Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 16.10.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Übergang zu Nordost zyklonal (NEz)
Wetter: Von Nordwesten zunehmend regnerisch und windig. Regional Dauerregen möglich. In der Nacht zum Sonntag an den Küsten möglicher Sturm.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag... liegt Deutschland unter einer Brücke hohen Geopotentials zwischen einem Rücken über dem westlichen Mittelmeerraum und einem weiteren über Russland. Ein umfangreiches und hochreichendes Tief liegt im Raum Bulgarien und von Nordwesten schwenkt ein Trog über die Britischen Inseln. Bodennah schwenkt auf dessen Vorderseite heute eine Tiefdruckrinne (Tief Irima) zu uns, deren Achse am Abend den Nordwesten des Landes erreicht. Im nahen Osteuropa (Florian) und westlich Irlands (Gerhard) liegen dagegen kräftige Hochs.
Aktuell liegt bei uns eine sehr milde (T850 hPa bei 8 bis 14°C) und stabil geschichtete Luftmasse. In die Tiefdruckrinne ist aber auch eine Kaltfront eingelagert, auf deren Rückseite eine kühlere Luftmasse folgt. Vorderseitig der Kaltfront herrscht etwas Warmluftadvektion, wovon hohe und mittelhohe Wolkenfelder, die derzeit über unser Land hinwegziehen, zeugen. Ansonsten bestimmt eher die Grenzschicht das Wettergeschehen. Über der Südosthälfte liegen heute früh viele Nebelfelder, wenngleich nicht ganz so viele wie von den deutschen Modellen vorhergesagt waren. Auch über dem Nordwesten liegt teils tiefe Bewölkung. Tagsüber bestehen einigermaßen gute Chancen, dass sich die Nebelfelder auflösen und sich vielfach die Sonne durchsetzt, auch wenn weiterhin ein paar hohe Wolkenfelder über den Himmel ziehen. Die schlechtesten Karten hat heute (bei dort sehr schwachwindigen Verhältnissen) die untere Donau, wo es länger dauern kann, bis sich der Nebel auflöst, im Laufe des Nachmittags sollte es aber auch dort der Fall sein.
Im Nordwesten bleibt die Bewölkung generell recht dicht. Dort greifen ab dem Spätnachmittag auf der Rückseite der Rinne die Regenfälle der Kaltfront über.
Der Wind weht heute, abgesehen vom windschwachen Südosten, meist schwach aus südlichen Richtungen, dreht aber dann am Spätnachmittag und Abend auf der Rückseite der Rinne markant auf Nordwest bis Nord und frischt an der Nordsee auf.
Mit den Temperaturen werden wir heute noch einmal richtig verwöhnt. Vielfach wird es heute mit etwas Sonne zwischen 18 und 23°C mild, mit den höchsten Werten um den Kaiserstuhl. Selbst im bewölkten Nordwesten werden Werte um 18°C erreicht. Nur in Regionen, in denen sich länger der Nebel hält, liegen die Höchstwerte teils nur bei 13 bis 16°C.
In der Nacht zum Samstag nähert sich der Trog von Nordwesten weiter an. Seine Achse erreicht gegen Morgen die Küste der Niederlande. Die bisher wetterbestimmende Geopotentialbrücke wird etwas nach Osten gedrückt, dort aber von dem hochreichenden Tief blockiert, so dass sie immer schmaler wird und abgebaut wird. Auf der Vorderseite des Troges schwenkt die Bodentiefdruckrinne südostwärts und erreicht gegen Morgen eine Linie Usedom-Bodensee. Das in ihr liegende Wellentief Irima zieht mit der Rinne ostwärts über Dänemark hinweg.
Während im Vorfeld der Rinne der Wind weiter schwach aus Süd weht, frischt er auf der Rückseite aus Nordwest bis Nord deutlich auf. In der gesamten West- und Nordwesthälfte wird es dabei ziemlich windig. Im Binnenland beschränken sich allerdings einzelne Böen der Beaufort 7 auf Hoch- und Kammlagen der Mittelgebirge. Alles in allem müssen dort wohl keine Warnungen ausgegeben werden. An der Nordsee gibt es jedoch zunehmend verbreitet steife Böen aus Nord, in den auflandigen Küstenbereichen Ostfriesland auch stürmische Böen. Auch an der Ostsee kommen von West nach Ost einzelne steife Böen auf.
Mit der Kaltfront ziehen auch die frontalen Regenfälle südostwärts bis auf eine Linie Rügen-Pfälzer Wald. Meist fallen nur wenige Millimeter, regional können aber in der nördlichen Mitte und im Norden auch mal 5 bis 15 l/qm zusammenkommen. Rückseitig der Front setzt ganz im Nordwesten bei allmählichem Übergreifen des Troges Labilisierung ein, so dass es von der Nordsee her auch zu ersten Schauern kommt.
Im Südosten des Landes, auf der Vorderseite von Front und Rinne, ziehen zunächst nur hohe und mittelhohe Wolkenfelder über den Himmel. Dort ist die Ausstrahlung noch einmal stark genug, dass sich gebietsweise dichtere Nebel- und Hochnebelfelder ausbilden können.
Dort geht die Temperatur noch einmal auf 7 bis 3°C zurück. In den übrigen Regionen sind es dagegen meist 12 bis 7°C.
Samstag... kommt der Trog nur noch langsam südostwärts voran. Dagegen weitet sich ein neuer Rücken über Schottland ins Nordmeer aus. Damit kommt es zum Abschnüren eines Kaltlufttropfens über dem Nordwesten Deutschlands. Im Bereich der Deutschen Bucht kommt es dabei zu einer weiteren Labilisierung der Schichtung.
Die bodennahe Tiefdruckrinne schwenkt recht rasch nach Südosten weiter, so dass der mäßige, bisweilen frische Wind überall auf Nordwest bis Nord dreht. Die Kaltfront muss aber zunehmend am hinteren Rand dieser Tiefdruckrinne analysiert werden, die Regenfälle wiederum auf deren kalter Seite, so dass das Regengebiet immer weiter hinter der Tiefdruckrinne liegt. Es zieht am Nachmittag aber immerhin bis zur Lausitz und ins Alpenvorland, wobei es insbesondere im südlichen Baden-Württemberg zu einigen Verstärkungen kommen kann. Meist fallen bis zum Abend nur 2 bis 5 l/qm Regen, im Süden Baden-Württembergs können es aber auch 10 bis 20 l/qm sein.
Auf der Rückseite der Front kommt es im Bereich des Troges und abtropfenden Höhentiefs in der labilen Luftmasse zu Schauern, bisweilen im Nordseeumfeld auch zu einzelnen Gewittern. Nicht ganz ausgeschlossen ist, dass auch im nordwestlichen Binnenland kurze Gewitter auftreten. Markante Begleiterscheinungen sind nicht zu erwarten. Zwischen den Schauern kann im Nordwesten auch ab und zu die Sonne herauskommen. Auch auf der Vorderseite der Front, vor allem an den Alpen kann es auch noch etwas Sonne geben.
Die Temperaturen bekommen einen gewaltigen Dämpfer: Die Höchstwerte liegen nur noch zwischen 13 und 18°C damit eher in einer jahreszeitgemäßen Spanne.
Der oben schon angesprochene Wind kann vor allem in den höheren Berglagen einzelne steife Böen bringen, auch an der Nordsee reicht es zu steifen Böen aus Nord, allerdings mit leicht abnehmender Tendenz im Laufe des Tages.
Spannend wird es am Abend: Kräftige Hebung an einem Kurzwellentrog, der auf der Vorderseite des abgetropften Höhentiefs/Kaltlufttropen nordwärts zieht, lässt in der Tiefdruckrinne östlich unseres Landes ein kleines Bodentief entstehen, das sich wieder westwärts bewegt und am Abend im Bereich des Stettiner Haffs liegen könnte. Dieses Tief sorgt für Gradientverschärfung und damit an sämtlichen Küstenabschnitten wieder für auflebenden Wind, der Richtung Nordost dreht. Zudem verstärken sich auch die Regenfälle über der Ostsee.
In der Nacht zum Sonntag zieht der abgetropfte Kaltlufttropfen südwestwärts Richtung Frankreich, das Trogresiduum im Norden schwenkt ostwärts über Finnland hinweg. Für uns in Deutschland ist das kleine Tief relevant, das nach unseren Modellen, aber auch GFS und UKMO westwärts nach Holstein ziehen soll, während IFS es südwestwärts nach Brandenburg ziehen lässt, wobei es bei IFS auch schwächer ist. Während an der Südflanke des Tiefs der Gradient schwach ist, gibt es an der Nordflanke einen starken Gradienten, was auch dadurch zu Stande kommt, dass Rücken und Hoch sich in Nordeuropa immer weiter ostwärts ausweiten. Über der Nordsee kommt es dann zu stürmischen Böen aus Nordost, über der Ostsee sogar zu Sturmböen oder schweren Sturmböen, wobei aber noch nicht ganz klar ist, ob der Wind in dieser Stärke die nordostexponierten Küstenabschnitte erreicht, oder aufgrund der Zugbahn des Tiefs nicht ganz erreichen wird, wie bei GFS. In den übrigen Landesteilen spielt der Wind dagegen meist keine große Rolle mehr. Er schwächt sich langsam ab, weht im Süden noch aus Nord, im Norden dreht er dagegen teils auf westliche Richtungen.
Mit dem kleinen Tief kann es entlang der Ostseeküste und im östlichen Schleswig-Holstein zu kräftigen schauerartigen Regenfällen kommen, wobei bis zu 20 l/qm in 6 Stunden fallen können, nach ICON sogar bis zu 30 l/qm. Ggf. muss im Osten Schleswig-Holsteins an eine Starkregenwarnung gedacht werden, wenn sich dies bestätigt. Ansonsten regnet es auch im Südwesten kräftig weiter, wobei auch dort örtlich 10 bis 15 l/qm fallen können.
In den übrigen Landesteilen fällt nur wenig oder kein Regen. Allerdings verläuft die Nacht überwiegend bedeckt, teils mit hochreichender Bewölkung, teils mit Nebel und Hochnebel. Die Temperaturen gehen auf 10 bis 3°C zurück mit den tiefsten Werten im zentralen Bergland.
Sonntag... zieht der Kaltlufttropfen über Nordfrankreich weiter westwärts. Über Nordeuropa steigt dagegen das Geopotenzial weiter und es etabliert sich eine kräftige Hochdruckzone von westlich Irlands bis nach Nordwestrussland hinein mit einem Schwerpunkt über 1040 hPa über Südnorwegen. Hierzulande soll das kleine Bodentief weiter westwärts ziehen und sich allmählich abschwächen. Nach dem deutschen Modell zieht das Tief dabei in etwa entlang der Ostfriesischen Inseln. Nördlich davon muss weiterhin mit steifen bis stürmischen Böen aus Nordost bis Ost über der See und an den entsprechend exponierten Küstenabschnitten gerechnet werden. Im übrigen Land dreht der Wind allgemein auf Nordost bis Ost und weht im Tagesverlauf überall wieder mäßig, im Bergland bisweilen frisch und stark böig, aber unterhalb der Warnschwellen.
Im Bereich der Zugbahn des Tiefs kommt es weiterhin zu schauerartigen Regenfällen, die sich aber im Vergleich zur Nacht deutlich abschwächen, so dass allenfalls noch gebietsweise 5 bis 10 l/qm zusammenkommen. Das stärkere Regengebiet im Süden verlagert sich etwas nach Westen. Dort kann es grob in etwa entlang des Rheins stellenweise noch einmal 10 bis 15 l/qm regnen. Die Lage dieses Streifens ist aber noch unsicher. Sollte er sich weiterhin mit den Regenfällen des Vortags überlappen, kommen sicherlich um 40 l/qm innert 36 Stunden zusammen, so dass eine Dauerregenwarnung ausgegeben wurde. Richtung Osten fällt kaum noch Regen.
Ganz im Osten steigen im Tagesverlauf auch die Chancen auf einige Wolkenauflockerungen, ansonsten bleibt es vielfach bedeckt oder trüb. In Südostbayern kann es dann auch bis zu 17°C mild werden, während im Westen nur 9 bis 12°C erwartet werden, im Bergland noch weniger. Zusammen mit dem trüben Wetter und dem böigen Wind wird dann der Sonntagsspaziergang eher ungemütlich - aber das gehört ja zum Herbst dazu!
In der Nacht zum Montag zieht das Höhentief weiter westwärts Richtung Westausgang des Ärmelkanals. Über Südskandinavien verstärkt sich dagegen das Höhenhoch noch etwas, während das Bodenhoch sich zunehmend nach Finnland verlagert, allerdings weiterhin weit nach Westen in den Atlantik hinein ausgedehnt ist.
Wir liegen damit weiterhin in der östlichen Strömung, wobei sich der Wind nach Südwesten zu etwas abschwächt, sonst aber weiterhin mäßig um Ost weht, im Bergland weiterhin stark böig. An ostexponierten Küstenabschnitten gibt es noch steife Böen, nach IFS in Ostfriesland vielleicht auch noch stürmische Böen, aber mit abschwächender Tendenz in der Nacht.
Die Regenfälle schwächen sich nach den deutschen Modellen in der Nacht ab und ziehen nach Westen raus, allerdings können nach IFS entlang des Mittelrheins noch einmal 10 bis 15 l/qm zusammenkommen. In den übrigen Landesteilen bleibt es meist trocken.
Wo es im Osten zuvor gering bewölkt war, dürfte sich im Osten im Nachtverlauf Nebel und Hochnebel bilden, bei dem recht kräftigen Wind sollte der Nebel aber im Flachland nicht aufliegen, so dass es vor allem im Bergland sehr trüb werden könnte. Auch in den übrigen Regionen bleiben Auflockerungen eine Seltenheit und vor allem im Bergland ist es trüb und neblig.
Die Frühtemperaturen liegen meist zwischen 9 und 3°C.
Modellvergleich und -einschätzung
Wie bei von Höhentiefs gesteuerten Lagen nicht unüblich, gibt es noch einige Unsicherheiten bei der Prognose. Diese betreffen vor allem das kleine Tief, das in der Nacht zum Sonntag im Norden westwärts ziehen soll, was oben schon diskutiert wurde. Daraus folgende Warnungen vor Sturmböen oder auch Starkregen können morgen ausgegeben werden, wenn die Lage hoffentlich klarer ist. Auch bezüglich des morgen Vormittag einsetzenden Dauerregens im Südwesten gibt es noch Unsicherheiten. Die ausgegebene Warnung basiert auf der Prognose des IFS.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 15.10.2026 um 10.30 UTC
Leicht windiges, zu Beginn der Woche meist trockenes, nachfolgend wieder etwas unbeständigeres Herbstwetter. Weiterhin mild.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 22.10.2026
Am Sonntag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt nach IFS eine Höhenantizyklone über der nördlichen Nordsee und Südskandinavien, während kräftige Höhentiefs im Raum Frankreich und dem Schwarzen Meer zu finden sind. Bodennah dominiert ein kräftiges Hoch von Irland bis Finnland die Großwetterlage, an dessen Südrand liegen wir im Bereich eines mäßig starken Gradienten in einer nordöstlichen Strömung, so dass der kalte bodennahe Wind durchaus böig daherkommt. Das Temperaturniveau in 850 hPa ist mit 4 bis 10°C recht hoch, da auf der Vorderseite des westlichen Höhentiefs milde Luft zu uns gelangt. Allerdings kommt es auch zu Hebungsprozessen, so dass vielfach Bewölkung vorherrscht, aus der es vor allem im Südwesten auch Regenfälle gibt. Im Osten ist es sonniger. Die derzeit prognostizierten teils 15°C erscheinen angesichts der Lage etwas optimistisch. MOS scheint da mit seinen um 12°C realistischer zu sein.
Am Montag verlagern Boden- und Höhenhoch ihren Schwerpunkt Richtung Ostsee und Baltikum. Das westliche Höhentief zieht zur Biskaya. Damit dreht der Wind eher Richtung Ost, weht aber immer noch mäßig. In 850 hPa steigt die Temperatur auf 6 bis 12°C. Unter Absinken und Zufuhr von trockenerer Luft wird es vielfach sonnig und die Temperaturen können auch bodennah etwas ansteigen.
Am Dienstag setzt sich die Progression des Hochs fort, jetzt in Richtung Nordwestrussland. Es bleibt bei überwiegend freundlichem Wetter, allerdings kommt bodennah etwas kühlere Luft zu uns. Der Ostwind weht weiterhin mäßig, so dass wie auch am Vortag die Nebelneigung recht gering ist.
Am Mittwoch verlagert sich das Hoch weiter nach Nordosten. Das westliche Höhentief wurde mittlerweile von einem atlantischen Langwellentrog eingefangen, der sich jetzt gen Westeuropa bewegt. Im Bereich der Keltischen See soll sich dabei ein kräftiges Tief entwickeln. Dessen nur schwach ausgeprägte Kaltfront greift auf den Westen über und bringt etwas Regen. Im Osten kann es noch recht sonnig bleiben. Der weiterhin meist mäßige, vor allem über der Nordsee stark böige Wind dreht auf Südost.
Am Donnerstag zieht das Tief nordwärts über Schottland hinweg ins Nordmeer. Der Langwellentrog arbeitet sich langsam nach Frankreich voran, wird aber von dem Höhenhoch über Nordwestrussland blockiert. Die Front kann allerdings über Deutschland ostwärts vorankommen und gebietsweise Regenfälle bringen, abseits davon ist es teils aber auch gering bewölkt. Der Wind weht vor allem im Nordseebereich noch kräftig, nimmt aber von Südosten her ab. Zudem dreht er allgemein auf Süd.
Nachfolgend schwächt sich der Langwellentrog ab. Nach kurzem Zwischenhocheinfluss zieht aber am Wochenende schon der nächste Trog heran. Eine vorlaufende Kaltfront überquert Deutschland am Samstag und bringt deutlich kältere Luft zu uns. Insgesamt bleibt es recht unbeständig mit zeitweiligen Regenfällen. Im Nordwesten bleibt es recht windig.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen Laufs mit seinen beiden Vorgängerläufen ist bis zum Montag gut. Lediglich am Sonntag fällt auf, dass der jüngste Lauf im Norden Deutschlands schon höheres Geopotential und damit auch höhere Temperaturen aufweist. Am Dienstag zeigte der gestrige 12-UTC-Lauf die Kaltfront schon über dem Westen Deutschlands. Am Mittwochmittag ist nach diesem Lauf die Kaltfront schon über Deutschland hinweg gezogen, während sie bei den beiden 00-UTC-Läufen dann erst auf den Westen übergreift. Danach ist die Stoßrichtung in etwa dieselbe. Allerdings zeigte der gestrige 00-UTC-Lauf noch kein so starkes Tief bei den Britischen Inseln. Auch geht zum nächsten Donnerstag und Freitag die Tendenz von Lauf zu Lauf zu tieferem Geopotential.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Vergleich der aktuell vorliegenden deterministischen Modelle offenbart schon am Sonntag erste deutliche Unterschiede: So ist das westliche Höhentief bei ICON und UK10 im Verglich zu IFS, GFS und GEM deutlich in die Länge gezogen und erstreckt sich damit viel weiter nach Nordosten, was auch das Temperaturniveau im Nordwesten Deutschlands beeinflusst. Dies setzt sich auch am Montag fort mit einem Höhentief über der Nordsee (ICON) bzw. einem Trog über Großbritannien (UK10), was zumindest für mehr Bewölkung im Nordwesten Deutschlands sorgen dürfte. Die anderen Modelle haben des westliche Höhentief in unterschiedlicher Lage, aber ohne Einfluss auf uns.
Während IFS, ICON, GFS und GEM am Mittwoch von Westen oder Südwesten Wolken mit Regen übergreifen lassen, kommt bei GFS ein Höhentief von Osten heran. In den Folgetagen bleibt es bei allen Modellen unbeständig und am Donnerstag setzt sich auch bei GFS die Westströmung durch. Zunächst bleibt es noch ruhig, zum Wochenende zeigen aber IFS, GFS und GEM eine Tendenz zu stärkeren Stürmen auf dem nahen Atlantik. Nach GFS droht am Samstag (24.10.!) Norddeutschland ein Sturm.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das IFS-Ensemble verteilt sich im Zeitraum Dienstag bis Donnerstag auf vier Cluster. Diese gehören durchweg dem Regime "Blocking" an und weisen auf den ersten Blick kaum Unterschiede auf. Sie sind allesamt von einer sehr starken Geopotentialanonalie im Bereich Skandinavien und Nordwestrussland geprägt. Bei Cluster 1,2 und 4 (42 Mitglieder incl. Kontrolllauf) lässt sich das langsame Übergreifen des Langwellentroges von Westen sehen, bei C4 ist dieser aber abgeschwächt. Bei C3 (9 Mitglieder) ist das Blocking etwas weiter nach Nordwesten ausgreifend (bis Grönland), aber auch bei uns ist das Geopotential höher, so dass hier der Langwellentrog weiter draußen bleiben muss. Dies spiegelt sich auch in hohem Bodendruck im Bereich des Nordmeers wider, den andere Cluster nicht zeigen. Im weiteren Verlauf bis Sonntag gibt es drei Cluster, wovon zwei (C1 und C3 mit zusammen 37 Mitgliedern, incl. Dem Kontrolllauf) das Blocking im Laufe des Wochenendes zurückdrängen, so dass die Westdrift bei uns wieder Einzug halten kann. Bei C2 (immerhin 14 Mitglieder) hält sich dagegen der Hochdruckeinfluss bis Sonntag.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen bei Geopotential und Temperatur ein Maximum zu Beginn der Woche und dann ein allmähliches Abfallen beider Größen. Zum kommenden Wochenende hin scheinen sich beide Werte bei dann recht großer Streuung im Mittel kaum noch zu ändern. Ein deutlicher Potential- und Temperaturrückgang zum kommenden Sonntag, wie vom Hauptlauf angedeutet, wird vom Ensemble nicht unterstützt. Nach trockenen Tagen zu Beginn der Woche sind in der zweiten Wochenhälfte und am nächsten Wochenende wieder deutliche Niederschlagssignale zu sehen.
Die Ensembles des GFS zeigen eine ähnliche Entwicklung.
Fazit: Der Mittelfristzeitraum verläuft unspektakulär. Auch wenn bei den Details noch größere Unterschiede bestehen, so bleibt es insgesamt recht ruhig und weiterhin mild. Nach trockenen Tagen zu Beginn der Woche wird es in der zweiten Wochenhälfte wieder etwas feuchter.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
EFI:
Seitens des EFI gibt es keine Signale für extremes Wetter in der nächsten Woche.
Sturm:
Das IFS-EPS zeigt am Montag und Dienstag schwache Signale für stürmische Böen im Nordseeküstenbereich, aber nur in exponierten Lagen.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann





