Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 19.05.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Abschied von TrM (Trog Mitteleuropa), Übergang zu BM (Brücke Mitteleuropa)
Zunächst noch wechselhaft und mäßig warm. Ab Donnerstag dann zunehmend HPI (High Pressure Influence; Gott zum Gruße ZENO), ab Freitag verbreitet warm bis heiß.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
Dienstag... sind es noch etwa 2-3 Tage, bevor hier in Deutschland ein dickes, fettes Hoch auf der Bühne erscheint und derart den Frühsommer einläutet, dass so manchem von uns Hören und Sehen vergeht. Spätestens am Samstag geben Temperaturen von 30°C und mehr ihr Stelldichein, wenn auch nicht überall. Bis es soweit ist, wird aber erst noch mit mäßig warmem Wasser gekocht (geht physikalisch natürlich nicht, kann man umgangssprachlich aber so sagen) mit Luftmassen und Systemen vom Atlantik, die mit Ruhephasen eine gewisse Wechselhaftigkeit garantieren.
Starten tun wir heute mit den Resten des Troges, der gestern den Weg zu uns gefunden hat, wo er mittlerweile über den östlichen Landesteilen angekommen ist. Schlank und abgespeckt ist er geworden unser Trog, sitzt ihm doch von Westen ein von WLA überlaufendender flacher Rücken im Nacken (anatomisch eigentlich unmöglich, aber in der Meteorologie funktioniert´s), während von vorn die Blockade über Nordosteuropa dagegenhält. Letzteres erklärt auch, warum der Trog respektive der Rest davon im Tagesverlauf nur äußerst zögerlich deutsches Hoheitsgebiet in Richtung Polen und Ostsee verlassen. Und genau die Langsamkeit ist es am Ende, die dafür sorgt, dass die ebenfalls im Osten angekommene Okklusion der über Südskandinavien positionierten diffusen Tiefdruckzone HENRIETTE aktiviert wird. Labilität und Feuchte sind in der maritimen Polarluft mP leidlich vorhanden, so dass mit Hilfe des Tagesgangs etwas CAPE erzeugt werden kann. Daraus können sich am Nachmittag (die Auslösetemperatur liegt bei ca. 18°C und auch die Trogvorderseite mit einem kleinen PVA-Maximum leistet etwas Starthilfe) in einem schmalen, von Vorpommern bis zum Osterzgebirge/Zittauer Gebirge einzelne elektrische Überentwicklungen bilden, die in der Basis "gelb" ausfallen dürften. Die Hinweise auf Starkregen von etwas über 15 l/m² sind nur schwach (=> Formulierung "nicht ganz ausgeschlossen") und bei den anderen Parametern sollte es - wenn überhaupt - über kleinen Hagel sowie Böen 7 Bft nicht hinausgehen, auch wenn man eine stürmische Böe 8 Bft bei Gewittern fast nie ganz ausschließen kann.
Interessant ist, dass westlich des Korridors, etwa von Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordbayern bis hinüber nach NDS und Hessen ebenfalls Gewitter angeboten werden. Insbesondere ICON-D2 tut sich da in seiner Wetterinterpretation hervor, was etwas übertrieben scheint. Sowohl der überlagerte Rücken als auch die o.e. WLA wirken dämpfend auf mögliche Vertikalausuferungen. Trotzdem, schaut man sich daraufhin mal die Prognosesoundings von heute Mittag an, lässt sich zwischen 550 und 650 hPa (je weiter östlich, desto höher) eine Sperrschicht ausmachen, die um oder unter -10°C liegt. Von daher wären neben Schauern auch einzelne Gewitter denkbar. Die Frage wird sein, ob der Wasserdampfgehalt in der Luftmasse ausreicht, um ausreichend CAPE zu generieren. Wenn´s irgendwo doch funken sollte, dann in Liga 4 - gelb.
Während in der Osthälfte und vor allem anfangs auch noch weiter westlich trotz der obigen Schilderungen die Sonne ausreichend Entfaltungsmöglichkeiten bekommt (auch zwischen Oberbayern und Oberpfalz, wo heute Morgen noch bratzige Wolken und gebietsweise Regen unterwegs sind), wird das im Westen zusehends schwerer. So haben bereits heute Morgen erste Wolkenfelder den Weg nach RP und ins südliche NRW gefunden und es wird in den nächsten Stunden eher mehr als weniger. Von Benelux und Frankreich wird die Bewölkung zusehends dichter und gerade am Nachmittag kann es hier und leicht regnen (sehr diffus das Ganze, kein klar definiertes Regengebiet). Absender ist übrigens das nächste Tief (INGA) westlich der Hebriden, dessen weitgehend okkludiertes Frontensystem Kurs auf Deutschland nimmt.
Höchsttemperatur 16 bis 22°C mit den höheren Werten in der Osthälfte. An der See bei auflandigem Wind sowie in den westlichen Mittelgebirgen etwas frischer.
In der Nacht zum Mittwoch wandert der Rücken ostwärts aus und wir gelangen auf die Vorderseite des nächsten, recht flach konturierten Troges über UK/Irland bzw. dem nahen Atlantik. Es stellt sich eine diffluente und somit hebungsfördernde west-südwestliche Höhenströmung ein, welche die Okklusion über die Westhälfte in Richtung Mitte steuert. Dabei kommt es zu Regenfällen, die sich frontal nicht nur besser organisieren als tagsüber, sondern auch intensivieren. Akkumuliert bis morgen früh sind im Westen gebietsweise 5 bis 10 l/m² drin, in Staulagen vereinzelt auch noch ein paar Liter mehr. Zum Ende der Nacht nimmt die konvektive Note beim Niederschlag im Westen zu, was bei ICON-D2 gleich wieder ein Gewittersymbol hervorlockt. Kühne Prognose, deutet doch die Schichtung so gar nicht darauf hin (noch zu stabil, kaum MU-CAPE).
Weitgehend trocken bis zum Morgen bleibt es nach Osten und Südosten hin, wo die Nacht zumindest zeitweise sogar noch gering bewölkt oder klar über die Bühne geht und sich stellenweise etwas Nebel bildet. Zum Morgen nimmt die Bewölkung dann von Westen her immer mehr zu. Erfreuliche Randnotiz: Das Thema Frost (auch am Erdboden) kann erstmal ad acta gelegt werden.
Mittwoch... schwenkt der flache Potenzialtrog recht zügig über Deutschland hinweg ostwärts. Dabei labilisiert er die feuchte (PPW bis 25 mm), vom Atlantik einströmende Meeresluft. Zwischen der in Richtung Färöer ziehenden INGA und einem sich über Frankreich etablierenden Hoch (ZENO) wird ein leidlicher Südwestwind generiert, der auch auf den Vorhersageraum abfärbt, wohl aber keine Warnung erfordert. Ansonsten werden wenige hundert J/kg CAPE erzeugt, die landesweit für eine rege und vergleichsweise unorganisierte Schauer- und Gewittertätigkeit genutzt werden kann. Es fällt schwer, irgendwelche Regionen rauszupicken, die von der ganzen Mischpoke verschont bleiben. Die 12-stündige Niederschlagsprognose jedenfalls deckt das ganze Land ab. Ganz im Osten dauert es sicherlich am längsten, bis Schauer und Gewitter auftauchen. Und im Westen setzt am Nachmittag, wenn die Trogachse durch ist, von Benelux und Frankreich her Stabilisierung ein, die zumindest die Wahrscheinlichkeit für Gewitter nach unten fährt.
Apropos Gewitter, die werden morgen eine gewisse Mobilität an den Tag legen, sprich, ziehen, was die Starkregengefahr trotz des erhöhten Wasserdampfgehalts auf Sparflamme hält. Das sieht die Numerik offensichtlich auch so, signalisiert doch z.B. ICON-D2-EPS nur geringe Wahrscheinlichkeiten für das Überschreiten der neuralgischen Warnschwelle. Super organisiert dürften die Gewitter auch nicht sein. Zwar nimmt die Scherung im Westen kontinuierlich zu, was aber nicht viel bringt, da die Luft gleichzeitig ja stabiler wird. Kurzum, auch Hagel und Wind/Sturm werden uns morgen nicht aus dem Sattel hauen. Böen 7 Bft (worst case 8 Bft, obwohl die 850-/925-hPa-Winde unter 30 Kt bleiben) und kleiner Hagel, zu mehr wird es nicht reichen, abgesehen halt von vereinzeltem Starkregen.
Außer im Nordwesten besteht am Mittwoch überall die Chance, dass 20°C erreicht oder um 1-2 Grad überschritten werden. Gesamtheitlich liegt das thermische Fenster zwischen 16 und 22°C.
In der Nacht zum Donnerstag zieht der Trog aus Deutschland raus, was von Frankreich her Potenzial- und Druckanstieg zur Folge hat. Hinzu kommt der Tagesgang, so dass die konvektive Wuhling vom Tage noch vor Mitternacht schwer einbricht. Am längsten regnet es noch am Alpenrand, wo sich vorübergehend leichter Stau einstellt. Ansonsten lockert die Wolkendecke mehr oder weniger auf, wo´s längere Zeit aufklart, bildet sich teils dichter Nebel.
Tiefstwerte: 12 bis 7°C.
Donnerstag... kann als klassischer Übergangstag in Richtung des o.e. Frühsommerintermezzos betrachtet werden. Das Hoch ist da (am Mittag 1025+x hPa über Frankreich, Deutschland und Benelux), die warme oder gar heiße Luft noch nicht. Bis zum Abend steigt T850 auf 5°C in Vorpommern und 10°C in Südbaden. Das wird reichen, um zumindest im Oberrheingraben den ein oder andern Sommertag mit 25 oder 26°C auszuloten. Zumal die Luftmasse im Südwesten am stärksten abtrocknet und im Deutschlandvergleich trotz einiger Quellwolken die höchste Sonnenscheindauer erwartet wird (lediglich die Ostseeküste MVs kann da noch mitkonkurrieren).
Im großen Rest des Landes bilden sich aus der labilen und zunächst noch relativ feuchten Grundschicht heraus mehr Quellwolken als im Südwesten. Ihre vertikale Ausdehnung endet irgendwo zwischen 800 und 700 hPa, wo die einsetzende Subsidenz daran arbeitet, eine Sperrschicht zu installieren. Nicht ausgeschlossen, dass es vereinzelt nochmal für einen schlappen Schauer reicht. Regnen tut es auf alle Fälle am Anfang noch im südöstlichen Zipfel Bayerns (Altlasten aus der Nacht). Trotz hoher Cumulus-Präsenz wird es mit 19 bis 24°C (Küste bei auflandigem Wind weniger) auch abseits des Südwestens wärmer.
In der Nacht zum Freitag kräftigt sich das Hoch auf rund 1030 hPa im Zentrum, welches sich bis zum Morgen über die östliche Mitte respektive das Böhmische Becken legt. Auch der über SW-Europa positionierte Höhenrücken breitet sich nordostwärts aus, was das Absinken und die Abtrocknung von oben weiter forciert. Die Wolken lockern bzw. lösen sich vielerorts auf, lokal bildet sich Nebel. Nur ganz im Norden und Nordosten, quasi am Rande des Hochs/Rückens ziehen noch einige Wolkenfelder durch, aus denen ganz vereinzelt sogar ein paar wenige Tropfen fallen können. Mit 13 bis 7°C (in den Tälern der Mittelgebirge etwas darunter) wird es auf der einen Seite nicht mehr so frisch wie zur Zeit der Eisheilgen und danach. Auf der anderen Seite ist die Abkühlungsrate aber noch so solide, um bei offenem Fenster einen guten Schlafkomfort zu gewährleisten.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Entwicklung wird innerhalb der Modellsuite sehr ähnlich angegangen. Gleichwohl erfolgt das Gewitter-Warnmanagement nach den klassischen Regeln des Nowcastings.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 19.05.2026 um 10.30 UTC
Sommerwetter mit möglichem Dämpfer am Pfingstwochenende. Gebietsweise Hitze möglich.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 26.05.2026
Am heutigen Dienstag stellt sich die Frage: Kann die gestrige Sommervorhersage für Pfingsten bestätigt werden und kommt tatsächlich sogar die erste Hitze des Jahres? Oder wirbelt das gestern gefundene Höhentief am Wochenende die Prognose komplett durcheinander? Kurze Antwort: Das Höhentief ändert tatsächlich seinen Kurs, dämpft das Temperaturniveau am Wochenende etwas und soll gebietsweise für Schauer und Gewitter sorgen!
Die lange Antwort findet man in den Details. So zeigt sich zum Beginn der Mittelfrist am Freitag ein von Nordwestafrika über die Iberische Halbinsel bis nach Westdeutschland aufwölbender Rücken mit positiver Achsneigung. Dieser stützt ein Bodenhoch mit Schwerpunkt über Deutschland und einen Kerndruck knapp über 1028 hPa. Aus dem Südwesten strömt warme und trockene Subtropikluft (mT) ein, wobei die T850 hPa auf 6 Grad im Osten bis 12 Grad im Südwesten steigen. Über der Nordosthälfte liegt aber teils noch feuchte Luft eines aufgelösten Frontensystems eines Tiefs bei Island, sodass es hier und da noch für schwache Konvektion reichen könnte.
Am Samstag entwachsen aus einem schmalen Randtrog knapp westlich der Britischen Inseln zwei Höhentiefs. Das eine zieht in den Nordwesten Spaniens, das andere in die Nordsee und zum Abend hin nach Norddeutschland, sodass dort Schauer und Gewitter aufkommen. Das Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt nach Tschechien. Die T850 hPa steigen vor Ankunft des Höhentiefs bei unverminderter Zufuhr von Subtropikluft auf 10 Grad im Norden bis 15 Grad im Süden.
Am Pfingstsonntag wandert das Höhentief unter Auffüllung über Deutschland hinweg zu den Alpen, im Schlepptau etwas kühlere subpolare Meeresluft (mP) mit T850 hPa von 6 bis 10 Grad sowie regional kräftiger PVA und damit teils kräftiger Konvektion. Das Bodenhoch weicht Richtung Slowakei aus. Über den Britischen Inseln wölbt sich derweil wieder der Rücken auf und induziert dort ein neues Hoch mit einem Kerndruck knapp über 1030 hPa. Nach Abzug des Höhentiefs stabilisiert sich das Wetter von Norden her rasch wieder.
Am Pfingstmontag und Dienstag kapselt sich aus dem Rücken ein eigenständiges Höhenhoch über dem Ärmelkanal ab. Der Schwerpunkt der Bodenhochs verlagert sich folglich nach Schottland, wobei es mit einem Kerndruck von 1035 hPa noch etwas kräftiger wird. Um das Hoch wird nun zunächst wieder trockene Subtropikluft nach Deutschland geführt, sodass die T850 hPa auf 10 bis 15, am Dienstag im Südwesten teils bis auf 17 Grad steigen.
In der erweiterten Mittelfrist ab kommende Woche Mittwoch läuft an der Nordostflanke des Höhenhochs ein Trog über Skandinavien und dem Baltikum zum Schwarzen Meer. Die kaum wetteraktive Kaltfront des zugehörigen Bodentiefs dringt in die Nordosthälfte mit subpolarer Meeresluft ein und sorgt dort in nordwestlicher Strömung vorübergehend für zurückgehende Temperaturen, sodass die T850 hPa "nur noch" bei 5 bis 10 Grad liegen. Im Südwesten bleibt die Warmluft allerdings erhalten. Das Bodenhoch ist dann in der Nordsee zu finden.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der drei jüngsten Läufe des EZMW ist heute nicht ganz so hoch, was vornehmlich am Höhentief am Pfingstwochenende liegt. Statt aus einem Randtrog ein kräftiges Exemplar über Frankreich auszubilden gibt es nun 2 kleine Höhentiefs, wovon das für uns relevante über die Nordsee nach Deutschland und bis Sonntagabend zu den Alpen zieht. Das dämpft das Temperaturniveau am Wochenende im Vergleich zum gestrigen 0 UTC-Lauf vorübergehend um etwa 5 Kelvin und sorgt zudem gebietsweise für Schauer und Gewitter, die lokal kräftig ausfallen können. Beim gestrigen 12 UTC-Lauf gab es zwar auch 2 kleine Höhentiefs, diese sollten aber westlich von uns bleiben und hätten keinen Einfluss auf das Wetter bei uns. Den nachfolgenden Hochdruckeinfluss auf hohem Temperaturniveau zeigen dann wieder alle 3 Läufe. In der erweiterten Mittelfrist ab kommender Woche Mittwoch ist eine kaum wetteraktive Kaltfront neu im Programm, die aber lediglich die Temperaturen in der Nordosthälfte um erneut rund 5 Kelvin senkt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Das Pfingstwochenende-Höhentief ist auch der Kasus Knacksus in den anderen Modellen. Entweder tritt es kaum in Erscheinung (UK10, AIFS) oder ist noch dem gestrigen 0 UTC-Lauf (ICON) oder dem gestrigen 12 UTC-Lauf (GFS) des EZMW ähnlich. Es ist nicht unüblich, dass EZMW den Vorreiter für andere globale Modelle spielt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen des EZMW spiegeln die Unsicherheiten mit dem Höhentief am Pfingstwochenende wider. So macht der Kontrolllauf am Sonntag einen vorübergehenden Knick nach unten zu den Ausreißern des Ensembles, der Median bleibt aber konstant auf hohem Niveau (bei T850 hPa und bei Geopot 500 hPa). Von daher ist das Höhentief noch deutlichen Unsicherheiten unterworfen. Danach verlaufen Kontrolllauf und Median auf hohem Niveau weiter, mit noch einzelnen Ausreißern nach unten, die die Kurven öffnen. In der erweiterten Mittelfrist bestätigt sich durch einen gut definierten Median mit Kontrolllauf darin für den Nordosten die leichte Abkühlung, für den Südwesten die Wärme/Hitze. Niederschlagssignale sind allgemein spärlich gesät, mit einem Peak am Samstag/Sonntag für Teile Deutschlands, dem aber nur wenige Member folgen (daher ebenfalls unsicher).
CLUSTER:
Im zweiten Zeitschritt zwischen Sonntag 0 UTC und Dienstag 0 UTC sind 4 Cluster mit Blockierung vorhanden. Das für uns relevante Höhentief ist nur in C1 und C3 als Randtrog über Nordostdeutschland zu sehen, in C2 und C4 ist es gar nicht dabei. Vermutlich wird es durch die Clusteranalyse unterschlagen, weil die Strukturen zu klein sind. Dennoch sind auch von dieser Seite Zweifel am Höhentief angebracht.
Im dritten Zeitschritt zwischen Mittwoch 0 UTC und Freitag 0 UTC (erweiterte Mittelfrist) gibt es ebenfalls 4 Cluster, wobei 2 von Blockierung zu Regime Atlantischer Rücken wechseln. Die Hauptfrage wird sein, was der Trog nordöstlich von uns macht. C1 mit 16 Membern und dem Kontrolllauf ist dem Hauptlauf ähnlich, in C2 (13 Member) verläuft er weiter nordöstlich. In C3 (12 Member) ist er noch weiter weg und spaltet ein Höhentief zum östlichen Mittelmeer ab. In C4 (10 Member) formiert sich über der Ukraine ein größeres Höhentief daraus, das zum Balkan zieht, wobei wir dann in dessen Peripherie geraten würden. Das offenbart größere Unsicherheiten auch für diesen Zeitraum.
FAZIT:
Das sommerliche bis teils heiße Wetter kommt zwar, erhält mit dem heutigen 0 UTC-Lauf des EZMW am Pfingstwochenende allerdings einen Dämpfer durch ein über Deutschland nach Süden ablaufendes kleines Höhentief. Dann sind bei vorübergehend etwas kühlerer Luft Schauer und teils kräftige Gewitter möglich. Allerdings offenbaren Rauchfahnen, Cluster und andere Modelle größere Vorhersageunsicherheiten bezüglich dieses Höhentiefs. Danach geht es warm bis heiß und trocken weiter. Ob es in der erweiterten Mittelfrist ohne große Wetteraktivität im Nordosten wieder ein wenig abkühlt, ist unsicher.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
Am Wochenende besteht durch das nun über Deutschland ziehende kleine Höhentief ein Gewitterrisiko, wobei MU-CAPE bis zu 2000 J/kg erreichen kann. Damit sind trotz fehlendem EFI-Signal am Samstagabend im Nordwesten, am Sonntag von der Mitte bis in den Süden teils kräftige Gewitter mit lokalem Starkregen, Sturmböen und Hagel möglich und bei durchaus vorhandener Scherung örtlich unwetterartige Entwicklungen nicht auszuschließen. Einschränkend muss aber erwähnt werden, dass die Vorhersage des kleinen Höhentiefs wie so oft unsicher ist und im nächsten Lauf vielleicht schon wieder ganz anders aussieht.
TEMPERATUREN:
Der EFI gibt ab Freitag Hinweise für überdurchschnittlich hohe Temperaturen, die sich am Wochenende in den Süden zurückziehen. Bei noch ausreichender nächtlicher Abkühlung und nicht zu hohen Taupunkten hält sich die Wärmebelastung aber vermutlich noch in Grenzen.
Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler





