Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 27.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: SWa (Südwest antizyklonal)
Zum Winterende Brachial-Frühling - heute nach Nebel verbreitet sonnig mit rekordverdächtigen Tagestemperaturen. Am Wochenende leicht wechselhaft und zurückgehende Temperaturen, aber keinesfalls kalt.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag... schreiben wir den vorletzten Tag des Winters 2025/26, der zumindest in Teilen und Phasen das erfüllt hat, was man von einem Winter erwartet - Winter nämlich. Schnee, Eis, Frost, alles Begriffe, die es im Gegensatz zu jüngst zurückliegenden Wintern sehr viel häufiger in die Gazetten, Nachrichten, Wetterberichte usw. geschafft haben. Und auch die Tatsache, dass dieser Winter nahezu im gesamten Norden und Osten sowie gebietsweise in Ostbayern zu kalt gegenüber der Referenz 1991-2020 zu Ende gehen wird, verdient Beachtung. Inzwischen allerdings hat quasi im vorauseilenden Gehorsam der Vorfrühling Einzug bei uns gehalten und daran wird sich zunächst auch erstmal nicht viel ändern. Zwar wird heute der bisher wärmste Tag des Jahres in weiten Landesteilen erwartet, wobei sicherlich Stationsrekorde für Februar gerissen werden (siehe dazu auch das letzte Kapitel "Modellvergleich"). Die Abkühlung, die am Wochenende kommt, bringt aber immer noch überdurchschnittliche Temperaturen für Ende Februar/Anfang März, zumindest tagsüber.
Steigen wir ein in die aktuelle Großwetterlage, die Deutschland im Übergangsbereich zwischen einem gerade nach Osten abgewanderten Höhenrücken und einem Trog über dem nahen Atlantik sieht. Beide Potenzialgebilde interagieren mit entsprechenden Bodendrucksystemen: im Osten HEIKO, seines Zeichens meridional exponiertes Hoch, das von Rumänien bis hoch nach Nordrussland reicht. Im Westen DOREENA, ihres Zeichens Randtief des großen Nordmeerwirbels CHIARA. DOREEN befindet sich aktuell im Seegebiet knapp südlich von Irland, von wo aus es Richtung Südeengland geht. Verbunden sind Haupt- und Randtief durch ein langgestrecktes Frontensystem, welches u.a. auch über die Nordsee verläuft. Genau genommen erfolgt dort der Übergang von Warm- (DOREENA) zu Kaltfront (CHIARA), wodurch schnell deutlich wird, dass es mit der Progression der Front nicht weit her ist. Wie auch, liegt sie doch inmitten respektive unter einer südwestlichen Grundströmung und mithin strömungsparallel.
Kurzum, die Front selber wird es heute nur mit Mühen schaffen, deutschen Boden zu betreten, zumindest festen. Trotzdem wird es reichen, dem äußersten Nordwesten dichtes frontale Gewölk zu kredenzen, aus dem es im Tagesverlauf zwischen Emsland und deutsch-dänischer Grenze anfängt zu regnen (auf Sylt, Amrum und Föhr tut es das jetzt schon gelegentlich). Zudem frischt der Südwestwind mitunter böig auf, was der Küste sowie dem schleswig-holsteinischen Binnenland wohl aber nur vereinzelte Böen 7 Bft bringt und die Warnerregung in Grenzen hält. Das gilt auch für den Nordrand der westlichen Mittelgebirge, wo der Südwestwind ebenfalls etwas aufbrist, Böen 7 Bft wohl aber nur die Ausnahme sind. Weitaus stürmischer dagegen präsentiert sich einmal mehr der Brocken, dessen Böigkeit in Liga 9-10 Bft spielt - man kennt´s.
Abseits vom Nordwesten steht uns heute ein sonniger oder nur locker bewölkter Freitag ins Haus. Okay, erst müssen noch einige Nebelfelder in der Mitte sowie in Bayern weggeräumt werden, was aber mit Hilfe leichter Durchmischung sowie des soliden Sonnenstands bis in die Mittagsstunden weitgehend erledigt sein sollte. Dann geht´s hoch mit der Temperatur auf verbreitet 15 bis 21, am Oberrhein bis zu 23°C. Frischer bleibt es nur im äußersten Nordwesten sowie bei auflandiger Windkomponente an der See.
In der Nacht zum Samstag verlagert sich das kleine, stark elliptisch geformte Randtief von Südengland raus auf die Nordsee. Gut möglich, dass der Nachtanalyst - ausreichend Wach- und Achtsamkeit vorausgesetzt - zwei Kerne findet, auch wenn das aufgrund der geringen Datendichte über See eine Herausforderung darstellt. Ist letztlich auch egal. Fakt ist, dass die Front als Kaltfront etwas landeinwärts vorankommt und dabei sehr wahrscheinlich eine kleine Welle schlägt. Mit Annäherung des Troges von Westen her ist in der unteren und mittleren Troposphäre ist eine gewisse Verdickung in der Relativen Feuchte erkennbar und auch die vorübergehende Intensitätszunahme des weite Teile Nord- und Westdeutschland erfassenden Regens spricht dafür. Akkumuliert über 12 Stunden können im nördlichen und westlichen NDS sowie in Teilen von SH zwischen 5 und 10 l/m² zusammenkommen.
Der große Rest des Landes bleibt davon - abgesehen von einigen hohen Wolken insbesondere in der Westhälfte - unangetastet, sprich, leicht antizyklonal beeinflusst. Bedeutet gering bewölkter oder klarer Himmel, in der Mitte sowie im Bereich der oberen Donau + Niederbayern/Oberpfalz einige Nebelfelder und von Oberschwaben bis hinüber in den Osten und Süden des weiß-blauen Freistaats stellenweise leichter Frost.
Samstag... steigt in der Bundesliga das vermeintliche Spitzenspiel BvB vs. Bayern, was nach dem Dortmunder Desaster vom Mittwoch in der Lombardei aber eigentlich kein Spitzenspiel mehr ist. Mehr dazu im KICKER. Hier geht´s ums Wetter und da gilt es zu berichten, dass sich nicht nur der Potenzialtrog immer weiter dem Vorhersageraum annähert. Auch die kleine DOREENA kreuzt so manche Seemeile in Richtung Kimbrische Halbinsel. Dabei behält sie ihre stark elliptische Geometrie bei, was dazu führt, dass am Südrand des Tiefs ein relativ scharf geschnittener Bodentrog vorhanden ist. Dieser schwenkt am Vormittag über die südwestliche Nordsee hinweg, erreicht die Niederlande, um gegen Abend ohne Kontrolle die Grenze zu NDS zu überschreiten. Schon im Vorfeld kommt es im äußersten Westen und Nordwesten zu einer Stauchung der Isobaren, was dort einen spürbar auffrischenden Südwestwind mit Böen 7 Bft, exponiert (z.B. Aachener Raum) vielleicht sogar 8 Bft zur Folge hat.
Zuvor macht die Kaltfront weiter Boden in Richtung Ost-Südost gut, wobei sie deutlich an Wetterwirksamkeit einbüßt, weil die Welle mit dem Regen zur Ostsee bzw. nach Südschweden abzieht. Erst am Spätnachmittag bzw. am frühen Abend kommen mit Annäherung des Troges wieder neue, schauerartige Regenfälle von der Nordsee sowie den Niederlanden auf und auch im Südwesten können zum Abend hin vereinzelte Schauer aus dem Bergland heraus nicht ganz ausgeschlossen werden. Ansonsten verläuft der Samstag in der Westhälfte sowie in weiten Teilen Norddeutschlands nach z.T. noch sonnigem Start wolkig bis stark bewölkt, während nach Osten und Südosten zu die Sonne scheint - entweder von Anfang an oder wenn sich der Nebel aufgelöst hat.
Postfrontal gelangt ein Schwall erwärmter Meereskaltluft subpolaren Ursprungs (mPs) insbesondere in die Nordwesthälfte, in der T850 auf 0 bis -2°C zurückgeht. Das geht freilich nicht spurlos an der 2m-Temperatur vorbei, die im Westen und Nordwesten zwar weitgehend zweistellige Höchstwerte, die 15°C-Marke aber nur mit Mühe oder überhaupt nicht mehr erreicht. Wärmer wird es logischerweise im Osten und Süden, für 20°C wird es wahrscheinlich aber nicht mehr langen.
In der Nacht zum Sonntag passiert die noch immer ziemlich fitte DOREENA (zwar nur etwas unter 1010 hPa Kerndruck, der aber konstant über einen längeren Zeitraum gehalten wird) den Skagerrak in Richtung Südschweden. Der zugehörige Bodentrog schwenkt zügig über Norddeutschland hinweg, wobei er etwas an Kontur einbüßt. Gleichwohl bleibt das regional kleine und zeitlich auf ganz kurze Zeit limitierte Windmaximum mit Böen 7 Bft, vereinzelt 8 Bft erhalten und verlagert sich via SH, HH, NDS bis nach Vorpommern, wo es in der zweiten Nachthälfte zuletzt ankommt.
Darüber hinaus gilt es zu konstatieren, dass die Kaltfront bis zum östlichen Alpenrand vorankommt, obwohl sie durch leichten Druckfall südlich des Hauptkamms etwas ausgebremst wird und in die Warmfront eines flachen Tiefs unweit von Sardinien übergeht. T850 geht auf 0 (SO) bis -4°C (N) zurück, wobei es im Süden, aber auch am Bodentrog im Norden mitunter regnet. Ansonsten steigt der Luftdruck etwas an und die Wolkendecke lockert in der frisch eingeflossen Luftmasse teilweise auf. Tut sie das für längere Zeit, kann sich lokal (Mitte/SW) Nebel bilden. Die Frostwahrscheinlichkeit ist in dieser Nacht gering, am ehesten rutschen einige höhere Berglagen ins Minus.
Sonntag... starten wir in den meteorologischen Frühling 2026 und tun das mit leichtem Hochdruckeinfluss. Das Zwischenhoch, das seine Geburtsstunde in der Nacht zuvor hatte, dockt im Osten an den inzwischen mit seinem Schwerpunkt im Schwarzmeerraum positionierten HEIKO an, während Richtung Iberische Halbinsel/Atlantik eine lose Verbindung zum Azorenhoch und dessen Keil mit dem Namen IACKEL besteht. Ganz lupenrein ist der Hochdruckeinfluss aber nicht, weil der o.e., mittlerweile stark positiv, also nach Südwesten geneigte Trog ostwärts durchschwenkt. Unter dem Strich bedeutet das eine nicht gänzlich homogene Mischung aus Sonne und Wolken. Im Süden und Südosten ist der Wolkenanteil allgemein höher, vor allem anfangs kann es hier und da noch etwas regnen. Die höchsten Sonnenanteile sind in einem Korridor zu erwarten, der von Nordbaden/RP und NRW bis hinüber nach BB und Vorpommern reicht. Noch weiter im Nordwesten ziehen im Tagesverlauf bereits wieder neue Wolken auf, aus denen gegen Abend an der Nordsee erste Tropfen fallen können. Weit nach Osten ausgreifende WLA vorderseitig eines sich südlich Islands einstellenden Sturmtiefs (noch nicht benannt, könnte aber ELKE werden) sowie die Annäherung von Fronten (zunächst eine vergammelnde Alt-Okklusion des Vorgängertiefs, dann die Warmfront des neuen Tiefs) sind die antreibenden Faktoren, die im äußersten Norden und Nordwesten auch in der Nacht zum Montag noch greifen (dichte Wolken, mitunter etwas Regen).
Temperaturmäßig steuern wir auf 10 bis 15°C zu, ganz oben im Norden und oben auf den Bergen frischer. Die Nacht drauf bringt im Süden und der Mitte bei längerem Aufklaren leichten Frost und einige Nebelfelder. Der Wind spielt keine große Rolle. Lediglich auf der Nordsee frischt er mit vorübergehender Rückdrehung auf Süd zum Abend hin mal etwas stärker auf, ohne dass daraus - Stand jetzt - Handlungsbedarf beim Warnen erwächst.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren sehr ähnlich. Trotz der leichten Abwechslung, die die Lage bringt, dürfte das größte Interesse sowohl der Fachwelt als auch der Öffentlichkeit auf die heutige Temperaturentwicklung gerichtet sein. Die Erwärmung ist zweifelsohne rekordverdächtig für Ende Februar und wird mit Sicherheit einige oder auch mehrere Stationsrekorde bringen. Ob auch der in der Datenbank des DWD verfügbare bisherige Allzeitrekord für Februar vom 26.02.1900!! der nicht mehr existenten Station Arnsberg im Sauerland fällt, ist eher unwahrscheinlich. 24,5°C stehen in den Chroniken des Königlich Preussischen Meteorologischen Instituts, gemessen seinerzeit von keinem Geringeren als Gymnasiallehrer Prof. Dr. Andreas Hinze. Der Eintrag dieses Werte ist verbrieft und belegbar, die Art und Weise, wie er gemessen wurde nicht mehr. Sehr mild war es zum damaligen Zeitpunkt definitiv (Re-Analyse, andere Messungen) und mit Unterstützung von Föhneffekten bei südlicher Anströmung sind solche Peaks in der Region Rothaargebirge keine Seltenheit. Trotzdem bleiben gewisse Restzweifel, ob der Werte nicht doch ein paar Zehntel zu hoch ausgefallen ist. An Messstandards, wie sie heute verlangt und auch erbracht werden, war damals noch nicht zu denken. Trotzdem schön und wichtig, dass überhaupt gemessen wurde!
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 27.02.2026 um 10.30 UTC
Meist ruhiges und mildes bis sehr mildes Frühlingswetter, sehr wahrscheinlich ohne markante Wettergefahren.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 06.03.2026
Am Montag greift ein Höhenkeil auf Deutschland über. Das korrespondierende Bodenhoch liegt mit seinem Schwerpunkt über dem südöstlichen Mitteleuropa und weist einen nach Lappland gerichteten Keil auf. Der Nordosten wird noch von Wolkenfeldern einer über Polen liegenden Warmfront gestreift, ansonsten stellen sich längere sonnige Abschnitte ein.
Der nachfolgende Trog rückt zwar nach Schottland vor, tropft aber in Richtung Marokko aus. Die korrespondierende und ohnehin nur flache Tiefdruckrinne, die sich von den Britischen Inseln in die Biskaya erstreckt, wird zugeschüttet, so dass in der Nacht zum Dienstag der antizyklonale Einfluss bei geringen Luftdruckgegensätzen bestehen bleibt. Reste dieser Tiefdruckrinne arbeiten sich bis Dienstag in den Westen Deutschlands vor, wodurch sich dort vor allem über dem Bergland einzelne Schauer entwickeln können. Ansonsten bleibt es trocken. Kräftige, ins Nordmeer gerichtete Warmluftadvektion bewirkt in der Nacht zum Mittwoch über Westeuropa und der Nordsee Geopotentialgewinn, wodurch der mittlerweile über Polen liegende Höhenrücken auf eine breitere Basis gestellt wird. Das Trog-Residuum wird bis dahin vollends zugeschüttet, Reste davon machen sich am Mittwoch im Tagesverlauf nur noch in Form von Wolkenfeldern und über den mittleren Regionen einzelnen Schauern bemerkbar. Dabei verlagert sich der Rücken nach Mitteleuropa und weitet sich in der Nacht zum Donnerstag in Richtung Karelien aus.
Am Donnerstag nähert sich ein weiterer Trog den Britischen Inseln, der sich wie der vorherige Trog in das Seegebiet westlich der Iberischen Halbinsel ausweitet. Die hierzu korrespondierende Tiefdruckrinne überquert zwar die Britischen Inseln, füllt sich aber über der Nordsee und Frankreich alsbald auf, so dass sich deren Wetterwirksamkeit auf Wolkenfelder beschränkt, die in der Nacht zum Freitag den Westen Deutschlands erfassen. Zwischen dieser Rinne und einem kräftigen Hoch über Westrussland und den Baltischen Staaten wird mit einer südöstlichen bodennahen Windkomponente trockene Luft herangeführt. Am Freitag setzt sich die Frontalzone über Nord- und Mittelskandinavien hinweg bis zum Ural durch. Der Höhenkeil wird hierdurch nach Westrussland gedrückt, wobei sich das Höhenhoch, von welchem dieser Keil ausgeht, über dem südöstlichen Mitteleuropa festsetzt. Hierdurch bleibt antizyklonaler Einfluss bestehen, wobei weiterhin die Luftdruckgegensätze gering sind.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich der Schwerpunkt des wetterbestimmenden Höhenhochs über Süddeutschland hinweg allmählich westwärts. Von diesem Hoch ausgehend wölbt sich erneut ein breiter Rücken bis nach Lappland auf. Frontale Prozesse werden hierdurch von Mitteleuropa ferngehalten. Da der Schwerpunkt des korrespondierenden Bodenhochs dann über dem Ostseeraum zu finden ist, dürfte mit einer, wenngleich auch schwachen nordöstlichen bodennahen Windkomponente etwas kältere Luft einsickern. Bei längerem Aufklaren wäre dann leichter Frost nicht nur auf die südlichen und südöstlichen Landesteile beschränkt.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Donnerstag ist der aktuelle Modelllauf zu den gestrigen Simulationen konsistent. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten.
Am Freitag ließ der 00 UTC-Lauf des Vortages einen Trog auf Mitteleuropa übergreifen. Dieser ist bei der neuesten Modellrechnung nicht mehr zu finden. Auch wird der am Wochenende sich etablierende Höhenrücken vom heutigen 00 UTC-Lauf wesentlich kräftiger und auch breiter simuliert als dass dies bei den gestrigen Modellläufen der Fall war. Ein Ende des ruhigen Frühlingswetters ist daher nicht in Sicht.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Donnerstag wird die oben beschriebene Entwicklung von den verfügbaren Modellen gestützt. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten.
Am Freitag ist dies bei ICON und bei Modell des kanadischen Wetterdienstes der Fall, GFS simuliert das wetterbestimmende Hoch etwas kräftiger und zudem nicht über Westrussland, sondern über dem südlichen Ostseeraum. Von Frankreich auf Süddeutschland übergreifender Druckfall bewirkt bei GFS eine Gradientzunahme und somit zumindest im Bergland ein Auffrischen des Windes bis in den warnrelevanten Bereich hinein.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum bleibt der antizyklonale Einfluss über dem Vorhersagegebiet bestehen. Während EZMW über Westeuropa dann erneut ein Bodenhoch positioniert, zeigt GFS dort eine straffe südwestliche Strömung. Nach dem kanadischen Modell dürfte dann auf Westeuropa ein schwacher, aber relativ breiter Trog übergreifen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des GFS zeigt deutliche Signale für eine Blockierung mit Schwerpunkt über dem südlichen Ostseeraum, was dem hauseigenen deterministischen Modell nahekommt. Dabei ist der Spread relativ gering. Gegenüber weiter zurückliegenden Modellläufen wurde nach der aktuellsten Modellrechnung die Anzahl der "Ausreißer" hin zur kalten Seite der Verteilung reduziert. Niederschlagssignale in schwacher Ausprägung sind nur bei Einzellösungen zu finden. Der deterministische Lauf tendiert vor allem im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum eher hin zur warmen Seite der Verteilung der Einzellösungen bzw. zu hohem Geopotential oder hohen Luftdruck.
Das EPS des EZMW zeigt ebenfalls im Bereich des über Mitteleuropa liegenden Höhenrückens einen geringen Spread. Die Einzellösungen werden in 5 Cluster untergliedert, wobei bei dreien hiervon keine signifikanten Unterschiede erkennbar sind. Als wahrscheinlichste Lösung dürfte die Frontalzone weiterhin über Mittel- und Nordskandinavien zu finden sein. Allerdings zeigen im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum 2 Cluster (mit 16 Einzellösungen) ein Austropfen von Nordosten oder Osten her, was zu einem signifikanten Temperaturrückgang führen würde. In diese Richtung tendiert auch der Kontrolllauf des AIFS. Dieser stellt jedoch selbst beim EPS des AIFS eine Außenseiterlösung dar.
Beim Clustering gemäß Großwetterlagen wird diese Version jedoch nur durch Einzellösungen (Hoch (Nordmeer) Fennoskandien) abgedeckt. Als wahrscheinlichstes Szenario dürfte sich hier eine antizyklonale Südostlage einstellen, gefolgt von einem Hoch bzw. einer Brücke über Mitteleuropa. Für einen erneuten Wintereinbruch ergeben sich keine belastbaren Signale.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wettererscheinungen sind aufgrund der ruhigen Hochdruckrandlage nicht zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann





