Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 20.08.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Im Südosten kräftige Gewitter oder Starkregen, teils Unwetter. Auch im Westen und Nordwesten einzelne kräftige Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Aktuell ... liegen wir in Deutschland unter einer zunehmend südwestlichen Strömung, vor einem Trog über Skandinavien und der Nordsee, der sich einem Südteil nach Frankreich ausdehnt.
Dabei schleift eine Luftmassengrenze über Südostdeutschland, etwa von Südbaden bis Oberfranken, und verlagert sich in den nächsten Stunden, auch über die Nacht zum Freitag, nur wenig. Sie trennt feuchte und labile Warmluft im Südosten, von etwas gemäßigterer, aber auch nicht eben kühler oder sonderlich stabiler Luft in den anderen Landesteilen.
So entwickeln sich in den Abendstunden dort Schauer und Gewitter, teils kräftig mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Dank mäßiger Scherung, einigen hundert J/kg Cape und PPW > 30 mm. Auch vereinzelte Unwetter sind möglich. Die Gewitter werden in SE Bayern nachts abgelöst, von konvektiven, aber oft auch ungewittrigen Regenfällen aus den Alpen heraus, die ein gewisses mehrstündiges Starkregenpotential haben.
In relativer Nähe zum Trog sind auch im Nordwesten Schauer und Gewitter aktiv, die sich im weiteren Verlauf auf die Meeresgebiete und die Küsten fokussieren, wo sie wegen der Diabasie über den Wasserflächen nicht abklingen. Auch dort sind Starkregen, kleinkörniger Hagel und stürmische Böen möglich.
In einem breiten Streifen dazwischen vom Oberrhein/NRW und dann zur Ostsee und Sachsen verläuft die Nacht unter leichtem, kompensatorischem Absinken in etwas stabilerer und trockener Luft ruhig und trocken. Die Temperatur geht auf 18 bis 12°C zurück.
Freitag ... ändert der Haupttrog seine Lage nur wenig. Aus ihm läuft aber ein markanter Troganteil über Frankreich ostwärts und greift mit kräftiger positiver Vorticityadvektion von Südwesten auf Deutschland über. Die Strömung dreht dabei noch etwas mehr gen Süd und über Niederbayern, vor allem über Österreich bildet sich nördlich der Alpen ein Leetief, dass sich im Tagesverlauf von den Alpen löst und Richtung Polen zieht.
Die Hebung vor dem Trog wird verstärkt durch Gegenstrom an der Westflanke des Tiefs, sodass nach einer Regenpause, bald neue Regenfälle von der Schweiz und aus dem Alpen heraus auf das südliche Baden-Württemberg und Bayern übergreifen. Diese dürften oft ohne Gewitter ablaufen, sind aber nicht minder intensiv. Gebietsweise regnet es 20 bis 40, regional bis 50 l/qm in 6 bis 9 Stunden. Stark/Dauerregen bis hin zum Unwetter sind möglich. Hinweise sind in den det. Modellen und in den ENS zu finden.
Sollte sich, am ehesten über Niederbayern ein "Sonnenfenster" öffnen, sehr wahrscheinlich ist das nicht, sind dort starke Gewitter bis Unwetter möglich. Schon eher gibt es bei Abzug des Tiefs an einer Druckwelle in SE Bayern stürmische Böen oder Sturmböen aus West bis Nordwest, exponiert sogar schwere Sturmböen, wie sie in ICON und ICON D2 EPS angedeutet werden. Auf österreichischer Seite tauchen orkanartige Böen auf.
Ansonsten treten zunächst im Nordwesten Schauer und einzelne Gewitter auf, durchaus vereinzelt kräftiger. Im Tagesverlauf lässt der o.e. Troganteil auch von Südwesten die Schaueraktivität aufleben, ebenfalls mit einigen kräftigen Gewittern. Meist bleiben die Gewitter im markanten Rahmen, vereinzelt sind unwetterartige Entwicklungen, besonders durch heftigen Starkregen nicht ausgeschlossen. Am ehesten niederschlagsfrei bleibt es im Nordosten. Dort wird es bei Sonnenschein bis 26°C warm, im Südwesten werden gebietsweise knapp unter 20°C erwartet. Neben den Sturmböen im Südosten, gibt es noch einige steife Böen auf exponierten Bergen aus westlicher Richtung. In der Nacht zum Samstag zieht das Tief nach Polen ab und nimmt in der ersten Nachthälfte den Regen im Wesentlichen mit. Das Wetter beruhigt sich aber nicht, denn der von Westen übergreifende haupttrog führt in erster Linie über der Mitte und dem Südwesten zu weiteren schauerartigen Regenfällen und einzelnen Gewittern, auch wenn letztgenannte im Laufe der Nacht seltener werden. Vor allem lokaler Starkregen bleibt ein Thema. **
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... setzt sich das wechselhafte Wetter fort, hauptsächlich weil der Höhentrog über Mitteleuropa durch Randtröge regeneriert wird. Der Bodendruck steigt zwar, die zyklonale Höhe löst dennoch zahlreiche Schauer und einzelne Gewitter aus, deren Intensität aber schwächer wird. Vor allem an den Küsten, bei Schauern und im Bergland bleibt es windig.
Mehr Details dazu sind in der Frühübersicht zu finden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren im synoptischen Scale ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 20.08.2026 um 10.30 UTC
Teils unbeständig mit Schauern und Gewittern, teils ruhiges Hochdruckwetter, zunehmend sommerlich warm, teils auch heiß.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 27.08.2026
Der Blick auf das IFS-EPS vom 00 UTC-Lauf liefert zum Start in den mittelfristigen Zeitraum am Sonntag noch die dominierende Wetterlage Hoch Britische Inseln. Zyklonale Wetterlagen waren da im EPS noch Fehlanzeige. Dies bleibt auch zu Beginn der neuen Woche noch so, wenngleich sich nun drei antizyklonal geprägte Wetterlagen nahezu gleichverteilt um die Vormacht kämpfen. Mit im Ring sind demnach Hoch Nordmeer Fennoskandien, Südost antizyklonal und Nordwest antizyklonal. Erst zur Wochenmitte ändert sich die antizyklonale Dominanz, indem sich nun auch einige zyklonale Wetterlagen ins EPS schummeln. Die stärkste Kraft wird dann die Wetterlage Süd zyklonal. Spätestens ab Donnerstag sind antizyklonale Strukturen wohl in der Minderheit.
Der Hauptlauf des IFS startet am Sonntag mit einem Kurzwellentrog über Nordostdeutschland, der im Verlauf nach Osten abwandert. Rückseitig kann sich WLA eines Höhentiefs westlich der Iberischen Halbinsel getriggert vom westlichen Mittelmeer über Westeuropa bis nach Irland ein Rücken aufbäumen. Bodennah induziert der Rücken eine ausgeprägte Hochdruckzone von den Britischen Inseln über Deutschland und den Alpenraum hinweg bis nach Rumänien und Griechenland. Der Trog über Nordostdeutschland ist auch bodennah zu verzeichnen, sodass die hochreichend zyklonalen Strukturen durch PVA Hebung erzeugen und schließlich bevorzugt in der Nordosthälfte des Landes für schauerartige, teils gewittrige Regenfälle generieren. Zudem kann es durch orografisch bedingt auch am östlichen Alpenrand noch etwas regnen. Sonst macht sich in der südhälfte das Hoch mi Absinken bemerkbar. Durch die einsickernde Nordseeluft werden in 850 hPa auch nur Temperaturen von 3 bis 12 Grad erwartet. In 2m Höhe resultieren daraus kühle bis mäßig warme Höchstwerte zwischen 17 Grad auf Sylt und bis 25 Grad am Oberrhein. Der Wind weht im Norden und Osten spürbar und erreicht vor allem an der See steife, exponiert auch stürmische Böen.
Am Montag und Dienstag wird das Wetter hierzulande vorwiegend durch den Rücken bestimmt. Da dieser sich mit seiner Achse aber langsam ostwärts verlagert, kann am Montag ein Ostseetief im Norden und Nordosten noch ein paar Schauer bringen, während am Dienstag der Westen schon wieder auf die Vorderseite des nachfolgenden Troges samt hochreichendem Tief über Nordwestfrankreich gelangt und somit PVA sowie WLA gesteuert im Westen und Südwesten schauerartige, teils gewittrige Niederschläge auftreten können. Mit der auf südliche Richtungen drehenden Strömung gelangt auch wieder wärme Subtropikluft ins Lad, sodass die Temperaturen in 850 hPa von 4 bis 15 Grad am Montag auf 9 bis 17 Grad am Dienstag steigen. Entsprechend werden bodennah Höchstwerte von 20 bis 28 Grad am Montag und 23 bis 28 Grad am Dienst prognostiziert. Der Wind weht meist nur mäßig und allenfalls an der See zeitweise auch mal stark böig.
Am Mittwoch liegt Deutschland überwiegend im Bereich eines kräftigen vom zentralen Mittelmeer bis nach Lappland reichenden Rückens, dessen Achse sich aber schon von Sardinien und Tschechien bis in die Ostsee erstreckt, sodass Deutschland trotz leicht antizyklonaler Strömungsbedingungen schon wieder auf die Vorderseite eines weit nach Süden amplifizierte Troges über West- und Südwesteuropa gelangt. Jener Trog induziert durch kurzwellige Anteile bzw. Kurzwellentröge bodennah kleine Randtiefs, die mit der Strömung nordwärts ziehen. Am Dienstag tangiert eines dieser Tiefs den Nordwesten des Landes. Gleichzeitig reicht das aus der Höhe kommende PVA aus im Nordwesten, Westen und Südwesten einzelne Schauer auszulösen. Am Donnerstag wandert ein Randtief zunächst zu weit westlich nach Norden, sodass Deutschland davon nicht beeinflusst wird. Im Verlauf kann jedoch der Haupttrog näher an das Land heranrücken. In der Folge verstärken sich die Hebungsprozesse und von Südwesten können auf den Westen und die Mitte schauerartige, teils gewittrige Niederschläge auf Deutschland übergreifen. Mit der starken Amplifizierung des Troges westlich von Deutschland steilt sich auch die Grundströmung auf, sodass die Warmluftadvektion zunimmt. Werden am Mittwoch in 850 hPa noch Temperaturen von 10 bis 19 Grad erwartet, sollen es am Donnerstag schon 16 bis 25 Grad sein. Dies macht sich auch bei den Höchstwerten bemerkbar, die abseits der Küste wider landesweit auf Sommerniveau liegen. Während am Mittwoch bevorzugt im Südwesten wieder heiße Werte bis 31 Grad möglich sind, kann am Donnerstag vom Südwesten bis in den Osten die 30 Grad Marke überschritten werden. Der Wind spielt abseits von stärkerer Konvektion keine Rolle und kommt allenfalls in Gipfellagen und an der See zeitweise stark böig daher.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Das IFS des ECMWF zeigt sich von gestern auf den heutigen Donnerstag wenig konsistent. Vor allem vom gestrigen 00 UTC-Lauf zum heutigen 00 UTC-Lauf ergeben sich schon bei den großskaligen Strukturen signifikante Abweichungen. Der gestrige 12 UTC-Lauf zeigt dagegen zum aktuellen Lauf vergleichbare Geopotential- und Luftdruckverteilungen.
Schon zum Start in den mittelfristigen Zeitraum am Sonntag zeigen die neusten Läufe einen Kurzwellentrog über Deutschland ostwärts herausschenkend sowie ein nahezu von der Höhenströmung abgeschnürtes Höhentief westlich der Iberischen Halbinsel. Der gestrige 00 UTC-Lauf wies dagegen nur einen weit nach Süden amplifizierten Trog über dem Ostatlantik und Teilen der Iberischen Halbinsel auf. Durch den in den neusten Berechnungen stärkeren Rücken über West-/Südwesteuropa ist über Mitteleuropa eine zyklonale geprägte westliche Grundströmung zu verzeichnen, während der gestrige 00 UTC-Lauf den Rücken nur schwach im Programm hatte und resultierend ein südwestliche Strömung bevorzugte. Beim Wetter setzen die neusten beiden IFS-Läufe auf schauerartige, teils gewittrige Niederschläge im Norden und Osten sowie am östlichen Alpenrand, der gestrige 00 UTC-Lauf ließ dagegen auch von Südwesten bis in die Mitte schauerartige Niederschläge zu.
Am Montag setzen sich die Abweichungen fort. Alle IFS-Läufe lassen das Höhentief bei der Iberischen Halbinsel samt Trog ostwärts verlagern. Dabei ist der gestrige 00 UTC-Lauf, auch induziert durch einen schwächeren Rücken über Mitteleuropa, weiter vorlaufend. Während somit im gestrigen 00 UTC-Lauf komplett antizyklonale Strömungsbedingungen vorherrschten, die Achse des Rückens aber schon langsam über Deutschlands ostwärts schwenkte, zeigen die neusten beiden Läufe die Achse weiter westlich und daher im Nordosten durch den über Osteuropa liegenden Trog sogar noch eine zyklonal gekrümmte Strömung. Während die aktuellen Läufe somit allenfalls im Norden und Nordosten noch Schauer aufweisen, bestand beim gestrigen 00 UTC-Lauf im Südwesten, Westen und Teilen der Mitte im Verlauf wieder ein höheres Schauerrisiko.
Am Dienstag laufen die Prognosen zwischen dem gestrigen 00 UTC-Lauf und den folgenden Berechnungen weiter konträr. Während der gestrige 00er über Deutschland einen Trog mit zwei kleinen Höhentiefs zeigte, ist nach den neusten Berechnungen ein kurzwelliger Rücken, dessen Achse über Ostdeutschland nach Polen wandert im Programm. Einhergehend würde nach den neusten Berechnungen der Westen und Nordwesten wieder auf die Trogvorderseite gelangen, sodass Hebungsprozesse die Folge wären. Beim gestrigen 00 UTC-Lauf waren in der gesamten Südhälfte des Landes kräftige, teils gewittrige Regenfälle zu verzeichnen, die neusten Läufe zeigen im Verlauf im Westen und Südwesten erste Regenfälle.
Am Mittwoch, siehe da, nähern sich alle Modellläufe wieder an und weisen somit eine höhere Konsistenz als zuvor auf. Allerdings gibt es noch Unterschiede bei der räumlichen Einordnung der Achse des Rückens. Während die neusten beiden Läufe den Rücken schon weiter nach Osten schieben und die Achse von Westpolen nach Sardinien ziehen, liegt diese beim gestrigen 00er Lauf vom zentralen Mittelmeer entlang der Grenzen von Benelux und Deutschland. Die Hebungsprozesse des über Nordwest- und Westeuropa liegenden Langwellentroges erreichen Deutschland bei allen Läufen noch nicht. Dennoch reichen die Impulse bei den neusten Berechnungen aus, etwa westlich der Elbe einzelne Schauer und evtl. auch kurze Gewitter auszulösen. Beim gestrigen 00 UTC-Lauf waren bevorzugt die Regionen südlich von Mosel und Main von einem bestehenden Schauerpotential betroffen.
Am Donnerstag steht sich ein weiter nach Süden amplifizierender Trog über Nordwest-, West- und Südwesteuropa und ein sich weiter nordwärts aufbäumender, markanter Rücken vom zentralen Mittelmeer bis nach Finnland gegenüber. Deutschland würde bei allen vergangenen Läufen somit auf der Vorderseite des Troges liegen, wenngleich es geringe Phasenunterschiede gibt. Der neuste IFS-Lauf zeigt die stärkste Amplifizierung und somit langsamste Verlagerung der Struktur, der gestrige 00 UTC-Lauf ist dagegen etwas vorlaufend unterwegs. Während somit die neuste Berechnung allenfalls im Südwesten ein gewissen Regenrisiko aufweist, hatte der gestrige 00 UTC-Lauf vom Nordwesten über die Mitte in den Südosten eine geringe Regenneigung auf der Agenda.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen betrachteten Globalmodelle (GFS, ICON, UK10) stützen die großskaligen Geopotential- und Luftdruckstrukturen des IFS. Im Verlauf sind auch im Detail nur geringe Unterschiede bei der Phasenverschiebung und der Amplitude von Rücken und Trögen zu verzeichnen. Das GFS liefert dabei grundsätzlich die geringsten Amplituden und somit etwas flacheren Strukturen, sodass dort potentielle Niederschläge rascher vorankommen. Das ICON dagegen weist den am weitesten nach Süden amplifizierten Trog auf, sodass sich auch der Rücken großzügig aufbäumen kann. Dies verlangsamt die Verlagerung gen Osten und somit auch das Übergreifen potentieller Niederschläge. Durch stärkeres Absinken beim ICON wird grundsätzlich auch eine etwas geringere Schauerneigung generiert. Ansonsten ergeben sich keinen nennenswerten Abweichungen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland zeigen über den gesamten mittelfristigen Zeitraum nur einen schwachen, gleichmäßigen Anstieg der Spreads der Temperatur in 850 hPa sowie des Geopotentials in 500 hPa. Zudem ist bis auf Montag bei der Temperatur an allen Tagen ein signifikanter Bereich hoher Auftrittswahrscheinlichkeiten zu verzeichnen. Der Kontrolllauf liegt dabei überwiegend recht mittig im EPS, allenfalls am Montag ist er bei der Temperatur im oberen Drittel, also hin zu wärmeren Werten zu verzeichnen. Grundsätzlich kann demnach von einer mäßig bis guten Vorhersagegüte des IFS-EPS ausgegangen werden.
Bei der Einordnung des EPS in verschiedene Grundmuster sind im Zeitraum von +72 bis +96h insgesamt sechs Cluster notwendig, um alle Unsicherheiten ausreichend zu beschreiben. Bis auf die sechste und letzte Lösung mit 4 Unterstützern, die komplett dem Schema Blocking zugeschrieben wird, starten alle anderen Lösungen zunächst im Schema eines atlantischen Rückens und wechseln früher oder später hin zu Blocking. Da sich das Blocking bzw. der atlantische Rücken zwischen Grönland und dem amerikanischen Kontinent befindet, ist es für das Wetter hierzulande nur bedingt von Bedeutung. Für das Wetter in Mitteleuropa ist, wie im Hauptlauf beschrieben, eine Trog-Rücken-Trog Kombination wirksam. Analog zur Modell internen Konsistenz oder aber auch im Modellvergleich unterscheiden sich auch die Cluster des IFS-EPS vor allem in Punkto Amplitude der Verteilung sowie einer leichten Phasenverschiebung. Der Kontrolllauf wird dem ersten Muster mit insgesamt 13 Member zugeschrieben.
Im Zeitraum von +120 bis +168h erklären weiter sechs Lösungen die Unsicherheiten im EPS-Raum. Dabei starten alle im Schema Blocking und wechseln früher oder später oder wie Cluster 2 und 3 gar nicht zum Schema einer neg. NAO. Nun liegt das Blocking über Europa und ist somit auch für das Wetter in Deutschland verantwortlich. Je nach Stärke des Rückens kann der recht kräftige Trog früher oder halt später ostwärts schieben und somit auch auf Deutschland übergreifen. Wann und welcher Form dies geschieht ist stark von der Amplitude und der Wellenlänge des Troges über dem Ostatlantik bzw. West- und Südwesteuropa abhängig. Grundsätzlich zeigen die Lösungen 1 und 6, 2 und 3 sowie 4 und 5 vergleichbare Verteilungen. Demnach würden 20 Member, 19 Member im zweiten Fall bzw. 12 in dritten Fall gegenüberstehen. Zwischen längerem Blocking, wärmeren Temperaturen sowie geringerer Niederschlagsneigung und rascherer Zonalisierung, weniger starker Erwärmung und schneller Übergreifenden Niederschlägen besteht somit nahezu ein Patt (20 zu 19).
In der erweiterten Mittelfrist von +192 bis +240h beschreiben noch vier Cluster die Unsicherheiten im EPS-Raum. Die erste Lösung wird dabei komplett dem Schema einer neg. NAO zugeschrieben. Die Lösungen 2 und 3 dagegen verbleiben komplett beim Blocking. Die letzte Lösung wechselt am Ende zur pos. NAO. Da sich das Blocking in den Lösungen 2 und 3 über Osteuropa befindet, kann sich bei diesen Lösungen, die zusammen von 25 Member gestützt wird, über Mitteleuropa ein schwacher Trog durchsetzen. Das erste Cluster mit 14 Member zeigt dagegen ein komplette Zonalisirung mit einer Westdüse und somit einer unbeständigen Witterungsperiode. Im letzten Cluster für Deutschland auf der Trogvorderseite in einer südwestlichen Grundströmung liegen. Bei dieser eher warmen, teils heißen Lösung wüden wohl Schauer und Gewitter im Programm stehen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI des ECMWF weist im Vergleich zum Modellklima für Sonntag im Nordosten leicht überdurchschnittliche Windspitzen aus. Zudem zeigt er für Mittwoch im Westen und Südwesten etwas überdurchschnittliche Temperaturen.
Von Seiten der Probabilistik gibt es für den Niederschlag am Montag bevorzugt vom IFS-EPS bzw. COSMO-Leps geringe Hinweise bis 25% für Stark-/Dauerregen südlich des Mains innerhalb von 12 bis 24 Stunden. Die Deterministik des ICONs und des IFS zeigen von Montagabend bis Dienstagfrüh im Südwesten ebenfalls regional Niederschlagsmengen von 20 bis 40 l/qm in 6 bis 12 Stunden. Bei kräftigen Gewittern sind in der Südwesthälfte auch 15 bis 25 l/qm in kurzer Zeit möglich
Für den Dienstag zeigen jene EPS-Verfahren vor allem am Alpenrand gebietsweise noch geringe Wahrscheinlichkeiten bis 10% für das Überschreiten der Dauerregenschwelle von 30 l/qm/24h. Vor allem im äußersten Westen und südlich der Donau sind bei kräftigen Gewittern aber erneut auch Starkregenfälle von 15 bis 25 l/qm in kurzer Zeit oder mehrstündig möglich. Ansonsten besteht auch am Sonntag bevorzugt ein Teilen Vorpommerns bei der Entwicklung kräftiger Gewitter das Potential von Starkregen um 15 l/qm pro Stunde.
Beim Wind gibt es von der Probanilistik am Sonntag an der nordfriesischen Küste sowie Teilen der Ostseeküste geringe Wahrscheinlichkeiten bis 30% für stürmische Böen. Ansonsten sind voraussichtlich abseits von kräftigen Gewittern keine markanten Windspitzen zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, ICON-EPS für TT auch MosMix, die det. Läufe sind aufgrund relativ
schlechter Konsistenz nur bedingt zu empfehlen.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel





