Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 23.10.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
LUISE und MANJA bringen stürmisches und wechselhaftes Wetter, Küsten und Bergland teils voller Sturm bzw. Orkan. Staulagen zeitweise markanter Dauerregen, Hochschwarzwald ab der Nacht zum Sonntag auch unwetterartig. Sonntag einige markante Gewitter. Osten insgesamt ruhiger.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... geht LUISE (int. AUSTEN) im Norden von Hauts-de-France mit einem Kerndruck von rund 982 hPa an Land, driftet bis zum Abend über den Westen von Belgien und erreicht nachfolgend die Niederlande. Diese Zugbahn liegt innerhalb einer sehr eng gebündelten Memberschar beim IFS-ENS und anderen Ensembleverfahren, sodass es nun eine gute Übereinstimmung innerhalb der Numerik gibt.
LUISE ist (wie gestern in der Spätübersicht detailliert beschrieben) eine besondere Dame, weist sie doch einen vertikal gut ausgeprägten warmen Kern auf, inklusive eines knapp 20K Theta-e Gradienten peripher des Zentrums. In fact, die Radarpräsentation ähnelt sehr den Spiralbändern eines Tropensturms beim Landfall, wenngleich hier natürlich der barokline Antriebsterm dominiert und die "vortical" hot towers fehlen (SSTs um 16 Grad im Ärmelkanal nicht ausreichend, was rund 2 Kelvin positiver Abweichung zur Klimatologie entspricht).
Wie zu erwarten war fällt die Frontenanalyse bei LUISE diffus aus und es wurde sich mittlerweile auf einen Frontenbruch bei der Kaltfront entschieden - weniger der SK Lehre entsprechend, sondern eher durch die fehlende Feuchte und zerstückelte Frontogenese hervorgerufen. Allerdings dürfte sich die Kaltfront unter dynamischem Support im linken Auszug des Höhenjets bis nach Südwestdeutschland retten. Die etwas besser strukturierte Warmfront liegt derweilen über Norddeutschland und es wurde eine Okklusion mit Umkehr durch den Kern von LUISE gemalt, was zwar dem recht barotropen warmen Kern widerspricht, dafür aber das Niederschlagsmaximum am Südrand von LUISE recht gut begründet (Starkregen in Belgien/Niederlande).
Somit erwartet viele Bereiche Deutschlands ein leicht wechselhafter Nachmittag/Abend. Immer wieder ziehen aus Südwesten Schauer durch oder es regnet leicht (Norddeutschland), allerdings mit kaum nennenswerten Mengen im gesamten Süden und Osten bis zum Sonnenuntergang.
Anders sieht es im Westen aus, wo in der Nähe der Zirkulation von LUISE kräftigere Schauer bzw. Niederschläge durchziehen, die bis zum Abend in Richtung Eifel/Hunsrück 10 bis 15 mm Nass in 12h bringen und sonst in Staulagen der westlichen Mittelgebirge 4 bis 8 mm/12h.
Zum Wind gibt es nicht viel zu sagen, da entsprechende Warnungen bereits lange Gültigkeit haben. Der Fokus liegt weiterhin nahe der "warm seclusion", die zum Abend mit 60 kt in 950 hPa den Niederrhein/Eifel erreicht und dort verbreitet markante Böen Bft 8 bis 9, lokal auch eine Bft 10 induziert. Ansonsten sind im gesamten Westen und über der Mitte steife bis stürmische Böen, bei Passage von Konvektionssegmenten teils auch Bft 9 und im Bergland je nach Höhenlage Bft 9 bis 12 zu erwarten.
Die abendlichen Werte liegen zwischen 13 und 7 Grad.
In der Nacht zum Samstag zieht LUISE ohne große Intensitätsänderung (dank der sich nur zögernd abschwächenden warmen Kernanomalie) über die Niederlande in Richtung Deutsche Bucht, bevor sich das Tief dort nach Mitternacht allmählich auffüllt.
Der LUISEs Zentrum begleitende, sehr kräftige Gradientwind weist bis Mitternacht noch Windspitzen um 55 kt in 950 hPa auf, was dem gesamten Nordwesten eine stürmische Nacht beschert. Verbreitet werden von der Eifel/dem Niederrhein bis ins westliche Niedersachsen Böen Bft 8 bis 9 erwartet, anfangs lokal auch die Bft 10, wobei sich die Windspitzen insgesamt in Richtung Niedersachsen sukzessive abschwächen (dort meist nur Bft 8 und lokal Bft 9). Nach Mitternacht sorgt der Auffüllprozess von LUISE und die rasch nachlassende warme Kernanomalie für eine deutliche Abschwächung des niedertroposphärischen Windfeldes, sodass nach Mitternacht im Nordwesten meist nur noch Bft 7-8 Böen, lokal Bft 9 zu erwarten sind.
Auch abseits dieses Hauptkorridors bleibt der Wind im gesamten Westen und über der Mitte ein Thema, weht er doch weiterhin steif bis stürmisch (Bft 7-8) aus Südwest, im Bergland je nach Höhenlage mit Bft 9 bis 12. Auch eine temporäre Druckwelle am Alpenrand eingangs der Nacht bringt einige markante Böen Bft 8 aus West.
Im gesamten Osten weht der Wind meist nur schwach bis mäßig aus Südost bis Süd. Offshore weht über der südlichen Nord- und Ostsee ein steifer bis stürmischer Wind aus Südost, wobei nach Mitternacht im Umfeld der Elbmündung vorübergehend auch Sturmböen Bft 9 auftreten können.
Beim Niederschlag geht es mit einer Zweiteilung weiter. Im Osten nur einzelne Schauer, meist trocken, während es im Westen und am direkten Alpenrand zeitweise kräftigere Niederschläge gibt mit 12 std. Mengen von 10 bis 20 mm, in Staulagen lokal um 25 mm. Entsprechende Dauerregenwarnungen wurden ausgegeben. Inneralpin schneit es oberhalb von 1300 bis 1500 m etwas mit 1 bis 5 cm, in Staulagen auch etwas mehr.
Die Minima liegen zwischen 10 und 2 Grad, im Süden kann im Bergland leichter Frost nicht ausgeschlossen werden.
Samstag ... steht dann im Zeichen der sich weiter auffüllenden und in Richtung Dänemark driftenden LUISE. Deren herumgeholte Feuchte beschert dem Norden einen wolkenverhangenen Tag mit zeitweiligen Regenfällen, die mit 5 bis 10 mm in 12h jedoch nicht warnrelevant ausfallen. Ähnliche Spitzen sind auch entlang der zentralen Mittelgebirge zu erwarten. Im Osten beginnt der Tag noch freundlich, bevor es dann jedoch von Westen mit Wolken und etwas Regen ebenfalls wechselhaft wird. Im Nordwesten entwickeln sich besonders zum Nachmittag und Abend über der Deutschen Bucht und angrenzend zusätzlich teils kräftige Schauer, hier und da mit Blitz und Donner.
Ansonsten kann dem Südwesten und Süden ein insgesamt freundlicher Samstag bescheinigt werden, nur örtlich mit einem geringen Schauerrisiko behaftet. Von der Schwäbischen Alb bis ins Rotttal wird es gar ein teils sonniger Nachmittag werden.
Zum Abend verdichten sich im Westen die Wolken erneut und im Grenzbereich zu Benelux/Frankreich sind die ersten Tropfen zu erwarten.
Peripher von LUISE (und einem begleitenden Höhentrog) bleibt der Südwestwind stramm mit rund 40 kt aus Südwest in 950 hPa. Dies beschert dem Norden (besonders Nordwesten) einen recht windigen Tag (Bft 6 bis 7, lokal Bft 8) und auch sonst schwankt der Südwestwind zwischen Bft 6 bis 7. Im Bergland muss je nach Höhenlage mit Sturmböen oder schweren Sturmböen gerechnet werden, auf dem Brocken auch mit Orkanböen. Zum Abend erfolgt vorübergehend/insgesamt eine Windabschwächung, wobei davon nicht der Brocken und die Nord-/Ostsee betroffen sind, wo weiterhin markante Böen zu erwarten sind (allerdings im Küstenumfeld meist ablandig, sodass die Küsten nicht in dem Ausmaß betroffen sind).
Die Höchstwerte liegen zwischen 8 und 15 Grad.
In der Nacht zum Sonntag beeinflusst uns dann die rapide Zyklogenese MANJA (int. BOELO), die gestern und heute in den jeweiligen Frühübersichten bereits beschrieben wurde. Angetrieben durch Ex-JOSEPHINE, als diabatische Rossbywelle (DRW) mit Jetdurchquerung im Nordatlantik zur rasanten (Breitengrad korrigierten) Intensivierung um 2 bergeron angeregt, trifft sie in den Nachtstunden mit rund 945 hPa (enge Memberclusterung im IFS-ENS) auf Schottland, was einen neuen Monatsrekord dort bedeuten könnte. Allerdings streuen die Modelle noch etwas bezüglich der Zugbahn und des Druckminimums. Entsprechend der DRW Historie wird MANJA mit einem Schwall modifizierter Tropikluft gespeist, die (Stand heute, 23.10.) mit mehr als 300% Abweichung zur Hintergrundklimatologie im Seegebiet vor der Nordostküste der USA angezapft wurde. Kein Wunder, dass der EFI Feuchtefluss mit einem umfangreichen EFI Bereich (0.9-1) und SOT Abweichungen von über +2 aufwartet, zusätzlich mit einem schon als extrem zu bezeichnenden IVT von bis zu 1500 kg/m/s.
MANJA lässt im Verlauf der Nacht zum Sonntag somit von Westen ein agiles und teilokkludiertes Frontensystem nach Deutschland ziehen, das in cross sections eine hochreichend geneigte und frontogenetisch sehr agile Frontfläche aufweist. Gekoppelt mit der Feuchte und mäßiger Höhendivergenz erwartet den Westen ein Ereignis, was schon nahezu in Vergessenheit geraten ist: eine flächendeckende und regenreiche Frontpassage. Diese beginnt mit stratiformen Niederschlägen und wandelt sich rückseitig in konvektiv verstärkten Niederschlag um, dank Abtrocknung oberhalb von 700 hPa und zunehmender potenzieller Labilität.
12 std. Niederschlagsmengen liegen im gesamten Westen zwischen 10 und 25 mm, in Staulagen zwischen 20 und 40 mm.
Im Osten beginnt die Nacht klar, im Nordosten auch bewölkt mit letzten Schauern, bevor nach Mitternacht von Westen allgemein mit Bewölkungsverdichtung zu rechnen ist. Ob es im Umfeld der Oder für die ersten Tropfen reicht muss abgewartet werden.
Der warme Jet im warmen Förderband weist von West nach Ost fortschreitend Windspitzen von 55 bis 75 kt in 850 hPa bzw. 25 bis 60 kt (von Süd nach Nord) in 950 hPa auf.
Somit muss im Nachtverlauf von West nach Ost mit einem stark böig auffrischenden Südwind gerechnet werden, der im Tiefland auch stürmisch auffrischen kann. Dank der WLA erzeugten stabilen Schichtung wird ein strammer vertikaler Böengradient zu erwarten sein, wobei markante bis unwetterartige Böen Bft 9 bis 12 je nach Höhenlage auftreten werden. Geführte Winde können auch im Tiefland regional für Böen Bft 8 bis 9 gut sein.
Im Südosten und Osten ist davon bei mäßigem Wind aus Südost bis Süd wenig zu spüren.
Die Minima liegen zwischen 10 und 2 Grad, mit den niedrigsten Werten im Südosten, wo entkoppelt lokal auch Luftfrost nicht ausgeschlossen werden kann (häufiger im Bergland).
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... zieht MANJA nur gemächlich nach Nordost und füllt sich etwas auf. Der kräftige Regen weitet sich bis zum Mittag nach Osten aus, sodass es zur Mittagszeit im Süden und Osten noch anhaltend und teils konvektiv verstärkt regnet, während es sonst von Westen rasch abtrocknet und auflockert. Im Westen sieht es gar nach einem freundlichen Vormittag aus, bevor zum Nachmittag die Schauertätigkeit etwas zunimmt. Dann sind auch einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. Bei einem strammen niedertroposphärischen Wind bis 45 kt in 850 hPa und tageszeitlich forcierter Labilisierung auf 200 bis 400 J/kg MUCAPE gilt es von der westlichen Mitte bis nach Süddeutschland diese konvektive Aktivität bezüglich des Böenpotenzials genau im Auge zu behalten (u.a. wegen der durchmischten Grenzschicht und v.a. entlang kleiner Liniensegmente). Auch muss die Grenzschichtentwicklung postfrontal bezüglich eines Tornadopotenzials verfolgt werden, heben die Hodographen doch ein latentes Risiko hervor (aktuell v.a. durch mäßige Grenzschichtfeuchte gemindert).
Der von Süd aus West drehende Wind weht im Tiefland (abseits der Konvektion) meist steif bis stürmisch (Bft 7 bis 8), im Nordwesten durchweg stürmisch und natürlich im Bergland je nach Höhenlage markant bis unwetterartig. Im Osten weht der Südwestwind mäßig bis frisch.
Offshore stehen stürmische Zeiten bevor. Der Tag beginnt über der südlichen Ostsee mit markantem Südsturm (ablandig Bft 9 bis 10, offshore die Bft 11), geht in eine vorübergehende Windabschwächung zum Mittag über und gipfelt nachfolgend mit Drehung auf Südwest erneut in Bft 9 bis 10 Böen. Über der Nordsee droht ganztägig schwerer Sturm bis Orkan aus Südwest, zum Nachmittag aus West (Bft 8 bis 10 am Vormittag, nachfolgend auf Bft 10 bis 12 aus West zunehmend), wobei rege Konvektion (inklusive Gewitter) für einen effektiven Impulstransport sorgt - bedeutet auch küstennah und im angrenzenden Binnenland bei Passage von kräftiger Konvektion unwetterartige Böen (v.a. SH betreffend).
Wiederholte Konvektionspassagen sorgen im Umfeld der Deutschen Bucht für 6std. Regenmengen zwischen 10 und 20 mm, lokal um 30 mm (mehrstündiger markanter Starkregen) mit ähnlichen Mengen in Süddeutschland (10 bis 20 mm, in Staulagen bis 30 mm). Summiert man diese Mengen 24 std. auf, dann werden wohl einige Staulagen im Westen und über der Mitte eine markante Dauerregenwarnung erhalten, im Hochschwarzwald kann auch Unwetter nicht ausgeschlossen werden (nach ID2 bis 90 mm/24h). Sonst fallen die Mengen vor allem im Westen deutlich geringer aus.
Die Maxima liegen zwischen 10 und 16 Grad.
In der Nacht zum Montag erreicht MANJA unter deutlicher Abschwächung das Europäische Nordmeer, wobei Deutschland unter einer kräftigen Westströmung verbleibt (45 kt in 950 hPa). Schauer treten dabei im Süden sowie im Norden auf, peripher und über der Deutschen Bucht auch einzelne Gewitter. Sonst verläuft die Nacht meist trocken.
Der Höhenwind weist weiterhin ein Nord-Südgefälle auf mit 45 kt (950 hPa) im Norden und 15-20 kt im Süden. Allerdings entkoppelt der Wind im Nachtverlauf (u.a. dank fehlender Konvektion), sodass die anfänglichen Bft 7/8 Böen allgemein auf Bft 6/7 zurückgehen, über Süddeutschland noch schwächer. Im Bergland treten noch markante, auf dem Brocken unwetterartige Böen auf und die Bft 10/11 Böen über der Deutschen Bucht dauern die Nacht hinweg weiter an (Ostsee Bft 9 bis 10).
Die Minima liegen zwischen 9 und 2 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Zugbahn von LUISE wird homogen erfasst, sodass es hier keine Überraschungen geben sollte. MANJA wird ebenfalls recht einheitlich erfasst, allerdings noch mit einem geringen meridionalen Spread bei der Zugbahn und einer Intensitätsdiskrepanz von 10-15 hPa zwischen den Modellen (bezüglich Druckminimum). Dies hat aber keine nennenswerten Auswirkungen auf die Entwicklung dieser Kurzfrist, die insgesamt als sicher angesehen werden kann.
Einzig die Konvektion am Sonntag ist noch mit großen Unsicherheiten behaftet und muss in Folgeläufen weiter analysiert werden.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 23.10.2026 um 10.30 UTC
Anfangs stürmische Böen an den Küsten und auf den Mittelgebirgen, ab Mittwoch ruhiges Herbstwetter
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 30.10.2026
Fazit vorweg: In der neuen Woche setzt sich das dynamische Wetter zunächst fort, wobei der Süden eher unter dem Einfluss von Hochdruckgebieten liegt, während der Norden überwiegend Tiefdruckeinfluss ausgesetzt ist. Nach Wochenmitte dehnt sich hoher Luftdruck aus, der seinen Einfluss bis zum Wochenende behält. Dabei ist es für Ende Oktober sehr mild.
Die neue Woche startet am Montag mit einem rasch ostwärts abziehenden Trog und dem nachfolgenden Aufbau eines Keils von Westen, dessen Achse in der zweiten Hälfte der Nacht zum Dienstag von Südwest nach Nord über Deutschland liegt. Im Bodenfeld zeigt sich der Süden Deutschlands am Montag unter Hochdruckeinfluss (>1020 hPa), während der Norden unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten über Nord- und Nordwesteuropa liegt. Am Abend zieht die Warmfront eines Tiefs mit Zentrum nordwestlich der Britischen Inseln in den Westen und Nordwesten Deutschlands, von wo aus sie sich in der Nacht ost-nordostwärts schiebt. Dabei fließt nicht nur feuchte, sondern in 850 hPa auch deutlich mildere Luft ins Land - bis 12 Grad in 850 hPa im Westen, wohingegen im Osten zunächst um 5 Grad liegen bleiben.
Am Dienstag wird die Keilachse von einem Trog ostwärts verschoben. Die milde Luft flutet das ganze Land, was in Maxima von bis zu 21 Grad im Südwesten resultiert. In der Nacht zum Mittwoch erreicht die Achse des Troges über Nordwesteuropa den Nordwesten Deutschlands. Die eingelagerte Kaltfront bringt neben kühlerer Luft auch wieder Regen. Zunehmender Druckgradient sorgt für vorübergehend auffrischenden Süd- bis Südwestwind. Die sind an den Küsten und im Bergland erneut stürmische Böen wahrscheinlich. In den Niederungen im Binnenland ist der Wind mäßig bis frisch unterwegs. In der Nacht zum Mittwoch zieht der Bodentrog von Nordwest nach Ost über Deutschland hinweg, der Höhentrog folgt langsam hinterher. Hinter der Kaltfront fließen nur noch 1 bis 5 Grad in 850 hPa zu uns.
Am Mittwochvormittag zieht auch der Höhentrog ostwärts aus Deutschland ab. Die Strömung dahinter ist zonal mit einer leichten Tendenz zu zyklonal. Am Boden dehnt sich aus Südwesten hoher Luftdruck aus, der die Luft rasch abtrocknen lässt. Im Norden schwenkt jedoch im Tagesverlauf ein schwacher Bodentrog durch, der mit etwas Hebung nochmal für dichte Wolken und Regen sorgt. Der Wind lässt insgesamt nach, es sind aber weiterhin stürmische Böen an den Küsten möglich. In der Nacht zum Donnerstag schwenkt ein kleiner Randtrog in der Höhe über den Norden und Nordosten Deutschlands, was abermals mit feuchter Luft und etwas Regen einhergeht. Nach Süden hin dominiert unter hohem Luftdruck Absinken, was gebietsweise zu dichtem Nebel führt.
Aus dem Randtrog in der Nacht entwickelt sich am Donnerstag ein amplifizierender Trog östlich von uns. Bis in die Nacht zum Freitag reicht der Trog von Finnland über das Baltikum und Polen bis nach Rumänien. Der Osten Deutschlands liegt auf der Rückseite, mit der Tendenz zu mehr Wolken und gelegentlichem leichten Regen im Grenzgebiet. Sonst wird es unter Einfluss eines Bodenhochs und der zunehmenden Unterstützung durch einen Keil in der Höhe deutlich freundlicher. Mit auffächerndem Druckgradienten nimmt der Wind endgültig ab. Die Luft wird aus Südwesten wieder milder.
Am Freitag und Samstag sorgen Hochdruckeinfluss und milde Luft für ruhiges und nach Auflösung von Nebel und Hochnebel (was durchaus bis mittags dauern kann) auch oft sonniges Wetter. Das Hochzentrum verlagert sich gen Südskandinavien. Mit zunehmend östlicher Strömung wird die milde Luft (>10 Grad in 850 hPa) über Frankreich aufgehalten. Bei 5 bis 10 Grad in 850 hPa erreichen die Tageshöchstwerte 12 bis 17 Grad. Ein kleines Fragezeichen ergibt sich noch in der Prognose des Troges über Osteuropa. Aus ihm soll sich am späten Freitag ein umfangreiches Höhentief entwickeln, dessen Verlagerung am Samstag zwar gen Süden geht, aber mit der Tendenz der Doppelkernstruktur und damit dem Potenzial des umeinander Drehens, was für den äußersten Osten und Südosten noch Überraschungen liefern könnte (dichte Wolken, Regen, Schauer).
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle IFS-Lauf weist für die Mitte Europas eine hohe Konsistenz zu seinen Vorgängern auf. Die neue Woche startet wechselhaft und windig mit wiederholtem Frontendurchgang. Ab Donnerstag baut sich hoher Luftdruck auf, der sich bis zum Wochenende halten kann und auch von einem Keil gestützt wird. Dann fließt auch wieder deutlich mildere Luft ins Land. Für den Norden und Osteuropas divergieren die Modellläufe ab Wochenmitte stark. Der Tiefdruckeinfluss am Boden und in der Höhe wird von Lauf zu Lauf unterschiedlich simuliert.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Mittelfristmodelle sind der IFS-Vorhersage sehr ähnlich. Unterschiede ergeben sich im zeitlichen Ablauf (+/- 3 Stunden) der Tröge, sowie im Aufbau des Keils/Rückens am Donnerstag. Da hängt IFS etwas hinterher. Prinzipiell gibt es aber keinen Ausreißer. Die unterschiedliche Prognose für Osteuropa bildet sich auch zwischen den Modellen ab.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse ist wenig überraschend. Sie bietet für den ersten Zeitschritt (Montag/Dienstag) zwar 6 Lösungen (das Maximum) aber nur ein Regime: NAO positive. Die Unterschiede beschränken sich bei uns auf die Amplitude des Troges, deren Abzug mit sofortigem Aufbau des Keils ist aber in allen Lösungen vorhanden.
In Zeitschritt zwei (Mittwoch bis Freitag) wechselt das Regime zu Blocking und das bleibt auch in der erweiterten Mittelfrist am Wochenende erhalten.
Die Rauchfahnen sind bis Dienstag eng und weisen eine Berg- und Talfahrt auf, wie es nur dynamische Lagen können. Ab Mittwoch werden die Ensembles ruhiger und der Spread geht auf. Es gibt einen leichten Aufwärtstrend bei der Temperatur in 850 und auch beim Geopotential auf 500 hPa, der erst zum Ende der Ensembles (Sonntag) wieder leicht rückläufig wird. Die Niederschlagssignale sind in dem Zeitraum gering. Auch im Osten gibt es nur vereinzelte Ausreißer. Die deterministische IFS-Prognose ist damit gestützt, nicht, dass ich sie angezweifelt hätte.
Die Ensembles der andere Mittelfristmodelle sehen sehr ähnlich aus. Nach der wilden Maus wechselt das Wetter zum Kettenkarussel. Beständig und ohne große Überraschungen, aber auf sehr hohem (mildem) Niveau.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Mittelfristzeitraum gibt es keine signifikanten Wettererscheinungen. Der in Böen anfangs stürmische südwestliche Wind an den Küsten (Bft 8) und die einzelnen Sturmböen (Bft 9) auf wenigen Mittelgebirgsgipfeln sind im Herbst nicht ungewöhnlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn





