Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 25.05.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HM
Überwiegend Hochdruckwetter weitgehend ohne markante Wettererscheinungen. Lediglich heute und morgen Nachmittag isolierte Wärmegewitter im Schwarzwald nicht gänzlich ausgeschlossen.
Am Mittwoch im Alpenraum und Südschwarzwald vereinzelt Gewitter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
Montag... Das Wetter wird heute von einem blockierenden Höhenhoch im Raum Nordfrankreich/Belgien und dem korrespondierendem Bodenhochdruckgebiet am Nordrand der Mittelgebirge bzw. in der 2. Tageshälfte über Nordwestdeutschland und Holland bestimmt.
Dabei kann sich die vor allem nach Norddeutschland eingeströmte etwas frischere Meeresluft durch viel Einstrahlung heute bis zum Nachmittag in 850 hPa auf Werte zwischen 13 Grad an der Ostsee und 17 Grad in Südbaden erwärmen. Das reicht dann für Tageshöchstwerte zwischen 24 und 28 Grad im Norden und Osten (an der Küste um 20 Grad) und Werten zwischen 28 und 33 Grad im Süden und Westen Deutschlands (mit den höchsten Werten in Südbaden).
Schwache Reste der Staubkonzentrationen im Südwesten Deutschlands sollten heute die Erwärmung kaum bremsen. Ein schwaches Schauerrisiko (eventuell mit Blitz und Donner) soll für den Südschwarzwald nicht unerwähnt bleiben (Cape-ML im Schwarzwald 100 bis 500 J/kg, aber doch recht stark gedeckelt). Meist bleibt es aber auch im Schwarzwald trocken.
Der Wind spielt heute keine große Rolle, meist ist es schwachwindig. Lediglich ganz im Norden frischt er aus West bis Südwest etwas auf, vor allem an der freien See.
In der Nacht zum Dienstag wölbt sich, ausgehend vom o.g. Höhenrücken, ein Keil in Richtung Nordwesten, d.h. zum mittleren Nordatlantik, auf, so dass vorderseitig sich bei den Hebriden ein neues Bodenhoch bildet. Stromabwärts rutscht die Frontalzone etwas nach Süden, was durch Kaltluftadvektion über der Nordsee und Südskandinavien bedingt ist. Zur dänischen Grenze hin können sich dann gegen Morgen wieder Wolkenfelder bemerkbar machen, ohne dass Niederschlag fällt. In den anderen Gebieten bleibt es klar, wobei einstellige Temperaturminima auf Tal- und Muldenlagen der mittleren Regionen sowie auf die Lüneburger Heide und Südbrandenburg beschränkt sind. Sonst sinken die Temperaturen auf 17 bis 10 Grad, in einigen Höhenlagen Südwestdeutschlands lediglich auf etwa 19 Grad.
Abgesehen von teils mäßigem West- bis Südwestwind and er Küste bleibt es schwachwindig.
Dienstag... befinden sich weite Teile West- und Mitteleuropas weiterhin im Einflussbereich des blockierenden Höhenrückens, der von den Britischen Inseln bis zum Balkan und zum Schwarzen Meer reicht. Darin eingelagert ist ein Höhenhoch im Bereich der Schweiz. Das Geopotenzial ist mit 588-592 gpdam zwar immer noch für die Jahreszeit rekordverdächtig hoch, ein sukzessiver Abbau setzt ab dem Nachmittag ein. Der Geopotenzialrückgang ist vornehmlich einem Kurzwellentrog zuzuschreiben, der vom Nordmeer kommend über Südskandinavien bis Mittwochfrüh zum Baltikum schwenkt und sich dem hochreichenden Tief über Nordwestrussland angliedert (südlich des Weißen Meeres). Die zum Trog gehörende Kaltfront erreicht abends den Norden Schleswig-Holsteins, läuft auf ihrem Weg nach Süden aber in den Hochkeil, der vom Hochzentrum westlich der Hebriden über Mittel- bis nach Südosteuropa reicht. In 850 hPa breitet sich die 15-Grad-Isotherme etwa bis zur Elbe aus und die 10-Grad-Isotherme wird erst im Laufe des Abends zur dänischen Grenze gedrückt. Demzufolge sind bis in die Region knapp südlich von Hamburg und bis nach Nordbrandenburg 30 Grad möglich und im Südwesten werden 34 Grad, am Oberrhein möglicher Weise sogar 35 Grad erreicht. Damit ergibt sich der vorläufige Höhepunkt dieser sommerlichen Phase. Nur im Küstenumfeld und im äußersten Nordosten ist es mit 23 bis 29 Grad nicht so warm. Die Kaltfront bringt dem Norden und Nordosten erst am Abend dichtere Wolkenfelder, aber kaum Regen. Zuvor baut sich über Deutschland etwas Cape-ML auf, das aber recht stark gedeckelt ist und insofern sind Schauer oder gar Gewitter unwahrscheinlich. Lediglich im Schwarzwald könnte die Orographie helfen, einen Schauer auszulösen bei Cape-ML-Werten knapp über 500 J/Kg und ein Gewitter kann dort nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Wind frischt zwar im Küstenbereich im Bereich der Kaltfront aus West bis Nordwest auf, aber nur exponiert könnte ein 7er Böe gegen Abend auftreten.
In der Nacht zum Mittwoch überquert die Kaltfront des russischen Tiefs den Norden und Osten Deutschlands ohne große Wetterwirksamkeit und postfrontal frischt vor allem an der See der Nord- bis Nordwestwind auf. Damit sind dort an exponierten Küstenabschnitten steife Böen möglich. Es kühlt auf Werte zwischen 8 Grad in der schleswig-holsteinischen Geest und 19 Grad örtlich im Südwesten ab.
Mittwoch... Das Höhenhoch soll sich bereits in der Nacht zuvor nach Katalonien verlagern, wo es nahezu ortsfest liegen bleiben soll und sein Höhenkeil schwenkt zu den Hebriden. Vorderseitig wandert das Bodenhochdruckgebiet von Schottland zur westlichen Nordsee. So kann der Wind auch im Süden Deutschlands nach Durchgang eines Bodentroges auf Nord drehen und etwas auffrischen. Das kann man als Kaltfrontdurchgang bezeichnen, wenngleich die Potentielle Äquivalenttemperatur über Süddeutschland in 850 hPa nur zögerlich von Norden her zurückgeht. Im Alpenraum ist auch abends noch keine KLA zu verzeichnen. Dort entwickelt sich auch Cape zwischen 300 und 700 J/Kg und mit der zusätzlichen orographischen Hebung sind dort auch Schauer und einzelne Gewitter möglich. Weiter nördlich bieten die Modelle kaum Niederschlag an, da die untere Troposphäre nach Kaltfrontdurchgang merklich abkühlt und insofern Schauer nur schwerlich ausgelöst werden können. Insgesamt gibt es trotz Kaltfrontdurchgang noch recht viel Sonnenschein und nördlich des Mains werden kaum noch Temperaturen über 30 Grad erwarten, sondern nur noch 23 bis 29 Grad, im Küstenbereich nur 17 bis 22 Grad. Im Süden ist es dagegen noch sehr warm bis heiß bei 29 bis 34 Grad.
Der Wind frischt im Tagesverlauf auf und dreht allgemein auf Nord, im Küstenbereich meist auf Nordwest und bringt an der Nordfriesischen Küste und anfangs auch an der Ostsee steife Windböen.
In der Nacht zum Donnerstag schiebt sich der Keil des Hochs über der Nordsee etwas weiter nach Deutschland rein und nordöstlich der Achse fächert der Gradient etwas auf, so dass im Laufe der Nacht keine steifen Windböen mehr an der Küste auftreten. In der eingeströmten Luftmasse subpolaren Ursprungs kann sich die Luft in der Nordosthälfte Deutschlands kräftig abkühlen auf Werte zwischen 9 und 4 Grad, während im Südwesten 18 bis 10 Grad auf der Karte stehen.
Mit dem Tagesgang sowie dem Druckanstieg im Alpenraum lassen dort die Schauer nach.
Modellvergleich und -einschätzung
Die externen Modelle stützen die oben beschriebene synoptische Entwicklung.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 25.05.2026 um 10.30 UTC
Zunächst meist ruhiges und sommerliches Hochdruckwetter mit sehr geringer Gewitterneigung. Ab dem Wochenende Zonalisierung und zunehmend gewittrig.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 01.06.2026
Zu Beginn der Mittelfrist liegt Westeuropa unter einem ausgeprägten Höhenkeil, dessen Achse sich von Großbritannien bis ins Nordmeer erstreckt. Dieser Keil ist verbunden mit einer "Hitzeglocke" über Südwesteuropa. Flankiert wird er von einem Cut-Off-Tief über dem Atlantik und einem Langwellentrog über Osteuropa. Das korrespondierende Bodenhoch liegt über der Nordsee. Somit liegt Mitteleuropa weiträumig unter Absinken. Während die Südwesthälfte Deutschlands unter dem Einflussbereich einer warmen Luftmasse mit 850-hPa-Temperaturen von über 10 °C liegt, beginnt sich die eingeflossene kühlere Kontinentalluft (T850 ~ 5 °C) über dem Osten Deutschlands zu erwärmen. An den Alpen ist die Luft etwas labil geschichtet. Durch erzwungene Hebung können dort einzelne Gewitter entstehen. Ansonsten bleibt es sonnig.
Am Freitag schwenkt die Keilachse weiter nach Osten und erreicht den Westen Deutschlands. Dabei steigt die 850-hPa-Temperatur deutschlandweit über 10 °C, im Südwesten sogar über 15 °C. Allerdings beginnt sich das Bodenhoch abzuschwächen, was in einer diffusen gradientschwachen Lage über West- und Mitteleuropa mündet. Über Deutschland gibt es eine konvergente Bodenströmung, die allerdings vom Höhenkeil überlaufen wird. In der sich zunehmend labilisierenden Luftmasse verhindert dieser eine großflächigere Auslösung von Konvektion. Einzelne Hitzegewitter sind dennoch möglich.
Am Samstag regeneriert sich der Keil vorderseitig des nachrückenden Cut-Off-Tiefs über dem Atlantik wieder und stößt in die Nordsee vor. Wir gelangen an dessen Nordostflanke, wobei ein schwacher, wenig wetterwirksamer Kurzwellentrog über den Nordosten zieht und die Nordosthälfte von Kaltluftadvektion erfasst wird. In der schwülen und labilen Luftmasse im Südwesten sind einzelne Gewitter möglich. Aber auch hier verhindert der Höhenkeil eine großflächige Auslösung.
Am Sonntag zonalisiert die Lage allmählich. Nach einem raschen Durchgang des sich immer weiter abflachenden Höhenkeils greift ein flacher Kurzwellentrog auf den Westen über. Auf weitere Details wird hier verzichtet, da die Modelle noch sehr sprunghaft sind. Nach den meisten Lösungen bauen sich vorderseitige über 1000 J/kg CAPE auf, in der je nach Modell bei schwacher bis mäßiger Scherung Gewitter ausgelöst werden.
Im weiteren Verlauf zonalisiert die Lage weiter. Zunächst stellt sich ein Trog-Keil-Muster ein, dass in der erweiterten Mittelfrist laut IFS in einen Trog Westeuropa übergeht. Dies würde eine wechselhafte Witterungslage mit anfänglich kräftigen Gewittern und stetiger Abkühlung zur Folge haben.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis Freitag ist die Konsistenz des IFS gut. Zum Wochenende hin ist die Tendenz auch recht klar. Bezüglich der Kurzwellentröge gibt es einige Sprünge. Die Tendenz zur Zonalisierung und anschließenden Troglage wird auch im neuen Lauf bestätigt. Allerdings wölbt sich im neuen Lauf am Dienstag nächster Woche vorderseitig des nachrückenden Troges nochmal ein Keil auf, der schwül-heiße Luft nach Deutschland führt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen Modelle zeigen eine ähnliche Entwicklung: Bis Freitag ist mit recht konsistentem Hochdruckwetter zu rechnen, am Wochenende nimmt die Zonalisierung zu und es gibt unterschiedliche Lösungen bezüglich des Übergreifens von Kurzwellentrögen, Konvergenzen bzw. Tiefdruckrinnen. Danach zeigt GFS nochmals eine Vorderseite mit schwül-heißer Luft zu Beginn der nächsten Woche, während ICON weitere Kurzwellentröge simuliert. GFS rechnet den Übergang zu Trog Mitteleuropa dann zum Ende der übernächsten Woche.
Die AIFS-Vorhersage ähnelt der IFS-Vorhersage.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die IFS-Rauchfahnen sind bis Freitag stark gebündelt und zeigen einen erneuten Temperaturpeak der 850-hPa-Temperatur am Freitag. Anders als im Hauptlauf berechnen einige Ensembles bereits am Freitag Niederschlagssignale im Norden, die vermutlich im Zusammenhang mit der Tiefdruckrinne stehen. Während der Temperaturrückgang am Samstag im Norden deutlich zu sehen ist, sind die Ensembles im Südwesten deutlich aufgefächert, was auf die Unsicherheiten beim Trogdurchgang hindeutet. Nach dem Wochenende ist die Streuung erheblich, bei allgemein sinkenden 850-hPa-Temperaturen und Geopotenzial sowie steigenden Niederschlagssignalen, die dennoch im moderaten bis leichten Bereich bleiben. Der erneute Temperaturanstieg im IFS-Hauptlauf am Dienstag ist ein Ausreißer.
Fazit: Bis Freitag gilt ruhiges Hochdruckwetter mit dem Hitzepeak am Freitag als gesichert. Die Gewitterneigung bleibt dabei ziemlich gering. Ab dem Wochenende zonalisiert die Lage zunehmend, sodass besonders bis Sonntag die Gewitterneigung steigt. Es gibt jedoch große Unsicherheiten bezüglich des genauen Ablaufs. Danach geht es mit einer wechselhaften Westwetterlage weiter. Gegen Ende des Vorhersagezeitraums besteht Potenzial für eine Troglage über West- oder Mitteleuropa, was auch die Clusteranalysen stützen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Donnerstag bleibt das Gewitterpotenzial am Alpenrand gering. Am Freitag können im Südwesten sowie im Bereich der Tiefdruckrinne im Nordwesten einzelne kräftigere Gewitter entstehen.
Am Wochenende steigt das Gewitterpotenzial: Am Samstag ist vor allem im Süden mit Gewittern zu rechnen, am Sonntag dann landesweit. Auch wenn die meisten Modelle nur wenig Scherung berechnen, sind bei CAPE-Werten von über 1.000 J/kg dann einzelne Unwetter zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
Bis Freitag IFS/ICON, MOSMIX ab Samstag ENS-Mittel
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christian Herold





