Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 29.06.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Bis in die Nacht auf Dienstag im Südosten ausgreifend bis nach Sachsen starke bis schwere Gewitter. Ab Dienstagnachmittag bis in die Nacht auf Mittwoch neue teils schwere Gewitter, vom Westen und Nordwesten nordostwärts ausgreifend, extremer Starkregen nicht ausgeschlossen.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Aktuell ... befindet sich Deutschland vorderseitig eine Langwellentroges, dessen Hauptachse sich noch knapp westlich der Britischen Inseln befindet und in der Nacht unter leichter Amplifizierung langsam ostwärts vorankommt.

Vorderseitig lässt sich etwas nach Süden abgesetzt ein kurzwelliger Anteil erkennen, auf dessen Vorderseite sich mehrere kleine IPV-Maxima finden, die als Hebungsimpulse für den Südosten herhalten.

Im Südosten haben sich aus den Alpen herauskommend mehrere teils kräftige Gewitter gebildet, die zum Teil rückseitig anbauen und nur langsam ziehen. Dadurch sind punktuell Niederschlagsmengen von mehr als 40 l/qm zu erwarten. Aber auch größerer Hagel und Sturmböen sind vereinzelt nicht ausgeschlossen.

Im weiteren Verlauf bis in die Nacht auf Dienstag hinein, verclustern die Gewitter zusehend und werden mit ihrem Schwerpunkt aufgrund des näherkommenden Kurzwellentroges nordostwärts geschoben. Bis zum Morgen greifen diese bis nach Sachsen aus. Zwar lässt sich bei den Modellen besonders in der zweiten Nachthälfte allgemein eine Abschwächung erkennen, punktuell sind aber unwetterartige Niederschlagsmengen bei den hohen ppw-Werten weiterhin denkbar.

Im Rest des Landes bleibt es ruhig mit größeren Auflockerungen, da der Haupttrog noch zu weit weg ist.

Dienstag ... lassen die Restgewitter aus der Nacht zunächst nach, wenngleich durch den weiterhin vorhandenen kurzwelligen Anteil die Aktivität wohl nie ganz zum Erliegen kommt. Gleichzeitig nähert sich der Haupttrog immer mehr an. Auf seiner Vorderseite kann sich im Tagesverlauf wieder etwas Labilität aufbauen (siehe Lapse Rate Tendenzen). In Kombi mit der Feuchte reicht das für wenige 100 J/kg an CAPE bei guter Windscherung (15-20 m/s). Damit können sich am Nachmittag einzelne Gewitter entwickeln, die auch mal stärker und mit Sturmböen, Starkregen und Hagel bis 2 cm verbunden sein können.

Die Hauptaktivität spielt aber südlich der Kaltfront, die über der Mitte schleift und als eine Art Luftmassengrenze die hochreichend labile und feuchte Luft in der Südhälfte von gemäßigter Atlantikluft, weiter nördlich, trennt. Auf der warmen Seite werden im Südwesten nochmal 32 Grad erwartet und zum Nachmittag können sich mit der Nähe zum Trog zunächst im Westen und Südwesten erste Gewitter entwickeln, die bei den hohen ppw-Werte rasch auch Unwetterpotential infolge Starkregen besitzen. Bei CAPE-Werten ist trotz eher geringer Windscherung, vor allem mit Unterstützung der Orographie auch größerer Hagel um 2 cm denkbar. Mit stärkeren Downbursts sind Sturmböen möglich.

Zum Abend und in der Nacht auf Mittwoch, mit weiterer Annäherung des sich südwärts amplifizierenden Troges, nehmen die Hebungsimpulse zu und es ist von einer weiteren Verstärkung der Aktivität auszugehen. Einzelzellen beginnen durch den verbreiteten Hebungsantrieb zunehmend zu verclustern, sodass sich ein größerer Gewitterkomplex entwickeln können. Bei der genauen Positionierung und Ausweiterung nach Osten und Nordosten ergeben sich noch Modellunterschied. Im Fokus steht der Starkregen, der nicht einstündig, sondern auch mehrstündig punktuelle bis in den extremen Unwetterbereich reinreichen kann. Sturm und Hagel sind dann später im Nachtverlauf nur noch untergeordnet.

Aufgrund des hohen Starkregenpotentials wäre es ratsam eine Vorabinfo auszugeben, wenn sich die Region morgen Vormittag eingrenzen lässt.

Der äußerste Westen und Nordwesten sind in der Nacht außen vor, wenn man von kurzen Trogschauern im Nordseebereich absieht, die sicher auch mal blitzen können.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... kommen der Trog sowie die vorgelagerte Kaltfront, durch die starke Amplifizierung, nur noch schleppend ostwärts voran. Später tropft ein kleines Höhentief sogar über Norditalien ab. Dadurch verbleibt der Osten und Südosten noch länger im hebungsintensiven Bereich und es kommt zu weiteren schauerartigen und gewittrig durchsetzen Starkniederschlägen, die besonders in der ersten Tageshälfte weiterhin Unwetterpotential bergen. Erst im Nachmittagsverlauf lassen diese nach.

Postfrontal scheint häufig die Sonne, nur im Nordwesten kann es im Trogbereich noch Schauer oder kurze Gewitter geben. Dabei sind markanter Starkregen und Windböen nicht ausgeschlossen.

In der Nacht auf Donnerstag lässt auch der Regen in Südostbayern nach.

Modellvergleich und -einschätzung

Die grundlegende Entwicklung wird einheitlich vorhergesagt. Unsicherheiten gibt es noch bezüglich der genauen Schwerpunkte der Verclusterung und damit der stärksten Niederschläge am Dienstagabend und in der Nacht auf Mittwoch.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer