Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 01.03.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Überwiegend Hochdruckeinfluss und keine markanten Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... In der Nacht zum Montag kommt die Warmfront des Tiefs südöstlich von Island etwa bis Dänemark voran und streift mit dichter Bewölkung und etwas Regen den Norden Deutschlands. Auch im äußersten Südosten halten sich noch Restwolken eines kleinen Cut-Off-Tiefs über den Zentralalpen, das sich aus dem nunmehr über Polen liegenden Trog abgetrennt hat. Dazwischen verläuft die Nacht zunächst gering bewölkt oder klar. Vor allem im Süden und in Mittelgebirgstälern ist die Nebelneigung aber recht groß. Darüber hinaus muss von der Lausitz bis nach Baden-Württemberg und zur Pfalz mit leichtem Frost gerechnet werden. Der Wind ist nur im Nordwesten deutlich spürbar und dreht auf Süd bis Ost.
Montag ... gelangt Deutschland von Westen unter die Achse des Höhenrückens, der sich noch weiter kräftigt, so dass sich im Norden ein abgeschlossenes Höhenhoch bildet. Im Bodendruckfeld bleibt weiter das Hoch IACKL wetterbestimmend, dessen Schwerpunkt nun von Tschechien bis in die Ukraine und nach Rumänien reicht mit einem Keil, der nach Südostdeutschland weist. Somit erwartet uns nach teils zögernder Nebelauflösung in weiten Landesteilen ein sonniger Tag. Etwas mehr Wolken halten sich noch im Bereich der ostwärts abziehenden Warmfront im Nordosten, vor allem am Vormittag kann es noch vereinzelt etwas regnen. Im Süden beginnt der Tag vor allem im Donauraum mit dichten Nebelfeldern, die sich teils nur sehr zögernd auflösen. Am Nachmittag sollte sich aber auch dort weitgehend die Sonne durchgesetzt haben.
Nicht unerwähnt bleiben sollte unser oben erwähntes Cut-Off-Tief, das sich über die Alpen hinweg ostwärts bewegt. Eventuell reicht die Hebung sogar aus, um im Alpenraum den ein oder anderen schwachen Schauer auszulösen. An der Westflanke des Hochs kommt wieder die Advektion warmer Luftmassen in Gang. So erwarten uns häufig sehr milde Höchstwerte zwischen 15 und 18 Grad. Bei zäherem Nebel im Süden und bei den dichteren Wolken im Nordosten liegen die Höchstwerte zwischen 11 und 14 Grad.
In der Nacht zum Dienstag kann sich der Hochdruckeinfluss hierzulande weiter stärken. Zudem baut sich ausgehend von IACKL eine Hochdruckbrücke auf, die über den Nordwesten Deutschlands und die Britischen Inseln verläuft und schließlich Verbindung zu dem Azorenhoch aufnimmt. Somit gestaltet sich die Nacht ruhig und neben ein paar hohen Wolkenfeldern im Osten und Nordosten auch vielfach klar. Im Süden bilden sich vor allem im Bereich der Flussniederungen später wieder Nebelfelder. In der Südosthälfte gibt es häufig leichten Frost, mit Bodenfrost muss abgesehen vom äußersten Westen und Nordwesten fast überall gerechnet werden.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... Die Aussagen vom Frühbericht haben Bestand. Im Hinblick auf das Warnmanagement ergeben sich keine Änderungen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle haben sich bezüglich der Wolkenprognose ganz im Norden in der Nacht zum Mittwoch angeglichen. Nun berechnet auch ICON-EU (wie zuvor schon IFS und GFS sowie UK10) in Schleswig-Holstein Bewölkungsrückgang mit Frostgefahr hinter der schwachen Kaltfront des zu den Lofoten ziehenden Tiefs.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 01.03.2026 um 10.30 UTC
Zunächst trockenes und (sehr) mildes Frühlingswetter mit Nachtfrostgefahr. Zum Ende der Woche eventuell wieder unbeständiger.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 08.03.2026
Die am kommenden Mittwoch beginnende Mittelfrist ist geprägt von Hochdruckeinfluss und einer in der Folge weitestgehend trockenen, milden und sonnenscheinreichen Witterung. "Oh mega!" wird sich vielleicht manch einer denken, womit wir schon den Grund für diese Entwicklung gefunden haben: ein Omega in der Geopotenzialverteilung.
Am Mittwoch wölbt sich der dazugehörige Rücken vom westlichen Mittelmeerraum über Frankreich bis ins Nordmeer auf. Das korrespondierende, großräumige Bodenhoch liegt mit seinem Zentrum über Norddeutschland. Als kleiner Schönheitsfehler präsentiert sich ein Kaltlufttropfen, der sich über dem östlichen Alpenraum eingenistet hat. Dank Sonneneinstrahlung kann sich über den Alpen etwas Labilität aufbauen, was dort einzelne Schauer und vielleicht sogar ein kurzes Gewitter zur Folge haben dürfte.
Stromauf ist über dem Atlantik ein Trog zu finden, der Tuchfühlung zu einem zuvor abgetropften Höhentief über Marokko aufnimmt. Im Laufe des Donnerstags kommt die Trog-Rücken-Struktur (inkl. korrespondierender Bodendruckverteilung) etwas nach Osten voran. Die Achse des Rückens schwenkt über uns hinweg Richtung östliches Mitteleuropa, wo sich ein kräftiges, eigenständiges Höhenhoch entwickelt und in der Folge häuslich einrichtet. Damit dreht die Höhenströmung auf Süd und T850 steigt von 1 bis 4 Grad am Mittwoch auf 3 bis 8 Grad am Donnerstag.
Auf die 2-m-Temperatur hat das keinen signifikanten Einfluss. Im Westen und Südwesten steigt sie auf frühlingshafte Werte bis 18 Grad, am Oberrhein auch bis knapp 20 Grad, im Nordosten muss man sich mit Höchstwerten um 11 Grad zufriedengeben. Durch den schwachen bis mäßigen Ost- bis Südostwind wird sich die Luft aber vermutlich etwas kühler anfühlen, als sie eigentlich ist. Deutlich kühler wird es dagegen in den Regionen, in den sich Nebel- und Hochnebelfelder zäh halten. Denn diese werden sich in den Nächten vor allem in der Südhälfte gebietsweise bilden und gerade in den Flussniederungen zum Teil auch tagsüber länger halten können. Apropos Nächte: In den mitunter klaren Nächten ist in Teilen der Ost- und Südosthälfte mit leichtem Luftfrost zu rechnen. Leichter bis mäßiger Frost in Bodennähe wird dagegen nahezu bundesweit ein Thema.
Am Samstag tropft der atlantische Trog über Südwesteuropa ab, sodass sich eine Potenzialbrücke von den Azoren bis nach Mitteleuropa bildet. Am Boden verlagert sich der Ableger des Azorenhochs unter Kräftigung zunächst nach Norddeutschland/Südskandinavien und biegt am Sonntag ins östliche Mitteleuropa ab.
In der erweiterten Mittelfrist schwächt sich der Hochdruckeinfluss etwas ab, sodass es wieder etwas unbeständiger werden könnte.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen IFS-00-UTC-Laufs kann als sehr gut bezeichnet werden. Im Detail gibt es naturgemäß gewisse Unterschiede, was hauptsächlich die genaue Position und Verlagerung der Hochdruckgebiete über Deutschland betrifft. Selbiges gilt auch für die sie umgebenden Tiefdruckgebiete - besonders die in höheren Luftschichten ausgeprägten Exemplare. An der anhaltend trockenen und milden bis sehr milden Witterung in Deutschland ändert dies allerdings nichts.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Beim Vergleich mit anderen Globalmodellen (ICON, GFS, UK10) fällt schon zu Beginn auf, dass GFS und UK10 am Kaltlufttropfen über den Alpen festhalten. GFS lässt ihn am Freitag und Samstag sogar über die Osthälfte Deutschlands nordwärts ziehen und zeigt dort neben Quellbewölkung auch einzelne Schauer. Interessant wird am Freitag auch der Abtropfprozess des atlantischen Trogs. ICON lässt dies über Nordfrankreich geschehen und die vorlaufende Kaltfront auf die Westhälfte Deutschlands mit Regen und rückseitig -4 Grad in 850 hPa übergreifen, wo sie sich auch am das gesamte Wochenende über aufhält. "Vogelwild" wird es bei UK10: Demnach soll die Kaltfront sogar komplett über die Nordhälfte hinwegziehen und in ihrem Südteil quer über der Mitte liegen bleiben. Dazu soll das Trogresiduum weiter bis zur Ostsee ziehen, dort erneut abtropfen und das entstehende hochreichende Tief wieder zurück (also in südwestliche Richtung) in den Nordosten Deutschlands ziehen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte bestätigen zunächst die milde bis sehr milde und trockene Witterung. Ab Freitag zeigt der Temperaturtrend (850 hPa) leicht bergab (mit dem Hauptlauf am warmen Rand), wobei der Spread zunimmt und einzelne Member sogar eine deutliche Abkühlung zeigen. Die Vermutung liegt nahe, dass das auch die Member sind, die beim Niederschlag ab Freitag wieder ausschlagen. Die Option, dass der Atlantik es doch schafft, bei uns ab Freitag frontal aktiv zu werden, scheint also nicht nur extern, sondern auch IFS-intern zu existieren.
Beim Clustering ergeben sich für den Zeitraum von Freitag bis Sonntag 0 UTC drei Gruppierungen (C1: 26 Member, C2: 13, C3: 12), wobei Haupt- und Kontrolllauf im "schwächsten" Cluster C3 zu finden sind. Durch die Bank wird auf dabei auf Blocking gesetzt mit kräftigen Rücken, der sich über uns aufwölbt. C1 ähnelt dabei etwas der UK10-Lösung und lässt das Trogresiduum am Freitag/Samstag um den Rücken herum wandern und die Kaltfront zumindest über die Nordhälfte hinwegziehen. C2 ähnelt dagegen sehr C3, sodass man beide Cluster zusammenlegen könnte, die dadurch auf Augenhöhe mit C1 wären.
Von Montag bis Mittwoch 0 UTC (erweiterte Mittelfrist) werden ebenfalls drei Cluster angeboten, wobei C1 nun sogar 29 Mitglieder umfasst. Haupt- und Kontrolllauf sind im mit 18 Membern zweitstärksten Cluster integriert, Cluster 3 besitzt nur 4 Member. Auch wenn C1 offiziell dem Regime NAO+ zugeordnet wird (alle anderen durchweg Blocking) halten doch alle mehr oder weniger am blockierenden Rücken irgendwo über Mitteleuropa fest, wobei dieser durch fortwährende Trogvorstöße und Passagen von Kurzwellentrögen ganz schön in die Mangel genommen wird.
FAZIT: Der Frühling hält zwar weiter an, die Hinweise für Störungen, sei es durch frontale Aktivität des Atlantiks oder (kleinräumige) Höhentiefs, nehmen ab Freitag aber etwas zu. Abseits von Frost- und Nebelwarnungen dürften aber trotzdem kaum weitere Parameter auf der Warnkarte auftauchen - von markanten Ereignissen ganz zu schweigen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Es werden keine signifikanten Wettererscheinungen erwartet.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz





