Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Mittwoch, den 14.10.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Hochdruckwetter mit Grenzschichtproblematik. Am Freitag Frontdurchgang mit etwas Regen bei vorübergehender leichter Windauffrischung.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Aktuell ... wird die Wetterlage durch einen Höhenrücken und Bodenhoch FLORIAN mit einem Kerndruck knapp über 1030 hPa und mit Schwerpunkt über Süddeutschland geprägt. Hinzu kommt durch Absinken eine Sperrschicht bei rund 900 hPa, womit schnell klar wird, dass Grenzschichtprobleme im Vordergrund stehen. Im Laufe der Nacht verlagert sich der Rücken nur unwesentlich nach Osten, da ein abgetropftes Höhentief über Polen und der Westukraine nach Süden zieht und so den Rücken blockiert. Hoch FLORIAN wandert im Zuge dessen mit Schwerpunkt ins westliche Tschechien.
So ist die Nacht meist nur locker bewölkt, allerdings bilden sich gebietsweise Nebel und Hochnebel. Richtung Küste und im äußersten Nordwesten sind die Signale dafür geringer, weil ein wenig Windzug zu verzeichnen ist. Dieser nährt sich aus der Annäherung der Fronten eines Islandsturmtiefs (Kerndruck unter 940 hPa), sodass der Gradient leicht erhöht ist. Gleichwohl bleiben die Fronten noch länger außen vor. Warnrelevanter Wind ist aus diesem Umstand auch nicht zu generieren.
Die aus Südwesten einfließenden Luftmassen atlantischer Herkunft sind mit T850 hPa von 5 Grad im Osten bis 10 Grad im Westen milder als die Luftmassen der vergangenen Tage. Das führt in 2 Metern zu Tiefstwerten von 10 Grad an der See und im Westen und bis 0 Grad im Osten. Leichter Frost ist dort lokal nicht völlig ausgeschlossen. Leichter Frost in Bodennähe ist dagegen gebietsweise wahrscheinlich.

Donnerstag ... zieht das Höhentief östlich von uns noch ein wenig nach Süden und blockiert den Rücken weiterhin. Immerhin erreicht dessen Achse bis zum Abend eine Linien Pyrenäen - Südwestdeutschland - Bottnischer Meerbusen, was auch durch eine gewisse Schubkomponenten des Vorankommens eines neuen Trogs über dem Nordostatlantik liegt. FLORIAN verlagert sich in der Folge zum westlichen Karpatenbogen, wobei sein Kerndruck auf etwa 1028 hPa fällt. Das Hoch nimmt Verbindung auf zu einem Hoch über Nordwestrussland und bildet so eine Brücke. Bei unserem Wetter ist es folglich nach Auflösung etwaiger Nebel- und Hochnebelfelder, die sich an der Donau oder an einigen Nebenflüssen des Rheins zum Teil länger in den Tag hinein halten können, heiter bis wolkig und trocken. Gebietsweise ziehen einige mittelhohe und hohe Wolken durch, insbesondere nach Norden hin. Die Sonnenscheindauer liegt meist bei 40 bis 70%, mit den höchsten Werten im Westen und Südwesten.
Der Wind weht schwach, im Nordwesten teils mäßig, an der Nordsee in Böen vereinzelt stark.
Die Temperaturen steigen auf 14 Grad an der Ostsee und bis auf 21 Grad bei längerem Sonnenschein im Südwesten.

In der Nacht zum Freitag macht der Rücken weiterhin nur geringfügig Boden nach Osten gut. Die Achse ist morgens auf einer Linie Baltikum - Alpen - Löwengolf zu finden. Die Hochdruckbrücke macht ebenfalls kaum Anzeichen, ihre Position großartig zu ändern, was auch für die Lage von Hoch FLORIAN über dem westlichen Karpatenbogen gilt.
Auf der anderen Seite schiebt der neue Trog über dem Nordostatlantik das Islandtief mittlerweile bis ins nördliche Nordmeer. Dessen Frontensystem wird ein wenig in Richtung europäischer Kontinent gedrückt, bleibt der Mehrzahl der Modelle zufolge aber in Deutschland noch außen vor. Dichtere Wolken im Nordwesten kündigen das Frontensystem allerdings schon an, und EZMW lässt es sich auch nicht nehmen, der Nordsee und dem Norden Schleswig-Holsteins in den Frühstunden erste Regentropfen zu kredenzen. Im Rest des Landes ist es gering oder locker bewölkt und trocken mit der erneuten Bildung von gebietsweisem Nebel und Hochnebel. Wiederum sind die mittleren und südlichen Landesteile dafür prädestiniert, während dies im Nordwesten und Norden durch den Wolkenaufzug und etwas Luftbewegung weniger wahrscheinlich ist.
Ansonsten weht der Wind meist nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Es kühlt sich auf 14 bis 7 Grad im Norden und Nordwesten unter den Wolken und auf 9 bis 1 Grad sonst ab. Stellenweise kann es im Osten und Südosten erneut leichten Frost in Bodennähe geben.

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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Freitag ... Im Vergleich zur Frühübersicht ergeben sich mit den neuesten Läufen keine signifikanten Änderungen. Weiterhin überquert ein Frontensystem zunächst langsam, in der Nacht zum Samstag etwas beschleunigt mit zeitweiligen leichten Regenfällen Deutschland. Im östlichen Sachsen und südöstlichen Bayern bleibt es weitgehend trocken. Bezüglich der räumlichen Ausbreitung bestehen in den Modellen nach wie vor Diskrepanzen. Der Wind frischt mit Frontdurchgang auf, erreicht jedoch selten Warnrelevanz. Es bleibt mild bis sehr mild, nachts meist frostfrei.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren sehr ähnlich. Am Freitag gibt es leichte Unterschiede bei der räumlichen Ausbreitung des Frontensystems.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler