Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 12.03.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
An der Nordsee und im höheren Bergland vorübergehend stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Aktuell ... dehnt sich ein Langwellentrog über dem Nordostatlantik über die Britischen Inseln und Irland südwärts zur Biskaya aus und kommt in diesem Zusammenhang auch ein Stück nach Osten voran. Dazu gehört ein steuerndes Tief bei Island, das sich langsam auffüllt; von anfangs fast 950 hPa im Kern auf morgen früh etwas über 960 hPa.
Dessen Frontensystem nähert sich über die Nordsee nur zögernd, da es in der südwestlichen Höhenströmung zunehmend ins Schleifen kommt.
Im Nordwesten zieht infolge von Warmluftadvektion mehrschichtige Bewölkung auf, erste Regentropfen ausgangs der Nacht sind höchstens dem Nordseeumfeld vorbehalten.
Mit der einhergehenden leichten Gradientverschärfung hat dort auch der Süd- bis Südwestwind aufgefrischt und am lebhaften Wind ändert sich auch in der kommenden Nacht nicht viel, sodass es windig bleibt mit steifen, an der Nordsee stürmischen Böen. Der "Hauptwind" findet abseits von uns, über der Nordsee statt.
Mit der Trogannäherung zieht auch der Wind auf den Bergen an. Einzelne Gipfellagen sind mit stürmischen Böen aus Südwest dabei, der Brocken im Laufe der Nacht mit Bft 10 bis 11.
Ansonsten ist die Strömung aber antizyklonaler aufgestellt, auch wenn sich der Zwischenhocheinfluss abschwächt.
In großen Teilen des Ostens, Südens und der Mitte ist es bis zum Morgen gering bewölkt und es kühlt vor allem im Süden auf 0 bis -4°C ab. Dazu bildet sich bei schwachem Wind vor allem in der Donauniederung und weiter südlich gebietsweise Nebel.
Freitag ... greifen der Tiefausläufer schleifend und unter Wellenbildung auf die Nordwesthälfte unseres Landes über und liegt abends etwa von der Mosel bis Rügen. Der Höhentrog hängt deutlich zurück, sodass wir weiter auf dessen Vorderseite unter der südwestlichen Höhenströmung bleiben.
Die zugehörigen Regenfälle breiten sich etwa bis auf eine Linie Vorderpfalz - Usedom aus und orientieren sich mehr auf die Rückseite, Anafront. Sie liefern meist 5 bis 10 l/m² Regen. Im Westen regnet es gebietsweise mehr, aber wahrscheinlich auch akkumuliert über einen längeren Zeitraum, der bis Samstag reichen kann, nicht warnrelevant. Eventuell bildet sich die Fronlinie bei starker Scherung und labiler Schichtung in den unteren 1 bis 2 km durch eine Schauerlinie ab.
Derweil verschärft sich präfrontal der Gradient und der Südwestwind legt über der Mitte leicht zu, während er nach Passage des Tiefausläufers, beginnend am späten Vormittag von Nordwesten wieder nachlässt. Er erreicht in Böen häufig 7 Bft, vereinzelt 8 Bft. An der Nordsee und im höheren Bergland sind Sturmböen 9 Bft möglich, Brocken bis Bft 11.
Der Süden bis zur Lausitz ist von der Windentwicklung weitgehend ausgenommen. Aber auch sonst nimmt der Südwestwind bei auffächerndem Gradienten im Laufe des Nachmittags wahrscheinlich wieder ab.
In der Südosthälfte scheint meist längere Zeit die Sonne, nach dem der lokale Nebel weg ist jedenfalls, und es bleibt niederschlagsfrei. Präfrontal gelangt ein Schwall milder Luft in die Südosthälfte, wo es mit Hilfe der Sonne 16 bis 19°C als Maximum gibt. Sonst sind es unter der frontalen Bewölkung meist 11 bis 15°C, im westlichen Bergland bei trübem Himmel und an der Nordsee kaum 10°C. Dort macht sich freilich auch die einsetzende Advektion einer kälteren Meeresluftmasse (mPs) bemerkbar, in der T850 im Nordwesten bis -3°C sinkt.
In der Nacht zum Samstag tut sich der Tiefausläufer weiter schwer auf dem Weg nach Südosten. Da sich der folgende Trog über Frankreich noch deutlich nach Süden ausweitet, dreht auch die Höhenströmung fast bis Süd zurück, stoppt die Progression und führt zur Wellenbildung.
In den Regionen zwischen Bodensee, Alpenrand bis zur Lausitz kommt noch nichts vom Niederschlag an.
Ansonsten regnet es verbreitet in einem breiten Streifen vom Südwesten bis zur Ostsee, wobei sich der Niederschlag mit Passage einer, oder mehrerer kleiner Wellen vorübergehend intensiviert.
Die Mengen liegen meist zwischen 5 und 15 l/m², in Staulagen örtlich mehr. Signale für warnwürdige Mengen sind nur schwach, 12 oder 24h bis Samstag früh oder Mittag.
Postfrontal wird ein Schwall frischer Meereskaltluft herangeführt, in der T 850 über der NW Hälfte auf -1 bis -4°C sinkt. Dabei geht der Regen in den westlichen und zentralen Mittelgebirgen oberhalb 400 bis 700m in Schnee über. Oberhalb 600 bis 800m ist dabei auch etwas Schnee oder Schneematsch möglich.
Postfrontal lockert die Bewölkung im Nordwesten schließlich teilweise auf, und der Wind lässt meist weiter nach. Im höheren Bergland sind in der kälteren Luft Werte um 0°Czu erwarten. Auch im Südosten Bayerns ist bei teils aufgelockerter Bewölkung stellenweise leichter Frost möglich.
Nahe den Tiefausläufern bleibt es exponiert im höheren Bergland teilweise stürmisch.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... wird der Trog bis ins westliche Mittelmeer in die Länge gezogen, die Achse liegt noch westlich von uns und wir über Mitteleuropa unter einer fast südlichen Höhenströmung. Die Bodenrinne mit eingelagerter Kaltfront überquert langsam die östlichen Landesteile. Der postfrontale, meist aber leichte Regen (Gegenstrom) und starke Bewölkung überdecken große Landesteile.
Von Bayern bis zur Lausitz sind zunächst Auflockerungen vorhanden und in der milderen Luft geht es rauf auf 12 bis 17°C. Auch Richtung Benelux und Nordsee hat die Sonne kleine Spielanteile, sonst wohl nicht. In der kälteren Luft werden die 10°C kaum geschafft. Im westlichen Bergland geht die Schneefallgrenze auf 400 m runter, es reicht aber wahrscheinlich nur in höheren Lagen für ein bisschen Schnee oder Schneematsch.
Der westliche bis nordwestliche Wind spielt kaum eine Rolle.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren recht ähnlich. Einige Unsicherheiten gibt es mit Passage der wellenden Kaltfront, vor allem bei Timing und Niederschlägen. Es sieht aber eher nicht nach Dauerregen aus und auch nicht danach, dass sich postfrontal größere Schneemengen anbahnen. Viel taut ja auch weg, da die Böden angewärmt sind.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 12.03.2026 um 10.30 UTC
Nach wechselhaftem Start Übergang zu ruhigem und mildem Frühlingswetter.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 19.03.2026
Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am kommenden Sonntag befinden sich zum einen ein ausgedehntes Höhenhoch über Russland und ein zweites Höhenhoch über dem Atlantik. Diese beiden Druckgebilde werden durch einen Kurzwellentrog getrennt, der sich mit seiner Achse vom Europäischen Nordmeer über die Nordsee und Benelux bis ins westliche Mittelmeer erstreckt. Im Tagesverlauf tropft dieser über dem Mittelmeer ab und das entstandene Höhentief zieht nach Algerien. Das nördliche Trogresiduum schwenkt über Deutschland hinweg. An dessen Vorderseite ist eine Okklusion zu finden, die vor allem über der Südosthälfte Deutschlands noch etwas Regen bringt. Zudem zieht über dem Atlantik ein weiteres kräftiges hochreichendes Tief im Tagesverlauf südlich an Island vorbei und erreicht in der Nacht zum Montag die Shetlands. Die dazugehörige Okklusion erfasst in der Nacht zum Montag den Westen und Nordwesten Deutschlands mit neuen Niederschlägen, die in den höchsten Lagen der Mittelgebirge teils mit Schnee vermischt sein können.
Am Montag zieht das hochreichende Tief unter allmählicher Auffüllung weiter zur südlichen Norwegischen See. Die Okklusion kommt weiter südostwärts voran und sorgt für einen unbeständigen Tag in Deutschland. Östlich von Neufundland kommt es indes zu einem neuen, mit polarer Kaltluft gefüllten, Trogvorstoß. Dieser kommt im Tagesverlauf unter starker Amplifizierung rasch ostwärts voran. Im Bodendruckfeld hat sich bereits am Vortag eine Welle entwickelt, die sich entwicklungsgünstig auf der Trogvorderseite befand. Daher ist nicht verwunderlich, dass sich daraus im Laufe des Montags ein umfangreiches Tiefdruckgebiet entwickeln soll, das sich zum neuen steuernden Tief über dem Atlantik mausert. Am Abend befindet es sich mit seinem Kern bereits südlich von Island. Bedingt durch die westliche Anströmung bleibt es in Mitteleuropa weiterhin recht mild mit vielfach zweistelligen Höchstwerten in den Niederungen Deutschlands.
Am Dienstag amplifiziert sich der Höhentrog über dem Atlantik weiter. Im Bodendruckfeld dreht weiterhin das dazugehörige steuernde Tiefdruckgebiet nun mit mehreren Druckzentren südlich und östlich von Island seine Kreise. Die Warmfront des Tiefs schwenkt im Tagesverlauf über Deutschland hinweg. Da östlich des Trogs allerdings ein Höhenrücken auf Deutschland übergreift, ist diese Front wenig wetterwirksam und bringt nur im Nordwesten geringfügigen Regen. Der Westen und Nordwesten gelangt somit in den Warmsektor, sodass die Temperaturen dort in 850 hPa auf 2 bis 6 Grad ansteigen. Mit dieser milden Luftmasse klettern die Temperaturen in den Niederungen im Westen wieder über die 15-Grad-Marke.
Am Mittwoch befindet sich Mitteleuropa unter dem Einfluss des erwähnten Rückens. Nach Lesart des heutigen IFS-Laufs nimmt dieser im Tagesverlauf Kontakt mit dem Hoch über Russland auf. Somit reicht dessen Achse von Russland über die mittlere Ostsee zur Nordsee und weiter über dem Ärmelkanal und Frankreich bin ins westliche Mittelmeer. Über Südosteuropa sind mehrere Höhentiefs unterwegs, die dort die Progression des Rückens nach Osten ausbremsen. Im Bodendruckfeld kann sich das Hoch über Russland und Osteuropa allmählich bis nach Mitteleuropa ausdehnen. Somit erwartet uns ein recht freundlicher Frühlingstag mit viel Sonnenschein und recht milden Höchstwerten von 12 bis 18 Grad.
Am Donnerstag ändert sich an den großräumigen Strömungsmustern recht wenig. Deutschland befindet sich weiterhin im Einflussbereich des hohen Geopotentials in der Höhe und des osteuropäischen Bodenhochs, das sich allerdings allmählich wieder ostwärts zurückzieht. Dennoch bleibt uns voraussichtlich das milde und überwiegend freundliche Wetter erhalten.
In der erweiterten Mittelfrist bleibt die blockierende Strömungskonfiguration bestehen. Für Mitteleuropa unsicher ist noch, wo sich der Schwerpunkt des Hochs befindet. Eher wieder zyklonalerer Einfluss ist genauso möglich wie eine Fortdauer des ruhigen Hochdruckwetters.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn kann die Konsistenz der letzten IFS-Läufe als recht konsistent eingestuft werden. Die großräumigen Strömungsmuster werden ähnlich simuliert. Größere Unsicherheiten werden erst ab Dienstag/Mittwoch mit dem Übergreifen des Rückens auf Mitteleuropa erkennbar. Dies liegt an Höhentiefs über Südosteuropa und dem zentralen Mittelmeerraum, deren Zugbahn von den einzelnen Läufen noch unterschiedlich simuliert werden. Somit ist noch unklar, wo sich der Schwerpunkt des Höhenhochs ausbildet und wie die Achsenneigung des Rückens verläuft. Allerdings ist dies mehr von akademischem Interesse, da die Auswirkungen auf das Wetter - zumindest über Deutschland - eher gering sein dürften.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen Globalmodelle liefern keine wesentlich neuen Erkenntnisse. Auch hier treten erst mit dem Rücken bzw. den Höhentiefs über Südosteuropa und dem zentralen Mittelmeer unterschiedliche Strömungsmuster zu Tage. Beispielhaft liegen Mittwochmittag bei IFS ein Höhentief über dem südöstlichen Mitteleuropa und ein weiteres über Süditalien, während sich bei GFS ein kräftiges Höhentief über der Adria befindet. Beide Konstellationen führen zu einer eher zonal ausgerichteten Rückenachse über Nordosteuropa und dem nördlichen Mitteleuropa. Bei ICON hingegen befindet sich zu diesem Zeitpunkt ein nur schwach ausgeprägtes Höhentief über der Adria und ein kräftigeres über der östlichen Ukraine. Diese Verteilung hat eine deutlich meridionalere Ausrichtung der Rückenachse zur Folge, welche vom westlichen Mittelmeer über Frankreich nach Schweden reicht. Auf das freundliche und milde Wetter in Deutschland hat dies aber, wie angesprochen, wenig Einfluss.
FAZIT:
Der vorübergehend wechselhaftere und durch Tiefdruck geprägte Wettercharakter findet im Laufe der Mittelfrist bereits wieder ein Ende. Bis Montag/Dienstag sorgen noch durchschwenkende Fronten gebietsweise für Niederschläge. Spätestens ab Mitte kommender Woche stellt sich aber wieder ruhiges und oft freundliches Hochdruckwetter ein. Dabei steigen mit der immer kräftiger werdenden Sonne und unterstützt durch Warmluft in der Höhe die Temperaturen wieder deutlich an, in den Niederungen in der Südwesthälfte wird die 15-Grad-Marke wieder verbreitet überschritten. Im Nordosten ist es mit "nur" niedrigen zweistelligen Höchstwerten etwas weniger mild.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen stützen im Wesentlichen die beschriebenen Strömungskonfigurationen. Das Geopotential steigt nach dem Trogdurchgang am Montag deutlich an, dabei nimmt der Spread etwas zu, wobei die überwiegende Schar hohes Geopotential anzeigt. Die 850hPa-Temperaturkurven fächern schon ab Dienstag deutlich auf. Bei den Niederschlägen zeigen sich bis Montag/Dienstag noch deutliche Peaks, die den wechselhaften Wettercharakter mit Frontdurchgängen untermauern. Nachfolgend setzt sich ruhiges und überwiegend trockenes Wetter durch.
Bei den Clusteranalysen werden im Zeitpunkt t_120h-168h nur zwei Cluster angeboten mit Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1 (28 Member). Dabei wird in beiden ein Übergang von einer positiven NAO hin zu einer Blockinglage gezeigt.
In der erweiterten Mittelfrist (t_192h-240h) werden die einzelnen Member in drei Cluster (21, 21 und 9 Member) gruppiert. Der Hauptlauf befindet sich in Cluster 2. Der für Mitteleuropa relevanteste Unterschied zwischen Cluster 1 und 2 ist, dass bei Cluster 1 der Hochdruckeinfluss anhält, während Cluster 2 zyklonaler ist.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND/STURM:
In der Nacht zum Montag frischt mit Frontdurchgang der Wind vorübergehend mal auf. An der Nordfriesischen Küste sind dann einzelne stürmische Böen möglich. ICON-EPS zeigt auch geringe Wahrscheinlichkeiten für die Hochlagen von Harz und Eifel sowie die Leelagen der Eifel.
Ansonsten sind in der Mittelfrist keine markanten Wetterereignisse zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
ICON, IFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel





