Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 17.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Süd antizyklonal.
Wetter: Hochdruckrandlage, dabei von Osten zunehmend kälter und nachfolgend auch wieder sonniger mit teils mäßigem Nachtfrost. Im östlichen Bergland teils böiger Wind (Böhmischer Wind). Sonst ruhig.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Am heutigen Samstag... und auch darüber hinaus ist die Großwetterlage geprägt von einer kräftigen Blockierung über dem östlichen Mitteleuropa, Osteuropa und dem Ostseeraum. Dem gegenüber steht tiefes Geopotential über dem östlichen Atlantik und dem Westen des Kontinents, welches sich durch wiederholte Kaltluftvorstöße aus dem Bereich der Labradorsee immer wieder regneriert.
Der erste dieser Kaltluftvorstöße findet heute statt und führt dazu, dass sich ein Trog über der Iberischen Halbinsel nach Süden ausweitet und im Tagesverlauf ein Höhentief abspaltet. Am südlichen Rand dieses Langwellentroges spaltet sich der Jetstream in zwei Äste auf, wobei der südliche Ast der stärkere ist und über dem nördlichen Afrika und dem östlichen Mittelmeer verläuft. Ein weiterer ist westlich unseres Landes nordwärts gerichtet.
Bodennah liegt ein kräftiges Bodenhoch mit mehr als 1045 hPa Kerndruck über Russland, dessen mächtigster Gegenspieler zieht heute als Orkantief an Kap Farvel vorbei und bereitet das nächste Futter für den Langwellentrog vor. Dieser selbst kann in seinem Einflussbereich nicht mit starken Tiefs aufwarten, vielmehr zeigt sich im Westen Europas eine meridionale Rinne mit mehreren Tiefs, das stärkste davon aktuell bei Irland, das sich aber im Tagesverlauf abschwächt.
Zwischen dieser Tiefdruckrinne und dem Hoch wird Warmluft nordwärts gesteuert, die kräftige WLA über dem Westen unseres Landes führt dort auch zu dichten Wolken und im Nordwesten auch zu örtlichem Regen. Die aktuell noch analysierte Warmfront kann aber maximal noch als Höhenwarmfront weitergeführt werden, denn bodennah kommt der Wind meist schwach bis mäßig aus östlichen Richtungen und advehiert von dort her zunehmend kältere Luft. So liegen die Temperaturen in 850 hPa über Deutschland meist bei +3 bis +6°C, mit den höheren Werten im Osten, darunter befindet sich aber gerade im Osten eine teils sehr scharfe Inversion, im Westen ist diese schwächer ausgeprägt. Unterhalt dieser Inversion befindet sich im Ostteil des Landes auch viel Grenzschichtfeuchte, so dass sich dort heute in den Niederungen oftmals zäher Nebel hält, während einige Berg- und Leelagen aus dem Wolken gucken. Im Westen ziehen hingegen die Regenwolken nordwärts ab, so dass sich abseits dieser zwischen hohen und mittelhohen Wolken auch immer wieder mal etwas Sonne zeigen kann.
Noch einmal zurück zum Wind: Insbesondere rund um das Osterzgebirge und Lausitzer Bergland ist etwas Böhmischer Wind in Gang gekommen, so dass der dort südöstliche Wind bisweilen mit steifen Böen wehen kann, vereinzelt auch mit stürmischen Böen, die auch den Fichtelberg und die Kammlagen des Westerzgebirges erreichen können. Dieser schwächt sich allerdings heute tagsüber vorübergehend etwa ab. In den Kammlagen kann aus der Hochnebelsuppe durch den starken Wind auch etwas Niederschlag herausgepresst werden, sei es leichter (gefrierender) Sprühregen oder Schneegriesel.
Bei den Höchsttemperaturen gibt es große Unterschiede zwischen Ost und West: Während der Niederrhein und die Westfälische Bucht leebedingt mit bis zu +12°C aufwarten, kann es in den nebelanfälligen Niederungen Süddeutschlands Dauerfrost geben. Ansonsten liegen die Werte meist zwischen 2°C im Osten und 9°C im Westen.
In der Nacht zum Sonntag tropft das Höhentief über der Iberischen Halbinsel immer mehr ab. Der Schwerpunkt der Tiefdruckrinne verlagert sich dann auch in den Südwesten Europas. Dies macht sich auch bei uns bemerkbar, da der Wind leicht Richtung Ost dreht. Er kommt weiterhin meist schwach bis mäßig daher, dabei lebt der Böhmische Wind in den Nachtstunden wieder auf das oben genannte Niveau auf. Auch in den ostbayerischen Mittelgebirgen ist mit der Winddrehung der Böhmische Wind zunehmend zu spüren, wahrscheinlich aber nicht warnwürdig.
Die hochreichenden Wolken über dem Westen ziehen in der Nacht endgültig ab, es verbleiben ein paar Schleierwolken. Bodennah breiten sich dagegen die tiefen Wolken wieder aus und kommen auch zunehmend nach Westen voran, so dass es bis zum Morgen in vielen Regionen trüb sein wird. Ausgenommen sind weiterhin Höhenlagen, meist ab etwa 700 m, der äußerste Westen (vor allem NRW) und einige Leelagen der östlichen Mittelgebirge.
Das dämpft dann auch die Tiefstwerte, die im Norden und in Teilen des Westens noch über 0°C verbleiben. Ansonsten sinken sie meist in den leichten Frostbereich, mäßigen Frost gibt es nur bei klarem Himmel z.B. am Alpenrand oder auf der Schwäbischen Alb. Glätte kann es vor allem durch Reif in den nebelfreien Lagen geben, zudem auch bei dichtem Nebel. Unter der Hochnebel- bzw. Stratocumulusdecke sollte es dagegen kaum Glätte geben.
Am Sonntag... gelangen wir zunehmend in den Kernbereich des Höhenhochs, das seinen Schwerpunkt über dem Baltikum besitzt. Das Höhentief tummelt sich weiter über der Iberischen Halbinsel, Algerien und Marokko. Ein neuer Trog stößt jetzt westlich der Britischen Inseln südostwärts vor, das zugehörige Bodentief schwächt sich aber schon westlich Islands etwas ab.
Für uns ergeben sich aus der Großwetterlage nur wenige Änderungen. Der Druckgradient verändert sich nur wenig, so dass weiterhin schwacher bis mäßiger Wind aus Ost weht. Lediglich über dem Osten deutet sich eine leichte Gradientzunahme an, so dass dann zunehmend im gesamten östlichen Mittelgebirgsraum vom Vogtland bis Görlitz mit steifen Böen aus Ost bzw. Südost gerechnet werden muss, in exponierten Lagen mit stürmischen Böen. In den Kammlagen des Erzgebirges sind dann auch zunehmend Sturmböen möglich. Auch im Raum Passau kann es an der unteren Donau einzelne steife Böen aus Südost geben. An den Alpen ist es leicht föhnig, so dass in den Föhntälern einzelne steife Böen auch nicht ausgeschlossen werden können.
Oberhalb der Grenzschicht legt das Temperaturniveau noch etwas zu, teils durch etwas WLA, teils durch Föhneffekte, so dass dann in 850 hPa meist +4 bis +8° zu erwarten sind. Unter der Inversion kommt dagegen weiterhin kalte Luft aus Osteuropa zu uns, wobei im Tagesverlauf von Osten her eine zunehmend trockenere Luftmasse zu uns vordringt.
Somit hält sich der Hochnebel vor allem in den westlichen Landesteilen, wobei höhere Berglagen und weite Teile NRWs leebedingt weiterhin wolkenfrei bleiben. Recht trüb dürfte es im Südwesten bleiben, vom Saarland bis ins westliche Alpenvorland. Im Osten setzt sich im Tagesverlauf immer mehr die Sonne durch.
Trotz zunehmender Sonnenanteile nimmt die Temperatur im Vergleich zum Vortag aufgrund bodennaher Kaltluftadvektion teils deutlich ab. Die Inversion verstärkt sich dabei vor allem in den westlichen Landesteilen. Dort werden bei Sonne immerhin noch bis 8°C erreicht, auch im Erzgebirgsvorland noch bis zu +6°C. Sonst liegen die Höchstwerte meist bei jahreszeitgemäßen 0 bis +4°C. Dauerfrost kann es im südwestdeutschen Hochnebel geben, vor allem an der oberen Donau.
In der Nacht zum Montag tut sich nichts Wesentliches bei der Großwetterlage: Der Wind weht weiter schwach bis mäßig aus Ost, der Böhmische Wind hält in ähnlicher Stärke wie tagsüber an. Mit dem Ostwind wird der Hochnebel insbesondere in der Nordhälfte immer weiter verdrängt, so dass es dort bis zum Morgen bis zum Emsland klar wird. Hochnebelreste bzw. dichter Hochnebel halten sich nur noch in den Niederungen Südwestdeutschlands, von der Mosel bis ins mittlere westliche Alpenvorland. Zudem können im Südwesten auch ein paar mittelhohe Wolkenfelder aufziehen, ausgehend von den Tiefs im westlichen und zunehmend auch zentralen Mittelmeerraum.
Die Temperaturen sollten jetzt deutschlandweit in den Frostbereich sinken, meist werden es 0 bis -4°C. Bei klarem Himmel sind in der Osthälfte auch mäßige Frosttemperaturen bis -7°C zu erwarten. Ein bisschen Reifglätte kann hier und da nicht ausgeschlossen werden, dieses Thema sollte aber in der trockenen Luftmasse nicht mehr die große Rolle spielen.
Am Montag... verbleibt das Höhenhoch über dem östlichen Mitteleuropa, das Bodenhoch zieht sich unter leichter Abschwächung ins südöstliche Europa zurück. Von Nordwesten nähert sich innerhalb des Langwellentrogs der nächste Kurzwellentrog mit Höhenkaltluft. Das lässt im Bereich der Britischen Inseln den Druck fallen, gleichzeitig entwickelt sich im Raum Tunesien ein immer stärkeres Tief, so dass sich eine umfangreiche Tiefdruckzone von Libyen über das westliche Europa bis in die Irmingersee ergibt. An der Druckkonstellation über Deutschland ändert das weiterhin nicht viel. Der Wind kommt wieder etwas mehr aus südöstlicher Richtung und der Böhmische Wind hält zunächst in etwa der gleichen Stärke an.
In großen Teilen des Landes ist die Luft auch unterhalb der teils stark ausgeprägten Inversion recht trocken, im Osten mit Taupunkten unter -5°C sogar sehr trocken. Damit steht ein verbreitet sonniger Tag ins Haus. Lediglich im Südwesten soll in einigen Niederungen der Hochnebel noch hartnäckig sein, im Rhein-Main-Gebiet könnte dann die Grenze in etwa zwischen Offenbach (Sonne) und Frankfurt (Hochnebel, Hochhäuser in Wolken) liegen. Auch sollen im Südwesten noch ein paar mittelhohe Wolken über den Himmel ziehen, die von einem schwachen Höhentief generiert werden, welche aber im Laufe des Tages weniger werden sollen und für etwas Farbe bei Sonnenuntergang sorgen können.
Die Temperaturen sollten bei viel Sonne wieder verbreitet über den Gefrierpunkt steigen, meist mit Höchstwerten zwischen 0 und 6°C mit den höchsten Werten im Westen. Noch milder kann es oberhalb der Inversion werden, so zum Beispiel im höheren Bergland Süddeutschlands und im Alpenvorland.
In der Nacht zum Dienstag kommt auf dem Atlantik ein weiterer Kurzwellentrog heran, der den Langwellentrog im Westen weiter mit Kaltluft füttert. Dessen östlicher Teil hat sich mittlerweile weit nach Nordafrika hinein ausgeweitet. Südlich eines Höhentiefs über dem Norden Algeriens verläuft der kräftige Jet im Süden Algeriens mit einem zweiten Jetmaximum über Syrien und dem Zweistromland. Das Bodentief über dem südlichen Mittelmeer vertieft sich noch etwas und sorgt zusammen mit dem Hoch über dem Balkon für einen kräftigen Oststurm im zentralen südlichen Mittelmeer.
Bei uns tut sich hingegen nicht viel. Eine leichte Abschwächung lässt sich beim Böhmischen Wind beobachten, auch ansonsten weht der Wind dann meist nur noch schwach aus Südost. Das reicht aber bei den niedrigen Taupunkten kaum aus, dass sich mehr als flache Nebelfelder bilden. Nur ganz im Südwesten können sich teils noch dichte Nebel- und Hochnebelfelder halten oder leicht ausweiten. Über dem Westen des Landes können auch ein paar höhere Wolkenfelder über den Himmel ziehen.
Verbreitet wird es wieder frostig, allerdings mit ordentlichem Gradienten von West nach Ost: Am Niederrhein liegen die Tiefstwerte um 0°C, in Südostbayern können sie teils um -10°C liegen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle simulieren die Großwetterlage übereinstimmend. Leichte Unterschiede gibt es bei der Bewölkungsprognose. Hierbei scheinen aber die deutschen Modelle, nach denen obiger Text auch entstanden ist, die Nase vorn zu haben.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 17.01.2026 um 10.30 UTC
Ruhiger, oft sonnenscheinreicher Beginn. Danach langsam etwas unbeständiger mit örtlicher Glatteisgefahr und zurückgehendem Temperaturniveau, teils mit Dauerfrost und strengem Nachtfrost. An den Küsten teils stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 24.01.2026
Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag liegt Deutschland zwischen einem blockierenden Höhenhoch über dem östlichen Mitteleuropa und einem nordostatlantischen Trog mit eigenständigem Drehzentrum bei Irland. Ähnliche Situation am Boden: Kräftiges Hoch über dem Schwarzen Meer, Tiefdruckkomplex knapp westlich der Britischen Inseln.
Bei uns dominiert dabei erst einmal der Hochdruckeinfluss und in der Folge ruhiges, teils mildes Winterwetter mit leichten bis mäßigen Nachtfrösten und typischer Grenzschichtproblematik. Strenger Frost wird örtlich in den östlichen und südöstlichen Mittelgebirgen und eventuell am Alpenrand ein Thema. Aufgrund der mit östlicher Strömung eingeflossenen/einfließenden recht trockenen Luft, dürfte in vielen Regionen die Sonne das prägende Element am Himmel sein und zäher Nebel/Hochnebel hauptsächlich den Niederungen Südwestdeutschlands vorbehalten sein. Im sächsischen Bergland lässt der Böhmische Wind langsam nach, für einzelne stürmische Böen könnte es am Dienstag aber noch reichen.
Am Donnerstag kommt etwas Bewegung in die Wetterentwicklung. Das Höhenhoch wird durch einen Kaltluftausbruch über Nordosteuropa südwärts abgedrängt. Dahinter stößt aber bereits das nächste blockierende Höhenhoch vor und setzt sich über Skandinavien fest. In 850 hPa sinkt die Temperatur bundesweit auf Werte um 0 Grad ab, die -10-Grad-Isotherme lauert nicht weit entfernt über der Ostsee. Auf die westlichen Landesteile lässt der atlantische Tiefdruckkomplex schon in der Nacht zum Donnerstag eine schwache Front mit feuchter Luft übergreifen. Die damit verbundenen leichten Niederschläge sind war hinsichtlich der Mengen alles andere als signifikant, werden aber als Regen fallen und können so auf den wahrscheinlich gefrorenen Böden für Glatteis sorgen.
Bis Samstag verstärkt sich das Höhentief bei den Britischen Inseln deutlich und lenkt weiterhin feuchte Luft mit südlicher Höhenströmung ins Land. Das Höhenhoch verlagert seinen Schwerpunkt nach Nordwesten über das Nordmeer bei am Boden anhaltendem Hochdruck über Ost-/Nordosteuropa. Dadurch hält die Zufuhr kontinentaler/polarer Kaltluft mit östlicher bis nordöstlicher Strömung an. In der Folge verschärft sich allmählich der Temperaturgradient über Deutschland. Am Samstag werden für den äußersten Süden/Südwesten in 850 hPa +2 Grad gezeigt, über Vorpommern dagegen um -10 Grad. Auf eine scharfe Luftmassengrenze mit kräftigen Niederschlägen hat der Hauptlauf derzeit aber keine Lust. Es werden allenfalls schwache Niederschläge angeboten, die aber durchaus spannend hinsichtlich der Phase werden können (Geflöckel, Regen oder gefrierender Regen - alles ist möglich).
Aber wie dem auch sei: Ab Donnerstag steht vor allem im Nordosten und Osten Dauerfrost an. Durch den allgemein etwas auflebenden Ostwind dürfte sich die Luft aber auch in den anderen Regionen sehr winterlich anfühlen. Am stärksten bläst der Ostwind dabei an der Ostsee und auf den ostfriesischen Inseln, wo durchaus auch stürmische Böen im Bereich des Möglichen liegen.
In der erweiterten Mittelfrist rückt uns das atlantische Höhentief bzw. der atlantische Trog auf die Pelle und ein am Boden korrespondierendes Mittelmeertief "versorgt" uns von Südosten her mit Schneefällen. Diese Entwicklung ist natürlich noch mehr als unsicher, zeigt aber, dass es Richtung Monatsende durchaus andere Optionen als eine ruhige Hochdrucklage gibt.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-Laufs des IFS kann, was die großräumige Druckverteilung angeht, als relativ gut bezeichnet werden. Im Detail gibt es aber durchaus nennenswerte Unterschiede. Demnach nehmen die Unsicherheiten vor allem hinsichtlich der Niederschlagsentwicklung ab Donnerstag zu. Im Vergleich zu den beiden trockenen Vorläufen sollen nun ab Donnerstag frontale Regenfälle auf die westlichen Landesteile übergreifen. Diese sind bezüglich der Mengen zwar nicht signifikant, wären aber wahrscheinlich zumindest regional gefrierender Natur mit Glatteisgefahr.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch der Vergleich mit anderen Globalmodellen (ICON, GFS, UK10) ergibt hinsichtlich der großräumigen Strukturen und Strömungen keine nennenswerten Unterschiede. Im Detail sieht das natürlich anders aus. Die beiden Hauptfragen scheinen zu sein, wann die frontalen Niederschläge aus Westen übergreifen und wie weit die polare Kaltluft innerhalb Deutschlands vorankommt. Beim Niederschlag sind ICON und UK10 gut 24 Stunden später dran (Nacht zum Freitag), GFS wählt den Mittelweg. Alle sind sich aber einig, dass die Mengen nur sehr gering sind. In Sachen Kaltluft ist GFS am forschesten (am Samstag -14 Grad in 850 hPa an der Ostseeküste), ICON ähnelt der IFS-Lösung.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Der Blick auf die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte bestätigt den Hauptlauf: Mit dem Temperaturverlauf geht es bergab! Während der Spread dabei in der Südwesthälfte recht gering ist (nur leichter Abwärtstrend) fächert er in der Nordosthälfte ab Donnerstag deutlich auf. Auch IFS-intern steht also noch ein dickes Fragezeichen hinter der Ausbreitung der Kaltluft. Beispiel für Berlin: Für Freitag bietet das Ensemble einen Bereich zwischen +3 und -15 Grad in 850 hPa an.
Beim Niederschlag gibt es im Westen ab Donnerstag, im Osten erst Richtung Wochenende ein zumeist nur leichtes Gezuckel im Ensemble. Insgesamt scheint es also wieder etwas unbeständiger zu werden, wenngleich weder flächige Niederschläge, noch großartige Mengen zu erwarten sind. In vielen Regionen wird es also wohl weiterhin überwiegend trocken bleiben.
Das Clustering für den Zeitraum von Donnerstag bis Samstag 00 UTC erweist sich als extrem sparsam und bietet gerade mal eine einzige Gruppierung an (Übergang von Blocking zu NAO-). Von Sonntag bis Dienstag 00 UTC werden immerhin drei, recht gleich verteilte Cluster angeboten, allesamt NAO- zugeordnet. Alle drei zeigen die anhaltende Blockade über Nordeuropa und den uns nähernden, bis weit ins zentrale Mittelmeer vorstoßenden Atlantiktrog, samt entwickelndem Mittelmeertief. Inwieweit dieses dann tatsächlich unser Wetter beeinflusst ist aber sehr unsicher.
FAZIT: Nach einem ruhigen und oftmals sonnigen Start in die Mittelfrist, mehren sich ab Donnerstag die Hinweise, dass es von Westen/Südwesten her wieder leicht unbeständig werden könnte. Dabei dürfte am ehesten die Phase potentieller Niederschläge interessant sein und örtliche Glatteisgefahr sollte im Hinterkopf behalten werden. Mit dem Temperaturniveau geht es vor allem in der Nordosthälfte bergab. Wie stark ist zwar noch unsicher, mit Dauerfrost und im Bergland strengem Nachtfrost muss dort aber wohl gerechnet werden.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Nachdem sich der Böhmische Wind am Dienstag mit letzten stürmischen Böen (Bft 8) verabschiedet, tritt der Wind wohl erst ab Donnerstag wieder in markanter Weiße zum Vorschein, nun aber an der Ostsee und zum Teil wohl auch auf den ostfriesischen Inseln mit ebenfalls einzelnen stürmischen Böen aus Ost.
Zudem muss ab der Nacht zum Mittwoch im östlichen und südöstlichen Bergland örtlich mit strengem Frost gerechnet werden.
Ob es ab Donnerstag in den westlichen Landesteilen örtlich wirklich für gefrierenden Regen reicht, ist noch ziemlich unsicher. Ausschließen lässt sich diese Entwicklung aber nicht.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz





