Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 11.07.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Sehr warm bis heiß und trocken. Am Montag im Norden und Nordosten Schauer und einzelne Gewitter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Aktuell ... setzt sich die stabile Omegawetterlage über weiten Teilen Europas fort. Dabei reicht ein blockierender Höhenrücken vom westlichen Mittelmeerraum über Frankreich und die Britischen Inseln hinweg bis in das Seegebiet nordwestlich von Irland. Flankiert wird dieser Rücken von einem Trog mit Drehzentrum knapp westlich von Portugal und einem weiteren umfangreicheren über Ost-/Südosteuropa. Von Letzterem werden der Osten, Nordosten und Südosten Deutschlands weiterhin leicht beeinflusst. So zogen auch heute dort wieder aufgelockerte Wolkenfelder vorüber, sodass der pure Sonnenschein zeitweise etwas gedämpft wurde. Wenige Lichtblicke hatten heute auch einige Regionen unmittelbar an der Nordsee. Wie erwartet, wurde dort mit der nördlichen Strömung etwas feuchtere Nordseeluft advehiert, sodass sich gebietsweise erneut dichte Stratusbewölkung hielt.
Sowohl die Wolken im Osten als auch der Nordseestratus werden sich am Abend und über die kommende Nacht hinweg halten, wobei letzterer sich noch ein wenig wieder landeinwärts vorarbeiten wird.
Sonst zeigt sich der Himmel am Abend und in der Nacht neben ein paar Quellwolken im Bergland weitgehend wolkenlos. Denn das Wetter hierzulande wird nach wie vor von dem Hoch LAURENT mit Schwerpunkt nördlich der Britischen Inseln bestimmt, von dem aus ein Keil (KLAUS) in Richtung Deutschland gerichtet ist. Somit bleibt Absinken dominant. Zudem ist die Luftmasse relativ trocken. Das sorgt auch dafür, dass die Temperaturen in den Nächten noch relativ angenehm verbleiben. So liegen die Minima meist zwischen 16 und 11 Grad, in einigen Senken und Tälern auch darunter. Etwas wärmer bleibt es in einigen Ballungszentren im Westen und Südwesten Deutschlands.
Sonntag ... ändert sich an der Großwetterlage wenig. Für uns wetterbestimmend bleiben weiterhin das mittlerweile mit seinem Schwerpunkt über dem Europäischen Nordmeer liegende Hoch LAURENT bzw. sein Hochkeil KLAUS, der weiterhin nahezu ortsfest über Deutschland hinweg bis in den Alpenraum reicht. Der osteuropäische Trog zieht sich zwar langsam weiter nach Osten zurück, von Südskandinavien nähert sich aber ein flacher Randtrog, der allmählich auch auf den Norden und Nordosten Deutschlands übergreift. Dadurch labilisiert die Schichtung im Norden und Nordosten und trogvorderseitig bildet sich eine Schliere mit etwas feuchterer Luft und etwas CAPE aus. Mangelnde Dynamik und eine insgesamt einfach zu trockene Luftmasse verhindern aber, dass daraus mehr wird. So äußert sich das Ganze vor allem durch zeitweise dichtere Bewölkung, mehr als einen Spritzer Regen wird es aber nicht geben. Die Modelle sind diesbezüglich übereinstimmend sehr zurückhaltend.
Trüber und auch kühler bleibt es weiterhin im Nordseeumfeld. Bei anhaltender nordwestlicher Strömung sorgt die Nordsee für Nachschub an tiefer Stratusbewölkung, die sich tagsüber im Binnenland auflöst, sich in der Nacht zum Montag aber auch wieder landeinwärts halten kann. Abseits davon scheint Richtung Westen und Süden abgesehen von ein paar Quellungen im Bergland erneut verbreitet die Sonne. Die Temperatur steigt verbreitet auf 28 bis 33 Grad, im Südwesten örtlich bis 35 Grad an. Kühler bleibt es bei auflandigem Wind nur im Küstenumfeld.
In der Nacht zum Montag verbleiben der Norden und Osten im Einflussbereich des Randtroges, der sich zunehmend beginnt abzuschnüren und sich zu einem Kaltlufttropfen über der südlichen Ostsee zu entwickeln. Dadurch wird der Höhenrücken etwas geschwächt. Eine große Wetteränderung ruft dies aber nicht hervor. So wird die Nacht in weiten Teilen des Landes wieder klar und es bleibt trocken. Im Ostseeumfeld kann es im Einflussbereich des Troges vereinzelt Schauer geben. Auch ein lokales Gewitter ist nicht ganz ausgeschlossen. Die Luft kühlt auf 16 bis 12 Grad ab, in einigen Ballungszentren nur auf Werte um 20 Grad.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... ergeben sich zur Frühübersicht keine wesentlichen Änderungen. So zeigt sich das Wetter zweigeteilt. Im Norden und Nordosten im Bereich des Kaltlufttropfens gibt es mehr Wolken und vereinzelt Schauer und/oder Gewitter. Sonst wird es erneut sonnig. Insgesamt bleibt es sehr warm bis heiß mit den höchsten Werten bis 36 Grad im Südwesten Deutschlands.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Wetterentwicklung wird weitgehend übereinstimmend prognostiziert. Erst am Montag ergeben sich leichte Unterschiede bezüglich der Niederschlagsausprägung im Bereich des Kaltlufttropfens.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 11.07.2026 um 10.30 UTC
Zunächst anhaltende Hitze mit nur wenigen Gewittern. Ab Freitag zunehmend schwül mit teils starken Gewittern, nachfolgend Abkühlung möglich.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 18.07.2026
Hitze, Trockenheit, Wald- und Sonnenbrandgefahr, das alles sind negative Begleiterscheinungen seit Mitte Juni, die scheinbar nicht enden wollen oder höchstens kurze Pause machen. Besteht denn Hoffnung in der Mittelfrist? Oder bleibt der Sommer auf Kurs "Mediterran"?
Zum Beginn der Mittelfrist am kommenden Dienstag jedenfalls bleibt alles beim Alten. Großräumig hohes Geopotenzial mit Blockierung über weiten Teilen Europas wird unterlaufen von einem etwas umfangreicheren Höhentief nordwestlich der Iberischen Halbinsel und einem Trog über dem östlichen Skandinavien und dem westlichen Russland, der sich bis ins östliche Mittelmeer erstreckt. Dazwischen befindet sich ein Rücken, der mit einem Höhenhoch knapp nördlich der Britischen Inseln in Verbindung steht. Dieses Höhenhoch wird von einem Bodenhoch an ähnlicher Stelle begleitet (HNFa). In der südlichen Strömung wird dabei sehr warme bis heiße Subtropikluft nach Deutschland verfrachtet, sodass die T850 hPa bei 11 Grad im Norden bis 20 Grad im Süden liegen.
Bis Donnerstag bringen dann zwei weitere Faktoren zumindest etwas Spannung in die Wetterküche. Da wäre zum einen ein kleines Höhentief, das vom Baltikum über dem westlichen Polen südwärts läuft und dem Osten ein paar Schauer oder Gewitter spendieren könnte. Zum anderen nähert sich langsam auch mit dem Höhentief westlich von uns verbundene Tiefdruckzone Deutschland an und schleust vor allem im äußersten Süden/Südwesten ein wenig Feuchtigkeit ein. Dort wird allerdings mangels Hebung häufig die Orografie benötigt, um konvektive Umlagerungen zu generieren.
Zum Ende der kommenden Woche wird das Höhenhoch zum Baltikum gedrängt, weil sich von Grönland kommend ein neuer Langwellentrog südostwärts ausweitet. Er fängt das mittlerweile zur Biskaya gewanderte Höhentief ein und platziert sich zunächst über den Britischen Inseln, ab Sonntag über der Nordsee (TrW). Damit greift der Tiefdruckeinfluss mit feuchter Luft und Hebung (diffluente Trogvorderseite) mehr und mehr auf Deutschland über und facht die Konvektion an. Folglich sind ab Freitag vermehrt konvektive Umlagerungen zu erwarten. Die T850 hPa ändern sich auf der Trogvorderseite zunächst noch nicht, da kein Luftmassenwechsel erfolgt. Erst am Montag deutet sich mit weiterer Verlagerung des Troges nach Skandinavien zumindest für den Nordwesten ein Kaltfrontdurchgang an. Soviel zyklonales Geschehen gibt es am Mittelmeer in dieser Jahreszeit übrigens selten.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der drei jüngsten Läufe des EZMW ist einigermaßen hoch, selbst das kleine über dem westlichen Polen südwärts ziehende Höhentief wird relativ ähnlich simuliert. Das Übergreifen zyklonalen Geschehens ab Freitag wird ebenfalls konstant beibehalten, auch wenn es in der Geometrie des Trogs westlich/nordwestlich von uns Unterschiede in den Läufen gibt. Ein möglicher Kaltfrontdurchgang zum Anfang übernächster Woche (erweiterte Mittelfrist) war in den Vorläufen weniger stark ausgeprägt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Nicht unüblich ist, dass kleine Höhentiefs in anderen Modellen etwas anders vorhergesagt werden. So soll es nach GFS und ICON deutlich östlicher nach Süden ablaufen, als es das EZMW zeigt. Damit würden Schauer oder Gewitter im Osten Deutschlands Mangelware bleiben. Bei UK10 hingegen wandert das Höhentief auf EZMW-Pfaden. Darüber hinaus zeigen alle anderen Modelle unisono die zunehmende Zyklonalität ab Freitag. Beim GFS ist sogar auch wie beim EZMW der Kaltfrontdurchgang ab Montag übernächster Woche im Programm.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen diverser deutscher Städte verlaufen bis Donnerstag meist eng gebündelt mit gut im Median eingebetteten Kontrolllauf, der somit den Hauptlauf bestätigt und weiterhin die Hitzewelle propagiert. Ab Freitag öffnen sich die Kurven zwar allmählich, Kontrolllauf und Median zeigen aber mit dem Median einen Abfall. Zyklonaleres Wetter und leicht sinkende Temperaturen haben damit eine Mehrheit und bestätigen ebenfalls den Hauptlauf. Niederschlagssignale gibt es insbesondere ab Freitag.
CLUSTER:
Für den zweiten Zeitschritt von Donnerstag 0 bis Samstag 0 UTC werden 5 Cluster ausgegeben (mehrheitlich mit Blockierung). Während C1 bis C3 ähnliche Muster wie der Hauptlauf zeigen, erreicht das Höhentief in C4 und C5 bereits in der Nacht zum Samstag Deutschland. Große Auswirkungen hat das auf unser Wetter allerdings nicht, nach allen Varianten nimmt die Zyklonalität zu. Im dritten Zeitschritt von Sonntag 0 UTC bis Dienstag 0 UT (erweiterte Mittelfrist) sind 3 Cluster (Atlantischer Rücken dominant) vorhanden. C1 entspricht dem Hauptlauf. In C2 schwenkt der Trog langsamer, in C3 schneller durch, sodass die Frage, wann erneut Hochdruckeinfluss aufkommt, noch nicht abschließend zu klären ist.
FAZIT:
An der neuerlichen Hitzewelle bestehen keine Zweifel. Mögliche kleine Störfaktoren in Form von lokalen Schauern und Gewitter bleiben bis Donnerstag auf den Osten und Süden/Südwesten beschränkt. Ab Freitag nimmt mit schon recht großer Sicherheit das Gewitterpotenzial von Südwesten her deutlich zu, wobei die Temperaturen zwar etwas zurückgehen, es aber zunehmend schwül wird.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
EFI weist bis Freitag keine Signale für erhöhtes CAPE oder CAPE SHEAR auf. Dennoch sind bis Donnerstag im äußersten Süden und Südwesten sowie im Osten einzelne starke Gewitter nicht ausgeschlossen. Insbesondere bei orographischem Support können angesichts der Luftmasse lokal auch unwetterartigen Entwicklungen nicht ganz ausgeschlossen werden.
Das gilt erst recht ab Freitag, wenn von Südwesten her die Gewitterneigung überall deutlich zunimmt.
HITZE:
EFI zeigt für alle Tage Signale für überdurchschnittlich hohe Temperaturen. Vor allem im Süden und Südwesten ist daher eine starke Wärmebelastung zu erwarten, zumal auch die Nächte zunehmend mild bleiben. Darüber hinaus nimmt in der zweiten Wochenhälfte die Schwüle zu.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler





