Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 26.04.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von HNa zu HNFa (Dienstag)
Überwiegend Hochdruckeinfluss meist ohne markante Wettererscheinungen. Jedoch in der kommenden Nacht recht verbreitet zumindest in Bodennähe Frost. Nur im Westen und Südwesten sowie an der Küste kaum Luftfrost. In den Folgenächten auch im Nordosten und im östlichen Mittelgebirgsraum nur noch vereinzelt Luftfrost.
Am Dienstagnachmittag und am frühen Abend im Alpenraum und im Südschwarzwald ein kleinräumiges Gewitter nicht ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Sonntag... Der von Südwesteuropa ausgehende Höhenkeil hat Großbritannien und das Nordmeer erreicht und schwenkt langsam weiter ostwärts. Vorderseitig hat sich Hoch VOLKER über dem südlichen Nordmeer verstärkt und über der Nordsee ein Teilhochdruckgebiet gebildet. Sein Keil reicht dabei von der Deutschen Bucht zum nordwestlichen Balkan. Die Divergenzachse verläuft von den Ostfriesischen Inseln zum Westerzgebirge und trennt dabei zwei Luftmassen: im Nordosten die frische und trockene Polarluft (T850 -5 bis 0°C) von milderer, aber ebenfalls trockener Luft im Südwesten (gealterte Polarluft mit Temperaturen in 850 hPa zwischen +1 und +6, nachmittags im südlichen BaWü bis +9°C). Bei viel Sonne und nur lockeren Wolken (teils Cirren oder AC/AS-Bewölkung, teils Reste der frontalen Bewölkung vor allem im östlichen Mittelgebirgsraum) bedeutet das für die NO-Hälfte eine Tageshöchsttemperatur von 12 bis 17°C, an
der See z.T. nur um 10°C bei einem schwachen, maximal mäßigen Nordwestwind. Allerdings bildet sich nachmittags über der westlichen Ostsee ein kleines Hoch, wodurch der Wind dort teils auf Nordost dreht.
Grob gesagt in der Südwesthälfte Deutschlands werden Werte zwischen 17 und 21°C, im äußersten Süden Baden-Württembergs bis 23 Grad erreicht, was gegenüber den Vortagen eine leichte Abkühlung bedeutet. Der Wind weht hier aus Nordost, ebenfalls schwach bis mäßig.
In der Nacht zum Montag flacht der über Deutschland hinwegschwenkende Rücken durch einen schwachen, in die nördlichen Nordsee ziehenden Randtrog ein wenig ab, Hoch VOLKER mit Schwerpunkten über Norwegen und dem Nordmeer wird aber anhaltend gestützt. Über der Deutschen Bucht soll sich zudem ein Ableger des Hochs bilden.
So ist zunächst eine gering bewölkte oder klare Nacht zu erwarten, in der das Nebelthema weiterhin eher untergeordnet ist.
In der zweiten Nachthälfte tauchen im Nordwesten allmählich mehr und teils tiefe Wolken auf, die im Zusammenhang mit feuchterer Luft im Bereich des Randtrogs stehen. Regen fällt daraus allerdings nicht.
Der Wind schläft im nun gradientschwachen Umfeld immer weiter ein. Die Temperaturen sinken auf 5 bis 0 Grad im Westen und Südwesten sowie direkt an der See ab (in ungünstigen Tälern -1 Grad), sonst auf +2 bis -3 Grad. Bodenfrost tritt auch im Westen und Süden oftmals auf.
Montag... kapselt sich der Randtrog als Höhentief von der nordwestlichen Höhenströmung über Nordosteuropa ab und zieht als Cut-Off-Tief in südliche Richtung bis in die südwestliche Nordsee. Hebung und Feuchte touchieren den Nordwesten Deutschlands, können aber außer mehr tiefe Bewölkung im Nordwesten und mittelhohe Bewölkung im Westen bis nach Hessen kaum Akzente setzen. Direkt an der Nordsee scheint ein schwacher Schauer nicht völlig ausgeschlossen zu sein.
Mit der etwas vermehrten Bewölkung sind im Nordwesten 30 bis 60, sonst 70 bis 90 % relativer Sonnenschein zu erwarten, am meisten gibt es ganz im Süden. Der Wind weht schwach bis mäßig um Nord und kann mit dem Tagesgang zuweilen leicht auffrischen.
Die Temperaturen steigen in der sich wieder durchsetzenden milderen Luft auf 11 bis 19 Grad im Norden und Osten und auf 18 bis 24 Grad sonst (bei Lörrach vielleicht 25 Grad).
In der Nacht zum Montag zieht das Höhentief zum Ärmelkanals, womit sich gebietsweise feuchtere Luft über Deutschland ausbreitet. Der mit positiver Achsneigung nördlich der Britischen Inseln liegende Höhenrücken setzt allerdings mit Unterstützung eines Hochs mit Kerndruck über 1030 hPa über Schottland und dem daraus resultierenden Absinken auch über Deutschland dagegen. So lässt im Nordwesten der eine oder andere Schauer bereits im Laufe des Abends nach. Im Rest des Landes ist es wechselnd bewölkt, im Norden teils auch klar. Nebel ist bei diesen Rahmenbedingungen kein großes Thema, örtlich aber nicht ausgeschlossen.
Der Wind weht schwach bis mäßig, meist aus Nordost. Die Tiefstwerte liegen meist zwischen 9 und 1 Grad. In ungünstigen Tallagen der östlichen Mittelgebirge und im Nordosten (abseits der Küste) ist hier und da geringer Frost möglich. Bodenfrost ist örtlich im Norden und Osten sowie im Alpenvorland zu erwarten.
Dienstag... Der Höhenkeil schwenkt bis Tagesende zum Seegebiet vor Südnorwegen und in seinem Zentrum wandert ein abgeschlossenes Höhenhoch vom Seegebiet westlich der Hebriden nach Nordschottland. Dabei wird das korrespondierende Bodenhochdruckgebiet gestützt, das vom Raum Schottland mit über 1030 hPa nach Südnorwegen reicht. Von dort verläuft ein Keil zur Westukraine und nach Rumänien. Am Südrand des Hochs wird das Cut-Off-Tief (man kann es auch als Kaltlufttropfen bezeichnen) mit nordöstlichen Winden zur nördlichen Biskaya gelenkt. Bei uns herrscht eine in der Mitte und im Süden etwas zunehmende Ost- bis Nordostströmung in der unteren Troposphäre, wobei die Wolken über der Mitte nach Westen wegdriften oder sich durch absinken auflösen. Ganz im Süden halten sich noch Wolken und die Luft wird sogar noch angefeuchtet: Im Alpenraum gibt es in 850 hPa teilweise Südostwind und so wird feuchte Luft bis zu den deutschen Alpen gelenkt. Bis zum Nachmittag entwickelt sich etwas ML-Cape (50 bis 200 J/Kg), so dass im Südschwarzwald und in den Alpen ein Schauer auftreten kann und ein kleines Gewitter ist nicht ganz auszuschließen. Das ist aber noch recht unsicher, denn z.B. UK10 berechnet Regen kaum auf deutschem Gebiet, sondern eher in den Zentralalpen. Da vor allem im Nordosten weiterhin KLA überwiegt und die Einstrahlung dagegen arbeitet, tut sich kaum etwas an der Temperaturspanne der Höchstwerte: Meist werden Höchsttemperaturen zwischen 15 Grad im Nordosten und 24 grad am Oberrhein erwartet. Bei auflandigem Wind an der See ist es mit Werten um 12 Grad kühler.
Der Nordost- bis Ostwind lebt auf und bringt im Tagesverlauf recht verbreitet 5er und 6er Böen, in exponierten höheren Lagen auch steife Windböen. Im Nordosten ist der Wind im Bereich der Keilachse schwächer und kommt aus Nord bis Nordwest.
In der Nacht zum Mittwoch ist es ganz im Süden wolkig bis stark bewölkt, sonst klar oder gering bewölkt. Im Nordosten und im östlichen Mittelgebirgsraum (Tal- und Muldenlagen) bleibt eine leichte Frostgefahr bestehen und Bodenfrost tritt recht verbreitet in der Nordosthälfte auf (Tiefstwerte zwischen -2 und +4 Grad). Im Westen und Süden liegen die Tiefsttemperaturen meist zwischen 3 und 9 Grad. Der Nordostwind schwächt sich ab und im Küstenbereich gibt es auch umlaufenden Wind.
Modellvergleich und -einschätzung
Großräumig simulieren die Modelle recht ähnlich. Geringe Differenzen beim Regen im Alpenraum wurden oben skizziert.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 26.04.2026 um 10.30 UTC
Unter Hochdruckeinfluss hält die Trockenheit weiter an.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 03.05.2026
Zu Beginn der Mittelfrist wird das Mitteleuropäische Wetter von zwei großsynoptischen Strukturen beeinflusst, die fast bis zum Ende des Mittelfristzeitraums, in leicht veränderter Form bestehen bleiben. Zum einen befindet sich über Nordost- und Osteuropa ein umfangreicher und mit kalter und trockener Luft gefüllter Langwellentrog und zum anderen gibt es über der Nordsee und Mitteleuropa eine stabile und hochreichende Antizyklone. Abgesehen von Südeuropa (südlich einer Linie der Alpen) fließen nach fast ganz Europa eher kühle und trockene Luftmassen aus Nord-, Nordosten ein.
Am Mittwoch befindet sich zusätzlich über der Biskaya ein kleinräumiges Höhentief mit korrespondierenden Bodentief, dass auf der Ostflanke etwas wärmere Luft nach Frankreich führt. Dabei verstärkt sich auch der Druckgradient, da das zugehörige Tief gegen die Hochdruckzelle im Norden drückt. Im Südwesten Deutschlands nimmt daher der Gradientwind zu. In den südwestlichen Mittelgebirgen treten Wind-, evtl. auch stürmische Böen aus Nordost bis Ost auf. Die 850 hPa Temperaturen liegen zwischen -2 Grad im Osten und bis +5 Grad im Südwesten. Im Nordosten gibt es mehrschichtige Bewölkung durch eine um das Hoch herumgeführte Warmfront eines Tiefs über den Europäischen Nordmeer. Es bleibt aber niederschlagsfrei. In der Nacht zu Donnerstag gibt es in der Osthälfte Bodenfrost.
Am Donnerstag verlagert sich der Schwerpunkt der Hochdruckzelle von der Nordsee mehr in Richtung Mitteleuropa, gleichzeitig trogt der Langwellentrog in Richtung Südosteuropa aus, wobei sich die Luftmassengrenze nun fast diagonal zwischen Kroatien und dem Ärmelkanal befindet. Dabei bleibt der Druckgradient zwischen dem Hoch über der Nordsee und dem Tief über der Biskaya weiterhin kräftig. Das Biskaya Höhentief verlagert sich am Tage langsam nach Nordwesten. Es weht vorallem in der Südwesthälfte weiterhin ein kräftiger und frischer Ostwind, auf den Bergen teils auch stürmisch. In Deutschland hält der Anstrom der eher kühlen und trockenen Luftmassen an. Dennoch werden mit teils ungestörter Einstrahlung am Tage Höchsttemperaturen zwischen 18 Grad im Osten und bis 25 Grad am Oberrheingraben erreicht. Nachts sorgt dagegen die ungestörte Ausstrahlung dazu, dass die Minima auf Werte zwischen 1 und 8 Grad fallen, im Osten und Südosten muss weiterhin mit Bodenfrost gerechnet werden.
Am Freitag verlagert sich der Schwerpunkt der Antizyklone nun auf Deutschland, dabei gelangen etwas mildere, aber weiterhin trockene Luftmassen zu uns. Bei meist wolkenlosem Himmel gibt es Maxima zwischen 21 Grad im Osten und bis 27 Grad im Westen. Der lebhafte Ost- bis Südostwind bleibt erhalten. In der Nacht zu Samstag nimmt das Bodenfrostrisiko deutlich ab.
Am Samstag und Sonntag nähert sich eine atlantische Frontalzone dem Hoch an. Nach dem aktuellen IFS Lauf soll diese am Sonntag auf Mitteleuropa übergreifen. Auf dessen Vorderseite sollen demnach warme und feuchte Luftmassen aus Südwesten nach Deutschland geführt werden. Evtl. könnte es dabei auch zu kräftigen Gewittern kommen. Dies ist aktuell aber noch sehr unsicher.
In der erweiterten Mittelfrist tropft der osteuropäische Trog über Südosteuropa ab und die Antizyklone wird von kontinuierlichen Angriffen atlantischer Tröge nach Süden abgedrängt. Das Wetter sollte sich demnach etwas unbeständiger zeigen. Es deutet sich gegen Ende aber wieder an, dass sich der Höhenkeil wieder über Mitteleuropa regeneriert.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten IFS ich recht gut. Hochdruckwetter soll den gesamten Mittelfristzeitraum beeinflussen. Erst nächstes Wochenende simuliert der aktuelle IFS Lauf eine schwache Frontalzone von Westen her auf Mitteleuropa übergreifend. Diese könnte im Westen etwas für Regen sorgen. Abgesehen davon, bleibt es bis zum Ende der Mittelfrist weitgehend trocken.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Freitag simulieren die betrachteten Globalmodelle ein ähnliches Szenario wie IFS. Nachfolgend lassen GFS und ICON die Frontalzone bereits am Samstag auf Deutschland übergreifen. Der Wechsel wird von allen Modellen jeweils etwas anders dargestellt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
In den Plumes vom ECMWF ist der Spread bis Freitag relativ eng. Der aktuelle IFS Lauf liegt etwa in der Mitte der Verteilung, erst ab Sonntag liegt er am warmen Rand der Verteilung und der Spread öffnet sich deutlich. Auch im Niederschlag gibt es erst ab Samstag erste Signale für Regen.
In der Clusteranalyse des ECMWFs gibt es im Zeitbereich bis 168 Stunden 2 Cluster, die aber beide bis Samstag das Blocking aufweisen, erst ab Sonntag kommt es zu einem Wechsel zu positiver NAO.
Fazit:
Bis einschließlich Freitag sorgt eine ausgeprägte Antizyklone für trockenes Wetter und einem großen Tagesgang der Lufttemperatur. Im Osten kann es weiterhin zu nächtlichem Bodenfrost kommen, wobei das Risiko bis Freitag allmählich nachlässt. Für das kommende Wochenende ist die Entwicklung noch unsicher. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass der Hochdruckeinfluss durch atlantische Tiefs oder deren Ausläufer abgeschwächt wird und sich eine wechselhaftere Witterung einstellen könnte. Wie nachhaltig diese Umstellung ausfällt, bleibt derzeit noch offen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Unter Hochdruckeinfluss bleibt es weitgehend warnfrei. Bei dem teils lebehaften und trockenen Ostwind könnten auf den südlichen Mittelgebirgen auch mal eine stürmische Böe auftreten.
Ansonsten hält die Trockenheit weiter an, womit die Waldbrandgefahr weiter steigen dürfte.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher





