Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 01.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Im Süden am Nachmittag starke Gewitter, lokal Unwetter. Am Sonntag nur direkt an den Alpen starke Gewitter. Am Montag landesweit ansteigende Unwettergefahr und verbreitet starke Wärmebelastung.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... befindet sich ein kräftiges Höhentief über dem Nordmeer. An seiner Südflanke lässt sich eine markante Trogachse ausmachen, flankiert von einem Höhenjet. Die Trogachse erfasst am Vormittag Deutschland und zieht im Tagesverlauf ostwärts. Gleichzeitig findet sich im Bodenfeld weiterhin eine Luftmassengrenze über Deutschland, die sich vom Südwesten bis in den Nordosten erstreckt. Diese lässt sich gut im Feuchtefeld wiederfinden. Auf ihrer Südostseite liegen die Taupunkte bei hohen Theta-E-Werten zwischen 16 und 19 Grad. Auf der kalten Seite sind im Nordwesten hingegen nur einstellige Taupunkte zu finden.
Im Bereich der Luftmassengrenze sind bereits aus der Nacht heraus schauerartig verstärkte und gewittrig durchsetzte Niederschläge aktiv, die bei PPW-Werten von 35 bis 40 mm rasch markanten Starkregen bringen. Angefacht wird die konvektive Aktivität durch den sich annähernden Höhentrog. Die Prognosen der nächsten Stunden zeigen ein Andauern der Konvektion, sodass sich durch wiederholte Aktivität in engen Streifen durchaus größere Regenmengen akkumulieren können. Örtlich eng begrenzt können auch unwetterartige Mengen nicht ausgeschlossen werden. Warntechnisch sind die lokalen Spitzen aber kaum zu erfassen, und die gewittrigen Einlagerungen sind ohnehin bereits mit markantem Starkregen abgedeckt.
Bis zum Mittag schwächen sich die konvektiven Niederschläge im Osten ab und ziehen am Nachmittag ostwärts ab. Dann steht vor allem noch der Süden des Landes im Fokus. Dort liegt weiterhin die feuchtlabile Luftmasse. Entlang und südlich der Donau können sich bis zum Nachmittag erneut CAPE-Werte von 500 bis vereinzelt 1000 J/kg aufbauen. Insgesamt ist die hochreichende Scherung eher gering. Beim Blick auf ICON-D2/RUC erkennt man aber durchaus kleinere, durch lokale Effekte bedingte Scherungsmaxima um 15 m/s. Entsprechend ist es gut möglich, dass sich die eine oder andere Zelle zeitweise etwas besser organisiert. Die UH-Tracks stützen dies. So finden sich zumindest einzelne langlebigere rotierende Zellen. Mit dem gestrigen Tag ist das natürlich nicht vergleichbar. Dort, wo es eine Zelle aber schafft, sich besser zu organisieren, sind durchaus Hagel bis 2 cm sowie Sturmböen möglich. Bezüglich der Windgefahr spielt zudem eine Rolle, dass zumindest bis etwa 800 hPa noch ein gewisses Inverted-V mit trockenadiabatischer Temperaturabnahme in den Prognosesoundings zu erkennen ist.
Daneben ist auch noch ein Augenmerk auf den Starkregen zu legen. Die PPW-Werte liegen mit über 35 mm weiterhin hoch, sodass die Mengen rasch bis in den Unwetterbereich gehen können. ICON-D2 simuliert vor allem im Bereich vom Werdenfelser Land bis ins Berchtesgadener Land konsistent hohe Niederschlagssummen. Demnach wären örtlich eng begrenzt auch um 70 l/qm möglich. Das dürfte zwar etwas übertrieben sein, unwetterartige Mengen erscheinen aber durchaus plausibel und werden auch von externen hochaufgelösten Modellen gestützt.
In der Nordwesthälfte gestaltet sich der Tag freundlich mit teils längerem Sonnenschein. Das liegt nicht nur an den trockeneren und stabileren Luftmassen, sondern auch an der Lage rückseitig der Trogachse, die am Nachmittag von der Mitte Deutschlands weiter in den Osten vorankommt. Während die Höchstwerte in den länger andauernden konvektiven Niederschlägen im Osten sowie im Norden oft unter 25 Grad liegen, werden im Süden und Südwesten vereinzelt bis zu 30 Grad erreicht.
In der Nacht zum Sonntag zieht die Trogachse ostwärts aus Deutschland ab und der Vorhersageraum gelangt auf die Vorderseite eines flachen Rückens, der für Absinken sorgt. Die gewittrigen Niederschläge am bayerischen Alpenrand ziehen im Laufe der ersten Nachthälfte ab, sodass es anschließend auch dort trocken ist. Gebietsweise kann es unter Absinken stärker auflockern. Gerade in der trockenen Luftmasse über der Nordhälfte kann es deutlich abkühlen. So gehen die Werte häufig in den einstelligen Bereich zurück, bodennah werden sogar bis zu 3 Grad vorhergesagt. Ganz anders im Süden und Südwesten, wo die Werte am Morgen häufig zwischen 15 und 19 Grad liegen.
Abgesehen von lokalen Nebelfeldern sind im Nachtverlauf keine Warnungen mehr zu erwarten.
Sonntag... verläuft die Höhenströmung mehr oder weniger indifferent über Deutschland und dreht zunehmend auf Südwest. Damit wird die Luftmassengrenze wieder etwas nach Norden gedrückt. So kommt die 15-Grad-Isotherme in 850 hPa im Tagesverlauf von Freiburg bis nach Frankfurt voran. Folglich machen auch die Temperaturen wieder einen deutlichen Sprung nach oben. Unterhalb der 25-Grad-Marke liegen die Höchstwerte eigentlich nur noch im Küstenumfeld sowie in Teilen Schleswig-Holsteins. Vom Südwesten und Süden bis zum Niederrhein werden wieder über 30 Grad erwartet, am Oberrhein bis zu 33 Grad. Die Luftmasse ist vielerorts sehr trocken, was sich gut an der spezifischen Feuchte erkennen lässt. Anders sieht es im Bereich der Donau und südlich davon aus. Dort befinden sich die Reste der Luftmasse vom Vortag, sodass sich erneut einige hundert J/kg CAPE aufbauen können. Zum Nachmittag können Gewitter aus den Alpen auf die deutsche Seite übergreifen. Wie weit sie auf das Alpenvorland ausgreifen können, ist noch etwas unsicher. Zumeist belassen die Modelle sie aber alpennah.
Die Scherung ist gering, sodass als wesentliche Begleiterscheinung vor allem Starkregen zu nennen ist. Die PPW-Werte liegen um 30 mm, die Zuggeschwindigkeit beträgt jedoch nur rund 5 kn, sodass auch unwetterartige Regenmengen nicht ausgeschlossen sind.
Im großen Rest des Landes verläuft der Sonntag warnfrei, windschwach und macht seinem Namen alle Ehre.
In der Nacht zum Montag ändert sich nur wenig. Die Höhenströmung schiebt die 15-Grad-Isotherme in 850 hPa etwa bis zum Harz voran. Von der Mitte bis in den Süden wird eine warme Nacht erwartet. In Frankfurt und anderen südwestdeutschen Ballungsräumen sinken die Temperaturen nicht unter 20 Grad. Frisch wird es hingegen nochmals im Norden und Osten, wo die Temperatur in Bodennähe oftmals unter 10 Grad sinken kann.
Die Gewitter an den Alpen lassen rasch nach, sodass bei schwachen Winden eine ruhige und warnfreie Nacht erwartet wird, wenn man von lokalen nächtlichen Nebelfeldern absieht.
Montag... verbleibt Deutschland unter einer südwestlichen Höhenströmung, die neutral bis leicht antizyklonal verläuft. Am Boden herrschen weiterhin nur geringe Luftdruckgegensätze. Die Temperatur in 850 hPa steigt weiter an. Während die 15-Grad-Isotherme den Norden erreicht, kommt die 20-Grad-Marke bis zur Mitte Deutschlands voran. Entsprechend steigen auch die Höchsttemperaturen weiter an. Die 30-Grad-Marke erreicht Hamburg, in der Südhälfte werden 33 bis 39 Grad erwartet.
Allerdings nimmt auch die Gewittergefahr wieder zu. Zwar ist aus der Höhe aufgrund der neutralen bis leicht antizyklonalen Strömung kaum Antrieb zu erwarten. Die Luftmasse ist jedoch sehr feucht und hochgradig labil (bis etwa 600 hPa hinauf). Die resultierenden CAPE-Werte von 500 bis 1500 J/kg sind vielerorts weitgehend ungedeckelt.
Eine erste Auslösung im orographischen Umfeld erscheint damit bereits ab dem frühen Nachmittag wahrscheinlich. Zudem erkennt man ein moderates IPV-Maximum, das im Nachmittagsverlauf von West nach Ost über die Mitte des Landes zieht und einen zusätzlichen Hebungsimpuls liefern kann.
Folglich simulieren die Modelle über weiten Teilen Deutschlands Konvektion, wobei die genauen Schwerpunkte noch nicht eindeutig fassbar sind. Starkregen dürfte dabei auf jeden Fall ein Thema sein, wenn man sich die PPW-Werte von 35 bis 40 mm vor Augen führt.
Je weiter man nach Norden kommt, desto stärker wird die hochreichende Windscherung, sodass dort auch organisierte Zellen entstehen können, die neben größerem Hagel auch eine erhöhte Sturmgefahr mit sich bringen. Dies wird zusätzlich durch eine thermodynamische Komponente gestützt. Die DCAPE-Werte liegen häufig über 500, teils auch um 1000 J/kg, wobei sie in der Südhälfte deutlich höher ausfallen als im Norden.
Kurz zusammengefasst ist nach einer kurzen Ruhephase am Sonntag mit Beginn der neuen Woche wieder mit einer erhöhten Unwettergefahr zu rechnen, wobei die genauen Details derzeit noch unsicher sind.
In der Nacht zum Dienstag verbleibt Deutschland in der südwestlichen, leicht antizyklonalen Höhenströmung. Im IPV-Feld werden noch schwache Störungen angedeutet, die vor allem im Norden von West nach Ost ziehen. Folglich kann sich dort die Konvektion noch am längsten und teils bis in die zweite Nachthälfte halten, wobei ihre Intensität nachlässt.
Im Westen und Südwesten sowie allgemein in Ballungszentren verbleiben die Tiefstwerte vielfach im tropischen Bereich (>20 Grad). Die von MOS im Schwarzwald prognostizierten Tiefstwerte erscheinen bei der Durchsicht des vertikalen Windprofils jedoch wenig realistisch.
Modellvergleich und -einschätzung
Die großräumige Entwicklung ist im gesamten Kurzfristzeitraum konsistent. Die Schwerpunkte ab Montag lassen sich hingegen noch schwer lokalisieren.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 01.08.2026 um 10.30 UTC
Im Norden sommerlich warm, in der Mitte und im Süden heiß bis sehr heiß. Am Dienstag und am Mittwoch erhöhtes Unwetterpotenzial durch schwere Gewitter, danach Wetterberuhigung. Vor allem im Süden anhaltende Wärmebelastung.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 08.08.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag deutet sich eine markante Schwergewitterlage an. Deutschland befindet sich an der Vorderseite eines Langwellentroges, der sich vom Nordatlantik über Schottland bis nach Nordskandinavien erstreckt. Ein Randtrog sorgt dafür, dass die bis dahin eher antizyklonal geprägte südwestliche Höhenströmung zunehmend zyklonalen Charakter annimmt. Am Boden liegt Deutschland im breiten Warmsektor eines Tiefs mit Kern bei Irland, der mit feuchtwarmer Subtropikluft gefüllt ist. Damit sind die wesentlichen Zutaten für eine Schwergewitterlage vorhanden.
Die höchsten PPW-Werte um 50 mm werden im Westen und Norden simuliert, während die Luft im Südosten etwas trockener ist. Auch die Scherung fällt im Nordwesten höher aus. Die CAPE-Werte erreichen verbreitet hohe Werte, mit Spitzen um 2000 J/kg im Norden. Dort besteht die größte Unwettergefahr, da sich Gewitter aufgrund der stärkeren Scherung besser organisieren und länger bestehen können. Superzellen mit Großhagel über 3 cm, extrem heftigem Starkregen über 40 l/qm in kurzer Zeit sowie schweren Sturmböen erscheinen möglich. Die Gewitter können bis in die Nacht hinein andauern und nach Nordosten ziehen. Im übrigen Bundesgebiet entstehen bevorzugt über dem Bergland einzelne Gewitter. Dort ist die Starkregengefahr zwar geringer, aufgrund der trockeneren Grundschicht mit großer Temperatur-Taupunkt-Differenz besteht jedoch ebenfalls ein erhöhtes Sturm- bzw. Downburstpotenzial. Zudem wird bei Höchstwerten zwischen 30 und 37 Grad eine starke bis extreme Wärmebelastung erwartet.
Am Mittwoch nähert sich der Langwellentrog weiter an und die Kaltfront des zur Nordsee ziehenden Tiefs greift auf den Westen und Nordwesten über. Dort geht die Gewittergefahr mit einfließender kühlerer und stabilerer Luft deutlich zurück. Im Osten und Südosten verbleibt Deutschland dagegen in der feuchtwarmen und gewitterträchtigen Luftmasse. Bei ähnlichen thermodynamischen Bedingungen wie am Vortag besteht dort weiterhin erhöhtes Unwetterpotenzial. Die Höchstwerte liegen im Süden und Osten nochmals zwischen 30 und 35 Grad, während im Nordwesten auf 22 bis 27 Grad zurückgegangen wird.
Am Donnerstag schwenkt der Trog über den Norden ostwärts und die Kaltfront erreicht voraussichtlich die Alpen. Dort kann es schauerartig verstärkten, teils gewittrigen Regen geben, während sich das Wetter in den übrigen Landesteilen zunehmend stabilisiert. Lediglich im Norden treten in der höhenkalten Luft noch einzelne Schauer auf. Dazu frischt der Wind auf, sodass steife bis stürmische Böen möglich sind. Die 30-Grad-Marke wird nur noch in der Südosthälfte erreicht oder überschritten, sonst liegen die Höchstwerte zwischen 20 und 26 Grad.
Am Freitag liegt Deutschland weiterhin im Einflussbereich des nach Skandinavien ziehenden Troges. Gleichzeitig sorgt ein Bodenkeil in weiten Landesteilen für freundliches Wetter. Nur an den Alpen können sich in der verbliebenen wärmeren Luft noch einzelne Gewitter entwickeln. Auch im Norden sind im Trogbereich einzelne Schauer möglich. Heiß bleibt es nur noch südlich des Mains, während im Norden mit Höchstwerten zwischen 20 und 24 Grad vergleichsweise frische Luft vorherrscht.
Am Wochenende setzt sich voraussichtlich Hochdruckeinfluss durch. Ein Hochkeil nähert sich von Westen und am Boden etabliert sich ein Hochdruckgebiet. Erst zum Sonntag nimmt die Gewitterneigung im Südwesten wieder etwas zu. Gleichzeitig breitet sich die heiße Luft erneut nach Norden aus.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der verschiedenen IFS-Läufe ist lediglich zu Beginn der Mittelfrist gut. Bereits ab Donnerstag nimmt sie deutlich ab. Deutschland befindet sich zunächst an der Vorderseite eines Langwellentroges über dem Nordatlantik bzw. den Britischen Inseln in einer südwestlichen Strömung, mit der sehr warme bis heiße Luft herangeführt wird. Am Dienstag (Beginn der Mittelfrist) greift ein Randtrog auf Deutschland über und löst voraussichtlich eine Schwergewitterlage aus.
Anschließend wird die Entwicklung unsicher. Nach dem gestrigen 12-Uhr-Lauf sollte die Grundströmung zunehmend antizyklonal geprägt sein. Der Langwellentrog verbliebe westlich von Deutschland, während sich ein Hochkeil von Spanien bis nach Süddeutschland ausdehnt. Die Hitze würde sich vor allem im Süden halten, begleitet von einzelnen Hitzegewittern. Der heutige 00-Uhr-Lauf lässt den Trog dagegen näher an Deutschland heranrücken und bereits am Donnerstag ostwärts über das Land schwenken. Gleichzeitig würde eine Kaltfront Deutschland überqueren, eine deutliche Abkühlung einleiten und die Hitzewelle vorzeitig beenden. Zudem wäre der Witterungsabschnitt unbeständiger und windiger.
Fazit: Ab der Wochenmitte bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung. Entweder setzt sich die Hitze vor allem im Süden und in Teilen der Mitte mit einzelnen Hitzegewittern fort, die lokal eng begrenzten Starkregen bringen können, oder die Witterung gestaltet sich deutlich wechselhafter und spürbar kühler.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen Globalmodelle zeigen eine ähnliche Entwicklung. Allerdings simulieren sie den am Donnerstag ostwärts schwenkenden Trog deutlich schwächer und weiter nördlich. Dadurch erreicht die Kaltfront die Alpen kaum und die Abkühlung fällt wesentlich geringer aus. Zudem baut sich der nachfolgende Rücken schneller auf, sodass die Strömung rascher wieder auf Südwest dreht und sich die heiße Luft erneut nach Norden ausbreitet. Nach den übrigen Modellen bleibt die Hitze im Süden mit einer nur vorübergehenden und geringen Abschwächung zwischen Donnerstag und Freitag erhalten.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte zeigen bis Donnerstag nur einen geringen Spread. Danach nimmt die Unsicherheit deutlich zu. Nach dem Temperaturmaximum am Dienstag deuten die meisten Member zwar auf eine Abkühlung hin, deren Ausmaß und Dauer sind jedoch unsicher, da zahlreiche Member bereits kurz darauf wieder einen deutlichen Temperaturanstieg simulieren. Die Abkühlung fällt im Norden markanter aus als im Süden und ist auf die Trogpassage sowie den damit verbundenen Geopotenzialrückgang zurückzuführen.
Niederschlagssignale sind zwar vorhanden, fallen insgesamt aber nur schwach aus und gehen überwiegend auf konvektive Niederschläge zurück. Flächiger und länger anhaltender Landregen, der vielerorts dringend benötigt wird, ist weiterhin nicht in Sicht.
Bei der Clusteranalyse wird im Zeitraum t+72 bis t+96 lediglich ein Cluster angeboten. Deutschland liegt dabei in einer südwestlichen Strömung an der Vorderseite eines Langwellentroges über Westeuropa.
Im Zeitraum t+120 bis t+168 werden fünf Cluster berechnet, wobei sich der Kontrolllauf in Cluster 3 befindet. Nach dieser Lösung schwenkt der Trog ostwärts über Deutschland. Die Mehrheit der Member sowie die übrigen Cluster favorisieren jedoch ein antizyklonaleres Strömungsmuster, bei dem die Frontalzone weiter nördlich verbleibt.
In der erweiterten Mittelfrist werden sechs Cluster angeboten, der Kontrolllauf liegt dabei in Cluster 4. Vor allem Cluster 5 lässt einen neuen Rücken aufwölben, sodass Deutschland zunehmend unter Hochdruckeinfluss gerät und sich die heiße Luft wieder bis nach Norddeutschland ausbreitet. Die kühleren und wechselhafteren Lösungen bleiben dagegen in der Minderheit.
FAZIT:
Am Dienstag und auch zum Teil auch am Mittwoch steht voraussichtlich eine markante Schwergewitterlage bevor. Danach nimmt die Unsicherheit deutlich zu. Zwar deutet sich vorübergehend eine Abkühlung an, vor allem im Norden, deren Ausmaß und Dauer sind jedoch noch unsicher. Im Süden hält sich die sehr warme bis heiße Luft wahrscheinlich länger. Zum Wochenende spricht die Mehrzahl der Lösungen für eine erneute Ausweitung der Hitze nach Norden. Ergiebiger Landregen ist weiterhin nicht in Sicht.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
Am Dienstag im Norden und Westen häufig schwere Gewitter mit (extrem) heftigem Starkregen, Großhagel und schweren, teils orkanartigen Böen. Auch in den übrigen Gebieten einzelne unwetterartige Entwicklungen vor allem durch Sturm und Hagel und weniger der Regen.
Am Mittwoch vor allem im Osten und Süden erhöhtes Unwettergefahr durch schwere Gewitter. In den anderen Tagen Wetterberuhigung, lediglich an den Alpen einzelne starke Gewitter.
HITZE:
Vor allem im Süden, am Dienstag vorübergehend teils auch im Norden, muss mit einer andauernd starken Wärmebelastung gerechnet werden.
Basis für Mittelfristvorhersage
ICON, IFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta





