Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 13.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: SWz
Nach sich auch im Osten bis zum Vormittag entspannender Glatteislage eher ruhiges Wetter, vor allem im Westen und Süden sehr mild. Kommende Nacht in einigen Teilen der Osthälfte, in der Nacht zum Donnerstag im Südosten nochmals markante Glätte bzw. Glatteis nicht ausgeschlossen. In einigen Hochlagen kommende Nacht und am Mittwoch vorübergehend stürmische Böen, auf dem Brocken (schwere) Sturmböen.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
Dienstag... neigt sich die Glatteisregen-Unwetterlage auch in der Osthälfte ihrem Ende entgegen. So ganz aus dem "Schneider" sind wir aber dennoch nicht, da sich die aus Südwesten advehierten, teilweise sehr milden Meeresluftmassen mangels Gradient auch in den kommenden Tagen (und vor allem Nächten) insbesondere nach Osten und Südosten zu bodennah nicht so wirklich durchsetzen können. Dazu kommt, dass der Frost in den Regionen noch teilweise tief im Boden steckt, so dass immer wieder mit Glätte durch Überfrieren bzw. auch mit Glatteis durch geringe Niederschläge zu rechnen ist, für Unwetter sollte es aber nicht mehr reichen.
Die Milderung eingeleitet hat das Frontensystem des Nordmeertiefs "GUNDA". Die Warmfront hat sich inzwischen Richtung Tschechien und Ostösterreich verabschiedet, die Kaltfront schleift über der Mitte des Vorhersagegebietes und wird im Tagesverlauf mit der auflebenden südwestlichen Höhenströmung als Warmfront wieder nordostwärts geführt.
Die Wetterwirksamkeit der Front hält sich aber sehr in Grenzen. Auf der Vorderseite eines nur langsam ostwärts vorankommenden, dafür aber quasi bis zu den Kanaren amplifizierenden Langwellentrog, der vom Raum Island/Südgrönland über die Britischen Inseln und die westliche Biskaya bis vor die marokkanische Küste reicht, hat sich aufgrund beständiger, teils kräftiger WLA ein vom westlichen Mittelmeer bis nach Mitteleuropa reichender Höhenrücken etabliert, der sehr langsam über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts schwenkt. Entsprechend halten sich dynamische Hebungsprozesse sehr in Grenzen. Somit ist es zwar fast landesweit (Ausnahme: Südschwarzwald bis südliches Alpenvorland) stark bewölkt bis bedeckt, teilweise auch nebligtrüb, Regen fällt aber aktuell nur noch vereinzelt im Bereich der schleifenden Front von Ostbayern bis nach Rheinland-Pfalz. Während sich in der niederen Troposphäre inzwischen überall milde Meeresluft durchgesetzt hat mit 850 hPa-Temperaturen zwischen 0 Grad im Nordosten und +4 Grad im Südwesten, konnte sich diese bodennah mit etwas auflebendem Süd- bis Südwestwind bisher nur im Westen des Landes durchsetzen, wo die Temperaturen inzwischen verbreitet die 5 Gradmarke überschritten haben. Trotz Frontpassage hält vor allem in der Osthälfte, aber auch in Südostbayern mit schwachen südöstlichen Bodenwinden noch tapfer die Kaltluft dagegen, an der Oder liegen die Werte aktuell bei -2 Grad. Entsprechend hat sich dort mit den Warmfrontniederschlägen eine Unwetter-Glatteislage eingestellt, die sich mit der langsamen Milderung und den nur noch in homöophatischen Dosen vorhanden Niederschlägen am Vormittag ihrem Ende entgegen neigen dürfte. Planmäßig können die Unwetterwarnungen bis 10 Uhr auch im Nordosten auslaufen, mit dem teilweise tief im Boden steckenden Frost kann aber hier und da noch (markante) Glätte durch Überfrieren auftreten.
Ansonsten verläuft der Tag aber wettertechnisch ruhig. Der stellenweise auftretenden leichte Regen bzw. Nieselregen kommt mit der nach Norden schwenkenden Front allmählich voran, messbare Niederschläge fallen aber kaum. Im Südwesten und Süden, vor allem im Lee von Schwarzwald und Alb sowie im Alpenvorland, kann sich länger die Sonne durchsetzen, sonst bleibt es vielerorts stark bewölkt bis bedeckt, vor allem im Norden und Nordosten - dort hat sich Mischungsnebel ausgebreitet - auch nebligtrüb. Der anfangs in den ostbayerischen Mittelgebirgen in Böen stürmische Südwestwind schwächt sich weiter ab, in den westlichen und zentralen Mittelgebirgen frischt er dagegen rückseitig des Rückens zum Abend hin etwas auf, ist aber (noch) nicht warnrelevant (Brocken abends Bft 8). Die Advektion milder Meeresluft dauert weiter an, bis zum Abend steigt die 850 hPa-Temperatur auf Werte zwischen 7 Grad ganz im Süden und +1 Grad im Nordosten. Dort kann sie sich bodennah nach wie vor nicht so wirklich durchsetzen. An der Oder werden die 0 Grad grade so erreicht, generell bleibt es nordöstlich der Elbe sowie in Ostbayern mit Höchstwerten zwischen 1 und 4 Grad recht frisch. Sonst werden dagegen milde 5 bis 10 Grad erreicht, in den Lee-Lagen west- und Südwestdeutschlands sogar bis zu 12 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch schwenkt ein Teiltrog mit seiner Achse über die Britischen Inseln hinweg zur Nordsee. Dadurch stellt sich über dem Vorhersagegebiet nach Durschwenken des Rückens eine zunehmend zyklonal konturierte südwestliche Höhenströmung ein und vor allem über dem Nordwesten kann durch PVA dynamische Hebung generiert werden, die allerdings durch beginnende KLA teilkompensiert wird.
Entlang der Kaltfront des sich langsam nordwärts verlagernden Nordmeertiefs entwickelt sich über der Norwegischen See ein Teiltief und zieht bis Mittwochfrüh ins Seegebiet vor Kap Svinöy, wobei sich in etwa über dem Skagerrak ein weiteres Teiltief etabliert. Entsprechend überquert die Kaltfront die Nordsee nur langsam südostwärts und schlägt morgens über der Deutschen Bucht auf. Mit den zunehmenden Hebungsprozessen intensivieren sich die Niederschläge sowohl im Bereich bzw. präfrontal der langsam über den Nordosten Deutschlands schwenkenden Warmfront als auch im Vorfeld der Kaltfront über dem Westen und Nordwesten des Landes ein wenig, die Mengen bleiben aber sehr übersichtlich (maximal wenige mm im Nordwesten sowie im Stau einiger westlicher Mittelgebirge). Kritisch kann es noch einmal im Bereich der Warmfrontniederschläge im Osten und Nordosten des Landes werden. Insbesondere in Ostvorpommern, aber auch Richtung Erzgebirge und Zittauer Gebirge hält mit bodennahen schwachen Südostwinden noch die Kaltluft dagegen und es ist stellenweise gefrierender Regen bzw. Nieselregen nicht ganz ausgeschlossen. Unwetterartig dürfte der aber nicht mehr ausfallen, dafür sind die Mengen aller Voraussicht nach zu gering.
Mit Annäherung der Kaltfront verschärft sich vor allem im Westen, Norden und in den mittleren Landesteilen der Gradient. In den Niederungen dürfte es aber angesichts der stabilen Schichtung nicht für warnrelevante Böen reichen, auch nicht über der Nordsee. In den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge dort gibt es aber zunehmend steife, exponiert auch stürmische Böen (Bft 7 bis 8) aus Südwest, auf dem Brocken Sturm- bzw. schwere Sturmböen (Bft 9 bis 10). Über Süddeutschland dominiert dagegen schwacher Hochdruckeinfluss. Vor allem südlich der Donau sowie in Ostbayern ist es aufgelockert, teils auch gering bewölkt, allerdings können sich in den Niederungen rasch Nebel- und Hochnebelfelder ausbreiten. Verbreitet gibt es dort leichten, in einigen Alpentälern auch mäßigen Frost und stellenweise tritt Glätte durch Überfrieren auf.
Mittwoch... schwenkt der Teil- bzw. Randtrog über die Nordsee und Norddeutschland rasch ostwärts Richtung Südschweden und südliche Ostsee. Ein Troganteil hängt Richtung Ostfrankreich zurück, dazwischen nimmt die südwestliche Höhenströmung über Süddeutschland eher eine antizyklonale Kontur an.
Im Bodenfeld zieht das Teiltief vom Skagerrak in den Raum Gotland, während das Tief über der Norwegischen See ein wenig nach Norden vorankommt. Beide schwächen sich nach Trogpassage ab. Die Kaltfront greift auf Norddeutschland über, wird aber mangels Schubkomponente eingebremst und erreicht abends in etwa eine Linie Westmünsterland-Uckermark. Präfrontal weiten sich die leichten Niederschläge auf die mittleren und östlichen Landesteile aus, anfangs ist Richtung Oder und Lausitz, vielleicht auch im Vogtland Glätte bzw. Glatteis nicht ausgeschlossen, im Tagesverlauf sollte sich aber auch dort die Lage entspannen. Nach wie vor kommen nicht allzu hohe Mengen zusammen, im Stau einiger westlicher Mittelgebirge sind es bis zum Abend mehr als 5 l/m², sonst teils deutlich weniger, im Lee einiger Mittelgebirge bleibt es trocken, ebenso etwa vom Nordschwarzwald bis zum Oberpfälzer Wald und weiter südöstlich. Im Nordwesten und Norden klingen die Regenfälle postfrontal rasch ab und die Wolken lockern auf. Präfrontal scheint vor allem im Alpenvorland länger die Sonne, sonst bleibt es in den meisten Regionen bedeckt und trüb.
Vor allem in den westlichen und zentralen Mittelgebirgen, aber auch auf den Alpengipfeln weht weiterhin lebhafter Südwestwind mit stürmischen Böen in den Kamm- und Gipfellagen, exponiert auch Sturmböen, auf dem Brocken anfangs mit schweren Sturmböen. Spätnachmittags und abends fächert der Gradient aber auf und der Wind schwächt sich langsam ab.
Postfrontal strömt in den Norden erwärmte maritime Polarluft mit -2 Grad in 850 hPa, im Süden sinkt die 850 hPa-Temperatur nur langsam auf etwa 4 Grad. Mit der Durchmischung klappt es vor allem nach Nordosten und Südosten zu weiterhin nicht sonderlich gut, dort liegen die Höchstwerte nach wie vor unter 5 Grad. Sonst werden erneut 5 bis 10 Grad, im Südwesten und im Alpenvorland gebietsweise bis 12 Grad erreicht.
In der Nacht zum Donnerstag wird der flache Höhenkeil über Süddeutschland nach Osten abgedrängt und der Troganteil über Frankreich kommt nach Süddeutschland voran. Vorderseitig entwickelt sich an der über der Mitte schleifenden Kaltfront vorübergehend eine flache Welle, die langsam über die nördliche Mitte hinweg ostnordostwärts schwenkt. Vor allem an deren Südflanke können sich insbesondere nach Lesart des ICON-EU aufgrund von recht markanter PVA vorübergehend intensivieren und kommen auch nach Südosten voran. Insbesondere im Schwarzwaldstau fallen dabei 10 bis örtlich über 15 l/m² in 12 Stunden. Ansonsten bleiben die Mengen in der breiten Mitte übersichtlich, im Norden und auch in Südostbayern bleibt es dagegen trocken. Vor allem im Norden ist der Himmel teilweise und vorübergehend gering bewölkt (erst in den Frühstunden werden die Wolken von Süden rasch dichter), so dass es - außer im Nordwesten, wo sich eher noch dichtere Bewölkung hält - verbreitet leichten Frost und stellenweise Glätte durch Überfrieren gibt, zudem können sich dichte Nebelfelder ausbreiten. Ähnlich verhält es sich auch in Südostbayern, insbesondere Richtung Alpen. Im Übergangsbereich zu den Niederschlägen kann es insbesondere in Ostbayern nochmals gefrierenden Regen geben, voraussichtlich aber nicht unwetterartig.
Der Wind flaut auch in den Mittelgebirgen weiter ab und ist irgendwann selbst auf dem Brocken nicht mehr warnrelevant. Mit Ausnahme des Nordens und Südostens verläuft die Nacht fast überall frostfrei.
Donnerstag... verlagert sich der flache kurzwellige Randtrog rasch über die Mitte und den Süden des Landes hinweg ostwärts. Dahinter stellt sich vorderseitig eines langsam Richtung Britische Inseln schwenkenden breiten Langwellentroges erneut eine südwestliche Höhenströmung ein, die über dem Vorhersagegebiet überwiegend antizyklonal konturiert ist. Im Bodenfeld wird die Front nun wieder nordostwärts geführt und weist dazu deutliche Auflösungstendenzen auf. Vormittags fällt noch gebietsweise etwas Regen, der nun auch den Südosten Bayerns erfasst, so dass dort örtlich Glatteis auftreten kann, nachmittags bleibt es dann aber vielerorts bereits trocken. Während im Osten und Süden nach Passage der Front leichter Druckanstieg überwiegt, beginnt der Druck dagegen mit Annäherung des Troges und eines damit korrespondierenden Bodentiefs, das abends Südengland erreicht, im Westen und Norden Deutschlands leicht zu fallen. Somit dreht die Strömung niedertroposphärisch auf südliche Richtungen und der Gradient verschärft sich gering fügig. Für warnrelevante Böen dürfte es aber nach wie vor nicht reichen. Allerdings wird es niedertroposphärisch allmählich wieder milder mit 850 hPa-Temperaturen zwischen -1 Grad an der Ostsee und +6 Grad am Alpenrand in den Abendstunden. Vor allem an den Alpen, im Alpenvorland und im Lee der südwestdeutschen Mittelgebirge kann sich erneut die Sonne häufig durchsetzen, während es sonst wolkig bis stark bewölkt, im Norden und Nordosten auch bedeckt bleibt. Erneut werden im Nordosten und auch in Teilen von Ostbayern, wo sich stellenweise Nebel/Hochnebel halten, keine 5 Grad erreicht, während sich ansonsten mit Maxima zwischen 5 und 10 Grad, im Westen/Südwesten bis 12 Grad temperaturtechnisch wenig ändert.
In der Nacht zum Freitag zieht das Bodentief von Südengland zur westlichen bzw. nordwestlichen Nordsee. Es kann sich vorderseitig eines kurzwelligen Randtroges etwas vertiefen, so dass sich der Gradient über der Nordsee verschärft und es dort einzelne steife Böen aus Südost geben kann. Nach Lesart des UK10 nimmt das Tief einen östlicheren Kurs, so dass auch im nordwestdeutschen Binnenland der Wind warnrelevant auffrischen könnte, diese Version stellt aber eine Einzelfalllösung dar. Maximal treten in den kamm- und Gipfellagen der westlichen und zentralen Mittelgebirge steife bis stürmische Böen aus Süd bis Südost auf. Die okkludierte Front des Tiefs streift zwar eventuell noch den äußersten Westen und Nordwesten Deutschlands, bringt aber maximal ein paar Tropfen, sonst bleibt es trocken. Im Osten und Süden bleibt es dagegen aufgelockert bis gering bewölkt. Dort gibt es vielerorts Frost und Glätte durch Überfrieren, stellenweise auch dichten Nebel. Im Westen und Norden bleibt es dagegen frostfrei.
Modellvergleich und -einschätzung
Der grobe Fahrplan steht zwar, dennoch gibt es im Detail noch gewisse Unschärfen, in erster Linie, die wellende Kaltfront in der Nacht zum Donnerstag betreffend. Die Frontalwelle wird vom ICON-EU wetterwirksamer und entsprechend niederschlagsintensiver als von den anderen vorliegenden Modellen simuliert. Warnrelevant sind die Mengen aber nicht, allerdings könnte es in Teilen von Ostbayern dann nochmal für gefrierenden Regen reichen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 13.01.2026 um 10.30 UTC
Weitgehend ruhiges Wetter mit allmählich wieder zurückgehender Temperatur
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 20.01.2026
Im Vergleich zu gestern hat sich an der großräumigen Struktur nicht viel geändert. In der Höhe bildet sich ab Freitag (erster Tag der Mittelfrist) ausgehend von Nordafrika eine Hochdruckzone, die bis ins Baltikum und nach Südfinnland reicht. Sie verlagert sich ab Montag etwas nach Osten und Süden, bleibt aber im Grunde bis Wochenmitte wetterwirksam.
Flankiert wird die Hochdruckzone im Westen am Freitag von einem sich mehr und mehr amplifizierenden Trog samt Tiefdruckgebiet am Boden. Daraus tropft am Samstag ein Tief über der Biskaya ab, das in der Folge zur Iberischen Halbinsel und in den westlichen Mittelmeerraum zieht. Der Haupttrog zieht sich nach Nordskandinavien zurück und macht Platz für einen weiteren Trog, der sich von Grönland zu Wochenbeginn nach Westeuropa vorarbeitet. Auch aus ihm tropft am Montag ein Tief ab, das mit dem Tief über dem westlichen Mittelmeerraum interagiert.
Nördlich der Hochdruckzone ziehen immer wieder kleinere Störungen durch, die aber kein Potenzial zur Entwicklung stärkerer Zyklonen aufweisen. Erst nach Wochenmitte nächster Woche könnte sich in der Höhe eine Zone tieferen Geopotentials etablieren, die zum Ende der kommenden Woche wieder subpolare Luftmassen auch nach Mitteleuropa führen könnte.
Über Südosteuropa dreht sich zu Beginn der Mittelfrist ein Höhentief, das im Verlauf von kalter Kontinentalluft über Russland gespeist wird. Dabei verlagert es sich weiter ost-südostwärts Richtung Asien.
Details für Deutschland:
Zu Beginn der Mittelfrist (am Freitag) fließt zwischen dem Hoch über Osteuropa und den Tiefdruckgebieten über Westeuropa milde, aber vor allem im Westen und Norden auch noch feuchte Luft ins Land. Dabei kann es im Westen etwas Regen geben, sonst bleibt es aber niederschlagsfrei mit einigen Sonnenstunden im Süden und Osten, aber dichten Wolken im Norden. Zunehmender Hochdruckeinfluss fördert das Absinken und so die Bildung einer kräftigen Inversion. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass trotz milder Luft in der Höhe (+2 bis +5 Grad in 850 hPa), die Nacht zum Samstag in der Südosthälfte verbreitet frostig wird. In der Nordwesthälfte sorgt die etwas bessere Durchmischung für Tiefstwerte meist über 0 Grad.
Zunehmendes Absinken unter steigendem Hochdruckeinfluss ist es auch, was am Samstag verbreitet für Nebel und Hochnebel sorgt. Einzig der Alpenrand wartet unter föhnigem Einfluss noch mit längeren sonnigen Abschnitten auf, sonst sind die Wolken oft dicht und vereinzelt lässt sich etwas Sprühregen nicht ausschließen.
In den Folgetagen trocknet die Luft langsam ab, sodass sich Nebel und Hochnebel besser auflösen, vor allem in den Leelagen der Gebirge. Aus dichtem Nebel oder Hochnebel ist weiterhin Sprühregen möglich. Der kann auch zu Glätte durch überfrierende Nässe in den Nächten führen. Die Inversion bleibt erhalten: In der Höhe (850 hPa) fließen weiterhin +2 bis +6 Grad ein, am Boden wird es jedoch von Tag zu Tag etwas kühler. Dabei besteht im äußersten Osten stellenweise die Gefahr von Dauerfrost.
Ab Dienstag baut sich das Bodenhoch über Südosteuropa zusehends ab. In der Höhe ist jedoch die Hochdruckbrücke weiter bestimmend. Ob sich am Donnerstag von Westen her ein Tiefdruckgebiet durchsetzen kann oder ob das allmählich erstarkende und über Skandinavien zu uns reichende Russlandhoch die Oberhand gewinnt, bleibt abzuwarten.
Fazit: Nach zuletzt turbulenten Tagen steht in der Mittelfrist eine deutlich ruhigere Wetterphase an. Dabei geht die Temperatur wieder etwas zurück, Niederschläge gibt es aber kaum. Es ist noch offen, ob sich in der erweiterten Mittelfrist daran groß etwas ändert.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle IFS-Lauf weist zu seinen Vorgängern markante Unterschiede auf. Für uns am bedeutendsten ist das zwar etwas schwächere, aber südlichere Hoch über Osteuropa. Damit fließt in der Höhe etwas mildere Luft zu uns, was die Inversion verstärkt. Auch ist die Hochdruckzone über Ost- und Südeuropa nun deutlich langlebiger und blockiert damit in der neuen Woche den Tiefdruckeinfluss aus West- und Nordeuropa.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
ICON und IFS sehen sich sehr ähnlich. Allerdings hat ICON in der neuen Woche den Trog über Westeuropa etwas breiter und kräftiger im Programm, ein Übergriff auf uns ist möglich. GFS glaubt nicht an die Langlebigkeit der Hochdruckzone über Ost- und Südeuropa. Immer wieder werden kleinräumig zyklonale Einflüsse und kühlere Luft berechnet.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen sind recht eng. Es gibt einzelne Ausreißer, aber die Masse ist auf hohem Niveau sowohl beim Geopotenzial als auch bei der Temperatur in 850 hPa. Ausschläge beim Niederschlag sucht man im Deutschlandschnitt vergeblich. In der erweiterten Mittelfrist ist der Trend leicht negativ.
Auch bei GFS und ICON ist das Bild ähnlich. Auffällig ist beim GFS nur der operationelle Lauf, der am Sonntag bei t850 über alle Ensembles hinweg einen kurzzeitigen aber markanten Einbruch hinlegt.
Die IFS-Cluster zeigen über alle Zeitschritte hinweg wenig verwunderlich das Blocking als Hauptwetter. Dabei liegt Deutschland zwischen den Stühlen in südlicher Strömung. Trotz teils mehrerer Lösungen ergeben sich keine markanten Abweichungen. In der erweiterten Mittelfrist ist der Vorstoß niedrigen Potentials aus Westen/Südwesten aber erahnbar.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Es gibt kein signifikantes Wetter in der Mittelfrist.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn





