Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 20.04.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Übergang zu ruhigem und trockenem Hochdruckwetter ohne markante Entwicklungen, aber mit teils frostigen Nächten.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Aktuell ... befinden sich weite Teile Deutschlands noch im Einflussbereich einer Potenzialrinne, die, ausgehend von einem Höhentief über Osteuropa, bogenförmig über Polen und der Mitte bzw. dem Süden des Vorhersagegebietes bis zu den Britischen Inseln reicht. Flankiert werden Trog bzw. Rinne von einer umfang- und hochreichenden Antizyklone, die quasi ganz Nordwesteuropa überdeckt (Schwerpunkt am Boden und in der Höhe bei Island) und von der ausgehend robuste Keile bis nach Finnland bzw. in den Westen Russlands sowie bis nach Südskandinavien und inzwischen auch nach Norddeutschland reichen.
Im Laufe der Nacht schwenkt der Keil über Dänemark/Norddeutschland allmählich weiter Richtung Ostsee, so dass die Rinne weiter südlich mehr und mehr auseinandergerissen wird. Deren Westteil tropft als kleines Höhentief nördlich von Irland ab, während der östliche Part als zum Höhentief über Osteuropa gehörender Randtrog unter Konturverlust langsam nach Süddeutschland schwenkt. Im Bodenfeld korrespondiert dieser mit einer flachen Tiefdruckrinne, die sich bei beständigem Druckanstieg über Norddeutschland an der Südflanke der vom isländischen Raum bis zur Nord- und südlichen Ostsee reichenden Hochdruckzone im Tagesverlauf mehr und mehr aufgefüllt hat und inzwischen quasi nur noch als breites Wolken- und Niederschlagsband auszumachen ist, das sich vom Erzgebirge bis nach Westfalen bzw. ins Emsland erstreckt. Ein konvergentes Windfeld lässt sich grade noch so ausmachen und markiert eine Okklusion, in deren Bereich die Regenfälle aber aktuell mehr und mehr an Intensität verlieren. Nördlich bzw. nordöstlich davon strömt bereits aktuell trockene und kühle Luft (T850 hPa um -1 Grad) aus dem skandinavischen Raum nach Norddeutschland, während sich der Süden und die Mitte des Landes noch im Einflussbereich der etwas milderen, aber inzwischen ebenfalls recht trockenen ehemaligen Subpolarluftmasse befinden (T850 hPa zwischen 0 und +3 Grad). Diese konnte mit dem Tagesgang labilisieren, so dass sich vielerorts flache Quellbewölkung gebildet hat, für Schauer hat es aber selbst an den Alpen kaum gereicht.
Die dichte Bewölkung und die nachlassenden Regenfälle im Bereich der ehemaligen Rinne kommen im Laufe der Nacht allmählich weiter nach Süden voran und erfassen somit die mittleren und südöstlichen Landesteile, in der zweiten Nachthälfte kommen allerdings keine nennenswerten Mengen mehr zusammen. Rückseitig lockern die Wolken von Norden her mehr und mehr auf, im Norden und Osten ist es sogar vielfach gering bewölkt. Vor allem in den Regionen, wo es viel geregnet hat, kann sich gebietsweise dichter, warnrelevanter Nebel ausbreiten.
Der anfangs noch lebhafte Wind ganz im Norden und Nordosten schwächt sich abends und im Laufe der Nacht mit Auflösen der Rinne und der damit einhergehenden Gradientauffächerung weiter ab und ist - nach anfänglichen steifen Böen aus Ost bis Nordost vor allem an den Küsten - spätestens in der zweiten Nachthälfte nicht mehr warnrelevant. Somit sinken die Temperaturen vor allem bei geringer Bewölkung im Bereich der Norddeutschen Tiefebene und in Schleswig-Holstein auf nahe 0 Grad, in ungünstigen Lagen gibt es leichten Frost und verbreitet Frost in Bodennähe. An den Küsten bleibt es etwas milder. Frostfrei bleibt es auch unter den dichten Wolken in den mittleren Landesteilen, während es im Südwesten und Süden bei teils geringer Bewölkung ebenfalls in ungünstigen Lagen leichten Frost geben kann.
Dienstag ... weitet sich der Einfluss des gewaltigen, nunmehr von Südgrönland bis ins östliche Mitteleuropa reichenden und inzwischen mit einer 1040 hPa-Kernisobare bei Island ausgestatteten Bodenhochs ("ULI") weiter ins Vorhersagegebiet aus. Die feuchte Luft im Bereich der ehemaligen Rinne wird somit nach Süddeutschland abgedrängt und wird dort nach wie vor überlagert vom Randtrog, der sich nur wenig abschwächt. Durch das Entrainment der Festlandsluft von Norden her trocknet die Luftmasse zwar auch dort zusehends ab (PPWs nur noch zwischen 10 und 13 mm), mit der tagesgangbedingten Erwärmung kann sie aber zusehends labilisieren (immerhin noch etwa -28 Grad in 500 hPa bei 0 Grad in 850 hPa). Somit lockert die anfangs noch teils dichte Bewölkung rasch auf und weicht teils höher reichender Quellbewölkung. Die Labilitätsfläche reicht gebietsweise bis auf über 700 hPa (Temperatur dort knapp unter -10 Grad) und es kann örtlich etwas Cape generiert werden, so dass neben einzelnen Schauern auch kurze Gewitter nicht ganz ausgeschlossen werden können, am ehesten noch in Südostbayern.
In der Mitte und vor allem im Norden steht dagegen im Einflussbereich der trockenkühlen Festlandsluft einem gering bewölkten oder sonnigen Tag nichts entgegen. Auch im Südwesten reicht die Labilität für höchstens flache Quellbewölkung und es scheint oft die Sonne. Absinken und Einstrahlung können die Luftmasse in 850 hPa im Tagesverlauf auch im Norden und in der Mitte auf nahe 0 Grad erwärmen, entsprechend werden Maxima zwischen 11 und 15 Grad, an Rhein Neckar und Mosel bis zu 17 Grad erreicht. Lediglich an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind bzw. bei etwas stärkerer Bewölkung ganz im Süden bleibt es etwas kühler mit teils einstelligen Höchstwerten. Der Wind frischt im Tagesverlauf böig auf und dreht etwas mehr Richtung Nordost, Warnschwellen werden aber wohl nicht erreicht, lediglich in einigen Mittelgebirgskammlagen reicht es für einzelne steife Böen, gegen Abend auf dem Feldberggipfel im Schwarzwald eventuell sogar für eine stürmische Böe (beginnende Bisenlage).
In der Nacht zum Mittwoch schwenkt die Achse des Randtroges weiter Richtung Alpen und im Bodenfeld weitet sich ein Keil des umfangreichen Nordwesteuropahochs bis nach Süddeutschland aus. Die Keilachse verläuft etwa von Ostfriesland bis zum Erzgebirge, nordöstlich davon dreht die Bodenströmung mehr auf Nordnordwest und von der Nordsee nähert sich Stratusbewölkung, erreicht aber die Deutsche Bucht noch nicht.
Die Quellbewölkung im Süden löst sich mehr und mehr auf, am Alpenrand bzw. im Alpenvorland bis nach Oberschwaben bzw. Südbaden hält sich gebietsweise aber hochnebelartige Bewölkung, teilweise können sich vor allem südlich der Donau auch Nebelfelder ausbreiten.
Im Rest des Landes bleibt es gering bewölkt oder wolkenlos. Die trockene Festlandsluft kann somit deutlich auskühlen und es gibt - mal abgesehen von den Ballungszentren, dem Küstenstreifen und den großen Flusstälern West- bzw. Südwestdeutschlands - vielerorts leichten Frost, in einigen Mittelgebirgstälern bzw. sonstigen "Kältelöchern" ist auch mäßiger Frost um -5 Grad nicht ausgeschlossen.
Mit Ausweitung des Hochkeils verschärft sich der Gradient im Südwesten des Landes im Laufe der Nacht und es stellt sich eine Bisenlage ein. Zumindest im Hochschwarzwald kann es - unterstützt durch nächtliche Low Level Jets - stürmische Böen, vereinzelt gar Sturmböen aus Nordost geben. Ob es in tiefen Lagen (am ehesten Hochrhein, Bodensee) für vereinzelte steife Böen reicht, ist noch unklar.
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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Mittwoch ... steht, wie bereits in der Frühübersicht beschrieben, ganz im Zeichen ruhigen Hochdruckwetters. Lediglich im Südwesten muss die Bisenlage im Auge behalten werden. Ansonsten steht warntechnisch tagsüber nichts auf der Agenda und in der Nacht zum Donnerstag kann es, außer im Nordwesten, erneut vielerorts leichten Frost geben.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle fahren einen einheitlichen Kurs, prognose- bzw. warnrelevante Unterschiede sind nicht auszumachen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 20.04.2026 um 10.30 UTC
Zunächst trockene und sonnenscheinreiche Hochrandlage. Am Wochenende von Nordosten her etwas zyklonaler und wohl auch etwas frischer, aber voraussichtlich kaum Regen.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 27.04.2026
Am kommenden Donnerstag starten wir - man möchte hinzufügen "mal wieder" - mit einer Blockierungslage par excellence. Dabei befindet sich Deutschland an der Ostabdachung eines kräftigen Hochs (ULI), dessen Zentrum mit etwas über 1030 hPa zwar über dem nahen Atlantik liegt, das sich aber von Grönland über Westeuropa bis hinunter zum westlichen Mittelmeer erstreckt. Gestützt wird das Hoch von einem nicht minder ausladenden, meridional exponierten Höhenrücken, dem ein hochreichendes Tief weit westlich von Irland sowie ein von der Polgegend bis hinunter nach Südosteuropa reichender Potenzialtrog zur Seite stehen. Hier bei uns herrscht Hochdruckeinfluss mit reichlich Sonnenschein (vielfach wird die maximal mögliche Sonnenscheindauer ausgeschöpft), der nur in Teilen Norddeutschlands durch von der Nordsee hereindriftende tiefe Bewölkung ("Nordseestratus") gestört wird. Dass diese Wolken überhaupt ins Landesinnere ziehen können, haben wir der Tatsache zu verdanken, dass ein mitunter leicht böig auflebender Nordwestwind weht. Genau dem verdanken wir auch die vergleichsweise gedämpften Temperaturen (T850 um +5°C), die am ehesten im Südwesten mal 20+X°C erreichen. Ansonsten pendelt sich das thermische Niveau häufig zwischen 15 und 20°C ein, direkt an der See sowie bei längerer Stratusbegleitung auch darunter. Zudem besteht zumindest mal in Bodennähe vielerorts Nachtfrostgefahr.
Am Freitag zeigen Hoch und Rücken zwar leichte Abschwächungstendenzen, eine wirkliche Wetterumstellung hat das sehr wahrscheinlich aber noch nicht zur Folge. Möglich, dass in Verbindung mit einem südostwärts über den Vorhersageraum hinwegschwenkenden flachen Randtrog ein paar hohe Wolken den Weg zu uns finden (vor allem Norden/Osten) und auch das Potenzial für in der Regel wenig willkommenen Nordseestratus ist weiterhin gegeben. Ansonsten stehen aber weder nennenswerter Regen (meist bleibt es trocken, allenfalls aus dem Stratus könnte es etwas nieseln) noch eine durchgreifende Temperaturänderung auf der Karte.
Ob sich das am Wochenende nachhaltig ändert, kann noch nicht abschließend beantwortet werden, die Wahrscheinlichkeit ist aber gering. Fakt ist, dass der Rücken und die Hochdruckzone ein klein wenig nach Westen zurückweichen, wodurch der nordosteuropäische Trog etwas mehr Spielraum in Richtung Westen und Südwesten bekommt. Der damit einhergehende, nach Süden vorstoßende polare Kaltluftausbruch ist allerdings gen östliches Mittel- respektive nahes Osteuropa gerichtet, so dass hier nur von einem Streifschuss auszugehen ist. "Abgefeuert" wird dieser von einer wenig wetteraktiven Kaltfront eines über die westliche Ostsee nach Polen ziehenden Randtiefs bzw. flacher Welle (wahrscheinlich das Ergebnis einer Leezyklogenese hinter dem südnorwegischen Gebirge). Wann genau die Kaltfront aufschlägt, ist noch unsicher. Es spricht aber einiges dafür, dass sie das auf relativ antizyklonaler Spur tut und die postfrontal einfließende (abgetrocknete) Polarluft vornehmlich die Nordosthälfte erreicht. Bis Sonntag geht dort T850 gerade mal auf etwas unter 0°C zurück, was in einigen zurückliegenden Läufen um einiges krasser gesehen wurde.
Deutlich zyklonaler könnte das Wetter nach Lesart von IFS (00 UTC) zum Dienstag hin werden, wenn von der Nordsee her mal ausnahmsweise nicht Stratus, sondern ein Randtrog mit eigenständigem Tief und flächigem Regen auf Deutschland übergreift. Ein eigenwilliges Szenario, das neu ist und in den Folgeläufen ebenso auf den Prüfstand gehört wie die nachfolgende High-over-low-Variante mit Regen im Süden und Sonne im Norden.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz von IFS kann zu Beginn des Mittelfristzeitraums als sehr gut bezeichnet werden. Demnach starten wir - und die anderen einschlägigen Modelle bestätigen das - mit einer Blockierungslage, wobei das bestimmende Hoch über dem nahen Atlantik positioniert ist. Am Wochenende nehmen die Prognoseunschärfen allmählich zu. Einigkeit herrscht dahingehend (wenn auch noch mit Timing-bzw. Intensitätsunterschieden), dass es über dem östlichen Mitteleuropa respektive dem nahen Osteuropa zu einem Kaltlufteinbruch aus polaren Breiten kommt. Unsicher ist allerdings noch, wie viel wir davon hier in Deutschland abbekommen. Jedes Modell und jeder neue Modelllauf wartet mit einer etwas anderen Variante auf. Zwei wesentliche Dinge lassen sich aber festhalten: Erstens, voraussichtlich wird es wie gesagt nur einen Streifschuss geben, der am ehesten den Norden und Osten trifft. Gleichwohl bleibt das Damoklesschwert "Nachtfrost" erhalten. Zweitens, das ganze Prozedere läuft auf deutscher Seite sehr niederschlagsarm ab.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bereits im Kapitel zuvor wurde erwähnt - wenn auch nicht namentlich -, dass die Anfangssituation mit der Blockierung über dem nahen Atlantik von den Modellen unisono simuliert wird. Auch die abnehmende Modellschärfe zum Wochenende hin wurde angesprochen. Interessant dabei, dass UK10 von allen Modellen die Kaltluft am weitesten im Osten belässt. So kommt die 0°C-Isotherme gar nicht zu uns rein, was aber Alleinstellungsmerkmal besitzt. Ähnlich sieht es anfangs beim kanadischen GEM aus, welches erst am Montag besagte Isotherme die deutsch-polnische Grenze überschreiten lässt. GFS wiederum kommt ganz bizarr daher, indem es uns ein verspätetes Osterei verspricht. Die Rede ist von einem sehr kleinen Höhentief (kein Kaltlufttropfen, da es mit einem Bodentief korreliert), das schon am Samstag von Dänemark zu uns stößt und einmal die östlichen Landesteile südostwärts kreuzt. Bliebe noch ICON, das in Bezug auf die Kaltluft die westlichste und auch früheste (schon am Samstag) Version anbietet. Kurzum, wir könnten das Spielchen noch ad infinitum treiben und uns einen Wolf konjugieren, ohne dass wir dabei aber wirklich was gewinnen. Zumal schon die nächsten Läufe wieder etwas anders aussehen dürften. Wir halten fest: Ein bisschen Kaltluft ja, dabei wenig bis kein Regen wahrscheinlich und wie es Anfang nächster Woche weitergeht (GEM und GFS haben eine andere Meinung als IFS), steht in den Sternen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das Ensemble von IFS (IFS-EPS) stützt im Großen und Ganzen die bisher getätigten Aussagen auf Basis des Hauptlaufs. Heißt in Bezug auf die Rauchfahnen verschiedener deutscher Städte, dass nach anfänglich passabler Bündelung die Spreizung ab dem Wochenende zunimmt. Dabei zeigt der Trend sowohl beim Geopotenzial 500 hPa als auch bei der Temperatur 850 hPa vornehmlich im Norden und Osten (Referenz HH, Wangerooge, Rostock, Berlin, Leipzig) nach unten, wenn auch mit unterschiedlichem Beginn und variierender Intensität. In der Folge stellt sich eine leicht ondulierende Seitwärtsbewegung ein, die bei aller noch vorhanden Streuung gerade im Osten und Norden mehrheitlich unterkühlt verläuft (T850 -3 bis -6°C). Zwar nehmen die RR-Signale in der nächsten Woche insgesamt wieder zu, die Mengen bleiben aber überschaubar und auch längst nicht alle Ensembles haben Bock auf Niederschlag. Der Randtrog mit dem Nordseetief am Dienstag scheint im Kontext der Ensembles ein Ausreißer zu sein.
Zu den Clustern, die im ersten Fenster (Donnerstag/Freitag, T+72...96h) zwar fett mit sechs Schubladen einsteigen, die sich aber nur in Nuancen unterscheiden. Warum drei Cluster dem Regime "Atlantischer Rücken" und die anderen drei unter "Blockierung" abgeheftet werden, lässt sich mit dem bloßen Auge selbst unter Zuhilfenahme eines Monokels nicht erkennen. Klar erkennbar hingegen die Reduzierung auf zwei Cluster von Samstag bis Montag (T+120...168h), die beide "Atlantischer Rücken" anzeigen. CL 1(39 Fälle + HRES) simuliert die zyklonale Übergriffigkeit von Nordosten her etwas schwächer als das mit 12 Mitgliedern besetzte CL 2. Die erweiterte Mittelfrist T+192...240h (ab Dienstag) wartet - etwas verwunderlich - mit nur einem einzigen Cluster auf, das Deutschland unter einer indifferenten bis leicht zyklonal konturierten nordwestlichen Höhenströmung sieht (Rücken naher Atlantik, Trog östliches Mittel-/nahes Osteuropa). Detailabläufe, wie sie vom HRES gezeigt werden, werden hier freilich nicht abgebildet. Was man konstatieren kann: Ein Wärmeeinbruch ist mit dieser Strömungskonstellation nicht zu erwarten, so dass wir gespannt sein dürfen, ob der momentan bezogen auf Gesamtfläche Deutschlands gegebene leichte Wärmeüberschuss (Referenz 1991-2020) am Ende des Montags noch Bestand haben wird.
FAZIT:
Nach anfänglicher Blockierung mit Hochschwerpunkt über dem nahen Atlantik kommt es am Wochenende zu im Detail noch immer unscharfen Versuchen, von Nordosten her etwas mehr Zyklonalität und auch frische Kaltluft bei uns zu platzieren. Voraussichtlich springt aber nur ein Streifschuss heraus (vor allem Norden/Osten) mit wenig bis keinem Niederschlag. Dafür bleibt uns die Gefahr von Nachtfrost - schon in der Kurzfrist ein Problem - bis auf Weiteres erhalten.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Nachdem gestern und heute insbesondere im Osten und Nordosten sowie Teilen der Mitte ordentlich Regen abgeladen wurde, steht nun erstmal wieder eine trockene oder zumindest weitgehend trockene Phase an. Auf dem Sektor Niederschlag ist in dieser Rubrik also nichts zu holen, was auch auf Gewitter zutrifft.
Aufmucken tut hingegen immer mal wieder der vornehmlich aus Nordwesten kommende Wind. Allerdings beschränkt sich das Überschreiten der markanten Warnschwelle (8-9 Bft) von Donnerstag bis Samstag auf die Küste (Nordsee wahrscheinlich mehr als Ostsee) sowie exponierte Kamm- und Gipfellagen des Berglands.
Als markant und wenig erwünscht ist zu dieser Jahreszeit das Auftreten von Nachtfrost zu bezeichnen, auch wenn es sich nicht immer zwingend um Luftfrost handelt. Frost in Bodennähe ist beim derzeitigen Vegetationsstand alles andere als eine Randnotiz.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix mit IFS-EPS.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann





