Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 07.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Hoch Fennoskandien zyklonal (HFz), Übergang zu Südost antizyklonal (SEa)
Wetter: Anfang im Nordosten noch Schnee und Regen an sich auflösender Okklusion. Dabei Glatteisgefahr. Ab morgen meist trüb und ruhig, wieder allmählich kälter mit Nachtfrost und lokalem Dauerfrost sowie Glättegefahr. Teils dichter Nebel.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Am heutigen Samstag... verläuft die eigentliche Frontalzone weit südlich über dem Mittelmeerraum. Wir liegen komplett nördlich davon in einem Bereich wesentlich schwächerer Geopotential- und Temperaturunterschiede. Über dem Norden Russland markiert ein Langwellentrog die Region, in der aktuell wieder hochreichende Kaltluft aus der Arktis vorstößt. Westlich davon ist dagegen ein Höhenhoch zu finden, welches das Bodenhoch Emmeram über Skandinavien stützt. Über unserem Land ist dagegen das Geopotential etwas niedriger, hier besteht eine schwache Verbindung zwischen dem Langwellentrog im Nordosten und einem nur wenig ausgeprägten Höhentief über dem nahen Atlantik. Dieses korrespondiert mit einem mehrkernigen Bodentief über den und westlich der Britischen Inseln (Stephie I). Die eigentliche Musik spielt - wie schon seit längerem - über der Iberischen Halbinsel, wo Sturmtief Martin (international) heute Abend die Küste erreicht.
Hierzulande ist zwischen Hoch Emmeram und Tief Stephie I über dem Nordwesten noch ein mäßiger Druckgradient vorhanden, so dass über der See mäßiger Wind aus Ost bis Südost weht. Nach Süden und Südosten hin ist hingegen die Druckverteilung äußerst flach, hier liegt sogar ein sehr flaches Hoch, so dass die Winde schwach und umlaufend sind.
Tief Stephie I hat auch eine Okklusionsfront zu uns geschickt, die heute früh noch etwas südwestlich der Elbe liegt und im Tagesverlauf nur noch wenig ostwärts vorankommt, so dass sie den Strom gerade noch überquert. Westlich dieser Okklusion ist feuchte und milde Meeresluft eingeflossen, in 850 hPa liegt die Temperatur bei knapp über 0°C. Nordöstlich davon ist die Luftmasse in 850 hPa mit 0 bis -2°C nur unwesentlich kälter, bodennah hält sich hier aber noch eine kältere Luftmasse, in der aktuell die Temperatur teils noch unter dem Gefrierpunkt liegt. Im Laufe des Tages sollten wir aber auch im Nordosten überall aus dem Frostbereich rauskommen, wenngleich oftmals nur 1 bis 2°C erreicht werden, weil Schnee und Eis die Grenzschicht abkühlen. Auch südwestlich der Front wird es nur unwesentlich wärmer, da auch hier die eingeflossene mildere Luft von Schneeflächen und kalten Böden abgekühlt wird.
Dies führt bekanntlicherweise auch dazu, dass es reichlich Nebel gibt und die Sichten vielerorts schlecht sind. So wird es heute von der Mitte bis in den Nordosten kaum eine Wolkenauflockerung geben und teilweise sehr trüb bleiben. Insbesondere im Bereich der Okklusionsfront fällt immer wieder etwas Niederschlag und zwar zunächst überwiegend als Regen, der auf gefrorenem Boden zu Glatteis führen kann. Die Niederschlagssummen sind aktuell meist nur gering, dass hierfür die großflächige Ockerwarnung ausreicht. In den Modellen werden aber durchaus einige Millimeter simuliert, so dass auch die Ausgabe neuer Unwetterwarnungen noch nicht ganz vom Tisch ist. Auch ganz im Nordosten soll es im Vorfeld der Front zu etwas (gefrierendem) Regen kommen. Im Tagesverlauf sollte sich aber die Lage etwas entspannen, wenn die Temperaturen leicht über den Gefrierpunkt steigen. Das teilweise noch reichlich vorhandene Eis ist allerdings damit noch lange nicht weg. Zudem ziehen die Niederschläge zunehmend in den Bereich der Kaltluft, so dass sie - zumindest, wenn die feuchte Schicht hochreichend genug ist - dann häufiger wieder als Schnee fallen.
Auch weiter nach Südwesten hin bleibt es nicht trocken, dort kommt es in der feuchten Luftmasse bei leicht labilen Verhältnissen zu regionalen schauerartigen Regenfällen, dort allerdings ohne nennenswerten Impact.
Ganz im Westen und Südwesten gibt es noch ein besonderes Schmankerl: Rückseitig der Okklusion lässt leichtes Absinken die Wolkendecke zunehmend aufreißen, so dass tatsächlich Klärchen in den Nachmittagsstunden mal sichtbar werden kann. Dort wird es auch deutlich milder mit Höchstwerten die oftmals zwischen 9 und 13°C liegen.
In der Nacht zum Sonntag ändert sich an der Großwetterlage nichts Wesentliches. Im Bereich der sich auflösenden Okklusion nordöstlich der Elbe kommt es weiterhin zu weiteren Niederschlägen. Da zunächst die Luftmasse meist noch hochreichend feucht ist und die Advektion kalter Luft von Osten her sogar für leichte Abkühlung sorgt (in 850 hPa wieder Temperaturrückgang auf -2 bis -4°C im Nordosten), sollte der Niederschlag verbreitet wieder in leichten Schneefall übergehen. Wenn allerdings im weiteren Verlauf etwas Absinken einsetzt in die Luftmasse von oben etwas abtrocknet, kann es der flachen feuchten Schicht dann vielleicht auch wieder Sprühregen fallen, der bei leichtem Frost erneut zu Glatteis führen kann, so dass auch für die kommende Nacht wieder Ocker-Warnungen in Betracht gezogen werden müssen. Zunächst sollte es aber ausreichen, die Frostregionen mit gelben Glättewarnungen zu versehen.
Vom Südwesten arbeiten sich die Wolkenauflockerungen noch etwas bis zur Mitte voran, so dass bei windschwachem Wetter auch die Temperaturen in der Südwesthälfte wieder zurückgehen können. Dies hat die Bildung von recht verbreitetem Nebel und einer Hochnebeldecke zur Folge, so dass morgen früh wieder die größten Landesteile trüb sein werden. Am ehesten kann es bei leichtem Ostwind in den Leelagen westlich der westlichen Mittelgebirge wolkenfrei bleiben. Es kann aber durch die Abkühlung zuvor auch im Süden und im westlichen Bergland leichten Frost (meist bis -3°C, an den Alpen darunter) geben. In der feuchten Luftmasse besteht Glättegefahr durch Reifablagerungen oder örtlich gefrierenden Nebel. Ansonsten bleiben aber vor allem im Nordwesten und in der Mitte die Temperaturen vielfach leicht über dem Gefrierpunkt.
Am Sonntag... erreicht Tief Martin im Süden Europas das westliche Mittelmeer. Bei uns steigt das Geopotential leicht, da sich zum einen von Norden Hoch Emmeram etwas annähert, zum anderen auch von Süden sich ein schwacher Höhenkeil ausbildet. Der Schwerpunkt von Hoch Emmeram verlagert sich im Tagesverlauf über die Ostsee hinweg ins Baltikum. Östlich davon weitet sich die oben erwähnte hoch reichende Kaltluft über weite Teile Russlands aus.
Hierzulande sorgt die Annäherung des Hochs wieder für eine Gradientzunahme, wobei dieser nach wie vor im Nordwesten am stärksten bleibt. Aber auch im Süden weht im Tagesverlauf wieder spürbarer Wind aus östlichen Richtungen. Über der Ostsee kann es in exponierten Lagen steife Böen geben, ebenso über Helgoland (dort Südostwind), ansonsten ist der Wind weiterhin unspektakulär.
Auch ansonsten ist nicht viel Spektakel geboten. Unter leichtem Absinken wird die Wolkenschicht im Nordosten immer flacher und die Niederschläge lassen nach. Allerdings steigt natürlich die Gefahr, dass aus der schwachen Wolkenschicht Nieselregen statt Schneegriesel fällt, so dass die Glatteisgefahr durchaus weiter präsent ist. Im Tagesverlauf sollen zwar die Höchstwerte meist leicht über den Gefrierpunkt steigen, leichte Kaltluftadvektion aus Osten lässt die Höchstwerte im Vergleich zum Vortag schon wieder zurückgehen, so dass wieder örtlich Dauerfrost herrschen kann. Somit steht im Osten ein weiterer Tag mit Glatteismonitoring an.
Im übrigen Land ist die Lage dagegen außerordentlich ruhig, lediglich im Flugwetter wird es Dank niedriger Wolkenuntergrenzen und schlechter Sichten einiges zu tun geben. Damit wäre das Wetter in großen Teilen des Landes schon beschrieben: Nebel, Hochnebel und meist niederschlagsfrei. Der etwas auffrischende Ostwind sollte aber an den Westrändern der westlichen Mittelgebirge weiter für Wolkenlücken und teils längeren Sonnenschein sorgen. Vor allem in Teilen NRWs dürfte es sehr freundliches Wetter geben. Auch im Alpenraum wird es sonnig.
Ganz so mild wie am Vortag wird es aber nicht mehr: Im Süden und Westen werden meist 6 bis 9°C erreicht, am Niederrhein bis 11°C, im Alpenvorland um 4°C. Im Nordosten sind es dagegen nur -1 bis 3°C.
In der Nacht zum Montag kommt es zu einer leichten Verlagerung des Hochs Emmeram Richtung Südosten, so dass sich bei uns der Gradient minimal abschwächt und der Wind auch etwas schwächer wird.
Weiterhin verbleiben fast alle Landesteile unter der dichten Schicht aus tiefen Wolken. Lediglich im Westen, Südwesten und in den Alpen können sich die Wolkenlücken weiter halten, dort sollen aber im Nachtverlauf einige mittelhohe und hohe Wolkenfelder über den Himmel ziehen. Niederschläge werden kaum noch simuliert, allerdings kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass aus den tiefen Wolken mal etwas Schneegriesel oder geringer Sprühregen fällt, so dass Glättewarnungen weiterhin angedacht werden müssen, allerdings empfiehlt sich eine weniger offensive Warnstrategie. Insbesondere im Bergland kann es auch wieder recht neblig werden, so dass dort auch der Nebel für etwas Glätte sorgen kann.
Die Glätteproblematik betrifft aber ohnehin nur die Nordosthälfte und das Bergland, da dort Tiefstwerte zwischen 0 und -3°C erwartet werden, in den Alpentälern darunter. Im Westen und Südwesten bleibt es dagegen mit 3 bis 0°C meist frostfrei.
Am Montag... verlagert sich das immer schwächer werdende Höhenhoch ins Baltikum, das Bodenhoch zieht sich schon bis zur Ukraine zurück. Damit schwächt sich bei uns der Wind tendenziell noch etwas ab und dreht leicht Richtung Südost. Die etwas kältere Luftmasse aus Osten erfasst wieder das ganze Land, so dass in 850 hPa die Temperatur wieder überall auf 0°C zurück geht, im Nordosten bis -6°C.
Beim Wetter tut sich weiter erstaunlich wenig. Große Teile des Landes liegen weiterhin unter der sehr kompakten Schicht tiefer Wolken, die höheren Lagen der Bergländer liegen oftmals in den Wolken. Weiterhin sind die Alpen sowie die Leelagen des Westens und Südwestens begünstigt, so dass dort die tiefen Wolken größere Lücken haben werden. Dabei sollen sich diese Regionen im Vergleich zum Vortag etwas ausdehnen, so dass in weiteren Regionen des Südwestens und im Lee des Bayerischen Waldes mal die Sonne etwas hervorkommen kann. Die leichte Winddrehung begünstigt auch Auflockerungen von den Alpen her bis ins höhere Vorland. Das nächste vom Atlantik heranziehende Tief schickt aber seine Vorboten in Form von hohen und mittelhohen Wolkenfeldern, so dass es auch in den begünstigten Regionen nicht so richtig sonnig wird.
Mit Niederschlägen warten die Vorhersagemodelle nicht auf, allerdings kann natürlich weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass die dichte tiefe Bewölkung mal ein paar Tropfen verliert.
Die Temperatur geht im Vergleich zum Sonntag noch einmal leicht zurück. Während es im Nordosten teils leichten Dauerfrost bei -2 bis 0°C gibt, werden sonst meist 1 bis 9°C erreicht, mit den höchsten Werten am Kaiserstuhl.
In der Nacht zum Dienstag zieht sich das Hoch noch etwas nach Osten zurück, sein Schwerpunkt erreicht dann Südrussland. Allerdings schiebt sich ein neuer Hochdruckkeil von Grönland Richtung Nordmeer vor, so dass eine Winddrehung Richtung West weiterhin nicht in Frage kommt. Vom Atlantik nähert sich zwar die Warmfront eines umfangreichen Zentraltiefs, diese macht sich aber nur mit weiterhin auf- und durchziehenden mittelhohen und hohen Wolkenfeldern bemerkbar, die aber die Mehrheit der Bevölkerung ohnehin nicht zu sehen bekommt.
In den oben genannten Regionen des Südwestens und Westens dürfte dies weiterhin der Fall sein, ansonsten soll sich die dichte Hochnebel- und Stratocumulusdecke weiterhin zäh halten, wobei vor allem im Bergland auch wieder die Sicht sehr schlecht werden kann. Vielleicht bildet sich auch hier und da, wo es tagsüber aufgelockert hat, neuer Nebel, zumal der Wind weiter abnimmt.
Niederschlag ist weiterhin kein Thema, auch wenn etwas Sprühregen oder Schneegriesel aus den tiefen Wolken nicht ausgeschlossen werden kann. Somit besteht natürlich auch weiterhin latente Glättegefahr. Von Westen erreicht uns in der Nacht noch kein Niederschlag.
Die Tiefstwerte sollen im Westen um oder leicht über dem Gefrierpunkt liegen (+2 bis -2°C), ansonsten muss allgemein mit leichtem Frost zwischen 0 und -4°C gerechnet werden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle simulieren die Großwetterlage recht einheitlich. Auch die Bewölkungs- und Niederschlagsprognosen sind sehr einheitlich. Die Unsicherheiten liegen eher in der Wolkenmikrophysik (nämlich: Krümelt oder sprüht aus der Hochnebeldecke mal was raus?) und beim Bodenkältestrom (schafft es der Bodenfrost sich gegen zeitweilig positive Lufttemperaturen durchzusetzen und dementsprechend für Glätte und Glatteis zu sorgen).
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 07.02.2026 um 10.30 UTC
Zunächst milder mit teils längeren Niederschlägen und nur noch örtlich gefrierendem Regen, zum Wochenende wieder kälter mit Glätte. Dazu zeitweise windig bis stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 14.02.2026
Ich schicke das Fazit vorweg: Nichts Genaues weiß man nicht. Die Modelle variieren stark. Die Modellläufe unterliegen großen Schwankungen. Es kommt mildere Luft, die voraussichtlich auch den Nordosten Deutschlands erreicht. Ein bemerkenswertes Temperaturgefälle zwischen Nordost und Südwest (10 bis 14 K) bleibt aber auch in dieser Mittelfrist bestehen. Dazu ist es immer wieder nass, vor allem im Südwesten droht Dauerregen. Und es kommt teils stürmischer Wind auf, der vorrangig die Küsten und Berge sowie den Süden des Landes betrifft.
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag liegen wir zwischen einem Hoch über Osteuropa und einem Tief über dem nahen Atlantik. Dabei fällt der Druck von Westen her zusehends. In südlicher Strömung wird milde Luft voraussichtlich auch in den Nordosten Deutschlands geführt. Bis zum Abend wird die -5 Grad Isotherme in 850 hPa bis nach Rügen und Usedom verdrängt. Für Vorpommern und die Ostseeinseln lässt sich weiterhin Dauerfrost nicht ausschließen. Von Nordfriesland bis in die Uckermark sollte es aber für zarte Plusgrade reichen. Im Westen und Süden fließen zeitgleich +2 bis +4 Grad ein, was am Boden in Maxima von 8 bis 10 Grad am Rhein resultiert. Die Luft ist zunächst recht trocken, wird aber im Vorfeld einer von Südwesten her aufziehenden Warmfront angefeuchtet. Diese gehört zu einem Tief auf dem Atlantik, das sich in der Nacht zum Mittwoch auf die Britischen Inseln verlagert.
Die Warmfront erreicht voraussichtlich in der ersten Nachthälfte zum Mittwoch den Südwesten und schiebt sich unter zunehmender Okklusion im Tagesverlauf ost- und nordwärts. Dabei werden weite Teile Deutschlands von feuchter Luft geflutet, die für Regen und anfangs noch in den östlichen Mittelgebirgen sowie in den höheren Lagen der Alpen (Schneefallgrenze über 1400 m) für Schnee sorgt. Mit Vorankommen der feuchten Luft nach Nordosten in den Abend- und Nachtstunden, gelangt diese in Regionen mit bis dato kälterer Luft, was stellenweise noch zu gefrierendem Regen und somit Glatteis führen kann. Hinter der Okklusion trocknet die Luft etwas ab. Allerdings sorgt eine kleine Welle über Frankreich für Feuchtnachschub im Südwesten und Süden, was dort in weiteren Regenfällen und in Staulagen des Schwarzwaldes insgesamt nicht unerheblichen Mengen resultiert. Die Milderung der Warmfront ist deutlich spürbar, im Westen und Südwesten werden verbreitet Maxima zwischen 10 und 14 Grad erwartet. Im Nordosten geht die Dauerfrostgefahr weiter zurück (0 bis +3 Grad maximal). Das Bodentief über den Britischen Inseln verlagert sich im Tagesverlauf langsam ostwärts, was zu steigendem Druckgradienten und vor allem an den Küsten sowie im Süden Deutschlands auffrischendem Wind führt. An den Küsten sind steife und exponiert stürmische Böen möglich. Im Süden kann es in den Niederungen ebenfalls zu steifen bis stürmischen Böen kommen, während im Bergland mit Sturmböen und auf den Gipfeln mitunter mit schweren Sturmböen zu rechnen ist. Die Welle verlagert sich voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag über die Alpen südwärts, wo sie dann südostwärts abzieht.
Am Donnerstag schiebt sich das Tief über der Nordsee weiter gen Osten, spaltet sich aber in zwei Teiltiefs. Eines davon erreicht am Donnerstagabend Dänemark, während sich das andere über der Nordsee weiter verstärkt. Vorübergehend liegt über Gesamtdeutschland relativ milde Luft mit über 0 Grad in 850 hPa. Die Maxima im Norden liegen zwischen 2 und 5 Grad. Sonst werden 6 bis 10, im Südwesten örtlich bis 12 Grad erreicht. Da der Feuchtenachschub aus Westen/Südwesten nicht abreißt, sind weitere Regenfälle wahrscheinlich. Je nach Lage der Randtröge um das Zentraltief herum, fallen diese regional kräftiger aus. In den Weststaulagen der Mittelgebirge kommt es zu Stauniederschlägen, die mit geringer Wahrscheinlichkeit die markante Schwelle von 30 l/qm in 24 Stunden erreichen. Am Schwarzwald können sich über mehrere Tage hinweg auch unwetterartige Mengen summieren. Aufgrund des anhaltend erhöhten Druckgradienten weht ein mäßiger bis frischer, im Bergland auch starker süd- bis südwestlicher Wind. In den Hochlagen sind weiterhin stürmische Böen, vereinzelt auch Sturmböen möglich. In den Niederungen treten vereinzelt steife Böen auf.
In der Nacht zum Freitag verlagert sich das westliche Teiltief südwärts in Richtung Niederlande, das östliche Tief nordostwärts. Damit beginnt in der Höhe der Zustrom kühlerer Luft und die Schneefallgrenze sinkt auf rund 1000 m. Da sich mit südlichem Wind bodennah aber mildere Luft durchgesetzt hat, ist die Frostgefahr in den Niederungen gering. Es könnte nach aktuellen Berechnungen auf Grundlage des IFS im Nordosten die erste frostfreie Nacht seit Langem werden.
Am Freitag zieht das Tief vor der niederländischen Küste entlang ostwärts, erreicht am Abend Nordfriesland beziehungsweise den Süden Dänemarks und zieht in der Nacht zum Samstag auf die Ostsee. Das zugehörige Frontensystem (derzeit Kaltfront) erreicht Deutschland bereits in den Morgenstunden, verlagert sich aber tagsüber rasch ost- und südwärts. Zunächst fällt unterhalb von 1000 m meist Regen, mit dem Zustrom kälterer Luft aus Nordwesten gehen die Regenfälle aber in der zweiten Tageshälfte zunehmend in Schnee über. Im Süden schleift die Front längere Zeit, was zu weiteren, kräftigeren Niederschlägen im Schwarzwaldstau führt. In den Hochlagen der Alpen sind länger andauernde Schneefälle möglich. Im übrigen Bundesgebiet lassen die Niederschläge am Abend und in der ersten Nachthälfte aber deutlich nach. Mit dem Zug des Tiefs frischt auch der Wind weiter auf. Dabei sind vorübergehend verbreitet steife, im Bergland stürmische Böen, an der Nordsee auch Sturmböen möglich.
Am Samstag liegen wir auf der Rückseite des nach Nordosten über die Ostsee und Südschweden abziehenden Tiefs im Zustrom kalter und feuchter Luft aus Nordwesten. Es kommt immer wieder zu leichten Schnee- oder Regenfällen. Aus Südwesten macht sich nur langsam hoher Luftdruck bemerkbar. Der soll uns aber am Sonntag überströmen, was zum Abtrocknen der Luft von Südwesten her führt. Der Hochdruckeinfluss gibt aber nur ein kurzes Gastspiel. Von den Britischen Inseln verlagert sich ein neues Tief Richtung Südskandinavien und bedenkt uns mit feuchter und auch wieder milderer Luft.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz zwischen den letzten IFS Läufen beschränkt sich auf den zunehmenden Tiefdruckeinfluss in Mitteleuropa. Wo Boden- und Höhentiefs liegen, woher die Luft kommt und wie feucht sie ist, ist offen. Dabei sind die einzelnen Läufe nicht als Ausreißer zu verstehen, sie bauen aufeinander auf. Die Strukturen sind verwandt, die Ergebnisse dennoch unterschiedlich.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Im Vergleich mit anderen Modellen ergibt sich ein ähnliches Bild. Der zunehmende Tiefdruckeinfluss von Westen her ist sicher. Ob das Zentraltief nach Wochenmitte aber über den Britischen Inseln (GFS), der Nordsee (IFS und UK10) oder über Deutschland (ICON) liegt, ist unsicher. Gesichert scheint auf der Vorderseite zunächst der Zufluss milderer und feuchter Luft. Wie weit die es bis in den Nordosten schafft, ist noch offen. Das operationelle ICON stellt hier mit seiner defensiven Simulation (keine deutliche Milderung im Norden und Osten) allerdings einen Außenseiter dar, der von den Ensembles nicht gestützt wird. Am Wochenende fließt auf der Tiefrückseite wieder kältere Luft ein.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse ergibt für den ersten und zweiten Zeitschritt (Dienstag bis Samstag) durchgehend NAO-. Dabei fällt der erste Zeitschritt durch Monotonie auf: Es gibt nur eine Lösung und die ist wie oben beschrieben. Im zweiten Zeitschritt gibt es nur minimale Abweichungen in der Troglage. In der erweiterten Mittelfrist ist das Zwischenhoch am Sonntag immerhin in zwei von drei Lösungen zu finden. Anschließend geht es flach konturiert und eher trogvorderseitig weiter. Cluster eins (18 Member) will davon allerdings nichts wissen und zieht auch in der neuen Woche eine zyklonale Lage mit Feuchte und Kälte vor.
Die Rauchfahnen zeigen kaum Auffälligkeiten. Es gibt durchgehend Niederschläge, das Geopotential sinkt bis Samstag stetig ab und steigt dann wieder. Bei der Temperatur gibt es zum Ende der Woche einen deutlichen Absturz, allerdings könnte der nach den Ensembles auch noch stärker ausfallen, als das im Moment vorhergesagt ist. Ein Durchgreifen milderer Luft (knapp über 0 Grad in 850 hPa) zur Wochenmitte im Norden und Osten ist aber gut zu erkennen.
Die Berg- und Talfahrt der Temperatur spiegelt sich auch im Ensemble des GFS wider, wobei die Andauer der Milderung durchaus unterschiedlich ist. Bei ICON ist hingegen keine Milderung im Norden oder Osten zu Wochenmitte zu finden. Erst Donnerstag und Freitag geben die Ensembles vor allem im Osten deutliche Signale für signifikant mildere Luft, der operationelle Lauf macht da allerdings nicht mit und befindet sich deutlich am unteren Ende.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI liefert im Südwesten deutliche Signale für außergewöhnlich nasses Wetter. Das belegen auch die EPSe, die durchweg moderate Signale für Dauerregen und geringe Signale für ergiebigen Dauerregen im Schwarzwaldstau zeigen. Der auffrischende Ostwind mit stürmischen Böen am Mittwoch an der Küste löst beim EFI keine Signale aus. Der Südwestwind im Süden mit steifen bis stürmischen Böen, im Bergland Sturmböen oder schweren Sturmböen von Mittwoch bis Freitag hingegen schon.
Aufgrund der kalten Vorwitterung können die aufkommenden Regenfälle in der Mitte und im Nordosten zeitweise noch zu markanter Glätte durch gefrierenden Regen führen.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOX-Mix, MOS-IFS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn





