Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 31.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
BM, anfangs noch Trogeinfluss.
SCHNEEFALL: An den Alpen oberhalb 1000 m länger andauernder Schneefall, bis Mittwochabend 20 bis 40, in Staulagen insgesamt bis 50 cm Neuschnee.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
Dienstag... ist der bisher wetterbestimmende Trog zum Tyrrhenischen Meer ausgetropft. Dessen Residuum ist noch über dem Nordosten Deutschlands zu finden. In dessen Bereich ist die Schichtung labil, so dass sich im Tagesverlauf häufig Schauer und vereinzelt auch kurze Kaltluftgewitter entwickeln. Im Süden und Südosten macht sich ein Kurzwellentrog bemerkbar, der das über Südeuropa liegende Cut-Off-Tief umläuft. Hebung lässt auch dort die Schauertätigkeit aufleben, da aber in diesen Gebieten die Labilitätsfläche nur bis etwa 650, höchstens 600 hPa hinauf reicht, sind dort Gewitter eher unwahrscheinlich. Ausgehend von einem Hoch westlich der Biskaya, das von einem nach Südnorwegen reichenden Höhenkeil gestützt wird, weitet sich ein Keil bis in den Ostseeraum aus. An dessen Nordwestflanke bleibt zunächst noch ein kräftiger Gradient bestehen. Ein Kurzwellentrog, der vor allem in unteren Troposphärenschichten erkennbar ist und der in das o.g. Residuum hineinläuft, zeichnet sich zudem auch im Bodendruckfeld ab. Bedingt durch Warmluftadvektion wird dieser Trog im Tagesverlauf allmählich zugeschüttet, so dass der Gradient dann auffächert. Bis zum Abend muss aber in weiten Teilen von Schleswig-Holstein und bis ins nordseenahe Binnenland hinein sowie mit geringerer Wahrscheinlichkeit auch an der mecklenburgischen Ostseeküste mit Windböen Bft 7 gerechnet werden. Bedingt durch die steile nordwestliche, im Süden nördliche Strömung ergibt sich an den Alpen eine ausgewachsene Staulage mit länger andauernden Schneefällen. Innerhalb von 12 Stunden kommen 10 bis (in exponierten Lagen) über 15 cm Neuschnee zusammen, wobei die Schneefallgrenze etwa bei 1000 m liegt und Glättegefahr besteht. In den süddeutschen Mittelgebirgen reicht es ansonsten nur für wenige Zentimeter Neuschnee.
Am Rande des sich nordostwärts ausweitenden Hochs setzen sich, gestützt durch Absinken, im Norden und Westen Deutschlands vermehrt Auflockerungen durch. Abseits der Mitt3elgebirge ist in diesen Regionen die Schauertätigkeit sehr gedämpft. Dennoch werden in der eingeflossenen Polarluft nur Tageshöchsttemperaturen zwischen 7 und 12 Grad erreicht. Im Alpenvorland sind nur niedrige einstellige Temperaturmaxima zu erwarten.
In der Nacht zum Mittwoch tropft auch das Residuum ab und wird in die Zirkulation des über Südeuropa liegenden Höhentiefs einbezogen. Hebung, die z.T. auch noch durch Warmluftadvektion gestützt wird, lässt die Schneefälle an den Alpen andauern, so dass dort bis Mittwochfrüh weitere 10 bis 15 cm Neuschnee hinzukommen können. Dabei kann die Schneefallgrenze durchaus bis in Lagen um 600 m absinken. Dort und auch im süddeutschen Bergland besteht zudem Glättegefahr. Ansonsten setzt sich zusehends antizyklonaler Einfluss durch, so dass die Schauertätigkeit nachlässt. Verbreitet (und nicht nur bei Aufklaren) stellt sich leichter Frost ein. Bei längerem Aufklaren muss in Erdbodennähe auch mit mäßigem Frost gerechnet werden.
Mittwoch... erfolgt mit der Südverlagerung des "eingefangenen" Residuums über Mitteleuropa Geopotentialgewinn, so dass die Hochbrücke durch einen bis nach Karelien reichenden Höhenkeil gestützt wird. Die leicht mäandrierende Frontalzone ist weit im Norden zu finden und verläuft vom mittleren Nordatlantik über Schottland hinweg zum Weißen Meer. Da zum einen sich auch an den Alpen Absinken durchsetzt und zum anderen die Strömung eher auf Ost dreht, lassen die staubedingen Schneefälle allmählich nach. Bis gegen Mittag können aber noch einmal einige bis etwa 5 cm Neuschnee hinzukommen. Ansonsten hält sich antizyklonaler Einfluss, wobei die Luftdruckgegensätze gering sind. Im Süden und zum Teil auch im östlichen Mittelgebirgsraum überwiegt noch Bewölkung, wobei es sich dabei meist um Sc- und Sc Cu gen-Felder handelt. Ansonsten stellen sich längere sonnige Abschnitte ein. Während im Süden nur in einigen tieferen Lagen die 10 Grad-Marke überschritten wird, sind ansonsten 10 bis 14 Grad zu erwarten.
In der Nacht zum Donnerstag läuft in der Frontalzone ein Trog nach Osten ab und greift auf die Nordsee über. Diesem Trog ist ein schwaches Frontensystem vorgelagert, das von Kaltluftadvektion überlaufen wird und daher nur wenig wetterwirksam ist. Geringe Niederschläge erreichen daher ausgangs der Nacht die Nordseeküste.
Ansonsten klart es im Bereich der Hochbrücke verbreitet auf. Abgesehen von den Gebieten in Nordseenähe ist daher erneut leichter, in Erdbodennähe gebietsweise auch mäßiger Frost zu erwarten.
Donnerstag... erreicht der nur schwach ausgeprägte Trog den äußersten Nordwesten Deutschlands. Mit dem vorgelagerten Frontensystem, faktisch einer schwachen Kaltfront, kommen von Nordwesten mit mehrschichtiger Bewölkung bis etwa in die Nordeifel Niederschläge auf, die fernab jeglicher Warnrelevanz sind. Allenfalls in Staulagen sind um 5 mm innerhalb von 12 Stunden vorstellbar. Zudem frischt an der Nordsee der Wind mit Böen Bft 7 auf.
Ansonsten bleibt antizyklonaler Einfluss bestehen. Südlich der Mittelgebirgsschwelle und im östlichen Bergland sind längere sonnige Abschnitte zu erwarten. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 8 bis 14, am Oberrhein bei Sonne bis 16 Grad.
In der Nacht zum Freitag verlagert sich der Trog nach Polen und überläuft die dann auf den Mittelgebirgsraum übergreifende schwache Kaltfront. Hierdurch schwächen sich die frontalen Niederschläge ab, allenfalls in Staulagen können ein paar Millimeter zusammenkommen. Meist beschränkt sich die Wetterwirksamkeit dieser Front auf tiefe und ein paar mittelhohe Wolkenfelder. Die relativ zonal verlaufende Frontalzone setzt sich dann bis in die Nordsee durch, wobei das nächste Frontensystem bereits die Britischen Inseln erreicht. Über dem Vorhersagegebiet hält sich jedoch der Einfluss der sich allmählich abschwächenden Hochbrücke. Im Süden, aber auch postfrontal kann es aufklaren, wobei sich dann erneut leichter Frost einstellt.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 31.03.2026 um 10.30 UTC
Insgesamt relativ ruhiges Wetter: Vor allem im Norden zeitweise etwas windiger und etwas Regen, nach Süden hin wenig Regen und häufig freundlicher. Mild, im Süden teils sehr mild.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 07.04.2026
Insgesamt dominieren in der Mittelfrist leicht antizyklonale Verhältnisse, allerdings ist in der Nähe der Frontalzone im Norden durchaus der ein oder anderen frontalen Streifschuss zu verzeichnen und somit auch tendenziell geringe Niederschläge bis in die mittleren Landesteile nicht ausgeschlossen sind. Nach Süden hin lässt die Wetterwirksamkeit der streifenden Fronten überwiegend nach, aber auch dort zeigt sich in den Prognosen kein lupenreiner Hochdruckeinfluss - siehe Details im Folgenden:
Zu Beginn der Mittelfrist am Karfreitag zieht ein Kurzwellentrog im Nordosten ab, das korrespondierende, kleinräumige Bodentief verlagert sich ostwärts von Südschweden in die Ostsee. Das dazugehörige Frontensystem schleift noch über dem Osten/Südosten und bringt geringe Niederschläge. Der Gradient ist vorübergehend etwas stärker, im Ostseeumfeld sind teils Windböen (Bft 7) um West nicht ganz ausgeschlossen. Mit von Südwesten leicht ansteigendem Luftdruck durch die Ausdehnung des Bodenhochkeils nach Osten und dem sich ausdehnenden Höhenkeil nimmt die Wetterwirksamkeit weiter ab. Der Norden des Landes liegt im Randbereich des Bodenhochkeils. Daher schafft es das Frontensystem eines Tiefs bei Schottland bzw. über der nördlichen Nordsee, für leichte Niederschläge vor allem im Norden, eventuell bis in die mittleren Landesteile, zu sorgen. Am Freitag herrschen noch polare Luftmassen vor (teils unter -5 Grad in 850 hPa) und damit kann in den östlichen Mittelgebirgen auch etwas Schnee dabei sein. Nennenswerte Mengen werden aber nicht erwarte, im Bergland vielleicht mal noch etwas Glätte. Mit der Warmfront des Schottland-/Nordseetiefs in der Nacht zum Samstag sickert eine deutlich mildere Luftmasse mit bis zu 5 Grad in 850 hPa im Westen ein, die Schneefallgrenze steigt demnach deutlich an, so dass durchweg Regen fällt. Im Vorfeld ist im östlichen/südöstlichen Bergland sowie in den Alpen noch leichter Nachtfrost zu erwarten. Auch mit diesem neuen Frontensystem in der Nacht zum Samstag ist eine gewisse Gradientzunahme verbunden, vor allem im Küstenumfeld lassen sich daher zeitweise Windböen (Bft 7) um West nicht ausschließen.
Am Samstag dominiert im Süden hoher Luftdruck bzw. der Einfluss des Geopotenzialkeils. Es bleibt meist trocken und zeitweise kann sich die Sonne zeigen. Über dem Norden schleift das Frontensystem des nun über Skandinavien weiter östlich ziehenden Tiefs, das zudem rückläufig wird bzw. in die Warmfront es folgenden Tiefs übergeht. Dieses folgende Tief liegt mit seinem Zentrum noch westlich, später nordwestlich von Irland. Über den nördlichen Landesteilen bis in die Mitte ist es überwiegend stark bewölkt, es gibt zeitweilig leichten Regen. Vorderseitig dieses atlantischen Tiefs dreht die Strömung zunehmend auf Südwest, so dass sich der Zustrom milder Luftmassen mit etwa 5 bis 10 Grad in 850 hPa verstärkt. Es werden meist Höchstwerte zwischen 14 und 18 Grad erwartet. In der Nacht zum Sonntag liegt der Norden dann im großen Warmsektor, insgesamt dominiert der Einfluss höheren Luftdrucks und Absinken. Im Norden bleibt die Bewölkung recht dicht, Regen fällt aber kaum noch. Im Süden ist es meist gering bewölkt. Aufgrund der milderen Luftmasse ist Nachtfrost auch im Bergland voraussichtlich kein Thema mehr.
Am Ostersonntag greift der sich abflachende Trog auf den Norden über, so dass damit auch die Kaltfront des recht kräftigen Bodentiefs über der nördlichen Nordsee mit Niederschlägen auf den Nordwesten des Landes übergreifen kann. Rückseitig fließt wieder eine kühlere Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0 Grad ein. Tagsüber ist aber noch milde Luft dominierend und von der Mitte bis in den Süden können mit teilweiser Sonnenunterstützung Höchstwerte meist zwischen 15 und 20 Grad erreicht werden, im Südwesten teils auch darüber. Im Umfeld bzw. rückseitig der Front nimmt der Gradient zu, so dass vor allem im Nordseeumfeld und im Mittelgebirgsraum, eventuell im angrenzenden Binnenland, mit böig auffrischendem Südwest- bis Westwind zu rechnen ist. Dabei sind zeitweise starke bis stürmische Böen (Bft 7) möglich, exponiert eventuell auch mal Sturmböen Bft 8 - vor allem auf den Nordseeinseln oder dem Brocken. Im Tagesverlauf bzw. in der Nacht zum Montag verlagern sich die frontalen Niederschläge in die Mitte und den Osten, nach Süden hin dürfte die Intensität nachlassen bzw. es weitgehend trocken bleiben. Allerdings deutet sich nachts in der Höhe ein nachfolgender Kurzwellentrog an, so dass eventuell auch im Süden geringe Niederschläge nicht ganz ausgeschlossen werden können. Am Boden verstärkt sich der Hochdruckeinfluss insgesamt leicht.
Am Ostermontag zieht der erwähnte Kurzwellentrog ostwärts ab - potenzielle, leichte Niederschläge über der Mitte und dem Südosten klingen im Tagesverlauf ab. Mit einer neuen, markanten Austrogung knapp westlich der Britischen Inseln steilt die Strömung auf, die Keilachse und das Bodenhoch verlagern sich ostwärts nach Polen. Wir gelangen somit erneut in den Zustrom deutlich milderer Luftmassen mit meist 5 bis 10, im Süden teils 12 Grad in 850 hPa. Neue frontale Niederschläge erreichen Deutschland voraussichtlich noch nicht, die Bewölkung lockert teils stärker auf und es werden Höchsttemperaturen meist zwischen 15 und 20 Grad, mit etwas mehr Sonne und im Südwesten teils bis 22 Grad erwartet. Ganz im Norden, vor allem an der See kühler. Nachts meist gering bewölkt, einstellige Tiefstwerte, aber kein Nachtfrost.
Am Dienstag fällt der Druck von Westen weiter, der Trog verlagert sich aufgrund seiner Streckung nach Süden nur langsam ostwärts. Die Strömung steilt noch weiter auf Süd auf, so dass die milde Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen um, im Süden teils über 10 Grad auch bis in den Norden vordringen kann. Die Höchstwerte erreichen vor allem in der Mitte und im Süden Maxima von 18 bis 22 Grad, im Norden eher 14 bis 18 Grad. Die Kaltfront des zwischen Schottland und Island liegenden Tiefs erreicht die westlichen Landesteile voraussichtlich erst am Abend bzw. in der Nacht zum Mittwoch. Teilweise zeigen sich auch Tendenzen zur Wellenbildung entlang der Front über der Nordsee, was die Ostverlagerung zusätzlich verzögern würde. In der Nacht zum Mittwoch greift dann aber wohl das frontale Regenband von Westen über und breitet sich bis etwa in die Mitte aus. Mit der Front wird auch die milde Luft ostwärts abgedrängt, rückseitig gehen die Temperaturen in 850 hPa wieder auf unter 0 Grad zurück.
In der erweiterten Mittelfrist gestaltet sich das Wetter unter Tiefdruckeinfluss voraussichtlich insgesamt wechselhaft mit Niederschlägen, bis auf das höhere Bergland meist Regen. Vom Temperaturniveau pendeln sich die Verhältnisse im Bereich zwischen +2 und - 2 Grad in 850 hPa ein, die Tageshöchstwerte gehen also etwas zurück. Aufgrund der häufig stärkeren Bewölkung ist Nachtfrost aber voraussichtlich kein Thema.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag ist die Konsistenz relativ gut, es gibt aber bereits kleinere Unterschiede zwischen den IFS-Modellläufen in der Ausdehnung des Bodenhochkeils über Deutschland bzw. des Geopotenzialkeils. Dabei sind die neueren Modelläufe leicht antizyklonaler aufgestellt. Diese Differenzen bleiben im weiteren Mittelfristzeitraum erhalten.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Mit Blick auf andere Globalmodelle zeigen sich recht ähnliche Strukturen über die gesamte Mittelfrist mit überwiegend geringen Differenzen in Amplitude und Timing. Überwiegend, weil ICON zu Beginn der Mittelfrist (vor allem zum Samstag) mit einer etwas weiter südlich verlaufenden Frontalzone zyklonaler aufgestellt ist und nach Süddeutschland hin mehr Wetterwirksamkeit simuliert. Zum Ende der Mittelfrist am Dienstag zeigt ICON hingegen ein verzögertes Übergreifen des Langwellentroges von Westen durch Abtropftendenzen in Richtung Süden über dem nahen Ostatlantik (knapp westliche der Iberischen Halbinsel) und Wellenbildung bei den Britischen Inseln.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Freitag 00 UTC bis Samstag 00 UTC (+71 bis + 96 h) nur zwei Cluster mit 31 bzw. 20 Membern, Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 1. Die Prognoserelevanz scheint für unseren Vorhersagebereich begrenzt. Es deutet sich eine leicht unterschiedliche Stärke des abziehenden Kurzwellentroges an und auch der sich ausdehnende Keil von Südwesten wird in Cluster 2 etwas stärker simuliert, dadurch ergibt sich vielleicht ein leicht unterschiedliches Timing, prinzipiell aber keine anderen Lösungen. Im Folgezeitraum von Sonntag 00 UTC bis Dienstag 00 UTC gibt es drei Cluster mit 20, 16 und 15 Membern, Haupt- und Kontrolllauf werden in Cluster 2 gruppiert. Alle drei Cluster werden durchweg dem Regime NAO positiv zugeordnet. Die Ausprägung des Keils über West-/Mitteleuropa und der zum Ende der Mittelfrist (im Tagesverlauf Dienstag/Nacht zum Mittwoch) übergreifende atlantische Trog werden hierbei leicht unterschiedlich simuliert. Unterschiede ergeben sich vor allem in der Lage der Frontalzone und zum Ende der Mittelfrist in der Markanz/Ausprägung des Troges, der von Westen nachfolgend übergreifen soll. In der erweiterten Mittelfrist ab Mittwoch 00 UTC (+192 h) werden vier Cluster mit 15, 13, 13 und 10 Membern dargestellt. Cluster 1 mit Haupt- und Kontrolllauf vollziehen den Wandel zu einer zyklonalen West- bis Südwestlage (NAO positiv), Cluster 2 lässt den Trog westlich von uns abtropfen, zeigt demnach ein Blocking und dann zum Freitag allmählich auf NAO positiv umzuschwenken, Cluster 3 lässt den Trog ebenfalls abtropfen und stellt dann auf eine vor allem für den Norden zyklonale Westlage (NAO positiv) um, der Süden könnte eher antizyklonal beeinflusst bleiben (gegenüber Cluster 1 also eine nördlichere Frontalzone). Cluster 4 bleibt beim Blocking: der Trog tropft nach Süden aus, das Residuum schwächt sich stark ab bzw. zieht weit nördlich ab, über Deutschland steigt das Geopotenzial nachfolgen allgemein an, der nächste Langwellentrog bleibt über dem Atlantik. Fazit: Vieles deutet in der erweiterten Mittelfrist auf einen Übergang zu einer zyklonal geprägten Witterung hin, es bleiben aber gewisse Unsicherheiten.
Die Rauchfahnen zeigen ein ähnliches Bild wie die bisherigen Ausführungen. Die Ensemblelösungen bei der Temperatur in 850 hPa sind zunächst relativ niedrig, steigen zu Beginn der Mittelfrist an, schwanken nachfolgend, erreichen aber nicht mehr so ein niedriges Niveau wie aktuell. Der Spread ist auch anfangs nicht wirklich klein, aber okay. Ab Ostersonntag nimmt die Spannbreite weiter zu, vom Trend her zeigt sich aber eher wieder eine leichte Abnahme. Die Niederschlagssignale sind durchweg vorhanden, nach Süden hin gering als im Norden, insgesamt keine Hinweise auf Extremwerte. Niederschlagssignale im Norden mit einem Minimum am Ostermontag bis in den Dienstag. Im Süden besonders am Freitag noch Regensignale, dann vor allem wieder in der erweiterten Mittelfrist. Hinsichtlich des Geopotenzial gibt es im Norden größere Schwankungen als im Süden. Dort zu Mittelfristbeginn Zunahme, dann relativ hoch bleibend, zur erweiterten Mittelfrist tendenziell Abnahme. Allerdings vor allem ab Montag/Dienstag mit deutlich zunehmendem Spread. Spread im Norden insgesamt größer.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Warnwürdige Wetterereignisse werden insgesamt kaum, markante vielleicht mit Ausnahme von einzelnen Sturmböen auf dem Brocken (Bft 8) oder auf der Nordsee (und den Inseln) gar nicht erwartet.
Zu Beginn am Freitag ist im östlichen und südöstlichen Bergland mal noch etwas Schneefall nicht ausgeschlossen, die Mengen sind aber sehr gering. Daher dürfte maximal eine Glättewarnungen von Nöten sein.
Im Norden kann im Zusammenhang mit den streifenden Fronten und dabei zeitweise zunehmendem Gradienten der Wind zeitweise etwas auffrischen. Das betrifft insbesondere die Küsten, dort sind dann vor allem zunächst Freitagabend bzw. in der Nacht zum Samstag starke bis stürmische Böen aus Südwest bis West nicht ausgeschlossen. Am Ostersonntag betrifft das eventuell auch mal das angrenzende Binnenland und den Mittelgebirgsraum.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





