Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 28.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
---------------------------------------------------------------- Aktuell ... wird das Bodendruckfeld durch eine umfangreiche Hochdruckzone geprägt, die von den Britischen Inseln bis nach Ost- und Südosteuropa verläuft. Gestützt wird diese durch einen von Nordafrika bis zum Baltikum reichenden Höhenrücken, dessen 500-hPa-Potential sich während der Nacht noch etwas aufbaut. Während der Abend in großen Teilen des Südens und Ostens klar und trocken verläuft, sind die Regionen westlich der Rückenachse deutlich durch die nahe Frontalzone beeinflusst. Die WLA-bedingte hohe Schichtbewölkung verdichtete sich im Laufe des Nachmittags in der Westhälfte zunehmend, sodass der Abend dort einen stark bewölkten bzw. bedeckten Charakter aufweist.
Entlang der noch diagonal vom Ärmelkanal bis zum Kattegat verlaufenden Luftmassengrenze entwickelte sich auf der warmen Seite zudem gebietsweise Regen, der teils schauerartigen Charakter aufweist. Betroffen sind hierbei zunächst die Regionen vom Niederrhein bis in den Norden Schleswig-Holsteins. Die erwarteten Mengen sind aber hinsichtlich des Warnmanagements unkritisch, allerdings kann das eine oder andere Gewitter nicht ganz ausgeschlossen werden. Sowohl die internen, als auch die externen Modelle geben dafür etwa bis Mitternacht dezente Hinweise. Sollte ein entsprechendes Gewitter auftreten, sind kurzzeitig steife Böen denkbar.
Im Laufe der Nacht stößt zudem der gut ausgeprägte atlantische Höhentrog weiter nach Süden vor und facht dort eine Zyklogenese weiter an. Bis in die Frühstunden erreicht dieses Sturmtief bereits einen Kerndruck von unter 985 hPa und befindet sich dann etwas südwestlich von Irland. Infolgedessen wird die Luftmassengrenze über England und der Nordsee als Warmfront weiter nordwärts geführt und verliert damit nach Mitternacht an Einfluss auf das Wettergeschehen im Nordwesten. Ausgangs der Nacht ziehen die schauerartigen Regenfälle zunehmend auf die Nordsee und begrenzen sich weiterhin auf den Norden Schleswig-Holsteins. Im Südosten können sich flache Nebelfelder bilden.
Die Temperaturminima orientieren sich an den Bewölkungsverhältnissen. Während die Nacht im Nordwesten und besonders an der Nordsee mit Tiefstwerten um 16 Grad recht mild verläuft, sinken die Temperaturen im klaren Südosten auf Werte zwischen 10 und 5 Grad. In manchen höheren Tälern Süd- und Ostbayerns sind auch etwas geringere Werte möglich, inklusive starker Bodeninversion. Der Wind spielt allgemein keine große Rolle.
Dienstag ... vertieft sich das Sturmtief westlich von Irland weiter und erreicht am Abend bereits einen Kerndruck von unter 970 hPa (rapide Zyklogenese). Dazu trägt nicht unwesentlich der mächtige, mit Höhenkaltluft gefüllte Höhentrog bei, an dessen Vorderseite sich das Tief perfekt entwickeln kann. Mit dem weiter nach Süden vorstoßenden Trog steilt die Höhenströmung über Westeuropa wieder auf und festigt damit WLA-induziert den Höhenrücken über Mitteleuropa. Die bis in die Frühstunden im äußersten Norden mit geringem Regen noch wetterwirksame Warmfront wird weiter nach Norden geführt.
In 850 hPa erreicht die 16-Grad-Isotherme fast die deutschen Küstenregionen und beeinflusst damit weite Teile des Bundesgebiets. Jahreszeitbedingt kann dieses Temperaturpotential aber nicht mehr vollständig umgesetzt werden, sodass bei den Höchstwerten bei knapp unter 30 Grad Schluss sein wird (Südwesten). Direkt an den Küsten werden etwas unter 20 Grad erwartet.
Bei den erwarteten Sonnenanteilen wird es allerdings ein gewisses Ungleichgewicht zwischen dem Norden und dem Südosten geben. Während die Sonne vom Alpenrand bis nach Sachsen von einem meist wolkenlosen Himmel scheint, ziehen sonst WLA-induzierte hohe Wolkenfelder durch. Im Norden sind die mehrschichtigen Wolken zunächst deutlich dichter, dort steigen die Sonnenchancen zum Nachmittag hin mit Auflockerungen an.
Zwischen dem Sturmtief auf dem Atlantik und dem weiterhin blockierenden Hoch über Osteuropa stellt sich ein leicht stärkerer Gradient ein, sodass auf Helgoland die eine oder andere steife Böen auf Südost möglich erscheint. Auch in manchen Tälern der östlichen Mittelgebirge kann der Wind zeitweise mit einzelnen steifen Böen auffrischen. Ansonsten spielt der Wind aber weiterhin keine dominante Rolle.
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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Mittwoch ... wurde in der Frühübersicht ausführlich beschrieben. Die bisher vorliegenden Mittagsläufe zeigen keine davon stark abweichende Lösung. Daher wird auf die Frühlektüre verwiesen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die verschiedenen Modelle simulieren die aktuelle Lage bis einschließlich Mittwoch ähnlich. Signifikante Wettererscheinungen werden jedenfalls nicht erwartet. Eine tiefergehende Diskussion ist daher nicht notwendig.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Mag.rer.nat. Florian Bilgeri
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 28.09.2026 um 10.30 UTC
Am Donnerstag Ende des sehr warmen Herbstwetters. Regenfälle besonders in der Westhälfte.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 05.10.2026
Am Donnerstag liegt ein hochreichendes, steuerndes Tiefdruckgebiet bei Island. Die Kaltfront dieses Tiefs greift im Tagesverlauf von Westen her auf Deutschland über, wird dabei aber zunehmend gebremst vom blockierenden Hoch über Osteuropa und über Mitteleuropa stationär. Mit dem Ausläufer kommt sehr feuchte und leicht instabile Luft nach Deutschland. Vor allem über der Westhälfte regnet es dabei gebietsweise, teils auch kräftig und vereinzelt gewittrig. Inwieweit die Regenfälle nach Osten ausgreifen, ist noch unsicher. In der Warmluft über der Osthälfte sind bei viel Sonnenschein nochmal 25°C oder etwas mehr als Maximum möglich, sonst werden es unter der Bewölkung und mit der einfließenden, gemäßigt temperierten Luft nur wenig über 20°C.
Am Freitag steigt der Druck wieder und eine neue Hochzelle westlich von uns nimmt Verbindung auf mit dem Hochdruckgebiet über Osteuropa, woraus sich eine, auch über Deutschland verlaufende Hochdruckzone ergibt. Damit beginnt sich der Tiefausläufer abzuschwächen, allerdings scheint das etwas zu dauern, weil in der Höhe, siehe 300 hPa, noch eine gewisse Zyklonalität vorhanden ist. Damit sind gebietsweise starke Bewölkung und etwas Regen weiter möglich, besonders in einem breiten Streifen über der Landesmitte. Am ehesten ganz im Osten und Westen scheint die Sonne.
Am Samstag spaltet sich die Hochdruckzone in einen Schwerpunkt über den Britischen Inseln und Irland auf sowie einen über Osteuropa. Dazwischen entsteht eine Schwachstelle, in die Tiefausläufer von der Nordsee her eindringen können. Feuchte- und Wolkenreste sind über uns wohl ohnehin noch vorhanden, sodass zumindest gebietsweise wolkiges Wetter ansteht, auch eventuell mit dem ein oder anderen Schauer, vereinzelt sind auch Gewitter nicht ausgeschlossen. Die Temperaturen liegen nachmittags oft zwischen 18 und 24°C. Am Sonntag trocknet es von Westen her deutlicher ab, weil das Hochdruckgebiet seine Fühler von Westen her nach Mitteleuropa ausstreckt. Etwas feuchtere und leicht labile Luftmassen liegen zunächst noch über der Südosthälfte. Dort sind dann auch noch einzelne Schauer, ganz vereinzelt Gewitter möglich, ansonsten bleibt meist niederschlagsfrei. Durch den an der Ostflanke des Hochs auf West bis Nord drehenden Wind gelangt etwas frischere Luft zu uns, in der die Temperaturen in der Nordhälfte die 20°C kaum noch erreichen. Am Montag liegen wir dann unter zonalen Hochdruckzone, die mit Absinken für meist ruhiges Herbstwetter sorgt. Die Temperaturen sind langsam weiter auf dem Rückzug.
Für die erweiterte Mittelfrist deutet sich mit Winddrehung auf Nord und eventuell mit Tiefausläufern die Zufuhr kühlerer Meeresluft an.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst gut und lässt im Laufe der Mittelfrist nach. Unschärfen in Detailfragen gibt es aber schon zu Beginn mit dem Tiefausläufer, wobei unklar ist, wo genau er zu liegen kommt und viel kräftig der Regen ausfällt.
Am Wochenende werden die Unterschiede größer. Die Vorläufe sahen zum Teil einen abtropfenden Trog über Deutschland, oder eine östliche Strömung. Der zunehmende antizyklonale Einfluss ist alles in allem vorhanden, der Weg dahin bleibt aber offen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Ein Vergleich mit den anderen Globalmodellen ICON, GFS und UKMO liefert keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse. Erst kommt der Tiefausläufer und ein Ende der herbstlichen Hitze, dann wird es wieder antizyklonaler.
Zum Ende der Mittelfrist am Montag nächster Woche zeigt uns ICON rascher als die anderen Modelle im Randbereich des Hochs über Westeuropa unter einer nordwestlichen Strömung, in der uns Tiefausläufer streifen könnten.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusterung liefert für Donnerstag und Freitag 6 Cluster, die sich für uns kaum unterscheiden. Von Samstag bis Montag werden 4 Cluster gebildet. Wie die Cluster für die ersten beiden Tage gibt es nur Blockinglösungen. Die starke positive Geopotentialanomalie verschiebt sich von Nord- und Mitteleuropa nach Westen. Unterschiede gibt es vor allem bei den kurzen Wellen, die den Höhenkeil um- bzw. unterlaufen.
Der Trend der retrograden Verlagerung des Rückens setzt sich in der erweiterten Mittelfrist fort, so dass die Option aufkommt, dass an der Ostflanke Tröge nach Süden vorstoßen, die auch Mitteleuropa betreffen könnten. Das spiegelt sich auch darin wider, dass die Cluster zunehmend in Regime "atlantischer Rücken" wechseln.
Die ENS stützen anhand der Rauchfahnen die vom Kontrolllauf gezeigte Entwicklung weitgehend. Vor allem am Donnerstag gibt es deutliche Niederschlagssignale, die aber auch in der Folge nicht ganz abklingen. Während das Geopotential zunächst eng gebündelt auf sehr hohem Niveau verläuft und erst zum Ende auffächert und beginnt zu sinken, zeigt der Temperaturverlauf für 850 hPa die Zufuhr der nicht mehr ganz so warmen Luftmassen mit dem Rückgang der Kurvenschar ab Donnerstag.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Donnerstag sind in der Westhälfte auch mal kräftige Regenfälle möglich, vereinzelt mit eingelagerten Gewittern. Dabei können gebietsweise Mengen zusammenkommen, die an Warnschwellen für Stark- oder Dauerregen heranreichen. EFI stützt das mit leichten Signalen für den Westen und Nordwesten.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS + ENS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner





