Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 04.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: SEz
Im Nordwesten zunächst Entspannung der Glatteislage. Ab dem Abend im Osten beginnende Glatteislage, teils Unwetter, dort mit Unterbrechungen bis zum Freitag anhaltend.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... setzt sich die Blockierungslage weiter fort. Dabei erstreckt sich das Hoch DANIEL mit seinem Schwerpunkt weiterhin von Fennoskandinavien über das Baltikum bis in den Südosten Europas. Es lenkt mit einer östlichen Strömung weiterhin kontinentale Kaltluft in den Norden und Osten Deutschlands. Demgegenüber steht ein äußerst umfangreicher Tiefdruckkomplex, der quasi von Neufundland bis nach West- und Mitteleuropa und von dort auch bis in den Mittelmeerraum reicht und an dessen Vorderseite mildere Luft in den Westen und Süden Deutschlands advehiert wird. Davon ausgehend verläuft eine Tiefdruckrinne (ROMINA) mit eingelagertem Frontensystem von der südlichen Nordsee kommend über den Nordwesten bis in den Osten Deutschlands. Sie kommt im Tagesverlauf weiter nordwärts voran und füllt sich dabei auf. Das bedeutet, dass die daran gekoppelten Niederschläge sich bereits im Laufe des Vormittags deutlich abschwächen werden und schließlich am Nachmittag auflösen bzw. nordwärts abziehen. Bis dahin fällt aber in der kalten Luft von Nordbrandenburg über das nordöstliche NS bis in das südwestliche SH und Mecklenburg noch Schnee. Die Neuschneemengen sollten aber maximal noch bei 1 bis 3 cm liegen. Kritischer ist weiterhin der gefrierende Regen, der im Übergangsbereich zur milderen Luft bereits in der vergangenen Nacht im Nordwesten teils unwetterartig ausfiel. Dieser betrifft heute Vormittag vor allem noch Bereiche von Ostfriesland bis zur Weser. Bis zum Mittag sollte sich die Unwetterlage durch die abziehenden bzw. sich abschwächenden Niederschläge aber weitgehend entspannt haben. Dennoch kann dort bei teils weiterhin negativen Belägen weiterhin streckenweise Glätte auftreten. Den äußersten Nordosten werden die Niederschläge voraussichtlich gar nicht mehr erreichen. Insgesamt bleibt es aber im Norden und Osten den ganzen Tag dicht bewölkt.
In den weiteren Landesteilen macht sich bereits ein Höhenrücken bemerkbar und es bleibt trocken. An den Nord-/Nordwesträndern einiger Mittelgebirge lockert die Bewölkung sogar stärker auf. In einigen Gebieten wie beispielweise entlang der Donau können sich aber auch zähe Nebelfelder halten. Der Temperaturkontrast über Deutschland bleibt erhalten. Im äußersten Nordosten werden nur Höchstwerte um minus 5 Grad erreicht, während vor allem am Niederrhein bis zu 10 Grad zu erwarten sind.
Warnwürdig bleibt der Wind an den Küsten, der dort weiterhin in Böen Bft 7, in exponierten Lagen auch bis Bft 8 aus Ost bis Südost weht.
In der Nacht zum Donnerstag schwenkt ein Randtrog von Italien nordwärts. Das korrespondierende Bodentief zieht die Adria entlang nordwärts in Richtung Venetien. Vorderseitig setzt kräftige WLA ein, die schließlich auf den Osten und Südosten Deutschlands übergreift. Entsprechend nimmt von Südosten zunächst die Bewölkung zu, bevor ab dem späten Abend von Tschechien leichte Aufgleitniederschläge zunächst auf Sachsen, im weiteren Verlauf der Nacht unter leichter Verstärkung auch auf Sachsen-Anhalt, Südniedersachsen, Brandenburg und Berlin sowie das südliche Mecklenburg-Vorpommern und schließlich von Tschechien und Österreich auch auf Teile Bayerns (etwa vom östlichen Alpenrand bis in die Oberpfalz) übergreifen. Dabei fällt am Nordrand des Niederschlagsgebietes etwa von Sachsen-Anhalt bis nach Nordbrandenburg (wahrscheinlich auch zunächst noch Berlin) Schnee mit Neuschneemengen zwischen 1 und 5 cm in 6 bis 12 Stunden. Weiter südlich vor allem in Sachsen und Südbrandenburg, aber auch in Bayern zeigt sich durch einen Warmlufteinschub in den Prognosetemps eine klassische "warme Nase", sodass dort gefrierender Regen wahrscheinlich ist. Super HD lässt diesen auch noch bis Ostthüringen und Sachsen-Anhalt ausgreifen. Aufgrund der Niederschlagsraten, die vor allem in Ostsachsen und Südbrandenburg bis 5 l/m² in 1 bis 3 Stunden betragen sollen, sind (extreme) Unwetterwarnungen in diesem Bereich sehr wahrscheinlich. Weshalb für diese Bereiche eine Vorabinformation ausgegeben wird. Im in der zweiten Nachthälfte kann der gefrierende Regen auch Berlin, den Norden Brandenburgs und die Altmark erreichen. Wie schnell der Phasenübergang vonstattengeht, ist aber noch unsicher. Möglicherweise wird die Vorabinformation heute Nachmittag noch Richtung Norden ausgeweitet. In Bayern bleiben die Raten deutlich geringer, sodass dort voraussichtlich markante Warnungen ausreichen werden. Fraglich ist noch, ob der Niederschlag dort überhaupt überall den Boden erreicht oder ob oft auch eine gelbe Glättewarnung ausreicht.
In den weiteren Landesteilen bleibt es trocken. Wolkenlücken gibt es am ehesten noch im Westen und Südwesten, wo sich aber teilweise wieder Nebel ausbildet. Abgesehen von wenigen Niederungen im Westen und Süden gibt es verbreitet leichten Frost, im Nordosten auch mäßigen Frost. So muss auch abseits der Niederschläge streckenweise mit Glätte durch Überfrieren gerechnet werden. Der Wind weht an den Küsten weiterhin in Böen stark bis stürmisch Bft 7 bis 8 um Ost.
Donnerstag... verlagert sich der flache Randtrog über Deutschland hinweg nordwärts. Somit kommt auch das Niederschlagsgebiet weiter in Richtung Norden voran. Am Nordrand fällt weiterhin Schnee, sodass von SH über das nordöstliche NS bis nach MV und Nordbrandenburg Neuschneemengen zwischen 1 und 5 cm, vor allem in Vorpommern gibt es auch Signale für Mengen zwischen 5 und 10 cm in 12 Stunden. Am Nachmittag und Abend zieht der Randtrog und somit das Gebiet mit den stärksten Niederschlägen nordwärts ab. Dabei kann der gefrierende Regen auch noch den Süden MVs erreichen. Diese Entwicklung ist aber noch unsicher. Bei Super HD geht dies deutlich schneller vonstatten und es kann dort schon am Vormittag zu Glatteis kommen. Weiter südlich lassen die Niederschlagsintensitäten zwar deutlich nach, ganz zum Erliegen kommen sie aber nicht. Entsprechend muss im Osten auch tagsüber weiterhin mit Glätte durch gefrierenden Regen gerechnet werden. Auch in Bayern fällt gebietsweise noch Niederschlag, durch die steigenden Temperaturen nimmt die Gefahr von gefrierendem Regen am Tag aber deutlich ab.
In den weiteren Landesteilen bleibt es überwiegend trocken. Einzig im Westen können mit Passage eines weiteren Kurzwellentroges einzelne Schauer auftreten. Dabei lockert die Bewölkung an den Nordrändern der Mittelgebirge im Westen, insbesondere aber im Südwesten und in Richtung Alpen stärker auf. Im Norden und Nordosten bleibt es häufig bei leichtem Dauerfrost, sonst steigt die Temperatur auf 1 bis 5, im Westen und Südwesten auch auf Werte zwischen 6 und 10 Grad an.
Der Wind an den Küsten bleibt zunächst noch unverändert. Erst zum Abend fächert der Gradient auf und der Wind lässt etwas nach.
In der Nacht zum Freitag schwenkt der nachfolgende Kurzwellentrog vom Südwesten nordostwärts, kommt aber nur noch langsam voran. Dadurch werden die Niederschläge über dem Osten wieder angefacht und sie verstärken sich wieder. Somit hält die Glatteislage dort weiter an, insbesondere von Sachsen über Sachsen-Anhalt bis in das nördliche Brandenburg. In Mecklenburg-Vorpommern dominiert wahrscheinlich weiterhin die Schneephase mit Neuschneemengen bis 5 cm, nach ICON sollen in einem schmalen Streifen von der Müritz bis zum Darß auch um 8 cm fallen. Auch in Ostbayern kann anfangs noch etwas gefrierender Regen fallen.
Sonst bleibt es trocken und auch die Schauer im Nordwesten kommen zum Erliegen. Im Westen und Südwesten ist es teils aufgelockert, teils bildet sich dann Nebel. Mit leichtem Frost muss mit Ausnahme einiger Regionen im Westen und am Oberrhein erneut verbreitet gerechnet werden. An den Küsten hat der Wind deutlich nachgelassen. In exponierten Lagen kann es aber weiterhin Böen Bft 7 um Ost geben.
Freitag... zieht der Kurzwellentrog nur langsam nordwärts ab. Die Niederschläge ziehen sich in Richtung Oder und Vorpommern zurück, teils als Schnee, teils weiterhin in der gefrierenden Phase, bevor sie dann am Nachmittag abziehen und sich die Glättelage endgültig entspannt.
Gleichzeitig greifen bereits am Vormittag von Südwesten neue Niederschläge über. Sie stehen im Zusammenhang mit einem weiteren okkludierten Tiefausläufer des steuernden Tiefs ROMINA und breiten sich im Tagesverlauf über dem Westen und Süden aus. Meist handelt es sich dabei um leichte Niederschläge, die in der milderen Luft überwiegend als Regen fallen. Erst gegen Abend, wenn die Niederschläge die Grenze zur Frostluft erreichen, die etwa vom Emsland über Nordhessen bis nach Ostbayern verläuft, kann wieder stellenweise die gefrierende Phase mit auftreten.
Generell soll die mildere Luft bis in den Norden und Osten vorankommen, sodass auch dort kein Dauerfrost mehr auftritt. Am mildesten wird es erneut im Westen und Südwesten bei Werten zwischen 4 und örtlich 10 Grad. Die Sonne zeigt sich kaum. Einzig an der Nordrändern der zentralen Mittelgebirge und an den Alpen kann es vor Eintreffen der Niederschläge etwas auflockern. Der Wind ist nicht mehr warnwürdig.
In der Nacht zum Samstag kommen die Okklusion und die daran gekoppelten Niederschläge weiter ost-, nordostwärts voran. Ob es ein kompaktes Niederschlagsband sein wird oder nur noch Bruchstücke übrigbleiben, wird von den Modellen noch unterschiedlich prognostiziert. Insofern ist es noch schwierig zu sagen, wie verbreitet dann erneut gefrierender Regen oder Schnee in Richtung Norden und Osten auftreten werden.
Ganz so verbreitet wie in den Vornächten tritt der Frost nicht mehr und beschränkt sich vor allem auf die Nordosthälfte.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Ausdehnung des Niederschlagsgebietes für die kommende Nacht wird weitgehend übereinstimmend gerechnet. Unsicherheiten gibt es noch vor allem dahingehen, wie rasch die gefrierende Phase Richtung Norden vorankommt, vor allem im Vergleich zum Super HD wie im Text angesprochen. Der 06 UTC Lauf des I-D2 hat nun die Niederschläge in der kommenden Nacht deutlich zurückgenommen. Aufgrund der Unsicherheiten wird zunächst nur ein Teil der Vorabinformation ausgegeben und weitere folgen dann evtl. im Laufe des Nachmittags.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 04.02.2026 um 10.30 UTC
Zeit- und gebietsweise meist leichte Niederschläge, dabei teils Glatteis, vor allem im Nordosten Unwetter nicht ausgeschlossen. Im Nordosten mäßig kalt, im Westen mild bis sehr mild, häufig Nachtfrost.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 11.02.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag verlagert sich das markante, blockierende Hochdruckgebiet über Osteuropa weiter ostwärts. Über Skandinavien etabliert sich ein neues Hoch. An dessen Südrand weht der Ostwind im Küstenumfeld lebhaft, aber voraussichtlich nicht warnwürdig. Insgesamt ist die Geopotenzialverteilung recht schwach und nicht klar definiert, tendenziell eher mit einer flachen Geopotenzialrinne zu beschreiben. Von der Tiefdruckzone bei den Britischen Inseln ausgehend liegt dabei eine okkludierte Front diagonal über Deutschland, die sich im Tagesverlauf nordostwärts verlagert. Dabei treten zeit- und gebietsweise überwiegend leichte Niederschläge auf, die sich mit der Nordostverlagerung in Richtung hohem Luftdruck noch weiter an Intensität einbüßen. Dabei fällt voraussichtlich überwiegend Regen, die Temperaturen in 850 hPa liegen meist um 0 Grad, im Westen/Südwesten etwas darüber, im Osten/Nordosten teils etwas darunter. Daher liegt die Schneefallgrenze tendenziell oberhalb von 700 bis 800 m, teils auch darüber. Zudem sind die Mengen dann recht gering, so dass allenfalls im östlichen Bergland mal eine dünne Schneedecke nicht ausgeschlossen werden kann. In Anbetracht der vor allem im Nordosten teils tief gefrorenen Böden besteht erhöhte Glättegefahr durch am Boden gefrierenden Regen. Diese Gefahr ist bei leicht positiven Tageshöchstwerten tagsüber geringer als in den Früh- und Abend-/Nachtstunden. Es ist überwiegend stark bewölkt, Auflockerungen können sich im Tagesverlauf am ehesten im Westen und Südwesten zeigen, nachts bildet sich dann gebietsweise Nebel. Mit Ausnahme der westlichen Landesteile, vor allem in tiefen Lagen entlang der Flüsse, meist leichter Nachtfrost.
Am Sonntag dehnt das Skandinavienhoch seinen Einflussbereich über die Ostsee aus, der Schwerpunkt verlagert sich südostwärts. Di okkludierten Frontenreste über dem Nordosten schwächen sich dadurch weiter ab. Die sehr leichten Niederschläge (und damit auch die Glättegefahr) sollte im Tagesverlauf abklingen, die Bewölkung bleibt aber wohl noch recht dicht. Ein weiterer okkludierter Tiefausläufer greift mit dichter Bewölkung und leichtem Regen auf den Westen/Nordwesten über, die Phase sollte weitgehend unkritisch sein, lediglich in den Abend- und Nachtstunden kann mit Übergreifen der leichten Regenfälle in die Frostluft (Nachtfrost) gebietsweise die Glättegefahr etwas erhöht werden. Aufgrund der geringen Mengen dürften markante Warnungen wohl die Ausnahme bleiben (Unwetter eher unwahrscheinlich). Im Norden nimmt der Gradient mit der Südostverlagerung des Hochs noch etwas zu, an nord- und Ostsee weht er frisch bis stark um Ost, in exponierten Küstenabschnitten vor allem an der Ostseeküste auch teils mit stürmischen Böen. Außerdem strömt in der mittleren Troposphäre wieder kältere Luft von Osten her ein, die 850 hPa-Temperaturen sinken in der Nordosthälfte wieder auf -2 bis -5 Grad. Im Rest des Landes dominiert eine gradientschwache, leicht antizyklonale Witterung, Nebel aus der Nacht löst sich teils nur zögernd auf.
Am Montag verlagert sich der Hochschwerpunkt weiter südostwärts nach Osteuropa (Belarus, Ukraine). Deutschland liegt im Übergangsbereich zur westeuropäischen Tiefdruckzone in einem relativ gradientschwachen Umfeld, im Tagesverlauf eher flache Trogausläufer und greifen auf Deutschland über. Dabei überwiegt stärkere Bewölkung, im Süden lösen sich Nebelfelder aus der Nacht nur langsam, teils auch gar nicht auf. Geringe Niederschläge sind aus dem Nebel/Hochnebel oder auch im Nordwesten/Norden aus der dichten Bewölkung nicht ganz ausgeschlossen. Diese fallen im Süden und Nordwesten eher als Sprühregen, nachts bei leichtem Frost streckenweise Glättegefahr, im Norden/Nordosten ist eher leichter Schneefall/Schneegriesel mit lokaler Glätte zu erwarten. Markante Glätte ist zumindest aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich. In der Nacht zum Dienstag verdichtet sich der Nebel wieder.
Am Dienstag verliert das Osteuropahoch durch weitere Ostverlagerung weiter an Einfluss, von Westen greift der Trog und auch das korrespondierende Bodentief mit Zentrum westlich von Irland auf Deutschland über. Von Westen her setzt zumindest dabei auch Milderung ein (850 hPa-Temperaturen über 0 Grad), im Nordosten und Osten hält der Ostwind noch dagegen, die 850 hPa-Temperaturen bewegen sich noch meist zwischen -1 und -6 Grad. Im Nordosten gebietsweise wieder Dauerfrost. Die sich vom Südwesten ost-/ nordostwärts ausbreitenden Niederschläge fallen im Westen und Südwesten überwiegend als Regen, Schnee ist nur im höheren Bergland dabei. Beim Vorankommen in die mittleren und vor allem nördlichen/nordöstlichen Landesteile ab Dienstagabend/Nacht zum Mittwoch fällt auf der kalten Seite Schnee. Im Übergangsbereich auch gebietsweise gefrierender Regen mit markanter Glatteisbildung (Unwetter nicht ausgeschlossen). Die Neuschneemengen bleiben eher gering.
Am Mittwoch wird das Wetter von tiefem Luftdruck bestimmt. Wir liegen unter dem Langwellentrog, das Bodentief verlagert sich in Richtung Deutschland - wobei die genaue Ausgestaltung hinsichtlich Zugbahn und Intensität noch unsicher ist. Der aktuelle IFS-Lauf zeigt hier eine recht markante Entwicklung. Insgesamt ist es unbeständig mit wiederholten Niederschlägen, die Milderung von Südwesten dehnt sich nordwärts aus. Bodennah bleibt die kalte Grundschicht aber vor allem im Norden und Nordosten erhalten, zudem sind die Böden dort nach wie vor gefroren. Es fällt überwiegend Regen, im höheren Bergland und im Norden/Nordosten teils Schnee. Im Übergangsbereich besteht die markante, ggf. unwetterartige Glätteproblematik (Glatteis) fort. Im Nordosten teils leichter Dauerfrost. Die Niederschlagsmengen können gebietsweise erhöhte sein, hier ergeben sich aber noch größere Unsicherheiten. Ob Warnschwellen bzgl. Dauerregen, im Westen und der Mitte ggf. auch bzgl. Tauwetter überschritten werden, bleibt abzuwarten.
In der erweiterten Mittelfrist stehen die Zeichen beim EZMW tendenziell auf zyklonal, je nach genauer Ausgestaltung ist dabei zum Ende der kommenden Woche auch ein neuer Kaltluftvorstoß von Skandinavien nicht ausgeschlossen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der vorliegenden Modellläufe des EZMW ist gut und zeigt im Grundtenor zunächst eine gradientschwache und insbesondere im Osten und Nordosten leicht antizyklonal dominierte Witterung. Ab Dienstag deutet sich mit Ostverlagerung des Hochs von Westen zunehmender Tiefdruckeinfluss an. Mit der zunehmenden Zyklonalität zeigen sich vor allem ab Dienstag zunehmende Timing- und Amplitudenunterschiede zwischen den Modellläufen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Andere Globalmodelle simulieren recht ähnliche Grundmuster, mit einigen und zum Ende der Mittelfrist zunehmenden Differenzen hinsichtlich Amplitude und Timing, die aber zumindest aus aktueller Sicht für Deutschland kaum prognoserelevant sind.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
In der Clusteranalyse des EZMW wird über die gesamte Mittelfrist bis in den erweiterten Mittelfristbereich lediglich ein Cluster gezeigt. Damit kann man die grobe Vorhersage der Grundstruktur insgesamt als recht gesichert ansehen. Die beschriebenen Amplituden- und Timingunterschiede sind offenbar so gering, dass sie sich nicht in der Clusterung niederschlagen. Die Vorhersage im Detail ist aufgrund der Problematik der kalten Grundschicht und der Niederschlagsphase dennoch mit Unsicherheiten im Detail behaftet. Erst ab Mitte Februar (+264 h) werden fünf Cluster gezeigt, eine Diskussion zu deren Unterschieden würde an dieser Stelle ab zu weit führen...
Die betrachteten Rauchfahnen einiger deutscher Städte zeigen ebenfalls eine recht gute Bündelung der Kurvenschar. Das Niederschlagsminimum wird durchweg im Bereich Sonntag bis Dienstag (je nach Standort) gezeigt. Die Temperatur in 850 hPa beginnt etwa zum Dienstag/Mittwoch damit einen größeren Spread zu zeigen, tendenziell sind es aber überwiegend Einzellösungen. Auch der oben kurz erwähnte Kaltluftvorstoß zum Ende der kommenden Woche, wie sie der aktuelle IFS-Modelllauf zeigt, ist eher als Minderheitslösung zu betrachten. Beim Geopotenzial in 500 hPa zeigt sich ein ähnliches Muster mit guter Bündelung bis etwa Dienstag, wobei hier ab Beginn der kommenden Woche der Trend insgesamt und klar in Richtung Geopotenzialfall geht.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Entscheidend für das Warngeschehen ist sicher nach wie vor die Phase der Niederschläge, die zu Beginn der Mittelfrist auftreten und dann zunehmend auch ab Dienstag (eventuell auch bereits ab der Nacht zum Dienstag).
GLÄTTE/GLATTEIS/FROST/SCHNEEFALL:
Zeit- und gebietsweise erhöhte Glättegefahr durch am Boden gefrierenden Regen. Am Samstag bis voraussichtlich in den Sonntag hinein vor allem im Nordosten teils markante Glatteisgefahr (Unwetter nicht ganz ausgeschlossen), im höheren Bergland ggf. geringer Schneefall mit allenfalls dünner Neuschneedecke. Nachlassende Intensität. Sonntagabend bzw. in der Nacht zum Montag im Nordwesten stellenweise Glätte durch gefrierenden Regen nicht ganz ausgeschlossen. Am Dienstag von Südwest nach Nordost ausbreitende Niederschläge, meist Regen, Richtung Mitte/Nordosten bei Eintreffen ab Dienstagabend/Nacht zum Mittwoch teils Schnee, teils beim Übergang von Schnee und Regen sowie im Zusammenspiel mit den weiterhin häufig gefrorenen Böden Glatteisgefahr. Fortsetzung der Niederschläge mit Schnee bzw. teils Übergang in Regen mit Glatteisgefahr in der Nordosthälfte (Unwetter nicht ausgeschlossen) bis in die Nacht zum Donnerstag/Donnerstag tagsüber. Sonst nur im höheren Bergland teils Schneefall.
Mit Ausnahme tiefer Lagen (vor allem entlang der Flüsse) im Westen meist leichter, im Osten teils auch mäßiger Frost. Im Nordosten ab Montag/Dienstag teils auch wieder leichter Dauerfrost.
DAUERREGEN/TAUWETTER:
Am Dienstag deuten sich dann auch erhöhte Niederschlagsmengen im Westen und Südwesten an, ob dabei Warnschwellen überschritten werden, bleibt abzuwarten. Ggf. muss man auch das Thema Tauwetter im Hinterkopf behalten, allerdings scheint es zwischenzeitlich schon recht mild, so dass größere Teile des Schnees, der momentan insbesondere in den mittleren Landesteilen liegt, bereits getaut sein dürfte.
WIND/STURM:
Am Südrand des Skandinavienhochs können an der Nord- und Ostsee am Sonntag starke bis stürmische Böen aus Ost bis Südost auftreten, an exponierten Küstenabschnitten vor allem der Ostsee teils stürmische Böen (Bft 8). Zum Ende der Mittelfrist (am Mittwoch) kann der von Westen zunehmende Gradient voraussichtlich auch zumindest gebietsweise für starken bis stürmischen Wind, im Bergland auch für Sturmböen sorgen, wobei die Ausprägung des übergreifenden Tiefs noch recht unterschiedlich simuliert wird.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





