Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 02.05.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL SWa
Heute im Westen, morgen im Nordwesten und Norden und im Südwesten teils starke Gewitter mit Sturmböen und Hagel. Am Montag Ausbildung einer zonalen Luftmassengrenze über der Mitte mit Gefahr von Starkregen ab der Nacht auf Dienstag.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... bekommt das Hochdruckbollwerk der letzten Tage erste Risse. Blickt man auf die aktuelle Situation, erkennt man an der Westflanke des stark amplifizierten Höhenkeils eine erste Delle. Entlang eines kurzwelligen Troganteils haben sich in der Nacht einzelne Gewitter über Ostfrankreich gehalten, die in den Morgenstunden jedoch erst einmal wieder zusammenfallen.
Der Höhenkeil, dessen Achse sich derzeit von den Alpen über Berlin bis zum Baltikum erstreckt, verlagert im Tagesverlauf seinen Schwerpunkt ganz langsam etwas nach Osten, wobei dies im nördlichen Teil schneller geschieht. Dadurch richtet sich die Achse etwas zonaler aus. In der Folge gelangt Deutschland zunehmend in eine südwestliche Höhenströmung, mit der ein Schwall Sommerluft herangeführt wird. Damit steigen die 850-hPa-Temperaturen auf über 10 Grad an. Das Ergebnis sind Höchstwerte im Sommerbereich zwischen 25 und 29 Grad - vom höheren Bergland und den Küstenregionen einmal abgesehen.
Seit Langem rückt erstmals wieder das Warnkriterium Gewitter in den Fokus. Der zuvor angesprochene kurzwellige Troganteil schiebt sich an der Ostflanke des Hochkeils noch etwas nach Nordosten und sorgt mit Hebungsimpulsen auch im Westen und Nordwesten Deutschlands für Einfluss. An der Tendenz der spezifischen Feuchte erkennt man eine deutliche Anfeuchtung der Grenzschicht. In der Überlappung mit erhöhten Lapse Rates können sich CAPE-Werte zwischen 300 und 700 J/kg aufbauen. Zudem lässt sich im Bodenfeld eine flache Tiefdruckrinne erkennen.
Darin eingebettet können sich ab den Nachmittagsstunden in den westlichen Landesteilen - auch gestützt durch die Orographie - erste Gewitter bilden. Diese greifen in der Folge auch auf das Flachland über. Aufgrund des eher moderaten Forcings bleibt es jedoch bei nur einzelnen Entwicklungen. Ein Blick auf die Profile zeigt, dass diese in den unteren Schichten relativ trocken sind. Zudem ist die Scherung in den unteren 2 km zumindest moderat (etwa 20 kn). Auch die UH-Tracks springen im Maximum des ICON-D2-EPS vereinzelt an. Einzelne besser organisierte Zellen sind also durchaus denkbar.
Neben Sturmböen kann es auch Hagel bis etwa 2 cm geben. Starkregen dürfte keine große Rolle spielen, Mengen bis 20 l/qm sind jedoch möglich. Beim Wind zeigen einzelne ICON-D2-Läufe bei stärkeren Entwicklungen auch Böen bis Bft 10, die somit nicht ausgeschlossen sind.
Auch allgemein frischt der Wind im Tagesverlauf vor allem in der Nordwesthälfte böig auf. Warnschwellen werden außerhalb der Konvektion aber voraussichtlich nicht überschritten.
Am Abend fallen die Gewitter rasch in sich zusammen, auch weil der kurzwellige Anteil nordostwärts abzieht und sich der Rücken wieder etwas verstärkt. Ganz im Nordwesten kann es in Nähe zur Kaltfront noch schauerartige Niederschläge geben. Ansonsten ziehen in der Nordwesthälfte einige Wolkenfelder durch, und die Nacht verläuft vor allem in den Leegebieten (Süd- bis Ostwind) recht mild. Zum Teil gehen die Werte nicht unter 15 Grad zurück. In der Südosthälfte ist der Wind deutlich schwächer; bei trockenerer Luft kann die Temperatur dort stärker absinken. Das gilt vor allem für den Südosten, wo erneut Frost in Bodennähe auftreten kann.
Sonntag... verläuft die Höhenströmung noch weitgehend antizyklonal und die Kaltfront wird vorübergehend wieder etwas nach Norden gedrückt. In der Südosthälfte liegen die 850-hPa-Temperaturen weiterhin über 10 Grad, im äußersten Südosten sogar über 15 Grad. Damit kann - abgesehen vom bereits stärker bewölkten Westen und Nordwesten - erneut verbreitet ein Sommertag mit Maxima über 25 Grad erwartet werden. Für Brandenburg deutet MOS sogar den ersten Hitzetag des Jahres 2026 an; dafür wäre allerdings eine ausgeprägte Überadiabate erforderlich.
Der Wind lebt im Tagesverlauf vor allem in der Nordwesthälfte wieder deutlich auf und kommt aus Süd bis Südwest. In exponierten Lagen, insbesondere in Rheinland-Pfalz, sind einzelne Windböen bis Bft 7 möglich, wie ICON-D2 und MOS andeuten.
Im Laufe des Nachmittags wird die Höhenströmung zunehmend neutral, der Höhenkeil wird nach Südosten gedrückt und die Kaltfront nähert sich erneut an. Vor allem im Nordwesten kommt es zu einer deutlichen Anfeuchtung (Tendenz der spezifischen Feuchte). Bei weiterhin labiler Schichtung werden erneut 300 bis 700 J/kg simuliert, die sich im weiteren Verlauf ostwärts bis nach Mecklenburg-Vorpommern ausweiten.
Die daraus entstehenden Gewitter richten sich relativ parallel zu ihrer Organisationsform aus, sodass bei PPW-Werten um 30 mm der Starkregen etwas mehr in den Vordergrund rückt. Mengen bis etwa 25 l/qm sind durchaus möglich. Gleichzeitig ist die Grundschicht nicht mehr ganz so trocken, sodass der Wind etwas weniger relevant wird - stürmische Böen sind aber weiterhin möglich. Das gilt insbesondere weiter östlich, wo in Mecklenburg-Vorpommern die DCAPE-Werte wieder deutlich ansteigen. Dort kann es erneut zu Sturmböen kommen. Zudem ist die Scherung leicht erhöht, was im ICON-D2 wieder einzelne besser organisierte Zellen (siehe UH-Tracks) begünstigt. Damit ist auch wieder Hagel bis etwa 2 cm möglich.
Im Tagesverlauf nähert sich von Südwesten ein kurzwelliger Troganteil, der nordostwärts zieht. Dadurch werden auch im Südwesten - vor allem rund um den Schwarzwald - Gewittersignale simuliert. Dort ist die Grundschicht vergleichsweise deutlich trockener, zudem ist auch hier etwas Scherung vorhanden. Während Starkregen eher kein größeres Problem darstellt, sollte auf Hagel (um 2 cm) und (schwere) Sturmböen geachtet werden. In der Nacht zum Montag lassen Schauer und Gewitter im Südwesten nach. Mit zunehmender Zyklonalität und etwas MUCAPE kann es vor allem an den Alpen noch einzelne Entwicklungen geben. Im Norden bleibt es im Bereich der näherkommenden Kaltfront bei schauerartigen Niederschlägen; Gewitter werden seltener, und auch das Starkregenpotenzial nimmt ab.
Montag... rückt die Kaltfront schleichend südwärts voran, ist aber bereits antizyklonal überlaufen (Bodenhochkeil über der Nordsee. Präfrontal liegt weiterhin feuchtlabile Luft, sodass über der nördlichen Mitte etwas CAPE aufgebaut wird. Im Bereich einer präfrontalen, zonal ausgerichteten flachen Tiefdruckrinne können sich im Tagesverlauf schauerartige Niederschläge und einzelne Gewitter entwickeln.
Die Höhenwinde im Bereich der Rinne sind bis etwa 5 km Höhe eher schwach, sodass vor allem Starkregen als Begleiterscheinung in Frage kommt. Bei PPW-Werten bis 25 mm sind jedoch eher nur markante Mengen zu erwarten.
Im Südwesten zeigt sich ein Feuchtemaximum, sodass die meisten Modelle dort etwas flächigeren Regen simulieren - lediglich das ECMWF deutet deutlich weniger an. Antizyklonal geprägt und mit längerem Sonnenschein ist es dagegen im Südosten und in Richtung Lausitz; dort wird nochmals ein Sommertag erwartet. Im Norden bleiben die Temperaturen postfrontal unter 20 Grad. Böig zeigt sich der Wind vor allem im Nordosten aus Nordwest. Auflandig sind auf Rügen einzelne Windböen nicht ausgeschlossen.
In der Nacht zum Dienstag kommt die Kaltfront kaum noch südwärts voran. Präfrontal kann sich über der Mitte Deutschlands die Tiefdruckrinne weiter ausbilden, sodass von NRW bis nach Brandenburg und Berlin wiederholt Niederschläge auftreten. Mit etwas MUCAPE können diese schauerartig verstärkt sein (Gewitter eher unwahrscheinlich), sodass lokal auch Starkregen möglich ist - wie es die deutsche Modellkette punktuell andeutet. Die markante Warnschwelle dürfte jedoch meist nicht erreicht werden.
Im Norden strömt postfrontal in Bodennähe deutlich trockenere Luft ein, und es kommt zu größeren Auflockerungen. In diesen Bereichen geht die Temperatur rasch zurück, sodass bei schwachem Wind vereinzelt auch Frost in Bodennähe auftreten kann. Weiter südlich bleibt es deutlich milder mit teils zweistelligen Tiefstwerten.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle zeigen im kurzfristigen Vorhersagebereich eine gute Konsistenz. Unterschiede bestehen vor allem in der Regionalisierung sowie in der Frage nach der Ausbildung besser organisierter Gewitterzellen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 02.05.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft, kühl bis mäßig warm. Dienstag und Mittwoch über der nördlichen Mitte regional Stark- oder Dauerregen, im Süden kräftige Schauer und Gewitter. In den Nächten im Norden regional leichter Frost in Bodennähe.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 09.05.2026
Bevor wir uns heute mit der aktuellen Mittelfrist beschäftigen (Dienstag, der 5 Mai bis Samstag, der 09. Mai 2026) wagen wir, anknüpfend an den zuletzt verfassten Winterrückblick 2025/26, einen kurzen Ausblick auf den Sommer 2026 mit Blick auf die treibenden Kräfte. Sollte nur die uns betreffende aktuelle Mittelfrist von Interesse sein, dann kann der folgende Abschnitt übersprungen werden.
Nach der Ende März aufgetretenen dynamisch angetriebenen finalen Stratosphärenerwärmung ist deren Abdruck im Geopotenzialfeld (zonal gemittelt/normalisierte Geopotenzialanomalie) weiterhin innerhalb der Troposphäre auszumachen. Allerdings haben die jüngsten Tage gezeigt, dass die Numerik ihre Probleme hat, wie lange dieser "Nachhall" nun noch wirklich andauern soll. Nach dem letzten Stand sollte sich bis zur Monatsmitte ein erneuter "Puls" ausbilden, der die zonal gemittelten Zonalwinde auch innerhalb der Troposphäre erneut abschwächt. Diese Entwicklung kann im Zeit-Längendiagramm des IFS-ENS (Geopotenzialanomalien) schön nachvollzogen werden, da sich nun ein recht stationäres Wellenmuster mit 5 Amplituden bzw. Wellenzahl 5 (Nordhemisphäre) etabliert. Dieses Muster ist im nordatlantischen/europäischen Sektor nahezu um 180 Grad zum bisherigen Muster verschoben, was nun die Blockierung von Skandinavien in Richtung Nordatlantik verschiebt. Somit kann sich ein nach Europa ausweitender Langwellentrog nun erstmal bei uns festsetzen. Dies zeigt die Problematik mit den Auswirkungen/Nachwirkungen des Polarwirbels in der Stratosphäre, da häufig unsicher ist, wo genau die Blockierung ansetzt (abseits statistisch nennenswerter Schwerpunkte des wiederholten Auftretens). Mit diesem "Nachhall" haben wir noch bis weit in den Mai zu agieren, wenngleich dessen Auswirkungen nun immer weiter nachlassen und u.a. von synoptisch-dynamischen bzw. tropischen Vorgängen überlagert werden. Dennoch kann mit diesem "background" die Entwicklung sommerlicher Blockierungslagen angeregt werden (und die Häufigkeitsverteilung der unterschiedlichen Wetterregime im IFS-ENS heben in Richtung Juni wieder eine Dominanz der Blockierung hervor).
Dieser "Stratosphärenweg" der Telekonnektion verliert nun weiter an Einfluss, während der tropische für diesen Sommer nun zügig und nachhaltig an Bedeutung gewinnt. Das große Thema ist der sich entwickelnde El Nino im östlichen Nordpazifik. Zwar befinden wir uns noch in der prognostisch ungünstigen Zeit der "spring predictability barrier", einer Phase, wo die numerische Vorhersagegüte mit Blick auf die Vorhersage der El Nino-Southern Oszillation vergleichsweise unsicher/fehleranfällig ausfällt. Doch die Zeichen (u.a. in den tropischen Gewässern des Pazifiks) mehren sich, dass sich im Verlauf diesen Jahres ein kräftiger El Nino entwickeln dürfte. Wenngleich sich die positive Oszillation nun erst entwickelt, so nehmen die Anzeichen eines zumindest kräftigen Ereignisses stetig zu.
Wenngleich die Auswirkungen dieser Anomalie mehr im asiatischen, indo-pazifischen und amerikanischen Sektor deutlich zu spüren sein dürften, so sorgt diese Entwicklung auch global durch Fernwirkung für Einflüsse weit abseits des Geschehens und daher auch bei uns. Durch den raschen Aufbau der Anomalie mit großer Amplitude können daher bereits in diesem Sommer trotz einer jahreszeiten-typischen Schwächephase des Rossby-Wellen-Dynamik auch im europäischen Sektor Fernwirkungen auftreten.
Die Art der Fernwirkung hängt allerdings sehr stark von der zeitlichen Entwicklung des El Nino ab, wo dessen Schwerpunkt sein wird, wir kräftig dieser ausfällt und wie der daraus resultierende Rossby-Wellenzug mit anderen tropischen und außertropischen Zirkulationen interagiert. Diese Entwicklung heißt es in den kommenden Monaten im Auge zu behalten und beschreibt den tropischen Weg (z.B. über die Karibik in das sich nun bald etablierende Sommer-Ostatlantik (SOA) Muster mündend). Die Frage wird sein, welcher Antrieb dominieren wird - eher die NAO, oder über tropischem Weg die SOA. Mit den Anzeichen eines sich rasch und markant entwickelnden El Ninos wäre aus ähnlichen (zeitlichen) Verläufen eine dominierende negative Geopotenzialanomalie vor Westeuropa zu erwarten mit positiven Anomaliewerten über Ost/Nordosteuropa. Einhergehend wäre es über Südeuropa zu nass mit zu trockenen Verhältnissen von Mittel- bis Osteuropa mit insgesamt häufig positiven Temperaturanomalien dank der dominant südwestlichen bis südlichen Strömung.
All dies hebt für diesen Sommer die Blockierungstendenz besonders für das östliche Mitteleuropa/Osteuropa etwas stärker hervor, sei es durch häufig nach Europa ausgreifende warme Förderbänder peripher der negativen Geopotenzialanomalie (negative PV Bildung und Advektion in eine Antizyklone), oder durch einen Art feedback der aktuell bereits teils zu trockenen Verhältnisse in Skandinavien/Osteuropa (fehlende Verdunstung erhöht sensible Wärmeflüsse) oder aber ggf. auch durch den Nachhall der dynamischen finalen Erwärmung aus der Stratosphäre. Diese Konstellation wäre wiederum für uns im Übergangsbereich der dominanten Geopotenzialzentren liegend ein guter Nährboden für gewitter- und starkregenträchtige Lagen, letzteres ggf. auch durch in die Blockierung hineinlaufende Abtropfprozesse forciert, allerdings abhängig davon, wie weit nach Westen die Blockierung ausgreifen kann.
All dies sind aber nur Tendenzen, die von der nun stattfindenden Entwicklung im östlichen Nordpazifik abhängen und in den kommenden Wochen weiter angepasst werden müssen (auch mit Blick auf die Entwicklung der marinen Hitzewelle vor dem Südwesten der USA, die aktuell den Ostpazifik großflächig aufheizt).
AKTUELLE MITTELFRIST:
Die Mittelfrist beginnt nach langer Zeit mal wieder mit den Warnelementen "Starkregen". Eine in der Höhe von leicht antizyklonalen Verhältnissen überlagerte und von Polen nach Deutschland reichende Bodentiefdruckrinne ist gefüllt mit einer labil geschichteten und feuchten Luftmasse. Der Feuchtegehalt ist nicht überbordend, liegt aber etwas oberhalb der Hintergrundklimatologie und wird auch im EFI CAPE mit geringen positiven Abweichungen (indirekt) hervorgehoben. Die diffuse Front mit einer thermisch beding verstärkten frontalen Querzirkulation dürften am Dienstag in einem breiten Streifen über der Mitte für eine Mischung aus regional länger anhaltendem (mehrstündigen) Starkregen und Schauern/einzelnen Gewittern gut sein, während vom Südrand der Front in den Warmsektor über Süddeutschland reichend sowohl am Dienstag wie auch am Mittwoch eher die dem Tagesgang folgende Konvektion in Form teils kräftiger Schauer und Gewitter dominiert. Die peripher der schleifenden Front teils länger anhaltenden Regenfälle dauern auch die Nacht zum Mittwoch und Mittwoch tagsüber weiter an, wenngleich die Intensitäten beim Niederschlag allmählich nachlassen. Aus heutiger Sicht legt EZ (inklusive dem Gros der Numerik) die Hauptniederschläge über die nördliche Mitte (Nordhessen, südliches Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt und Thüringen), wo 24-36 std. (bei noch zeitlich variablen Schwerpunkten) Niederschlagsmengen von 30 bis 50 l/qm zu erwarten sind (bei noch eher schwachen/diffusen Signalen innerhalb der EPS Verfahren). Sonst fallen die Flächenmittel geringer aus, im äußersten Norden bleibt es gar trocken. Und ja, einige Member in den Ensembles zeigen im oberen Bergland der östlichen zentralen Mittelgebirge gar etwas Neuschnee (Mittwoch zum Donnerstag).
Ab Donnerstag setzt sich dann vorübergehend Zwischenhocheinfluss durch, der am Donnerstag abseits einzelner Schauer entlang der Orografie meist freundliches und trockenes Wetter zur Folge hat, bevor zum Freitag und Samstag von Südwesten das Schauer- und Gewitterrisiko wieder zunimmt.
Die Höchstwerte liegen am Dienstag über der nördlichen Mitte bei viel Nass zwischen 10 und 13 Grad, sonst im Norden um 15 Grad und im Süden zwischen 16 und 22 Grad. Zum Mittwoch sorgt zunehmende KLA am Nordrand des skaligen Niederschlaggebietes für teils einstellige Maxima im Regen, während sonst im Norden bis 15 Grad, im Süden 15 bis 19 Grad zu erwarten sind. In der Folge kommt es dann deutschlandweit zu einem allmählichen Erwärmungstrend auf mäßig warme 17 bis 22 Grad.
Die Minima liegen im Süden und Westen meist zwischen 10 und 4 Grad und im Norden zwischen 6 und 1 Grad (örtlich Luftfrost nicht ausgeschlossen). Regional ist zudem im Norden/Nordosten leichter Frost in Bodennähe möglich.
Der von Südwest über Nord bis Ost drehende Bodenwind spielt warntechnisch keine Rolle (abseits konvektiver Umlagerungen).
In der erweiterten Mittelfrist verbleiben wir auf der Trogvorderseite, sodass die mäßig warme und wechselhafte Witterung andauert, während sich derweilen über dem östlichen Mittelmeer eine kräftige Hitzewelle andeutet.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Mittelfrist wird innerhalb der jüngsten Modellläufe von EZ durchweg von einem stationären Langwellentrog beeinflusst, dessen Hauptenergie über die Biskaya nach Südwesten vorstößt und uns im Verlauf der Mittelfrist mit zahlreichen Wellen geringer Amplitude beeinflusst. Daher verwundert auch nicht, dass die anfangs (Dienstag/Mittwoch) noch gute Übereinstimmung der jüngsten EZ-Läufe im Verlauf rasch aufweicht, mit einer Zunahme der Unsicherheiten (vor allem mit Blick auf die Entwicklung des Langwellentroges westlich von uns mit der Frage, ab wann und ob dieser endgültig nach Osten schwenkt). Mit dem Durchschwenken eines erstes Troganteils gestaltet sich der erste Teil der Mittelfrist bis Donnerstag im Zusammenspiel mit einer bei uns schleifenden Front sehr wechselhaft, bevor sich in der Folge vorübergehend hohes Geopotenzial wetterberuhigend auswirkt. Da wir aber weiterhin stromab des Haupttroges liegen, wird es nicht lange dauern, bis erneut labile Luftmassen von Südwesten auf Deutschland übergreifen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch bei den anderen Globalmodellen ergibt sich im Vergleich zu EZ ein homogenes Bild (sicher beginnend, dann rasch unsicherer werdend), wobei zum Ende der Mittelfrist nur EZ und ICON den Langwellentrog recht übereinstimmend mit seiner Achse über Nordwest-/Westeuropa sehen. Bei allen Modellen verbleiben wir durchweg auf der Trogvorderseite und werden durch die Passage zahlreicher kurzwelliger Anteile beeinflusst.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt am Dienstag mit einem Cluster und mit dem klimatologischen Regime eines "Atlantikrückens". Deutschland befindet sich dabei in einer eher gradientarmen südwestlichen Höhenströmung. Das für uns an dem Tag warnrelevante Element (eine schleifende Bodenfront) wird hier natürlich nicht erfasst. Ein Abgleich der probabilistischen Frontenprognose im IFS-ENS konnte wegen technischer Probleme nicht durchgeführt werden.
Auch in weiterer Folge (Mittwoch bis Freitag) wird nur ein Cluster angeboten (positive NAO), wobei das einzig Progressive die den Langwellentrog ost-, nordostwärts ablaufenden kurzwelligen Anteile sind. Ansonsten verbleiben wir durchweg stromab der Trogachse in einer gradientarmen südwestlichen Höhenströmung.
Innerhalb der erweiterten Mittelfrist werden zwei Cluster angeboten, der erste mit dem klimat. Regime der positiven NAO, der zweite mit wechselnden Regime-Prognosen (dominant blockierend). Die größte Diskrepanz ergibt sich aber bei der Geometrie des Keils über dem Nordostatlantik und der stromab noch etwas unsicheren Lage des Langwellentroges bzw. wie kompakt dieser dort verbleibt. Im zweiten Cluster erfolgt ein Aufspalten in einen kurzwelligen/progressiveren Anteil, der in Richtung Ostsee driftet und einen Abtropfprozess über Südwesteuropa, während der erste Cluster den Trog kompakt über Nordwest-/Westeuropa belässt. Wir würden bei beiden Optionen entweder in einer südwestlichen oder eher westlichen und leicht wechselhaften Höhenströmung verbleiben. In der Folge nehmen die Unsicherheiten weiter rasch zu.
Auch die Meteogramme zeigen diesen kühlen, teils auch sehr kühlen Abschnitt zur Wochenmitte mit einer zögernden Milderung in der Folge und das bei einer insgesamt wechselhaften Witterung (mit einer vorübergehend antizyklonal geprägten Phase zum Donnerstag/Freitag).
Die Rauchfahnen beim 500 hPa Geopotenzial zeigen eng gebündelt den Abfall zur Wochenmitte mit einem zögernden Anstieg in der Folge, dann allerdings mit einer deutlichen Aufspreizung der Einzelmember. Dies hebt die Unsicherheit hervor, wie genau/ob der Trog zeitweise in kurzwellige Komponenten fragmentiert, bevor er sich wieder regeneriert. Der Kontrolllauf ist dabei recht gut in die Memberschar eingebettet. Bei der Rauchfahne in 850 hPa wird die Abkühlung zur Wochenmitte besonders im Norden bis zur Mitte im Kontrolllauf teils am unteren Rand der Memberschar gezeigt, bevor in der Folge die meisten Modelle eine Milderung unterstützen. Die Streuung der Einzelmember nimmt zwar zu, der Großteil stützt aber eine erneute Trogvorderseite.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Markante Wettergefahren fallen überschaubar aus und beschränken sich beim Niederschlag am Dienstag und Mittwoch entweder auf mehrere regional begrenzte mehrstündige Starkregen-, oder ein die nördliche Mitte betreffendes markantes Dauerregenereignis. Überschaubare Dynamik und Feuchteanomalien sollten dieses Ereignis allerdings überwiegend im markanten Bereich belassen. Zeitweise konvektiv verstärkte Phasen bzw. die Front ostwärts ablaufende Kurzwellen (mit lokaler Unwettergefahr "Starkregen") lassen sich hier noch nicht herausarbeiten.
Markant fällt ebenfalls der Starkregen bei den teils kräftigen Schauern und Gewittern aus, die südlich der Luftmassengrenze entstehen. Lokal sind hier unwetterartige Mengen um 25 l/qm/h nicht ausgeschlossen (neben Hagel und markanten Böen).
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX mit Modifikationen
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





