Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 27.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: NWz

Nach einem wechselhaften Wochenstart stabiler mit zunehmend heißen Luftmassen aus Südwesten.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag... beginnen wir die Woche mit einem noch progressiven Rossbywellenzug, wobei ein Langwellentrog mit Achse peripher der Oder sukzessive ostwärts nach Polen geführt wird. Von Westen nähert sich ein barokliner Rücken, der vorerst nicht von PV-armer Luftmasse entlang der 320 K Isentrope gespeist wird und daher über weiten Bereichen der Mitte und des Nordens von Deutschland recht mobil daherkommt. Dennoch steuern wir nun direkt auf eine weitere Hitzewelle zu, die sich besonders im Süden zäh halten kann.

Heute ist davon rückseitig des Troges und eines daran gekoppelten und in Richtung Baltikum ziehenden Bodentiefs (FLOORA) nicht viel zu spüren. Ein Schwall modifizierter subpolarer Luftmassen erfasst die Mitte und den Norden der Republik, wobei die Luftmasse dank 1-2 K zu warmer Meeresoberflächentemperatur im Nordostatlantik auch nicht überbordend frisch daherkommt. NVA rückseitig des Troges wird im Tagesverlauf durch DPVA peripher einer von Westen nahenden Kurzwelle ersetzt, sodass neben ausgedehnten freundlichen Abschnitten wiederholt dichte Wolkenfelder mit teils kräftigen Schauern durchziehen. Davon sind besonders die Bereiche von der Deutschen Bucht bis zum Erzgebirge betroffen. In Richtung Sachsen besteht bis zum Mittag ein sehr geringes Risiko eines einzelnen Gewitters, sonst sorgt eine Absinkinversion bei rund 650 hPa (Gleichgewichtstemperatur um 3.5 km AGL) für Aufwinde weit abseits der -10 Grad Isotherme.
In SH und MV dominiert trotz einzelner Schauer der freundliche Gesamtcharakter und im Südwesten bleibt es durchweg trocken, im Lee der Schwäbischen Alb überwiegt der Sonnenschein. Südlich der Donau wird noch eine insgesamt eher wetterinaktive Kaltfrontpassage von FLOORA erwartet, wobei sich die teils kräftigen Schauer zum Nachmittag an die Alpen zurückziehen. Egal wie und wo, das sporadische Nass dürfte überall mehr als nur willkommen sein.

Dank des über der Ostsee abziehenden Bodentiefs bleibt der Luftdruckgradient im Nordosten und Norden erhöht, sodass dort tagsüber ein stark böiger West- bis Nordwestwind zu erwarten ist, im Küstenumfeld und auf exponierten Berggipfeln wiederholt mit stürmischen Böen (um 70 km/h, Bft 8). Sonst weht der Wind mäßig bis frisch aus West und zum Abend setzt überall eine Windabschwächung ein.

Die Höchstwerte liegen bei auflandigem Wind im Umfeld der Küsten um 18 Grad und sonst von Nord nach Süd zwischen 20 und 28 Grad, mit den höchsten Werten entlang des Oberrheins.

In der Nacht zum Dienstag setzt von Südwesten Geopotenzialanstieg ein, sodass nach Auflösung der agilen Schauerbewölkung vom Tag eine meist klare Nacht erwartet wird. Die einzige Ausnahme bildet der Bereich zwischen Emsland und Erzgebirge, wo sich in der der kräftigen Frontalzone mit einem 100kt Höhenjet teils dichte Bewölkung mit einem geringen Schauerrisiko hält.

Die Minima liegen im Süden zwischen 15 und 10 Grad, im Norden zwischen 13 und 9 Grad (küstennah um 15 Grad) und über der Mitte teils bei nur 8 Grad.

Dienstag... steht im Zeichen beständigen Geopotenzialanstiegs von Südwesten, wobei sich die Keilachse zum Abend nach Westdeutschland hereingeschlichen hat. Abgesehen von anfangs teils ausgedehnter WLA Bewölkung im Norden (die sich tagsüber allmählich auflockert) und einem geringen Schauerrisiko entlang der Küsten scheint südlich der zentralen Mittelgebirge meist die Sonne und es bleibt trocken.

Die Höchstwerte liegen im Norden zwischen 22 und 28 Grad (küstennah um 20 Grad) und im Westen und Süden zwischen 27 und 33 Grad, mit den höchsten Werten in Richtung Oberrhein. Der Wind kommt im Süden schwach aus Ost bis Nordost und im Norden mäßig, in Richtung Nordosten zeitweise auch frisch aus West.

In der Nacht zum Mittwoch driften über den Norden zeitweise hohe Wolkenfelder, sonst verläuft die Nacht klar und es bleibt überall trocken. Die Minima liegen von West nach Ost zwischen 18 und 9 Grad.

Mittwoch... wandert die Keilachse allmählich nach Osten und liegt zum Abend über Tschechien und dem westlichen Polen. Wir gelangen dabei in eine zunehmend südwestliche Höhenströmung und somit direkt in den Einflussbereich eines intensiven thermischen Rückens, der sich mit Temperaturwerten in H85 von über 20 Grad zunehmend in den Westen und Süden der Republik schiebt, sodass wir zum Abend eine Spanne von 15 Grad auf Rügen und 24 Grad im Saarland haben - wohlgemerkt in 850 hPa Höhe. Dabei scheint die Sonne meist von einem wolkenarmen bis wolkenlosen Himmel, einzig im Norden/Nordosten drifte zeitweise höhere Wolkenfelder nach Osten. Zum späten Nachmittag und Abend sind am Alpenrand einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, die mit kleinem Hagel, einem Platzregen und der einen oder anderen stürmischen Bö (Bft 8) einhergehen können dank MUCAPE um 1200 J/kg und hochreichender Scherung bis 12 m/s.

Als Folge der intensiven WLA und kräftigen Einstrahlung, aber auch dank einer ausgeprägten Trockenheit (grob gesagt) im gesamten Westen erklimmen die Höchstwerte den gesamten Rhein entlang bis ins Rhein-Main Gebiet unerwünschte Höhen von 34 bis 38 Grad. Auch sonst wird es mit 27 bis 34 Grad hochsommerlich warm bis heiß. Der schwache Wind aus Südwest, im Norden und Osten aus Südost spielt kaum eine kühlende Rolle.

Die Nacht zum Donnerstag wird meist klar und trocken bei Minima zwischen 20 und 13 Grad.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Numerik weist innerhalb der Kurzfrist eine gute Übereinstimmung auf.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy