Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 17.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
NW z
Im Osten und Süden am Montag teils kräftige Gewitter. Durch Starkregen vereinzelt Unwetter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
Montag... greift am Morgen von Nordwesten schauerartiger Regen an einem Kurzwellentrog auf den Westen über und breitet sich rasch nach Osten über die Mitte aus. Der Trog amplifiziert sich noch erreicht abends die östlichen Landesteile.
Dabei dreht die Strömung, sowohl in der unteren Troposphäre als auch in 500 hPa auf nordwestliche Richtungen. Die zunächst im Süden und Südosten liegende feucht-instabile Warmluft, in der schon aktuell einzelne Gewitter auftreten, wird durch eine weiter entschärfte Luftmasse, die mäßig warm, weniger feucht und nur noch leicht instabil ist, ersetzt.
Die Warmluft weißt einen Wassergehalt von PPW 30 mm auf, bietet tagsüber einige hundert J/kg Cape und ist durch den Trog mäßig geschert.
Wenn die Hebung des Troges mittags in der Region Erzgebirge, Ostsachsen, Lausitz ankommt, trifft sie auf Reste der labilen Warmluft, in der sich dann Gewitter, teils mit Starkregen, Hagel und lokalem Unwetterpotential bilden.
Auch im Süden sind nach vorübergehender Abschwächung im Tagesverlauf erneut einzelne starke Gewitter möglich, die vereinzelt unwetterartig sind. Vor allem im Hinblick auf den Starkregen.
Ansonsten lockert die Bewölkung nach Passage des Troges von Westen her teilweise wieder auf. Im Norden und Nordosten sind in der etwas kühleren Luftmasse auch Schauer zu erwarten, die sehr schmale Labilitätsfläche reicht aber nur bis knapp unter -10°C, weshalb es dabei wohl nur vereinzelt blitzt.
Die Temperaturen liegen im Südwesten bei um 25°C, im Norden eher um 20°C. Der westliche bis mordwestliche Wind ist schwach bis mäßig unterwegs und erreicht höchstens in einigen exponierten Lagen knapp die 7 Bft.
In der Nacht zum Dienstag zieht der Trog ab und vorübergehend beruhigt sich das Wetter. Die Schauer, anfangs vereinzelt Gewitter im Südosten ziehen nach Polen, Böhmen, Österreich raus und die Bewölkung lockert etwas auf. Von Nordwesten greift in der leicht antizyklonalen nordwestlichen Strömung aber bald Warmluftadvektion über, die im Nordwesten morgens wieder Regen bringt. Am Rand des Tiefs über Finnland schwenkt ein Bodentrog über die Ostsee, der an der deutschen Ostseeküste den Wind zeitweise aufleben lässt mit einzelnen Böen 7 Bft aus West bis Nordwest.
Dienstag... weitet sich ausgehend von einem Tief zwischen Schottland und Island eine Rinne zur Nordsee aus, in der sich ein Randtief bilden kann. Dessen Warmfront schiebt sich schleifend über Deutschland nach Osten, die nachfolgende Kaltfront greift abends auf den Nordwesten über.
Dabei wird sehr feuchte Meeresluft herangeführt, die alles in allem recht stabil geschichtet ist, aufgrund der Feuchte in unteren Schichten deutet sich aber auch etwas Cape an.
So breitet sich der Regen vom Westen über die Mitte in den Südosten aus, bei überwiegend dichter Bewölkung. Im Tagesverlauf nimmt er teils schauerartigen Charakter an, die von einigen Modellen in der Wetterinterpretation (u.a. I D2) angedachten Gewitter sind eher unwahrscheinlich. In Südbaden kommt im Warmsektor kaum Regen an und auch von der Lausitz bis zur Ostsee bleibt es präfrontal gebietsweise trocken.
Der etwas nach West rückdrehende Wind lebt zeitweise auf, kommt aber nur exponiert und vor allem im Bergland und an der Ostsee in die Nähe der Warnschwellen, auf einigen Berggipfeln auch darüber, 7-8 Bft.
Im Warmsektor sind mit Sonne 25 bis 27°C möglich, sonst die Temperaturen meist um oder knapp über 20°C.
In der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Bodentrog mit der Warmfront über den Norden hinweg nach Osten, während die nachfolgende Kaltfront landeinwärts in den Westen und Norden Boden gut macht. Gestützt durch kurze Wellen in der westlichen Höhenströmung sind bei leicht labiler Schichtung im Norden einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst fällt gebietsweise (etwas) Regen. Die Niederschlagsprognosen der Modelle laufen sehr auseinander. Der Süden bleibt unter leichtem Hochdruckeinfluss meist niederschlagsfrei, eventuell auch die südliche Mitte.
Der Druckgradient von der Tiefdruckrinne über der Nordsee und Dänemark zum Hoch im Alpenraum langt für zeitweise mäßigen Westwind und einige kräftige Böen an der Nordsee bis Bft 7 und exponiert im Bergland von 7-8 Bft. Ob sich daraus Warnwürdiges ergibt, ist noch offen.
Mittwoch... verlagert sich der Schwerpunkt des Langwellentroges nach Skandinavien und Nordosteuropa. Von dort trogt es Richtung Britische Inseln aus, sodass über Mitteleuropa, die Strömung wieder eine leichte Südwestkomponente bekommt.
Über der östlichen Nordsee bildet sich dabei in der Rinne ein kleinräumiges Tief, das nach Südschweden zieht und dessen Kaltfront dann schleifend, langsam auch Süddeutschland erreicht. An ihr regnet es aus starker Bewölkung verbreitet schauerartig. Der äußerste Süden liegt im Warmsektor (T850 ~15°C), allerdings sind in den Alpen einzelne markante Gewitter zu erwarten, die den deutschen Südrand betreffen können.
Postfrontal sind über der Mitte eher nur lokale Schauer möglich, während nach Norden hin, bei dort instabiler Schichtung der mäßig warmen Luftmasse einzelne Gewitter mit Windböen oder stürmischen Böen nicht ausgeschlossen erscheinen. In der subtropischen Warmluft sind präfrontal im Süden bis knapp an die 30°C als Maximum drin. In den anderen Regionen in durchmischter, mäßig warmer Meeresluft meist 20 bis 23°C.
Der westliche Wind frischt vor allem an den Küsten und im Bergland kräftig auf mit einzelnen Böen 7 bis 8 Bft.
In der Nacht zum Donnerstag schleift die wellende Kaltfront über den südlichen Landesteilen mit Unschärfen wo genau und viel Regen dabei fällt. Warnschwellen werden wahrscheinlich nicht erreicht, oder höchstens vereinzelt. Im Norden ziehen an kleinen Hebungsgebieten Schauer durch, vereinzelt gewittrig an der Nordsee.
Dazwischen lockert die Bewölkung stärker auf. An der See und im Bergland weht teils lebhafter Südwest- bis Westwind mit einzelnen steifen, im Bergland exponiert stürmischen Böen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Basisfelder sehen ähnlich aus, die Entwicklung ist im Wesentlichen klar. Die Regenfälle sind recht unsicher. Die Schleifzone der Tiefausläufer wird darüber hinaus mit Unschärfen simuliert.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 17.08.2026 um 10.30 UTC
Unbeständig mit zeitweiligen Regenfällen, am Donnerstag und Freitag im Süden auch kräftige Gewitter möglich. Mäßig warm bis warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 24.08.2026
Zumindest bis zum kommenden Wochenende dominiert ein unbeständiger Witterungsabschnitt mit zeitweiligen Regenfällen. Diese lindern zwar die Trockenheit in einigen Regionen deutlich, aber aufgrund des konvektiven Charakters der Niederschläge leider bei Weitem nicht überall.
Doch nun zur Entwicklung im Detail:
Am Donnerstag befindet sich Deutschland an der Südflanke eines umfangreichen, von Skandinavien über die Norwegische See und die Britischen Inseln bis zum nahen Ostatlantik reichenden und mit mehreren Drehzentren ausgestatteten Höhentrogkomplexes unterhalb einer relativ glatten südwestlichen Höhenströmung. Im Tagesverlauf und in der Nacht zum Freitag amplifiziert der Trog weiter nach Südwesten bis ins Seegebiet westlich der Biskaya, wodurch die Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet weiter aufsteilt.
Bei einem insgesamt schwachgradientigen Bodendruckfeld befinden sich weite Teile des Landes im Einflussbereich mäßig warmer bis warmer Luftmassen aus dem Raum Biskaya/Frankreich (T850 hPa zwischen 8 und 12 Grad). Lediglich in den Süden und Südosten gelangt mit dem Aufsteilen der Höhenströmung und eines sich etwas nach Norden verlagernden wellenden Frontenzuges ein Schwall sehr warmer und potenziell instabiler Subtropikluft (T850 hPa 14 bis 18 Grad). Bei mäßiger Cape und günstigen Scherungsbedingungen können sich dort kräftige, vereinzelt auch schwere Gewitter (Unwetter) entwickeln. Nördlich des Frontenzuges schließt sich eine von Südwest nach Nordost vor allem über die Mitte des Landes hinweg reichende niederschlagsfreie Zone an mit längeren sonnigen Abschnitten, während es im Nordwesten und Norden mit Passage kurzwelliger Troganteile im Bereich eines Bodentroges Schauer und einzelne Gewitter gibt. Vor allem im Nordseeumfeld können diese auch kräftiger ausfallen, das Unwetterpotenzial bleibt dort aber gering.
Am Freitag kommt der Höhentrogkomplex insgesamt weiterhin kaum nach Südosten voran, sondern amplifiziert über der Biskaya und dem nahen Ostatlantik weiter nach Südwesten. Die Haupttrogachse erreicht in der Nacht zum Samstag so grade die mittlere Nordsee, so dass wir auf dessen Vorderseite unterhalb einer noch etwas aufsteilenden südwestlichen Höhenströmung verbleiben, wobei im Tagesverlauf ein flacher Höhenkeil über das Vorhersagegebiet hinweg nordostwärts schwenkt.
Der Bodentrog über Nordwestdeutschland kommt langsam nach Südosten voran, verliert aber an Kontur, insgesamt bleibt das Druckfeld also sehr schwachgradientig. Mit dem Aufsteilen der Höhenströmung nach Passage des flachen Höhenkeils kommt der über Süddeutschland nach wie vor wellende Frontenzug aber kurzzeitig erneut etwas nach Norden voran, wobei nach Lesart des IFS die Südosthälfte des Landes bis Samstagfrüh von einer flachen Frontalwelle passiert wird.
Vorderseitig können sich im Südosten im Einflussbereich potenziell instabiler Subtropikluft erneut kräftige, teils unwetterartige Gewitter entwickeln. Mit Passage der Welle kann es dann im Süden und Südosten, eventuell auch bis in die Mitte reichend flächendeckender schauerartig regnen. Ob es für warnrelevante Mengen reicht, ist aber noch unklar, zumal die vorliegenden Globalmodelle diesbezüglich noch größere Differenzen aufweisen (dazu später mehr). Nördlich der Frontalwelle dürfte es erneut eine Region geben, in der es nur wenig Niederschläge gibt, während es im Nordwesten, nahe der sich langsam annähernden Trogachse, weitere Schauer, eventuell auch kurze Gewitter gibt.
Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag beginnt der Trog, knapp westlich der Biskaya abzutropfen. Während sich ein weiteres Drehzentrum des Höhentrogkomplexes in etwa über Karelien bzw. der Kola-Halbinsel mehr und mehr auffüllt, verlagert sich ein Höhentief von der Norwegischen See bis zur Nacht zum Sonntag nach Südnorwegen und übernimmt nun mehr und mehr eine zentralsteuernde Funktion. An dessen Südflanke bleibt es über dem Vorhersagegebiet bei einer relativ glatten südwestlichen Höhenströmung, die vor allem über Nordwestdeutschland eine leicht zyklonale Kontur aufweist. Im Bodenfeld kann sich die Frontalwelle östlich des Vorhersagegebietes noch etwas vertiefen, zieht aber rasch über Polen hinweg nach Weißrussland. Währenddessen greift ein Höhenrücken von Nordwesten her auf Irland und Schottland über. Dieser stützt ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik. Davon ausgehend, wietet sich ein kräftiger Keil über die Britischen Inseln und die südliche Nordsee allmählich bis in den Westen, in der Nacht zum Sonntag auch in die Mitte des Vorhersagegebietes aus. Südlich des Keiles wird die potenziell instabile, ehemalige Subtropikluft über Süddeutschland nicht komplett ausgeräumt (T850 hPa zwischen 10 und 13 Grad), so dass sich dort erneut einzelne kräftige Gewitter entwickeln können, das Unwetterpotenzial bleibt aber gering. Ansonsten gelangt von Nordwesten her maritim erwärmte Subpolarluft in den Norden und in die Mitte des Landes (T850 hPa zwischen 4 Grad an der Nordsee und knapp 10 Grad in der Mitte), die nur mäßig labil geschichtet ist und in der sich einzelne Schauer und kurze Gewitter entwickeln können. Diese klingen in der Nacht zum Sonntag mit dem sich verstärkenden Keil rasch ab, ebenso die Schauer und Gewitter im Süden.
Am Sonntag und in der Nacht zum Montag verlagert der Höhentrog sein Drehzentrum langsam von Südnorwegen zur mittleren Ostsee, während sich das Cut-Off über der Biskaya bzw. Nordspanien einnistet. Dazwischen wölbt sich ein Höhenrücken über Frankreich bis nach Südostengland auf.
Dieser wiederum stützt den Bodenhochkeil, der sich über die Mitte des Vorhersagegebietes weiter nach Osten und auch ein wenig nach Norden ausweitet. Nördlich davon gibt es insbesondere an den Küsten bei maximal 20 Grad noch vereinzelt kurze Schauer, während sich über Süddeutschland im Bereich potenziell instabiler Luftmassen und Höchstwerten um bzw. knapp über 25 Grad erneut einzelne kräftige Gewitter entwickeln können, für Unwetter dürfte es aber kaum reichen. Ansonsten dominiert freundliches und trockenes Wetter bei 20 bis 25 Grad.
Am Montag wandert das Höhentief nach Lesart des IFS von der Biskaya nach Westfrankreich. Vorderseitig entwickelt sich über Zentralfrankreich ein Tiefdruckgebiet, von dem ausgehend sich eine flache Rinne mit sehr warmer und potenziell instabiler Luft bis nach Südwest- bzw. Süddeutschland ausweitet. Dort kann es dann eventuell bereits wieder kräftigere Gewitter geben. Im Rest des Landes dominiert aber im Einflussbereich des sich langsam nach Norddeutschland verlagernden Hochkeils (der Schwerpunkt hohen Luftdruckes verlagert sich von den Britischen Inseln ins Nordmeer) ruhiges und trockenes Wetter.
In der erweiterten Mittelfrist wandert das Höhentief von Frankreich her langsam über den Süden bzw. die Mitte Deutschlands hinweg ostwärts. Die sehr warme und potenziell instabile Luftmasse kann dabei vor allem am Dienstag vorübergehend bis zur Landesmitte vordringen, wobei es teils kräftige, auch unwetterartige Gewitter bzw. konvektiv durchsetzte Regenfälle mit durchaus warnrelevanten Mengen geben kann, die am Dienstag kurzzeitig sogar Norddeutschland erfassen. Davor und danach dominiert dort dagegen Hochdruckeinfluss, wobei sich das Höch über dem Nordmeer und Nordskandinavien weiter verstärkt und ein robuster Keil bis zur Nordsee reicht. Zu Wochenmitte weitet dieser Keil seinen Einflussbereich langsam auch wieder zumindest bis zur Landesmitte aus. Im Süden bleibt es wohl leicht unbeständig mit einzelnen Schauern und Gewittern.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großräumige Wetterentwicklung wird von den letzten IFS-Läufen ähnlich simuliert. Im Detail ergeben sich aber durchaus Differenzen, insbesondere, was die räumliche Verteilung und Intensität der Niederschläge angeht. Das beginnt bereits am Freitag; die im aktuellen Lauf den Südosten Deutschlands passierende flache Frontalwelle wird von den beiden gestrigen Läufen schwächer und weiter südöstlich simuliert. Dafür hatte insbesondere der gestrige 00 UTC-Lauf die Wetterwirksamkeit des Bodentroges über dem Nordwesten Deutschlands stärker auf der Agenda mit einer deutlich regeren Schaueraktivität als seine beiden Nachfolger.
Am Wochenende wird der Hochkeil über der Mitte und dem Norden des Landes vor allem vom gestrigen 00 UTC-Lauf deutlich schwächer simuliert, vor allem am Samstag dominiert noch der Einfluss des Troges über Südskandinavien. Das Cut-Off-Tief soll zudem nach dessen Lesart deutlich früher auf Frankreich und bereits am Montag auch auf Süddeutschland übergreifen mit konvektiv durchsetzten, teils ergiebigen Niederschlägen, die sich von Südwesten rasch auf die Landesmitte, in der Nacht zum Dienstag auch auf die Osthälfte ausweiten würden, also mindestens 12 bis 24 Stunden früher als in den beiden aktuellen Läufen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Ähnliche Unterschiede wie bei den IFS-Einzelläufen ergeben sich auch bei Betrachtung der vorliegenden Globalmodelle. Vor allem die vom ICON simulierte Entwicklung am Freitag und auch danach fällt ins Auge. Statt einer flachen Frontalwelle entwickelt sich ab Freitagnachmittag im Alpenlee über Südostbayern ein Tiefdruckgebiet und zieht in der Nacht zum Samstag unter deutlicher Intensivierung rasch über Tschechien nach Nordpolen. An dessen Westflanke werden ab Freitagnachmittag, insbesondere dann aber in der Nacht zum Samstag in einem streifen vom Südwesten (Pfalz) über die Mitte bis in den Osten/Nordosten kräftige, teils konvektiv durchsetzte Regenfälle simuliert, gebietsweise sogar mit unwetterartigen Starkregen-Mengen (Sachsen-Anhalt bis Brandenburg in der Nacht zum Samstag).
GFS simuliert dagegen die Frontalwelle noch weiter südöstlich als das IFS, so dass kräftigere Niederschläge lediglich den Südosten Bayerns betreffen würden, auch die kräftigen, teils unwetterartigen Gewitter im Vorfeld würden sich wohl eher auf den inneralpinen Bereich beschränken und das Vorhersagegebiet kaum betreffen.
Auch in weiterer Folge, insbesondere zum Sonntag hin, schlägt das ICON einen eigenen Weg ein. Der Hochkeil wird schon am Samstag deutlich schwächer und weiter nördlich simuliert als im GFS und IFS und am Sonntag weitet sich nach Lesart des Modells bereits der Tiefdruckeinfluss von Frankreich her bis in den Süden und die Mitte des Vorhersagegebiets aus mit Schauern und teils kräftigen Gewittern. An der Bordflanke der sich über die Mitte bis in die Osthälfte ausweitenden Tiefdruckrinne kann es dann in der Nacht zum Montag selbst in Norddeutschland gebietsweise kräftiger regnen. Nach GFS, IFS und GEM bleibt dagegen auch am Montag noch der Einfluss des Hochkeils über der Mitte bzw. dem Norden des Landes dominant und einzelne Gewitter würden sich lediglich auf die Südhälfte beschränken.
In der erweiterten Mittelfrist lässt das IFS (am Dienstag) als einziges Modell die (konvektiv durchsetzten) Niederschläge vorübergehend auch bis nach Norddeutschland ausgreifen. Nach Lesart des GFS und GEM beschränken sich diese auf die Südhälfte (GFS) und weiten sich maximal (GEM) zur Landesmitte aus.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Im Zeitraum 72 bis 96 Stunden verteilen sich die 51 ENS-Member auf 6 Cluster. Allesamt sind - wen wundert es angesichts des kräftigen Hochdruckgebietes über dem mittleren Nordatlantik, der auch bis nach Island reicht - dem Großwetterlagenregime NAO negativ zugeordnet. Die großräumige Konstellation der Geopotenzialgebilde über Kontinentaleuropa ist in allen Clustern ähnlich (von Skandinavien nach Westeuropa reichender Höhentrog), im Detail, insbesondere beim Blick auf das Bodendruckfeld, ergeben sich aber erste Differenzen, die insbesondere die Prognose der Frontalwelle am Freitag/Nacht zum Samstag erschweren.
Diese rückt dann zu Beginn des nächstfolgenden Zeitraumes (120 bis 168 Stunden, 5 Cluster) in den Fokus. CL 2 (13 Member) und CL 5 (8 Member) haben sie immerhin als abgeschlossenes flaches Tiefdruckgebiet auf der Agenda, vielleicht gibt es ein paar wenige Einzelläufe, die eine ähnlich kräftige Tiefdruckentwicklung wie im ICON simulieren.
Die weitaus meisten Member tendieren aber wohl eher Richtung flache Frontalwelle.
Auch der Hochkeil, der sich im hauptlauf am Sonntag/Montag über die Mitte bzw. den Norden des Landes ostwärts ausweitet, wird von den Clustern noch unterschiedlich gezeigt. CL 1 (13 Member) hat diesen gar nicht auf der Agenda, zeigt dagegen sogar eine Trogpassage. Nach CL 2 und CL 4 (8 Member) erweist sich der Keil dagegen als ziemlich robust, während CL 5 (8 Member) statt des Keils ein Hochdruckgebiet über der Nordsee zeigt, an dessen Südflanke bereits am Montag vorderseitig eines Höhentiefs über Frankreich die potenziell instabile Luftmasse zumindest bis zur Landesmitte vorankommen dürfte. Diese Variante tendiert eher Richtung ICON-Lösung.
In der erweiterten Mittelfrist (192 bis 240 Stunden, 3 Cluster) bleibt der wechselhafte Witterungscharakter aufrecht. Alle drei Cluster zeigen regen Tiefdruckeinfluss über Westeuropa. Nach CL 1 (22 Member) schwenkt dann ein flacher Rücken zu Wochenmitte langsam über Süddeutschland hinweg ostwärts, wobei sich dann rasch eine vorübergehend warme Vorderseitenlage bei uns einstellen könnte, die aber rasch wieder Tiefdruckeinfluss weicht. CL 2 (16 Member) lässt immer wieder flache Tröge über das Vorhersagegebiet hinwegschwenken, wobei es durchgehend unbeständig und nur mäßig warm bleibt. CL 3 (13 Member) simuliert dagegen den Höhenrücken über dem östlichen Mittteleuropa bzw. Skandinavien robuster, so dass sich hierzulande etwas länger eine warme Vorderseite einstellen könnte.
Diese etwas länger anhaltende "warme Vorderseite" schlägt sich auch in der Kurvenschar der 850 hPa-Temperatur der ENS-Member in den Rauchfahnen verschiedener über das Vorhersagegebiet verteilter Gitterpunkte nieder. Selbst in den norddeutschen Gitterpunkten tauchen Anfang/Mitte kommender Woche Einzelmember mit T850 hPa über 15 Grad auf, während sich der Median dort relativ eng gebündelt eher zwischen 5 und 9 Grad bewegt.
In den süddeutschen Gitterpunkten ist der Spread etwas größer, das Temperaturniveau insgesamt ein wenig höher und es für die Gitterpunkte München und Stuttgart sogar ein/zwei extreme heiße Ausreißer mit T850 hPa nahe 25 Grad. Erfreulicherweise haben alle Rauchfahnen bis in die erweiterte Mittelfrist immer wieder Niederschläge auf der Agenda.
FAZIT:
Es bleibt unbeständig und mäßig warm, im Süden vorübergehend auch noch einmal warm bis sehr warm. Die Niederschläge sind zunächst ziemlich ungleich verteilt, die Prognosen diesbezüglich sehr unsicher. Immerhin ist bis über die erweiterte Mittelfrist hinaus keine längere Trockenperiode mehr in Sicht.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Fokus signifikanter Wettererscheinungen stehen in erster Linie die zumeist konvektiv durchsetzten Niederschläge. Vor allem in der Südhälfte kann sich am Donnerstag und Freitag noch einmal eine instabile Luftmasse subtropischen Ursprungs durchsetzen. EFI reagiert insbesondere am Donnerstag mit günstiger Cape/Shear-Überlappung im Südosten.
Somit sollten vereinzelt auch unwetterartige Gewitter (Hagel, Starkregen, bei organisierten Entwicklungen auch schwere Sturmböen) in Betracht gezogen werden, nach einer großräumigen Unwetterlage sieht es aktuell aber nicht aus. Dazu gesellen sich Unsicherheiten bzgl. der oben beschriebenen Frontalwelle, die ab Freitagnachmittag bis Samstagvormittag gebietsweise auch zu länger anhaltenden, konvektiv durchsetzten Niederschlägen führen kann. Die Unsicherheiten diesbezüglich wurden im Text angesprochen, ICON-EU-EPS zeigt erhöhte Wahrscheinlichkeiten für Stark- bzw. Dauerregen am ehesten im Bereich nördliches Oberfranken/Ostthüringen (also weiter südlich als die vom Hauptlauf simulierten höchsten Mengen), IFS-EPS hat generell kaum Signale für Dauerregen auf der Agenda und auch EFI springt nicht an.
Einzelne markante Gewitter mit stürmischen Böen und kleinkörnigem Hagel kann es am Donnerstag und Freitag auch im Nordwesten Deutschlands geben.
Von Samstag bis Montag beschränken sich dann einzelne markante Gewitter wohl auf die Südhälfte, auch dort ist das Unwetterpotenzial dann nur gering.
Die ICON-Variante mit der kräftigen Bodentiefentwicklung lässt vor allem in den Gipfellagen der östlichen Mittelgebirge und der Alpen einzelne Sturmböen zu, ansonsten spielt der Wind warntechnisch (außer in Verbindung mit Konvektion) wohl keine Rolle.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Winninghoff





