Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 12.02.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Im Süden abnehmender Wind und Sturm, nachlassende Regenfälle und Ende der Dauerregen- und Tauwetterlage. Von Norden wieder kälter und allmählich nach Süden vorankommende Schneefälle.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Aktuell ... liegt die Frontalzone weiterhin weit südlich über der Iberischen Halbinsel und dem Mittelmeerraum. Bodennah hat sich eine südliche Westlage eingestellt, was bedeutet, dass sich die Tiefs auf recht südlicher Zugbahn ostwärts bewegen. Aktuell gibt es sehr viele dieser Tiefs, so dass über weiten Teilen Europas sehr niedriger Luftdruck herrscht. Um etwa die 1013er Isobare zu erreichen, müsste man derzeit zum Ural oder nach Andalusien reisen. Wetterbestimmend bei uns sind die Tiefs Ulrike I (auch als Nils bekannt), das am Abend über Ostdeutschland liegt, und Tamara über Irland. Diese sind rinnenartig miteinander verbunden und in diese Rinne ist auch eine Luftmassengrenze eingelagert, die die arktische Luftmasse (xA) über Skandinavien von einer erwärmten Polarluft (mPs) trennt, der derzeit auf der Rückseite von Ulrike I von Westen in unser Land einfließt.
Dementsprechend herrscht über Deutschland ein markantes Temperaturgefälle, wobei in 850 hPa über dem äußersten Norden -4°C registriert werden, südlich der Luftmassengrenze meist 0 bis +3°C. Bodennah liegen wir heute am frühen Abend ganz im Norden im Frostbereich, im Süden liegen die Werte dagegen allgemein über 5°C.
Bei so viel Tiefdrucktätigkeit sind natürlich auch Niederschläge zu erwarten: Im gesamten Norden kommt es im Umfeld der Luftmassengrenze zu stratiformen Niederschlägen, die in Schleswig-Holstein und im Norden Mecklenburg-Vorpommerns als Schnee fallen, der meist auch liegen bleibt, so dass sich eine wenige Zentimeter dicke Neuschneedecke bilden kann. Insbesondere von Kiel rüber über Fehmarn und später von Rostock die Küste ostwärts bis Nordvorpommern können etwas stärkere Schneefälle auch mal um oder etwas über 5 cm Neuschnee in wenigen Stunden bringen.
Auch weiter südlich kommt es zu Niederschlägen, dort überall als Regen. Weiter östlich ist mit dem Bodentief noch ein Höhentrog verbunden, hier sorgt Hebung für ein stratiformes Regengebiet. Weiter westlich sorgt ein weiterer Kurzwellentrog in etwas labilerer Luft für zahlreiche Schauer und schauerartige Regenfälle.
Kommen wir zuletzt noch zum Wind: Vor allem an der Südflanke von Tief Ulrike II ist der Druckgradient recht kräftig, so dass es dort bei westlichem Wind verbreitet zu steifen bis stürmischen Böen kommt, im Bergland und höheren Alpenvorland zu Sturmböen und auf exponierten Gipfeln zu schweren Sturmböen bis orkanartigen Böen. An der Nordflanke der Rinne weht der Wind dagegen recht frisch aus Nordost, so dass es einigen exponierten Abschnitten der Ostseeküste zu steifen Böen kommt.
In der Nacht zum Freitag zieht Tief Ulrike I nach Polen ab, während Tamara über Irland ein wenig südwärts zieht, sich aber deutlich abschwächt. Da hier aber ein markanter Kurzwellentrog von Norden her hereinläuft, der Tamara überläuft, entsteht südlich des Tiefs ein neues im Bereich der Bretagne, das den Namen Viviana (international Oriana) erhält.
Unsere Luftmassengrenze kommt an der Westflanke von Ulrike nur wenig südwärts voran, weil an der Front selbst nochmal ein kleines Wellentief von den Niederlanden nach Niedersachsen hereinzieht. Die Luftmassengrenze wird dabei zunehmend schärfer und liegt am Morgen auf einer Linie vom Emsland zur Oberlausitz. Schnee fällt insbesondere noch in Mecklenburg-Vorpommern, dieser zieht aber allmählich nach Polen ab. Insbesondere in Vorpommern können aber noch einmal stellenweise etwas über 5 cm zusammenkommen. Recht flächendeckend sollte sich dort zumindest eine dünne Schneedecke bilden. Ansonsten fällt an der Nordkante der Luftmassengrenze im Verlauf der Nacht vom westlichen Niedersachsen bis Hannover hinüber im Nachtverlauf zunehmend Schnee, hier können sich dann auch wenige Zentimeter akkumulieren.
Im Süden kommt es weiterhin zu Regenfällen, die aber von der Ausdehnung her abnehmen, so dass meist nur noch wenige Millimeter zusammenkommen. Lediglich an den Mittelgebirgen staut es noch gut an, so dass dort noch einmal 5 bis 15 mm Regen fallen können. Somit können die dort ausgegebenen Regen- und Tauwetterwarnungen erst einmal weiter bestehen bleiben und dann wie geplant in der Nacht oder morgen auslaufen.
Nun noch zum Wind: Mit dem Abzug des Tiefs Ulrike I nach Osten nimmt der Wind im Süden rasch ab. Vor allem im Bergland kommt es in den Nachtstunden noch zu starken bis stürmischen Böen, auf exponierten Bergen noch zu Sturmböen oder schweren Sturmböen, alles mit abnehmender Tendenz. Im Norden nimmt der Nordostwind von West nach Ost ab. An der Küste Rügens kann es dabei bis morgen früh noch einzelne steife Böen geben.
Die Temperaturen sinken nördlich der Luftmassengrenze auf +1 bis -2°C, südlich davon bleibt es deutlich milder, mit Tiefstwerten über 5°C vor allem im Südwesten.
Am Freitag ... schwenkt ein Randtrog Richtung Frankreich, Iberische Halbinsel und westliches Mittelmeer. Darin eingebettet erreicht der oben erwähnte kurzwellige Troganteil bis zum Abend den Westausgang des Ärmelkanals bzw. die Bretagne. Somit stellt sich über dem Vorhersagegebiet eine leicht flatternde westliche Höhenströmung ein. Tief Ulrike I zieht weiter Richtung Baltikum, während sich Tief Viviana unter Verstärkung bis nach Zentralfrankreich verlagert. Über der Iberischen Halbinsel wird eine weitere Zyklogenese initiiert, die in einem weiteren Tief resultiert, das am Abend über dem Löwengolf zu finden ist.
Somit kann nun auch die Tiefdruckrinne über dem Vorhersagegebiet langsam weiter nach Süden vorankommen, füllt sich aber langsam auf und erreicht am Abend noch die südliche Mitte (etwa Saarland-Main-Erzgebirge). Rückseitig folgt die Kaltluft aus Nordeuropa mit -3 bis -8°C in 850 hPa, während über Süddeutschland die 850-hPa-Temperatur vorderseitig des nach Frankreich ziehenden Tiefs wieder auf knapp über 0°C steigt.
Zwischen dem abziehenden Tief über dem Baltikum und dem sich nähernden Tief über Frankreich verliert die Luftmassengrenze vorübergehend an Wetteraktivität und die Niederschläge klingen weiter ab. Weiter nördlich schneit es aber weiterhin, vor allem von Niedersachsen bis nach Brandenburg. Vor allem in Teilen Niedersachsens können teils 5 bis 8 mm Niederschlag als Schnee fallen, der allerdings bei Temperaturen, die zumindest teilweise etwas über die 0°C-Marke steigen dürften, nicht komplett als Schnee liegen bleiben werden. Dennoch können teils auch im Flachland um 5 cm Neuschnee akkumulieren, im Harz und im Weserbergland auch etwas mehr.
Weiter südlich kommt nicht mehr viel an Regen zusammen, so dass die letzten Dauerregenwarnungen auslaufen können. Vor allem an den Alpen und im Alpenvorland bleibt es meist trocken und dort kann sich auch zeitweise die Sonne durchsetzen, ebenso vielleicht am Nachmittag auch an der Ostsee. Der Wind flaut weiter ab und ist im Tagesverlauf auch in den Gipfellagen nicht mehr warnrelevant.
Während die Höchsttemperaturen in der Nordhälfte meist Werte zwischen 0 und 3°C erreichen und auch in der Mitte im Tagesverlauf auf unter 5°C sinken, wird es vor allem südlich von Main und Mosel nochmals sehr mild mit Maxima zwischen 7 und 13°C.
In der Nacht zum Samstag kommt der Kurzwellentrog über Frankreich südostwärts voran und tropft schließlich über dem Löwengolf bzw. Golf von Genua ab. Im Zuge dieses Prozesses entwickelt sich das Tief über dem Löwengolf auf seinem Weg nach Osten zu einem veritablen Sturmtief, es bleibt also bis auf Weiteres sehr unruhig im Mittelmeerraum. Das nördliche Trogresiduum kommt allmählich Richtung Vorhersagegebiet voran. Das Bodentief über Frankreich füllt sich im Zuge der Zyklogenese weiter südlich zwar langsam auf, zieht aber noch Richtung Westalpen. Somit kommt auch die Luftmassengrenze über dem Vorhersagegebiet zunächst nicht weiter nach Süden voran.
An deren Nordflanke fällt in der Mitte und in der Osthälfte noch etwas Schnee, mehr als 1 bis 5 cm kommen aber kaum zusammen, im Norden und Westen bleibt es weitestgehend trocken. An der Nordflanke des zu den Westalpen ziehenden Tiefs greifen allerdings im Nachtverlauf weitere Niederschläge auf den äußersten Westen des Landes über (am ehesten Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordbaden), die dort auch teilweise bis in tiefe Lagen als Schnee fallen. Die räumliche Verteilung und Intensität der Niederschläge sind aber noch unsicher.
Ansonsten bleibt es aber im Süden und Südosten überwiegend trocken und vor allem im Südosten Bayerns auch aufgelockert, teils gering bewölkt. Dort kann sich dann örtlich Nebel bilden und auch leichten Frost geben. Verbreitet frostig wird es dagegen in der Mitte und im Norden, bei aufgelockerter Bewölkung kann es ganz im Norden auch mäßigen Frost geben. Im Südwesten bis in die südliche Mitte bleibt es dagegen frostfrei. Der Wind legt zwar mit dem in die Westalpen ziehenden Tief vor allem in der Mitte aus Nordost wieder zu, erreicht aber höchstens in einigen Gipfellagen in Böen Bft 8.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Der Samstag ... wurde in der Frühübersicht hinreichend beschrieben.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren die synoptische Lage der ähnlich. Leichte Unterschiede tun sich noch bei der Lage und Stärke des Niederschlagsgebiets auf, das sich am Samstag formieren soll (siehe Frühübersicht).
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 12.02.2026 um 10.30 UTC
Unbeständig, mit wiederholten teils länger andauernden Niederschlägen, im Norden nasskalt, im Süden zeitweise milder
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 19.02.2026
Im ab Sonntag beginnenden Mittelfristzeitraum dominiert ein Langwellentrog über dem Nordostatlantik und Skandinavien das Wettergeschehen in Mitteleuropa. An seiner Südflanke laufen Randtröge südostwärts nach Ost- und Südosteuropa. In Deutschland dominiert Tiefdruckeinfluss, Hochdruckeinfluss findet allenfalls in der Form von Zwischenhochs statt.
Am Sonntag verlässt ein Randtrog Deutschland rasch ostwärts. Es folgt ein flacher Rücken nach, der am Boden ein Hochdruckgebiet stützt, das bis zum Abend seinen Schwerpunkt bereits nach Nordostpolen verlagert. Dann kommt Deutschland auf die Vorderseite eines Troges über den Britischen Inseln, der Montagfrüh Westdeutschland erreicht. Die zuvor eingeflossene polare Meereskaltluft mit -6 bis -14 Grad in 850 hPa wird in der Nacht zum Montag ostwärts verdrängt und durch mildere Meeresluft (-1 bis -7 Grad) größtenteils ersetzt. Schneefälle im Süden ziehen sich an die Alpen zurück und klingen ab. Neue Niederschläge im Zusammenhang mit einer Okklusion eines Tiefs bei Schottland erreichen am Abend den äußersten Westen Deutschlands und breiten sich in der Nacht zum Montag ostwärts. Im Nordosten und Osten bleibt es noch trocken. Anfangs fällt verbreitet Schnee, dieser geht im Westen und Südwesten in Regen über.
Am Montag und in der Nacht zum Dienstag schwenkt der Trog unter Verlängerung seiner Amplitude ostwärts und erstreckt sich Dienstagfrüh von der Nordsee bis zur Adria. Das angesprochene Tief bei Schottland zieht zum Nordteil der Nordsee, die dazugehörige Okklusion kommt über dem Süden relativ rasch, nach Norden dagegen nur langsam ost- bzw. nordostwärts voran. Die Temperaturen in 850 hPa liegen anfangs zwischen -7 Grad im Nordosten und -1 Grad im Südwesten Deutschlands. Bis Dienstagfrüh liegen sie verbreitet um -5 Grad. Bodennah wird vorderseitig der Okklusion im Norden und Osten mit östlicher Strömung Kaltluft advehiert. Niederschläge fallen dort überwiegend in der festen Phase. Im Süden und Westen dominiert in tiefen Lagen die flüssige Phase. Im Übergangsbreich kann gefrierender Regen nicht ausgeschlossen werden. Durch die Labilisierung des Troges sind im Südwesten einzelne Gewitter, teils mit Graupel wahrscheinlich. Zudem frischt im süddeutschen Bergland der westliche Wind kräftig bis stürmisch auf.
Am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Trog vor allem im Südteil ostwärts und erstreckt sich Mittwochfrüh von der Nordsee nach Rumänien. Die Strömung über Deutschland wird zunehmend zonal. Gleichzeitig verlagert sich das Nordseetief nach Dänemark. Die Okklusion kommt damit zögernd bis zur Ostsee voran und löst sich auf. Über dem Südwesten Deutschlands stützt ein flacher Rücken ein schwaches Bodenhoch, das rasch ostwärts wandert. Ein an die Frontalzone gekoppeltes Tief erreicht in der Nacht zum Mittwoch Frankreich und zieht Mittwochfrüh zu den Vogesen. In 850 hPa liegen die Temperaturen zwischen -7 und -4, im Südwesten steigen bis Mittwochfrüh auf Werte um 0 Grad. Verbreitet kommt es mit nachlassender Tendenz zu Niederschlägen. Ab mittleren Lagen und im Nordosten fallen diese meist als Schnee. In der Südwesthälfte setzen mit dem Frankreichtief mäßige, skalige Niederschläge ein, die teils als Schnee teils als Regen niedergehen.
Am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag ist die Strömung in 500 hPa stark zonal geprägt. Der Jet in 300 hPa verläuft über Süddeutschland. Das Tief über Dänemark zieht unter Abschwächung langsam ostwärts. Das Tief bei den Vogesen zieht unter Abschwächung rasch ostwärts. In der Nacht zum Donnerstag erreicht ein neues Tief von Westen die Bretagne, Deutschland gelangt zunehmend auf dessen Vorderseite. Im Norden liegt die Temperatur in 850 hPa zwischen -8 und -5, im Süden um 0 Grad. Im Norden gibt es örtlich Schauer, meist in fester Phase. In der Südhälfte gibt es länger andauernde, teils mäßige Niederschläge, meist als Regen, am Nordrand des Niederschlagsgebiets teils bis in tiefe Lagen als Schnee. Im Süden frischt der südwestliche Wind im Bergland teils stürmisch auf.
Am Donnerstag bleibt die Strömung in der Höhe über Deutschland sehr zonal geprägt. Das Tief über Frankreich zieht über die Mitte Deutschlands ostwärts. Dementsprechend bleibt der Norden Deutschlands in polarer Meereskaltluft zwischen -10 und -5 Grad in 850 hPa, währen der Süden mit milder Meeresluft zwischen 0 und +3 Grad geflutet wird. Rückseitig fließt in der Nacht zum Freitag auch im Süden die polare Meereskaltluft aus Norden ein. Bis auf Teile des Nordens kommt es zu teils anhaltenden Niederschlägen. Im Süden fällt bis in höhere Lagen Regen, in der Mitte und im Norden im Übergang zur Kaltluft dagegen bis in tiefe Lagen Schnee.
Für die erweiterte Mittelfrist, sprich die zweite Wochenhälfte zeigt EZMW winterliches Wetter. In dieser Ausprägung ist der Hauptlauf aber ein Ausreißer.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Mittelfrist stimmt der aktuelle IFS-Lauf absolut mit dem gestrigen 0 UTC Lauf überein. Zum 12 UTC Lauf gibt es keine Konsistenz und mit der ist es ab Dienstag auch zum 0 UTC Lauf vorbei. So rechnet IFS nun ein kräftiges Tief über der Nordsee bzw. Dänemark statt eines einfachen (Rand-)Troges. Dafür ist das Tief, das sich auf die Britischen Inseln zu bewegt nun sehr viel schwächer und spaltet frühzeitig eine Zyklone über Frankreich ab. Dadurch ergibt sich in der Temperaturverteilung wieder ein Südwest-Nordost-Gefälle über Deutschland. Am Mittwoch wird die Strömung zonal, bevor am Donnerstag ein weiteres Tief Kurs auf Frankreich nimmt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Vergleich mit anderen Modellen ergibt ab Dienstag auch kein einheitliches Bild. Die Lage, Stärke und Zugbahn der Tiefdruckgebiete wird sehr unterschiedlich berechnet. Damit sind weder Temperatur, Niederschlagsmenge und -phase sowie Wind eindeutig prognostizierbar. Fest steht nur, dass Tiefdruckeinfluss die Mittelfrist bestimmt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Rauchfahnen:
Bis einschließlich Dienstag kommender Woche ist die Bündelung in 850 hPa noch recht eng. Nach einem Minimum am Sonntag findet deutschlandweit ein Anstieg um etwa 5 Grad zum Montag hin statt. Im Anschluss deutet sich eine leichte Abnahme der Temperatur an. Ab Dienstag nimmt die Streuung massiv zu, der Hauptlauf ist ab Freitag einer der kältesten des gesamten Ensembles.
Das Geopotenzial in 500 hPa zeigt bezüglich der Streuung ein ähnliches Bild. Ab Dienstag nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Wobei das Potenzial im Norden sehr wahrscheinlich niedriger bleibt als im Süden. Bis dahin gibt es am Sonntag ein Maximum und zu Wochenbeginn ein Minium, bevor vor allem im Süden ein leichter Anstieg zur Wochenmitte wahrscheinlich ist.
Die Ensembles von GFS schlagen in eine ähnliche Kerbe. Insbesondere ab Dienstag/Mittwoch nimmt die Unsicherheit deutlich zu.
Cluster:
Zu Beginn der Mittelfrist bis +96h (Montag 00 UTC) gibt es drei Cluster mit je 21, 20 und 10 Mitgliedern. Alle drei Cluster werden dem NAO+ Regime zugeordnet. Für Deutschland ergeben sich allerdings keine großen Unterschiede. Der Trogeinfluss ist in allen drei Clustern stark ausgeprägt.
Im Zeitraum bis +168 (Donnerstag 00 UTC) ergeben sich mit 6 Clustern die maximal mögliche Anzahl. Die Anzahl der Mitglieder reicht von 3 bis 11. Etwa zwei Drittel der Cluster gehören weiterhin dem NAO+ Regime an, etwa ein Drittel dem NAO- Regime. Trotz der vielen Cluster ergeben sich für Deutschlands nur Lösungen mit starkem Trogeinfluss. Unterschiede ergeben sich vor allem im Hinblick auf die Konturierung des Troges und die Frage ob und wie stark er nach Südosteuropa ausgreift.
Im Zeitraum bis +240h (Sonntag 00 UTC) ergeben sich dann drei etwa gleichgroße Cluster, die den Regimen NAO+, NAO- und Atlantischer Rücken zugeordnet sind. Neben der unterschiedlichen Stärke des Rückens westlich der Iberischen Halbinsel ergeben sich für Mitteleuropa vor allem Unterschiede in der Positionierung eines Troges über West- oder/und Mitteleuropa.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Das EFI zeigt am Montag für die Südhälfte teils deutliche Signale für den Parameter Niederschlag, in der Mitte und im Süden ebenfalls teils deutliche Signale für den Parameter Schneefall. An den Nachfolgenden Tagen werden die Signale jeweils schwächer.
Das EPS des EZMW zeigt gebietsweise schwache Signale für mehr als 10 l/qm als Schnee für Montag/Nacht zum Dienstag im Süden. Für das Allgäu zeigt das EPS hohe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 15 l/qm als Schnee in 24 Stunden und geringe Wahrscheinlichkeiten für mehr als 30 l/qm.
Im Schwarzwald gibt es geringe Signale für den gleichen Zeitraum für mehr als 30 l/qm Niederschlag.
Für die nachfolgenden Tage "verschmieren die Signale" zunehmend. Eine Aussage wird zunehmend schwierig, es gibt aber weiterhin schwache Signale für den Parameter Schnee und Niederschlag.
Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-MOS, zum Ende eher MOSMIX.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn / Thore Hansen





