Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 02.08.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
GEWITTER, lokale UNWETTER:
Heute nur am Alpenrand lokal Gewitter mit Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit sowie kleinkörnigem Hagel und Sturmböen bis 75 km/h (9 Bft).
Montag abgesehen vom Norden und Südosten einzelne Gewitter mit UNWETTERGEFAHR durch Starkregen über 30 l/qm in kurzer Zeit, schweren Sturm- oder orkanartigen Böen zwischen 90 und 110 km/h (10 bis 11 Bft) und Hagel mit Korngrößen um 3 cm.
In der Nacht zum Dienstag vor allem im Westen und Nordwesten erhöhte Gefahr für schwere Gewitter mit heftigem Starkregen bis 40 l/qm in kurzer Zeit, schweren Sturmböen bis 100 km/h (10 Bft) und größeren Hagel. In den übrigen Regionen nachlassende Gewitter, Dienstag auch auf den Norden übergreifend.
Dienstag wahrscheinlich Höhepunkt der Gewitterlage, nahezu deutschlandweit Entwicklungen bis hin zum Unwetter.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... hält sich ein Zwischenhoch; großräumiges Absinken lässt nur flache Wolkenfelder entstehen. Allerdings bringt sich über dem nahen Ostatlantik bereits ein weit nach Süden reichender Trog in Position, so dass die Strömung bereits wieder auf Südwest rückdreht. Mit dem Ergebnis, dass sich die trockenere Luft im Norden und in der Mitte Deutschlands weiter nach Osten durchgesetzt hat, ganz im Süden jedoch kein Luftmassenwechsel erfolgt ist. Vielmehr nimmt dort dank Einstrahlung die Labilität noch etwas zu; CAPE (MU) erreicht am Alpenrand bis über 2000 J/kg und ist dort zudem kaum noch gedeckelt, allerdings ist die Strömung eher noch leicht antizyklonal, so dass dynamische Hebung ausbleibt. Darüber hinaus ist kaum Scherung vorhanden. Allerdings können sich inneralpin und aus den Alpen heraus einzelne Gewitter entwickeln, Unwetter sind wenig wahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen, wobei vor allem Gefahr von heftigem Starkregen um 30 mm in kurzer Zeit und größeren Hagelansammlungen besteht. In den anderen Gebieten bleiben nicht nur konvektive Umlagerungen, sondern auch jegliche Niederschläge aus.
In der Nacht zum Montag fällt die Konvektion am Alpenrand und inneralpin rasch in sich zusammen. In der wärmsten Luft, die trogvorderseitig nach Frankreich gelangt ist, entwickelt sich eine flache Tiefdruckrinne, die nach Ostfrankreich gelangt. Vorderseitig dreht die Strömung auch in den unteren Troposphärenschichten auf Südwest bis Süd, wodurch die feuchtwarme und labil geschichtete Luft im Westen Deutschlands wieder weiter nach Norden vordringt, ohne dass bereits konvektive Umlagerungen in Gang kommen. Hierzu ist die Deckelung noch zu ausgeprägt; auch von Seiten der Dynamik lassen sich kaum Signale finden. Während im Norden, Nordosten und in der Mitte die Temperaturen auf 15 bis 10 Grad zurückgehen, ist im Westen und Süden Deutschlands die nächtliche Abkühlung weniger ausgeprägt. In den Ballungsgebieten West- und Süddeutschlands zeichnet sich eine Tropennacht ab.
Montag ... greift der Trog vom nahen Ostatlantik kommend auf die Iberische Halbinsel über, was die südwestliche Strömung über Mitteleuropa weiter aufsteilen lässt. Hierdurch gelangt feuchtlabile Luft aus dem westlichen Mittelmeerraum in das Vorhersagegebiet, die sich etwa bis zu einer Linie südliches Emsland - Oderbruch nach Norden durchsetzt. CAPE(MU) erreicht etwas über 2000 J/kg, der Flüssigwassergehalt 30 bis 40 mm. Zudem ist kaum noch Deckelung vorhanden und die Strömung beginnt zu flattern, so dass konvektive Umlagerungen in Gang kommen. Da Scherung abgesehen zum Grenzbereich hin zur trockeneren und stabileren Luft nach wie vor kaum vorhanden ist, sind organisiertere Strukturen hoch reichender Konvektion eher weniger wahrscheinlich. Dennoch hat die Luftmasse Unwetterpotential, vor allem durch heftigen Starkregen und größere Hagelansammlungen, im Westen und Süden sind dabei auch Sturm- und schwere Sturmböen nicht auszuschließen. Eine genauere Regionalisierung lässt sich derzeit noch nicht vornehmen. Sehr wahrscheinlich konzentrieren sich die Entwicklungen auf den Südwesten und Süden, wobei im Südosten aufgrund einer Wolkenbasis, die zum Teil oberhalb von 3000 m liegt, die Gefahr von Gewittern bis in den Unwetterbereich hinein geringer ist. Nordöstlich der o.g. Linie hält sich noch trockenere und relativ stabil geschichtete Luft, so dass in diesen Gebieten konvektive Umlagerungen ausbleiben.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 30 bis 35, in tieferen Lagen West- und Süddeutschlands bis 37 Grad; zudem wird es dort schwülheiß. In Nordseenähe und im äußersten Nordosten sind 23 bis 29 Grad zu erwarten.
In der Nacht zum Dienstag setzt sich die feuchtlabile Luft auch in Nordseenähe und in den nordöstlichen Landesteilen durch. Allerdings wird die Strömung dann antizyklonaler, wodurch die Konvektion in weiten Teilen Deutschlands zumindest vorübergehend in sich zusammenfällt. Eine Ausnahme stellt der Westen und der Nordwesten Deutschlands dar, wo durch kurzwellige Keil-Trog-Strukturen die Konvektion bis hin zu Gewittern am Leben gehalten wird, wahrscheinlich aber, ohne dass es für Unwetter reicht. Dabei dürfte es sich im Wesentlichen um abgehobene Entwicklungen handeln. Diese Strukturen können dann auch auf Teile der Mitte Deutschlands übergreifen. Eine Regionalisierung lässt sich derzeit noch nicht vornehmen, jedes der hoch auflösenden Modelle liefert andere Ergebnisse. Aufgrund der raschen Verlagerung dieser konvektiven Umlagerungen ist die Wahrscheinlichkeit von Starkregen bis in den Unwetterbereich hinein gering. Allerdings sind weiterhin Sturm- und schwere Sturmböen nicht auszuschließen. In weiten Teilen Deutschlands und nicht nur in Ballungsgebieten ist eine Tropennacht mit nächtlichen Tiefsttemperaturen zwischen 24 und 20 Grad zu erwarten.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... läuft aus dem o.g. Trog ein kurzwelliger Anteil heraus, der auf Ostfrankreich übergreift. Der Haupttrog verbleibt unmittelbar westlich der Britischen Inseln. Die vorderseitige flache Tiefdruckrinne gelangt nach Deutschland, wobei die darin vorhandene feuchtlabile Luft durch den nach Ostfrankreich schwenkenden kurzwelligen Anteil aktiviert wird. Diese Luftmasse hat es in sich: CAPE (MU, KK) erreicht dank Einstrahlung im Osten und Süden bis über 3000 J/kg, der Gehalt an niederschlagbarem Wasser 35 bis etwa 50 mm. Demzufolge können sich in weiten Teilen Deutschlands heftige Gewitter bis hin zum Unwetter entwickeln, wobei das gesamte Spektrum unwetterträchtiger Parameter geboten wird, von heftigem Starkregen um 40 mm in kurzer Zeit, schweren Sturm- bis orkanartigen Böen und auch Hagel bis 3 cm oder größere Hagelansammlungen. Zudem ist dann auch die Scherung für organisiertere Strukturen hoch reichender Konvektion hinreichend. Eine Ausnahme ist wiederum der Südosten. Dort liegt das Hebungskondensationsniveau bei 2800 bis weit oberhalb von 3000 m. Aber auch dort sind, vor allem durch die Orografie getriggert, Entwicklungen bis weit in den Unwetterbereich hinein nicht auszuschließen, die vor allem mit Sturm- und orkanartigen Böen ("trockener Fuß") einhergehen können. Dabei stellt der Dienstag den Höhepunkt der aktuellen Gewitterlage dar. Wahrscheinlich erfolgt rückseitig der fachen Tiefdruckrinne zur tagesgangsbedingt aktivsten Zeit ganz im Westen Deutschlands mit einer Winddrehung auf West eine Stabilisierung und somit eine Entspannung der Lage, wobei hierin ebenfalls noch Unsicherheiten bestehen. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 30 bis 35, in tieferen Lagen Süddeutschlands bis 37 Grad, wobei eine ausgeprägte Schwüle zu erwarten ist. Nur im Küstenumfeld wird es mit 23 bis 29 Grad nicht ganz so heiß.
In der Nacht zum Mittwoch verlagert sich die flache Tiefdruckrinne rasch nach Polen. Rückseitig setzt sich stabilere und trockenere Luft von Nordwesten und Westen bis in die mittleren Regionen durch. Das Niederschlagsgeschehen konzentriert sich dann eher auf den Norden, wobei es sich um abgehobene Konvektion handeln dürfte. Anfangs sind auch noch unwetterartige Entwicklungen, aufgrund zunehmender Verclusterung vor allem durch heftigen, mehrstündigen und zunächst noch von Gewittern durchsetzten Starkregen möglich, bevor ausgangs der Nacht diese Entwicklungen in Richtung Ostsee abziehen. Dabei wird die Wahrscheinlichkeit von Unwettern zusehends geringer. In weiten Teilen Deutschlands ist eine weitere Tropennacht mit Tiefsttemperaturen zwischen 24 und 20 Grad zu erwarten.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Auf Unsicherheiten hinsichtlich der Niederschlagsprognosen hoch auflösender Modelle ist bereits weiter oben hingewiesen worden.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 02.08.2026 um 10.30 UTC
Unbeständiger und etwas kühler, aber weiterhin hochsommerlich.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 09.08.2026
Zu Beginn des Mittelfristzeitraumes am Mittwoch befindet sich Deutschland im Einflussbereich eines atlantischen Troges der sich vom Nordpol über Nordskandinavien diagonal bis nach Irland erstreckt. Über Südosteuropa sorgt hohes Geopotential für ein nicht so rasches Übergreifen des Troges auf Mitteleuropa. Dennach sind bereits am Dienstag auf der Vorderseite des Troges sehr feuchte und warme Luftmassen von Südwesten her nach Deutschland eingeflossen. Dabei nähert sich von Frankreich her eine Kaltfront, die im Laufe des Mittwochs auf den Norden, später auch Südosten von Deutschland übergreift. Rückseitig der Kaltfront liegen die 850 hPa Temperaturen um 12 Grad, im äußersten Südosten etwas über 20 Grad. Entlang der Kaltfront muss gerade im Laufe des Tagesgang mit teils unwetterartigen Gewittern und teils mehrstündigen Starkregen gerechnet werden. Die PPWs liegen vor allem im Nordosten und Süden zwischen 30 und 50 mm. MU Cape ist mit Werten bis 2500 j/kg ebenfalls nicht wenig, aber nicht mehr ganz so hoch wie am Dienstag. In der Nacht zu Donnerstag bleibt die feuchtwarme und potentiell instabile Luftmasse im Südosten weiterhin erhalten. Viel Scherung ist im Südosten aber nicht zu finden, die Gewittertätigkeit lässt im Allgemeinen nach.
Am Donnerstag kommt die Luftmassengrenze weiter nach Südosten voran, wobei es im Tagesgang und vor allem am Alpenrand und Südschwarzwald zu konvektiv verstärkten Regen und erneut zu kräftigen Gewittern kommen kann. Der Langwellentrog greift auf Westeuropa über wobei immer kühlere und trockenere Luftmassen nach Mitteleuropa geführt werden. In 850 liegen die Temperaturen im Nordwesten um 7 Grad und im Süden um 17 Grad. Entlang der Frontalzone kann es zu leichten Wellenentwicklungen kommen. Daher ist es aktuell unsicher, wann genau die Frontalzone nach Südosten abzieht. Nach dem aktuellen Lauf sollte Freitagvormittag die wellende Luftmassengrenze abgezogen sein. Im Südosten bleibt es bewölkt mit und teils regnerisch.
Am Freitag kann der Langwellentrog nun auch aus Südwesteuropa übergreifen und auch über der Iberischen Halbinsel die Hitze vertreiben. Über der Nordsee fließt indes höhenkalte Luft mit 500 hPa Temperaturen um -20 Grad ein. Was die Tages Labilität noch befeuert und für Schauer evtl. auch Gewitter sorgt. Da an der Trogvorderseite die Höhenwinde recht kräftig sind, könnten mit Tagesgang auch der Wind im Nordwesten und entlang der Küste eine Rolle spielen. Am Alpenrand bleibt es meist bewölkt und es kann immer mal wieder regnen.
Am Samstag greift der Langwellentrog auf Mitteleuropa über, die bodennahe Druckverteilung bleibt aber eher flach. Ein kleinräumiges Tief bildet sich am rechten Ausgang des Troges über der Mitte Deutschlands, dieses sorgt dafür, dass im Süden wieder etwas feuchtwärme Luftmassen nach Süddeutschland gelangen. Vor allem am östl. Alpenrand muss daher erneut mit konvektiv verstärkten Regen gerechnet werden.
Am Sonntag zieht der Trog nach Polen ab und es kann sich schwacher Hochdruckeinfluss über Deutschland ausbreiten. Im Norden und Nordwesten sorgen aber Randtröge weiterhin für wechselhaftes Wetter.
In der erweiterten Mittelfrist greift ein Hochrücken von Südwesten auf Mitteleuropa über, wobei im Laufe der übernächsten Woche wieder sehr warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden sollen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Anfangs sind die Vorläufe und der aktuelle Lauf sehr konsistent. Jedoch entwickelt sich der Randtrog über dem Nordostatlantik/der Nordsee etwas anders. Somit könnten die Niederschläge am Alpenrand am Donnerstag und Freitag etwas kräftiger und länger anhaltend ausfallen. Dabei kann es auch zu eingelagerten kräftigen Gewittern kommen. Nachfolgend (ab Samstag) baut sich auch der Hochdruckeinfluss nicht so stark und schnell wieder auf, wie es im gestrigen Lauf zu sehen war. Temperaturen bleiben sommerlich, aber nicht mehr so heiß ab dem nächsten Wochenende wie im Vorlauf.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Donnerstag ist die Vorhersage der verschiedenen Globalmodelle recht ähnlich. 2 wesentliche Dinge werden nachfolgend jedoch etwas unterschiedlich simuliert. Zum einen die wellende Frontalzone am Alpenrand und die damit verbundenen Niederschläge werden immer wieder etwas anders simuliert. Mal könnte eine Dauerregenlage anstehen, mal ist es eher normaler Regen mit konvektiven Verstärkungen. Zum anderen der Verlauf des Randtroges, der nach Abzug des Haupttroges auf Deutschland übergreift ist ebenfalls recht unsicher. Jedes Globalmodell hat dabei einer etwas andere Variante, die das Wetter in Deutschland jeweils etwas anders gestaltet, mal mit mehr oder weniger Gewittern. Im groben Verlauf weisen die betrachten Globalmodelle aber ein ähnliches Bild auf.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
In der Clusteranalyse des ECMWFs gibt es 5 verschiedene Cluster. Der operationelle Lauf ist mit insgesamt 10 Membern in Cluster 3 zu finden Cluster 1 hat 15 Member. Die meisten Cluster weisen eine positive NAO auf, wobei gerade in Cluster 1 der Trend zum atlantischen Rücken vorhanden ist. Die Cluster zeigen jetzt keine deutlichen Unterschiede über Mitteleuropa auf, sondern haben in der genauen Trogkonfiguration und Phase jeweils leichtere oder größere Unterschiede.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Mittwoch muss abgesehen vom Nordwesten mit einer verbreiteten Schwergewitterlage gerechnet werden. Hauptaugenmerk liegt auf dem heftigen, evtl. auch extremen Starkregen, schwere Sturmböen und größerem Hagel.
Ab Donnerstag gibt es schwache Signale für eine konvektiv verstärkte Dauerregenlage am östlichen Alpenrand. Diese Entwicklung ist aber sehr unsicher. Der EFI hat ebenfalls nur schwache Signale und in den DMOS ist ebenfalls nicht stark enthalten.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher





