Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 21.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Übergang von Sa zu SEa (Süd zu Südost antizyklonal)
Fortdauer der gestörten Zirkulation mit zaghaften und nur bedingt erfolgreichen Annäherungsversuchen atlantischer Systeme. Tagsüber zunehmend Dauerfrost, nachts gebietsweise strenger Frost (Südosten, östliche Mitte).
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... verbringt Deutschland unter geopotenziellem Niemandsland ohne nennenswerten Gradienten. Dabei lassen sich auf der Wetterkarte zahlreiche Systeme finden, die für sich genommen mal mehr, mal weniger Substanz besitzen: ein Trog über Nordosteuropa, ein weiterer mit korrespondierendem Tiefdrucksystem über dem nahen Atlantik, dazu Reste des am Wochenende über Iberien abgetropften Cut-Off-Tiefs (int. Harry) über dem zentralen Mittelmeer. Dem gegenüber steht eine Höhenantizyklone über Nordskandinavien plus Bodenhoch Fennoskandien sowie ein Richtung östliches Mitteleuropa gerichteter Rücken über Südosteuropa mit Bodenhoch CHRISTIAN. Eine stolze Armada an Druck- und Potenzialsystemen, denen aber allen eine gewisse Trägheit anhängig ist. Okay, der Nordosteuropatrog weitet sich etwas nach Westen gen Südskandinavien aus und auch der Trog über dem nahen Atlantik wird rückseitig immer wieder neu gefüttert, was aber an seiner Quasistationarität nicht viel ändert. Kurzum, die Großwetterlage ist mal wieder so was von gestört und eingefahren, so dass allfällige Änderungen nur sehr pomadig vonstattengehen. Deutschland liegt dabei genau zwischen den Stühlen, wobei ein Teil (äußerster Westen) leicht zyklonal, der Rest eher antizyklonal beeinflusst wird.
Zwischen dem multiplen Tiefdrucksystem über dem nahen Atlantik (KIRSTIN, JAQUELINE) sowie dem sich langsam Richtung Vorderasien zurückziehenden Hoch CHRISTIAN gelangt auch heute eine trockene Kontinentalluft in den Vorhersageraum. in der in weiten Landesteilen die Sonne scheint. Einzig in Teilen Oberfrankens und der Oberpfalz schwappt mit dem Böhmischen Wind hier und da etwas Stratus aus Tschechien herüber und auch ganz oben im Norden im Grenzbereich zu Dänemark sowie später evtl. auch auf Fehmarn und Rügen wird in Zeitlupe Hochnebel bzw. Stratus aus Südskandinavien eingeführt. Nach Westen hin, quasi im äußeren Dunstkreis der o.e. Ladies gestaltet sich das Wetter nicht ganz so astrein. Zum einen ziehen WLA-bedingt hohe oder mittelhohe Wolken nord-nordostwärts, ohne aber Niederschlag zu produzieren. Zwar ließen sich am frühen Morgen in Grenznähe zu Belgien und den Niederlanden einige Radarsignale beobachten, bei denen es sich aber meist um "Oberschlag" handelte. Heißt, die Troposphäre, vor allem die untere, ist zu trocken, als dass unten was ankommt. Zum anderen halten sich wie die Tage zuvor im Südwesten (RP bis Oberrhein, obere Donau bis Bodensee) einige zähe Hochnebelfelder.
Bleiben noch Temperatur und Wind, die trotz der statischen Lage ein paar interessante Aspekte aufweisen. So wird z.B. die kalte Grundschicht im Nordosten durch aus dem fennoskandischen Hoch ausfließende Kaltluft gestreckt (T850 heute Abend bei 0°C, sonst deutschlandweit 2 bis 5°C), was dort trotz Sonne leichten Dauerfrost zur Folge hat. Den gibt es auch in Ostbayern sowie bei Dauergrau im Südwesten, während sonst häufig 0 bis 6°C auf der Karte stehen. Am mildesten mit bis zu 8 oder 9°C wird es einmal mehr in NRW durch Leeeffekte sowie in mittleren respektive höheren Lagen der südwestdeutschen Mittelgebirge (Schwarzwald, Alb) und der Alpen, die voll in der Inversion liegen.
Windtechnisch köchelt der Böhmische Wind in Südostsachsen noch für einige Stunden vor sich hin (Böen 7 Bft), bevor er am Nachmittag und Abend die Flamme allmählich runterfährt. Dafür flammt der östliche Wind hoch im Norden mehr und mehr auf. Tagsüber dürften nur Helgoland, die Nordfriesischen Inseln sowie die Halligen von Böen 7 Bft betroffen sein. Am Abend und in der Nacht zum Donnerstag kommen dann auch die westliche Ostsee sowie die restliche Nordseeküste in die Show (Böen 7 Bft). Auf Helgoland wird´s dann stürmisch (8 Bft).
Apropos Nacht zu Donnerstag, in der sich an der GWL kaum was tut. Im Westen und Südwesten weiterhin Wolkenfelder (weniger als am Tag), gebietsweise Hochnebel, lokal "echter" Nebel (Neckar, Oberrhein, Oberschwaben). Auch der tiefe Stratus im Norden macht etwas Boden in Richtung Süden gut und könnte am Morgen die Ostfriesischen Inseln erreichen. Weite Teile von SH und MV sind zu diesem Zeitpunkt schon erfasst und es ist nicht ausgeschlossen, dass an der Ostsee hier und da etwas Schneegriesel oder Nieselregen fällt. Im großen Rest des Landes verläuft die Nacht klar (okay, Teile Ostbayerns werden weiterhin mit Stratus aus dem Böhmischen Becken versorgt) und z.T. bannig kalt mit strengem Frost bis zu -15°C zwischen Sachsen und Alpenrand. Ansonsten verbreitet mäßiger, Richtung Westen und Norden vielfach nur leichter Frost. Glätte spielt nur eine untergeordnete Rolle und tritt am ehesten vereinzelt im Westen und Südwesten auf durch gefrierende Nässe bei Nebel oder Reif (höhere Taupunkte als im Rest der Nation). Frostfreie Zonen gibt es tatsächlich auch noch, nämlich gebietsweise zwischen Niederrhein und Rheinland und auch auf den Nordseeinseln wird es nicht überall für ein Minuszeichen reichen.
Donnerstag... werden Trog und multiples Tiefdrucksystem über dem nahen Atlantik regeneriert, was aber die Zurückhaltung in Sachen Progression keinesfalls löst. Die Blockierung bleibt erhalten, eine elend lange Okklusion zwischen westlichem Mittelmeer und Seegebiet westlich Islands macht sich bei uns erst im Tagesverlauf mit mehrschichtiger Bewölkung im Westen und Südwesten bemerkbar. Ansonsten scheint in weiten Landesteilen einmal mehr die Sonne, sieht man mal von zwei Regionen ab. Die eine liegt relativ schmal im Grenzbereich zu Tschechien, wo weiterhin Low Stratus aus Böhmen angezapft wird. Die zweite befindet sich im hohen Norden, wo das tiefe Gewölk im Nordosten (SH/MV) noch etwas landeinwärts vorankommt, während auf der niedersächsischen Seite von der Deutschen Bucht her Ladehemmung gegeben zu sein scheint. Möglich, dass ganz hoch im Norden etwas Schneegriesel oder Nieselregen fällt. Die Grundschicht ist feucht, die Temperatur an der Inversionsuntergrenze (knapp oberhalb 900 hPa) liegt bei etwa -8/-9°C.
Überhaupt muss man konstatieren, dass die untere Troposphäre im Osten und Nordosten weiter abkühlt auf 0 bis -5°C auf 850 hPa, während in der SW-Hälfte noch leichte Plusgrade gehalten werden. Die Flächen mit Dauerfrost nehmen im Norden und Osten deutlich zu, auch wenn es nicht überall für einen Eistag reicht (z.B. in Küstennähe oder in Teilen Sachsens). Weiterhin unbeeindruckt von der schleichenden Abkühlung bleibt NRW, wo es zwischen Wuppertal und Aachen wieder auf 8 oder 9°C hochgeht. Ansonsten stehen 0 bis 6°C auf dem Zettel. Thema Wind, der sich aus Osten wehend nun auch an der Ostsee mit leicht supergeostrophischer Komponente an der Süd-Südwestflanke des fennoskandischen Hochs soweit eingroovt, dass vermehrt Böen 7 Bft (Vorpommern, SH), exponiert (Rügen, Fehmarn) 8 Bft auftreten. Auf und an der Nordsee erreicht der Ostwind häufiger Stärke 8 Bft, am wenigsten vielleicht auf schleswig-holsteinischer Seite wegen der ablandigen Komponente.
In der Nacht zum Freitag entwickelt sich aus dem mehrkernigen Tiefdrucksystem ein kleines Sturmtief am nordwestlichen Rand der Biskaya. Es sorgt dafür, dass die langgestreckte Okklusion in zwei Teile zerbricht. Der nördliche, nicht dem Sturmtief anhängige, schafft es tatsächlich, sich dem Vorhersageraum so weit zu nähern, dass es ganz im Westen für etwas Regen oder Nieselregen genügen könnte - so zumindest die Lesart einiger Modelle. Ob Hebung und Durchfeuchtung der (unteren) Troposphäre am Ende wirklich ausreichen, um etwas Niederschlag zu produzieren, muss abgewartet und in den nächsten Läufen beobachtet werden. Wenn, dann besteht je nach thermischer Vorgeschichte die Gefahr von lokaler Glätte.
Darüber hinaus ist es so, dass die Bewölkung in der ganzen SW-Hälfte allgemein zunimmt, während sonst eine Mischung aus klarem Himmel, gebietsweise aber auch Hochnebel/Stratus gegeben ist. Zwischen Saarland und Niederrhein bleibt die Nacht meist frostfrei. Sonst kühlt es von West nach Ost gestaffelt auf -1 bis -10°C, von Ostbayern bis nach Sachsen bzw. bis in die Harzregion ausstrahlend auf -10 bis -15°C ab. An der See weht weiterhin ein lebhafter und böiger Ostwind mit Spitzen 7-8 Bft.
Freitag... wird das Setup im und über dem Vorhersageraum ein wenig zyklonaler, ohne dass es aber zu einem monumentalen Wetterwechsel reicht. Der gerade wieder frisch regenerierte Trog über dem nahen Atlantik weitet sich geringfügig ostwärts aus, gleichzeitig zieht das o.e. Sturmtief (immerhin unter 965 hPa im Kern) in Richtung der Scilly-Islands, wo es aber nicht richtig in den Ärmelkanal reinkommt und stattdessen Richtung Irland umgelenkt wird. Sei es wie es sei, auf der Tief-/Trogvorderseite ziehen vermehrt Wolken nach Deutschland rein, häufig im mittelhohen und hohen Niveau, weniger im unteren Stockwerk. Vereinzelt wird zwischen RP/Saarland und dem westlichen NDS etwas Regen oder Nieselregen angeboten, z.T. in "Schlangenform", sprich gefrierend, was aus den schon weiter oben genannten Gründen aber noch abzuwarten ist. Ganz hoch im Norden tummeln sich noch Reste tiefen Bewölkung des Vortags, während vor allem in Sachsen und Thüringen inkl. unmittelbarer Nachbarschaft die Sonne am wenigsten von irgendwelchen Wolken oder Hochnebel gestört wird. Die Temperatur steigt am Alpenrand sowie im Westen und Südwesten auf 0 bis +8°C. Im Rest der Nation muss verbreitet mit leichtem, örtlich sogar mäßigem Dauerfrost gerechnet werden. Der lebhafte und ruppige Ostwind an der Küste dauert mit unveränderter Stärke an.
In der Nacht zum Samstag gibt es weitere Versuche des o.e., inzwischen bis in die höhere Troposphäre reichenden Sturmtiefs, auch bei uns einige Treffer zu landen. Es ist die zugehörige Okklusion, die Kurs auf die westlichen Landesteile nimmt und dort - grob vom Oberrhein/Schwarzwald bis hoch ins westliche NDS - neben mehrschichtiger Bewölkung auch etwas Niederschlag platziert. Dabei ist aus heutiger Sicht neben Regen/Nieselregen, teils gefrierend stellenweise sogar etwas Schneefall vorstellbar, weil die höhenmilde Luft durch die zwar nicht überbordend kräftige, dafür aber kontinuierliche Hebung immer weiter aufgezehrt wird und sich ganz unten eine Isothermie um den Gefrierpunkt einstellt. Die große Frage ist weiterhin, wie viel Niederschlags wo genau tatsächlich unten ankommt.
Ansonsten gilt es nur noch zu konstatieren, dass die Wahrscheinlichkeit für strengen Frost im Südosten sowie der östlichen Mitte ab-, dafür die Wahrscheinlichkeit für leichten Frost im Westen etwas zunimmt. Außerdem schwächt sich der Ostwind insbesondere an der Ostsee allmählich ab.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Entwicklung als solche wird modellübergreifend sehr ähnlich simuliert. Fragezeichen stehen wie im Text beschrieben hinter den simulierten schwachen Niederschlägen. Treten sie überhaupt auf und wenn ja, in welcher Form.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 20.01.2026 um 10.30 UTC
Meist stabil, nur zeitweise/regional leicht wechselhaft. Im Westen anfangs mild, sonst mäßig kalt bis kalt. Nächte frostig. Küsten anfangs stürmischer Ostwind.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 27.01.2026
Es steht eine mittelfristige Wetterlage an, die aus Sicht eines Vorhersagers als spannend und komplex einzustufen ist (mit Blick auf Europa). Wir leiten die heutige Mittelfrist mit einem kurzen Rückblick ein, wie wir zur aktuellen Ausgangslage gekommen sind, um darauf aufbauend die neue Mittelfrist aufzuspannen. Wie immer kann dieser Überblick übersprungen werden - unter "Aktuelle Mittelfrist" wird die uns betreffende Mittelfrist beschrieben.
Kurzübersicht aktuell:
MJO: mit mäßiger Amplitude von Phase 6 zu 7 wandernd (Real-time multivariate, RMM)
NAO: negativ. Vorhersage negativ, aber abschwächend mit großer Streuung zu neutral/leicht positiv
AO: deutlich zu negativ und mit großer Streubreite der Member teils noch weiter absinkend
Schauen wir auf die Aussagen der Tendenzabschätzung vom 28.12.2025: "[...] der Weg im Januar wird wohl eine Mischung aus diesen Signalen sein: zunehmender Westdrang (u.a durch einen sich erholenden und besser positionierenden kanadischen TPV), jedoch bei richtig angesetztem Wellenbrechen mit gröberen Störungsimpulsen, die für winterliche Überraschungen gut sein können."
In der Tat gab Anfang Januar ein bis dato die Westdrift blockierender Keil über dem Nordatlantik nach und machte einer schwachen Westdrift Platz, die nach der NAO Analyse wenigstens zeitweise einen neutralen Wert erreichte und uns u.a. die warnaktiven Tiefdruckpassagen von "ELLI" und "GUNDA" bescherte.
Bereits zum Ende der ersten Januarwoche deutete sich für Ende Januar erneut die Tendenz zu einer über Skandinavien ansetzenden blockierungsfreudigeren Ausgangslage an, u.a. dank einer günstigen MJO Passage von Phase 6 zu 7 oder 8. Die Zuversicht für eine Blockierung war höher als üblich, da die Hintergrundbedingungen für die Ausbildung von blockierenden Antizyklonen weiterhin vorhanden waren.
Eine der genannten Hintergrundbedingungen war (und ist auch noch) die von Ende November 2025 weiterhin nachhallende Störung des Polarwirbels in der Stratosphäre (SPV), die (von der Dauer nicht ungewöhnlich) noch weiter absinkt/anhält und den TPV erfasst hat. Diese "top-down" Entwicklung war abzusehen. Unsicher war, inwieweit der weiterhin sehr schwache Polarwirbel in der Troposphäre im Verlauf des Januars zu einer Blockierung hingerissen wird. Bereits Ende der ersten Januarwoche wurde ein günstiges Wellenbrechen für eine Blockierung im Bereich Skandinaviens angedeutet und seitdem beständig innerhalb der Numerik mitgetragen. Diese Beständigkeit ist nicht nur das Resultat einer brechenden Rossbywelle, sondern hebt auch eine mögliche Fernwirkung des MJO Signals hervor, was bei vorherrschenden (abklingenden) La Nina Bedingungen (negative ONI und somit weiterhin gekoppelt) statistisch gestützt wird. Allerdings ist deren Einfluss aktuell etwas unsicher, da die MJO sehr lange stationär in Phase 6 verblieb, wohin gehend ein progressiveres Verhalten für die Ausbildung eines außertropischen Wellenzuges günstiger gewesen wäre (im zonalen Wellenfluss bisher kaum erkennbar, allerdings mit einem deutlichen Einfluss auf den Nordpazifikjet).
Abseits dieses Nachhalls von oben ("top-down" Entwicklung), sorgte nun die konstruktive Interferenz durch die "bottom-up" Entwicklung aus der Troposphäre heraus (u.a. Wellenbrechen) für beeindruckende Signale bezüglich einer kräftigen und weit nördlich ansetzenden Blockierungslage, die sich durch eine sehr tiefe AO und (gemittelt über die nordhemisphärische Troposphäre) anormal hohe positive Geopotenzialabweichungen äußert. Zudem geht die zonal gemittelte Zonalwindgeschwindigkeit im oberen Bereich der Troposphäre weiter zurück und erreicht auch im IFS-ENS Werte nahe des klimatologischen Rekords. Innerhalb von MERRA2 erreichen wir bei den gemittelten Zonalwinden in 100 hPa zeitweise Rekordwerte, während wir in 10 hPa um/über dem Mittel liegen - was kann deutlicher die entkoppelte Natur des Polarwirbels aktuell hervorheben.
Trotz dieser nun überbordenden Signale einer kräftigen Blockierung sind auch hier Feinheiten weiterhin entscheidend. Z.B. war früh zu erkennen, dass die v.a. "bottom-up" induzierte und top-down bzw. ggf. per MJO Fernwirkung forcierte Blockierung über Skandinavien/Grönland Probleme bezüglich ihrer Intensität haben würde, da von einigen cut-offs unterlaufen (was kräftige WAA/WCB und negativen PV Transport mindert). Diese Entwicklung hätte uns (wie zur ersten Monatsdekade in Modellberechnungen für Ende des Monats angedeutet) direkt eisige Luftmassen aus Skandinavien heranführen können. Doch noch vor der Monatsmitte änderte sich die Zuversicht der physikalischen Modelle bezüglich des direkten Einbeziehens dieser gefriertruhentauglichen Luftmassen. Was war geschehen?
Am 12. Januar 2026 war im IFS-ENS auf einmal eine deutliche Zuversicht zu erkennen, dass sich ein gröberes Reflexionsereignis entlang des SPV anbahnen würde. Dieses Signal wurde in den Folgeläufen bestätigt und bezüglich Amplitude und Dauer noch weiter ausgebaut. Statistisch gesehen folgt solch einer Entwicklung eine allgemeine Reduktion des Geopotenzials über dem Nordatlantik mit steigendem über Alaska (was die Reduktion der aktuell vorherrschend positiven PNA Anomalie erklärt, die dadurch retrograd verlagert wird). Eine klassische Folge von dieser Entwicklung ist eisige Kanadaluft im Norden/Osten Nordamerikas (aktuell in der Mache).
Für uns hatte diese Entwicklung besonders innerhalb der physikalisch angetriebenen Modelle die Zunahme des Einflusses vom Nordatlantik zur Folge, wo kräftige Zyklonen immer östlicher an Westeuropa herangetragen wurden. So nebenbei hingen AIFS und Begleitmodelle diesem Wechsel längere Zeit hinterher, was u.a. der (zwar verbesserten, aber) weiterhin schlechten Handhabe der Dynamik innerhalb der Stratosphäre geschuldet sein sollte.
Gleichzeitig wurde zwischen Kanada und Eurasien der planetare Wellenzug sukzessive, aber "ever so slowly" nach Westen gerückt, dank des günstigen Zusammenspiels aus einem erneuten "westerly wind burst" über tropischen (indopazifischen) Gewässern und einem kräftigen und anhaltenden negativen (asiatischen) Gebirgsmoment - beides Entwicklungen, die letztendlich für einen (temporären) Rückzug des Pazifikjets (engl. retraction) bekannt sind und stromab auch Einfluss auf das Wellenmuster nehmen können (u.a. in Form früher ansetzenden Wellenbrechens). Dieser Einfluss blieb aber letztendlich sehr überschaubar, da die temporäre "jet retraction" durch die MJO 6 induzierte Verschärfung des ostasiatischen Jets (per konvektivem Ausfluss in der Höhe) überkompensiert wurde.
Dennoch sind diese Entwicklung entscheidend gewesen, da durch die genannte geringe retrograde Verschiebung des Wellenzugs die Kaltluft nun effektiver in Richtung Nordostatlantik gedrückt wird, während die milde Atlantikluft wiederum durch das Reflexionsereignis der Kaltluft entgegenkam. Unweigerlich bahnte sich (und bahnt sich auch in aktuellen Vorhersagen) eine immer deutlichere Luftmassengrenze in Form einer weit südlich ansetzenden Frontalzone an.
All dies mündet nun in eine (synoptisch gesehen) sehr spannende Entwicklung. Die zonal gesehen mobile Antizyklone verbleibt zwischen Grönland und Skandinavien und stützt wiederholte Kaltluftausbrüche nach Süden in Richtung Skandinavien (forciert durch fallendes Geopotenzial über Skandinavien im Verlauf dieser Mittelfrist).
Gleichzeitig wird der Nordatlantik durch die Entwicklung aus der Stratosphäre heraus gestützt in Form negativer Geopotenzialanomalien über Ostkanada/Neufundland und dem Nordatlantik. Die dank der Blockierung südlich versetzte Frontalzone wird zudem durch die Nähe eines großräumig anormal zu warmen subtropischen Nordatlantiks baroklin (und mit viel Feuchte) weiter angefacht, sodass von einem agilen Wellenzug ausgegangen werden kann, der besonders das südwestliche und südliche Europa betreffen wird. Es bahnt sich grob gesagt über und peripher des Mittelmeers dadurch eine sehr ungemütliche und regional wohl auch brisante Wetterlage an (siehe auch subsaisonale EFI Vorhersagen "Niederschlag"). Zudem sind explosive Zyklogenesen über dem Nordatlantik auf einer südliche Zugbahn zunehmend wahrscheinlich, die ggf. bei richtiger Ausrichtung ins Mittelmeer ziehen können. Mitteleuropa befindet sich hingegen (wenigstens diese Mittelfrist über) zwischen den Stühlen, was auch innerhalb der Wochenvorhersage beim IFS-ENS z.B. bei der 2m Temperatur mit hohen Unsicherheiten im Sinne einer Grenzwetterlage hinterlegt wird.
Bevor wir aber gleich näher auf die Entwicklung bei uns schauen sei noch eine kurze Tendenzabschätzung für den Februar erlaubt. Grundsätzlich sollte zum Monatswechsel der Nachhall der SPV Störung vom November 2025 endgültig nachlassen und eine temporäre Kopplung von SPV/TPV steht im Raum, was bei der Zonalwindvorhersage in 100 hPa auch mit einer Zunahme (allerdings mit immenser Streuung) honoriert wird. Ein weiteres Störfeuer beim SPV Ende Januar dürfte aus heutiger Sicht erstmal wenig Einfluss ausüben. Allerdings muss z.B. der IFS-ENS Vorhersage in 10 hPa dieser Störung nachfolgend eine extreme Unsicherheit innerhalb der Ensemblevorhersage bescheinigt werden. Etliche Member zeigen beständig eine deutliche Abschwächung, was auch im Einklang mit den wiederholt erwähnten anfälligeren Hintergrundbedingungen (QBO) steht und dank der weiter anhaltenden Blockierungszentren auf der Nordhemisphäre nicht unwahrscheinlich erscheint.
Eine Unbekannte wird zusätzlich sein, inwieweit sich über den üppigen Schneeflächen Skandinaviens/Osteuropas und einer überregional zur Ruhe kommenden Kaltluft ein selbst induziertes Hoch aufbauen kann, was die Blockierung kräftiger ausfallen lassen würde und einer zunehmenden Westdrift effektiver entgegenhalten könnte. Im IFS-ENS hallt die Blockierung in hohen Breiten auch noch länger nach, was auch weiterhin die Anfälligkeit des TPV hervorhebt. Optionale Kopplung, nachlassender top-down support und (zugegeben eher spekulativ) ein hochbaroklines Umfeld peripher eines optionalen (selbst induzierten) Kaltluftreservoirs über Skandinavien würden insgesamt aber eher eine polwärtige Verschiebung der Frontalzone und bei uns einen zunehmenden Atlantikeinfluss wahrscheinlicher machen. Bei Rückseitenwetterlagen sind dadurch aber weiterhin markante Kaltluftvorstöße denkbar. Egal wohin man schaut, die jeweiligen Ensemblevorhersagen in den Tropen bis in die Troposphäre/Stratosphäre sind (verständlicher Weise) mit teils enormen Streubreiten behaftet, zumal auch die 2D PDFs weiterhin keine Hinweise auf Zonalität geben (bis Mitte Februar dominant NAO- und BL+). Sollten SPV und TPV koppeln würde die Zuversicht für eine positive NAO deutlich zunehmen. Bis dahin ist aber der extrem schwache TPV auch im Februar für Überraschungen gut, besonders bei der dann vorhandenen Luftmasse über Skandinavien, inklusive Schneebedeckung.
Doch kommen wir nun zur "Aktuellen Mittelfrist".
Wie gestaltet sich das Wetter während der nun anstehenden Mittelfrist vom Freitag, den 23. Januar bis Dienstag, den 27. Januar 2026?
Zum Beginn der Mittelfrist befinden wir uns zwischen den besagten Stühlen der blockierenden Antizyklone über dem Europäischen Nordmeer und dem von Westen nahenden und in der Folge nach Italien abtropfenden Troges, woran sich auch den Rest der Mittelfrist wenig ändern wird.
Dabei herrscht am Freitag in weiten Bereichen der Republik noch eine südliche Strömung vor, in der durch Absinken adiabatisch erhöhte 850hPa Temperaturwerte von 2 bis 7 Grad auftreten, was aber zumeist entkoppelt unterhalb der Inversion fußkaltes Wetter bedeutet (Ausnahme der Südwesten sowie Leelagen). Derweilen dominiert im Norden bereits eine südöstliche Anströmung peripher der Antizyklone, wobei leicht negative 850 hPa Temperaturen vorherrschen. Im Überhangsbereich kann bei mäßiger Massenkonfluenz und den baroklinen Verhältnissen von leicht frontogenetischen Verhältnissen gesprochen werden, sodass im Nordwesen regional etwas (gefrierender) Niederschlag mit Glätte nicht ausgeschlossen wird.
Zum Samstag erfasst eine schwache Front den Westen Deutschlands, was mit leichten Niederschlägen einhergeht, die variable Phasen aufweisen und sich sukzessive unter Abschwächung bis in den Norden voran arbeiten (dort dominiert die Schneephase). Je nach Lage der Front kann sich durch die vorhandene Feuchte peripher der Front und der anhaltenden östlichen Anströmung über der südlichen Ostsee ein Band mit kräftigeren Schneefällen ausbilden, dass besonders den Osten von Schleswig-Holstein betreffen könnte (diabatisch forciert und in Richtung "lake effect" gehend).
Ansonsten sorgt seichter Hochdruckeifluss für ein ruhiges und freundliches Wochenende, bevor ab der Nacht zum Montag optional Aufgleitniederschläge aus Südosten aufziehen, die den Südosten und ggf. Osten mit leichten bis mäßigen Niederschlägen betreffen (dominant Schnee, allerdings regional auch gefrierender Niederschlag nicht ausgeschlossen). Im Westen und Norden bleibt es häufig bedeckt mit nur lokalen Schneeschauern, meist wird ein trockener Tag erwartet. Daran ändert sich auch zum Dienstag wenig, wenngleich die Wolkendecke wieder stärker auflockert. Allerdings sind die Unsicherheiten bezüglich des exakten Wetterablaufs für diesen Vorhersagezeitraum noch sehr groß!
Die Höchstwerte weisen besonders zum Beginn der Mittelfrist (Freitag) ein deutliches Südwest-Nordost-Gefälle auf mit +8 Grad am Niederrhein und -5 bis -7 Grad in Richtung Uckermark/Stettiner Haff. In der Folge breitet sich der zumeist leichte Dauerfrost sukzessive südwärts aus, was einerseits der Advektion, andererseits aber auch der teils entkoppelten Grenzschicht geschuldet ist. Am Samstag bleibt es vom Niederrhein bis zum Alpenrand mit 1 bis 6 Grad noch frostfrei, am Sonntag betrifft das mehr den Westen und die Gebiete entlang des Rheins/Mains, bevor ab Montag nahezu deutschlandweit leichter, in Richtung Erzgebirge/Oder regional auch mäßiger Dauerfrost erwartet wird. Die Minima liegen je nach Bewölkungsverteilung zwischen 0 und -9 Grad, wobei die tiefsten Werte vorzugsweise im Osten sowie im Bergland/entkoppelt in geschützten Muldenlagen erreicht werden. Lokal ist strenger Frost nicht ausgeschlossen.
Der Ostwind weht im Umfeld der Küsten stark böig bis stürmisch (Bft 7 bis 8), exponiert auch immer wieder mit Sturmböen (Bft 9). Dieser Wind schwächt sich bis zum Sonntag allmählich ab, sodass die Wahrscheinlichkeit für markante Böen dann nur lokal erhöht bleiben (meist Bft 6 bis 7) und zum Dienstag kippt der Wind zunehmend auf Südost.
Ansonsten weht der Ostwind schwach bis mäßig, im Bergland zeitweise auch böig auffrischend, dreht zum Sonntag/Montag mehr auf Nordost und zum Dienstag auf Südost. Am Freitag könnten auf exponierten Alpengipfeln vorübergehend markante Böen aus Süd/Südwest ein schwaches Föhnereignis hervorheben (cross-alpiner Druckgradient aus heutiger Sicht kurz bei 6 hPa). Sonst bleibt der Wind (warnmäßig) im Hintergrund.
Ein Hinweis: Der kalte Ostwind, gekoppelt an frostige Temperaturwerte, ist am Freitag im Norden (inklusive Küstenumfeld) für gefühlte Werte im strengen Frostbereich (auch tagsüber) gut.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Grundsätzlich ist die Konsistenz von IFS als gut, ab Sonntag als moderat zu bezeichnen. Die großräumigen Druckgebilde werden bezüglich deren Entwicklung, Lage und Intensität recht homogen gezeigt, allerdings nimmt die Streuung zum Ende des Wochenendes bei schwachen Druck- und Geopotenzialgradienten über Mitteleuropa zu.
Von Freitag zum Sonntag tropft ein über Nordwesteuropa liegender negativ geneigter Trog in Richtung Italien ab und findet in der Folge als diffuser Höhentrog wieder Anschluss an einen Trog, der sich über Skandinavien einnistet. Dabei verbleibt Deutschland am Nordrand dieser Entwicklung in einem druck-/gradientarmen Bereich. Die Unsicherheiten nehmen somit zum Ende der Mittelfrist zu.
Schaut man sich die jüngsten 8 Modellläufe von EZ an, dann werden die blockierende Antizyklone im hohen Norden sowie ein Sturmtief östlich von Neufundland und der Trog über dem Mittelmeer recht konstant bezüglich Lage/Intensität gezeigt. Das Rauschen nimmt allerdings über Mitteleuropa und dem südlichen Skandinavien dank der dortigen Dominanz kurzwelliger Anteile in einer gradientarmen Umgebung zu. Hier dürften auch noch weitere Anpassungen erfolgen, die sich besonders auf optionale schwache Frontpassagen bei uns auswirken.
Die Mittelfrist kann insgesamt als recht stabil bezeichnet werden, sieht man von schwachen Frontpassagen mit etwas Niederschlag ab (Samstag aus Südwest, Montag etwas Aufgleiten aus Südost und am Dienstag eine schwache Kaltfront aus Nord).
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der weiter oben beschriebene Ablauf (Konsistent IFS) gilt auch bei der Betrachtung der weiteren internationalen Modelle. Deutschland verbleibt meist am Nordrand des über Italien ostschwärts schwenkenden Trogs/Bodentiefs. Allerdings ist weiterhin eine große meridionale Streubreite der Zugbahn vorhanden, sodass bei einer nördlicheren Variante (UK10) auch Aufgleitniederschläge aus Südost am Montag ein Thema werden können (bei UK10 gar eine Leezyklogenese am Nordrand der Alpen, die nordostwärts über Deutschland zieht). Dafür muss aber erstmal der Abtropfprozess über Westeuropa vollzogen werden, um über mögliche (neue/Lee-) Tiefentwicklungen zu diskutieren. Diese Option wird natürlich in der Folge weiter im Auge behalten.
Zum Beginn der kommenden Woche ergeben sich im Bodendruck- und Geopotenzialfeld gröbere Diskrepanzen, die aber (abgesehen von UK10) alle polare Kaltluft über Südskandinavien in Richtung Großbritannien bringen, die sukzessive auch nach Deutschland einströmt. Dies würde zum Großteil unter Hochdruckeinfluss stattfinden, allerdings birgt der barokline Randbereich besonders für den Westen und Süden aus heutiger Sicht Überraschungspotenzial (Schnee).
Ein kleiner Zusatz. Eingangs der Mittelfrist (am Freitag) ist vor der Bretagne eine explosive Zyklogenese im vollen Gang, bei der NCEP den Kerndruck teils auf unter 960 hPa schraubt (im IFS-ENS eher um 965 hPa mit einzelnen 960 hPa Membern). Interessant ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Zyklone durch eine hochreichend warme Kernanomalie angetrieben wird inklusive eines zunehmend symmetrischen niedertroposphärischen Windfelds peripher des Druckminimums. Im Phasendiagramm sind die Vorhersagen teils deutlich im "symmetrisch und hochreichenden" warmen Kernbereich zu finden und Flächensoundings (über das Tiefzentrum gespannt) heben eine hochreichend feucht-labile Umgebung hervor. Eine Okklusion ist anfangs noch kernnah vorhanden, das Tief kapselt sich aber immer weiter ab, sodass man auf dem Blatt über eine subtropische Form der Zyklogenese nachdenken könnte. Allerdings zeigen cross sections aktuell keine Abkopplung einer isolierten niedertrop. positiven PV Anomalie, überlagert von negativen Werten, sodass wir hier wohl letztendlich eher von einem Prachtexemplar einer intensiven "warm seclusion" sprechen werden. Man darf auf Satellitenbilder gespannt sein.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt am Freitag mit einem Cluster und dem klimatologischen Regime der negativen NAO. Dabei wird die blockierende Antizyklone zwischen Grönland/Norwegen von einem kräftigen Trog unterlaufen, der sich einhergehend mit einer explosiven Zyklogenese über der Biskaya einfindet. Deutschland liegt im Niemandsland zwischen beiden Druckgebilden und man kann dort dank eines schwachen Keils mit ruhigem Wetter rechnen.
Von Samstag bis Montag werden 2 Cluster (negative NAO) aufgespannt, mit dem Kontrolllauf im ersten Cluster. Beide Cluster heben homogen die Grundstruktur hervor (Blockierung Grönland und ein in Richtung Mittelmeer gerichteter Wellenzug). Deutschland verbleibt am Nordrand des zum Mittelmeer ziehenden Troges/Höhentiefs in einem sehr gradientarmen Bereich (bezüglich des Drucks/Geopotenzials). Unsicher ist noch, ob bzw. wo transienten Bodentiefs innerhalb/peripher des Troges initiiert werden, die bei nördlicher Zugbahn u.U. dem Süden/Osten zum Wochenbeginn auch Aufgleitniederschläge aus Südost bescheren könnten. Für Deutschland unterscheiden sich die beiden Cluster aber kaum (bzw. hängt es hier von im Ensemble herausgeglätteten Kurzwellen ab, die ggf. schwache Fronten nach Deutschland drücken können).
Zum Ende der Mittelfrist/Beginn der erweiterten Mittelfrist dominieren weiterhin 2 Cluster mit einer beeindruckenden Blockierungssignatur: Peripher der Antizyklone über Grönland erstreckt sich eine umfangreiche, zonal gen Mittelmeer ausgerichtete Trogrinne. Allerdings sollte man hier wohl die Unsicherheiten insgesamt höher bewerten, da über dem Nordatlantik optionale und explosive Zyklogenesen in deren Umfeld des Geopotenzialfeld nachhaltig beeinflussen werden. Ein Blickfang wäre z.B. WCB induziert eine Keilaufwölbung in Richtung Grönlandhoch. Stand heute würde es über Deutschland (Norden?) eher auf eine Luftmassengrenze hinauslaufen (v.a. dank der weiterhin südlichen Zugbahn der Tiefdruckgebiete).
IFS-ENS geht in der Folge sehr zuversichtlich (over-confident?) in die tiefe erweiterte Mittelfrist mit nur einem Cluster und blockiert mit einer umfangreichen Antizyklone über Osteuropa die Westdrift vom Atlantik. Das Gerangel zwischen milder Atlantikluft und frostiger Kontinentalluft würde weitergehen. Allerdings sollten die Unsicherheiten bereits früher deutlicher zunehmen, als dass es das heutige EPS Cluster uns andeutet.
Die Meteogramme kann man insgesamt als zunehmend winterlich bezeichnen bei Höchstwerten meist um den Gefrierpunkt und besonders im Nordosten bei Dauerfrost (Ausnahme der Westen). Die zunehmende Streubreite (2m Temperatur) im Verlauf der kommenden Woche deutet auf das mögliche Gerangel der unterschiedlichen Luftmassen hin, was auch mit wiederholten Niederschlagssignalen einhergeht, die dabei meist als Schnee fallen würden. Allerdings sind noch einige Optionen vorhanden (Luftmassengrenze, durchschwenkende Tiefdruckgebiete), sodass bezüglich des Niederschlags noch keine Schwerpunkte herausgearbeitet werden können.
Innerhalb der Rauchfahnen startet der Kontrolllauf mal wieder gut eingebettet in der Memberschar und schert in der Folge in den unteren Streubereich der Member aus. Hier spielt sicherlich die zunehmende Dominanz der synoptischen Dynamik (Tiefs) eine Rolle, der es das Anzapfen der eisigen Kaltluft auf der Rückseite ostwärts durchschwenkender Tiefdruckgebiete ermöglichen würde. Die Streubreite kann aber zum Ende der Mittelfrist als sehr groß bezeichnet werden (teils über 15 Kelvin).
Beim 500 hPa Geopotenzial bleiben die Member gebündelter mit einem meist gut eingebetteten Kontrolllauf, die insgesamt ein beständiges Absacken des Geopotenzials zeigen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wettererscheinungen bleiben weiterhin sehr überschaubar.
Beim WIND treten am Freitag im Küstenumfeld wiederholt stürmische Böen, exponiert auch Sturmböen (Bft 8 bis 9) aus Ost auf, bevor hier der Wind bis zum Sonntag immer schwächer wird (dann nur noch exponiert, z.B. auf Rügen, hin und wieder eine Bft 8).
Am Freitag sind im exponierten Bereich der Alpen markante Böen aus Süd/Südwest nicht ausgeschlossen (Föhn mit Bft 8 bis 9).
Im Osten tritt je nach Bewölkungsverteilung regional/zeitweise strenger FROST um -10 Grad auf. Dies betrifft mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten besonders den Nordosten in der Nacht zum Samstag.
Beim SCHNEE kann am Sonntag/Montag im Küstenumfeld lokal markanter Neuschnee (lake-effect) nicht ausgeschlossen werden, die Unsicherheiten diesbezüglich sind aber noch sehr groß und können später in LAMs ggf. besser herausgearbeitet werden.
Bei den im Text angesprochenen Niederschlagsereignissen kann regional erhöhte GLÄTTE durch gefrierenden Niederschlag nicht ausgeschlossen werden (Freitag im Nordwesten, Samstag im Südwesten und von Sonntag zu Montag im Südosten). Hierbei handelt es sich aber (wenn überhaupt) um markante Glätte.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX (mit Anpassungen)
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





