Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 13.04.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
HFz

Im Südosten heute und in der Nacht zum Dienstag einzelne Gewitter gering wahrscheinlich. Kleiner Hagel und stürmische Böen nicht ausgeschlossen.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag... liegen wir unter der Vorderseite eines Troges über Westeuropa, der ins westliche Mittelmeer abgetropft ist. Dem gegenüber steht ein blockierendes Hoch über Fennoskandien. Unter der fast südlichen Strömung in der Höhe bildet sich ausgehend von den Alpen ein Leetief, dass sich als Rinne bis Nordostdeutschland erstreckt.

Auf seiner Ost-Nordostflanke hat sich etwas Gradient zum Hoch über Nordosteuropa ausgebaut, der zu einzelnen Böen 7 Bft aus östlichen Richtungen führt. Am ehesten an der Ostsee und im Erzgebirge, wo es exponiert vielleicht auch mal zu einer stürmischen Böe kommt. Abseits davon sind die Wahrscheinlichkeiten für warnwürdige Böen gering.

In die Westflanke des Bodentiefs eingelagert ist eine Luftmassengrenze, die kühle Meeresluft über der Nordwesthälfte von wärmerer Luft weiter östlich trennt. Sie schleift nahezu stationär und bringt von Baden-Württemberg bis zur Nordsee und Schleswig-Holstein geschlossene Bewölkung und leichten Regen. Auf der wärmeren Seite lässt sich zeitweise die Sonne blicken. Die Luft wird durch Föhn im Südosten Bayerns labilisiert, zudem soll sich in den unteren Schichten einiges an Feuchte halten, sodass sich einige 100 J/kg gedeckeltes CAPE aufbauen. Ob Gewitter entstehen ist unsicher. Synoptisch-skalig ist jedenfalls nicht mit viel Support zu rechnen. Mit Hilfe der Orografie und konvergenter Strukturen im Bodenwindfeld ausgehend von den Alpen, im Bayerwald und dazwischen werden Gewitter aber von einigen Modellen angedeutet. Aufgrund des inversen V-Profils in der unteren Troposphäre sind dann Böen 7 bis 8 Bft möglich.

Die Maxima der Temperatur werden von Südostbayern bis in die östliche Mitte erwartet, wo 18 bis 20°C erreicht werden. Dagegen kommt die Temperatur im regnerischen westlichen Bergland kaum oder nicht über 10°C hinaus. Die Temperaturen und die Labilisierung werden u.a. durch den Saharastaub in der Luft beeinflusst, der sich auch gut in den Satbildern an der Struktur der Bewölkung über Mitteleuropa erkennen lässt. Aktuell (Montag, 9 Uhr MESZ) ist die Bewölkung über Bayern jedenfalls noch dicht.

In der Nacht zum Dienstag rückt das Trogresiduum bis zur Deutschen Bucht, wodurch die Luftmassengrenze und Rinne etwas nach Osten geschoben werden. Das gilt auch für den Regen, der zunächst unorganisiert fällt und im Laufe der Nacht, bzw. Dienstag früh frontaler organisiert erscheint. Gebietsweise können 5 bis 10 l/m² in 12 Stunden zusammenkommen.

Einzelne Gewitter oder konvektive Verstärkungen sind am warmen Rand des Regengebiets oder im Südosten möglich, die dort abgehoben von der stabileren Grundschicht auftreten können. Weitgehend trocken bleibt es im äußersten Osten und auch im Westen beginnt es abzutrocknen. Dort kann sich in der feuchten Grundschicht bei Aufklaren das ein oder andere Nebelfeld ausbreiten.

Das Leetief löst sich vom Alpenrand und zieht unter auffüllen Richtung Sachsen. Der Wind dreht außer im Nordosten auf West bis Nordwest. Dabei lässt er überall nach und die Warnungen können auslaufen. Die Nacht bleibt frostfrei.

Dienstag... verlagert sich der Hauptteil des Troges nach Dänemark und Norwegen, dahinter folgt ein Keil über Westeuropa, wobei der steigende Bodendruck zu einer Hochdruckbrücke vom Hoch über Nordosteuropa zur Iberischen Halbinsel führt. Ein schwacher Resttrog verlagert sich noch über Deutschland nach Osten, löst aber nur wenig Hebung aus.
Die zunächst noch vorhandene Tiefdruckrinne füllt sich über den östlichen Landesteilen langsam auf und die Luftmassengrenze, dann in eine Kaltfront übergegangen, liegt in einem Bogen über Ostdeutschland bis Bayern. An ihr regnet es gebietsweise, leicht konvektiv und ohne Warnrelevanz. Die Luftmasse ist präfrontal im Osten noch leicht instabil, anhand der lapse rates, für nennenswert Cape reicht es nicht, sodass auch keine Gewitter auftreten.

Unter einer Hochzelle über Nordwestdeutschland kommt die trocken-stabile und kühle Meeresluft (T850 0°C) rasch zur Ruhe. Dort heitert es zeitweise auf, während in der Südosthälfte Sonnenstunden (meist) Mangelware sind. Im Grau liegt die Temperatur auch am Nachmittag nicht viel über 10°C, im Westen bei reichlich Sonnenschein bei 16/17°C und auch an der Oder und Neiße sind in der dort noch etwas wärmeren Luftmasse und bei Auflockerungen 18°C möglich. Der Wind spielt aus Sicht der Warnungen keine Rolle. Wahrscheinlich dreht er über Vorpommern erst abends auf westliche Richtungen (zuvor Ost), sonst kommt er aus West bis Nord und ist schwach bis mäßig unterwegs.

In der Nacht zum Mittwoch liegt die Hochzelle über Deutschland, gebietsweise klart es auf, stellenweise bildet sich Nebel und die Temperatur geht in einigen Regionen über dem Norden und Mittelgebirgsraum auf Werte um 0°C zurück. Frontale Feuchte und Bewölkung bleibt zunächst über dem Osten und Südosten, während es im Osten aber im weiteren Verlauf auflockert und abtrocknet, regnet es in Niederbayern teilweise noch am Mittwochmorgen. Im Norden kann sich später von der Nordsee her hochnebelartige Bewölkung ausbreiten.

Mittwoch... breitet sich mit einem markanten Trog die Frontalzone vom Atlantik nach Westeuropa aus. Davor fällt auch der Bodendruck über Deutschland, sodass die Hochzelle abgebaut wird. Das antizyklonale Umfeld mit zumindest schwacher Brücke und einem Höhenrücken über Deutschland bleibt erhalten.

Ein Kaltlufttropfen über der Ostsee und Südschweden sendet eine Feuchteschliere mit etwas Bewölkung nach Norddeutschland, ohne Regen. Auch im Südosten halten sich in flacher, feuchter Schicht Wolken, die aber kaum Regen bringen. Sonst steht ein freundlicher, gebietsweise sonniger Tag an und die Luft erwärmt sich kräftig auf +5°C in 850 hPa und bis 20°C im Westen. Der bleibt meist schwach.

In der Nacht zum Donnerstag nähern sich okkludierenden Ausläufer eines Tiefs bei Island dem Nordwesten mit starker Bewölkung und eventuell wenigen Regentropfen. Sonst ist es gebietsweise gering bewölkt, im Süden auch wolkig, aber meist trocken. In 2m ist es frostfrei, in Erdbodennähe kann es im Nordosten leichten Frost geben. Stellenweise bildet sich Nebel.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren im synoptischen Scale einheitlich. Die Gewitter im Südosten sind unsicher. Neben der Modellunsicherheiten trübt der Saharastaub den Himmel und kann die Labilisierung dämpfen. Für die Windböen bleibt noch etwas Monitoring. Die nächsten Tage bringen eine Wetterberuhigung.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner