Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Dienstag, den 13.10.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Im Norden einzelne starke Gewitter. An den Küsten bis Mittwoch windig bis stürmisch. Danach Hochdruckeinfluss mit Grenzschichtproblematik.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Aktuell ... ist ein Trog in der Nordsee der Hauptakteur für Wetter in Deutschland. Er hat den zuvor über uns hinweglaufenden Rücken nach Osten abgedrängt und das Frontensystems des Tiefs HILDA I im Nordmeer mit Randtief HILDA II über dem Skaggerak nach Deutschland gebracht. Die Warmfront des Tiefs erfasst aktuell den Osten und Südosten des Landes mit leichten Regenfällen. Die Kaltfront wiederum steuert derzeit den Nordwesten und Westen mit schauerartigen Regenfällen an. Insbesondere über oder in der Nähe zum warmen Meer können Blitze dabei sein und 5 bis 10 l/qm Regen in kurzer Zeit fallen, während die Regenmengen im Binnenland geringer sind und es kaum zu elektrischer Aktivität kommt. Bei allgemein schon hohem Grundwind sind mit Frontdurchgang an der Nordsee stürmische Böen Bft 8 zu erwarten und Sturmböen Bft 9 nicht ganz ausgeschlossen sind. Im Binnenland frischt der Wind mit Frontdurchgang ebenfalls vorübergehend auf, mehr als starke Böen bis 45 km/h gibt es aber kaum. Im Nachtverlauf überqueren Warmfront und Kaltfront im Zuge der Trogverlagerung in die Ostsee den Norden und Osten Deutschlands, während die Warmfront an den Alpen ins Schleifen gerät und die Kaltfront etwa bis zur Donau vorankommt. Die Regenmengen betragen im äußersten Norden 1 bis 8 l/qm bis zum Morgen, sonst 1 bis 6, am Alpenrand durch Stau 10 bis 20 l/qm. Ganz im Westen bleibt es postfrontal zum Teil schon trocken.
Dort sowie im Nordwesten lockern die Wolken zeitweise auf, an der Nordsee können noch einzelne schwache Schauer folgen. Im Westen ist bei nur noch schwachem Wind in der angefeuchteten Umgebung lokal Nebel denkbar, teils mit Sichtweiten unter 150 m.
Der Wind weht zunächst schwach bis mäßig, im Norden teils frisch und an den Küsten sowie auf dem Brocken in Böen steif bis stürmisch bis etwa 70 km/h (Bft 7 bis 8). Postfrontal schwächt er sich im Westen rasch wieder ab. Die Temperaturen gehen auf 13 Grad an der See und bis 5 Grad in den höheren Mittelgebirgen zurück.

Mittwoch ... tropft der Trog über der Ostsee ab und wandert ins Baltikum. Damit verliert er rasch seinen Einfluss auf unser Wetter. Darüber hinaus kann sich ein neuer Rücken über Mitteleuropa aufspannen, wobei die Achse abends etwa auf einer Linie Schweden - Benelux - Pyrenäen liegt. Das dadurch unterstützte neue Hoch FLORIAN über Frankreich wandert im Tagesverlauf nach Süddeutschland. Absinken bewirkt zunehmende Wolkenlücken, insbesondere am Nachmittag, woraus letztlich noch 4 bis 6 Stunden Sonnenschein resultieren.
Niederschläge gibt es anfangs noch an den Alpen (1 bis 10 l/qm bis etwa zum Mittag). Summa summarum bleibt es aber überall bei den maximal avisierten 10 bis 20 l/qm in rund 12 Stunden, sodass keine Dauerregenschwellen tangiert werden sollten.
Letzte schwache Schauer sind vormittags auch noch an der Ostsee möglich, bevor es dort nachmittags ebenfalls abtrocknet.
Der Wind weht im Westen und Süden meist nur noch schwach, in der Nähe zum Tief bei etwas mehr Gradient in der Nordosthälfte teils mäßig, an den Küsten und in Vorpommern auch frisch. An der Nordsee gibt es bis zum Mittag letzte steife, anfangs noch stürmische Böen (Bft 7 bis 8). An der Ostsee treten steife, an der vorpommerschen Ostseeküste stürmische Böen auf. Von Vorpommern bis zur Uckermark sind im Tagesverlauf im Binnenland vereinzelt steife Böen gering wahrscheinlich.

Die Temperaturen steigen bei Zufuhr milderer Atlantikluft aus dem Südwesten auf 14 Grad in einigen höheren Mittelgebirgen bis 21 Grad am Oberrhein.

In der Nacht zum Donnerstag wölbt sich der positiv geneigte Rücken noch ein wenig in Richtung Nordwestrussland auf, ohne dabei substanziell nach Osten/Südosten voranzukommen. Dabei wird er von dem nach Süden ziehenden Höhentief aufgehalten. Hoch FLORIAN verlegt seinen Schwerpunkt daher nur marginal ins westliche Tschechien weiter.
Unter Hochdruckeinfluss gestaltet sich die Nacht bei lockeren Wolken trocken, selbstverständlich sind aber Grenzschichtprozesse wieder nicht weit weg. So muss vor allem in der Mitte und im Süden gebietsweise mit Nebel- und Hochnebelbildung gerechnet werden. Im Norden verhindert dies das Durchziehen von gebietsweiser hoher, teils auch mittelhoher Bewölkung.
Der Wind weht schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Die Temperaturen sinken auf 12 Grad auf einigen Inseln bis 1 Grad bei längerem Aufklaren in Bayern. Gebietsweise gibt es Bodenfrost.

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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Donnerstag ... Im Vergleich zur Frühübersicht ergeben sich keine Änderungen: Mildes bis sehr mildes Hochdruckwetter mit nächtlicher Grenzschichtproblematik, nachts meist frostfrei.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren sehr ähnlich.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler