Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 10.05.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Unbeständiger, kühler Wettercharakter mit Gewittern mit Starkregen, in Hochlagen Schnee, regional windig bis stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... liegt Deutschland auf der Vorderseite eines Troges, der sich ausgehend von einem Höhentief westlich von Norwegen südwestwärts über die Britischen Inseln, Westfrankreich sowie die Nordwesthälfte der Iberischen Halbinsel hinweg zum Atlantik erstreckt, in einer südwestliche Grundströmung. Mit dieser wird feuchte Subtropikluft in die Südhälfte des Landes geschoben, während der Norden rückseitig einer Kaltfront zunehmend schon in kühlerer Luft polaren Ursprungs kommt. Bodennah korreliert der Trog mit einer ausgeprägten Tiefdruckrinne, die sich von Norwegen über Deutschland hinweg bis zum Meeresgebiet westlich von Portugal erstreckt. In der diffluenten Höhenströmung wird Hebung generiert, die bei leicht labiler Schichtung teils mit frontogenetischen Prozessen interagiert und teils kräftige Gewitter auslöst. Der Schwerpunkt ist dabei am Abend von Rheinland-Pfalz und dem Saarland über Baden-Württemberg hinweg bis zum Alpenrand zu verzeichnen. Bei langsamer Verlagerung und PPW-Werten von 22 bis 28 mm liegt der Fokus auf dem Starkregen, der lokal begrenzt auch heftige (Unwetter) ausfallen kann. Bei Cape-Werten von 200 bis 800 J/kg muss zudem mit kleinkörnigem Hagel gerechnet werden. Bei mäßigen Scherungswerten bevorzugt in den unteren km sollten organisierte Strukturen die Ausnahme sein und somit größerer Hagel um 2cm eher weniger wahrscheinlich.
In der Nacht zum Montag soll ich der schauerartig verstärkte, anfangs teils gewittrige Regen nordostwärts ausbreiten und am Morgen im Umfeld sowie südlich der Kaltfront vom Westen in den Nordosten reichen. Durch kleine Tiefs über Mitteldeutschland wird zusätzlich die bodennahe konfluente Strömung verstärkt. Resultierend können die meist skaligen Niederschläge kräftig und länger anhaltend ausfallen. Dabei besteht vor allem in NRW gebietsweise die Gefahr von mehrstündigem, ungewittrigem Starkregen. Das ICON-D2-EPS stützt dies mit Wahrscheinlichkeiten von 20 bis 50%. Im Südwesten in der labilen Subtropikluft können weiter einzelne Gewitter auftreten, die bei PPWs von 20 bis 25 mm und Cape-Werten bis 500 J/kg mit Starkregen und kleinem Hagel einhergehen können. Der Wind spielt insgesamt noch eine untergeordnete Rolle und kann bei kräftigen Gewittern in Böen stark bis stürmisch auffrischen. Zudem sind im Hochschwarzwald zeitweise stürmische Böen oder Sturmböen möglich.
Montag ... schiebt sich von der Nordsee ein markanter Trog nach Nordostfrankreich und stützt dabei die Entwicklung eines Bodentiefs über Ostdeutschland bzw. Westpolen. Gleichzeitig ist über der Nordsee ein weiteres kleines Tief korrelierend zum Höhentief verortet. Ausgehend vom Tief bei Greifswald zeiht sich die Kaltfront nun über Mitteldeutschland hinweg in den Südwesten des Landes und weiter zur Biskaya. Während rückseitig der Kaltfront mit trocknerer und kühler Luft polaren Ursprungs eine stabile Schichtung vorliegt, liegt der Süden sowie Teile des Ostens weiter in der potentiell labil geschichteten Subtropikluft. Im Umfeld der Kaltfront sowie auf der kalten Seite werden demnach überwiegend skalige Niederschläge prognostiziert, die vor allem im Umfeld des Tiefs über dem Nordosten auch länger anhaltend und kräftiger ausfallen können. Die Überschreitung der Starkregenschwelle zeigen derzeit aber nur 5 bis 25% der ICON-d2-EPS Läufe in Mecklenburg und im Ostseeumfeld. Auf der warmen Seite im Süden und Südosten kommt durch PPWs zwischen 20 und 26 mm das Starkregenrisiko im Vergleich zum Vortag etwas limitierter daher. Dafür sind die Scherungswerte auf der Südostflanke der Front nun stärker ausgeprägt, so dass sich durchaus auch etwas organsiertere Gewitter bilden könnten. Bei Cape-Werten zwischen 100 und 500, in Ostsachsen bis 700 J/kg sollte aber überwiegend nur der kleinkörnige Hagel ein Thema sein. Dafür schiebt sich durch die Annäherung der Front an die Alpen samt schleifender Tendenz und so teils kräftigen und länger anhaltenden Niederschläge im Schwarzwald und am Alpenrand der mehrstündige, teils gewittrige Starkregen in den Fokus. Das ICON-D2-EPS stützt dabei vor allem die Überschreitung der Okker-Schwelle im Schwarzwald mit 10 bis 40% und am östlichen Alpenrand mit 40 bis 100%. Im Berchtesgadener Land gibt es zudem Hinweise von 10 bis 30% für heftigen Starkregen im 6h-Zeitraum. Im Schwarzwald wurde aufgrund der wiederholt auftretenden/länger anhaltenden starkregenfälle eine Dauerregenwarnung ausgegeben, die zwar synoptisch nicht die Wetterbedingungen abbildet, aber die Mengen des Gesamtereignisses zeigt. Neben dem Wind bekommt auch der Wind nun zwei Spielplätze geliefert. Auf der einen Seite frischt er im Verlauf im Nordwesten und Westen auf und erreicht in Böen steife Böen, auf der anderen Seite kommt es mit Annäherung der Kaltfront an die Alpen zu einem Leitblankeneffekt im Süden, sodass der Wind vom Schwarzwald bis nach Ostbayern ebenfalls auffrischt und steife, in freien und höheren Lagen stürmische Böen erzeugt. Da die Luft rückseitig der Kaltfront zunehmend kälter wird, in 850 hPa in der Nacht landesweit auf 0 bis -6 Grad sinkt, ist in Hochlagen etwa ab 700-800 m auch mit der festen weißen Phase zu rechnen. Aufgrund des warmen Bodens sollte es jedoch höchstens kurzzeitig bei höheren Intensitäten mal etwas rutschiger werden.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... bestimmt ein breiter Trog nahezu über ganz Europa das Wetter. Hierzulande ist ein kleines, aber markantes Höhentief über Ostdeutschland von Bedeutung, welches bodennah Tiefs über der Ostsee und Polen stützt. Da sich gleichzeitig über dem Nordatlantik ein Hoch aufplustert, kann die Kaltluft von Grönland und Island über Deutschland hinweg bis in den Balkanraum und die Adria vorstoßen. Hebungsimpulse sind vorwiegend auf der Westflanke des Höhentiefs in einer potentiell labilen Luft zu verzeichnen. Resultierend sind tagsüber bevorzugt östlich von Weser und Werra sowie in Nordostbayern wieder Gewitter zu erwarten. Bei PPWs von 10 bis 12 mm und wenig Cape sind die Gewitter aber wohl eher Marke Kaltluft. Bei 0 bis -3 Grad wird es in 850 hPa nur wenig milder, es reicht aber die Schneefallgrenze hoch zu drücken, sodass nur noch die Alpen für die weiße Phase interessant sind. Der wind ist hauptsächlich konvektiv getriggert und kann von der Nordsee und Schleswig-Holstein bis zum Erzgebirge und dem östlichen Alpenrand steife Böen, lokal begrenzt auch stürmische Böen bringen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren den Wetterablauf vergleichbar. Abweichungen gibt es vor allem bei der genauen räumlichen Einordnung potentieller, warnwürdiger Starkregengebiete, der genauen Schneefallgrenze zum und am Dienstag sowie der genauen Lage und Verlagerung des Höhentiefs.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 10.05.2026 um 10.30 UTC
Überwiegend wechselhaft, anfangs im Norden mit Gewittern, nachfolgend im Süden teils andauernde Niederschläge, in Hochlagen der Alpen Schnee. Insgesamt eher kühl.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 17.05.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch befindet sich Deutschland auf der Vorderseite des sich amplifizierenden Troges über Nordwest-/Westeuropa. Nach Osten/Südosten hin voraussichtlich noch Zwischenhocheinfluss. Das korrespondierende Bodentief verlagert sich von den Britischen Inseln über die südliche Nordsee in Richtung Norddeutschland/Dänemark. Die zuvor bestimmende, arktische Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0, teils unter -2 Grad wird zunächst weitgehend ostwärts abgedrängt, rückseitig des Tiefs sickert aber bereits wieder eine sehr kühle Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0 Grad in den Nordwesten. Bei wechselhafter Bewölkung breiten sich mit Trogannäherung schauerartige Niederschläge von Nordwesten südostwärts bis in die mittleren Landesteile aus. Lokal sind dabei auch Gewitter möglich. Hinsichtlich potenzieller Begleiterscheinung muss am ehesten mit stürmischen Böen gerechnet werden, Scherung ist durchaus vorhanden, sonst ist die Luftmasse aber relativ trocken und auch die Labilität hält sich in Grenzen. Der Wind um Südwest frischt insgesamt teils böig, vor allem m Mittelgebirgsraum auch stark böig auf. In der Nacht zum Donnerstag hält die Schauertätigkeit an, anfangs lokal eventuell auch noch gewittrig. Ganz im Südosten teils noch gering bewölkt und weiterhin noch trocken.
Am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) amplifiziert der Trog mit Achse westlich unseres Vorhersagegebietes, das Bodentief verlagert sich Richtung Südschweden zw. füllt sich leicht auf. Die Bodendruckverteilung wird über Mitteleuropa damit relativ diffus und flach. Die Strömung in der Höhe steilt etwas auf, die Temperaturen in 850 hPa bewegen sich zwischen etwa -1 Grad im Nordwesten und etwa 5 Grad im Südosten. Das Wetter gestaltet sich bei wechselnder Bewölkung insgesamt durchwachsen mit wiederholt auftretenden Schauern, dabei zunächst frischem, teils böigem Wind aus West bis Südwest. Lokale Gewitter werden vor allem im Norden und Nordosten erwartet, dort ist die Luftmasse am labilsten und feuchtesten, zudem deutet sich das Durchschwenken eines kurzwelligen Troganteils an. Weiter südlich und südöstlich sind potenzielle Hebungsantriebe geringer, die Luftmasse etwas trockener und die Labilität hält sich in Grenzen. In höheren Lagen der Alpen oberhalb etwa 1500 m kann Schnee dabei sein. In der Nacht zum Freitag lässt die Niederschlagstätigkeit häufig nach. Der Trog beginnt über Frankreich abzutropfen, dadurch ergibt sich vor allem über den mittleren Landesteilen eine noch flache Potenzialbrücke, am Boden steigt der Luftdruck ebenfalls leicht an. Vorderseitig des abtropfenden Troganteils findet über Italien bzw. dem westlichen Mittelmeer eine Zyklogenese statt. Damit in Verbindung stehende Aufgleitprozesse können im Alpenraum für Niederschläge sorgen, die sich bis ins Alpenvorland erstrecken können. Nachts daher im Süden/Südosten eventuell regnerisch.
Am Freitag tropft der Trog über Frankreich vollends ab, das Cut-off-Tief verlagert sich Richtung Löwengolf/Ligurisches Meer. Auf dessen Vorderseite wird in der Höhe feuchtere und wärmere Luft nordwärts geführt. Im 850 hPa steigen die Temperaturen im Südosten auf 7 bis 8 Grad. Damit verbunden ist also Warmluftadvektion und Aufgleitprozesse, die über die Alpen in den Süden/Südosten Deutschlands ausgreifen. Zudem stellt sich mit der bodennah nördlichen Anströmung der Alpen eine Gegenstromlage ein. Demnach überwiegt dort dichtere Bewölkung und es regnet zeitweise, teils auch länger. In Hochlagen der Alpen oberhalb 1500 bis 2000 m fällt dabei Schnee. Wo genau die Niederschlagsschwerpunkte dann liegen und ob gebietsweise markante Mengen fallen, ist noch unsicher, aber durchaus nicht ausgeschlossen. Im Norden schwenkt das Trogresiduum durch, bei wechselnder Bewölkung treten hier und da Schauer auf. Insgesamt dürfte aber im Tagesverlauf eher die Geopotenzialbrücke und Zwischenhocheinfluss zum Tragen kommen, dabei dann häufig abklingende Schauer und Auflockerungen. Im Nordwesten sickert nach wie vor eine polare Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen unter 0 Grad ein. Bei stärkerem Aufklaren in der Nacht zum Samstag recht niedrige einstellige Tiefstwerte, lokaler Frost in Bodennähe nicht ganz ausgeschlossen.
Am Samstag hält die Gegenstromlage im Alpenraum an. Das Höhentief verlagert sich allmählich ostwärts Richtung Balkan. Die Bodentiefzone südlich der Alpen weist mehrere Kerne auf. Über die nördlichen Landesteile schwenkt eventuell ein weiterer Kurzwellentrog, dabei wechselnde Bewölkung und geringes Schauerrisiko. Sonst tendenziell leichter Hochdruckeinfluss und kompensierendes Absinken, häufig niederschlagsfrei. Im Süden und Südosten dicht bewölkt und regnerisch, in Hochlagen der Alpen Schnee. Vor allem am Alpenrand andauernde Niederschläge, so dass markante Mengen nicht ganz ausgeschlossen sind, die genauen Schwerpunkte und ob tatsächlich Warnschwellen überschritten werden ist unsicher. Auch wie weit die Niederschläge über dem Osten nordwärts ausgreifen ist unsicher.
Am Sonntag mit weiterem Abzug des Höhentiefs nach Osten insgesamt recht flache, leicht diffuse Geopotenzialverteilung. Auch am Boden flache/diffuse Druckverteilung. Damit nachlassende/abklingende Gegenstromlage und Aufgleitprozesse und über der Südosthälfte nachlassende Niederschläge, noch häufig stark bewölkt. In der Nordwesthälfte wechselnde Bewölkung, häufig niederschlagsfrei. Prognose aber insgesamt unsicher.
In der erweiterten Mittelfrist unsichere Entwicklung: Tendenziell voraussichtlich eher wieder Übergreifen eines atlantischen Troges und damit zyklonale Grundströmung mit wechselhafter Witterung. Bei auf eher südwestliche Richtungen drehenden Grundströmung leicht ansteigendes Temperaturniveau.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bereits zu Beginn der Mittelfrist zeigen die vorliegenden IFS-Modellläufe einige Phasen- und Amplitudendifferenzen im Umgang mit der Annäherung und dem Abtropfen des Troges über Nordwest-/Westeuropa und dem damit verbundenen Einfluss auf unser Wettergeschehen. Diese Differenzen wachsen im Mittelfristzeitraum naturgemäß weiter an.
In der erweiterten Mittelfrist schwenken die aktuelleren Modellläufe eher wieder in Richtung zyklonaler Grundstruktur. Die Unsicherheiten sind aber groß.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Mit Blick auf andere Globalmodelle zeigt sich bis einschließlich Donnerstag noch eine ganz gute Übereinstimmung, nur leichte Unterschiede in Amplitude und Timing. Ab Freitag zeigt sich dann ein ähnlich diffuses Bild im Detail wie in den verschiedenen IFS-Modellläufen bei grundlegend eher zyklonaler, wechselhafter und kühler Witterung.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des EZMW zeigt für den ersten Zeitraum von Mittwoch 00 UTC bis Donnerstag 00 UTC (+72 bis + 96 h) drei Cluster mit 23, 15 und 13 Membern, Haupt- und Kontrolllauf werden in Cluster 1 einsortiert. Alle Cluster und Zeitpunkte werden dem Regime "atlantischer Rücken" zugeordnet. Für uns steht aber Trogeinfluss auf dem Programm, der in den Clustern relativ ähnlich simuliert wird. Prognoserelevante Unterschiede in der Grundstruktur sind nicht zu erkennen. Im Folgezeitraum von Freitag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+120 bis +168 h) sind vier Cluster dargestellt (15, 13, 13 und 10 Member, Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 3). Vom Regime wandeln sich Cluster 1 und 4 von "atlantischer Rücken" zu "Blocking", wobei das Blocking im Bereich Nordosteuropa zu finden ist und der atlantische Rücken weiterhin besteht. Für unseren Vorhersagraum bleibt zwischen dem Trog über dem Nordatlantik mit potenziellem Kurzwellentrog an dessen Ostflanke und dem Höhentief südlich der Alpen eine diffuse, eher zyklonale Grundstruktur übrig. Cluster 2 und 3 wandeln sich vom Regime "Atlantischer Rücken" zu "NAO positiv", da das Tief über dem Nordatlantik/Island etwas markanter simuliert wird. Für unseren Vorhersagebereich bleibt aber auch hier die relativ diffuse Geopotenzialverteilung, in der Mitte und im Norden eher leicht antizyklonal konturierte Grundströmung "übrig". In der erweiterten Mittelfrist von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+192 bis + 240 h) sind vier Cluster mit 16, 14, 12 und 9 Membern dargestellt, im Prinzip zeigen alle das Blocking-Regime. Allerdings liegt das Blocking nach wie vor eher östlich/nordöstlich unseres Vorhersagebereiches. Eventuell kann nach dem ein oder anderen Cluster der Nordosten/Osten Deutschlands davon profitieren, tendenziell überwiegt aber eher der leicht zyklonale Einfluss.
Die Rauchfahnen des IFS liefern wenig Neuerkenntnisse. Das Temperaturniveau ist insgesamt sehr verhalten, der Spread weitet sich ab Freitag zunehmend, ein Aufwärtstrend abseits von Einzelmembern deutet sich erst im Laufe der erweiterten Mittelfrist an, im Südosten etwas eher. Beim Geopotenzial deutet sich nach Trogdurchgang am Donnerstag ein leichter Zugewinn an, der Spread bleibt überschaubar, unsicherer wird es zur erweiterten Mittelfrist mit zunehmendem Spread, vom Mittelwert/Schwerpunktsbereich der Member her deutet sich aber wenig Änderung an. Nach Süden hin wird es mit zunehmendem Spread bereits zum Freitag unsicherer, ein Geopotenzialanstieg wird eher im Laufe des Wochenendes (Verlagerung Höhentief) gezeigt. Niederschlagssignale sind kontinuierlich vorhanden. Im Norden und der Mitte werden die Hauptniederschläge zu Beginn der Mittelfrist Mittwoch/Donnerstag erwartet, im Süden/Südosten eher Donnerstag bis Sonntag mit Peak am Wochenende wohl in Verbindung mit der Gegenstromlage.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der Wind weht am Mittwoch, teilweise auch noch am Donnerstag vor allem im Mittelgebirgsraum sowie bei Schauern und lokalen Gewittern in Böen stark bis stürmisch auf (Bft 7 bis 8).
Gewitter können am Mittwoch vor allem vom Norden bis in die Mitte, am Donnerstag eher im Norden und Nordosten auftreten. Hinsichtlich markanter Begleiterscheinungen drängt sich nur der böige Wind (wahrscheinlich maximal Bft 8) auf. Die Luftmasse gibt vom Feuchtegehalt nur wenig her, Starkregen sollte also kein Thema sein. Es gibt zwar etwas Scherung, insgesamt hält sich die Labilität (CAPE) aber in Grenzen und so sind organisierte Strukturen eher unwahrscheinlich.
Hinsichtlich markanter Niederschläge muss der Süden, insbesondere der Alpenrand im Auge behalten werden. Freitag/Samstag stellt sich eine Gegenstromlage ein, die teils zu andauernden Niederschlägen führen kann. Ob dabei aber tatsächlich Warnschwellen hinsichtlich markanter Mengen überschritten werden, ist unsicher. Signal aus der Ensemblewelt sind bisher nicht vorhanden (EFI) bzw. sehr gering. Interessanter ist die Niederschlagsphase in Hochlagen der Alpen oberhalb etwa 1500 bis 2000 m. Dort fällt Schnee. In Anbetracht der Jahreszeit sind dann voraussichtlich zumindest gelbe Warnungen notwendig, markante nicht ausgeschlossen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





