Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 16.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Wz bis NWz
Heute in der Südosthälfte teils starke Gewitter mit Starkregen, kleinem Hagel und teils schweren Sturmböen. Kleinräumig Unwetter möglich. In der Nacht vom Südschwarzwald bis nach Südostbayern und im Nordosten Bayerns, in Sachsen und im Süden Thüringens Starkregengefahr, teils mit Gewittern, Unwetter nicht ganz ausgeschlossen.
Am Montag am Hochrhein, am Bodensee und im Alpenraum noch schauerartiger Starkregen, teils mit Gewittern. Heftiger Starkregen nicht ganz ausgeschlossen. In der Oberlausitz rasch nachlassende Gewitter.
Am Dienstag in den Allgäuer Alpen Dauerregen nicht ganz ausgeschlossen. Sonst keine markanten Wettererscheinungen und örtlich der ersehnte Regen.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Sonntag... Die Wetterlage hat sich umgestellt: ausgehend von einem hochreichenden Tief über dem Nordmeer hat ein Kurzwellentrog Deutschland erreicht und schwenkt zum Baltikum und Ostpolen. Die zugehörige Kaltfront eines vom Raum Stockholm nach Finnland ziehenden Randtiefs hat etwa die Mitte Deutschlands erreicht und kommt wegen der fehlenden Schubkomponente in der unteren Troposphäre nur noch wenig nach Süden voran und ist über Frankreich nur schwer analysierbar. Schauerartiger Regen und einzelne Gewitter beeinflussen vormittags noch einen breiten Streifen von der Lausitz bis nach Baden-Württemberg. Starkregen ist aber am Vormittag recht unwahrscheinlich. Das ändert sich am Nachmittag und Abend: In der nunmehr feuchteren Troposphäre in der Südhälfte (PPWs 30 bis 38 mm) entwickelt sich immerhin 400 bis gut 900 ML-Cape und es kommt Hebung auf durch einen weiteren Kurzwellentroges, der uns von Westen erreicht (Achsenlage um 18 UTC: Westniedersachsen-Pfalz). Dadurch entwickeln sich am Nachmittag und Abend etwa südlich einer Linie Rheinhessen-Mittellausitz Schauer und Gewitter, die vor allem nach Süden hin das Potential haben, stürmische Böen und Sturmböen, vereinzelt auch schwere Sturmböen hervorzubringen, da wir dort noch in der unteren Troposphäre recht wenig Wasserdampf finden und insofern am ehesten Fallböen verstärkt möglich sind. Außerdem gibt es nach ICON-D2 deutlich erhöhte Starkregenwahrscheinlichkeiten bis hin zur Unwetterschwelle (am ehesten von der Vorderpfalz bis nach Mittelfranken).
Nordwestlich der beschriebenen Linie bilden sich im Tagesverlauf Quellwolken oder von Westen ziehen Wolkenfelder auf. Bis auf einzelne Schauer vor allem im Nordseeküstenbereich ist es trocken. Im Bereich des sich nach Norddeutschland vorschiebenden Azorenhochkeils weht in der Nordhälfte ein schwacher bis mäßiger Nordwest- bis Nordwind, während im Süden der Westwind mitunter einschläft oder umschlägt, vor allem vor einem von Westen aufziehendem Gewitter. Die Temperaturen sind deutlich angenehmer als gestern: In der Nordhälfte 23 bis 28 Grad, in der Südhälfte 28 bis 33 Grad mit den höchsten Werten am Oberrhein und in Niederbayern.
In der Nacht zum Montag weitet sich der Trog über Deutschland durch den Randtrog und einen weiteren Troganteil, der von Nordwesten heranzieht, nach Süden aus, wobei die Kaltfront nach Südostdeutschland gedrückt wird. Der Gewitterschwerpunkt verlagert sich nach Ostbayern, später in den Raum Sachsen. Vorübergehend kann sich sogar am Tiefausläufer ganz im Süden die Gewitteraktivität im Laufe der Nacht noch mal verstärken, wie es von ICON-D2 angedeutet wird. Zu den Alpen hin sind dann in der zweiten Nachthälfte nämlich markante Starkregenfälle mit/ohne Gewitter möglich. Auch im Westen und Nordwesten kommen wieder, dort aber leichtere schauerartige Regenfälle auf.
Montag... liegen wir am Rand des hochreichenden Tiefs über Finnland, wobei sich über Mittelnorwegen noch ein zweites Höhentiefzentrum befindet. Der Höhentrog zieht langsam nach Ostdeutschland, wobei er sich von der Nordsee her nochmals regeneriert und weiter nach Süden ausdehnt. Im Westen dreht damit die Höhenströmung auf Nordwest und in der unteren Troposphäre strömt von Nordwesten frischere Nordseeluft bis zu den Alpen.
Dort treten weitere schauerartige und gewittrige Regenfälle auf, die teils auch mehrstündigen Starkregen zwischen 20 und 35 l/qm bringen. Anfangs kann auch noch Südostbrandenburg und Ostsachsen von Starkregen und Gewittern betroffen sein.
Vom Norden bis in den Nordosten ist die gemäßigte einströmende Luftmasse durch den Trog ebenfalls leicht instabil geschichtet und es kommt dort zu Schauern und vereinzelten Gewittern, die aber bei nicht sehr hoch reichender Labilitätsfläche nicht sonderlich intensiv ausfallen dürften.
Im Westen und in Teilen der Mitte wirkt sich vorübergehend stärkeres Absinken aus und es trocknet dort ab. Die Hitze ist überall vorbei. In mäßig warmer bis warmer Meeresluft werden bei wechselnder Bewölkung meist 21 bis 27°C erwartet mit den höchsten Werten am Oberrhein. Im Küstenbereich werden häufig nur rund 20 Grad erreicht.
Der West- bis Nordwestwind frischt besonders an den Küsten kräftiger auf mit einzelnen steifen Böen.
In der Nacht zum Dienstag zieht der Höhentrog nach Ostpolen ab und wir kommen auf die Vorderseite eines flachen atlantischen Höhenrückens. Das damit verbundene Zwischenhoch wandert über uns hinweg mit kurzer Wetterberuhigung. Die Schauer und Gewitter im Osten und Südosten klingen oder ziehen ab, bevor zum Morgen Tiefausläufer mit Regen den Westen erreichen und auch an den Alpen deuten einige Modelle mit der aufkommenden WLA an der Warmfront dort Regen an. Dazwischen ist es gebietsweise gering bewölkt. So kann es in den gering bewölkten Gebieten auf 11 bis 9 Grad abkühlen, bei Wolken im Westen und Südwesten sowie an der See ist es mit 15 bis 11 Grad milder.
Dienstag... Der flache Rücken erreicht die Deutsche Bucht und die Westgrenze Deutschlands und wird von Warmluftadvektion überlaufen. Die Warmfront eines später hochreichenden Tiefs, das zum Seegebiet nordwestlich von Schottland zieht, liegt mittags bereits über Südwestdeutschland und zieht bis zum Abend zum zentralen Deutschland. Daran gebunden ist starke Bewölkung mit etwas Regen, der vor allem die Weststaulagen der Mittelgebirge erfasst, wobei aber meist nur 0,5 bis 4 l/qm Regen zusammenkommen, im Norden vereinzelt mehr. In einigen Leelagen könnte es auch trocken bleiben. Im Alpenraum und im südlichen Alpenvorland sowie im Südschwarzwald fallen staubedingt 5 bis 15 l/qm, örtlich auch 15 bis 35 l/qm in 12 Stunden. Exponierten deuten einige Modelle auch noch mehr Regen an. Von Ostsachsen bis zur Ostsee und zum östlichen Schleswig-Holstein kommt bis 18 UTC noch kein Regen an. Längere sonnige Abschnitte gibt es im Nordosten und dort vor allem in Vorpommern, aber auch in Südbaden. Es werden weiter Höchsttemperaturen zwischen 20 Grad an der See und 27 Grad in Südbaden erreicht.
Der Südwestwind weht schwach bis mäßig, in Böen frisch aus Südwest. Auf dem Brocken und auf Alpengipfeln sind stürmische Böen zu erwarten.
In der Nacht zum Mittwoch wandert der Keil über uns hinweg nach Osten und wir kommen somit auf die Vorderseite eines westeuropäischen Troges, wobei die zugehörige Kaltfront eines Randtiefs über der Nordsee den Nordwesten Deutschlands überquert. Dadurch kommt im Westen und Nordwesten erneut Regen auf, wobei die Mengen meist zwischen 2 und 9 l/qm in 12 Stunden liegen, in Staulagen und an der Nordsee vereinzelt darüber. Im Osten und Südosten sorgt die Warmfront bzw. der Warmsektor noch für leichten Regen (lediglich 0,5 bis 4 mm). ICON-EU und UK10 berechnen vom Raum Saarland bis ins nördliche Baden-Württemberg einen Streifen mit konvektiv verstärktem Regen teils über 10 l/qm. Trocken bleibt es im Süden Baden-Württembergs.
Die Nacht wird wieder etwas milder sein mit Tiefstwerten zwischen 16 und 11 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
Alle Modelle zeigen eine West- bis Nordwestlage. Heute bringt IFS die nördlichste Ausdehnung von Schauern und Gewittern bis ins Rothaargebirge. UK10 bringt von Rheinland-Pfalz bis zur Lausitz nur wenig Regen. Arome und ICON-D2 berechnen heute Nacht im Nordosten Bayerns und in Sachsen vereinzelt Starkregen, im Alpenraum nur ICON-D2.
In der Nacht zum Mittwoch simuliert IFS südlich der Main-Linie praktisch kaum Niederschlag im Gegensatz zu den anderen Modellen (s. o.)
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 16.08.2026 um 10.30 UTC
Unbeständiger, zu Regen und Schauern neigender und teils windiger Witterungsabschnitt, mäßig warm bis warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 23.08.2026
Der Blick auf das IFS-EPS vom gestrigen 12 und des heutigen 00 UTC-Laufes zeigen, dass die Mehrheit der EPS-Member von der dominante Wetterlage Nordwest zyklonal am Dienstag über die Wetterlage West zyklonal am Mittwoch und Donnerstag zu Trog Westeuropa von Freitag bis Sonntag schwenken. Vor allem von Dienstag bis Freitag werden im IFS-EPS fast ausschließlich zyklonale Bedingungen bevorzugt. Erst ab Samstag können sich einige Member wieder unter den Wetterlagen Brücke Mitteleuropa und Hoch Britische Inseln vereinen und dem EPS einen kleinen antizyklonalen Touch mitgeben. Am Sonntag gwinnt die Wetterlage Brücke Mitteleuropa an Stärke und setzt die dominierende Wetterlage Trog Westeuropa unter Druck. Für das Wetter hierzulande würde dies im mittelfristigen Zeitraum für einen unbeständigen Witterungsabschnitt sprechen, der zum Ende des Zeitraum zunehmend wieder von hohem Luftdruck beeinflusst wäre.
Im Detail startet der mittelfristige Zeitraum am Mittwoch mit einer ausgeprägten Zone von tiefem Geopotential vom Nordatlantik bis nach Skandinavien und einem breiten Rücken vom westlichen und zentralen Mittelmeerraum bis ins östliche Mitteleuropa. Resultierend ist über Europa eine westliche bis südwestliche Grundströmung zu verzeichnen, die nach Westen eher zyklonal nach Osten zu antizyklonal gekrümmt ist. Korrelierend zum niedrigen Geopotential tummeln sich zahlreich Tiefdruckgebiete vom Seegebiet westlich von Irland über Skandinavien bis nach Nordwestrussland. In die westliche Höhenströmung auf der Südflanke ist zudem eine Randtief eingebettet, welches über Deutschland ostwärts hinweg zieht und eine Luftmassengrenze im Schlepptau hat. Diese trennt kühle Luft polaren Ursprungs von der warmen Subtropikluft. Im Verlauf verlagert sich der Frontenzug langsam südwärts. Während im Norden und Westen im Umfeld des Tiefs sowie dessen Front verbreitet etwas Regen fallen soll, beschränken sich die Niederschläge im Verlauf unter Intensivierung auf das direkte Umfeld der Front. Gleichzeitig sind im Warmsektor konvektive Umlagerungen aktiv.
Am Donnerstag kann sich der Trog über Westeuropa südwärts amplifizieren und die Grundströmung über Mitteleuropa aufsteilen. Nachfolgend sorgt de südwestliche Strömung dazu, dass die Luftmassengrenze nicht weiter nach Süden vorankommt, sondern über der südlichen Mitte vorübergehend verharrt. Resultierend ergeben sich in Deutschland drei Wetterzonen. In der Warmluft im Süden sind erneut konvektive Umlagerungen mit Schauern und Gewittern aktiv. Zudem kommt es im Umfeld der wellenden Front zu teils schauerartig verstärkten Regenfällen. Im Nordwesten und Norden ist durch die Annäherung des hochreichenden Tiefs und PVA Unterstützung mit Schauern, evtl. auch kurzen Gewittern zu rechnen.
Am Freitag triggert der südwärts amplifizierte Trog über Westeuropa auf dessen Vorderseite eine Tiefdruckzone über Mittel- und Nordwesteuropa. In diese eingelagert ist weiter die Luftmassengrenze zu finden, wobei die Warmluft vor allem noch im Südosten und Teilen des Ostens Deutschlands sitzt. Durch PVA auf der Vorderseite des Troges, frontogenetischen Prozessen sowie den Bodentiefs ist ausreichend Hebung vorhanden, sodass verbreitet mit teils schauerartigen, lokal auch gewittrigen Regenfällen zu rechnen wäre.
Am Samstag verbleibt Deutschland bei weiterer Amplifizierung des Troges in südwestliche Richtung zu den Kanaren in einer südwestlichen Grundströmung. Das Höhentief über den Britischen Inseln bzw. der Nordsee korreliert dabei mit Bodentiefs über der Nordsee und Südschweden, dessen Einflussbereich auch weite Teile Deutschlands umfasst. Zudem ist in einem markanten Bodentrog eine teils okkludierte Kaltfront eingebunden, die von der Nordsee auf den Nordwesten des Landes übergreift, sich aber unter deutlicher Abschwächung nur langsam und südostwärts verlagert. Gleichzeitig schleift der Frontenzug von den Vortagen noch an den Alpen und sorgt dort für konvektiv geprägte Regenfälle.
Am Sonntag kann ein Rücken über dem Nordostatlantik ein Hoch über den Ostatlantik bis zu den Britischen Inseln stützen. Deutschland würde demnach bei schwachen Luftdruckgegensätzen auf der Ostflanke im Zustrom kühlerer Luft polaren Ursprungs liegen. Im Süden wäre zudem weiter ein Frontenzug aktiv. Resultierend stände im Norden und Westen Schauerwetter auf der Tagesordnung, während im Süden die Front teils kräftige Schauer und Gewitter induziert.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großskaligen Geopotential- und Luftdruckverteilungen werden von den vergangenen IFs-Läufen vergleichbar simuliert. Im Detail ergeben sich aber schon zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag Abweichungen, die auch das Wetter hierzulande beeinflussen.
Demnach wird die Amplitude des Rückens, der sich von der Iberischen Halbinsel nordostwärts über Frankreich und Deutschland hinweg Richtung Südnorwegen erstreckt etwas unterschiedlich simuliert. Der aktuelle 00 UTC-Lauf liegt dabei zwischen den gestrigen Läufen, wobei dessen Achse sich geringfügig langsamer verlagert. Entsprechend kommen die WLA basierten Niederschläge auf der Trog Vorderseite etwas später.
Auch am Mittwoch bleiben die beschriebenen Abweichungen bestehen. Der neuste Lauf weist eine etwas größere Amplitude zum gestrigen 12 UTC-Lauf und eine etwas geringere als beim gestrigen 00 UTC-Lauf auf. Dies wiederum macht sich auch bei der Verlagerung und der südlichen Ausdehnung frontaler Niederschläge bemerkbar, welche der 12 UTC-Lauf noch über die südliche Mitte legte, der neuste Lauf nun aber über der nördlichen Mitte und den Nordosten zeigt, während im gestrigen 00 UTC-Lauf nur der Norden im Fokus stand.
Am Donnerstag und Freitag weisen die neusten beiden IFS-Läufe im Vergleich zum gestrigen 00 UTC-Lauf über West- und Südwesteuropa eine stärke Amplifizierung aus. Während die 00 UTC-Lauf etwa die gleiche Lage der Achse zeigen, prognostizierte der gestrige 12 UTC-Lauf eine raschere ostwärtige Phasenverschiebung. Auch diese Abweichungen haben schließlich Einfluss auf die Lage und Intensität potentieller Niederschläge. Insgesamt wird durch die Amplifizierung über Westeuropa aber wieder wärmere Luft aus Südwesteuropa nach Deutschland advehiert.
Am Samstag kann sich der aktuelle 00 UTC-Lauf entgegen der gestrigen Läufe noch weiter südwestwärts amplifizieren und auch bei der Phase den anderen Lösungen etwas vorwegeilen. Resultierend ist die Strömung im Vergleich etwas steiler, sodass die 10 Grad Isotherme vor allem im Osten deutlich weiter nordwärts vorankommt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch andere Globalmodelle (ICON, UK10, GFS) simulieren die großsklaigen Geopotential- und Luftdruckstrukturen vergleichbar zum IFS. Im Detail weisen aber alle anderen Modelle einheitlich bei etwa gleicher Amplitude eine raschere Phasenverschiebung zum IFS auf. Resultierend würde die potentiellen Niederschläge im Vergleich zum IFS schneller Übergreifen und über Deutschland hinwegziehen. Vor allem ICON zeigt im Verlauf zudem ein stärkere Amplifizierung bis nach Nordafrika. Das GFS hängt dagegen zunehmend zurück und produziert ein Höhentief über der Iberischen Halbinsel. Insgesamt sorgen die Abweichungen für eine unterschiedliche Lage der Luftmassengrenze über Deutschland. Am Mittwoch verfrachten ICON, UK10 und GFS die Regenfälle schneller südwärts. Am Donnerstag liegt die Luftmassengrenze nach GFS an den Alpen, nach UK10 zwischen Donau und Alpenvorland, nach ICON von den Vogesen bis nach Nordostbayern und beim IFS wie beschrieben etwa vom Saarland bis nach Sachsen. Am Freitag weisen vor allem GFS, UK10 und IFS ähnliche Niederschlagsverteilungen auf, während das ICON ein Vb-Tiefs mit heftigen Niederschlägen über Österreich hinweg bis nach Polen aufweist, welches Deutschland nur im Südosten tangiert. Im Vergleich zu den anderen Modellen simuliert ICON auch durch kompensierendem Absinken hierzulande in einem breiten streifen vom Südwesten in den Nordosten nur eine geringe Niederschlagsneigung. Auch am Wochenende bleiben Unterschiede in der Amplitude und Phase zwischen den Modellen bestehen, sodass zwar weiter modellübergreifend von einem (leicht) unbeständigen Witterungsabschnitt ausgegangen werden kann, die räumliche Einordnung der Niederschläge aufgrund der Unsicherheiten aber derzeit noch nicht möglich sind.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland zeigen schon zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums aufgrund von einigen Außreißern hin zu wärmeren Temperaturen sowie höherem Geopotential einen veritablen Spread von 8-10 Grad bzw. 15 bis 20 hPa. Da von Mittwoch bis Freitag aber gleichzeitig noch ein recht definierter Bereich hoher Auftrittswahrscheinlichkeit vorliegt, ist trotz des signifikanten Spread zunächst noch von einer recht ordentlichen Vorhersagegüte auszugehen. Ab dem Wochenende spreizt sich das IFS-EPS aber weiter und auch der Bereich höherer Auftrittswahrscheinlichkeiten kommt weniger deutlich daher. Resultierend ist eine seriöse Vorhersage ab dem Wochenende nicht mehr möglich.
Trotz vergleichbarer, übergeordneter Strukturen zeigt auch ein Blick in die Clusteranalyse, dass im Detail größere Unterschiede zu verzeichnen sind. Demnach sind im Zeitraum von +72 bis +96h sechs Lösungen nötig, um alle Unsicherheiten ausreichend zu beschreiben. Während Cluster 1, 2 und 5 durchgehen im Schema einer neg. NAO verbleiben, starten die restlichen Lösungen im Schema eines atlantischen Rückens, um dann aber ebenfalls rasch in das Schema einer neg. NAO zu wechseln. Der Kontrolllauf ist dem ersten Cluster zugeordnet, der insgesamt 13 Member umfasst. Auch wenn die Abweichungen zwischen den Lösungen vor allem über Mitteleuropa nur gering sind, so lassen sich geringe Unterschiede bei der Krümmung und Ausrichtung der Strömung erkennen. Die Anomalien wiederum haben Einfluss auf die Verlagerung und Intensität potentieller Niederschläge. Im Zeitraum von +120 bis +168h erklären weiter fünf Cluster die Unsicherheiten im EPS-Raum. Alle Lösungen werden dabei anfangs komplett dem Schema einer neg. NAO zugeschrieben. Zum Ende wechseln die Cluster 1 bis 3 zum atlantischen Rücken und das Cluster 5 zum Blocking. Der Kontrolllauf befindet sich weiter im ersten Cluster. Vor allem die ersten beiden Lösungen zeigen vergleichbare Strukturen, wobei die zweite Lösung den Trog noch etwas stärker als Cluster 1 im Programm hat. Beide zusammen vereinen mit 29 Membern die Mehrheit. Die vierte Lösung kommt den ersten beiden Clustern nahe, wenngleich diese den Trog stärker amplifiziert über Mitteleuropa sieht. Grundsätzlich würden diese drei Strukturen aber weiter für eine unbeständige Witterung sprechen. Bei den Lösungen 3 und 5 zeigt sich dagegen eine markante Austrogung über West- bzw. Südwesteuropa teils mit Cut-Off-Bildung. Hierzulande wäre dann zunehmend ein Rücken aktiv und würde durch antizyklonalen Bedingungen das Wetter eher beruhigen. In der erweiterten Mittelfrist beschreiben schließlich nur noch zwei Cluster die Unsicherheiten im IFS-EPS. Die erste Lösung startet im Blocking und wechselt zurück zum Schema einer neg. NAO. Das zweite Cluster wird dagegen komplett dem Schema einer pos. NAO zugeschrieben. Vor allem die erste Lösung mit einem breiten Trog über weiten Teilen Europas würde für anhaltendes, unbeständiges Wetter sprechen. Bei der zweiten Lösung wäre dies nicht so einfach, da dort Rücken und Kurwellentröge zusammen im Spiel sind.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Mittwoch treten im Tagesverlauf voraussichtlich im Südwesten, an den Alpen sowie deren Vorland einzelne Gewitter auf. Bei leicht labilen Verhältnissen, geringem Cape bis 300 J/kg, PPWs von 25 bis 35 mm und recht guter Scherung steht dort der Starkregen im Vordergrund. Aufgrund der Scherung sind linienhaft organisierte Anordnungen möglich, die auch mehrstündig zu Buche schlagen können. Bei kräftigeren Entwicklungen muss zudem mit stürmischen Böen, je nach Organisation auch mit Sturmböen gerechnet werden. Zudem sind im Nordseeumfeld einzelne Gewitter möglich, die aufgrund der Höhenwinde (Jet) bei leicht labilen Bedingungen bevorzugt mit Sturmböen einhergehen können. Je nach Modell sind auch im Umfeld einer schleifenden Front über der südlichen Mitte länger anhaltende, schauerartig verstärkte Regenfälle nicht auszuschließen, die über einen Zeitraum von 6-18 Stunden die markante Stark-/Dauerregenschwelle erreichen, evtl. auch überschreiten können.
Am Donnerstag ist vor allem von den Vogesen und dem Schwarzwald bis nach Südost- und Ostbayern mit schauerartigen, teils gewittrigen Regenfällen zu rechnen. Bei PPWs von 25 bis 35, lokal 40 mm besteht ein erhöhtes Starkregenpotential, an den Alpen können gebietsweise auch die markanten Schwellen im 12 bis 24 stündigen Zeitraum überschritten werden. Eng begrenzt gibt es von der Probabilistik auch Hinweise für heftigen Starkregen/ergiebigen Dauerregen. Zusätzlich weisen Cape-Werte von 250 bis 750 J/kg auf kleinkörnigen Hagel hin. Eine veritable Scherung lässt auch
organisierte Strukturen zu. Vor allem dann kann auch der Wind in Sturmstärke wehen. Im Küstenumfeld und im Nordosten steht bei leicht labiler Schichtung und kräftigeren Höhenwinden dagegen der Wind im Vordergrund, der bei einzelnen Gewittern mit Sturmböen einhergehen kann.
Am Freitag sind die Modellunterschiede bei der räumlichen Einordnung markanter Wetterereignisse noch recht groß. Während IFS an den Alpen gebietsweise Dauerregen im Programm hat, lässt das ICON aufgrund des Vb-Tiefs markante Regenmengen bevorzugt vom Berchtesgadener Land bis zum Bayerischen Land zu. Im Küstenumfeld sind derweil weitere Gewitter mit Sturmböen möglich, Starkregen ist aufgrund des Feuchtegehalts eher gering wahrscheinlich.
Am Samstag ist direkt an den Alpen mit weiteren länger anhaltenden Regenfällen zu rechnen, Dauerregen nicht ausgeschlossen. Ansonsten sind im Nordseeumfeld und dem angrenzenden Binnenland einzelne Gewitter mit Sturmböen, örtlich auch Starkregen möglich.
Am Sonntag vor allem im Süden weitere, teils kräftige Gewitter mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen. Regional ist auch mehrstündiger Starkregen möglich.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, ICON-EPS, für TT auch MosMix, det. Modelle nur bedingt nutzbar
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel





