Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 07.05.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Leichte Gewitterneigung im Süden.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Aktuell ... regnet es über den östlichen Landesteile im Bereich eines Troges abends noch gebietsweise. Dieser Trog zieht nachts nach Polen ab, sodass der Regen auch dort weitgehend aufhört. Auf seiner Rückseite steigt der Bodendruck und es hat sich kühlere und stabile Luft bis in den Süden Deutschlands durchgesetzt.
Die abendlichen Schauer im Süden klingen bald ab und auch etwaige Gewitter an den Alpen, die einer gewissen Restlabilität und Feuchte geschuldet sind, für die die Wahrscheinlichkeit aber ohnehin nur sehr gering ist, sind vorbei. Nachfolgend baut sich ausgehend von einem Hoch über Skandinavien auch über Deutschland ein Zwischenhoch auf, was durch die leicht antizyklonale Höhenströmung gestützt wird.
Dabei trocknet die Luft weiter ab und die Bewölkung lockert ausgehend vom Norden und Nordwesten weiter südwärts stärker auf. Bei nur schwacher Luftbewegung kühlt es kräftig ab, im Norden mit Bodenfrost, aber auch örtlichem Frost in 2m Höhe.
Die Abtrocknung spart die bodennahen Schichten, nach dem Regen der letzten Tage aus und es bildet sich gebietsweise, vor allem über der Mitte und dem Süden Nebel und Hochnebel, teilweise dicht.
Freitag ... greift ein Langwellentrog vom Nordmeer bis vor die Tore der Iberischen Halbinsel nach Süden aus. Auf der Vorderseite hat sich über Mitteleuropa eine ziemlich flaue, südwestliche und eher antizyklonale Höhenströmung etabliert.
Diese stützt u.a. ein Hoch über Nordosteuropa, an dessen Rand wir unter einer schwachen östlichen bodennahen Strömung liegen.
Der Tag startet gebietsweise grau mit Nebel und Hochnebel, im Osten teils mit kompakteren und letzten spärlichen Regentropfen.
Im Norden, zum Teil im Südosten ist es schon anfangs freundlich, wobei der Trend zu Auflockerungen und Aufheiterungen im Tagesverlauf mehr und mehr um sich greift. Letztlich verbleiben aber wolkige Regionen über der Landesmitte, besonders nach Osten hin.
Die Luftmasse wandelt sich in eine eher trockene Festlandsluft, die sich durch Absinken und Einstrahlung erwärmt. Die Höchstwerten liegen meist bei 15 bis 19°C, im Süden gebietsweise um 20°C oder ein bisschen darüber. Bei stabiler Schichtung passiert konvektiv meist nichts.
Allerdings labilisiert die Schichtung ganz im Süden und Südwesten dann doch wieder mit gleichzeitiger moderater Anfeuchtung. Beides geschieht langsam und es fehlt am Hebungsantrieb.
Es kann dennoch mit Hilfe der Orografie am Alpenrand, über dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb zu einigen Schauern und vereinzelten Gewittern reichen. Das Level dürfte eher "gelb" als "ocker" sein. In den langsam, oder gar nicht ziehenden Zellen ist Starkregen (PPW nahe 20 mm) nicht ausgeschlossen.
In der Nacht zum Samstag fällt die Konvektion im Süden wieder in sich zusammen. Sonst überwiegt aufgelockerte, gebietsweise geringe Bewölkung. Es kühlt wieder ziemlich stark ab auf 7 bis 2°C. Während Luftfrost wohl kaum Thema mehr wird, kann es im Norden und Osten in einigen Regionen wieder Frost in 5cm über dem Boden geben. Zudem können sich wieder Nebelfelder bilden, aber nicht mehr so oft wie in der Vornacht.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... hält sich mit trockener Luft in weiten Landesteilen der Hochdruckeinfluss. Nur im Süden besteht leichte Schauer- und Gewitterneigung.
Details dazu können in der Frühübersicht nachgelesen werden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 07.05.2026 um 10.30 UTC
Vor allem im Süden ab Sonntagabend und am Montag starke Gewitter, in der Mitte ab der Nacht zum Sonntag bis Montagmittag markanter Dauerregen möglich. Nach vorübergehender Erwärmung am Sonntag nächste Woche deutlich kühler und weiterhin sehr unbeständig.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 14.05.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Sonntag erinnert die großräumige Geopotenzialverteilung an ein Viererdruckfeld mit einem Sattelpunkt über dem Ärmelkanal. Vorderseitig eines Tiefs westlich von Portugal sowie eines weiteren über der Biskaya wird von Südwesten weiterhin warme, feuchte und labile Luft in den Süden und Südwesten Deutschlands geführt. Im Norden dominiert hingegen Hochdruckeinfluss, die Luftmasse ist dort weiterhin trocken und deutlich kühler. Zudem erreicht die Kaltfront eines Tiefs über dem Nordmeer, das mit dem nordeuropäischen Trog verbunden ist, den Norden. Die 850-hPa-Temperatur liegt dabei zwischen 2 °C in Flensburg und 14 °C am Alpenrand. Im Süden und Südwesten entwickeln sich im Tagesverlauf bei nur schwachen Druckgegensätzen einzelne Schauer und Gewitter. Die feuchte Luftmasse und geringe Verlagerungsgeschwindigkeiten bergen ein erhöhtes Starkregenpotenzial, lokal ist heftiger Starkregen wahrscheinlich.
In der Nacht zum Montag nähert sich der nordeuropäische Trog und verbindet sich mit dem Höhentief bei Portugal. Die Kaltfront greift auf die Mitte über und wird in der zuvor eingeflossenen wärmeren Luft aktiviert. Dabei bildet sich eine Tiefdruckrinne, die gebietsweise für kräftige Regenfälle sorgt. Vom Saarland über Rheinland-Pfalz bis nach Hessen sind Mengen zwischen 30 und 50 l/qm in 12 bis 24 Stunden möglich. Südlich des Mains treten in der wärmeren Luft zusätzlich gewittrig durchsetzte Regenfälle auf, dabei besteht weiterhin Starkregengefahr.
Am Montag schwenkt der Trog aus Skandinavien südwärts und führt dazu, dass die Rinne als Kaltfront die Alpen erreicht. Im Vorfeld können sich in der warm-feuchten und labil geschichteten Luft kräftige Gewitter entwickeln. Bei ausreichender Scherung und moderaten CAPE-Werten ist eine gute Organisation der Gewitter möglich, sodass Hagel und schwere Sturmböen wahrscheinlich sind. Abseits der Gewitter frischt der Wind im Süden auf, dabei sind starke bis stürmische Böen, im Bergland auch Sturmböen möglich. Die anhaltenden Regenfälle auf der kälteren Seite lassen nach. Der Norden liegt bereits rückseitig der Kaltfront im Trogbereich, in dem in der höhenkalten Luft ebenfalls Schauer und kurze Gewitter auftreten können.
In der Nacht zum Dienstag liegt die Kaltfront an den Alpen und sorgt dort noch für anhaltende Niederschläge. Markante Mengen sind eher unwahrscheinlich. Ansonsten beruhigt sich das Wetter, da sich bodennah ein Hoch mit Schwerpunkt über den Benelux-Staaten ausbildet.
Am Dienstag liegt Deutschland unter schwachem Hochdruckeinfluss in einer nordwestlichen, antizyklonal konturierten Strömung. Abgesehen von flachen Quellwolken, die sich an der Absinkinversion ausbreiten, bleibt es deutschlandweit trocken. Lediglich der Norden gerät später unter den Einfluss der Wolkenfelder einer Warmfront, die zu einem Tief über dem Nordmeer gehört. Auch der nächste Trog macht sich bereits bemerkbar. Im Vergleich zum Vortag ist es auch im Süden deutlich kühler.
In der Nacht zum Mittwoch erreichen der Trog und die Ausläufer des Tiefs den Norden Deutschlands mit zeitweiligen Niederschlägen, die Mengen bleiben jedoch überschaubar. Im übrigen Land verläuft die Nacht ruhig.
Am Mittwoch liegt der Norden im Einflussbereich des Troges, dessen okkludierendes Frontensystem bis in die Mitte des Landes vorankommt. Lediglich der Süden verbleibt unter schwachem Hochdruckeinfluss, der eine Brücke zwischen einem Azorenkeil und einem Hoch über Osteuropa bildet.
Am Donnerstag liegt die Trogachse westlich von Deutschland und schwenkt nicht nach Osten, sondern trogt weiter nach Süd bis Südwesten aus. Dadurch stellt sich die Strömung über Deutschland auf und der Südosten gelangt erneut in wärmere Luft. Über Oberitalien bildet sich ein Tief, das im Zusammenspiel mit dem Trog für kräftigere Aufgleitniederschläge in Südostbayern sorgen kann. Ansonsten treten im Trogbereich schauerartige, meist unorganisierte Niederschläge auf, vereinzelt sind auch kurze Gewitter dabei.
In der erweiterten Mittelfrist stößt der Trog über den Britischen Inseln weit nach Süden über Westeuropa vor. Vor allem der Süden und Osten Deutschlands verbleiben auf der Vorderseite, wo länger anhaltende Niederschläge möglich sind. Ein markanter Witterungsabschnitt ist durchaus denkbar, für Details ist es jedoch noch zu früh, da diese stark von der genauen Entwicklung und Position des Troges abhängen. Der Nordwesten verbleibt hingegen im Trogbereich in einer kühleren Luftmasse.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der Modelllösungen ist insgesamt gut. Die großräumige Zirkulationsstruktur wird weitgehend übereinstimmend simuliert. Deutschland gerät dabei auf die Vorderseite eines Troges über Nordwesteuropa sowie eines Tiefs westlich von Portugal.
Die genaue Abfolge eingelagerter Randtröge wird jedoch unterschiedlich berechnet. Ab Mittwoch nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Insbesondere Zeitpunkt und Art des Übergreifens des Troges über Nordwesteuropa auf Deutschland variieren zwischen den Lösungen.
Je nach Lage der Austrogung, weiter westlich oder weiter östlich, ergeben sich unterschiedliche Wetterentwicklungen: Eine westlichere Austrogung begünstigt das Einfließen wärmerer Luftmassen und damit potenziell höhere Niederschlagssummen. Eine östlichere Austrogung führt hingegen zu rascherer Abkühlung und tendenziell geringeren Niederschlägen.
Insgesamt bleibt die Witterung jedoch unbeständig und eher kühl. Abgesehen vom ersten markanten Ereignis am Sonntag/Montag, bei dem in der Mitte und im Süden mit kräftigeren Niederschlägen zu rechnen ist, sind detaillierte Aussagen für den weiteren Wochenverlauf derzeit noch nicht belastbar.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen Globalmodelle stützen im Wesentlichen die Entwicklung des IFS. Hinsichtlich der Entwicklung am Sonntag/Montag besteht weitgehend Konsens, die Unterschiede sind gering. Für den weiteren Verlauf ergeben sich jedoch Unterschiede bezüglich der Position des nächsten Trogvorstoßes ab der Mitte der kommenden Woche. Diese ist für die weitere Wetterentwicklung entscheidend. Fest steht, dass es unbeständig und nass bleibt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen verschiedener Städte sind bis Montag eng gebündelt. Auch im weiteren Verlauf liegt der Hauptlauf nahe am Ensemblemittel, mit nur wenigen Ausreißern nach oben oder unten. Temperaturseitig zeigt sich nach einem Anstieg - im Süden ausgeprägter - ein deutlicher Rückgang, besonders im Norden (bis etwa -6 °C in der Nacht zum Dienstag in 850 hPa), gefolgt von einer nur zögerlichen Erholung auf niedrigerem Niveau.
Auch das Geopotenzial geht ab Montag zurück und erreicht nach einem kurzen Zwischenanstieg am Dienstag sein Minimum am Donnerstag/Freitag im Zusammenhang mit dem Trogeinfluss. Niederschlagssignale sind durchgehend vorhanden, mit Schwerpunkten in der Mitte am Sonntag/Montag sowie im Südosten gegen Donnerstag/Freitag.
CLUSTER:
Im Zeitraum t+72 bis t+96 h werden zwei Cluster berechnet (zunächst Blocking, später NAO-), wobei Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1 liegen. Das Blocking über dem Nordatlantik begünstigt ein südwärts gerichtetes Vorstoßen des Troges über dem Nordmeer, der sich mit dem Höhentief bei Portugal verbindet.
Für den Zeitraum t+120 bis t+168 h werden drei Cluster simuliert, der Hauptlauf gehört zu Cluster 1. Alle Lösungen zeigen einen atlantischen Rücken sowie einen über Mitteleuropa liegenden Trog, der nach Süden hin negativ geneigt ist und mit dem Cut-Off über Portugal korrespondiert.
Im Zeitraum t+192 bis t+240 h ergeben sich ebenfalls drei Cluster, wobei Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 2 liegen. Die großräumige Struktur über Mitteleuropa bleibt weitgehend erhalten, der Trog persistiert. Über dem Atlantik wird der Rücken jedoch zunehmend abgebaut bzw. flacht ab, sodass sich eine westliche bis nordwestliche Strömung einstellt.
FAZIT:
Es steht eine sehr unbeständige Mittelfrist bevor. Markante Wetterereignisse sind vor allem am Sonntag/Montag sowie möglicherweise erneut am Donnerstag/Freitag zu erwarten. Insgesamt geht die Temperatur deutlich zurück.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND:
Am Montag zeigt das EFI ein schwaches Signal für ein Windereignis im Süden mit geringen bis mäßigen Wahrscheinlichkeiten für Böen der Stärke Bft 7 sowie sehr geringen Wahrscheinlichkeiten für Bft 8.
NIEDERSCHLAG:
Das EFI weist auf ein schwaches Signal für ein Niederschlagsereignis am Montag im Südwesten sowie in der Nacht zum Dienstag im Alpenraum hin. Das EPS zeigt insbesondere am Montag geringe Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 30 mm in 24 Stunden.
GEWITTER:
Vor allem im Südwesten und Süden treten ab Sonntagabend und am Montag kräftige Gewitter auf, die örtlich mit Starkregen um 20 l/qm in wenigen Stunden einhergehen können. Dabei sind am Montag auch schwere Sturmböen bis Bft 10 nicht ausgeschlossen.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, IFS, IFS-EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta





