Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Samstag, den 14.02.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
TrM, ab Montag eventuell WW

Im Alpenraum kommende Nacht und morgen Vormittag Neuschneemengen zwischen 10 und 15 cm, in Staulagen mehr.

Von Sonntagabend bis Montagmittag von West nach Nordost aufkommender Schneefall, später teils in Regen übergehend. Dabei Neuschneemengen vor allem in den Staulagen der Gebirge örtlich 5 bis 10 cm in 6 bis 12 Stunden, vereinzelt auch 10 bis 15 cm (höhere Staulagen).
Ab Sonntagabend im Küstenbereich exponiert stürmische Böen aus Südost möglich. Auf exponierten Bergen Sturmböen aus Südwest.
Am Montag vor allem in der Mitte und im Süden Graupelgewitter mit stürmischen Böen.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag... Deutschland liegt im Bereich eines Höhentroges, dessen Achse von Dänemark und Benelux bis Tagesende etwa zum mittleren Deutschland vorankommt. Südlich des Troges befindet sich ein hochreichendes Cut-Off-Tief, das vom Seegebiet westlich von Korsika zum Tyrrhenischen Meer zieht. Am Boden reicht eine Hochdruckbrücke vom Azorenhochkeil über Nordengland über Südskandinavien bis nach Nordwestrussland. Vom Mittelmeertief reicht außerdem eine Tiefdruckrinne über das südöstliche Mitteleuropa zu einem Tief über Westrussland, das nach Zentralrussland wandert. Zwischen der Rinne und der Hochdruckbrücke dreht die Strömung allgemein auf Nordost, so dass wieder deutlich kältere Luft auch nach Süddeutschland gelangt. Dabei verlagert sich eine Luftmassengrenze knapp südlich des Main im Tagesverlauf zu den Alpen. So sinkt in 850 hPa die Temperatur in Süddeutschland auf -2 bis -5 Grad, während in der Mitte und im Norden -6 bis -10 Grad auf der Karte stehen (18 UTC). So sinkt die Schneefallgrenze im Süden bis zum Abend bis in tiefere Lagen, nur unterhalb 400 m kann es abends noch Regen oder Schneeregen geben, ehe am späteren Abend auch in den tiefsten Lagen meist Schnee fällt. In der Mitte und im Norden fällt bereits meist Schnee, wobei allerdings die Mengen kaum erwähnenswert sind. Nur örtlich kommen im Mittelgebirgsraum sowie im Norden und Osten Deutschlands 1 bis 3 cm zusammen. In der Mitte bleibt der Schnee in den tiefen Lagen durch positive Bodentemperaturen teils nicht liegen. In den Süddeutschen Mittelgebirgen sind oberhalb von 600 bis 800 m am Nachmittag meist 2 bis 5 cm, vereinzelt rund 8 cm Neuschnee möglich. Die Höchsttemperaturen werden meist bereits morgens oder am Vormittag erreicht und liegen im Süden zwischen 2 und 6 Grad, sonst zwischen -2 Grad örtlich im Norden und +2 Grad in den Tallagen der Mitte.
Der Wind weht meist nur schwach bis mäßig, in Böen frisch aus Nord bis Nordost. Abends ist er an der Nordsee umlaufend, da dann dort die Achse der Hochdruckbrücke liegt.

In der Nacht zum Sonntag schwenkt der Trog nach Tschechien und Deutschland gelangt in den Achsenbereich der von Frankreich zu reichenden Hochbrücke. Im Osten und Süden bleibt eine schwache nördliche bis nordwestliche bodennahe Windkomponente bestehen, im Nordwesten und Westen dreht der schwache Wind auf Süd. Dabei dominiert anfangs Kaltluftadvektion, Absinken lässt von Nordwesten her die Bewölkung auflockern. Im Osten und Süden sind weitere leichte Schneefälle zu erwarten, die durch Stau an den dortigen Gebirgen verstärkt werden. Meist sind nur wenige, in den Staulagen der östlichen Mittelgebirge um 5 cm Neuschnee zu erwarten. Im Alpenraum sind 5 bis 10 cm, örtlich um 15 cm Neuschnee möglich.
Deutschlandweit ist leichter, bei Aufklaren sowie im Bergland auch mäßiger Frost zu erwarten. Über Schnee ist vor allem im südlichen Schleswig-Holstein und im nördlichen Niedersachen auch strenger Frost unter -10 Grad möglich. Vor allem in den östlichen und südlichen Landesteilen besteht Glättegefahr durch Neuschnee oder überfrorene Nässe.

Sonntag... setzt sich die über dem Atlantik relativ zonal verlaufende Frontalzone mit leichten Mäandrierungen wieder bis nach Mitteleuropa durch. Der bisher über Westeuropa liegende Höhenrücken arbeitet sich unter Abflachung nach Deutschland vor. Dieser wird von Warmluftadvektion überlaufen, die sich bis zur Oder und zu den Alpen ausweitet. Die Folge ist von Westen bis auf die Mitte übergreifend ein Aufzug mehrschichtiger Bewölkung, erst zum Abend hin setzen im äußersten Westen Niederschläge ein, die zunächst als Schnee fallen. Dabei frischt der Wind aus Südost auf und wird in den hierfür anfälligen Höhenlagen westlich des Rheins mit Böen Bft 7 warnrelevant. Auf den Nordseeinseln gibt es abends Böen Bft 7 bis 8. Zuvor sind größere Auflockerungen und mitunter auch heitere Abschnitte vorstellbar. Nur an den Alpen kann es bis gegen Mittag noch ein wenig Schnee geben.
Im Norden und Osten bis nach Nordostbayern sowie in Höhenlagen oberhalb von etwa 600 bis 700 m hält sich leichter Dauerfrost. Sonst bewegen sich die Temperaturen zwischen 1 und 5 Grad mit den höchsten Werten am Oberrhein.

In der Nacht zum Montag arbeitet sich die Frontalzone bis in den Alpenraum hinein vor, wird aber durch ein über dem Baltikum liegendes Hoch blockiert. Mit der Frontalzone weiten sich die Niederschläge nordostwärts bis etwa zur Elbe aus, von der Ostsee bis zur Lausitz bleibt es dabei noch trocken. Dabei fällt zunächst durchweg Schnee, wobei innerhalb von 6 Stunden in den Mittelgebirgen häufig 5 bis 10 cm zusammenkommen. Mit geringer Wahrscheinlichkeit sind in den Staulagen der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge auch 10 bis 15 cm Neuschnee möglich. Bis Montagfrüh steigt die Schneefallgrenze im westlichen und südwestdeutschen Bergland auf 700 bis über 1000 m, was unterhalb davon die Niederschläge in Regen übergehen lässt. Aufgrund der südlichen Lage der Frontalzone besteht für den Schwarzwald und das Allgäu erneut die Gefahr einer beginnenden Dauerregenlage (hierzu s. unten).
Im südwestdeutschen Bergland frischt im Laufe der Nacht der Wind mit Sturmböen Bft 8/9 aus West auf. Exponiert sind auch schwere Sturmböen vorstellbar. Ansonsten sind warnrelevante Böen auf einige Kamm- und Gipfellagen vor allem der zentralen und östlichen Mittelgebirge beschränkt. In tieferen Lagen West- und Südwestdeutschlands bleibt es bereits frostfrei. Ansonsten ist leichter, im Nordosten und im östlichen Bergland mäßiger Frost zu erwarten.

Montag... spaltet sich aus dem vom Nordmeer ausgehendem Trog über Jütland ein Höhentief ab und an der Okklusion bildet sich westlich von Jütland ein Randtief. Durch das blockierende Hoch über Russland kommt die Okklusion nur langsam nordostwärts voran, so dass es in Ostvorpommern erst gegen Mittag anfängt zu schneien, bei IFS erst abends (Raum Rügen). Ganz im Nordosten könnte es damit längere Zeit leicht schneien. Bei IFS bildet sich an der Front eine Tiefdruckrinne, die abends von Norddeutschland nach Tschechien reicht und präfrontal würde bis Dienstagfrüh noch der kalte Ost- bis Südostwind im Nordosten andauern (s. unten Modellvergleich). Die meisten Gebiete Deutschlands kommen aber auf die Rückseite der Okklusion in gut durchmischte Meeresluft subpolaren Ursprungs mit 850-hPa-Temperaturen zwischen -2 und -4 Grad (um 18 UTC). Da gleichzeitig in 500 hPa die Temperaturen auf -31 bis -34 Grad absinkt, haben wir zwischen 850 und 500 hPa meist einen Temperaturunterschied von 30 K, was eine erhöhte Labilität bedeutet. Zwar bekommen wir nur geringe Cape-Werte, aber im Tagesverlauf sind vor allem in der Mitte und im Süden einzelne Graupelgewitter möglich. Ansonsten fallen Regen- oder Graupelschauer, wobei sich die Schneefallgrenze auf 700 bis 400 m einpendelt (anfangs im Südwesten etwas höher). Die Niederschlagsmengen liegen meist zwischen 2 und 5 l/qm, in Staulagen zwischen 5 und 10 mm und im Schwarzwald zwischen 10 und 20 mm. Entsprechend liegen die Neuschneemengen (Nassschnee) in den Mittelgebirgen oberhalb 600 bis 700 m zwischen 2 und 5, örtlich zwischen 5 und 10 cm und im Schwarzwald zwischen 10 und 20 cm. Hier akkumuliert sich der Schnee wohl erst ab 800 m. 24 bis 36 stündig sind im Schwarzwald und im Allgäu die Wahrscheinlichkeiten von mehr als 30 mm Niederschlag deutlich erhöht. Da sich aber oberhalb 800 m der Niederschlag eher als Schnee ansammelt, ist aus heutiger Sicht eher keine Dauerregenwarnung nötig.
Während im Nordosten bei Schneefall Dauerfrost zwischen -4 und 0 Grad angesagt ist, steigen im Westen und Süden sowie in der Mitte die Temperaturen auf 4 bis 8 Grad mit den höchsten Werten am Oberrhein. Dazwischen ist ein schmaler Streifen mit Werten zwischen 0 und 3 Grad.
Der Wind Weht anfangs an der Küste noch steif bis stürmische aus Ost bis Südost. Sonst weht mäßiger bis frischer Südwestwind mit steifen Böen oberhalb von 600 m. Auf exponierten Bergen gibt es Sturmböen, im Hochschwarzwald und auf Alpengipfeln auch Böen Bft 10 bis 11.

In der Nacht zum Dienstag schneit es im Nordosten noch längere Zeit weiter. Ansonsten gibt es bei wechselnder Bewölkung weitere Regen- oder Graupelschauer, oberhalb 300 bis 400 m auch Schneeschauer. Zwischendurch kann es auch mal kurz aufklaren und dann besteht in windgeschützten Lagen die Gefahr überfrierender Nässe. Die Temperaturen sinken nämlich im Westen und Süden meist auf 4 bis 0 Grad mit Bodenfrostgefahr, im Norden und Osten sowie im höheren Bergland auf -1 bis -5 Grad. Wahrscheinlich gibt es nur noch auf exponierten Bergen Sturmböen.

Modellvergleich und -einschätzung
Oben wurde schon angedeutet, dass sich bei IFS das Tief von der Deutschen Bucht zum nördlichen Niedersachsen verlagern soll, was aber eine Außenseiterlösung ist. Hierbei würde es vom nördlichen Brandenburg bis nach Schleswig-Holstein auch am Dienstag weiter schneien. Ansonsten gibt es keine warnrelevanten Differenzen zwischen den Modellen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden