Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 06.08.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Im Berchtesgadener Land anfangs kräftige Gewitter mit heftigem Starkregen. Ansonsten vorübergehender Trogeinfluss mit kurzer Abkühlung. Meist trocken.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Aktuell ... liegt ein blockierendes Hoch mit seinem Schwerpunkt über der Bretagne. Über Skandinavien liegt ein umfangreicher Tiefdruckkomplex, der mit einem Langwellentrog verbunden ist, dessen Achse gerade in den Norden Deutschlands hereinschwenkt. Die zum Tief gehörende Kaltfront schleift über dem Südosten Deutschlands. Dort sind noch die Reste der subtropischen Luftmasse vorhanden, in der 500-1000 J/kg ML-CAPE simuliert werden. Damit verbunden ist ein Feuchteband, das für dichte Bewölkung und etwas Regen sorgt. Dieses Band ist nur örtlich konvektiv aktiviert worden, da die Kaltluft schon bodennah das Feuchteband unterlaufen hat. Etwas anders sieht es im äußersten Südosten aus. Dort entwickeln sich rückwertig anbauende Gewitter ausgehend von den Alpen. Diese verclustern aktuell über dem Berchtesgadener Land und sollen bis zum südlichen Bayerischen Wald ziehen. ICON-RUC und andere Lokalmodelle rechnen in diesem Bereich mit lokalen Niederschlagsmengen von bis zu 100 mm in wenigen Stunden. (Bis zu 40 mm sind lokal schon gefallen). Die Simulationen sind sicherlich etwas übertrieben, aber mit unwetterartigen Mengen ist weiterhin zu rechnen. Eine Unwetterwarnung ist ausgegeben. In Richtung Bayerwald sind die Niederschlagsprognosen eher gering.
Rückseitig der Kaltfront fließt eine deutlich erwärmte, trockene subpolare Luftmasse ein, in der die Taupunkte in den einstelligen Bereich fallen. Im Trogbereich zieht über die Mitte eine mittelhohe Wolkenschicht durch. Einzelne Radarechos bringen keinen Niederschlag, weil er in der trockenen Grundschicht rasch verdunstet. Die nachfolgenden Cumuluswolken können sich i nur im äußersten Norden zu Schauern entwickeln, da bereits wieder eine Sperrschicht durch Absinken bei etwa 700 hPa vorhanden ist. Mit der Annäherung des Troges hat der Gradient im Norden deutlich zugelegt. In Zusammenspiel mit der labilen Grenzschicht kam es dadurch zu stürmischen Böen an der Küste, die allerdings allmählich nachlassen.
In der Nacht lassen die Gewitter im äußersten Südosten allmählich nach. Im Nordwesten gibt es noch dichtere Cumulusbewölkung mit geringer Schauerneigung. In einem breiten Streifen über die Mitte wird es locker bewölkt oder klar, nachdem das mittelhohe Wolkenband abgezogen bzw. sich aufgelöst hat. Bei niedrigen Taupunkten kühlt es in der Nacht bis auf teilweise einstellige Werte ab.
Freitag ... befindet sich Deutschland in der Höhe unter dem flacher werdenden Höhentrog, der allerdings kaum Wirkung entfalten kann, da Bodennah von Westen ein ausgedehnter Bodenhochkeil Richtung Mitteleuropa vorankommt. Die Folge ist vielerorts heiteres Wetter. Im Norden, am Nordrand des Keils, halten sich unter Trogeinfluss jedoch länger dichte Cumuluswolken, die auch einzelne flache Schauer bilden können. Die 10-°C-Isotherme auf 850 hPa erreicht die Mitte Deutschlands. So wird im Norden die 25-°C-Marke nicht mehr erreicht. Auch Richtung Alpen ist die Luft noch labil geschichtet, sodass dort ebenfalls dichtere Quellbewölkung vorherrscht. Ob sich daraus am Nachmittag ein Gewitter an den deutschen Alpen entwickelt, bleibt unsicher. Aufgrund des starken Gradienten im Norden ist die Ausgabe von Windwarnungen für die Ostseeküste noch unsicher.
Die Nacht zum Samstag verläuft vielerorts klar und mit teils einstelligen Tiefstwerten wieder relativ kühl.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... gibt es kaum Änderungen in den neuen Modelläufen. Der Trog verringert seine Amplitude weiter und zieht nach Osten ab. Ihm folgt ein flacher, aber ausgedehnter Höhenkeil. In der Folge verlagert sich das Bodenhoch nach Mitteleuropa. Dadurch setzt wieder starke WLA ein und die heiße nordafrikanische Luftmasse wird erneut über Südosteuropa angezapft, sodass die 15-°C-Marke wieder die Mitte Deutschlands erreicht. Dies kann als Auftakt der nächsten Hitzewelle oder als Ende der kurzen Hitzeunterbrechung gedeutet werden. Das alte Zirkulationsmuster hat sich somit wieder regeneriert.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modellsimulation sind recht5 ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 06.08.2026 um 10.30 UTC
Weitgehend ausbleibende Niederschläge. Dabei sehr warm bis heiß, nur im Norden zu Wochenbeginn vorübergehend kühler.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 13.08.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Sonntag liegt Deutschland vorderseitig eines Höhentroges mit Drehzentrum im Bereich des Europäischen Nordmeers. Mit der südwestlichen Strömung gelangt weiterhin heiße Luft nach Deutschland. Entsprechend liegen die Höchstwerte verbreitet zwischen 30 und 36 Grad. Nur im äußersten Norden verbleibt die Temperatur knapp unter 30 Grad. Der Trog korrespondiert im Bodendruckfeld mit einem Tiefdruckgebiet, das mit seinem Kern nahezu achsensenkrecht unter dem Höhentief liegt. Davon ausgehend reicht eine Tiefdruckrinne in Richtung Nordostfrankreich und Deutschland. Darin können sich ausgehend vom Bergland vereinzelt Schauer und Gewitter entwickeln, teils in Verbindung mit Starkregen. Überwiegend bleibt es aber trocken.
Am Montag schwenkt der Trog ostwärts und die Trogachse überquert uns in der Nacht zum Dienstag. Damit verlagert sich auch das Bodentief weiter ostwärts über den Norden Skandinaviens hinweg. Die teilokkludierte Front des Tiefs greift im Laufe des Montagnachmittags von Nordwesten auf uns über und kommt bis Dienstagfrüh etwa bis in die mittleren Landesteile voran. Dort verbleibt sie, da sie über Westeuropa rückläufig wird und schließlich als Warmfront in ein Tief über dem Atlantik mündet.
Postfrontal gelangt ein Schwall kühlerer Meeresluft in die Nordhälfte des Landes und die Hitze wird vorübergehend in den Süden und Südwesten zurückgedrängt. In der Nordhälfte liegen die Höchstwerte am Dienstag dann meist zwischen 22 und 28 Grad mit den niedrigeren Werten im Norden. Unmittelbar an der See ist es noch etwas kühler.
Mit Frontpassage kann es im äußersten Norden und Nordosten etwas regnen. Weiter Richtung Süden und Westen zeigt die Front aber wenig Wetteraktivität. Denn nach Abzug des Troges baut sich über Westeuropa bereits wieder ein Höhenrücken auf mit einem Bodenhoch, das am Dienstag von der Nordsee und Großbritannien bis nach Mitteleuropa reicht.
Im Vorfeld der Front kann es am Montag in einer feuchteren und labileren Luftmasse vor allem im Süden und eventuell noch bis nach Sachsen reichend für die Entwicklung einzelner Schauer und Gewitter reichen. Am Dienstag sind dann im äußersten Süden noch konvektive Umlagerungen möglich.
Nachfolgend können sich ab Mittwoch sowohl der Höhenrücken als auch das Bodenhoch weiter kräftigen. Dabei verlagert sich der Hochschwerpunkt von der Nordsee allmählich Richtung Ostsee und östliches Mitteleuropa und am Donnerstag zum Baltikum und Belarus. Damit einhergehend kommt die heiße Luftmasse aus dem Süden und Südwesten wieder zunehmend in die nördlichen Landesteile voran, sodass am Donnerstag wieder nahezu landesweit ein heißer oder sehr heißer Tag zu erwarten ist. Ausnahme bleibt der äußerste Norden.
Darüber hinaus in die erweiterte Mittelfrist hinein nähert sich von Nordwesten der nächste Höhentrog an. Eine erneute Frontpassage könnte vereinzelt etwas Regen bringen und die Hitze erneut etwas dämpfen. Flächige Niederschläge sind aber weiter nicht in Sicht.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells kann über den gesamten Vorhersagezeitraum als gut bezeichnet werden. Kleinere Unterschiede zwischen den Läufen haben keine signifikante Änderung des Wetters zur Folge.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch beim Modellvergleich ergeben sich keine signifikanten Unterschiede. Die großräumige Entwicklung wird von den betrachteten Globalmodellen sehr ähnlich prognostiziert.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen einen einheitlichen Verlauf. So ist im Verlauf der T850 hPa ein erster Peak am kommenden Sonntag zu erkennen und dann nach kurzem Temperaturrückgang (der beispielweise für München kaum ins Gewicht fällt) ein weiterer zum Donnerstag/Freitag hin.
Der erneute Temperaturrückgang in der erweiterten Mittelfrist wird von den Membern gestützt, auch AIFS ENS zeigt ihn, wenngleich dieser beim Kontrolllauf etwas früher einsetzt als bei den Ensemble Membern. Niederschlagssignale sind äußerst rar und am ehesten am Montag und dann erst wieder am darauffolgenden Wochenende vorhanden.
Die Clusterung des EZMW weist für die Zeiträume t+72 bis 96 und t+120 bis 168 jeweils drei Cluster auf. Dabei ergeben sich keine Alternativen zu der beschriebenen Weiterentwicklung.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikant in der Mittelfrist bleibt die extreme Trockenheit gepaart mit der weitgehend anhaltenden Hitze.
Abgesehen davon kann es am Sonntag vereinzelt im Bergland, am Montag und Dienstag vor allem im Süden vereinzelt Gewitter geben. In Verbindung damit ist markanter Starkregen bis 25 l/qm/h wahrscheinlich, auch kleinkörniger Hagel und Sturmböen Bft 8 bis 9 sind möglich. Lokal sind auch unwetterartige Entwicklungen aufgrund von heftigem Starkregen nicht ausgeschlossen.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger





