Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 11.10.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Zu Beginn der neuen Woche Wetterberuhigung (ELMAR).
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... steigt der Luftdruck in Deutschland und auch beim Geopotenzial zeigt die Kurve - wenn auch nicht direkt messbar - langsam nach oben. Damit wird das Ende des am Wochenende wetterbestimmenden Höhentrogs nebst korrespondierendem Bodentief GABRIELA eingeleitet, auch wenn der Übergang ein recht zähes Unterfangen ist. So dauert es ein bisschen, bis das Tief und das Drehzentrum des Troges von Südschweden hinüber zu den Baltischen Staaten gezogen sind. Dahinter hat sich über dem nahen Atlantik und UK/Irland ein hoch bis nach Ostgrönland reichender Höhenrücken in Position gebracht, der seine Achse langsam aber sicher dichter an den Kontinent heranschiebt. Gleichzeitig löst sich aus dem Azorenhochkeil über Frankreich eine eigenständige 1020+x-hPa-Parzelle (ELMAR), die in den nächsten Stunden bis zu den Alpen respektive Süddeutschland wandert. Mit Hilfe des Tagesgangs resultiert daraus bei uns eine Wetterberuhigung, die sowohl den Wind als auch die Schauer/Gewitter betrifft.
Allerdings keine Regel ohne Ausnahme. So geht im Laufe der Nacht an der Ostsee nochmal ein Bodentrog mit Gradientverschärfung durch, der dem auf Nordwest drehenden Wind eine Frischzellenkur in Form einiger Böen 7 Bft verpasst. Die Ostseeküste ist auch die Region in Deutschland (so zumindest die Lesart der meisten Modelle), wo sich noch am längsten einzelne Schauer tummeln. Ansonsten lockern die Wolken vielerorts auf, gebietsweise klart es für längere Zeit auf. Gerade im Westen und Süden kann sich teils dichter Nebel bilden. Auch wird es in der eingeflossenen Polarluft recht frisch mit verbreitet einstelligen Tiefsttemperaturen. Im schleswig-holsteinischen Binnenland inkl. des Hamburger Speckgürtels sowie in einem von NRW bis hinüber nach Niederbayern reichenden Streifen kann es leichten Frost in Bodennähe geben.
Montag ... gestaltet sich der Wetterablauf unspektakulär und wenig dynamisch. Zwar verbleibt der Potenzialrücken weiterhin westlich von uns. Doch die indifferente nordwestliche Höhenströmung, die zwischen dem abgezogenen Trog und dem Rücken unterwegs ist, hat keinerlei Interesse, bei uns irgendwelche atmosphärischen Unruhen auszulösen. Noch weniger trifft das auf den Gesellen ELMAR zu, der morgen weite Teile des Vorhersageraums überdeckt und dabei als Bindeglied bzw. Brücke zwischen einem Hoch über Lappland und einem weiteren westlich der Iberischen Halbinsel fungiert.
Kurzum, das Absinken macht weitere Fortschritte, so dass sich in ganz Deutschland eine etwa um 750 hPa herum positionierte Sperrschicht bildet, welche die labile und nur noch mäßig feuchte, mit alternder Polarluft gefüllte Grundschicht von einer trockenen Troposphäre darüber trennt. Wettertechnisch resultiert daraus - nachdem sich der Nebel z.T. etwas schleppend aufgelöst hat - eine Mischung aus Sonnenschein und mal mehr, mal weniger dichten Quellungen. Die meisten Sonnenstunden sollen dabei vom westlichen NDS über NRW bis hinunter nach BaWü sowie in einem von SH bis nach BB verlaufenden Korridor (abgetrocknete Norwegenluft) auftreten. Dazwischen bzw. an den Rändern gestaltet sich der Wochenstart insgesamt wolkiger, wobei sich sogar noch einzelne leichte Schauer entwickeln können.
Der Wind spielt kaum noch eine Rolle. Nur anfangs weht er an der vorpommerschen Küste noch mäßig bis frisch, bevor er bis zum Abend auch dort allmählich abnimmt. Die Höchsttemperatur liegt meist zwischen 12 und 17, am Oberrhein bis zu 19°C.
In der Nacht zum Dienstag ist im Westen bereits schon wieder das nächste zyklonale Anklopfen zu vernehmen. Ganz zaghaft, halten doch ELMAR und seine Brücke ebenso weitgehend die Stellung wie der etwas nach Westen versetzte Rücken. Dieser wird allerdings von WLA überlaufen, welche von HILDA erzeugt wird. HILDA ist die Nachfolgerin von GABRIELA und somit ein Tiefdruckgebiet, das dicht an Schottland vorbei die Norwegische See ansteuert. So zieht in den westlichen Landesteilen mehrschichtige Bewölkung auf, aus der in der zweiten Nachthälfte zwischen Nordsee und dem Saarland ein paar Tröpfchen fallen können. Darüber hinaus frischt der auf Süd-Südost rückdrehende Wind über der Deutschen Bucht spürbar auf mit Böen 7-8 Bft auf freier See.
Für den großen Rest des Landes ist die Nachtgeschichte rasch auserzählt: gering bewölkt oder klar, Nebelfelder, Abkühlung auf +6 bis Achtung! -2°C, wobei die Nachtfrostgefahr in BB und Sachsen sowie von Thüringen bis hinunter zum Alpenrand bzw. nach Oberschwaben am größten ist.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... Keine substanziellen Neuerkenntnisse gegenüber der Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
Nix.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 11.10.2026 um 10.30 UTC
Zunächst aufbauender Hochdruckeinfluss. Ab Freitag von Nordwesten deutlich wechselhafter und kühler, allerdings am Wochenende geringe Prognosesicherheit. Überwiegend keine signifikanten Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 18.10.2026
Mittwoch ... baut sich von Südwesteuropa her ein umfangreicher Höhenrücken auf, der das Bodenhoch über Frankreich stärkt und dessen Schwerpunkt zunehmend nach Mitteleuropa verlagern lässt. Die über dem Süden Deutschlands noch lagernde Kaltfront kommt dort in eine frontolytische Umgebung und löst sich im Tagesverlauf auf. Am Vormittag fällt abseits des Nordwestens gebietsweise noch leichter Regen, am Nachmittag sind in den südlichen Bundesländern nur noch ein paar Tropfen dabei. Von Südwesten steigt die Temperatur in 850 hPa wieder an und erreicht am Abend im Breisgau um die 10 Grad. In der Nacht setzt sich dieser Trend fort. Es bleibt nun fast überall trocken. Stellenweise klart der Himmel auf, dann bildet sich gebietsweise Nebel oder Hochnebel. Der meist südwestliche Wind spielt keine übergeordnete Rolle und ist nur an den Küsten mit starken bis stürmischen Böen knapp im Warnbereich.
Donnerstag ... und die Nacht zum Freitag sind geprägt durch Hochdruckeinfluss, der durch den nun etwas schmaler konturierten Höhenrücken noch weiterhin gestützt wird. Ein weiterer atlantischer Langwellentrog schwenkt dabei zum Vereinigten Königreich und lässt dabei die Höhenströmung über Mitteleuropa deutlicher auf Südwest drehen. Abgeleitet davon steigt die Luftmassentemperatur (850 hPa) noch etwas an und erreicht nun fast überall zweistellige Werte, im Südwesten sind bis 14 Grad möglich. Tagsüber hält sich vor allem in Nordbayern und entlang der Donau teils zäher Nebel oder Hochnebel, sonst setzt sich die Sonne neben ein paar Wolken recht gut durch. Im Westen und Südwesten werden Maxima von mehr als 20 Grad erreicht, sonst liegen die Nachmittagswerte knapp darunter. In der Nacht zum Freitag nähert sich die langgezogene Frontalzone, die von der Bretagne bis nach Finnland verläuft, zunehmend Nordwestdeutschland an. Verstärkt durch ein Teiltief über der Nordsee setzt entlang der Nordseeküste ausgangs der Nacht teils schauerartiger Regen ein. Ansonsten verläuft die Nacht trocken, gebietsweise bilden sich wieder Nebel oder Hochnebel.
Freitag ... greift der mit Höhenkaltluft gefüllte Langwellentrog auf die gesamte Nordsee über und erreicht in der Nacht zum Samstag den nordwestdeutschen Bereich. Zuvor dominiert nach IFS noch die warme Südwestströmung und der Regen bleibt auf die Regionen an der Nordsee beschränkt. Erst in der Nacht zum Samstag greift die Kaltfront schließlich auf den Osten und Süden des Landes mit schauerartig verstärktem Regen über. Zuvor wird es besonders im Süden nochmal warm. Am meisten Sonne zeigt sich auf den Bergen des Südens, sonst dominiert teils hochnebelartige Bewölkung, die sich im Tagesverlauf etwas auflockert. An der Nordseeküste dreht der Wind bereit auf Nordwest und erreicht in Böen Windstärke 7 bis 8.
Samstag ... tropft aus dem schmalen Langwellentrog über Nordwestdeutschland ein Höhentief ab und wandert anschließend am Sonntag ... nach Frankreich. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Prognosegüte deutlich ab, denn das Höhentief wird in den letzten Läufen sehr unterschiedlich gerechnet. Jedenfalls fällt am Samstag an der schleifenden Front südlich der Donau gebietsweise Regen, sonst ziehen Schauer durch. Dabei ist IFS sehr offensiv, bei ICON und GFS sind die Regenmengen deutlich geringer. Der Sonntag ist nach IFS durch kühlere Meeresluft bestimmt, in der es gebietsweise leicht regnen oder ein Schauer geben kann. Es sei jedoch bereits hier auf die größeren Unsicherheiten hingewiesen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten IFS-Läufe ist bis Freitag als gut zu bezeichnen. Schwierigkeiten bereitet dem Modell der Abtropfvorgang über der Nordsee und Westeuropa, der im aktuellen Lauf wieder etwas stärker gerechnet wird als im Vorlauf von gestern. Dieses sehr gut ausgeprägte Cut-Off-Tief würde sich nun langsam nach Frankreich bewegen und seinen Einfluss auch am Wochenende auf das Wetter in Deutschland nicht verlieren. Diesbezüglich müssen die verschiedenen Berichte mit entsprechender Vorsicht geschrieben werden.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Unsicherheiten beim möglichen Cut-Off zeigen sich auch beim allgemeinen Modellvergleich. ICON will von diesem aktuell nicht viel wissen und lässt den Höhentrog am Wochenende nach Osteuropa ziehen und ein mächtigeres Höhenhoch von Westen her aufbauen. Bei GFS zeigt sich am Wochenende ein komplexe Höhensituation mit mehreren Höhentiefs über Mitteleuropa. Daher ist zu konstatieren, dass für das Wochenende doch ziemlich divergierende Lösungen vorliegen und die aktuelle Prognostik damit eher schwammig gehalten werden muss.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
ENS:
Die Rauchfahnen für verschieden deutsche Orten stützen die hohe Prognosesicherheit bis Freitag. Bereits zu Wochenbeginn beginnt das Geopotential zu steigen und erreicht am Freitag sein Maximum. Dabei ist der Anstieg im Süden des Landes stetig, ganz im Norden gibt es am Mittwoch eine kleine Delle, die aber kaum Auswirkungen hat. Zum Wochenende fällt das Potential ab und der Spread vergrößert sich stark. Diese starke Spreizung zeigt sich auch bei T850. Eine tiefergehende Diskussion ist aufgrund der beschriebenen Unsicherheiten kaum sinnvoll.
CLUSTER:
+120 ... +169 h: Es liegen sechs Cluster vor, wobei "Blocking" überwiegt. Der Hauptlauf ist in C4 mit nur sieben Membern. Die Cluster teilen sich in etwa 50:50 stärkeren Höhentiefeinfluss und potentiell höheren Luftdruck (ähnlich zu ICON).
+192 ... +240 h: Mit fünf ist die Zahl an Clustern weiterhin hoch, Blocking dominiert dabei weiterhin. In C1 und C2 überwiegt für Mitteleuropa eindeutig eine stärkere positive Geopotentialanomalie, auch C4 kann noch dazu gezählt werden. C3 spielt mit kleinen Höhentiefs, die in C5 etwas besser ausgeprägt sind. Beachtet man die Anzahl der Member, hat es den Anschein, dass die Prognosesicherheit ab Montag kommender Woche mit höherem Luftdruck wieder steigen könnte.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Meist werden im Mittelfristzeitraum keine signifikanten Wettererscheinungen auftreten. Eine Ausnahme bildet aber der Wind, denn an den Küsten können ab und zu stürmische Böen auftreten. Besonders am Wochenende muss damit gerechnet werden.
Basis für Mittelfristvorhersage
EZ-det. und prob., MOSMix, ICON als Alternativlösung berücksichtigt.
VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri





