Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 11.05.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Tr M
GEWITTER/STARKREGEN:
Bis gegen Mittag von NRW über Südniedersachsen und die Altmark bis nach Mecklenburg mehrstündiger Starkregen gebietsweise mit Mengen zwischen 20 und 35 l/qm in 6 Stunden.
Im Tagesverlauf im Osten und Süden auflebende Gewitter, mit Starkregen bis 25 l/qm, kleiner Hagel und Sturmböen. Mit geringer Wahrscheinlichkeit auch Unwetter. In den Abendstunden in den Südosten zurückziehende Gewitter, in der Nacht an den Alpen in anhaltenden Niederschlag übergehend. Am Mittwoch im Tagesverlauf von Westen bis auf den zentralen Mittelgebirgsraum übergreifend erneut Gewitter, dabei Gefahr von Sturmböen Bft 8/9.
WIND:
Heute im Alpenvorland in freien Lagen sowie im höheren Bergland stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 8), in Kammlagen Sturmböen bis 85 km/h (Bft 9). Darüber hinaus ab dem Nachmittag auch an der ostfriesischen Küste stürmischen Böen bis 70 km/h (Bft 8. In der ersten Nachthälfte zum Dienstag vorübergehend nachlassender Wind.
Dann erst wieder am Mittwoch im Tagesverlauf von Westen bis in die Mitte hinein auffrischender Wind, in Berglagen auch abseits von Schauern und Gewittern mit stürmischen Böen. Ab dem Abend nur zögernd abflauend.
DAUERREGEN:
Bis in die Nacht zum Dienstag hinein im Schwarzwald kräftiger Regen. Dabei insgesamt Dauerregenmengen um 40, in Staulagen um 50 l/qm. In den Abendstunden an den Alpen in anhaltenden Niederschlag übergehende Gewitter. Bevorzugt im Allgäu Mengen zwischen 20 und 35 l/qm in 12 bis 18 Stunden. Dabei vorübergehend bis auf 1000 m sinkende Schneefallgrenze.
SCHNEEFALL:
In der Nacht zum Dienstag und bis gegen Dienstagmittag in den Alpen oberhalb von 1000 m bis 5, oberhalb von 1500 m Mengen um 10 cm. Im Allgäu oberhalb von 1000 m deutlich darüber.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
Montag... gelangt Deutschland in den Einflussbereich eines markanten Troges, der sich über der Nordsee hinweg nach Süden ausweitet, wobei dessen Achse am Abend über dem äußersten Westen Deutschlands zu finden ist. Dieser Trog aktiviert die über Deutschland liegende und vom Westen in den Nordosten reichende Tiefdruckrinne und induziert eine Zyklogenese. Das hieraus resultierende Tief wird unter weiterer Intensivierung über den Nordosten Deutschlands hinweg gesteuert und liegt zur tagesgangsbedingt interessantesten Zeit bereits nördlich der Odermündung. Die Luftmasse mit den Parametern vom Vortag (CAPE MU 500 bis 800 J/kg, Gehalt an niederschlagbarem Wasser 20 bis über 25 mm) gelangt dann in den Osten Deutschlands, wo dann noch signifikante niedertroposphärische Scherung mit ins Spiel kommt. Südöstlich der Linie Oderbruch - Vogtland sind daher heftigere Entwicklungen mit einem höheren Organisationsgrad vorstellbar; Unwetter sind nicht auszuschließen; zumindest besteht bei diesen Entwicklungen die Gefahr von Sturmböen.
Die Kaltfront des nach Nordwestpolen ziehenden Tiefs erreicht am Nachmittag die Donauniederung. Präfrontal verstärkt sich der Gradient, südlich der Donau und vor allem in Richtung Alpen kommt der Leitplankeneffekt zum Tragen. Hierdurch frischt dort der Wind mit Böen Bft 7 auf, in freien Lagen können stürmische Böen zustande kommen. In den Kamm- und Gipfellagen der süddeutschen und östlichen Mittelgebirge muss mit Sturmböen Bft 8/9 gerechnet werden. Darüber hinaus dürfte in Verbindung mit einer kleinräumigen Tiefentwicklung über der Nordsee, die durch den sich südwärts ausweitenden Trog getriggert wird, zum Abend hin auch im Emsland der Wind mit Böen Bft 7 auffrischen. An der ostfriesischen Küste sind stürmische Böen Bft 8 möglich. Mit der Verlagerung dieses Tiefs ins nordwestliche Niedersachsen wird dieses Tief vom Trog überlaufen und füllt sich auf, so dass der Wind in der ersten Nachthälfte bereits wieder abflaut.
Präfrontal können sich zudem im Südosten einzelne Gewitter entwickeln, die durch einen nach Osten ablaufenden Kurzwellentrog induziert werden. Da aber die Luftmasse in diesen Gebieten durch Entrainmentprozesse entschärft wurde und zudem Kaltluftadvektion dämpfend wirkt, sind Unwetter dort eher unwahrscheinlich. Bedingt durch ein leichtes Schleifen der Kaltfront setzt im Südwesten und im Süden vor allem in Staulagen kräftiger Regen ein. Im Schwarzwald können innerhalb von 12 bis 18 Stunden 30 bis knapp 50 mm zusammenkommen.
Auflockerungen sind am ehesten im Südosten und, resultierend aus einer kräftigen Durchmischung, im Nordwesten Deutschlands vorstellbar. Gegenüber den Vortagen erfolgt ein Temperatursturz auf 9 bis 14 Grad. Temperaturmaxima zwischen 15 und 20 Grad werden nur noch von der Uckermark bis zum Erzgebirgsraum sowie in tieferen Lagen Süddeutschlands erreicht.
In der Nacht zum Dienstag tropft der Trog über der Mitte von Deutschland aus. Im Bereich dieses Höhentiefs gehen die Temperaturen im 850 hPa-Niveau großflächig auf Werte um -5 Grad zurück. Schauerartige Niederschläge fallen dann oberhalb 600 bis 800 m als Schnee (der allerdings nicht liegen bleibt). Durch diese Entwicklung wird die Kaltfront des dann zur mittleren Ostsee in Richtung Gotland ziehenden Tiefs nach Süden gedrückt, wodurch sich das Niederschlagsgeschehen am Alpenrand sowie im Vorland der Alpen konzentriert. Im Schwarzwald lassen dagegen die Niederschläge in der zweiten Nachthälfte alsbald nach.
An der Rückseite des Tiefs kommen vor allem an der ostfriesischen Küste weiterhin Windböen und in der ersten Nachthälfte auch einzelne stürmische Böen Bft 8 zustande.
In einem breiten Streifen vom Westen Deutschlands bis in den Nordosten hinein klart es gebietsweise auf. In höher gelegenen und zudem windgeschützten Mittelgebirgstälern ist daher leichter Frost oder zumindest Bodenfrost möglich.
Dienstag... verlagert sich o.g. Cut-Off-Tief in die Lausitz. Der hiervon ausgehende Trog schwenkt über die Adria hinweg ostwärts. Die rückseitige nordwestliche Strömung wird vorübergehend etwas antizyklonaler. Allerdings wird der flache Rücken von Warmluftadvektion überlaufen, zudem beginnt die Strömung zu flattern, so dass mit weiteren schauerartigen Niederschlägen zu rechnen ist. Diese ergeben in der relativ wasserdampfarmen maritimen Polarluft jedoch nur noch geringe Regenmengen. Allenfalls in Staulagen können in Verbindung mit wiederholten Schauern (Schauerstraßen) mehr als 10 mm zusammenkommen. An und in den Alpen fällt staubedingt längere Zeit Schnee. Oberhalb 1000 m können einige, in Lagen oberhalb 1500 m bis über 10 cm Schnee zusammenkommen, so dass dort entsprechende Warnungen erforderlich werden.
Darüber hinaus frischt in einem breiten Streifen von der Nordsee bis in den östlichen Mittelgebirgsraum hinein und bis zu den Alpen und zudem gestützt durch den Tagesgang, der Wind aus Nordwest, in freien Lagen mit Böen Bft 7 auf. In höheren Berglagen und an der Nordseeküste sind einzelne stürmische Böen nicht auszuschließen. Gegenüber weiter zurückliegenden Modellläufen wurde der Wind etwas abgeschwächt.
Zwischen den Schauerwolken sind Auflockerungen vorstellbar. Längere sonnige Abschnitte sind jedoch auf den Südwesten beschränkt. Dort macht sich noch am ehesten der schwache Hochdruckeinfluss bemerkbar.
Im Nordosten und ganz im Osten ist die Schichtung im Bereich und an der Südflanke des Cut-Off-Tiefs noch leicht labil, so dass es in diesen Gebieten noch einmal für kurze Gewitter reichen kann.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen deutschlandweit nur noch 8 bis 14 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch greift vom Nordmeer kommend ein weiterer, aber relativ breiter Trog auf die Britischen Inseln und die Nordsee über. An dessen Ostflanke dreht die Strömung auf West-Südwest zurück. Im Nordwesten und Norden macht sich ein nach Osten ablaufender Kurzwellentrog mit labiler Schichtung in Form von Schauern bemerkbar.
Ansonsten erfolgt eine Wetterberuhigung, südlich der Mittelgebirgsschwelle klart es verbreitet auf. Dort und auch im östlichen Mittelgebirgsraum stellt sich leichter Bodenfrost ein, in ungünstigen Lagen ist auch leichter Luftfrost nicht auszuschließen.
Mittwoch... weitet sich der Trog von der Nordsee her nach Mitteleuropa aus. Dabei zeichnen sich 2 Teilachsen ab. Die östliche Achse schwenkt über den Nordosten Deutschlands hinweg nach Nordwestpolen, die Hauptachse dieses Troges, die sich auch im Bodendruckfeld abzeichnet, greift auf die Benelux-Staaten über. Abgesehen vom Süden, wo sich leichter Hochdruckeinfluss hält und sich hieraus auch größere Auflockerungen ergeben, stellt sich kühles Schauerwetter bis hin zu kurzen (Kaltluft)Gewittern ein. Diese können im Tagesverlauf vor allem im Westen sowie im zentralen Mittelgebirgsraum mit Böen bis Sturmstärke einhergehen. Die Scherung erreicht sowohl niedertroposphärisch als auch hoch reichend signifikante Werte, so dass durchaus auch organisiertere und möglicherweise auch staffelartige konvektive Strukturen zustande kommen können. Bedingt durch die gut ausgeprägte Durchmischung sind zwischen den Schauerwolken auch einige Auflockerungen vorstellbar.
Mit der Annäherung des Bodentroges frischt, gestützt zudem durch den Tagesgang, im Westen Deutschlands auch abseits von Schauern und Gewittern der Wind mit Böen Bft 7 auf. In den dortigen Berglagen muss mit stürmischen Böen gerechnet werden. Zum Abend hin flaut der Wind jedoch kaum ab.
Gegenüber Dienstag ändern sich die Temperaturen nur unwesentlich. Allenfalls in einigen tieferen Lagen sind dann Maxima um 15 Grad möglich. Im Bergland werden jedoch kaum 10 Grad erreicht.
In der Nacht zum Donnerstag weitet sich der o.g. Trog über Deutschland hinweg weiter nach Süden aus, wodurch dann auch in den südlichen Landesteilen wiederholt Schauer und aufgrund der labilen Schichtung vereinzelt auch kurze Gewitter zustande kommen. An der Südflanke des mit dem Trog korrespondierenden Tiefs, das sich über der Nordsee festsetzt, bleibt ein kräftiger Gradient bestehen, so dass in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge weiterhin Wind- und stürmische Böen vorstellbar sind. In tieferen Lagen ist der Wind zwar nicht warnrelevant, verhindert aber selbst bei Aufklaren eine Abkühlung in den Bereich leichten Frostes.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 10.05.2026 um 10.30 UTC
Überwiegend wechselhaft, anfangs im Norden mit Gewittern, nachfolgend im Süden teils andauernde Niederschläge, in Hochlagen der Alpen Schnee. Insgesamt eher kühl.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 17.05.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch befindet sich Deutschland auf der Vorderseite des sich amplifizierenden Troges über Nordwest-/Westeuropa. Nach Osten/Südosten hin voraussichtlich noch Zwischenhocheinfluss. Das korrespondierende Bodentief verlagert sich von den Britischen Inseln über die südliche Nordsee in Richtung Norddeutschland/Dänemark. Die zuvor bestimmende, arktische Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0, teils unter -2 Grad wird zunächst weitgehend ostwärts abgedrängt, rückseitig des Tiefs sickert aber bereits wieder eine sehr kühle Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0 Grad in den Nordwesten. Bei wechselhafter Bewölkung breiten sich mit Trogannäherung schauerartige Niederschläge von Nordwesten südostwärts bis in die mittleren Landesteile aus. Lokal sind dabei auch Gewitter möglich. Hinsichtlich potenzieller Begleiterscheinung muss am ehesten mit stürmischen Böen gerechnet werden, Scherung ist durchaus vorhanden, sonst ist die Luftmasse aber relativ trocken und auch die Labilität hält sich in Grenzen. Der Wind um Südwest frischt insgesamt teils böig, vor allem m Mittelgebirgsraum auch stark böig auf. In der Nacht zum Donnerstag hält die Schauertätigkeit an, anfangs lokal eventuell auch noch gewittrig. Ganz im Südosten teils noch gering bewölkt und weiterhin noch trocken.
Am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) amplifiziert der Trog mit Achse westlich unseres Vorhersagegebietes, das Bodentief verlagert sich Richtung Südschweden zw. füllt sich leicht auf. Die Bodendruckverteilung wird über Mitteleuropa damit relativ diffus und flach. Die Strömung in der Höhe steilt etwas auf, die Temperaturen in 850 hPa bewegen sich zwischen etwa -1 Grad im Nordwesten und etwa 5 Grad im Südosten. Das Wetter gestaltet sich bei wechselnder Bewölkung insgesamt durchwachsen mit wiederholt auftretenden Schauern, dabei zunächst frischem, teils böigem Wind aus West bis Südwest. Lokale Gewitter werden vor allem im Norden und Nordosten erwartet, dort ist die Luftmasse am labilsten und feuchtesten, zudem deutet sich das Durchschwenken eines kurzwelligen Troganteils an. Weiter südlich und südöstlich sind potenzielle Hebungsantriebe geringer, die Luftmasse etwas trockener und die Labilität hält sich in Grenzen. In höheren Lagen der Alpen oberhalb etwa 1500 m kann Schnee dabei sein. In der Nacht zum Freitag lässt die Niederschlagstätigkeit häufig nach. Der Trog beginnt über Frankreich abzutropfen, dadurch ergibt sich vor allem über den mittleren Landesteilen eine noch flache Potenzialbrücke, am Boden steigt der Luftdruck ebenfalls leicht an. Vorderseitig des abtropfenden Troganteils findet über Italien bzw. dem westlichen Mittelmeer eine Zyklogenese statt. Damit in Verbindung stehende Aufgleitprozesse können im Alpenraum für Niederschläge sorgen, die sich bis ins Alpenvorland erstrecken können. Nachts daher im Süden/Südosten eventuell regnerisch.
Am Freitag tropft der Trog über Frankreich vollends ab, das Cut-off-Tief verlagert sich Richtung Löwengolf/Ligurisches Meer. Auf dessen Vorderseite wird in der Höhe feuchtere und wärmere Luft nordwärts geführt. Im 850 hPa steigen die Temperaturen im Südosten auf 7 bis 8 Grad. Damit verbunden ist also Warmluftadvektion und Aufgleitprozesse, die über die Alpen in den Süden/Südosten Deutschlands ausgreifen. Zudem stellt sich mit der bodennah nördlichen Anströmung der Alpen eine Gegenstromlage ein. Demnach überwiegt dort dichtere Bewölkung und es regnet zeitweise, teils auch länger. In Hochlagen der Alpen oberhalb 1500 bis 2000 m fällt dabei Schnee. Wo genau die Niederschlagsschwerpunkte dann liegen und ob gebietsweise markante Mengen fallen, ist noch unsicher, aber durchaus nicht ausgeschlossen. Im Norden schwenkt das Trogresiduum durch, bei wechselnder Bewölkung treten hier und da Schauer auf. Insgesamt dürfte aber im Tagesverlauf eher die Geopotenzialbrücke und Zwischenhocheinfluss zum Tragen kommen, dabei dann häufig abklingende Schauer und Auflockerungen. Im Nordwesten sickert nach wie vor eine polare Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0 Grad ein. Bei stärkerem Aufklaren in der Nacht zum Samstag recht niedrige einstellige Tiefstwerte, lokaler Frost in Bodennähe nicht ganz ausgeschlossen.
Am Samstag hält die Gegenstromlage im Alpenraum an. Das Höhentief verlagert sich allmählich ostwärts Richtung Balkan. Die Bodentiefzone südlich der Alpen weist mehrere Kerne auf. Über die nördlichen Landesteile schwenkt eventuell ein weiterer Kurzwellentrog, dabei wechselnde Bewölkung und geringes Schauerrisiko. Sonst tendenziell leichter Hochdruckeinfluss und kompensierendes Absinken, häufig niederschlagsfrei. Im Süden und Südosten dicht bewölkt und regnerisch, in Hochlagen der Alpen Schnee. Vor allem am Alpenrand andauernde Niederschläge, so dass markante Mengen nicht ganz ausgeschlossen sind, die genauen Schwerpunkte und ob tatsächlich Warnschwellen überschritten werden ist unsicher. Auch wie weit die Niederschläge über dem Osten nordwärts ausgreifen ist unsicher.
Am Sonntag mit weiterem Abzug des Höhentiefs nach Osten insgesamt recht flache, leicht diffuse Geopotenzialverteilung. Auch am Boden flache/diffuse Druckverteilung. Damit nachlassende/abklingende Gegenstromlage und Aufgleitprozesse und über der Südosthälfte nachlassende Niederschläge, noch häufig stark bewölkt. In der Nordwesthälfte wechselnde Bewölkung, häufig niederschlagsfrei. Prognose aber insgesamt unsicher.
In der erweiterten Mittelfrist unsichere Entwicklung: Tendenziell voraussichtlich eher wieder Übergreifen eines atlantischen Troges und damit zyklonale Grundströmung mit wechselhafter Witterung. Bei auf eher südwestliche Richtungen drehenden Grundströmung leicht ansteigendes Temperaturniveau.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bereits zu Beginn der Mittelfrist zeigen die vorliegenden IFS-Modellläufe einige Phasen- und Amplitudendifferenzen im Umgang mit der Annäherung und dem Abtropfen des Troges über Nordwest-/Westeuropa und dem damit verbundenen Einfluss auf unser Wettergeschehen. Diese Differenzen wachsen im Mittelfristzeitraum naturgemäß weiter an.
In der erweiterten Mittelfrist schwenken die aktuelleren Modellläufe eher wieder in Richtung zyklonaler Grundstruktur. Die Unsicherheiten sind aber groß.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Mit Blick auf andere Globalmodelle zeigt sich bis einschließlich Donnerstag noch eine ganz gute Übereinstimmung, nur leichte Unterschiede in Amplitude und Timing. Ab Freitag zeigt sich dann ein ähnlich diffuses Bild im Detail wie in den verschiedenen IFS-Modellläufen bei grundlegend eher zyklonaler, wechselhafter und kühler Witterung.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des EZMW zeigt für den ersten Zeitraum von Mittwoch 00 UTC bis Donnerstag 00 UTC (+72 bis + 96 h) drei Cluster mit 23, 15 und 13 Membern, Haupt- und Kontrolllauf werden in Cluster 1 einsortiert. Alle Cluster und Zeitpunkte werden dem Regime "atlantischer Rücken" zugeordnet. Für uns steht aber Trogeinfluss auf dem Programm, der in den Clustern relativ ähnlich simuliert wird. Prognoserelevante Unterschiede in der Grundstruktur sind nicht zu erkennen. Im Folgezeitraum von Freitag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+120 bis +168 h) sind vier Cluster dargestellt (15, 13, 13 und 10 Member, Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 3). Vom Regime wandeln sich Cluster 1 und 4 von "atlantischer Rücken" zu "Blocking", wobei das Blocking im Bereich Nordosteuropa zu finden ist und der atlantische Rücken weiterhin besteht. Für unseren Vorhersagraum bleibt zwischen dem Trog über dem Nordatlantik mit potenziellem Kurzwellentrog an dessen Ostflanke und dem Höhentief südlich der Alpen eine diffuse, eher zyklonale Grundstruktur übrig. Cluster 2 und 3 wandeln sich vom Regime "Atlantischer Rücken" zu "NAO positiv", da das Tief über dem Nordatlantik/Island etwas markanter simuliert wird. Für unseren Vorhersagebereich bleibt aber auch hier die relativ diffuse Geopotenzialverteilung, in der Mitte und im Norden eher leicht antizyklonal konturierte Grundströmung "übrig". In der erweiterten Mittelfrist von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+192 bis + 240 h) sind vier Cluster mit 16, 14, 12 und 9 Membern dargestellt, im Prinzip zeigen alle das Blocking-Regime. Allerdings liegt das Blocking nach wie vor eher östlich/nordöstlich unseres Vorhersagebereiches. Eventuell kann nach dem ein oder anderen Cluster der Nordosten/Osten Deutschlands davon profitieren, tendenziell überwiegt aber eher der leicht zyklonale Einfluss.
Die Rauchfahnen des IFS liefern wenig Neuerkenntnisse. Das Temperaturniveau ist insgesamt sehr verhalten, der Spread weitet sich ab Freitag zunehmend, ein Aufwärtstrend abseits von Einzelmembern deutet sich erst im Laufe der erweiterten Mittelfrist an, im Südosten etwas eher. Beim Geopotenzial deutet sich nach Trogdurchgang am Donnerstag ein leichter Zugewinn an, der Spread bleibt überschaubar, unsicherer wird es zur erweiterten Mittelfrist mit zunehmendem Spread, vom Mittelwert/Schwerpunktsbereich der Member her deutet sich aber wenig Änderung an. Nach Süden hin wird es mit zunehmendem Spread bereits zum Freitag unsicherer, ein Geopotenzialanstieg wird eher im Laufe des Wochenendes (Verlagerung Höhentief) gezeigt. Niederschlagssignale sind kontinuierlich vorhanden. Im Norden und der Mitte werden die Hauptniederschläge zu Beginn der Mittelfrist Mittwoch/Donnerstag erwartet, im Süden/Südosten eher Donnerstag bis Sonntag mit Peak am Wochenende wohl in Verbindung mit der Gegenstromlage.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der Wind weht am Mittwoch, teilweise auch noch am Donnerstag vor allem im Mittelgebirgsraum sowie bei Schauern und lokalen Gewittern in Böen stark bis stürmisch auf (Bft 7 bis 8).
Gewitter können am Mittwoch vor allem vom Norden bis in die Mitte, am Donnerstag eher im Norden und Nordosten auftreten. Hinsichtlich markanter Begleiterscheinungen drängt sich nur der böige Wind (wahrscheinlich maximal Bft 8) auf. Die Luftmasse gibt vom Feuchtegehalt nur wenig her, Starkregen sollte also kein Thema sein. Es gibt zwar etwas Scherung, insgesamt hält sich die Labilität (CAPE) aber in Grenzen und so sind organisierte Strukturen eher unwahrscheinlich.
Hinsichtlich markanter Niederschläge muss der Süden, insbesondere der Alpenrand im Auge behalten werden. Freitag/Samstag stellt sich eine Gegenstromlage ein, die teils zu andauernden Niederschlägen führen kann. Ob dabei aber tatsächlich Warnschwellen hinsichtlich markanter Mengen überschritten werden, ist unsicher. Signal aus der Ensemblewelt sind bisher nicht vorhanden (EFI) bzw. sehr gering. Interessanter ist die Niederschlagsphase in Hochlagen der Alpen oberhalb etwa 1500 bis 2000 m. Dort fällt Schnee. In Anbetracht der Jahreszeit sind dann voraussichtlich zumindest gelbe Warnungen notwendig, markante nicht ausgeschlossen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





