Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 07.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
B M
Heute Nachmittag und am Abend an den Alpen und vor allem inneralpin einzelne Gewitter mit Starkregen, sonst keine markant zu bewarnenden Wetterereignisse.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag... liegt Deutschland am Rande der relativ zonal verlaufenden Frontalzone, die sich von Südgrönland über Schottland und Südskandinavien hinweg nach Nordwestrussland erstreckt. Ein darin eingelagerter Kurzwellentrog streift den Norden Deutschlands, ohne dass es in der eingeflossenen trockenen Luft für Schauer reicht. Allerdings kann, gestützt durch den Tagesgang, an exponierten Abschnitten der Ostseeküste der Wind mit Böen Bft 7 auffrischen. Im Bodendruckfeld weitet sich eine Hochbrücke von den Britischen Inseln über Mitteleuropa hinweg ostwärts aus. In deren Bereich trocknet, bedingt durch Absinken, die Luftmasse weiter aus.
Nur unmittelbar an den Alpen und östlich vom Inn hält sich noch feuchtere und leicht labil geschichtete Luft mit einem Gehalt an niederschlagbarem Wasser bis 30 mm und MU-CAPE bis ca. 1000 J/kg. Ein auf südlicher Zugbahn nach Osten ablaufender Trog kann die dort liegende Luftmasse noch einmal aktivieren, so dass sich in diesen Gebieten einzelne Gewitter entwickeln können, die mit Starkregen einhergehen. Für Unwetter sollte es dann wahrscheinlich nicht mehr reichen.
In der Mitte und im Süden abseits der Alpen lässt nahezu ungehinderte Einstrahlung die Temperatur auf 25 bis 30 Grad ansteigen. Ansonsten werden 19 bis 24 Grad erreicht.
In der Nacht zum Samstag verlagern sich der sowohl über Norddeutschland schwenkende als auch der weit im Süden ansetzende Kurzwellentrog rasch nach Osten. Die Strömung wird antizyklonaler, was der Hochbrücke zu Gute kommt, in deren Bereich kommt ein Schwerpunkt hohen Druckes über der Mitte Deutschlands zustande. Die Konvektion an den Alpen fällt rasch in sich zusammen, bei meist sternenklarem Himmel geht die Temperatur auf 13 bis 7 Grad und in den Ballungsgebieten sowie in Küstennähe auf Werte um 15 Grad zurück.
Samstag... wölbt sich über Mitteleuropa ein breiter Höhenrücken auf. Warmluftadvektion über Skandinavien sorgt dort für Geopotentialgewinn und lässt die Frontalzone nach Norden zurückweichen. Der Schwerpunkt des wetterbestimmenden Bodenhochs verschiebt sich nach Polen, so dass sich im Bodendruckfeld eine schwache östliche Komponente einstellt. Mit dieser wie auch bedingt durch großräumiges Absinken setzt sich die Austrocknung der Luftmasse fort. Allenfalls an den Alpen sind noch etwas Restfeuchte und Labilität vorhanden; einzelne Gewitter sind allenfalls noch inneralpin vorstellbar. Gegenüber den Vortagen erfolgt ein erneuter Temperaturanstieg auf 27 bis 33 Grad. Nur in Nordseenähe und im Nordosten wird es mit 21 bis 26 Grad noch nicht so warm.
In der Nacht zum Sonntag schwenkt der Rücken ostwärts. An der Vorderseite eines sich der Iberischen Halbinsel nähernden Troges stellt sich eine südwestliche Strömung ein. Warmluftadvektion lässt im Nordwesten und Westen Deutschlands mittelhohe und hohe Wolkenfelder aufziehen, was dort die nächtliche Auskühlung dämpft. Ansonsten klart es erneut verbreitet auf. Während unter der Bewölkung Tiefsttemperaturen zwischen 20 und 16 Grad zu erwarten sind, geht ansonsten die Temperatur auf 15 bis 10 Grad zurück.
Sonntag... hat sich das Bodenhoch mittlerweile nach Osteuropa zurückgezogen. Mit der sich verstärkenden südwestlichen Strömung wird von Südfrankreich her Luft subtropischen Ursprungs herangeführt, wodurch im Süden Deutschlands die Temperatur im 850 hPa-Niveau wieder auf über 20 Grad ansteigt. In der wärmsten Luft entwickelt sich eine flache Tiefdruckrinne, die auf Deutschland übergreift. Allerdings sind weder Labilität noch Flüssigwassergehalt in einem Bereich, in welchem es für Gewitter interessant wird; auch von Seiten der Dynamik lassen sich kaum Signale finden, so dass allenfalls über den Mittelgebirgen sowie vielleicht auch inneralpin einzelne Hitzegewitter vorstellbar sind. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hierfür nur sehr gering. Bei nahezu ungehinderter Einstrahlung sind deutschlandweit wieder Temperaturmaxima zwischen 30 und 36 Grad zu erwarten. Nur unmittelbar an der Küste sowie im äußersten Nordwesten wird es mit 25 bis 29 Grad nicht ganz so heiß.
In der Nacht zum Montag verlagert sich das Zirkulationsmuster weiter nach Osten. Der sich nähernde Trog reißt auseinander. Dessen nördlicher Teil greift auf die Nordsee über, der südliche Teiltrog gelangt in die Biskaya. Mit der südwestlichen Strömung wird von Südwesteuropa zusehends feuchtere Luft eingesteuert. Der Gehalt an niederschlagbarem Wasser steigt auf 25 bis 30, im Nordwesten und Südwesten bis 35 Grad. Auch wird die Schichtung labiler, wobei noch eine ausgeprägte Deckelung vorhanden ist. Bedingt durch die leicht flatternde Strömung können sich bevorzugt über den Mittelgebirgen und auch inneralpin einzelne Gewitter entwickeln, wobei die Wahrscheinlichkeit hierfür nicht allzu hoch ist.
Montagfrüh sind Temperaturminima zwischen 20 und 14, in den Ballungsgebieten Süddeutschlands oberhalb von 20 Grad zu erwarten.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 07.08.2026 um 10.30 UTC
Weitgehend ausbleibende Niederschläge. Dabei sehr warm bis heiß, nur im Norden am Montag und Dienstag vorübergehend kühler.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 14.08.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Montag liegt über Nordwestafrika hohes Geopotential. Die Achse eines Höhenrückens reicht dabei über das Westliche Mittelmeer und die Karpaten nordostwärts ins nahe Osteuropa. Dem gegenüber befindet sich ein Höhentief über dem Südteil der Norwegischen See. Ein Trog reicht dabei über die Nordsee und die Biskaya südwestwärts. Westlich davon liegt der nächste Höhenrücken. Alle genannten Systeme schwenken im Tagesverlauf ostwärts. Am Boden rückt ein Tief von Nordskandinavien in die Barentssee vor. Ein teilokkludiertes Frontensystem liegt dabei über dem südlichen Bereich der Nordsee. Der Trog rückt dabei auf eine Linie Mittelschweden - Südliche Ostsee - Ostalpen vor, und das korrespondierende Frontensystem, eine Kaltfront, schwenkt von der Nordsee südostwärts. Der Trog wird Deutschland damit überqueren, die Kaltfront kommt bis Dienstagfrüh etwa bis in die mittleren Landesteile voran. Dort schwächt sich ab. Postfrontal gelangt ein Schwall kühlerer Meeresluft in die Nordhälfte des Landes und die Hitze wird vorübergehend in den Süden und Südwesten zurückgedrängt. In der Nordhälfte liegen die Höchstwerte am Montag dann meist zwischen 22 und 28 Grad und am Dienstag bei 19 bis 26 Grad mit den niedrigeren Werten an beiden Tagen im Norden. Unmittelbar an der See ist es noch etwas kühler. Mit Frontpassage kann es im äußersten Norden und Nordosten etwas regnen. Weiter Richtung Mitte zeigt die Front aber wenig Wetteraktivität. Denn nach Abzug des Troges baut sich über Westeuropa bereits wieder ein Höhenrücken auf mit einem Bodenhoch, das am Dienstag von der Nordsee und dem Vereinigten Königreich bis nach Mitteleuropa reicht. Im Vorfeld der Front kann es am Montag in einer feuchteren und labileren Luftmasse vor allem im Süden und eventuell noch bis nach Sachsen reichend für die Entwicklung einzelner Schauer und Gewitter reichen. Im Süden werden am Montag verbreitet um 34 Grad erreicht, am Dienstag sind 34 Grad nur im äußersten Südwesten zu erwarten. Am Dienstag sind dann im äußersten Süden noch konvektive Umlagerungen möglich.
Nachfolgend können sich ab Mittwoch sowohl der Höhenrücken als auch das Bodenhoch weiter kräftigen. Dabei verlagert sich der Hochschwerpunkt von der Nordsee allmählich Richtung Südliche Ostsee und östliches Mitteleuropa und am Donnerstag zum Baltikum und nachfolgend am Freitag zur Nordukraine. Damit einhergehend kommt die heiße Luftmasse aus dem Süden und Südwesten wieder zunehmend in die nördlichen Landesteile voran, sodass am Donnerstag wieder nahezu landesweit ein heißer oder sehr heißer Tag zu erwarten ist. Ausnahme bleibt der äußerste Norden. Am Freitag deuten neue Modell-Läufe die Bildung eines Kurzwellentroges über Frankreich an. Am Boden bilden sich kleinräumige Tiefdruckgebiete, die bis Westdeutschland vorrücken können. Niederschlagssignale sind allerdings für Deutschland praktisch nicht gegeben. Abermals wird es mit Zufuhr südwestlicher Luftmassen in der Südhälfte sehr heiß, im Norden mit Ausnahme der Küstengebiete und dem äußersten Norden heiß.
Darüber hinaus in die erweiterte Mittelfrist hinein nähert sich von Nordwesten der nächste Höhentrog an. Neueste Modell-Läufe lassen diesen bis Sonntag nach Nordwestdeutschland vorrücken. Eine erneute Frontpassage könnte vereinzelt etwas Regen bringen und die Hitze erneut etwas dämpfen. Flächige Niederschläge sind aber weiter nicht in Sicht.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells kann über den gesamten Vorhersagezeitraum als gut bezeichnet werden. Kleinere Unterschiede zwischen den Läufen haben keine signifikante Änderung des Wetters zur Folge.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Beim Modellvergleich ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. Die großräumige Entwicklung wird von den betrachteten Globalmodellen sehr ähnlich prognostiziert.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Rauchfahnen:
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen einen einheitlichen Verlauf. Der Zeitraum der Mittelfrist beginnt mit einem kurzem Temperaturrückgang (der beispielweise für Freiburg und München kaum ins Gewicht fällt). Danach folgt ein Temperaturanstieg bis Freitag, für München bis Samstag, ehe die Temperatur erneut zurückgehen wird.
Der erneute Temperaturrückgang in der erweiterten Mittelfrist wird von den Membern gestützt.
Niederschlagssignale sind äußerst rar und am ehesten am Montag und dann erst wieder am darauffolgenden Wochenende vorhanden.
Clusteranalyse:
Zu Beginn der Mittelfrist (t+84-96) werden 4 Cluster geboten, die alle das klimatologische Szenario "Atlantischer Rücken" rechnen. Im Zeitraum t+120-168 h wird ein Cluster geboten. Zu Beginn dauert das Regime "Atlantischer Rücken" an, ab Donnerstag findet ein Wechsel zum Blocking-Regime statt. In der erweiterten Mittelfrist (t+192-240) wird ein Cluster gerechnet, welches das Blocking-Regime fortsetzt.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikant in der Mittelfrist bleibt die extreme Trockenheit gepaart mit der weitgehend anhaltenden Hitze.
Abgesehen davon kann es am Montag und Dienstag vor allem im Süden vereinzelt Gewitter geben. In Verbindung damit ist markanter Starkregen bis 25 l/qm/h wahrscheinlich, auch kleinkörniger Hagel und Sturmböen Bft 9 sind möglich. Lokal sind auch unwetterartige Entwicklungen aufgrund von heftigem Starkregen nicht ausgeschlossen.
FAZIT:
Nach einer kleinen Delle in der Temperaturkurve, die zu Wochenbeginn hauptsächlich die Nordhälfte betrifft, kehren heiße Luftmassen im weiteren Verlauf wieder in den Norden zurück. In der Südhälfte werden dann erneut sehr heiße Luftmassen erwartet. Die extreme Trockenheit verstärkt sich sogar, da signifikante flächenmäßige Niederschläge nicht in Sicht sind. Lediglich die Nordhälfte kann zu Wochenbeginn auf leichte Niederschläge hoffen, wenn eine sich abschwächende Kaltfront in etwa bis zur Mitte vorrückt, im Süden sind nur zu Beginn der Mittelfrist punktuell und damit lokal Niederschlagsereignisse in Form einzelner Gewitter zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, ICON, GFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried





