Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 22.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Im Süden heute Nacht lokal Luftfrost, überregional auch Frost in Bodennähe. Ab der Nacht zum Donnerstag von Norden wechselhaft, teils mit Gewittern. Deutsche Bucht Nordweststurm. Im Südwesten Hochdruckeinfluss.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Aktuell ... ergeben sich keine nennenswerten Änderungen zur ausführlichen Frühübersicht.
Heute Nachmittag und Abend Fortdauer der meist warnfreien Witterung mit agiler, aber abends wieder in sich zusammenfallender Konvektion im Osten und in einem Streifen vom Emsland bis nach Niederbayern. Sonst gehen wir wolkenarm in einen abkühlungsfreudigen Abend (dank niedriger Taupunkte im Süden) mit abendlichen Werten von 19 Grad im Südwesten, rund 16 Grad im Westen und Norden sowie 13 bis 11 Grad im Südosten. Im Bergland werden je nach Höhenlage 9 bis 4 Grad zu erwarten sein. Es bleibt trocken und der Wind kommt meist schwach aus überwiegend nördlicher Richtung.
In der Nacht zum Mittwoch folgt eine ruhige Strahlungsnacht, wobei es kräftig auskühlt auf Minima von 8 bis 1 Grad, im Südosten lokal auf -1 Grad. Bodennah muss man sich in Bayern und entlang der Alb bis nach Baden-Württemberg teils auf leichten bis regional mäßigen Frost in Bodennähe einstellen. Es wurde hierfür eine etwas aggressive Frostwarnung ausgegeben, um das Signal für das erste richtige bodennahe Frostereignis zu setzen. Entlang der Flüsse kann sich Nebel bilden.
Besonders im Nordwesten ziehen ausgedehnte Stratusfelder, teils auch Cirren vorüber und die Abkühlung wird hier gedämpft (9 bis 5 Grad). Der Wind spielt meist keine Rolle.
Mittwoch ... dauert das ruhige Hochdruckwetter weiter an mit deutschlandweit viel Sonnenschein. Einzig im Norden ziehen wiederholt ausgedehnte Wolkenfelder vorüber, die zum Abend im Nordwesten die ersten Niederschläge bringen können. Diese stehen in Verbindung mit einer Kaltfront, die durch ein sich über Südnorwegen/dem Skagerrak entwickelndes Bodentief in Richtung Deutschland geführt wird. Höchstwerte 18 bis 24 Grad.
In der Nacht zum Donnerstag erfolgt dann die Randtrog-/Wellenpassage über Nordostdeutschland in der Höhe, wobei die Modelldiskrepanzen bezüglich Zugbahn/timing/Intensität anhalten. Die Entwicklung bezieht feuchte Luftmassen vom Nordatlantik mit ein (PPW von 25-30 mm), sodass die Passage der Störung nicht geräuscharm über die Bühne gehen dürfte. In der 1. Nachthälfte breiten sich Schauer und Gewitter, regional auch mehrstündiger Regen über den Nordwesten bis zur Mitte aus, um in der 2. Nachthälfte dann auch den Südosten und Osten mit Nass zu beglücken. Im Umfeld der Deutschen Bucht kann anfangs lokal Starkregen um 15 l/qm/h nicht ausgeschlossen werden. Zudem schwenkt nach Mitternacht von der Nordsee noch ein weiteres Niederschlagsgebiet in den Nordwesten/Norden, das an das Bodentief gekoppelt ist, das im Nachtverlauf den Nordosten erreicht (während die Welle/der Randtrog in der Höhe bereits über der östlichen Mitte liegt). Meist fällt nur wenig Nass (1-5 l/qm/12h), im Nordwesten können es mit der kräftigsten Konvektion regional auch 10 bis 20 l/qm in der Fläche werden (Elbmündung, Bremen, Hamburg). Im Südwesten bleibt es trocken.
Markant wird die Windentwicklung besonders über der Deutschen Bucht, wo ein 40-50 kt Jet in 950 hPa aus Nordwest im Verlauf der Nacht für eine stetige Windverschärfung gut ist, sodass dort nach Mitternacht mit Bft 8 bis 9 Böen zu rechnen ist (auch im Küstenumfeld) und mit Bft 10 über der freien See (ID2-EPS gar mit geringen Signalen für Bft 11). Je nach Intensität und Lage des Bodentiefs sind küstennah ausgangs der Nacht auch einzelne Bft 10 Böen nicht ausgeschlossen. Unsicher ist noch, wie weit das Windfeld auch auf die Westliche/Südliche Ostsee ausgreifen kann. Hier sind ggf. ausgangs der Nacht auch markante Böen aus West nicht ausgeschlossen. Im Binnenland frischt der Wind im Nachtverlauf immer stärker auf mit einzelnen Bft 7 Böen ausgangs der Nacht im westlichen Niedersachsen. Sonst weht er schwach bis mäßig aus West bis Südwest, mit markanten Böen auf dem Brocken. Die Tiefstwerte liegen von Nordwest nach Südost zwischen 12 und 3 Grad, Frost in Bodennähe ist aber dank etwas Durchmischung und Wolkenaufzug auch in Bayern (inklusive etwas Regen) kein Thema mehr.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... zieht das Höhentief südostwärts weiter, allerdings mit anhaltender Unsicherheit innerhalb der Numerik (teils ein spread von 450 km, was für die Kurzfrist sehr viel darstellt). Dennoch kann man erwarten, dass sich der Tag im Norden und im gesamten Osten wolkenverhangen und nass präsentieren wird. Besonders im östlichen Alpenstau, aber auch im Nordosten (besonders im Stau vom Erzgebirge bzw. Thüringer Wald) fallen 4 bis 8 l/qm, gebietsweise um 15 l/qm in 12h. Derweilen sorgt Hochdruckeinfluss im Westen für freundliches Wetter mit viel Sonnenschein in Richtung Saarland, Pfalz sowie Schwarzwald/Schwäbische Alb. Hier bleibt es trocken.
Die Höchstwerte liegen zwischen 16 und 24 Grad. Der Nordwestwind weht mäßig bis frisch, vom Nordwesten der Republik bis zu den zentralen Mittelgebirgen zeitweise auch böig (Bft 6 bis 7) und mit markanten Böen über der Deutschen Bucht (inklusive Küsten) sowie im exponierten Bergland (Bft 8 bis 9).
In der Nacht zum Freitag Fortdauer der Zweiteilung beim Wetter. Im Westen/Südwesten häufig klar und trocken, gebietsweise dichter Nebel und Minima zwischen 7 und 2 Grad (bodennah regional leichter Frost). Im Norden und Osten bleibt es noch in der nordwestlichen Strömung wolkenverhangen und es regnet besonders in den östlichen Staulagen etwas (Alpenrand/Erzgebirge), allerdings ohne nennenswerte Mengen. Hier kühlt es auf 12 bis 7 Gad ab. Der Wind kommt im Westen und Süden schwach aus Ost/Südost, sonst schwach bis mäßig aus West.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Diskrepanzen der Randtrog-/Wellenpassage bestehen weiterhin und wurden im Text angesprochen. Ansonsten ergeben sich keine nennenswerten Unsicherheiten für diese Kurzfrist.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 22.09.2026 um 10.30 UTC
Hochdruckeinfluss. Ab dem Wochenende wieder wärmer.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 29.09.2026
Am Freitag erstreckt sich ein Höhenkeil von Frankreich nach Skandinavien, flankiert von einem Höhentiefkomplex über Osteuropa und einem Langwellentrog über dem Nordatlantik. Der Keil stützt eine Bodenhochdruckzone über Mitteleuropa, die mit modifizierter, ehemals kühler Meeresluft unser Wetter bestimmt. Der Nordosten liegt dabei eher am Rand des Tiefs über Osteuropa in feuchterer Luft, sonst scheint oft die Sonne. Nachts kühlt es stark ab mit einigen Nebelfeldern.
Am Samstag wird der Keil von einem Kurzwellentrog überlaufen und schwächt sich vorübergehend ab. Entsprechend schwächelt auch die Hochdruckzone im Bodendruckfeld leicht und von Nordwesten kann ein Tiefausläufer in abgeschwächter Form auf Norddeutschland übergreifen. Markantes Wetter ist damit nicht verbunden. Mindestens über der Südhälfte hält sich der Hochdruckeinfluss. Von Südwesten her setzt die Zufuhr wärmerer Luftmassen ein. Von Sonntag bis Dienstag weitet sich der atlantische Trog nach Süden aus, wobei auf dessen Ostflanke der Rücken sich wieder kräftigt, aber auch ins östliche Mitteleuropa gedrückt wird. Auch der höchste Druck am Boden liegt im Wesentlichen östlich von uns, sodass sich eine antizyklonale südliche Strömung einstellt.
Auf der Vorderseite von Tiefausläufern, die sich über Westeuropa nähern, verstärkt sich der Zustrom sehr warmer Luftmassen subtropischen Ursprungs. Gebietsweise stehen wieder sommerliche Höchstwerte an, vereinzelt können auch die 30°C angekratzt werden.
Inwieweit die Tiefausläufer dann auch den Westen und Norden tatsächlich erreichen, ist noch offen. Mehr Bewölkung als im sonnigen Rest und etwas Regen wären dort möglich.
In der erweiterten Mittelfrist hält die Zufuhr warmer Luftmassen an. Es können dann Tiefausläufer in etwas stärkerem Maße von Westen auf Mitteleuropa übergreifen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des europäischen Modells ist gut. Leichte Unsicherheiten ergeben sich bei den schwachen Tiefausläufern, die zunächst den Norden streifen und ab Wochenwechsel aus Westen möglich sind. Der neueste Lauf von 00z simuliert sie vor allem zum Ende der Mittelfrist etwas wirksamer, als die Vorläufe. Am ansonsten vorherrschen Hochdruckeinfluss und dem erneuten deutlichen Temperaturanstieg bestehen keine Zweifel.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Grundsätzliche Alternativen haben die anderen betrachteten Globalmodelle, ICON, GFS und UKMO nicht zu bieten. Auch sie sehen für weite Landesteile den anhaltenden Hochdruckeinfluss und die steigenden Temperaturen. Die Unterschiede beschränken auf Timing und Wetteraktivität der Tiefausläufer, die gegen den Hochdruckeinfluss anlaufen. Vor allem ICON betont die Aktivität forscher und ist auch flotter in der Verlagerung der Fronten. Ab Wochenwechsel streuen die Lösungen etwas mehr, ohne dass die Lösungen gänzlich aus dem Ruder laufen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles stützen die Aussagen des Kontrolllaufs. Die Kurven der 850 hPa Temperaturen verdeutlichen gut die erwartete Zufuhr der warmen Luftmassen mit dem kräftigen Anstieg, auch wenn die Lösungen etwas mehr streuen als bei anhaltend hohen Geopotential. Die Lösung des Kontrolllaufs bettet sich gut in die Schar der ENS-Lösungen ein.
Niederschlagssignale gibt es vor allem nach Wochenwechsel, auch wenn diese eher spärlich ausfallen. Im Norden sind sie schon in den ersten Tagen der Mittelfrist zu finden.
Im ersten Zeitschritt sind 5 Cluster vorhanden, im Zweiten dann 3. Während die Clusterung für Freitag und Samstag kaum Unterschiede aufweist, zeigen die Cluster für Sonntag bis Dienstag eher einen kräftigeren Keil, als der Kontrolllauf, sodass hinter dem etwas zyklonaleren Touch von Westen Fragezeichen stehen.
Danach streuen die ENS stärker, es werden wieder 5 Cluster gebildet, die für uns in Mitteleuropa meist antizyklonales und warmes Wetter anbieten.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Mittelfristig sind signifikante Wettererscheinungen unwahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix, IFS, ENS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner





