Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 13.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
S a
Zunehmende Hitze, lokal bis 39°C. Ab Samstag Gewitterneigung. Vereinzelte Unwetter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... liegt Deutschland und Mitteleuropa unter einem Höhenrücken, der ausgehend von Südwesteuropa nach Südskandinavien reicht und langsam nach Osten kippt. In seinem Nordteil kräftigt er sich durch WLA über Südnorwegen noch etwas. Das entsprechende Bodenhochdruckgebiet zieht sich allmählich über Polen nach Osten zurück und schwächt sich etwas ab.
Oberhalb der Grenzschicht dreht die Strömung langsam auf Südost bis Süd, womit neben beständigem Absinken und permanenter Einstrahlung auch advektiv die Heißluft über Frankreich und der Schweiz zunehmend angezapft wird (T850 > 20°C).
Dadurch legen die Temperaturen wieder zu und überschreiten von Südwesten bis ca. zur Elbe oft die 30°C-Marke. An Rhein, Mosel und Nebenflüssen sind Maxima um 35°C zu erwarten. Etwas angenehmer bleibt es im Nordosten bei 25 bis 29°C, wobei an der Ostseeküste dichtere Wolkenfelder durchziehen können. Die Luftmasse insgesamt ist aber sehr trocken und weist nur im Norden und am Alpenrand etwas höhere Feuchtewerte auf.
Fast überall scheint von früh bis spät die Sonne. Das marginale Cape an den Alpen langt nur für Quellwolken, nicht für Schauer, die weiter südlich in den Alpen möglich sind.
In der Nacht zum Freitag schiebt sich die Hochachse langsam in den Osten Deutschlands und würde damit den Westen anfälliger für erste Randtröge machen. Und in der Tat zeichnet sich ein Solcher zwischen 500 und 700 hPa ausgangs der Nacht ab; mit der knochentrockenen Luftmasse kann er aber nicht viel anfangen. Deren Anheben bewirkt die Bildung ein paar harmloser hoher oder mittelhoher Wolkenfelder im Nordwesten.
Somit bleibt es häufig klar und es kühlt auf 18 bis 13, im östlichen Bergland teils nochmals bis 10°C ab. In den Ballungsräumen im Westen und Südwesten droht eine Tropennacht mit etwas über 20°C im Minimum.
Freitag... schwenkt die Keilachse weiter nach Osten und liegt abends etwa vom Alpenraum zur Ostsee. Wir gelangen unter eine meist antizyklonale südwestliche Höhenströmung, in der aber auch kleine kurzwellige Tröge eingelagert sein können.
Die dadurch ausgelöste Hebung bleibt schwach und daran ändert auch nichts, dass der von Westen fallende Luftdruck eine flache Rinne in den Nordwesten vorankommen lässt.
Die Luft bleibt sehr trocken, dazu zeichnet sich im Nordwesten eine langsame Anfeuchtung ab. Etwas feuchtere Luft lagert auch an den Alpen bzw. schiebt sich von Frankreich in den äußersten Südwesten. Am ehesten dort, wohl weil es am instabilsten ist, reicht es mal zu einem Schauer, vielleicht zu einem vereinzelten Gewitter, sonst bleibt es generell niederschlagsfrei.
Bei anhaltendem Sonnenschein von früh bis spät verstärkt sich die Zufuhr der extremen Warmluft von Frankreich (bis 23°C in 850 hPa) und die Hitze steigert sich auf meist 32 bis 38°C, lediglich an den Küsten bleibt es etwas kühler. Im Südwesten sind vereinzelt sogar wieder mal 39°C möglich.
In der Nacht zum Samstag schiebt sich die Tiefdruckrinne über Deutschland etwas ostwärts voran, bleibt aber inaktiv. Leichte Hebung vor einem Trog über GB erfasst nachts den Westen und lässt einzelne Schauer, vereinzelte abgehobene Gewitter im Westen möglich erscheinen. Sonst bleibt es gering bewölkt oder klar bei einer Tropennacht regional im Westen und bis 11°C in SE Bayern.
Samstag... schwenkt der Trog etwas abflachend zur Nordsee, die vorgeschaltete Tiefdruckrinne vereinigt sich mit tiefem Druck über Frankreich zur einer Rinne, die von SW nach NE diagonal über Deutschland liegt.
Vor allem im Norden, etwa von der Rinne bis zu einer über die Nordsee folgenden Kaltfront wird die Luft immer feuchter, sodass vermehrt auch Cape zur Verfügung steht. Allerdings bei bodennah auf nördliche Richtungen drehendem Wind, ist die Labilität auch stark gedeckelt.
Auch weiter südlich, über dem Südwesten, ganz im Süden zeichnet sich etwas mehr Wasserdampf in der Luft ab, gerade Teile der Mitte und des Südosten sind aber nach wie vor sehr trocken.
Etwas dynamischer Hebungsantrieb ist vor allem im Norden und Nordwesten zu erkennen, sodass dort Schauer und einzelne Gewitter am Wahrscheinlichsten sind. Aber auch in den anderen Landesteilen sind mit Hilfe der Orografie und kleinräumiger Konvergenzen vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Niederschlagsfrei bleibt es im Südosten, östliche Mitte. Im Norden ergibt sich ein Überlapp der Labilität mit zunehmender Scherung, sonst ist diese Fehlanzeige. Die Gewitter, so sie denn überhaupt kommen, können kräftig ausfallen. Unwetter, vor allem wegen Starkregen sind nicht ausgeschlossen.
Außer im Nordwesten, wo dichtere Wolken überwiegen, scheint zunächst verbreitet die Sonne und es wird sehr heiß bei 32 bis 39°C. Nur im Nordwesten ist es angenehmer und an der Nordsee werden es "nur" um 20°C.
In der Nacht zum Sonntag wird die in den Nordrand der Rinne laufende Kaltfront durch den sich nähernden Trog aktiviert. Daraus ergibt sich ein Streifen mit Regenfällen und eingelagerten Gewittern vom Westen in den Nordosten, dessen Lage und Ausprägung noch unsicher bleibt. Kräftige Gewitter sind weiter möglich.
Abseits davon sind im Süden vereinzelte Gewitter, vor allem SW, nicht ausgeschlossen, während nördlich davon in stabilerer Luft die Wolken auflockern. Dort liegen die Temperaturen bei 17 bis 12°C, sonst meist zwischen 22 und 16°C.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren ähnlich. Die möglichen Gewitter ab Samstag sind unsicher. Den großen "Knall" zum Ende der Hitze gibt es nicht.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 13.08.2026 um 10.30 UTC
Anfangs in der Südhälfte teils kräftige Gewitter und schwülwarm, nachfolgend unbeständig, zeit- und gebietsweise Regen. Im Süden sommerlich warm, im Norden kühler.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 20.08.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Sonntag befindet sich ein Trog über der Norwegischen See und Nordeuropa, der bis nach Mitteleuropa reicht. Korrespondierend dazu fungiert ein Bodentief über Skandinavien, dessen Kaltfront Deutschland zweiteilt. In den Norden ist deutlich kühlere und trockenere Luft eingeflossen, während im Süden und in der Mitte weiterhin die feuchtwarme Luft liegt. Dort erwartet uns ein Tag mit Schauern und Gewittern, die örtlich auch unwetterartig ausfallen können. Unklar ist noch, wie aktiv die Kaltfront selbst ist. Zumindest von ICON wird konsistent mehrstündiger, teils gewittriger Starkregen simuliert, was die anderen Modelle so nicht auf der Agenda haben. Während es im Süden mit um 30 Grad nochmals heiß wird, sickert im Norden schon deutlich kühlere Luft ein, mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad.
Bis Montag amplifiziert sich der Trog noch etwas und das Bodentief zieht langsam nach Finnland. Die Kaltfront kommt über Deutschland nur zögerlich nach Süden voran, sodass in den Resten der feuchtwarmen Luft erneut mit gewittrig durchsetztem Starkregen zu rechnen ist. In der Nordhälfte gibt es hingegen einen Mix aus Sonne und Wolken, einzelne leichte Schauer sind aber auch dort nicht ausgeschlossen. Die 10-Grad-Isotherme liegt etwa über der Mitte Deutschlands. Südlich davon sind sommerliche 25 bis knapp 30 Grad zu erwarten, in der Nordhälfte ist es mit 20 bis 25 Grad kühler.
Am Dienstag verlässt uns die Trogachse ostwärts und es stellt sich über Deutschland eine glattere Westströmung ein. Die Warmfront eines Tiefs südlich von Island erreicht die Nordhälfte im Tagesverlauf und bringt dort nach aktuellem Stand auch mal flächigeren Regen. Im Süden halten sich weiterhin Reste der feuchtwarmen Luft, sodass das Süd-Nord-Gefälle bei der Temperatur bestehen bleibt. Im Süden bleibt es angenehm sommerlich warm (>25 Grad), im Norden eher schon frühherbstlich kühl (<25 Grad).
Am Mittwoch und Donnerstag bleibt uns die westliche Höhenströmung erhalten. Im Bodendruckfeld sind zunächst mehrere Tiefs von den Hebriden über Polen bis nach Skandinavien zu finden, am Donnerstag erstreckt sich eine Tiefdruckzone vom nahen Ostatlantik über die Nordsee bis nach Nordeuropa. Höherer Luftdruck liegt hingegen weiter südlich. Wie bei einer westlichen Strömung üblich gestaltet sich das Wetter unbeständig mit zeitweisem Regen. Die Temperaturverteilung bleibt uns auch weiter erhalten.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz weist bereits zu Beginn am Sonntag deutliche Schwächen auf. Im gestrigen 12UTC- und heutigem 00UTC-Lauf kommt die Kaltfront deutlich rascher nach Süden voran, während sie im gestrigen 00UTC-Lauf noch deutlich weiter im Nordwesten lag. Somit ist noch unklar, welche Gebiete von den Gewittern betroffen sein werden. Auch in den darauffolgenden Tagen setzt sich die schlechte Konsistenz fort. Zwar ist allen Läufen gemein, dass Tiefdruckeinfluss dominiert mit wärmeren Temperaturen im Süden und kühleren Temperaturen im Norden. Die Details sind aber noch sehr unsicher. Statt der Zonalisierung im heutigen 00UTC-Lauf wurde in den gestrigen beiden Läufen ein Langwellentrog über weiten Teilen West-, Nord- und Mitteleuropas simuliert. In dieser Variante käme die kühlere Luft weiter nach Süden voran und die Niederschläge wären länger anhaltend mit höheren Regensummen. Es bleibt also noch abzuwarten, wie sich das Wetter im Detail gestaltet.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bei den anderen Modellen ist zu Beginn der Mittelfrist am Sonntag der markanteste Unterschied der bereits angesprochene gewittrige, teils auch ungewittrige Starkregen entlang der Kaltfront, der von ICON konsistent simuliert wird, aber von den anderen Modellen nicht gestützt wird. Den durchschwenkenden Trog haben alle Modelle auf der Agenda, ebenso wie die nachfolgende Zonalisierung, jedoch mit unterschiedlichen Niederschlagsschwerpunkten und -mengen. Auch beim Süd-Nord-Gefälle der Temperatur sind sich die Modelle einig, wenngleich mit Unsicherheiten, wie weit die sommerlichen Temperaturen nach Norden ausgreifen.
FAZIT:
Die Umstellung der Wetterlage mit dem Ende der Hitzewelle und unbeständigem Wetter bei gemäßigteren Temperaturen ist besiegelt. Dass das nicht geräuschlos vorübergeht, ist auch klar, somit muss vor allem am Sonntag, im Süden auch noch am Montag mit Gewittern und gewittrigen Regenfällen gerechnet werden. Nachfolgend wird es unbeständig mit zeit- und gebietsweisen Regenfällen, die auch mal flächig ausfallen. Wo und wieviel Regen fällt, wird aber von den Modellen und Modellläufen nach wie vor unterschiedlich simuliert. Zudem stellt sich in der kommenden Woche ein Süd-Nord-Gefälle ein. Während es im Süden mit um 25 Grad angenehm sommerlich warm wird, wird es in der Nordhälfte mit unter 25 Grad kühler.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen befinden sich bei der Temperatur von Sonntag bis Dienstag im freien Fall. Danach fächern die Member deutlich auf, was zeigt, dass noch unklar ist, wo die Grenze zwischen warmer und eher kühler Luft liegt.
Beim Geopotential wird der Tiefpunkt bereits am Montag erreicht, wobei der Spread schon ab Montag deutlich zunimmt. Bei den Details gibt es also noch Unsicherheiten.
Die Niederschläge zeigen, dass es unbeständiger wird, wobei sich zwei Maxima am Sonntag/Montag und ab Freitag zeigen. Nach einem ausgesprochen nassen Witterungsabschnitt sieht es eher nicht aus, leicht unbeständig beschreibt die Situation besser.
Bei den Clusteranalysen werden im Zeitraum t_120h-168h nur zwei Cluster angeboten, die beide dem Regime eines "Atlantic Ridge" zugeordnet werden. Dieser Rücken erscheint allerdings recht flach und eigentlich wird eine eher zonale Strömungskonfiguration über der Nordhemisphäre simuliert.
In der erweiterten Mittelfrist (t_192h-240h) werden die einzelnen Member dann in fünf Cluster gruppiert, mit Kontrolllauf in Cluster 4 (7 Member). Teils zeigen die Cluster eine Fortdauer des "Atlantic Ridge"-Regimes, die Mehrzahl geht aber in eine negative NAO über. Insgesamt gibt es im Detail schon Unterschiede bei den Clustern, sodass die erweiterte Mittelfrist noch unsicher ist. Eine Rückkehr zu einem neuen Blocking scheint aber erst einmal vom Tisch zu sein.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER/STARKREGEN:
Am Sonntag muss vor allem in der Süd- bzw. Südosthälfte Deutschlands mit starken Gewittern gerechnet werden, die mit Starkregen (Unwetter kleinräumig möglich), Hagel und teils auch Sturmböen begleitet sein können. ICON zeigte in den letzten Läufen (im Gegensatz zu den anderen Modellen) auch an der Kaltfront gewittrig durchsetzten Starkregen, was aus dem gerade eintrudelnden 06UTC-Lauf nun aber auch rausgerechnet wurde.
Auch am Montag kann es im Süden noch starke Gewitter oder gewittrig durchsetzten Starkregen geben, der sich zunehmend an die Alpen zurückzieht und sich dort etwas staut.
WIND:
Wind spielt abseits der Gewitter keine größere Rolle. Durch die Westströmung wird es nur an der Nordsee windig, zeitweise auch leicht stürmisch mit Böen Bft 8, vor allem ab Mittwoch.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dr. rer. nat. Markus Übel





