit unveränderter Stärke an.
In der Nacht zum Samstag gibt es weitere Versuche des o.e., inzwischen bis in die höhere Troposphäre reichenden Sturmtiefs, auch bei uns einige Treffer zu landen. Es ist die zugehörige Okklusion, die Kurs auf die westlichen Landesteile nimmt und dort - grob vom Oberrhein/Schwarzwald bis hoch ins westliche NDS - neben mehrschichtiger Bewölkung auch etwas Niederschlag platziert. Dabei ist aus heutiger Sicht neben Regen/Nieselregen, teils gefrierend stellenweise sogar etwas Schneefall vorstellbar, weil die höhenmilde Luft durch die zwar nicht überbordend kräftige, dafür aber kontinuierliche Hebung immer weiter aufgezehrt wird und sich ganz unten eine Isothermie um den Gefrierpunkt einstellt. Die große Frage ist weiterhin, wie viel Niederschlags wo genau tatsächlich unten ankommt.
Ansonsten gilt es nur noch zu konstatieren, dass die Wahrscheinlichkeit für strengen Frost im Südosten sowie der östlichen Mitte ab-, dafür die Wahrscheinlichkeit für leichten Frost im Westen etwas zunimmt. Außerdem schwächt sich der Ostwind insbesondere an der Ostsee allmählich ab.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Entwicklung als solche wird modellübergreifend sehr ähnlich simuliert. Fragezeichen stehen wie im Text beschrieben hinter den simulierten schwachen Niederschlägen. Treten sie überhaupt auf und wenn ja, in welcher Form.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 21.01.2026 um 10.30 UTC
Meist leicht wechselhaft. Im Westen anfangs mild, sonst mäßig kalt bis kalt. Nächte frostig. Küsten anfangs stürmischer Ostwind.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 28.01.2026
Zu Beginn der Mittelfrist befindet sich Deutschland zwischen den Einflusssphären einer blockierenden Antizyklone über dem Europäischen Nordmeer und eines von Westen heranrückenden Troges, der in der Folge nach Italien abtropft. An dieser großräumigen Konstellation ändert sich im weiteren Verlauf der Mittelfrist nur wenig.
Am Samstag erfasst eine schwache Front den Westen Deutschlands. Diese geht mit leichten, zeitweise variablen Niederschlägen einher, die sich unter allmählicher Abschwächung nordwärts ausbreiten, wobei im Norden überwiegend Schnee fällt. Auf dem Weg nach Osten gerät die Front zunehmend unter Hochdruckeinfluss; zudem setzt über dem westlichen Mittelmeerraum eine Austrogung ein. Im Osten bleibt es in kalter Kontinentalluft bei leichtem Dauerfrost. Lediglich an der Ostsee sind durch Lake-Effekt einzelne Schneeschauer möglich. Im Südwesten und Westen werden Höchstwerte zwischen 3 und 6 Grad erreicht. An den Küsten weht ein kräftiger bis stürmischer Ost- bis Südostwind.
Am Sonntag liegt Deutschland zwar noch im Einflussbereich des Troges, dieser ist jedoch kaum wetterwirksam, da der Abtropfprozess über Italien erfolgt. Entsprechend verläuft das Wetter meist ruhig. An der Ostsee können weiterhin einzelne Schneeschauer auftreten. Ab dem Abend und vor allem in der Nacht zum Montag sind durch das Italientief über Südostdeutschland Aufgleitniederschläge möglich, meist in Form von Schnee. Dabei sind Neuschneemengen von 5 bis 10 cm durchaus denkbar. Diese Entwicklung ist jedoch mit großer Unsicherheit behaftet und wird von den Modellen unterschiedlich simuliert.
Am Montag greifen die Aufgleitschneefälle auf die gesamte Südosthälfte Deutschlands über, da sich das Höhentief etwas annähert, während das Bodenhoch mit seinem Kern zwischen Ungarn und Rumänien verbleibt. Der übrige Teil Deutschlands steht unter Hochdruckeinfluss. Dabei setzt sich auch im Westen eine Abkühlung durch.
Am Dienstag verliert das Tief zunehmend an Einfluss auf das Wetter in Deutschland. Eine Potenzialbrücke sorgt weiterhin für ruhige und meist trockene Wetterverhältnisse.
Erst am Mittwoch nähert sich von Westen ein neuer Trog. Auch dieser zeigt jedoch die Tendenz, nach Süden in den Mittelmeerraum abzutropfen, anstatt nach Osten durchzuschwenken. Entsprechend verlieren die Fronten auf dem Weg nach Deutschland an Wetterwirksamkeit. Lediglich der Westen profitiert zeitweise von etwas Niederschlag, ansonsten bleibt es überwiegend trocken. Dabei bleibt es im Osten bei östlicher bis südöstlicher Strömung kalt, während im Westen wiederholt mildere Luftmassen einfließen.
Der Donnerstag stellt erneut einen Zwischentag dar, bevor am Freitag der nächste Vorstoß von Westen erfolgt. Ob sich dieser wetterwirksam durchsetzen kann, ist - ähnlich wie zuvor - unsicher. Insgesamt bleibt es im Osten kalt, im Westen mäßig kalt. Nennenswerte Niederschläge werden abgesehen von den möglichen Aufgleitschneefällen am Montag kaum erwartet.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zunächst ist die Konsistenz des IFS als gut, ab Sonntag als moderat einzustufen. Die großräumigen Druckgebilde werden hinsichtlich ihrer Entwicklung, Lage und Intensität relativ homogen dargestellt. Allerdings nimmt die Streuung zum Ende des Wochenendes bei schwachen Druck- und Geopotenzialgradienten über Mitteleuropa zu. Zwar zeigt sich über Westeuropa eine ausgeprägte Tiefdruckaktivität, diese Systeme werden jedoch überwiegend in den Mittelmeerraum abgelenkt und erreichen Deutschland nur in abgeschwächter Form. Zudem deutet sich eine potenzielle Luftmassengrenze über Deutschland an: Von Westen her versucht sich mildere Luft durchzusetzen, wird jedoch durch ein Blocking über Osteuropa behindert, sodass insbesondere die Osthälfte häufig in der Kaltluft verbleibt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen Modelle deuten auf eine ähnliche Entwicklung hin: Mehrere Tiefdruckgebiete unternehmen wiederholt Vorstöße von Westen in Richtung Mitteleuropa, stoßen jedoch auf ein blockierendes Hoch über Nord- und Osteuropa. Dadurch wird der Zugweg der Tiefs nach Süden abgelenkt, sodass überwiegend eine südliche Zugbahn über den Mittelmeerraum verbleibt.
Im Detail zeigen sich jedoch teils erhebliche Unterschiede zwischen den Modellen. Dies wird insbesondere bei den Aufgleitniederschlägen zwischen Sonntagabend und Montagabend deutlich, die sehr heterogen simuliert werden. Die Südosthälfte Deutschlands ist hierfür grundsätzlich prädestiniert, Ausmaß und Intensität sind jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet.
Unabhängig davon bleibt der Osten Deutschlands länger in der Kaltluft, während im Westen wiederholt mildere Luftmassen einfließen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte zeigen bereits zu Beginn der Mittelfrist eine zunehmende Streuung in der Temperaturentwicklung. In allen Simulationen ist zunächst eine Abkühlung erkennbar, mit einem Minimum zwischen Montag und Dienstag, bei etwa -10 °C in 850 hPa. Diese fällt im Nordosten ausgeprägter aus als im Südwesten. Niederschlagssignale sind insgesamt nur schwach vorhanden; lediglich im Südosten zeigen sich am Montag Hinweise auf Aufgleitschneefälle. Ab der Mitte der kommenden Woche steigen die Temperaturen wieder an, wobei der Spread deutlich zunimmt. In 850 hPa reicht die Spannweite dann von etwa 0 bis -15 °C.
Die Clusteranalyse zeigt im Zeitraum t+72 bis t+96 h drei Cluster, die übereinstimmend eine südlich ausgerichtete Westlage bei gleichzeitigem Blocking über dem Nordmeer aufweisen.
Im Zeitraum t+120 bis t+168 h ergeben sich sechs Cluster, wobei sich Haupt- und Kontrolllauf im selben Cluster befinden. Trotz der erhöhten Clusteranzahl zeigen alle Lösungen weiterhin ein Blocking über Nordeuropa sowie einen aktiven Atlantik mit einer insgesamt kräftigen westlichen Strömung, jedoch mit südlicher Tendenz. Deutschland liegt dabei wiederholt am Rand des Hauptwettergeschehens, entweder auf der kalten oder auf der milderen Seite der Luftmassengrenze.
Auch zum Ende der Mittelfrist bleibt das großräumige Muster ähnlich, allerdings reduziert sich die Clusteranzahl wieder auf zwei bis drei.
Fazit: Deutschland liegt während der gesamten Mittelfrist im Übergangsbereich zwischen kälteren und milderen Luftmassen, jedoch abseits des eigentlichen Hauptwettergeschehens. Entsprechend sind keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Samstag treten an der Nordsee stürmische Böen auf, ansonsten werden keine markanten Wettererscheinungen erwartet. In der Mitte und im Südosten kann es örtlich zu gefrierendem Regen kommen. Am Montag sind im Südosten teils kräftigere Schneefälle möglich, deren Auftreten und Intensität derzeit jedoch noch mit Unsicherheiten behaftet sind.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta





