Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Sonntag, den 31.05.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Heute im Süden und in Teilen der Mitte Gewitter bis hin zum Unwetter, am Montag kaum markante Wettergefahren. Am Dienstag von Westen her erneut Gewitter; Unwetter nur wenig wahrscheinlich.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Aktuell ... liegt der größte Teil Deutschlands im Bereich geringer Luftdruckgegensätze unter einer feuchtwarmen und labil geschichteten Luftmasse. Im Nordosten und Norden hält sich noch trockenere Luft; auch von Westen her setzt sich mit einer auf Nordwest drehenden bodennahen Windkomponente zusehends trockenere und stabiler geschichtete Luft durch.
Somit gilt die Aufmerksamkeit der labil geschichteten Luftmasse. Diese Luft weist ein CAPE (MU, KK) von teils mehr als 2000 J/kg und einen Gehalt an niederschlagbarem Wasser von 30 bis 35 mm auf. Die Strömung ist zwar leicht antizyklonal gekrümmt, flattert aber, so dass entsprechende Hebung auch abseits der Orografie gegeben ist. Somit entwickeln sich Gewitter bis hin zum Unwetter, wobei in den mittleren Regionen Unwettergefahr vor allem durch heftigen Starkregen und nach Süden hin zusätzlich durch (größeren) Hagel und (schwere) Sturmböen besteht. Dabei zeigen sich dank signifikanter Scherung, die sowohl niedertroposphärisch als auch hochreichend vorhanden ist, vor allem im Süden Ansätze staffelartiger Strukturen, die in der Mitte mangels Scherung kaum ausgeprägt sind.
Ein Kurzwellentrog, der in der west-nordwestlichen Strömung nach Ost-Südost abläuft, erreicht erst am späten Abend den äußersten Westen Deutschlands. Dieser wird aus der dort zuvor eingeflossen trockeneren und stabileren Luft nicht mehr viel rausholen können. Kaltluftadvektion greift trogvorderseitig über, was dessen Wetterwirksamkeit dämpft. Für den Südosten ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Der Trog hängt mit seinem südlichen Teil zurück, zudem wird nach Südosten hin die Kaltluftadvektion schwächer, so dass dort die Konvektion nicht so recht zur Ruhe kommt. Vielmehr zeichnet sich ein Übergang in mehrstündigen und anfangs noch gewittrigen Starkregen ab, der zumindest in der ersten Nachthälfte noch unwetterartig sein kann. Dies ist neben dem Alpenrand bis weit in die Nacht zum Montag hinein auch noch im östlichen Mittelgebirgsraum und dort vor allem in Teilen von Sachsen der Fall.
In den anderen Gebieten, d.h. neben dem Norden auch später im gesamten Westen und in Teilen der Mitte, setzt sich trockenere und stabiler geschichtete Luft durch.

Montag ... greift unter Verkürzung der Wellenlänge ein Höhenrücken auf Deutschland über. Durch diesen wird ein Zwischenhoch mit Schwerpunkt über dem Alpenraum gestützt. Letzte Schauer zeichnen sich dann noch über dem östlichen Mittelgebirgsraum ab, für Gewitter sollte die Labilität nicht mehr hinreichend sein. Allerdings wird dort durch Restbewölkung auch abseits von Schauern die Einstrahlung noch einigermaßen gedämpft. Später am Tag setzt in Verbindung mit einem Kurzwellentrog, der in die Flanke des Höhenrückens hereinläuft, von Westen her erneut Wolkenaufzug ein, ohne dass bereits wieder Niederschlag fällt. In der eher gemäßigten Luftmasse erreichen die Tageshöchsttemperaturen 19 bis 24, im Westen und Südwesten in tieferen Lagen bis 26 Grad.

In der Nacht zum Dienstag greift bereits ein nachfolgender Trog auf die Irische See und die Bretagne über. Der Höhenrücken wird nach Osten abgedrängt, über Mitteleuropa stellt sich eine südwestliche Strömung ein, die zusehends flattert. Ausgangs der Nacht sind daher in der Westeifel und an der Saar erste Schauer vorstellbar.
In den anderen Gebieten hält sich noch schwacher Zwischenhocheinfluss bzw. was hiervon noch übrig ist. Im Osten und Südosten kann es zeitweise aufklaren. Aufgrund des leicht anziehenden Gradienten ist selbst in diesen Gebieten die Nebelneigung nur gering.

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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Dienstag ... arbeitet sich der nachfolgende Trog bis nach Ostfrankreich vor und weitet sich dabei eher nach Süden aus als dass er nach Osten vorankommt. Hierdurch dreht über dem Vorhersagegebiet die Strömung auf Südwest und steilt zusehends auf. Der Südwesten Deutschlands gelangt an den diffluenten Ausgang, wodurch die durch positive Vorticityadvektion gegebene Hebung verstärkt wird. Das kann die Kaltluftadvektion, die diesen Trog überläuft, auch nicht gegenhalten. Trogvorderseitig wird wieder feuchtlabile Luft eingesteuert, zuvor kann sich CAPE bis etwa 1000 J/kg aufbauen. Das ist deutlich weniger als bei der aktuellen Luftmasse, aber ein Flüssigwassergehalt von 30 bis über 35 mm steht dem nicht viel nach. Daher greifen auf den Westen und Südwesten Deutschlands im Tagesverlauf starke Gewitter über, die mit Sturm- und schweren Sturmböen einhergehen. Größerer Hagel ist mangels hochreichender Scherung eher unwahrscheinlich, genauso spielt unwetterträchtiger Starkregen aufgrund der raschen Verlagerung der Konvektionszellen eher eine untergeordnete Rolle. Nach Südwesten hin erreicht die niedertroposphärische Scherung signifikante Werte, so dass dort sogar organisiertere und möglicherweise rotierende Strukturen hochreichender Konvektion vorstellbar sind. Unwetterartige Entwicklungen sind daher vor allem nach Südwesten hin nicht auszuschließen. Die anderen Gebiete bleiben von dieser Entwicklung noch verschont. Dank Einstrahlung steigt dort die Temperatur auf 23 bis 27 Grad, wogegen sonst 19 bis 24 Grad erreicht werden.

In der Nacht zum Mittwoch tropft der Trog über dem Südwesten Deutschlands aus. Das Niederschlagsgeschehen verschiebt sich dann mit der Vorderseite des austropfenden Troges über die mittleren Regionen hinweg ostwärts, wobei dann Fokus auf mehrstündigen und anfangs noch gewittrigen Starkregen zu legen ist. Dabei besteht in der ersten Nachthälfte im Süden noch die Gefahr von Sturm- und schweren Sturmböen, aber die Wahrscheinlichkeit von Unwettern wird zusehends geringer.
Ob der Nordosten Deutschlands von diesen Niederschlägen erfasst wird, wie es EZMW und UK zeigen oder diese Gebiete noch außen vor bleiben wie bei ICON und GFS ist noch nicht sicher.

Modellvergleich und -einschätzung

Hinsichtlich der synoptischen Basisfelder stützen die verfügbaren Modelle die oben beschriebene Entwicklung. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich nicht ableiten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann