Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 07.04.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Blockadelage: Bis Donnerstag ruhiges Hochdruckwetter, nachts vorwiegend im Osten Frost.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Aktuell ... erstreckt sich ein blockierender Höhenkeil mit seiner Achse vom westlichen Mittelmeer, über Frankreich Benelux, über die Nordsee bis zur Küste vor Schweden. Dieser Höhenkeil wird flankiert von einem kräftigen Cut-Off-Tief westlich der Iberischen Halbinsel und einem Langwellentrog über Osteuropa. Das zum Keil korrespondierende Bodenhoch hat seinen Schwerpunkt weit nach Nordskandinavien verlagert. Während im Südwesten Deutschlands eine subtropische Luftmasse mit 850-hPa-Temperaturen von bis zu 10 °C eingeströmt ist, liegt der Nordosten Deutschlands an der Südostflanke des Bodenhochs in einer nordöstlichen Strömung. Dabei gelangt die Region in den Randbereich einer arktischen Luftmasse mit einer 850-hPa-Temperatur von -3 °C.
In der Nacht bleibt es unter Absinken in trockener Luft klar. Dabei sinken die Temperaturen im Osten und in den zentralen Mittelgebirgsregionen in den Frostbereich. Nebel sollte die Ausnahme bleiben.
Mittwoch ... kippt die Keilachse etwas nach Osten. Deutschland verbleibt an der Südflanke des Bodenhochs unter Absinken. An der Luftmassenlage ändert sich nur wenig, sodass im Südwesten Höchstwerte bis 24 °C erreicht werden, während es im Nordosten etwa 12 °C sind. Im Tagesverlauf breiten sich im Osten an der Absinkinversion flache Cumuluswolken aus, während im Nordwesten ab dem Nachmittag Cirren aufziehen. Ansonsten bleibt es sonnig.
In der Nacht zum Donnerstag kippt die Keilachse im Norden weiter ostwärts. Laut den Lokalmodellen soll sich an der Südostflanke des Bodenhochs eine dichte St/Sc-Bewölkung von Nordosten her in den Osten ausbreiten. Von Nordwesten her zieht ansonsten etwas dichtere Cirrusbewölkung auf. Frost gibt es in den Tälern der Mittelgebirge und im Osten.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... zieht sich das Hoch weiter Richtung Nordosten zurück. Ein Kurzwellentrog zieht über Großbritannien und der Höhenkeil wird zwischen dem Osteuropatrog und dem neuen atlantischen Kurzwellentrog eingequetscht. Noch herrschen in Deutschland antizyklonale Verhältnisse. Allerdings greift schon hohe Bewölkung vom Trog auf weite Teile Deutschlands über. Noch bleibt es trocken.
In der Nacht zum Freitag wird das Höhenhoch über Skandinavien abgeschnürt, während der Trog über die Nordsee zieht und auf den Norden Deutschlands übergreift. Damit verbunden ist ein schwaches Bodentief, das bis Freitagmorgen nach Norddänemark zieht. Sein okkludierendes Frontensystem greift mit einem Regenband auf den Norden über. Durch Hebung und Niederschlagsabkühlung in den noch vorhandenen trockenen bodennahen Schichten sinkt die 850-hPa-Temperatur unter 0 °C. Die meisten Modelle rechnen in der östlichen Mitte mit einem Übergang zu Schneefall in einer sich einstellenden isothermen Schichtung am Freitagmorgen. Allerdings sollte dieser sehr nass sein und nicht liegen bleiben. Bezüglich der genauen Zugbahn des Niederschlagsgebietes bestehen noch Unsicherheiten. Einig sind sich die Modelle jetzt dahingegen, dass es im Osten noch trocken bleibt. Eine vorübergehende Windauffrischung beim Durchgang des Bodentrogs könnte an der See für stürmische Böen reichen.
Modellvergleich und -einschätzung
Bis Donnerstagabend sind sich die Modelle ziemlich einig.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 07.04.2026 um 10.30 UTC
Nur vereinzelt etwas Regen. Relativ mild, dabei aber teils böiger Ostwind.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 14.04.2026
Der Beginn der Mittelfrist am kommenden Freitag ist auf Basis der Modelle noch relativ eindeutig. So greift ein schwach ausgeprägter Randtrog von der Nordsee kommend auf Deutschland über, wo er schließlich abtropft und als kleinräumiges Höhentief über den Osten und Südosten südwärts geführt wird. Damit verbunden ist im Bodendruckfeld eine schmale Tiefdruckrinne mit eingelagerter Okklusion und einem Teiltief etwa über Dänemark. Beides wird aber durch ein Hoch über dem Nordosten Europas und einem von Westeuropa vorstoßenden Hochkeil zunehmend in die Zange genommen, sodass am Ende des Tages der hohe Luftdruck dominiert. So fällt vom Norden über den Osten und bis in den Süden Deutschlands vereinzelt etwas Regen. Dabei ist in der nordwestlichen Strömung meist kühle Luft vorherrschend mit Temperaturen in 850 hPa zwischen +1 und -3 Grad.
Am Samstag liegen wir zunächst unter dem Einfluss des Hochs mit Schwerpunkt über dem Nordosten Europas, das über Mitteleuropa hinweg bis zum Balkan reicht. So gestaltet sich das Wetter ruhig, oft sonnig, bei einem mitunter aber frischem Wind aus Ost bis Südost. Dabei ist es aber milder als Tags zuvor bei Höchstwerten um 14 Grad im Nordosten und bis 21 Grad im Südwesten.
Nachfolgend wird die Prognose unsicher. Auf Basis des IFS gelangen wir allmählich auf die Vorderseite eines umfangreichen Troges, der von Island über die Britischen Inseln bis nach Frankreich reicht. Er zeigt aber aufgrund eines stationären und umfangreichen Höhentiefkomplexes über Osteuropa nachfolgend nur wenig Tendenz weiter ostwärts voranzukommen. Im Bodendruckfeld korrespondiert er mit einem Tief mit Kern bei Island, dessen okkludiertes Frontensystem im Laufe des Sonntags mit leichtem Regen allmählich auf die Westhälfte Deutschlands übergreift. Im Grunde passiert mit ihr das Gleiche, wie mit der vorherigen Front. Durch einen neuen ausgehend vom Azorenhoch vorstoßenden Hochkeil gerät sie zunehmend unter antizyklonalen Einfluss und bringt somit nur vereinzelt etwas Regen. In der Nacht zum Dienstag und am Dienstag erreicht sie schließlich auch die Osthälfte Deutschlands.
Am Mittwoch verbleiben noch Reste des Troges über Deutschland. Im Bodendruckfeld dominiert aber weiterhin der Einfluss des kräftigen Hochs über Nordosteuropa. Insofern sind nur vereinzelt Schauer zu erwarten.
Am Rande des Hochs und bei anhaltendem und teils böigem Ostwind liegen die Höchstwerte von Sonntag bis Mittwoch meist zwischen 12 und 17 Grad.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Samstag kann die Konsistenz des EZMW-Modells als gut bezeichnet werden. Nachfolgend lässt die Konsistenz deutlich nach, vor allem im Vergleich zum gestrigen 00 UTC Lauf, zum gestrigen 12 UTC Lauf sind die Unterschiede nur gering.
Während die Front am Wochenende vor Westeuropa verbleiben und dafür eher das Höhentief unser Wetter mitbestimmen sollte, hat sich das Muster seit dem gestrigen 12 UTC Lauf nach Osten verschoben. Damit kann wie beschrieben, dass Frontensystem allmählich übergreifen und dies mit dem heutigen 00 UTC Lauf etwas früher und rascher ostwärts vorankommend als im 12 UTC Lauf. Das Höhentief liegt mit den aktuellen Läufen über Osteuropa und hat somit wenig Einfluss auf Deutschland. __________________________________________________________
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die Modellunterschiede nehmen ab Samstag zu. So kommt der Trog auf Basis von ICON und UK10 rascher ostwärts voran und entsprechend greift der Tiefausläufer bereits ab Samstagabend von Westen über. Zudem erreicht er bereits auch Sonntagvormittag die Osthälfte. Auch die Niederschläge sind zumindest in Teilen kräftiger ausgeprägt. GFS ähnelt stark der IFS-Lösung, bzw. zeigt sogar eine noch langsamere Verlagerung. Ein weiterer Unterschied ergibt sich zum Dienstag/Mittwoch hin. Während uns nach IFS und GFS nur Reste des Troges mit vereinzelten Schauern beeinflussen, tropft der Trog bei ICON über Frankreich ab und zieht als Höhentief über den westlichen Alpenraum in Richtung Italien. Daraus würden sich auch bei uns über dem Süden und der Mitte weitere Niederschläge ergeben.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusterung des EZMW zeigt für den Zeitraum t+72 bis 96 Stunden vier Cluster. Dabei befindet sich der Hauptlauf in Cluster 1, das auch die meisten Member (22) beinhaltet. Cluster 2 ähnelt stark dem ersten Cluster und Cluster 3 und 4 zeigen den Höhenrücken bzw. den Trog noch ein Stück weiter westlich. Insofern würde dies eher für die IFS und gegen die progressivere ICON Lösung sprechen. Im nachfolgenden Zeitraum von Sonntag bis Dienstag 00 UTC gibt es drei Cluster. Der Hauptlauf befindet sich in Cluster 1, in dem erneut die meisten Member (23) enthalten sind. Cluster drei hat den Trog über Westeuropa bzw. Frankreich etwas stärker ausgeprägt. Cluster 2 lässt wiederum den Einfluss des osteuropäischen Höhentiefs wieder zunehmen.
Die Rauchfahne am Beispiel von Offenbach zeigt zwar ab Freitag bei der Temperatur eine Zunahme des Spreads, im Mittel stützen die Member aber die Vorhersagen des Hauptlaufs. Dabei ist das Maximum zum Samstag zu erkennen, der nachfolgende leichte Rückgang der Temperatur startet bei einigen Membern etwas früher als nach dem Hauptlauf. Beim Niederschlag sind Signale bereits im Laufe des Sonntags zu erkennen. Eine Zwischenlösung zwischen ICON und IFS scheint also bezgl. der Frontpassage am wahrscheinlichsten zu sein.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Vorhersagezeitraum werden keine signifikanten Wettererscheinungen erwartet.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger





