Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 15.04.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Überwiegend HFa
Meist keine markanten Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... Der gestern noch über Deutschland angelangte Trog schwenkt über Polen weiter ostwärts. Weiter nördlich hat sich in der Nähe des Bodentiefs über Südschweden schon gestern Abend ein Cut-Off-Tief gebildet, das bis zum Abend in den Raum Gotland zieht, wobei sich das Bodentief weiter auffüllt. Auf der Rückseite des Troges hat sich ein abgeschlossenes Hoch gebildet, welches vom östlichen Mittelgebirgsraum nach Polen wandert, wobei aber die Kernisobare von 1025 hPa verschwindet. Insgesamt ergibt sich am Nachmittag ausgehend vom nordosteuropäischen Hoch eine flache Hochdruckzone über das östliche Mitteleuropa bis nach Südosteuropa. Der hohe Luftdruck wird dabei durch einen von Südwesteuropa ausgehendem Höhenkeil gestützt, der über Benelux zur Nordsee reicht und nach Deutschland wandert. Auf der Rückseite der Keilachse beginnt aber vor allem im Westen Deutschlands der Luftdruck zu sinken und es nähert sich von Frankreich das schwaches Frontensystem eines Tiefs weit westlich von Irland.
So gibt es heute in den meisten Gebieten einen recht freundlichen Tag, wobei sich aber Quellwolken bilden, die sich an einer Inversion in 800 hPa ausbreiten. Weniger Sonnenschein gibt es etwa südöstlich der Alb, wo anfangs noch dichte Bewölkung liegt und auch im Ostseeküstenbereich ziehen im Randbereich des Cut-Off-Tiefs über Südschweden auch mal dichtere Wolken durch. Insgesamt bleibt es weitgehend trocken. Bei langsam auf 0 Grad (Usedom) bis 6 Grad (Alpenrand) ansteigenden Temperaturen in 850 hPa klettern die 2-Meter-Temperaturen bis zum Nachmittag auf 15 bis 21 Grad mit den höchsten Werten im Rheintal. Nur an der Küste kann es bei auflandigem Wind frischer sein. Der Wind weht meist nur schwach und kommt im Süden meist aus östlichen Richtungen und dreht im Westen auf Süd bis Südost.
In der Nacht zum Donnerstag schwenkt der Keil unter Abflachung zur Oder (300 hPa) und es folgt von Westen ein schwacher, vor allem in 300 hPa ausgeprägter Randtrog nach. Das Frontensystem über Frankreich und Benelux Okkludiert und die entstehende Okklusion erreicht in der 2. Nachthälfte den Westen Deutschlands. Insofern nimmt in der Westhälfte die Bewölkung zu und im Südosten gibt es noch Restwolken ähnlich wie im Nordosten. So wird es am ehesten noch in Teilen von Sachsen-Anhalt und Brandenburg zumindest teilweise gering bewölkt sein. Dort gibt es dann auch die niedrigsten Tiefstwerte mit rund 2 Grad und Bodenfrostgefahr. Ansonsten ist es dank der Bewölkung milder mit Minima zwischen 10 und 5 Grad. Der Wind kommt meist schwach aus Südost bis Süd, an der Ostsee teils aus Ost.
Donnerstag... wird der ohnehin nur schwache Trog in 500 hPa unter weiterer Auffüllung über den Norden Deutschlands hinweg ostwärts gesteuert. Nachfolgend schwenkt ein besonders in 500 hPa ausgeprägter Höhenrücken unter Verstärkung nach Mitteleuropa, an dessen Westflanke durch Warmluftadvektion noch Geopotential ´andockt´. Somit bildet sich bis zum Abend über Benelux eine weitere Keilachse. Der schwache, in 300 hPa ausgeprägte Trog überläuft dabei die über Deutschland liegende Okklusion, die insofern nur schwach ausgeprägt ist. Der schwach frontale Regen im Westen geht mit Ostverlagerung in einzelne Schauer über und da sich mit etwas Einstrahlung auch etwas Cape-ML zwischen 50 und 200 J/Kg entwickelt (bei PPWs zwischen 15 und 21 mm), sind auch isolierte Gewitter, vor allem in einem Streifen von Mecklenburg bis zum nördlichen Baden-Württemberg möglich, die aber meist kein markantes Wetter bedeuten (dank geringer Höhenwinde meist nur 7er Böen und kaum Starkregen). In größeren Gebieten Deutschlands dürfte es meist trocken bleiben oder es fallen nur wenige Tropfen. Mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 16 und 22 Grad wird es dabei noch etwas wärmer als am Vortag.
Der Wind weht meist schwach, nur gelegentlich mäßig und dreht auf meist auf westliche Richtungen.
In der Nacht zum Freitag verlagert sich die Achse des neuen Höhenrückens zum westlichen Deutschland. Hierdurch wird eine Hochbrücke gestützt, die vom nordosteuropäischen Hoch über Mitteleuropa bis nach Südwesteuropa reicht, wobei die Luftdruckgegensätze nach wie vor gering sind. Eine in der mittleren und oberen Troposphäre vorhandene westliche Strömung lässt Wolkenfelder durchziehen und im Osten lassen die Schauer nach. Örtlich klart der Himmel aber auch auf, was im Norden und südlich der Alb am wahrscheinlichsten ist. In diesen Gebieten besteht daher bei rund 2 Grad die Gefahr von Bodenfrost und Nebel. Ansonsten kühlt es meist auf 9 bis 4 Grad ab.
Freitag... Der Höhenkeil schwenkt unter leichter Verstärkung bis Tagesende zum mittleren Deutschland und dehnt sich bis zum Bottnischen Meerbusen aus, wodurch das nordosteuropäische Hoch weiter gestützt wird und an der Bodendruckverteilung ändert sich bei uns nur wenig. Weiterhin werden mit der westlichen bis nordwestlichen Höhenströmung hohe und mittelhohe Wolkenfelder nach Deutschland geführt und im Tagesverlauf bilden sich auch einige Quellwolken, die aber durch eine Inversion in 700 hPa am weiteren Aufsteigen gehindert werden. So bleibt es insgesamt weitgehend trocken (eventuell vereinzelt schwache Schauer im Mittelgebirgsraum, von GFS gezeigt). Die Luft kann sich noch etwas erwärmen, so dass Höchstwerte zwischen 17 Grad im Nordosten und 23 Grad im Südwesten erreicht werden. Nur im Küstenbereich ist es bei auflandigem Wind frischer. Der Wind bleibt meist schwach und weht überwiegend aus Nordost bis Ost.
In der Nacht zum Samstag ändert sich die Lage kaum. Es kühlt auf 10 bis 2 Grad ab mit den niedrigsten Werten im Osten, wobei dort Bodenfrost auftreten kann. Vor allem im Mittelgebirgsraum kann sich Nebel bilden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die externen Modelle simulieren recht ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 15.04.2026 um 10.30 UTC
Am Wochenende mit einer hereinschwenkenden Front einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, eventuell mit Starkregen und steifen Böen. Am Sonntag im Süden auch abseits der Frost starke Gewitter nicht ausgeschlossen, lokal mit Unwetterpotential bezüglich Starkregen über 25 l/qm in einer Stunde.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 22.04.2026
Am Samstag liegt Deutschland im Bereich einer Hochdruckbrücke, die sich vom Ostatlantik über Deutschland und die Ostsee hinweg bis nach Skandinavien erstreckt. Im Laufe des Tages wie auch in der Nacht zum Sonntag wird dies Brücke über dem westlichen Mitteleuropa aber abgebaut, was einem Langwellentrog über Nordwesteuropa geschuldet ist. Er sorgt für Druckfall insbesondere über der Nordsee und Mitteleuropa, so dass im Tagesverlauf die Brücke durch eine schmale Tiefdruckrinne zerschnitten wird. Diese zieht sich am Abend von einem kräftigen Tief über dem Nordmeer via Südnorwegen und Dänemark bis etwa zum Böhmischen Becken. Der beschriebene Druckfall macht auch den Weg frei für das mit dem Tief verbundene Frontensystem, das am Abend den Nordwesten erreicht und bis zum Morgen bis in die Mitte vorankommt. Die mit der Front verbundenen Niederschläge sind meist gering und liegen in der Regel unter 5 l/qm in 12 Stunden, punktuell können aber auch 10 l/qm erreicht werden, bei durchaus noch größeren Modellunterschieden bezüglich der räumlichen Verteilung und der Progression. Über der Südhälfte Deutschlands simulieren die Modelle teilweise (insbesondere auch ICON-EU) etwas CAPE, das sich im Tagesverlauf aufbauen soll. Bei PPWs von um die 20 mm und moderater Labilität kann sich vielleicht mal ein Schauer, eventuell auch mal ein Gewitter bilden mit geringem Starkregenpotential, was auch an der Front nicht ausgeschlossen werden kann. Da im Vorfeld der Front im Nordwesten schon Wolkenaufzug zu beobachten ist, zeigt sich dort die Sonne am seltensten. Oft freundlich ist es dagegen in der Osthälfte und im Süden. Die mit 850er Temperaturen von etwa 3°C an der Nordsee und bis zu 10°C an den Alpen recht warme Luftmasse lässt sich auf frühlingshafte Höchstwerte von milden bis sehr milden 18 bis 24°C erwärmen, an den Küsten und auf den Bergen sind es teils nur um 15°C. Nachts kühlt es ab auf 10 bis 4°C, wobei das ein oder andere Nebelfeld nicht ausgeschlossen werden kann. Bezüglich des Windes ist zu sagen, dass der Front (und der Rinne) recht rasch wieder Druckanstieg folgt und somit durch eine schwache Druckanstiegswelle der Wind an der Front leicht auffrischt, er bleibt aber unterhalb aller Warnschwellen.
Am Sonntag greift dann nach IFS auch die Achse des Langwellentroges auf Deutschland über, bis zum Abend erreicht sie die Mitte. Über der Nordsee führt der Trog Kaltluft von unter -30°C in 500 hPa mit sich, woraus sich ein Kaltlufttropfen entwickelt, der in der Nacht auf den Norden übergreift und zum Morgen weite Teile des Nordens überdecken soll. Dies sorgt für eine Labilisierung, wobei kräftigeren Schauern und Gewittern in der genannten Region zu nächtlicher Zeit der Tagesgang entgegensteht. Die Tiefdruckrinne und die Front werden laut IFS bis ins östliche Mitteleuropa geschoben (über Skandinavien wird die Rinne sogar wieder aufgefüllt), womit die nunmehr teils kräftigen Regenfälle laut IFS auch bis in den Osten und Süden ausgreifen, bevor sie in der Nacht dann abziehen und der Regen nachlässt. Postfrontal trocknet die Laufmasse ab, was der Westhälfte an einem insgesamt von Wolken geprägten Tag etwas Sonnenschein bescheren könnte, was aber auch gegen eine allzu große nächtliche Schauer- und Gewitterneigung im Norden spricht. Dafür folgt dem Langwellentrog über Westeuropa ein Rücken nach, der die der Rinne folgende Hochdruckzone nicht nur stützt, sondern auch dafür sorgt, dass diese weiter nach Norden ausgreift. Es bildet sich eine von Frankreich bis nach Island reichende, meridional orientierte Hochdruckzone aus. Die auf ihrer Ostflanke entstehende Kaltluftautobahn wird dann in der kommenden Woche subpolare Luftmassen zu uns transportieren. Einstweilen liegt das größte Problem der Prognose aber in den großen Modellunterschiede. So lassen ICON oder UK10 die Front in ihrem nördlichen Bereich zwar, ebenso wie IFS, bis nach Polen ziehen, laut der erstgenannten Modelle soll die Front aber über der Mitte ins Schleifen geraten. In der Folge würde uns über dem Süden eine feuchte und labile Luftmasse erhalten bleiben, was dann für im Tagesverlauf entstehende kräftige Schauer und Gewitter, lokal auch mit Unwetterpotential, sprechen würde. Laut der genannten Modelle würde die Konvektion in der Nacht auch nur zögerlich nachlassen - eine Konsequenz aus den Hebungsimpulsen des Höhentroges, der z. B. mit einer diffluenten Vorderseite aufwartet. IFS wie auch ICON oder COSMO-LEPS haben auch sehr moderate Signale für mehr als 30 l/qm in 24 Stunden im Köcher, teils sind diese aber eher auf Starkregen denn auf länger andauernde Niederschläge zurückzuführen. Rückseitig der Front fließt mit +3 bis -3°C in 850 hPa schon mal zumindest etwas kühlere Luft ein, die Maxima liegen am Tage nur noch bei 14 bis 20°C, in der Nacht zum Montag kühlt es ab auf 7 bis 3°C.
Von Montag bis Mittwoch lässt sich die Wetterlage so zusammenfassen, dass über Südosteuropa tiefer Luftdruck vorherrscht, während über dem südlichen Nordmeer (grob im Dreieck Schottland - Island - Südnorwegen) hoher Luftdruck dominiert. Während am Montag im Bodendruckfeld noch die Reste der Tiefdruckrinne erkennbar sind, die sich als Bodentrog von Polen zur Nordsee erstrecken und somit für die subpolaren Luftmassen den direkten Weg nach Mitteleuropa noch versperren (und in der Nordosthälfte, insbesondere aber an der Ostsee, für einzelne Böen Bft 7 sorgen), wird dieser Trog im Weiteren plattgemacht. Folglich sinken die 850er Temperaturen schon bis zum Montagabend deutschlandweit unter null (Alpen - Ostsee 0 bis -5°C), am Dienstagabend sind es dann -2 bis -5°C, ehe es am Mittwoch (niedertroposphärisch, aber nicht bodennah) wieder etwas milder wird. Für die Höchstwerte lässt das an den drei Tagen meist 12 bis 17°C erwarten, am Oberrhein mögen es zu Anfang auch noch mal knapp 20°C werden. Zwischen den genannten Druckgebilden weht der Wind mäßig, mitunter auch frisch, und exponiert (Berge, Küste) könnte sich auch mal eine Bft 7 einschmuggeln. Wer vermutet, dass sich in Richtung Nordwesten (weil näher am Hoch) die Sonne häufiger zeigt als im Südosten liegt richtig, wenngleich dies nicht für den Montag gilt. Am Montag trübt die Tiefdruckrinne respektive der Bodentrog noch das Wetter in weiten Teilen des Nordens, so dass zum Wochenbeginn der Südwesten am sonnigsten werden sollte, eventuell halten die Küsten bei auflandigem Wind bezüglich der Sonnenscheindauer aber mit. Was die Sache allerdings weiterhin kompliziert gestaltet ist der Kaltlufttropfen über Norddeutschland. Dieser soll am Montag zum Böhmischen Becken ziehen, dann aber einen weiteren Kaltlufttropfen in seine Zirkulation einbinden. Dieser zweite Kaltlufttropfen würde dann laut des deterministischen Laufs von IFS am Dienstag und Mittwoch von Nord nach Süd über Deutschland geführt und erst am Donnerstag nach Süden abziehen. Die Höhenkaltluft bringt noch ein bisschen Überraschungspotential mit, insbesondere bezüglich lokaler Schauer, bei denen einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen sind. Und: Die Nächte werden kalt! Luftfrost ist zwar wohl nur sehr vereinzelt zu erwarten, aber Frost in Bodennähe könnte in windgeschützten Lagen verbreiteter auftreten.
In der erweiterten Mittelfrist soll ein weiterer Schwall Kaltluft zu uns kommen, dabei bleibt es wechselhaft.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die am Wochenende von West nach Ost über Deutschland hinwegziehende Tiefdruckrinne mit eingelagerten Niederschlägen wird im aktuellen Modellauf deutlich kräftiger gerechnet als noch in den Vorläufen. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass im Gegensatz zu den Vorläufen inzwischen auch der Höhentrog einen deutlich markanteren Charakter aufweist. In der ersten Hälfte der kommenden Woche sorgen Tiefdruckgebiete in der Höhe für einen teils wechselhaften Charakter des Wetters, die Modellkonsistenz könnte aber auch diesbezüglich besser sein (was bei Kaltlufttropfen nicht überrascht). Immerhin: Die großräumige Verteilung der Hochs (südliches Nordmeer) und Tiefs (Südosteuropa) ist unstrittig.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Schon relativ früh läuft die internationale Phalanx auseinander. Während das Übergreifen der Front in der Nacht zum Samstag noch bei allen auf der Agenda steht, soll die Front laut GFS und IFS am Sonntag komplett über Deutschland hinwegziehen. Dagegen denken ICON und UK10 ein Schleifen der Front über der südlichen Mitte an, was am Sonntag über dem Süden kräftige Gewitter, auch mit Unwetterpotential bedeuten könnte, was IFS und GFS trotz eines verregneten Sonntags so eben nicht auf der Agenda haben.
Bezüglich des Kaltlufttropfens in der ersten Hälfte der kommenden Woche hat jedes Modell seine ganz eigenen Vorstellungen - und das wird vermutlich auch noch eine gewisse Zeit so bleiben. Zuerst müssen die Modelle nämlich mal ihre Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Frontpassage klären, vorher ist auch beim Kaltlufttropfen keine Annäherung zu erwarten. Immerhin: Die Konstellation "hoher Luftdruck Nordwesteuropa" gegen "tiefer Luftdruck Südosteuropa" wird für die erste Hälfte der kommenden Woche von allen vier genannten Modellen nachdrücklich angedeutet.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das IFS-Ensemble bietet im Zeitfenster +72 bis +96 Stunden nur ein Cluster an, der durchweg eine Blockierungslage anzeigt.
Im Zeitfenster +120 bis +168 Stunden werden fünf Cluster angeboten, vier durchweg in der Kategorie "Blocking"; nur der mit 7 Mitgliedern zweitkleinste wechselt zum Ende in die Kategorie "Atlantischer Rücken". Die avisierte Blockierungslage trägt natürlich dem markanten Hoch über Nordwesteuropa und Nordeuropa Rechnung, die "Störungen" durch den Kaltlufttropfen werden von den Clustern dagegen nicht aufgelöst.
Im Weiteren (+192 bis +240 Stunden) erfolgt eine Trennung in zwei Cluster (30 und 21 Mitglieder), die beide in die Kategorie "Atlantischer Rücken" tendieren. Dies unterstützt die Sichtweise des Hauptlaufs, der weiterhin auf eine kalte Phase setzt mit einem kräftigen Tief über Nordwestrussland und einem Hoch über Nordwesteuropa.
Die Rauchfahnen für Offenbach zeigen ab der Nacht zum Sonntag (mit übergreifen der Kaltfront) einen massiven Rückgang der 850er Temperaturen (von etwa +6°C auf etwa-3°C bis zum Montag, auch wird ein deutliches Absinken des Geopotentials angedeutet. Bemerkenswert ist, dass diese Änderungen mit einer geringen Zunahme der Streuung verbunden sind - man scheint sich innerhalb des Ensembles einig zu sein. Erst im Verlauf der kommenden Woche nimmt die Streuung deutlicher zu, der Hauptlauf liegt dabei am unteren Rand der Verteilung. Letztendlich steht uns aber bei allen Ensemblemitgliedern eine recht kühle Phase ins Haus.
Im Kern bestätigen die GFS-Ensembles die Aussagen des IFS-Ensembles bezüglich des Rückgangs der 850er Temperaturen. Allerdings hält das GFS einige wenige Einzellösungen parat, die mit dem Frontdurchgang ab der Nacht zum Sonntag nur einen sehr moderaten Temperaturrückgang simulieren. Alle die auf frühlingshafte Temperaturen hoffen sollten sich diese Permutationen (z. B. P4, P5, P8) genauer anschauen (das wärmt zumindest das Herz - die Wahrscheinlichkeit, dass die Wetterentwicklung ihnen folgt, ist aber gering).
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Für Samstag und Sonntag deutet der EFI klimatologisch signifikant über dem Mittel liegende Temperaturen an.
WIND:
Am Sonntag in Nordfristland geringe Wahrscheinlichkeit für steife Böen Bft 7.
Am Montag in der Nordosthälfte, insbesondere an der Ostsee, einzelne Böen Bft 7 nicht ausgeschlossen.
GEWITTER:
In der Nacht zum Sonntag in Verbindung mit einer von Nordwesten hereinschwenkenden Kaltfront, am Sonntag an der Kaltfront - und eventuell auch im Süden abseits der Kaltfront - starke Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen nicht ausgeschlossen. Im Süden lokal auch Unwetter-Starkregen nicht ausgeschlossen.
In der ersten Wochenhälfte lokal einzelne kurze Gewitter nicht ausgeschlossen.
FROST:
In den Nächten zum Dienstag und Mittwoch regional leichter Frost nicht ausgeschlossen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Martin Jonas





