Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Freitag, den 01.05.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: SWa
Am Samstag und Sonntag im äußersten Westen und Nordwesten, am Sonntag auch im südwestlichen Bergland und an den Alpen markante Gewitter. Sonst keine signifikanten Wettergefahren.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag... reicht ein kräftiger Höhenrücken vom Südwesten Europas bis nach Skandinavien. Dabei befindet sich eine abgeschlossene Höhenantizyklone über Deutschland und Dänemark. Der Rücken wird flankiert von zwei Trögen, einem über dem nahen Ostatlantik und einem weiteren über Ost- und Südosteuropa, woraus sich eine ausgeprägte Omegalage über Europa ergibt. Im Bodendruckfeld befindet sich das Hoch WINFRIED, dessen Schwerpunkt vom Süden Skandinaviens über Mitteleuropa hinweg bis etwa zum Schwarzen Meer reicht. An dessen Westflanke wird mit einer südöstlichen bis südlichen Strömung der Weg frei gemacht für die Zufuhr wärmerer Luftmassen. Die Temperatur in 850 hPa steigt in der Westhälfte verbreitet auf etwa 10 Grad an, in der Osthälfte sind es meist 7 bis 9 Grad. So erwarten uns heute verbreitet Höchstwerte zwischen 20 und 25 Grad, vor allem im Südwesten, Westen und Nordwesten sind regional sommerliche Werte bis 26, ganz lokal auch bis 27 Grad zu erwarten. Unmittelbar an den Küsten bleibt es etwas kühler. Die Advektion trockener Festlandsluft hält an. Somit zeigt sich der Himmel nahezu landesweit wolkenlos.
Der Wind aus Südost frischt mit dem Tagesgang vor allem im Südwesten und Westen wieder böig auf. In einigen höheren Lagen der westlichen und südwestlichen Mittelgebirge kann es zeitweise Windböen der Stärke Bft 7 geben. Zum Abend lässt der Wind wieder nach.

In der Nacht zum Samstag verschiebt sich das gesamte Omegamuster ein wenig ostwärts. Die Höhenantizyklone wird abgebaut und weicht einem breiten Rücken, dessen Achse aber weiterhin über den Süden und Osten des Vorhersagegebiets hinweg verläuft. Das Hoch WINFRIED verlagert seinen Schwerpunkt ebenfalls ostwärts und reicht schließlich von Norditalien über Südpolen bis nach Osteuropa. Es bleibt aber für weite Teile Deutschlands weiter wetterbestimmend. So gestaltet sich die Nacht oft ruhig und überwiegend klar. Einzig in den Westen und Südwesten gelangt mit Annäherung eines Tiefausläufers, der ausgehend von dem Tief ZUHAL mit Kern über der Nordsee über Benelux und Nordfrankreich verläuft etwas feuchtere Luft. Damit einhergehend zieht dort im Laufe der Nacht mehrschichtige Bewölkung auf. Mit Ausnahme von ersten schwachen Schauern bzw. einigen Regentropfen an der Grenze zu Belgien bzw. zu den Niederlanden bleibt es aber trocken.
Die Temperatur geht nicht mehr so weit zurück wie in der Vornacht und erreicht Tiefstwerte zwischen 11 und 2 Grad. In Brandenburg und in der Lausitz kann es ganz vereinzelt nochmal für Tiefstwerte um 0 Grad reichen. Frost in Bodennähe tritt im Osten und Süden noch häufiger auf.

Samstag... greift der atlantische Höhentrog allmählich auf die Britischen Inseln über. Dadurch werden der Höhenrücken und auch das Bodenhoch noch etwas weiter Richtung Osten abgedrängt. Erste kurzwellige Troganteile streifen den Westen und Nordwesten. Im Bodendruckfeld setzt zunehmend Druckfall ein und wir gelangen auf die Vorderseite einer von Skandinavien über die Nordsee bis nach Westfrankreich verlaufenden Tiefdruckrinne. Vorderseitig wird eine potenziell instabil geschichtete, warme Luftmasse aus Südwesteuropa nach Deutschland advehiert (T850 hPa zwischen 8 Grad im Nordwesten und 13 Grad im Südosten). Zudem steigt die Luftfeuchtigkeit in der Westhälfte deutlich an und die PPWs erreichen Werte über 20, teils sogar über 25 mm. Zwar nimmt die Bewölkung weiter zu, dennoch können dort ML-CAPE Werte von mehreren hundert, teilweise sogar über 500 J/kg aufgebaut werden. Mit dem sich weiter annähernden und am Nachmittag auf den äußersten Nordwesten übergreifenden Tiefausläufer und den kurzwelligen Troganteilen kommt dynamische Hebung auf, sodass ab dem Nachmittag zunächst im Westen, später auch im Nordwesten einzelne Schauer und Gewitter entstehen. Ein wenig hochreichende Scherung ist vorhanden und aus den einzelnen Gewittern dürften sich rasch Multizellencluster entwickeln. In Verbindung mit kräftigeren Gewittern können kleinkörniger Hagel und markanter Starkregen auftreten. Je nach Organisation uns Zuggeschwindigkeit kann auch punktuell unwetterartiger Starkregen mit etwas mehr als 25 mm in einer Stunde nicht ausgeschlossen werden. Die Wahrscheinlichkeit ist aber auch seitens I-D2 EPS sehr gering. Aufgrund der trockenen Grundschicht sind zudem einzelne stürmische Böen Bft 8 nicht ausgeschlossen. Im Südwesten reicht es für die Entstehung von Gewittern voraussichtlich noch nicht, dennoch können sich vor allem im Schwarzwald lokale Schauer entwickeln. In den weiteren Landesteilen bleibt mit südöstlichen bis östlichen Winden bodennah noch die trockene Festlandsluft wetterbestimmend. Entsprechend zeigt sich der Samstag dort erneut sonnig.
Mit der auf Südwest drehenden Höhenströmung verstärkt sich die Zufuhr warmer Luftmassen noch etwas und es erwartet uns verbreitet ein Sommertag bei sommerlichen Höchstwerten zwischen 25 und 29 Grad. Lediglich an den Küsten bleibt es teils kühler.

In der Nacht zum Sonntag wird das Trog-/Rückenmuster noch etwas weiter südostwärts gedrängt. Der Tiefausläufer wird durch ein weiteres vom Ärmelkanal Richtung Großbritannien ziehendes Tief rückläufig und kommt so nicht weiter landeinwärts voran und verläuft nun über den äußersten Norden hinweg. Die Schauer und Gewitter ziehen vom Nordwesten in den Norden und schwächen sich dabei deutlich ab. Im Bereich der schleifenden Front fällt noch gebietsweise schauerartiger Regen. Später können auch im äußersten Südwesten durch einen weiteren Kurzwellentrog einzelne Schauer und Gewitter aufkommen. Sonst verläuft die Nacht ruhig und im Südosten und Osten auch noch meist gering bewölkt oder wolkenlos. Vor allem im Südosten kühlt es nochmals gebietsweise auf Werte um 5 Grad oder knapp darunter ab, sonst verläuft die Nacht mild mit Minima zwischen 14 und 6 Grad.

Sonntag... gelangen wir zunehmend auf die Trogvorderseite, wenngleich in weiten Teilen des Landes noch eine leicht antizyklonal gekrümmte Höhenströmung bestimmend bleibt. Das Bodentief zieht von Großbritannien Richtung Nordsee und schwächt sich dabei ab. Mit einem weiteren kleinräumigen Tief über Wales ergibt sich eine Rinnenstruktur, die von Großbritannien über den Norden Deutschlands hinweg bis nach Skandinavien reicht. Darin eingelagert ist weiterhin das Frontensystem, das nun als Kaltfront zögerlich wieder auf den Westen und Nordwesten übergreift. Die Luftmasse ist dort weiterhin feucht, allerdings sind die CAPE Werte durch die fehlende Einstrahlung kleiner als am Vortag. Dennoch dürfte es im Westen und Nordwesten neben schauerartigem Regen auch für die Auslöse einzelner Schauer und Gewitter reichen, die lokal mit markantem Starkregen einhergehen können.
Auf den Süden und Südwesten greift am Nachmittag und Abend ein Randtrog über, sodass auch dort die labile Luft etwas aktiviert wird. So können sich ausgehend von Schwarzwald, Schwäbischer Alb und aus den Alpen heraus einzelne Schauer und Gewitter entwickeln. Der Wasserdampfgehalt ist dort aber doch noch geringer als im Westen und Nordwesten, sodass die Gewitter - wenn überhaupt- maximal die markante Warnkategorie erreichen sollten und das bei langsamer Verlagerung vor allem aufgrund von Starkregen.
Sonst bleibt es trocken. Allerdings scheint die Sonne durch die aufziehende hohe und mittelhohe Bewölkung nicht mehr ungestört vom Himmel. Dennoch ist in der Osthälfte der bislang wärmste Tag zu erwarten bei Höchstwerten verbreitet zwischen 26 und 29 Grad. Im äußersten Osten ist sogar ein erster heißer Tag mit Werten bis 31 Grad möglich. In der Westhälfte sind die Temperaturen bereits deutlich geringer und liegen meist zwischen 20 und 25 Grad.

In der Nacht zum Montag verlagert sich die Bodenrinne etwas ostwärts und die Kaltfront greift auf den Westen und Norden Deutschlands über. Aufgrund fehlender Hebungsimpulse schwächen sich die damit verbundenen Niederschläge aber weiter landeinwärts ab. Auch die Gewitter kommen zum Erliegen. Am meisten Regen ist noch im äußersten Nordwesten und Norden zu erwarten, wo in der Nacht nochmal bis 5 l/qm in 12 Stunden fallen können. Sonst sind die Mengen deutlich geringer, oft bleibt es auch trocken.
Die Schauer und Gewitter im Süden verlagern sich über den Süden mit dem Randtrog nordostwärts in Richtung Sachsen, schwächen sich dabei aber auch deutlich ab. Die Gewitter sollten bereits eingangs der Nacht zum Erliegen kommen. Sonst bleibt es im Osten und Nordosten überwiegend trocken. Die Temperatur sinkt auf 13 bis 8 Grad ab.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle zeigen im Vorhersagezeitraum keine signifikanten Unterschiede.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger