Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 19.09.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Wa
Im Norden, später auch im Nordosten eher frühherbstlich mit stark böigem Wind, insbesondere am Sonntag auch mit kurzen Gewittern. Im Süden tagsüber ruhiges und warmes Spätsommerwetter.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... zieht östlich von uns ein Langwellentrog in Richtung Russland, auf dessen Rückseite sich die Höhenströmung zonal präsentiert, im Süden mit einem leicht antizyklonalen Einschlag, im Norden dagegen recht glatt konturiert. Im Laufe des Tages überquert die Achse des nächsten Langwellentroges allerdings schon Großbritannien, so dass die Höhenströmung über dem Norden nicht nur einen moderat zyklonal angehauchten Touch bekommt, sondern auch etwas diffluent daherkommt, ein Fakt, der auch schon aktuell gegeben ist. Mit dem Langwellentrog, dessen abgeschlossenes Höhentief im Tagesverlauf vom Seegebiet südöstlich von Island allmählich in die Norwegische See zieht, ist im Bodendruckfeld ein Tief korreliert, welches ebenso wie das Höhentief einen östlichen Kurs fährt. Da das Höhentief im Tagesverlauf in der Lage ist das Bodentief einzuholen, ist dessen Entwicklungspotential nicht nur limitiert, vielmehr füllt es sich zögerlich auf, der zu Tagesbeginn noch bei knapp unter 975 hPa liegende Kerndruck soll abends schon etwa 978 hPa betragen. Dennoch sorgt das Tief durch seine Annäherung für eine Verschärfung des Gradienten an der Küste, weiters aber auch dafür, dass sich die zugehörige Front Mitteleuropa nähert. Die fast schon komplett von der Kaltfront eingeholte Warmfront, eher als Warmfrontrest zu bezeichnen, greift im Tagesverlauf auf den Nordwesten über, im Vorfeld sind durch WLA aber schon erste schwache Schauer über der Nordhälfte unterwegs. Diese schwächen sich im Verlauf aber ab, so dass die Hauptniederschläge, um die Mittagszeit im Emsland einsetzend und sich im Tagesverlauf bis nach Vorpommern ostwärts verlagernd, an die schleifende Kaltfront gekoppelt sind. Hauptniederschläge ist in diesem Zusammenhang aber kein Wort, das Angst machen müsste. Über den Tag summiert sich der Regen meist auf null bis zwei l/qm, bei konvektiven Verstärkungen können es lokal auch bis zu 5 l/qm werden. Die Labilität ist insgesamt limitiert, was auch einer deutlichen Abtrocknung der Atmosphäre oberhalb von 700 hPa geschuldet ist, die letztendlich auch die Ladungstrennung und somit Gewitter unterbindet. Feuchte ist mit PPWs bis 35 mm allerdings vorhanden, und mit kräftiger Scherung mag auch etwas besser organisierte, Schauerstaffeln bildende Konvektion durchziehen. Durch den anziehenden Gradienten frischt der Südwestwind deutlich auf. An den Küsten bedeutet das Böen Bft 7 bis 8, exponiert (bei Südwestwind ist diesbezüglich natürlich Nordfriesland zu nennen) und auch in kräftigeren Schauern - ach ja, natürlich auch auf dem Brocken, und dort durchgehend bis in den Beginn der kommenden Woche - kann es auch mal bis in den Bereich der Bft 9 gehen, was durchaus in Übereinstimmung mit den Höhenwinden (ICON knapp über 35 kn in 850 hPa, IFS punktuell sogar bis knapp 40 kn) steht. Interessant ist eventuell noch die Entwicklung vom Münsterland bis ins südliche Niedersachsen. Dort deuten manche Modelle (ICON, sehr verhalten auch UK10 oder AROME) ein Windmaximum mit einzelnen Böen Bft 7 an. Wie dies warntechnisch zu fassen sein wird, muss noch geklärt werden. Erwähnt werden soll auch, dass IFS insgesamt beim Wind etwas forscher auftritt, demzufolge wäre für große Teile des Nordwestens auch eine Warnung vor Böen Bft 7 nötig. Das Ganze spielt sich bei einer im Norden recht dichten Bewölkung ab, im Süden sind die Sonnenanteile deutlich höher, und hier ist die Wettergeschichte auch schnell erzählt: Trocken, meist schwacher bis mäßiger Wind, das ganze bei 21 bis 26°C, wohingegen sich der Norden mit 18 bis 22°C begnügen muss.
In der Nacht zum Sonntag wird die Höhenströmung über dem Norden noch etwas zyklonaler, ohne dass sich die Trogachse wirklich nähern würde. Der Grund dafür ist, dass der Trog durch rückseitig hineinlaufende Kaltluft regeneriert wird und sich amplifiziert, was wiederum auch einem sich über dem zentralen Nordatlantik aufwölbendem neuen Rücken geschuldet ist. Dadurch steigt der Druck westlich der Britischen Inseln und die bodennahe Strömung dreht auf Nordwest, womit auch die schleifende Front etwas nach Süden vorankommt. Bis zum Morgen soll sie sich bis zur Eifel, nach Nordhessen, Thüringen und zur Lausitz vorarbeiten. Das Nordmeertief füllt sich weiter auf (etwa 982 hPa ausgangs der Nacht), allerdings bildet sich im Lee der Skanden unter Mithilfe eines Sekundärtroges ein neues Tief aus bzw. intensiviert sich, so dass dieses dann auch die Front über Nordosteuropa steuert. Durch den Schub nach Süden verstärken sich die Regenfälle insbesondere in der 2. Nachthälfte. Von NRW über Südniedersachsen und den Norden Hessens bis nach Brandenburg sollen meist 1 bis 5 l/qm fallen, lokal (Weststau der Mittelgebirge oder konvektive Verstärkung) auch bis 10 l/qm. Diese von ICON angedeuteten Regenmengen liefern die externen Modelle nicht, GFS, IFS oder auch UK10 sind bezüglich der Regensummen verhaltener. Zusätzlich besteht im Küstenumfeld ein verhaltenes Schauerpotential. Gewitter sind nicht gänzlich ausgeschlossen, die o. e. trockene Schicht macht sie aber unwahrscheinlich. In Schauern und eventuellen Gewittern wären dann wieder Böen Bft 9 wieder ein Thema, immerhin gehen fast alle Modelle bei den Höhenwinden in 850 hPa bis knapp an die 40 kn. Insgesamt schwächt sich der Wind etwas ab, lebt an der Nordsee in der zweiten Nachthälfte aber mit Drehung auf West wieder auf und bringt es dann auch wieder auf Böen Bft 7 bis 8. Störungsfrei und windschwach bleibt es noch in der Südhälfte, eventuell bildet sich dort auch mal ein Nebelfeld, hohe und mittelhohe Wolken greifen aber auch allmählich bis zu den Alpen aus. Die Temperaturen in den Frühstunden bewegen sich zwischen 17 und 13 Grad im Norden, im Süden zwischen 13 und 6 Grad.
Sonntag... überquert der Höhentrog unter weiterer Amplifizierung den Norden und die Mitte Deutschlands südostwärts. Während das Tief über dem südlichen Nordmeer sich weiter auffüllt, zieht das nunmehr zentralsteuernde Tiefdruckgebiet bis zum Abend bis zur Kola-Halbinsel. Die Kaltfront erreicht nach Lesart von ICON zum Abend Nordbaden und Franken. Nach Osten zu, also in Sachsen, Thüringen und Nordbayern sollen die frontalen Niederschläge laut ICON-EU mit 1 bis 3, lokal bis um 5 l/qm in 12 Stunden etwas stärker sein als im Westen, wo von der Eifel bis nach Hessen nur bis zu 2 l/qm erwartet werden. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Front dort an Dynamik verliert, weil ein kräftiges Hoch westlich der Bretagne den Gradienten im Südwesten Deutschlands schon auffächern lässt. Den angedeuteten West-Ost-Unterschied bezüglich des Niederschlags an der Front gehen die anderen Modelle (IFS, ICON-D2, GFS nicht mit, gestützt wird die Sichtweise aber von UK10. Wie auch immer, neben dem Regen droht in diesen Regionen keinerlei Unbill, und der Süden, von der Pfalz und dem Schwarzwald bis nach Niederbayern, bleibt erneut trocken und dort ist es auch sonnig, sonst ist es wechselhaft oder es dominieren sogar die Wolken.
Im Norden und von dort in den Osten ausgreifend lebt im Tagesverlauf die Schauertätigkeit, getriggert nicht nur von der Dynamik des Troges, sondern auch thermisch durch Höhenkaltluft von knapp über -25°C in 500 hPa gegenüber +3°C in 850 hPa, wieder auf. Da die Sperrschicht verschwindet, kann sich die Konvektion vertikal teils zu einer Höhe von bis zu 450 hPa ausweiten. Damit wird es auch Gewitter geben, die, wie kräftige Schauer auch, durchaus Sturmböenpotential besitzen, immerhin legt der Höhenwind in 850 hPa nochmal eine Schippe drauf und bringt es bei allen Modellen auf 41 bis 42 kn, GFS bietet sogar 44 kn an, was über die Scherung auch den Organisationsgrad erhöht. Eventuell reicht es dann sogar für eine schwere Sturmböen, wahrscheinlich ist das aber nicht. Die besten Chancen trocken durch den Tag zu kommen hat man vom Emsland und dem Niederrhein bis nach Anhalt. Das deuten zumindest ICON-EU, ICON-D2 und UK10 an. EZMW oder auch AROME lassen die Schauer und Gewitter aber auch bis dorthin ausgreifen, so dass auch dort nach diesen Modellen ein Regenschutz angebracht wäre.
Markant gestaltet sich auch die Windentwicklung. Nach Lesart von ICON-EU oder auch IFS und AROME greifen (nicht nur an die Konvektion gekoppelte) steife und gebietsweise auch stürmische Böen von den Küsten bis an die Mittelgebirgsschwelle aus. An den Küsten soll es bei auflandigem Westwind verbreitet stürmische Böen und gebietsweise sogar Sturmböen geben. Das gilt auch für die Kamm- und Gipfellagen der östlichen, eventuell auch der zentralen Mittelgebirge. Nach Südwesten und Süden zu nimmt der Wind allerdings rasch ab; vom südlichen NRW über Mittel- und Südhessen bis nach Ostbayern und weiter südlich reicht es in den Niederungen nicht einmal mehr für steife Böen.
Wie oben schon angedeutet folgt der Kaltfront von Nordwesten her ein Schwall maritimer Polarluft mit um 3°C in 850 hPa, während es präfrontal mit 10 bis 12 Grad im Süden noch warm bleibt. Dort werden die 20 Grad noch einmal deutlich überschritten, am Oberrhein deutet MOSMIX bis zu 27°C an. Postfrontal bleibt es in der Mitte und im Norden mit 16 bis 21 Grad dagegen etwas frischer.
In der Nacht zum Montag erreicht die Kaltfront die Alpen. Postfrontal verstärkt sich der nach Südwest- und Süddeutschland gerichtete Keil des kräftigen Hochs, das nunmehr über Frankreich liegt, weiter. Ausgangs der Nacht liegt der Druck im Südwesten schon deutlich über 1030 hPa. Niederschlag fällt noch an der Front im Südosten Bayerns und insbesondere im Stau der Alpen, die meisten Modelle belassen es bei einigen wenigen l/qm, nur IFS schafft es im Vorland und am Alpenrand auf 10 l/qm. Dazu triggert das warme Meereswasser noch Konvektion, die in der Nacht bei anhaltendem Nordwestwind ins Küstenumfeld geführt wird, was hier und da auch für einige wenige l/qm reichen kann. Im großen Rest des Landes bleibt es trocken, teils klart es auf, was eventuell dann wieder bei Tiefstwerten von 9 bis 6°C für ein Nebelfeld reicht. Milder bleibt es im Südosten Bayerns und im Norden und Nordosten mit Minima von 12 bis 10°C. Im Norden und Nordosten ist dies auch dem weiterhin lebhaften, wenn auch nicht mehr warnwürdigen Nordwestwind geschuldet. An den Küsten jedoch steht der Wind weiter massiv an, mit steifen und Stürmischen Böen, eventuell auch mit Sturmböen.
Montag... und in der Nacht zum Dienstag bleibt das westeuropäische Hoch weitgehend ortsfest über Nordfrankreich und dem Ärmelkanal, auch wenn es sich leicht abschwächt. Von Westen schiebt sich der zugehörige Rücken weiter nach Osten, seine Achse kann am Tage über Großbritannien hinwegschwenken, dann verzögert sich aber sein Tatendrang und er kommt kaum noch weiter voran. Damit bleibt dem Norden und Nordosten auch die Rückseite des Langwellentroges erhalten. Zwar ist im Tagesverlauf auch dort ein deutliches Aufweichen des Gradienten erkennbar, aber die sowohl am Boden wie auch in der Höhe vorhandene zyklonale Krümmung, der moderate vertikale Temperaturgradient und die Scherung lassen weiterhin etwas Konvektion zu. Damit ist auch das Potential für ein Heruntermischen des anfangs noch mit bis knapp über 40 kn forschen, aber rasch nachlassenden Höhenwindes vorhanden. Letztendlich bedeutet dies für den Norden und Osten verbreitet steife Böen Bft 7, an den Küsten und in exponierten Hochlagen des Ostens auch stürmische Böen Bft 8 aus Nordwest, die allgemein erst am Nachmittag nachlassen, an den Küsten sind die letzten steifen Böen in der ersten Hälfte der Nacht zum Dienstag unterwegs. Da die Höhenströmung vorderseitig des Rückens auch auf der Trogrückseite allmählich antizyklonaler daherkommt greift die Abtrocknung vorderseitig des Rückens bis in eine Höhe von etwa 800 hPa durch, Gewitter sind demzufolge nicht mehr zu erwarten. In der Nacht zum Dienstag ist es fast überall trocken, eventuell fallen im Stau des Erzgebirges noch ein paar Tropfen, wo die Modelle auch am Tage von dem wenigen Niederschlag am meisten vorhersagen. Die Südwesthälfte bleibt trocken, der Südwesten bekommt viel Sonne ab, ansonsten wechseln sich Sonne und Wolken ab. Da die 850er Temperaturen auch im Süden zurückgehen, wird die 25°C-Marke nicht mehr erreicht. Am Oberrhein sind maximal noch 23°C möglich, im Nordosten 17°C, in manchen Berglange wird es noch etwas kühler. Nachts kühlt es im Nordwesten, wo in der Nacht schon die Warmfrontbewölkung des nächsten Tiefdruckgebietes hereinzieht, nur 12°C kühl. Deutlich frischer präsentiert sich der Süden, wo bei MOSMIX teils nur 3°C auf der Agenda stehen - in Schwaben "Froscht" in Bodennähe nicht gänzlich ausgeschlossen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren insgesamt ähnlich, auf Unterschiede, die sich insbesondere in der Niederschlagsverteilung, teils aber auch in den Windfeldern manifestieren, wurde im Text verwiesen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. *Martin Jonas
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 19.09.2026 um 10.30 UTC
Ein Wechselspiel zwischen Hoch und Tief.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 26.09.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag befindet sich Mitteleuropa im Einflussbereich zweier Druckgebilde. Deutschland liegt zwischen einem umfangreichen und mit Kaltluft gefüllten Trog über Osteuropa und einem ebenso umfangreichen und von Warmluft überlaufenen Höhenrücken über Westeuropa. Der Rücken erstreckt sich ausgehend von Nordwestafrika bis zum europäischen Nordmeer. Die maritim geprägte Warmluft die um den Rücken herumgeführt wurde, sorgt zum einen für eine langsame Erwärmung in 850 hPa auf bis zu 10 Grad. Weiterhin strömen auch etwas feuchtere und wolkenreichere Luftmassen ein. Es bildet sich eine Luftmassengrenze meridional über Deutschland aus. Hebungsimpulse sind zwar gering, strichweise kann es aber etwas regnen. Im Laufe Tages formiert sich über dem Nordatlantik ein neuer umfangreicher Langwellentrog, der langsam ostwärts strebt. Deutschland bleibt vorerst im Einflussbereich des Rückens, dessen Achse sich ebenfalls nach Osten neigt.
Am Mittwoch wird der Höhenrücken allmählich von dem sich weiter nach Süden amplifizierenden atlantischen Trog abgebaut, der weiter auf Westeuropa, später auch auf Mitteleuropa übergreifen kann. Dabei werden zum einen kurzfristig sehr warme, feuchte und potentiell instabile Luftmassen nach Deutschland geführt. Es bildet sich über Deutschland eine Tiefdruckrinne mit mehreren Drehzentren aus. Dabei kommt es zu teils kräftigen Hebungsprozessen, die strichweise auch zu kräftigen Regen bzw. auch Gewittern führen.
Gleichzeitig wölbt sich der Höhenrücken auf der Vorderseite eines weiteren Langwellentrogs über Westeuropa wieder auf.
Am Donnerstag und Freitag gelangt Deutschland wieder in den Einflussbereich des Höhenrückens, bei dem eher ruhiges Herbstwetter zu erwarten ist. Am Freitag nähert sich zwar ein Sturmtief Europa an, die Zugbahn liegt aber sehr weit nördlich. Die dazugehörige Frontalzone soll aber im Laufe des Freitags auf den Norden übergreifen und für starke Bewölkung und etwas Regen sorgen. Weiterhin verstärkt sich der Druckgradient, so dass im Küstenumfeld ein böiger zeitweise stürmischer Westwind weht.
Am Samstag bleibt die Frontalzone über den Norden liegen, nach Süden zu bleibt der Einfluss der Antizyklone bestehen.
In der erweiterten Mittelfrist entwickelt sich über dem Atlantik ein neuer Langwellentrog, auf dessen Vorderseite wieder kräftige WLA angeregt wird. Montag 12 UTC soll sogar wieder verbreitet 15 Grad in 850 hPa zu finden sein. __________________________________________________________
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großen Druckgebilde Hoch Westeuropa und Trog Osteuropa, simulieren alle Vorläufe. Jedoch gibt es Unterschiede bei der genauen Trogkonfiguration. Ab Mittwoch, soll ein Randtrog bzw. eine Amplifizierung ausgehend von einem neuen atlantischen Trog vom europäischen Nordmeer her deutlich weiter nach Süden/Deutschland vorstoßen, als die gestrigen Läufe. Somit gestaltet sich das Wetter ab Mittwoch deutlich anders als in den gestrigen Berichten. Dieses Übergreifen und auch die nachfolgende Wetterentwicklung ist aktuell sehr unsicher. Ob evtl. auch nochmal eine nennenswerte Gewitterlage oder Windlage ansteht, liegt im Bereich des Möglichen, ist aber ebenso sehr unsicher.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die verschiedenen Globalmodelle simulieren zwar auch die entsprechenden Druckgebilde, jedoch geht die Weiterentwicklung der einzelnen Randtröge oder des Höhenrückens teils sehr weit auseinander. Ab Mittwoch ist die Vorhersage sehr unsicher.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
In den Plumes des ECMWFs ist klar zu erkennen, dass am Mittwoch der Trogdurchgang sehr unterschiedlich simuliert wird. Nachfolgend weisen aber alle Member wieder einen Anstieg des 500 Geopotentials auf, jedoch umfasst der Spread fast 40 hPa. Auch bei der 850 hPa Temperatur ist der Spread mit Werten zwischen 3 und 15 Grad sehr weit.
In der Clusteranalyse weisen zunächst alle Cluster das Blocking auf, jedoch ab nächster Woche Samstag geht der Trend auch zu einer positiven NAO mit niedrigem Potenzial über dem Nordatlantik. Kleinere Randtröge gehören zum großen Rauschen der Verteilung.
In der erweiterten Mittelfrist sind ebenfalls gut die Unsicherheiten zwischen den Regimen zu erkennen, einerseits gibt es viele Member die das Blocking favorisieren. Das erste Cluster hat mit 21 Member jedoch die positive NAO drin.
Eins zeigen aber alle Cluster bzw. das Ensemble, die Tröge über dem Atlantik werden mit der Zeit immer kräftiger.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
An den Küsten und auf den Mittelgebirgen gibt es immer wieder Signale für stürmische Böen oder auch Sturmböen. Eine richtige Windlage ist aber nicht in Sicht.
Ab Mittwoch wird die Vorhersage immer unsicherer, es könnte aber am Mittwoch oder nachfolgend zu einer nennenswerten Gewitterlage kommen. Auch strichweise bzw. mehrstündiger Starkregen ist nicht völlig auszuschließen. Eine klassische Dauerregenlage ist aber ebenfalls nicht in Sicht.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, MOSMIX, EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher





