Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 04.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: SEz
Im Nordwesten zunächst Entspannung der Glatteislage. Ab dem Abend im Osten beginnende Glatteislage, teils Unwetter, dort mit Unterbrechungen bis zum Freitag anhaltend.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... setzt sich die Blockierungslage weiter fort. Dabei erstreckt sich das Hoch DANIEL mit seinem Schwerpunkt weiterhin von Fennoskandinavien über das Baltikum bis in den Südosten Europas. Es lenkt mit einer östlichen Strömung weiterhin kontinentale Kaltluft in den Norden und Osten Deutschlands. Demgegenüber steht ein äußerst umfangreicher Tiefdruckkomplex, der quasi von Neufundland bis nach West- und Mitteleuropa und von dort auch bis in den Mittelmeerraum reicht und an dessen Vorderseite mildere Luft in den Westen und Süden Deutschlands advehiert wird. Davon ausgehend verläuft eine Tiefdruckrinne (ROMINA) mit eingelagertem Frontensystem von der südlichen Nordsee kommend über den Nordwesten bis in den Osten Deutschlands. Sie kommt im Tagesverlauf weiter nordwärts voran und füllt sich dabei auf. Das bedeutet, dass die daran gekoppelten Niederschläge sich bereits im Laufe des Vormittags deutlich abschwächen werden und schließlich am Nachmittag auflösen bzw. nordwärts abziehen. Bis dahin fällt aber in der kalten Luft von Nordbrandenburg über das nordöstliche NS bis in das südwestliche SH und Mecklenburg noch Schnee. Die Neuschneemengen sollten aber maximal noch bei 1 bis 3 cm liegen. Kritischer ist weiterhin der gefrierende Regen, der im Übergangsbereich zur milderen Luft bereits in der vergangenen Nacht im Nordwesten teils unwetterartig ausfiel. Dieser betrifft heute Vormittag vor allem noch Bereiche von Ostfriesland bis zur Weser. Bis zum Mittag sollte sich die Unwetterlage durch die abziehenden bzw. sich abschwächenden Niederschläge aber weitgehend entspannt haben. Dennoch kann dort bei teils weiterhin negativen Belägen weiterhin streckenweise Glätte auftreten. Den äußersten Nordosten werden die Niederschläge voraussichtlich gar nicht mehr erreichen. Insgesamt bleibt es aber im Norden und Osten den ganzen Tag dicht bewölkt.
In den weiteren Landesteilen macht sich bereits ein Höhenrücken bemerkbar und es bleibt trocken. An den Nord-/Nordwesträndern einiger Mittelgebirge lockert die Bewölkung sogar stärker auf. In einigen Gebieten wie beispielweise entlang der Donau können sich aber auch zähe Nebelfelder halten. Der Temperaturkontrast über Deutschland bleibt erhalten. Im äußersten Nordosten werden nur Höchstwerte um minus 5 Grad erreicht, während vor allem am Niederrhein bis zu 10 Grad zu erwarten sind.
Warnwürdig bleibt der Wind an den Küsten, der dort weiterhin in Böen Bft 7, in exponierten Lagen auch bis Bft 8 aus Ost bis Südost weht.
In der Nacht zum Donnerstag schwenkt ein Randtrog von Italien nordwärts. Das korrespondierende Bodentief zieht die Adria entlang nordwärts in Richtung Venetien. Vorderseitig setzt kräftige WLA ein, die schließlich auf den Osten und Südosten Deutschlands übergreift. Entsprechend nimmt von Südosten zunächst die Bewölkung zu, bevor ab dem späten Abend von Tschechien leichte Aufgleitniederschläge zunächst auf Sachsen, im weiteren Verlauf der Nacht unter leichter Verstärkung auch auf Sachsen-Anhalt, Südniedersachsen, Brandenburg und Berlin sowie das südliche Mecklenburg-Vorpommern und schließlich von Tschechien und Österreich auch auf Teile Bayerns (etwa vom östlichen Alpenrand bis in die Oberpfalz) übergreifen. Dabei fällt am Nordrand des Niederschlagsgebietes etwa von Sachsen-Anhalt bis nach Nordbrandenburg (wahrscheinlich auch zunächst noch Berlin) Schnee mit Neuschneemengen zwischen 1 und 5 cm in 6 bis 12 Stunden. Weiter südlich vor allem in Sachsen und Südbrandenburg, aber auch in Bayern zeigt sich durch einen Warmlufteinschub in den Prognosetemps eine klassische "warme Nase", sodass dort gefrierender Regen wahrscheinlich ist. Super HD lässt diesen auch noch bis Ostthüringen und Sachsen-Anhalt ausgreifen. Aufgrund der Niederschlagsraten, die vor allem in Ostsachsen und Südbrandenburg bis 5 l/m² in 1 bis 3 Stunden betragen sollen, sind (extreme) Unwetterwarnungen in diesem Bereich sehr wahrscheinlich. Weshalb für diese Bereiche eine Vorabinformation ausgegeben wird. Im in der zweiten Nachthälfte kann der gefrierende Regen auch Berlin, den Norden Brandenburgs und die Altmark erreichen. Wie schnell der Phasenübergang vonstattengeht, ist aber noch unsicher. Möglicherweise wird die Vorabinformation heute Nachmittag noch Richtung Norden ausgeweitet. In Bayern bleiben die Raten deutlich geringer, sodass dort voraussichtlich markante Warnungen ausreichen werden. Fraglich ist noch, ob der Niederschlag dort überhaupt überall den Boden erreicht oder ob oft auch eine gelbe Glättewarnung ausreicht.
In den weiteren Landesteilen bleibt es trocken. Wolkenlücken gibt es am ehesten noch im Westen und Südwesten, wo sich aber teilweise wieder Nebel ausbildet. Abgesehen von wenigen Niederungen im Westen und Süden gibt es verbreitet leichten Frost, im Nordosten auch mäßigen Frost. So muss auch abseits der Niederschläge streckenweise mit Glätte durch Überfrieren gerechnet werden. Der Wind weht an den Küsten weiterhin in Böen stark bis stürmisch Bft 7 bis 8 um Ost.
Donnerstag... verlagert sich der flache Randtrog über Deutschland hinweg nordwärts. Somit kommt auch das Niederschlagsgebiet weiter in Richtung Norden voran. Am Nordrand fällt weiterhin Schnee, sodass von SH über das nordöstliche NS bis nach MV und Nordbrandenburg Neuschneemengen zwischen 1 und 5 cm, vor allem in Vorpommern gibt es auch Signale für Mengen zwischen 5 und 10 cm in 12 Stunden. Am Nachmittag und Abend zieht der Randtrog und somit das Gebiet mit den stärksten Niederschlägen nordwärts ab. Dabei kann der gefrierende Regen auch noch den Süden MVs erreichen. Diese Entwicklung ist aber noch unsicher. Bei Super HD geht dies deutlich schneller vonstatten und es kann dort schon am Vormittag zu Glatteis kommen. Weiter südlich lassen die Niederschlagsintensitäten zwar deutlich nach, ganz zum Erliegen kommen sie aber nicht. Entsprechend muss im Osten auch tagsüber weiterhin mit Glätte durch gefrierenden Regen gerechnet werden. Auch in Bayern fällt gebietsweise noch Niederschlag, durch die steigenden Temperaturen nimmt die Gefahr von gefrierendem Regen am Tag aber deutlich ab.
In den weiteren Landesteilen bleibt es überwiegend trocken. Einzig im Westen können mit Passage eines weiteren Kurzwellentroges einzelne Schauer auftreten. Dabei lockert die Bewölkung an den Nordrändern der Mittelgebirge im Westen, insbesondere aber im Südwesten und in Richtung Alpen stärker auf. Im Norden und Nordosten bleibt es häufig bei leichtem Dauerfrost, sonst steigt die Temperatur auf 1 bis 5, im Westen und Südwesten auch auf Werte zwischen 6 und 10 Grad an.
Der Wind an den Küsten bleibt zunächst noch unverändert. Erst zum Abend fächert der Gradient auf und der Wind lässt etwas nach.
In der Nacht zum Freitag schwenkt der nachfolgende Kurzwellentrog vom Südwesten nordostwärts, kommt aber nur noch langsam voran. Dadurch werden die Niederschläge über dem Osten wieder angefacht und sie verstärken sich wieder. Somit hält die Glatteislage dort weiter an, insbesondere von Sachsen über Sachsen-Anhalt bis in das nördliche Brandenburg. In Mecklenburg-Vorpommern dominiert wahrscheinlich weiterhin die Schneephase mit Neuschneemengen bis 5 cm, nach ICON sollen in einem schmalen Streifen von der Müritz bis zum Darß auch um 8 cm fallen. Auch in Ostbayern kann anfangs noch etwas gefrierender Regen fallen.
Sonst bleibt es trocken und auch die Schauer im Nordwesten kommen zum Erliegen. Im Westen und Südwesten ist es teils aufgelockert, teils bildet sich dann Nebel. Mit leichtem Frost muss mit Ausnahme einiger Regionen im Westen und am Oberrhein erneut verbreitet gerechnet werden. An den Küsten hat der Wind deutlich nachgelassen. In exponierten Lagen kann es aber weiterhin Böen Bft 7 um Ost geben.
Freitag... zieht der Kurzwellentrog nur langsam nordwärts ab. Die Niederschläge ziehen sich in Richtung Oder und Vorpommern zurück, teils als Schnee, teils weiterhin in der gefrierenden Phase, bevor sie dann am Nachmittag abziehen und sich die Glättelage endgültig entspannt.
Gleichzeitig greifen bereits am Vormittag von Südwesten neue Niederschläge über. Sie stehen im Zusammenhang mit einem weiteren okkludierten Tiefausläufer des steuernden Tiefs ROMINA und breiten sich im Tagesverlauf über dem Westen und Süden aus. Meist handelt es sich dabei um leichte Niederschläge, die in der milderen Luft überwiegend als Regen fallen. Erst gegen Abend, wenn die Niederschläge die Grenze zur Frostluft erreichen, die etwa vom Emsland über Nordhessen bis nach Ostbayern verläuft, kann wieder stellenweise die gefrierende Phase mit auftreten.
Generell soll die mildere Luft bis in den Norden und Osten vorankommen, sodass auch dort kein Dauerfrost mehr auftritt. Am mildesten wird es erneut im Westen und Südwesten bei Werten zwischen 4 und örtlich 10 Grad. Die Sonne zeigt sich kaum. Einzig an der Nordrändern der zentralen Mittelgebirge und an den Alpen kann es vor Eintreffen der Niederschläge etwas auflockern. Der Wind ist nicht mehr warnwürdig.
In der Nacht zum Samstag kommen die Okklusion und die daran gekoppelten Niederschläge weiter ost-, nordostwärts voran. Ob es ein kompaktes Niederschlagsband sein wird oder nur noch Bruchstücke übrigbleiben, wird von den Modellen noch unterschiedlich prognostiziert. Insofern ist es noch schwierig zu sagen, wie verbreitet dann erneut gefrierender Regen oder Schnee in Richtung Norden und Osten auftreten werden.
Ganz so verbreitet wie in den Vornächten tritt der Frost nicht mehr und beschränkt sich vor allem auf die Nordosthälfte.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Ausdehnung des Niederschlagsgebietes für die kommende Nacht wird weitgehend übereinstimmend gerechnet. Unsicherheiten gibt es noch vor allem dahingehen, wie rasch die gefrierende Phase Richtung Norden vorankommt, vor allem im Vergleich zum Super HD wie im Text angesprochen. Der 06 UTC Lauf des I-D2 hat nun die Niederschläge in der kommenden Nacht deutlich zurückgenommen. Aufgrund der Unsicherheiten wird zunächst nur ein Teil der Vorabinformation ausgegeben und weitere folgen dann evtl. im Laufe des Nachmittags.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 03.02.2026 um 10.30 UTC
Winter kontra Frühling - gebietsweise Glatteis durch gefrierenden Regen oder etwas Schnee, an der See windig, im Nordosten weiter winterlich.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 10.02.2026
Zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Freitag duellieren sich wie schon gewohnt weiter zwei wesentlich unterschiedlichen Wetterlagen. Auf der einen Seite steht die Wetterlage Südost zyklonal, die ein großräumiges Tiefdruckgebiet bei den Britischen Inseln sieht, dessen Einflussbereich südostwärts bis in den zentralen Mittelmeerraum reicht. Die resultierend südöstliche Strömung würde dabei recht milde Luft in weite Teile des Landes führen. Auf der anderen Seite steht die Wetterlage Hoch Fennoskandien zyklonal. Diese lässt das weiter auch das Hoch über Skandinavien und Nordwestrussland in der mitteleuropäischen Wetterküche mitmischen und schickt Kaltluft bis in den Norden und Nordosten. Die weiteren Wetterlagen auf dem Spielfeld wie die südliche Westlage, tief Britische Inseln oder Hoc Nordmeer zyklonal haben nur wenige Unterstützer. Der Hauptlauf des IFS probagiert eher die Wetterlage SEz. Mit der Strömung würde sich dabei eine Warmfront des Tiefs westlich der Britischen Inseln von Südwesten nordostwärts über Deutschland hinweg verlagern. Resultierend würden auch die letzten Reste kühlerer Luft aus dem Land geschoben. In 850 hPa würden Freitagabend verbreitet 0 bis +3 Grad vorherrschen. Die Aufgleitniederschläge würden dabei tagsüber etwa die Südwesthälfte überdecken und nachts den Nordosten erreichen. Vor allem in der tiefgefrorenen Nordosthälfte wäre dann mit gefrierenden Niederschlägen und Glatteis zu rechnen. Anfangs sowie in Hochlagen wäre auch noch die feste Phase ein Thema. Der Wind spielt kaum eine Rolle und weht voraussichtlich nicht warnwürdig. Allenfalls an der See sind auflandig mal einzelne steife Böen (Bft 7) möglich.
Am Samstag dominieren das IFS-EPS zwar weiter die Wetterlagen HFz und SEz mit geringen Vorteilen für HFz, die anderen mitmischenden Wetterlagen können aber an Unterstützern zulegen. Vor allem die südliche Westlage und Hoch Nordmeer zyklonal können weitere EPS-Läufe für sich gewinnen. Der Hauptlauf zeigt dabei nicht Fisch nicht Fleisch. Demnach würden weite Teile Europas im Bereich eines breiten Langwellentroges liegen, der über der Iberischen Halbinsel, Italien und dem Schwarzen Meer markantere Kurzwellentröge aufweist. Etwas eingequetscht behauptet das Höhenhoch über Norwegen seinen Platz und kann zusammen mit dem Rücken über dem zentralen Mittelmeerraum über Deutschland hinweg eine schwache Geopotentialbrücke aufbauen. Resultierend kann sich ausgehend vom Hoch über Skandinavien schwacher Hochdruckeinfluss über Deutschland und Polen hinweg bis zu den Alpen ausdehnen. Da die Achse des Rückens jedoch von Vorpommern bis nach Tirol verlaufen soll, würde die Westhälfte auf der Rückseite und somit auf der Vorderseite des Tiefs bei Irland liegen. Zudem simuliert das IFS auch noch ein kleines Höhentief über Benelux sowie kurzwellige Anteile. Alles in allem reichen also die Hebungsimpulse aus, um in der Westhälfte Niederschläge durchziehen zu lassen. Bei Temperaturen von 0 bis +3 Grad in 850 hPa fallen diese als Regen. Anders sieht es im Osten aus. Dort werden entlang der Luftmassengrenze auch Hebungsimpulse generiert und somit geringe Niederschläge ausgelöst. Diese fallen bei Werten in 850 hPa von 0 bis -2 Grad teils als Schnee, teils als gefrierender Regen oder Regen. Von der Mitte in den Süden bleibt es unter Zwischenhocheinfluss weitgehend trocken. Der Wind ist aus Warnsicht weiterkein kaum ein Thema und schafft es in Böen allenfalls auflandig an der See weiter zu einzelnen steifen Böen (Bft 7).
Am Sonntag gewinnt der hohe Luftdruck wieder die Überhand. Im IFS-EPS vereinen die Wetterlagen HFz, HNFa und SEa den überwiegenden Teil der Läufe unter sich. Die weiteren zyklonalen Lagen wie SEz, HNz oder Ws verlieren an Einfluss. Diese Veränderung zeigt sich schließlich auch beim deterministischen IFS-Lauf. Ausgehend vom Höhenhoch über Norwegen und Schweden und einem Rücken von Italien über Österreich bis nach Deutschland reichend kann sich bodennah das Hoch über Skandinavien erneut verstärken und südwärts rutschen. Bis auf den Südwesten Deutschlands wären alle Regionen wieder vom Hoch beeinflusst. Dies macht sich auch wieder bei den Temperaturen bemerkbar. Da auf der Ostflanke des Hoch sehr kalte Luft angezapft und Richtung Deutschland transportiert wird, sinken in 850 hPa di Werte wieder auf +1 bis -6 Grad. Nennenswerte Niederschläge sind vor allem im Westen und Nordwesten unter Einfluss des Tiefs bei Irland zu verzeichnen. Dies fallen aber weiter meist als Regen. Die Reste der Luftmassengrenze bringen kaum noch Schnee oder Schneeregen. Der Wind lebt im Küstenumfeld etwas mehr auf und kann auflandig an der See hier und da steife Böe (Bft 7), exponiert auch mal stürmische Böen (Bft 8) hervorbringen.
Am Montag nimmt der antizyklonal geprägte Anteil vorübergehend weiter zu. Im IFS-EPS dominieren HNFa und SEa etwa die Hälfte aller Member. Die zyklonalen Lagen wie HNz, Ws, HFz, SEz, HNFz oder TB teilen sich die andere Hälfte. Beim Hauptlauf heißt es ebenfalls Hop oder Top. Dem hochreichenden Tief westlich von Irland, welches sich weit südwestwärts ausdehnt und zusammen mit dem Tief über Süditalien eine Tiefdruckrinne aufbaut, steht das kräftige, nach Polen und Weißrussland wandernde, hochreichende Hoch gegenüber. Ob die resultierende südöstliche Grundströmung nun eher zyklonal oder eher antizyklona geprägt ist, hängt von Kleinigkeiten ab. Deutschland wäre nach dem aktuellen IFS-Lauf zwiegespalten. Während der Osten eher vom Hoch beeinflusst wäre, würde der Westen die Nähe des Tiefs spüren. Ab der Nacht zum Dienstag würde nach dem Hauptlauf der tiefe Luftdruck das Duell gewinnen und das Hoch ostwärts schieben. Entsprechend wäre der Weg für Tiefausläufer frei, die sich dies nicht zweimal sagen lassen und zum Montag schon auf den Südwesten übergreifen. Dabei kann sich in der Nacht erneut ein ordentlicher Temperaturgradient aufbauen. Während im Nordosten in 850 hPa um -5 Grad simuliert werden, sollen im Südwesten schon wieder bis +3 Grad herrschen. Aufgrund fehlender Hebungsimpulse würde es tagsüber noch weitgehend niederschlagsfrei bleiben. In der Nacht interagieren aber PVA eines Troges mit den frontalen Prozessen. Entsprechend sind derzeit recht kräftige WLA-Niederschläge zu verzeichnen. Beim Übergreifen der Niederschläge Dienstagfrüh fiele im Bergland Schnee oder Schneeregen, in tiefe Lagen Regen. Der Wind weh zwar spürbar, aber meist nicht warnwürdig. Allenfalls an der See sind erneut einzelne steife Böen (Bft 7) zu erwarten.
Am Dienstag scheint der zyklonale Einfluss auch im IFS-EPS wieder das Kommando zu übernehmen. Ganz vorne dabei nun die südliche Westlage. Allenfalls die Wetterlage SEa kann noch signifikant dagegenhalten. Insgesamt teilen sich die zyklonalen Lagen aber etwa zweidrittel der EPS-Läufe unter sich auf. Der Hauptlauf geht die Tendenz mit, indem er das Tief über England langsam ostwärts verlagert und die Warmfront somit über Deutschland nordostwärts schiebt. Das gesamte Land wäre demnach unter Tiefdruckeinfluss. In der der Höhe dominieren bei schwachen Geopotentialgegensätzen zyklonale Bedingungen. Das vorher mitwirkende, kräftige Hoch verabschiedet sich gleichzeitig nach Russland und kann allenfalls noch eine Hochdruckbrücke zum Hoch südlich von Spitzbergen aufbauen. Mit der Warmfront fließt hierzulande mildere Atlantikluft ein, die es aber weiter schwer hat, sich gegen den Kaltluftkörper durchzusetzen. Dienstagabend stehen in 850 hPa weiter - 6 Grad im Nordosten Werten von +3 Grad am Hochrhein gegenüber. Die WLA-Niederschläge werden regional weiter auch durch PVA gepuscht. Während in der Südwesthälfte allenfalls in höheren Lagen noch Schnee oder Schneeregen und sonst Regen fällt, sinkt die Schneefallgrenze von der Mitte jeden Meter nach Nordosten. Im Schwarzwald ist in Staulagen Dauerregen nicht ausgeschlossen. Der Wind weht weiter nur an der See mäßig bis frisch und stark böig mit einzelnen steifen bis stürmischen Böen (Bft 7-8).
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großskalige Geopotential- und Luftdruckverteilung wird vom IFS überwiegend konsistent abgebildet. Bis einschließlich Sonntag ergeben sich auch im Detail kaum nennenswerte Unterschiede im Vergleich der letzten IFS-Läufe. Am Freitag soll ein kleines Höhentief von Tschechien über Polen nordwärts ziehen. Dabei werden die genaue Zugbahn sowie auch die Intensität des Höhentief von Lauf zu Lauf noch leicht abweichend gesehen. Am Samstag gibt es allenfalls Phasenunterschiede bei den Kurzwellentrögen, die von Frankreich über Benelux und die Britischen Inseln nordwärts ziehen und somit unser Wetter nur bedingt beeinflussen. Am Sonntag bieten die neusten Läufe im Vergleich zum letzten 0-UTC-Lauf des IFS einen markanteren Trog von den Britischen Inseln über Frankreich hinweg bis nach Nordafrika an.
Ab Montag nehmen de Unterschiede deutlicher zu. So wird zum eine die Stärke und Lage des Höhentiefkomplexes westlich der Britischen Inseln und Frankreich abweichend gesehen. Demnach weisen die neusten Läufe eher eine nördlichere Lage mit weniger weit nach Süden amplifiziertem Trog aus. Zum anderen reicht auch der osteuropäische Trog unterschiedlich weit nach Westen. Deutschland liegt aber übereinstimmend im Bereich eines Rückens, dessen Achse allenfalls leicht unterschiedlich simuliert wird.
Am Dienstag bleibt die Tendenz der neueren Läufe zu einer Zonalisierung erhalten. Die kräftige Austrogung über Mitteleuropa des gestrigen 0-UTC-Laufes wird nicht mehr abgebildet. Resultierend können die Aufgleitniederschläge einer Warmfront Deutschland rascher erreichen und überqueren. Durch die westliche bis südwestliche Strömung kann dabei mildere Luft einfließen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch andere Globalmodelle (ICON, GFS, UK10) simulieren die großskalige Geopotential- und Luftdruckverteilung im mittelfristige Zeitraum vergleichbar zum IFS. Im Detail ergeben sich aber ebenfalls Abweichungen. Bis einschließlich Sonntag sind demnach Phasenabweichungen und Unterschiede bei der Amplitude der Kurzwellentröge und Rücken zu verzeichnen. Der Einfluss auf das Wettergeschehen hierzulande ist aber gering. Ab Sonntag können die Unterschiede allenfalls zu einer abweichenden räumlichen Einordnung der Niederschläge führen. Der Montag erscheint bezüglich des Wetters in Deutschland ebenfalls einheitlich. Signifikantes Wetter mit mehr oder weniger starken Modellunterschieden zeigen sich vor allem über Westeuropa.
Ab der Nacht zum Dienstag wird es aber auch hierzulande spannend. Zwar weisen alle Modelle eine zunehmende Zonalisierung aus, aber in der Ausprägung und Schnelligkeit gibt es dann doch deutliche Abweichungen. Das UK10 stützt dabei überwiegend den neusten IFS-Lauf. Das GFS ist nördlichen aufgestellt und verlagert rascher. Das ICON weist eine größere Amplitude auf, ist demnach meridionaler aufgestellt und verlagert die Tröge daher am langsamsten. Nach GFS kommen die WLA-Niederschläge schon gegen Mitternacht im Südwesten an, gefolgt von UK10 und IFS mit 2-3 Stunden Verzögerung. Das ICON wartet länger und entscheidet sich erst gegen Dienstagmittag auf den Südwesten über zu greifen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland weisen bei einem recht geringen und nur langsam steigenden Spread sowie einem stark definierten Bereich hoher Auftrittswahrscheinlichkeiten bis einschließlich Sonntag eine hohe Vorhersagegüte aus. Im weiteren Verlauf ist ein stetiges Spreizen des EPS-Raums sowohl bei der Temperatur las auch beim Geopotential zu verzeichnen. Bei der Temperatur weist der Trend mit höheren Auftrittswahrscheinlichkeiten ein recht konstantes Temperaturniveau auf, während vor allem Member mit einem kälteren Verlauf den EPS-Raum aufspannen. Beim Geopotential ist dies gleichmäßig zu höherem und tieferem Geopotential gleichermaßen zu sehen. Eine signifikante Zunahme der Unsicherheiten vor allem bei der Temperatur ist erst in der erweiterten Mittelfrist festzustellen.
Bei der Einordnung der IFS-EPS-Läufe in übergeordnete Cluster wird im Zeitraum von +72 bis +96h nur eine Lösung benötigt, um alle Unsicherheiten ausreichend zu beschreiben. Dabei wird das Cluster komplett dem Schema einer negativen NAO zugeschrieben, wobei dieses Grundmuster derzeit die Geopotential- und Luftdruckverhältnisse über dem Atlantik abbildet. Im Zeitraum von +120 und +168h erklären zwei Cluster die Abweichungen innerhalb des IFS-EPS. Beide Cluster werden weiter über dem gesamten Zeitraum dem Schema einer neg. NAO zugeordnet. In diesem Zeitraum können sich die zonaleren Verhältnisse jedoch auch bis in den mitteleuropäischen Raum fortpflanzen. Die Unterschiede der Lösungen liegen in der räumlichen Einordnung der Kurzwellentröge, dessen Amplitude sowie Verlagerungsgeschwindigkeit. Die erste Lösung beschreibt dabei etwas größere Amplituden und somit eine etwas langsamere Verlagerung der Tröge. Zudem ist der neue Trog des erstens am Dienstag schwächer ausgeprägt. Mit 27 zu 24 Unterstützern sind beide Cluster nahezu gleichverteilt.
In der erweiterten Mittelfrist von +192 bis +240h reicht wieder nur eine Lösung, um alle Unsicherheiten zu erklären. Auch diese Lösung wird komplett dem Schema einer negativen NAO zugeordnet.
Zusammenfassend kann demnach festgehalten werden, dass im mittelfristigen Zeitraum der zyklonale Einfluss eines großräumigen und hochreichenden Tiefs westlich der Britischen Inseln dominiert. Mit südöstlichen bis südwestlichen Strömung gelangt insgesamt etwas mildere Luft ins Land. Allenfalls im Nordosten kann sich anhaltend der Winter teils mit Dauerfrost halten.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI des ECMWF zeigt im mittelfristigen Zeitraum in Deutschland keine vom Modellklima signifikant abweichende Wetterbedingungen. Allenfalls im äußersten Nordostenwerden weiter unterdurchschnittliche Temperaturen prognostiziert.
Von Seiten der Probabilistik gibt es bezüglich der Niederschlagsmengen keine Hinweise auf Stark- oder Dauerregen. Allenfalls im Schwarzwald gibt es am Dienstag und der Nacht zum Mittwoch geringe Hinweise für das erreichen der Dauerregenschwelle von 30 l/m²/24h.
Beim Schnee, der sich in die Hochlagen und den Nordosten zurückzieht, sind derzeit im mittelfristigen Zeitraum keine markanten Mengen zu erwarten.
Da die sowie einige Täler und Senken der Mittelgebirge aber weiter tief gefroren daherkommen, ist gefrierender Regen zeitweise ein Thema. In der Nacht zum Samstag kann es demnach von Nordbayern über Mitteldeutschland bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg zu Glatteis kommen. In der Nacht zum Sonntag ist am östlichen Alpenrand, dem Erzgebirge und Teilen Brandenburgs noch gebietsweise gefrierender Regen mit Glätte/Glatteis möglich. Vom zentralen Mittegebirgsraum bis in die Region Hannover ist vereinzelt gefrierender Sprühregen nicht ausgeschlossen.
Der Wind weht insgesamt schwach bis mäßig und allenfalls an der See und in Hochlagen stark böig. Von Freitag bis Dienstag gibt es an der See vor allem auflandig geringe Hinweise (< 15%) für steife, exponiert stürmische Böen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, ICON-EPS, anfangs auch det. IFs/ICON, für TT auch MosMix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel





