Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 27.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Überwiegend TrM
Heute und am Sonntag Zwischenhocheinfluss, am Samstag Durchzug einer Okklusion mit Niederschlägen vor allem im Süden teils bis in tiefere Lagen als Schnee. Zunächst keine markanten Wetterereignisse, erst in der Nacht zum Montag an der Nordsee und im Bergland stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag... schwenkt von Nordwesten her ein Höhenkeil Richtung Deutschland und beschert dem Vorhersagegebiet einen wettertechnisch ruhigen Tag. Das Residuum des über Italien abgetropften Troges befindet sich aktuell noch über dem Süden und Osten Deutschlands, wird aber von dem nachrückenden Keil mehr und mehr in die Zange genommen und füllt sich auf. In den Nachmittags- und Abendstunden erreicht die Keilachse den Westen und Norden Deutschlands. Vorderseitig dominiert somit landesweit Absinken und von Frankreich bzw. Belgien her hat sich inzwischen fast landesweit ein Bodenhochkeil ("OTTO") ins Vorhersagegebiet ausgebreitet. Somit klingen auch an den Alpen die Schneefälle bis zum Nachmittag langsam ab, es bleibt dort aber überwiegend stark bewölkt. Ansonsten beginnt der Tag vor allem vom Westen über die mittleren Landesteile bis in die Norddeutsche Tiefebene mit gebietsweise dichter hochnebelartiger Bewölkung, die sich unterhalb der sich im Tagesverlauf in etwa 800 hPa etablierenden (und anfangs noch höher gelegenen) Absinkinversion ausgebreitet hat. In weiten Regionen scheint aber bereits die Sonne. Mit der Einstrahlung und der damit einhergehenden Erwärmung der Grundschicht labilisiert diese im Tagesverlauf; während die hochnebelartige Bewölkung zunehmend Lücken bekommt, bilden sich auch sonst flache Quellwolken, die sich wiederum an der Inversion ausbreiten. Dennoch dominiert in weiten Regionen ein recht freundlicher Witterungscharakter, für Schauer sind die Quellwolken nicht hochreichend genug. Die Achse des Höhenkeils wird bereits von WLA vorderseitig eines umfangreichen und hochreichenden Zentraltiefs bei Island überlaufen. Das zugehörige Bodentief ("NGA") zieht langsam in etwa entlang der Südküste Islands ostwärts, dessen okkludierendes Frontensystem überquert die Britischen Inseln südostwärts und greift im Tagesverlauf auf die Nordsee über. Während die Achse des Bodenkeils allmählich in die Mitte des Landes gedrückt wird, setzt im Nordwesten bereits leichter Druckfall ein und mit Annäherung der Front werden die Wolken dort am Nachmittag und Abend dichter. Eventuell fallen abends im Bereich der Deutschen Bucht erste Tropfen, ansonsten bleibt es aber trocken. Der auf Südwest bi9s Süd rückdrehende Wind frischt an der Nordsee auf, für warnrelevante Böen reicht es aber noch nicht.
Während die Höchstwerte an den Alpen und im unmittelbar angrenzenden südlichen Vorland die 5 Gradmarke wohl nicht erreichen, kann sich die eingeflossene maritime Polarluft ansonsten auf Höchstwerte zwischen 6 und 11 Grad erwärmen, in den Kammlagen der Mittelgebirge auf knapp über 0 Grad.
In der Nacht zum Samstag hat sich das Thema Zwischenhoch für weite Teile des Landes bereits wieder erledigt. Das Zentraltief über Nordwesteuropa verlagert sich langsam Richtung Nordmeer und Norwegische See, der zugehörige Trog erreicht mit seiner Achse morgens bereits die westliche Nordsee. Der vorgelagerte Höhenkeil kommt aufgrund der Blockade durch das langsam von Italien Richtung Balkan ziehende Höhentief über dem Vorhersagegebiet nur noch langsam nach Süden voran, befindet sich morgens über den mittleren Landesteilen und verliert deutlich an Substanz. Der zugehörige Bodenhochkeil wird nach Süddeutschland gedrückt, während das Frontensystem von Tief "NGA" auf Nordwestdeutschland übergreift. Es ist bereits weitgehend okkludiert, der Warmsektor somit quasi "weggefressen" und die 850 hPa-Temperatur sinkt auch unmittelbar präfrontal morgens auf unter 0 Grad. Die frontalen Niederschläge erfassen in der ersten Nachthälfte den Niederrhein, das Emsland und das Nordseeumfeld und weiten sich bis Samstagfrüh in etwa zu einer Linie Eifel-Harz-Lübecker Bucht aus, während sie an der Nordsee dann bereits wieder nachlassen. In den Hochlagen der westlichen Mittelgebirge, oberhalb von etwa 500 bis 600 m, gehen diese in Schnee über, die Mengen bleiben aber gering, so dass es maximal für Glätte durch Schneematsch reicht.
Der Wind frischt präfrontal im Nordseeumfeld weiter auf und es gibt einzelne steife, exponiert stürmische Böen (Bft 7 bis 8) aus Südwest. Postfrontal dreht er auf West bis Nordwest und flaut rasch wieder ab. Auf dem Brocken gibt es vor allem in den Frühstunden vorübergehend Sturmböen. In Süden, in Teilen der Mitte und der Osthälfte verläuft die Nacht dagegen noch einmal gering bewölkt oder klar. Dort gibt es erneut verbreitet leichten, in ungünstigen Lagen mäßigen Frost, in höher gelegenen Tälern der süddeutschen Mittelgebirge und auch der Alpen (wo es im Laufe der Nacht aufklart) kann es auch strengen Frost geben. Im Westen und Norden bleibt es dagegen - abgesehen von den höchsten Lagen der Mittelgebirge - frostfrei.
Samstag... wird der Höhentrog über der Nordsee deutlich eingebremst, amplifiziert Richtung Frankreich und erreicht mit seiner Achse erst gegen Abend den äußersten Nordwesten Deutschlands. Das zugehörige Bodentief verlagert sich als Dipol zur N9orwegischen See bzw. ins Nordmeer, die teilokkludierte Kaltfront wird in der auf Südwest bis Süd drehenden Höhenströmung über Deutschland deutlich eingebremst und kommt nur noch langsam ost- bzw. südostwärts voran. Sie nimmt dabei zunehmend den Charakter einer Splitfront an: Während die vorgelagerte Front mit skaligen Niederschlägen bis zum Abend in etwa die Linie Ostvorpommern-Vogtland-Oberschwaben erreicht, folgt rückseitig nach kurzer Pause noch einmal eine Linie mit schauerartigen Niederschlägen, die sich mit Annäherung der höhenkälteren Luft und der Labilisierung der Luftmasse im Laufe des Vormittags über dem Westen des Landes etabliert und bis zum Abend die Mitte bzw. den Südwesten erfasst. Vor allem im Westen und Nordwesten sind dabei auch kurze Gewitter nicht ganz ausgeschlossen. Rückseitig lockern die Wolken dann im Nordwesten aber bereits mittags und nachmittags wieder auf, an der Nordsee scheint dann recht häufig die Sonne.
Niedertroposphärisch verstärkt sich mit Frontpassage die Kaltluftadvektion noch etwas, die 850 hPa-Temperatur sinkt bis zum Abend auf -2 Grad im Südosten und bis -5 oder gar -6 Grad im Nordwesten. Entsprechend kann es in den Mittelgebirgen oberhalb von etwa 400 bis 600 m etwas schneien; die Mengen sind aber so gering (2 bis 9 l/m² in ca. 10 Stunden), dass es höchstens für wenige Zentimeter Neuschnee reicht (in exponierten und höher gelegenen Staulagen vielleicht um 5 cm), oft sogar nur für Schneematsch. In der Lausitz sowie im Osten und Süden Bayerns bleibt es präfrontal noch trocken und auch recht sonnig. Mit Sonne werden dort Höchstwerte zwischen 8 und 13 Grad erreicht, die höchsten Werte in der Lausitz, während es an den Alpen und im südlichen Vorland eher etwas frischer bleibt. Auch postfrontal im Westen und Nordwesten liegen die Höchstwerte innerhalb der gut durchmischten Luftmasse meist zwischen 8 und 11 Grad. Dazwischen bleibt es aber bei meist starker Bewölkung mit 4 bis 8 Grad recht kühl, im höheren Bergland werden nur knapp über 0 Grad erreicht.
In der Nacht zum Sonntag tropft der Trog über den Pyrenäen aus, das nördliche Residuum kommt über dem Vorhersagegebiet kaum mehr südostwärts voran und wird von einem nachrückenden Höhenkeil, der morgens die Nordsee erreicht, zunehmend in die Zange genommen.
Die teilokkludierte Kaltfront kämpft sich nur langsam Richtung Alpen vor und verliert an Wetteraktivität, zumal von Frankreich her ein recht robuster Bodenhochkeil unmittelbar nachfolgt und sich über die Landesmitte ostwärts ausweitet.
Die Niederschläge erfassen somit allmählich auch den Süden und Osten Bayerns sowie die Lausitz, eventuell bleibt es aber Richtung Bayerwald bzw. Zittauer Bergland auch noch trocken. Mit der anhaltenden Kaltluftadvektion sinkt die Schneefallgrenze noch etwas ab auf etwa 300 bis 400 m, in Südbayern also oft bis in tiefe Lagen. Vor allem im Allgäu können über die Nacht hinweg gebietsweise mehr als 5 cm Neuschnee fallen, sonst sind es meist nur wenige Zentimeter. Im Rest des Landes klingen die Niederschläge dagegen rasch ab, lediglich ganz im Nordwesten kann es später mit einem weiteren Bodentrog samt eingebetteter Kaltfront vereinzelte Schauer geben. Ansonsten lockern die Wolken auf und es muss vielerorts mit leichtem Frost gerechnet werden, insbesondere im Bergland auch mit Glätte.
Sonntag... verläuft ähnlich wie der heutige Freitag. Der Hochkeil über der Nordsee greift im Tagesverlauf auf das Vorhersagegebiet über, während bis zum Abend bereits ein weiterer Höhentrog von Nordwesten her die Nordsee erfasst und die Frontalzone dann bei einem Aufsteilen der Höhenströmung über dem nahen Ostatlantik auf die südliche Nordsee gerichtet ist: Ein weiterer markanter Trogvorstoß Richtung Mitteleuropa steht somit in der Nacht zum Montag ins Haus. Der Sonntag steht aber zunächst einmal im Zeichen einer deutlichen Wetterberuhigung. Der von Frankreich über Deutschland bis ins östliche Mitteleuropa gerichtete Bodenhochkeil verstärkt sich noch etwas, wird aber mit Übergreifen der Frontalzone rasch nach Süd- und Ostdeutschland abgedrängt. Dort löst sich die teilokkludierte Kaltfront somit auf, an den Alpen und im südlichen Alpenvorland fällt aber bis in den Nachmittag hinein noch etwas Schnee, am Alpenrand gebietsweise um 5 cm Neuschnee. Südlich der Donau halten sich oft noch dichte Wolkenfelder. Ansonsten bleibt es trocken und vielerorts setzt sich auch die Sonne durch, wobei sich unterhalb der Absinkinversion (erneut in etwa 800 hPa) rasch flache Quellwolken bilden. IFS und GFS simulieren sogar noch geringe Niederschläge, aber voraussichtlich reicht es dafür mangels vertikaler Mächtigkeit der Quellwolken nicht.
Von Norden her verstärkt sich im Tagesverlauf bereits wieder der Druckfall und das Frontensystem des mit dem Trogvorstoß korrespondierenden Bodentiefs bei Island greift abends auf die mittlere Nordsee über. Präfrontal zieht am Nachmittag und Abend im Nordwesten bereits mehrschichtige Bewölkung auf, es sollte aber noch trocken bleiben. Der Gradient beginnt sich zu verschärfen und im Nordseeumfeld kann es abends erste steife Böen aus Südwest geben. Niedertroposphärisch kann sich die Luftmasse etwas erwärmen auf etwa -4 bis -2 Grad in 850 hPa, somit werden - je nach Sonne - Höchstwerte zwischen 8 und 12, am Rhein vielleicht 13 Grad erreicht. Lediglich südlich der Donau bleibt es kühler, an den Alpen werden keine 5 Grad erreicht.
In der Nacht zum Montag greift der Höhentrog von der Nordsee her bereits auf Deutschland über. Das okkludierende Frontensystem des langsam Richtung Nordmeer ziehenden Tiefs überquert Norddeutschland und erreicht morgens bereits in etwa die südliche Mitte und die Osthälfte. Dabei breiten sich rasch Niederschläge südostwärts aus, trocken bleibt es lediglich im Süden und Südosten Bayerns und eventuell noch in der Lausitz. Die 850 hPa-Temperatur sinkt auf -2 bis -4 Grad, postfrontal bei nachlassenden Niederschlägen auch darunter, im Bergland, oberhalb von etwa 600 m, morgens im Harz auch darunter, fällt etwas Schnee, zumindest ist dort morgens mit Glätte durch Schneematsch zu rechnen. Der Wind frischt zunächst an der See und im Bergland, mit Frontpassage dann auch in den Niederungen West- und Norddeutschlands sowie der Mitte aus westlichen Richtungen auf. Über der Nordsee kann es präfrontal vorübergehend Sturmböen (Bft 8 bis 9) geben, postfrontal dreht der Wind dort auf Nordwest und flaut vorübergehend ab. Auch in den Kamm- und Gipfellagen vieler Mittelgebirge gibt es stürmische Böen bzw. Sturmböen, exponiert schwere Sturmböen (Bft 10). In den Niederungen reicht es meist nur für steife Böen (Bft 7). Im Südosten gibt es nochmals leichten Frost, sonst reicht es dafür lediglich in den Hochlagen der Mittelgebirge.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle fahren, bis auf Details, einen einheitlichen Kurs.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 27.03.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft und relativ kühl, in den Nächten verbreitet leichter Frost.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 03.04.2026
Am Montag liegt Deutschland unter einem Trog, der sich vom Nordmeer bis nach Mittelitalien erstreckt. Dieser Trog wird flankiert von einem kräftigen Hoch mit Schwerpunkt knapp westlich der Biskaya und einem weiteren Hoch über dem südlichen Ural. Im Bereich dieses Troges ist kühles Schauerwetter bis hin zu kurzen Graupelgewittern zu erwarten. Oberhalb 800 m fällt durchweg Schnee. Zudem muss anfangs noch in exponierten Berglagen mit Sturmböen gerechnet werden. Mit der allmählichen Ostverlagerung des dann bis nach Tunesien reichenden Troges stellt sich in der Nacht zum Dienstag eine nördliche Strömung mit staubedingen Schneefällen in den Mittelgebirgen und an den Alpen ein, wo sich Nordföhn mit Sturmböen in exponierten Gipfellagen einstellt. Dieser dauert bis in den Donnerstag hinein an und wird hier nicht weiter erwähnt. In Lagen oberhalb 600 m sind einige bis etwa 10, im Stau der Alpen bis über 20 cm Neuschnee vorstellbar. Ansonsten lassen die Schauer vorübergehend nach, leben aber am Dienstag tagesgangsbedingt wieder auf. An den Alpen können noch einmal um 10 cm Neuschnee hinzukommen. Zudem frischt in exponierten Gipfellagen sowie an der Nordsee der Wind auch wieder mit Sturmböen Bft 8/9 auf.
In der Nacht zum Mittwoch tropft der wetterbestimmende Trog aus. Die leicht mäandrierende Frontalzone setzt sich dann über Nordskandinavien hinweg zum nördlichen Ural durch. Im Bereich des Trog-Residuums sind am Mittwoch vor allem über dem Bergland und dem Süden Deutschlands weitere Schneeschauer zu erwarten, die noch ein paar Zentimeter Neuschnee ergeben können. Im Norden und Westen setzt sich Hochdruckeinfluss durch; Absinken lässt in diesen Gebieten die Bewölkung zusehends auflockern.
Am Donnerstag und Freitag hält sich das aus dem vorherigen Austropfprozess hervorgegangene Höhentief über dem Vorhersagegebiet, so dass in dessen Bereich jeweils tagsüber das kühle Schauerwetter bestehen bleibt. Im Bodendruckfeld entwickelt sich dann, gestützt durch Kaltluftadvektion, ein Hoch über dem Nordmeer. Zwischen diesem Hoch und einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Mittelmeer gelangt mit einer nördlichen bis nordöstlichen bodennahen Strömung weiterhin Polarluft nach Mitteleuropa.
An allen Tagen wird die 10 Grad-Marke nur bei größeren Auflockerungen etwas überschritten. In den Nächten ist (vor allem, aber nicht nur ausschließlich) bei Aufklaren mit leichtem Frost zu rechnen.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich das Cut-Off-Tief über die Alpen hinweg nach Südeuropa, wodurch an den Alpen die Schneefälle noch einmal aufleben können. Am Rande des Hochs über Skandinavien setzt sich im Laufe des Wochenendes wahrscheinlich auch über Deutschland antizyklonaler Einfluss durch, so dass sich vor allem im Westen und Süden ein leichter Temperaturanstieg einstellt. In den Nächten bleibt jedoch die Frostgefahr bestehen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Dienstag ist der aktuelle Modelllauf zu den gestrigen Simulationen weitgehend konsistent. Ab Mittwoch hatten die beiden Modellläufe des Vortages bereits Hochdruckeinfluss zu bieten; mit der aktuellsten Version bleibt ein Temperaturanstieg aus.
Im erweiterten mittelfristigen vorhersagezeitraum wird der Schwerpunkt des dann sich entwickelnden Hochs zusehends nach Norden verlagert. Dieser lag beim gestrigen 00 UTC-Lauf noch über dem Alpenraum (und nicht, wie bei der aktuellen Modellrechnung über dem Nordmeer), so dass selbst dann nur sehr zögernd ein leichter Temperaturanstieg in Gang kommt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschliesslich Dienstag wird die oben beschriebene Entwicklung von den verfügbaren Modellen gestützt. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten. Bereits am Mittwoch positionieren die Modelle (außer EZMW und das Modell des kanadischen Wetterdienstes) das Cut-Off-Tief über Polen, also weiter östlich. Danach lassen die Modelle dieses Tief rasch nach Süden verschwinden, was sich nunmehr auch beim kanadischen Modell abzeichnet. Am Freitag lässt GFS als einziges Modell bereits atlantische Tiefausläufer auf Mitteleuropa übergreifen. ICON und auch das kanadische Modell haben dann einen breiten Höhenrücken über Mitteleuropa zu bieten. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum zeigt GFS den Schwerpunkt des sich dann entwickelnden Bodenhochs über dem Alpenraum, was der EZMW-Version des 00 UTC-Laufes des Vortages ähnelt. Das Modell des kanadischen Wetterdienstes zeigt eine Zwischenlösung und positioniert das Hoch über Polen. AIFS stützt dagegen die Version vom GFS.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des GFS stützt weitgehend die Entwicklung des hauseigenen deterministischen Modells, verschiebt aber den Schwerpunkt des Bodenhochs ein wenig nach Norden, so dass dann die Frontalzone über dem Ostseeraum zu finden wäre. Dies zeigt sich vor allem bei den neueren Modellläufen. Dabei ergibt sich bei einem relativ geringen Spread ab der Wochenmitte ein Trend zu eher ansteigenden Temperaturen. Über den gesamten Vorhersagezeitraum hinweg lassen sich Signale für Niederschläge finden. Abseits der Gebirge werden jedoch mehr als 5 mm innerhalb von 6 Stunden nur von Einzelmembern signalisiert. Das EPS des EZMW lässt, dem EPS-Mittel zur Folge, das Höhentief bereits in der Nacht zum Donnerstag verschwinden, was externen Modellen und auch weiter zurückliegenden Modellläufen entsprechen würde. Betrachtet man jedoch das Clustering gemäß Großwetterlagen, ergibt sich neben dem Strömungsmuster Trog Mitteleuropa bis einschließlich Freitag eine sehr dominante zyklonale Nordostlage. Dieses Szenario, das dieses Höhentief nicht so rasch verschwinden lässt, entspricht auch den synoptischen Erfahrungen. Ab dem ersten Aprilwochenende gewinnen antizyklkonale Lagen die Oberhand, wobei sich der Schwerpunkt des blockierenden Hochs allmählich nordwärts in Richtung Skandinavien / Nordmeer verlagert. Aufgrund der hieraus resultierenden nördlichen bis östlichen bodennahen Strömung kommt dann ein Temperaturanstieg nur sehr zögernd in Gang.
Wie beim EPS des GFS ist auch beim EPS des EZMW der Spread nur gering. Dabei lässt sich auch anhand der "Rauchfahne" nur ein sehr zögernder Temperaturanstieg ableiten. Dieser wäre nach AIFS-EPS ausgeprägter und würde rascher erfolgen
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Montag ist auf exponierten Berggipfeln sowie an der Nordsee Nordwestwind mit einzelnen Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten. Im Tagesverlauf erfolgt eine Windabschwächung. Dann setzt auf Alpengipfeln Nordföhn mit Sturmböen in exponierten Gipfellagen ein.
Darüber hinaus muss in den Staulagen der Alpen mit hoher, im Stau der nördlichen und östlichen Mittelgebirge mit geringer Wahrscheinlichkeit mit mehr als 10 cm Neuschnee innerhalb von 12 Stunden gerechnet werden. Am Dienstag besteht in höheren Berglagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge sowie an der Nordsee erneut die Gefahr von Sturmböen Bft 8/9, zum Abend hin erfolgt Windabschwächung. Auf exponierten Alpengipfeln ergeben sich durch Nordföhn weiterhin Sturmböen. Zusätzlich sind im Stau der Alpen erneut 10 bis 15 cm Neuschnee nicht auszuschließen.
Am Mittwoch und Donnerstag kommen an den Alpen weitere meist leichte Schneefälle zustande, der Neuschneezuwachs erreicht dabei nur noch mit geringer Wahrscheinlichkeit um 10 cm innerhalb von 12 Stunden. Auf Alpengipfeln jedoch dauert der Nordföhn mit Sturmböen in exponierten Höhenlagen an. In den Nächten muss bei Aufklaren (und nicht nur dann) verbreitet mit leichtem Frost gerechnet werden.
Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS, Temperaturen etwas mehr hin zu tieferen Werten korrigieren.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann





