Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 18.06.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
teils extremer Wärmebelastung.
Kommende Nacht im Westen und Nordwesten erste markante Gewitter. Freitag und Samstag dann quasi landesweit zwar nur örtlich auftretende, aber kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial (wg. Starkregen auch extrem). Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
---------------------------------------------------------------- Aktuell ... befindet sich das Vorhersagegebiet unterhalb eines breit angelegten Höhenrückens, der vom westlichen Mittelmeerraum über Mitteleuropa hinweg noch etwas nordwärts reicht, dann aber bereits deutlich abflacht. Flankiert wird der Rücken von Höhentrögen über Nordost-/Osteuropa und dem nahen Ostatlantik, woraus sich eine nur nur äußerst gering progressive Konstellation ergibt, die durchaus einem Omega-Muster ähnelt. Der westliche Höhentrog füttert den Rücken immer wieder mit Warmluft, wodurch er zwar tatsächlich peu à peu nach Osten vorankommt, von Westen her allerdings immer wieder regeneriert wird. Entsprechend dominiert landesweit Absinken. Das mit dem Rücken korrespondierende Bodenhoch "GORGIAS" hat sich mit seinem Schwerpunkt inzwischen nach Südosteuropa zurückgezogen und macht an seiner Westflanke den Weg frei für heiße Subtropikluft, die nun ungehindert von Nordafrika über die Iberische Halbinsel und Frankreich bis ins Vorhersagegebiet vordringen kann. Die Radiosondenaufstiege von 12 UTC registrierten 850 hPa-Temperaturen zwischen 10 Grad über Schleswig und 17 Grad in Altenstadt bzw. 19 Grad in Payerne (Schweiz), aktuell sind sie sogar noch um 1 bis 2 K gestiegen. Die Folge sind Maxima zwischen 35 Grad im Südwesten und 25 Grad ganz im Norden/Nordosten, an den Küsten blieb es noch ein wenig frischer.
Die advehierte Luftmasse zeichnet sich vor allem bedingt durch die bodennahe bzw. niedertroposphärische Erwärmung durch eine zunehmende und hochreichende Labilität aus und vor allem über Norddeutschland, nahe eines weiter nördlich schleifenden Frontenzuges, auch durch einen hohen Gehalt an niederschlagbarem Wasser (PPWs dort um oder über 30 mm), und im Bereich lokaler Feuchteflusskonvergenzen konnten kleinräumig auch mehr als 500 J/kg ML-Cape generiert werden, dennoch dämpfte das Absinken überwiegend die konvektive Aktivität. Lediglich in der Osthälfte hat es für den ein oder anderen schlappen Schauer gereicht, auf der tschechischen Seite des Böhmerwaldes sogar für ein recht kräftiges Gewitter, an der Station Jeleni fielen zwischen 15 und 16 Uhr 22 l/m². Und mit Hilfe der Orographie konnten am späten Nachmittag sogar pulsierende Einzelzellen im Südschwarzwald östlich des Feldberges getriggert werden.
Für die Wetterentwicklung in der kommenden Nacht gilt es aber nun, den Blick gen Westen zu richten, Richtung Ärmelkanal und Nordwestfrankreich/Belgien. Dort ist die südwestliche Höhenströmung nicht mehr antizyklonal konturiert, sondern eher glatt, und bei genauerem Hinsehen (am besten erkennbar in der IPV-Darstellung) lassen sich kleinere Störungen ausmachen. Diese konnten über Frankreich bereits dynamische Hebung generieren und entsprechend hat sich eine flache Tiefdruckrinne etabliert, angefüllt mit sehr labiler und energiereicher Luft (ML-Cape teils über 1500 J/kg). Die Scherungsbedingungen sind dort ebenfalls nicht zu verachten (20 bis 25 m/s hochreichend, über 10 m/s in den unteren 1 bis 2 km) und inzwischen hat sich über dem zentralen Ärmelkanal bzw. der Normandie ein mesoskaliges System etabliert, welches sich als mesoskaliger Wirbel (MCV) abbildet. An dessen Südflanke greift aktuell linienförmig organisierte Konvektion, fast schon ein klassisches Line Echo Wave Pattern (LEWP) von der Normandie auf Belgien über.
Im Laufe der Nacht verlagert sich dieses System weiter ostnordostwärts und wird spätestens um Mitternacht auch auf den Westen bzw. Nordwesten des Vorhersagegebietes übergreifen. Das geschieht zwar innerhalb eines zunehmend antizyklonal konturierten Umfeldes (die Störung zieht rasch über Friesland und die südliche Nordsee hinweg nordostwärts, dahinter wölbt sich der Rücken erneut ein wenig auf, dennoch entwickelt ein solches System üblicherweise eine gewisse Eigendynamik und dürfte, vorausgesetzt, es steht oberhalb der stabilen Grundschicht noch genügend konvektive Energie (MU-Cape) zur Verfügung, die Nacht hindurch bis in die Frühstunden überleben.
Die Folge sind Schauer und auch einzelne Gewitter, die über NRW, vielleicht noch das nördliche Rheinland-Pfalz und vor allem aber über das Weser-Ems-Gebiet hinweg langsam ostwärts ziehen. Die aktuellen ICON-RUC-Läufe gehen inzwischen von zwei MCS aus (NRW und Weser-Ems-Gebiet), wobei das nördliche aktuell zwar etwas schwächer ist, aber in eine Region mit "energiereicherer" Luftmasse zieht als das südliche. Als Begleiterscheinung im Fokus steht in erster Linie der Starkregen (mehr als 15 mm in kurzer Zeit), aber vor allem zu Beginn ist auch noch kleinkörniger Hagel möglich, stürmische Böen bzw. Sturmböen sind nicht ausgeschlossen.
Dass Unwetterpotenzial solcher Systeme ist zwar mangels Scherung nur gering, dennoch kann es bzgl. Starkregen nicht vollends ausgeschlossen werden. Im übrigen Land verläuft die Nacht wettertechnisch ruhig. Im Osten und Südosten sowie in weiten Teilen der Mitte ist der Himmel überwiegend nur gering bewölkt oder klar und zumindest im Südosten kühlt es nochmals auf angenehme 17 bis 12 Grad ab, in höher gelegenen Mittelgebirgstälern auch darunter. Ansonsten bleibt die Nacht bereits sehr mild, in einigen Regionen auch unangenehm warm mit Minima zwischen 22 und 17 Grad; vor allem in Ballungszentren West- und Südwestdeutschlands sowie in mittleren Höhenlagen der dortigen Mittelgebirge werden die 20 Grad oft nicht mehr unterschritten.
Freitag ... ändert sich an der großräumigen Konstellation nur wenig. Die Hauptachse des Ostatlantiktroges nähert sich bei weiterer Amplifizierung nur langsam den Britischen Inseln an, wodurch die Höhenströmung vor allem westlich von uns etwas aufsteilt. Darin eingebettet, greift ein etwas "kompetenterer" Randtrog im Tagesverlauf auf Süd- und Westfrankreich über. Im Bodenfeld zieht sich das Hoch noch weiter nach Osten zurück, wodurch die sich im Tagesverlauf vertiefende Rinne von Nordfrankreich und Belgien her nun auch auf Nordwestdeutschland übergreifen kann. Damit einher geht eine weitere Labilisierung und Anfeuchtung der zu uns advehierten subtropischen Luftmasse, die abends 850 hPa-Temperaturen zwischen 17 Grad im Nordosten und 21 Grad im Süden aufweist. Die Luftmasse ist nach wie vor unterm Rücken "gedeckelt" (CIN), der vertikale Austausch dadurch eingeschränkt und vor allem im Bereich lokaler bzw. innerhalb der Rinne über Nordwestdeutschland auch großräumiger und hochreichender Feuchteflusskonvergenzen steigen die PPWs auf 30 bis 40 mm bei einer ML-Cape von gebietsweise 500 bis 1500 J/kg, über Norddeutschland örtlich auch über 2000 J/kg. Lediglich im Südwesten und Süden wirkt das Absinken noch dämpfend und entsprechend erreichen die Instabilitätsparameter dort selbst in den Mittelgebirgen bzw. am Alpenrand nicht ganz diese hohen Werte. "Dynamisch" fehlt es nun allerdings an jeglichen Impulsgebern für Konvektion. Das Umfeld ist antizyklonal, von kurzwelligen Troganteilen, etc. keine Spur. Dennoch dürften wir angesichts der durchaus "explosiven" Luftmasse keineswegs leer ausgehen. Als Trigger für neue Konvektion müssen bei solchen Lagen oft ältere, bereits vorhandene konvektive Systeme bzw. ihre Überreste herhalten. Und das wird auch dieses Mal der Fall sein. Die beiden MCS aus der Vornacht bzw. deren Überreste kommen im Tagesverlauf langsam ostnordostwärts voran, laufen erst einmal in die vormittägliche "Depression" und schwächen sich ab. Die aktuellen ICON-RUC-Läufe und auch I-D2 lassen das nördliche System über Hamburg hinweg bis zum Mittag/Nachmittag nach Ostvorpommern ziehen, wobei die Abschwächung nach Lesart des ICON-RUC nur marginal ausfällt und am späten Vormittag/Mittag erneut eine deutliche Intensivierung über Vorpommern mit sogar superzellulären Ansätzen simuliert wird mit zumindest markanten Begleiterscheinungen (Unwetter nach ICON-RUC durchaus möglich), ehe das MCS nach Polen abzieht. Das südlichere MCS bleibt generell schwächer, was angesichts der etwas ungünstigeren Zutaten (weniger Cape, weniger PPW) nicht verwunderlich ist.
Beide Systeme produzieren mindestens jeweils eine, wahrscheinlich aber mehrere Outflow-Boundaries, die zunächst recht rasch, später aber immer langsamer südwärts Richtung Mittelgebirge ziehen und im Zusammenspiel mit der Orographie durchaus als Trigger für neue Auslöse dienen könnten und wohl auch werden. Wo diese dann letztendlich stattfindet, ist noch unklar; ICON-RUC ist sehr defensiv aufgestellt und simuliert lediglich über Brandenburg, Ostthüringen und Sachsen neue Gewitter. ICON-D2 und SuperHD haben dagegen eher die westlichen Mittelgebirge (SuperHD auch die zentralen) auf der Agenda, während AROME es ab dem späten Vormittag/Mittag/Nachmittag auf ganzer Linie des Outflows des südlichen Systems, letztendlich von Brandenburg über Sachsen/Thüringen/Sachsen-Anhalt bis nach Franken, zünden lässt, was wiederum etwas übertrieben erscheint.
Eine zweite Region konvektiver Aktivität zeichnet sich dann am (eher späten) Nachmittag und Abend aber auch in den südwestdeutschen Mittelgebirgen sowie an den Alpen, insbesondere Richtung Allgäu, ab. Hier kommt die Orographie als Trigger ins Spiel.
Als Begleiterscheinungen steht vor allem der Starkregen im Fokus. Die Gewitter entstehen oft als pulsierende Einzelzellen und organisieren sich zu "blubbernden" Multizellensystemen, wobei vor allem im Bereich Schwarzwald/Alb bei günstigem Zusammenspiel mit der Orographie auch eine Superzelle nicht ganz ausgeschlossen ist. Dann kommt natürlich auch der Hagel ins Spiel. Von Unwetter kann bzgl. Starkregen kleinräumig ausgegangen werden, extremes Unwetter (über 40 mm/h) nicht ausgeschlossen. Hagel mit über 2 cm Korngröße ist bei stärkeren Entwicklungen vor allem im Anfangsstadium durchaus möglich. Bzgl. der Windentwicklung, vor allem bei Multizellenentwicklungen mit einem ausgeprägten Cold Pool, ist zu beachten, dass die Grundschicht insbesondere im Südwesten einen sehr hohen Spread aufweist (klares "inverted-V" in den Prognsesoundings, bis nahe 1000 J/kg D-Cape). Entsprechend ist dann in erster Linie an Gewittern in Schwaben und Südbaden durchaus mit Sturm- oder gar schweren Sturmböen zu rechnen, über 100 km/h sind nicht ausgeschlossen. Der Großteil des Landes geht dagegen leer aus, dazu gesellt sich die angesichts der hohen Taupunkte (insbesondere in Nord- und Westdeutschland über 20 Grad) als unangenehm empfundene Hitze, was eine starke, im Westen auch extreme Wärmebelastung zur Folge hat. Abgesehen von Küstenabschnitten mit auflandigem Wind, die es insbesondere an der Ostsee gibt, sowie den vorgelagerten Nordseeinseln werden die 30 Grad landesweit überschritten, im Westen, Südwesten und in der Mitte auch die 35 Grad. Die absoluten Maxima dürften sich im Bereich von 38 Grad bewegen, lediglich 1 bis 1,5 K von den absoluten Junirekorden entfernt.
In der Nacht zum Samstag schwächt sich die durch die Outflow Boundaries bzw. durch die Orographie getriggerte Gewitteraktivität allmählich ab, vor allem anfangs kann es auch noch Unwetter geben. Insbesondere im osten und Süden, aber auch in teilen der Mitte ist es dann teils gering bewölkt oder klar, die Abkühlung hält sich aber in Grenzen, die Minima schwanken landesweit zwischen 23 und 17 Grad, lediglich in Senken und Muldenlagen im Südosten bzw. in den östlichen Mittelgebirgen kann es etwas frischer werden. Im Westen, Südwesten und in der Mitte könnten in Ballungszentren bzw. in mittleren Höhenlagen sogar rekordverdächtige Minima von 24 oder gar 25 Grad ins Haus stehen, vor allem in bewölkten Regionen bzw. dort, wo Outflow Boundaries größerer Gewittersysteme (dazu im nächsten Abschnitt) nochmals kurzzeitig für Durchmischung und deutliche Erwärmung der vor schon ausgekühlten Grundschicht sorgen ("Heatbursts"). Bereits im Laufe der ersten Nachthälfte gilt es erneut, den Blick gen Westen zu richten. Der Randtrog über Frankreich kommt langsam nordostwärts voran und greift in der zweiten Nachthälfte auf Westdeutschland über. Vorderseitig kann nun dynamische Hebung wirksam werden und dient bereits abends, vielleicht auch schon nachmittags als Impulsgeber für Gewitter im Bereich der Tiefdruckrinne über Benelux. Bei nur mäßiger Scherung, aber für hiesige Verhältnisse extremer Instabilität (Werte siehe weiter oben) ist von starken Multizellensystemen auszugehen, die durchaus auch eine gewisse Eigendynamik und günstige Scherungsbedingungen im Vorfeld sorgen können. Die Folge sind ein oder mehrere starke MCS, die im Laufe der ersten Nachthälfte auf den Westen und Nordwesten des Landes übergreifen. Dabei können - je nach Uhrzeit (je früher desto eher) - alle Parameter Unwetterpotenzial aufweisen: Hagel über 2 cm, Starkregen (auch extrem möglich) und - durchaus auch flächiger auftretend - schwere Sturmböen (100 km/h+).
Der Eintreffzeitpunkt wird von den Modellen noch mit größeren Differenzen simuliert. Sollte das erst in der zweiten Nachthälfte der Fall sein, wird es schwer, noch Unwetterpotenzial zu erreichen.
W3enn so ein System aber bereits in den Abendstunden hierzulande anlanden sollte, macht sogar eine Vorabinformation durchaus Sinn. Die Entscheidung darüber kann frühestens a, morgigen Vormittag gefällt werden.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... siehe Frühübersicht. Die Entwicklung im Detail ist von so vielen Parametern abhängig, dass es wenig Sinn macht, hier darüber zu spekulieren. Normalerweise steht nach Abzug der größeren MCS aus der Nacht - vielleicht "wüten sie nach Osten zu ja auch noch am Vormittag" - erst einmal eine Wetterberuhigung ins Haus.
Angesichts der Tatsache, dass der Rücken nun tatsächlich etwas nach Osten abgedrängt wird, die südwestliche Höhenströmung eine zyklonalere Kontur annimmt und die Subtropikluftmasse nicht ausgeräumt wird, dürfte die Beruhigung aber nur von kurzer Dauer sein. Spätestens abends/Nacht zum Sonntag geht es wieder los.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle fahren einen einheitlichen Kurs. Wie üblich bei konvektiven Lagen mit energiereicher Luftmasse und wenig Scherung lässt sich über Details nur spekulieren. Zumindest die mesoskaligen Systeme in der kommenden Nacht, am morgigen Vormittag und ab Freitagabend haben mehr oder weniger alle Modelle in petto.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 18.06.2026 um 10.30 UTC
Heiß mit einzelnen Gewittern, lokal Unwetter. Zum Wochenbeginn kann eine extreme Hitze im Südwesten nicht ausgeschlossen werden. Im Norden meist hochsommerlich warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 25.06.2026
Steuern wir zum Beginn der Mittelfrist im Südwesten der Republik auf eine historische Hitzewelle zu? Es gibt hierfür Anzeichen, die jedoch weiterhin Unsicherheiten unterworfen sind, was vor allem dem Eintrag der Energie vom Nordatlantik geschuldet ist. Wieviel der zonalen Wellenflussenergie wird in die sich wiederholt regenerierende negative Geopotenzialanomalie vor Westeuropa geführt und wieviel eher zonal in Richtung Skandinavien weitergeleitet? Abseits dieser Fragen erscheint über Südwesteuropa eine historische Hitzewelle immer wahrscheinlicher.
Bezüglich der Gründe (telekonnektiv), die zur Entwicklung dieser Hitzewelle führten sei auf die Mittelfrist vom letzten Samstag, den 13. Juni 2026 verwiesen. Da sich an den treibenden Kräften seitdem wenig geändert hat, können wir es uns heute erlauben nach einer kurzen/zusammenfassenden Einleitung direkt in die Mittelfrist eizusteigen, die sich vom Sonntag, den 21. Juni bis Donnerstag, den 25. Juni 2026 erstreckt.
Zusammengefasst gilt: Fortdauer des seit Tagen vom Nordpazifik über Nordamerika und Nordatlantik in Richtung Biskaya gerichteten Wellenflusses, der dort die letzten Tage und auch heute (18.6.) leicht konvergierend eine blockierende Antizyklone über Südwesteuropa aufbaut. Von dort nach Skandinavien gerichtete Wellenflüsse induzieren nicht nur eine weitere Blockierung im Uralbereich, sondern heben auch eine konstant nach Nordost vorhergesagte numerische Aufweitung des blockierenden Keils in Richtung Mitteleuropa hervor, der sich mit einer erneuten Austrogung vor Westeuropa während dieser Mittelfrist zusätzlich auch noch retrograd nach Westen ausweiten wird.
Zwischen anormal hohem Geopotential über dem tropischen Nordatlantik und dem Wellenzug im Norden wird beständig eine modifizierte tropische Luftmasse in Richtung Nordwesteuropa geführt: perfekt für den genannten "heat dome" Effekt (siehe Mittelfrist vom 13. Juni). Wiederholt aufflackernde Signale für Feuchteanomalien im Rekordbereich entlang des umfangreichen Atmosphärenflusses heben diese anormale Feuchte deutlich hervor. "The stage is set" aus der advektiven, wie auch thermodynamischen Sicht für eine zunehmend imposante Keilaufwölbung über Südwest- nach Westeuropa und einhergehend für eine Hitzewelle, deren "impact" man für die genannten Regionen gar nicht zu wenig hervorheben kann. Abhängig von der genauen Lage des Troges vor Westeuropa kann diese extreme Hitze auch für Mitteleuropa (vorübergehend?) ein Thema werden (besonders im Abschnitt "internationale Modelle" hervorgehoben).
Zusätzlich wird hervorgehoben, dass der Trog vor Westeuropa im IFS-ENS noch mit erheblichen Unsicherheiten sowohl bei seiner zonalen Platzierung wie auch bei der Ausprägung seiner Amplitude ausgestattet ist, sodass dessen Entwicklung noch als unsicher angesehen werden muss. Allerdings heben die Ensembles dessen Entwicklung soweit hervor, dass man mit Zuversicht darauf aufbauen kann (Abschnitt: internationale Modelle).
Die AKTUELLE MITTELFRIST beginnt am Sonntag mit einem steuernden Tief bei Island und über dem Europäischen Nordmeer, an dessen Südrand eine progressive Kurzwelle ostwärts geführt wird und dort mit dem Norwegischen Gebirge interagierend eine Leezyklogenese über Schweden induziert. Diese Entwicklung drückt eine Kaltfront in den Norden und Osten der Republik, die jedoch in den Keil reinziehend und unter ein umfangreiches Bodenhoch gelangend kaum wetteraktiv ausfallen dürfte. Nachfolgend weitet sich der Keil über Südwesteuropa erneut nordostwärts in Richtung Deutschland aus, bevor von Dienstag zum Mittwoch ein neuer, kräftiger Kurzwellentrog nach Norwegen/Schweden zieht und eine weitere Kaltfront nach Deutschland führt. Ein Blick auf die Memberschar beim Bodendruck des IFS-ENS hebt aber eine enorme Unsicherheit bei der die Welle begleitenden Bodentiefentwicklung hervor (auch ausgelöst durch die Unsicherheit des Energietransfers vom Nordatlantik). Zum Ende der Mittelfrist verstärkt sich der Keil von Südwesten erneut.
Bei all den Unsicherheiten von der großskaligen synoptischen bis zur mesoskaligen (Gewitter) Bühne fährt man wohl am besten, wenn man diese Mittelfrist recht grob zusammenfasst.
Sonntag und Montag verlaufen deutschlandweit freundlich oder sonnig. Während das sonnenscheinreiche Wetter über der Mitte und dem Süden auch in der Folge bis zum Ende der Mittelfrist weiter andauert, könnten im Norden zunehmend dichtere Wolkenfelder den Himmel passieren.
Tagtäglich muss man lokal bis regional mit Gewittern rechnen. Diese sind teilweise an die aktuell (noch?) in der Numerik vorhandenen Frontpassage im Norden und Osten (besonders ab Dienstag) gebunden und hängen sonst von kurzwelligen Troganteilen, variabler Schichtdicke, mesoskaligen Feuchteflusskonvergenzen (Outflow abgestorbener Gewitter oder orografisch induziert) oder Überhitzung ab, sodass eine Regionalisierung keinen richtigen Sinn macht. Teils hohes MUCAPE und von Süd nach Nord zunehmende Scherung halten aber zumindest ein lokales Unwetterrisiko tagtäglich aufrecht. Eine überregionale Unwetterlage ist keine auszumachen. Begleiterscheinungen, wie bereits die letzten Mittelfristen über verkündet, lauten: Hagel und Starkregen lokal bis in den Unwetterbereich, aber auch punktuell sehr hohes Böenpotenzial.
Die Hitzewelle hat weite Bereiche Deutschlands mehr oder weniger fest im Griff. Von Sonntag bis Dienstag liegen die Maxima bei heißen 30 bis lokal 36 oder 37 Grad (besonders den Rhein entlang mit den genannten Spitzenwerten), während es im Küstenumfeld mit 20 bis 26 Grad (am Dienstag bis 28 Grad) erträglicher bleibt. Von Mittwoch zum Donnerstag würde es dann von Norden deutlicher abkühlen mit 20 bis 25 Grad im Norden und 25 bis 31 Grad im Süden.
Leider sind dies für Süddeutschland und besonders für den Südwesten eher defensiv vorhergesagte Maximalwerte beim Blick auf die internationalen Modellverfahren, doch dazu mehr im Abschnitt "Internationales".
Die Nächte kühlen kaum ab, sodass insgesamt die Wärmebelastung sich immer weiter steigert. Je nach Bewölkungsanteil (teils durch Konvektion maßgeblich beeinflusst) liegen die Minima zwischen 25 und 17 Grad und könnten zum Ende der Mittelfrist von Nordwest nach Südost etwas auf 17 bis 12 Grad zurückgehen.
Der schwache bis mäßige Wind aus Nordost dreht im Verlauf auf Nordwest und kann zeitweise mäßig bis frisch daherkommen. Dies gilt natürlich nicht für Konvektionsböen, die je nach Ausprägung der Dynamik markant bis lokal unwetterartig daherkommen können.
Am Rande sei erwähnt, dass besonders nach Frankreich gerichtet ein hoher Eintrag von Saharastaub angenommen wird, der im warmen Förderband aufsteigend und zumindestens im Bereich der Biskaya/Nordfrankreich mit dem Atmosphärenfluss interagierend für Überraschungen in Form dichter Wolkenfelder gut sein kann. Man muss auch dies im Auge behalten, inwieweit die Bewölkungsreste uns ggf. im Westen/Südwesten erreichen könnten, um den Spitzenwerten (hoffentlich?) einen Strich durch die Rechnung zu machen.
In der erweiterten Mittelfrist weitet sich der Keil über Südwesteuropa polwärts aus, wobei wir mehr auf seiner Ostflanke liegen würden. Unter Hochdruckeinfluss würde zumindest in den Norden und Osten eine gemäßigtere Meeresluft einfließen, während die Hitze im Südwesten wieder zunehmen würde.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zum Einstieg in die Mittelfrist (Sonntag, der 21.6.) zeigen die jüngsten Modellläufe von IFS noch eine gute Übereinstimmung in Form eines nach Deutschland gerichteten Keils. Doch bereits hier nehmen die Unsicherheiten weiter westlich dramatisch zu.
Während der letzte Modelllauf des IFS einem Abtropfprozess vor der Biskaya recht wenig Beachtung schenkte, wird dieser im aktuellen Lauf (wie auch im 00Z Lauf vom 17. Juni) erneut mehr in den Vordergrund gestellt. Das Flattern der Lösungen hängt bei IFS mit der seit Tag andauernden Fragestellung zusammen, wieviel Energie von Westen in einen Abtropfvorgang/Langwellentrog vor der Biskaya einfließt und wieviel der Energie direkt nach Nordosten geführt wird. Auch im Ensemble wird dieser Trog noch mit sehr großen Unsicherheiten hervorgehoben, sodass diesbezüglich eine ungewöhnlich große Unklarheit hinsichtlich der genauen Entwicklung herrscht.
Sollte der Trog weniger stark ausgeprägt ausfallen, dann wäre eine zonaler ausgerichtete Frontalzone bis nach Mitteeuropa vorankommend eine Option mit einer Abkühlung im Norden und Osten (12Z Lauf vom 17. Juni), während bei einer kräftigeren Ausprägung des Troges der Keil stromab auch für uns dominieren würde (00Z Läufe vom 17. und 18. Juni). Zusätzlich zum variablen Energieeintrag schwanken auch die Intensitäten der nach Skandinavien ziehenden Kurzwellen und Bodentiefs, was wiederum entscheidet, wie aggressiv Fronten nach Deutschland (in den Keil) vorankommen können.
Bezüglich der Hitzewelle könnten wir im Südwesten der Republik mit historischen Maxima starten, was maßgeblich davon abhängt, wie östlich der Trog vor der Biskaya zum Liegen kommt. Diese Option ist erwähnenswert, aber eben noch unsicher.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Beim Blick auf die internationalen Modelle wird die Mittelfrist deutlich homogener erfasst. Allerdings ergeben sich auch hier größere Diskrepanzen bei der exakten Ausrichtung der Trog-/Keilstruktur über Südwesteuropa.
Problematisch bleibt weiterhin, dass der zonal gerichtete Wellenzug/Wellenfluss nicht nur durch teils rege Konvektionsereignisse in Nordamerika beeinflusst wird (siehe Inkremente-Analyse beim EZ), sondern auch durch Ex-Arthur im Golf von Mexiko/Amerika gestört wird. Diese Diskrepanzen äußern sich durch ein Flattern bei der Intensität und Ausrichtung des Polarfrontjets über dem Nordatlantik und das hat wiederum Auswirkungen auf das antizyklonale Rossbywellenbrechen vor der Biskaya und somit der Lage/Intensität des daraus hervorgehenden Abtropfprozesses/Langwellentroges. Diese Unsicherheit breitet sich stromab in die Lage und Intensität des Keils über Westeuropa aus, aber auch in die Intensität der (kurzwelligen) Tröge/Bodentiefs über Skandinavien. Eben diese Unsicherheit ist auch heute beim Blick auf die internationale Modellpalette in Form einer (allerdings überschaubaren) zonalen Streuung der Keil-/Trogachsen auszumachen.
Beim IFS-ENS liegt der Kontrolllauf westlich vom ENS und somit im Bereich maximaler Unsicherheit (sehr hohe normalisierte Standardabweichung). Die maximale Unsicherheit im Südwestquadranten könnte auf weiteres Amplifizierungspotenzial hinweisen, was den Trog kräftiger nach Süden, aber ggf. auch etwas westlicher ansetzen lässt.
Beim GEFS liegt das ENS bei der Platzierung des Troges bereits etwas westlicher mit geringer Unsicherheit, die jedoch im Ostquadranten vergleichsweise am Stärksten ausfällt, was auf eine geringe Korrektur nach Osten hinauslaufen könnte. Summa summarum scheinen beide Ensembles den Trog bezüglich der Lage recht gut zu erfassen und ein Mittelweg bei der Platzierung scheint aktuell realistisch.
Demnach wären nach den beiden Ensembles die 20 Grad-Isotherme in 850 hPa ein ständiger Begleiter bzw. zum Greifen nahe für den Südwesten der Republik. Beide Ensembles zeigen eine maximale Schichtdicke über Spanien und dem Westen von Frankreich und den Aufbau einer extrem heißen Luftmasse, in den det. Läufen teils bis in den Bereich von Rekordwerten vorstoßend.
Am Rande: die AI geht mit dem Gesagten mehr oder weniger konform einher.
Wieso wird nun aber so sehr darauf herumgepocht? Die adiabatisch forciert und advektiv gestützte Hitze über Westeuropa könnte bei richtiger Konstellation im Südwesten Temperaturwerte hervorrufen, die wirklich in die Kategorie "extrem" gehören würden. ICON 00Z mit solider Schichtdicke und 850 hPa Temperaturwerten von 24 Grad zeigte den Oberrhein entlang Maxima von bis zu 43 Grad an und auch im ICON-EPS setzt nahezu jeder Member auf 850 hPa Temperaturwerte von über 20 Grad (und das deutlich mit 22 bis knapp 25 Grad). Bei UK10 würde die Hitze in Richtung Großbritannien geführt mit ähnlichen Temperaturwerten in 850 hPa. Man kann dies als Extremlösungen ansehen, da die Entwicklung aber aus den Ensembles heraus soweit solide gestützt wird und die Intensität des Keils physikalisch begründbar vorhergesagt wird (z.B. beständiger Zustrom hoher TPW Werte vom Atlantik mit der Advektion sehr PV-armer Luftmassen), ist in den Augen des Verfassers ein Hinweis auf dieses Potenzial auf jeden Fall angebracht. Natürlich ist das Rauschen in der Numerik noch groß, die Entwicklung wird also weiterhin genau verfolgt, da der Impakt gar nicht hoch genug anzusetzen wäre (da im Südwesten bereits in eine dort anhaltende Hitzewelle übergehend).
Zum Ende der Mittelfrist zeigen ICON/EZ und GFS recht unisono eine umfangreiche Antizyklone über Südwest-/Westeuropa und tiefes Geopotenzial über Skandinavien. Je nach Geometrie des Keils könnte sich dabei ein deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur entwickeln.
Fazit: Die internationale Modellkette hat die Entwicklung während der Mittelfrist recht gut im Griff, wobei wir am östlichen Rand einer umfangreichen Keilaufwölbung über Südwest-/Westeuropa liegen. Ein daraus hervorgehendes Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur könnte extrem ausfallen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt die Mittelfrist über mit zwei Clustern und einheitlich mit dem klimat. Regime der "Blockierung". Der Kontrolllauf liegt dabei im zweiten Cluster. Für West- und Mitteleuropa ergeben sich dabei keine Unterschiede: Blockierung, soweit das Auge reicht. Interessanter ist dabei, dass der erste Cluster den Trog vor der Biskaya etwas östlicher ansetzt als der zweiter Cluster mit Kontrolllauf. Somit stützen mehr Member (55%) die östlichere Lage, die den Keil über Westeuropa noch effektiver stützen würde. Bezüglich der adiabatischen Erwärmung über Frankeich keine erfreulichen Nachrichten. Es darf nicht vergessen werden: was in Frankreich an anormaler Wärme niedertroposphärisch erzeugt wird, kann (kein Muss!) tendenziell auch zu uns advehiert werden.
In der Folge bleiben drei Cluster beim klimat. Regime der Blockierung (Kontrolllauf findet sich im ersten Cluster ein). Der erste und zweite Cluster basteln jeweils an einer sehr soliden Wellenkonfiguration über Westeuropa, die in einen anormal kräftigen Keil über Westeuropa mündet. Beide Cluster weisen sich durch ein recht homogenes Vorhersageverhalten aus. Der dritte Cluster betont den Trog vor Westeuropa deutlich weniger stark, sodass der Keil über Westeuropa zwar weiterhin blockierend ins Geschehen eingreift, nicht aber die Intensität der beiden anderen Cluster entfalten kann. Es zeigt sich bei den beiden ersten Clustern auch, dass noch sehr unsicher ist, wie wetteraktiv mögliche Frontpassage für den Norden/Osten der Republik ausfallen - wenn überhaupt.
In der erweiterten Mittelfrist (ab dem kommenden Donnerstag) ändert sich bei Cluster 1 und 2 wenig mit einem erwarteten stationären Wellenzug, während im dritten Cluster der Keil über Mitteleuropa deutlich schwächer ausfällt - allerdings auch hier anfällig für retrograde Ausweitung bei neuer Austrogung über dem Nordostatlantik.
Zum Monatswechsel gaukelt das ENS mit nur einem Cluster eine sichere Vorhersage vor, wechselt dabei aber tagtäglich die klimat. Regimevorhersage und baut den Keil über Mitteleuropa im Rekordtempo ab. Keine Frage, hier dürfen noch Zweifel geäußert werden, wie genau dieser Zeitabschnitt real ausfallen wird.
Bei den Meteogramme in Deutschland ergibt sich bei der Temperaturvorhersage ein zu erwartendes Bild. Während diese im Nordosten beim Kontrolllauf eine hohe Schwankungsbreite zum ENS aufweist (abhängig von der im Kontrolllauf aufgelösten, aber weiterhin unsicheren Dynamik), liegt der Kontrolllauf im Westen und Süden insgesamt besser im Ensemblefeld. Aber auch hier springt der Kontrolllauf vergleichsweise deutlicher im Vergleich zum beruhigten ENS. Unter dem Strich wird aber die Mittelfrist hinweg im Süden und Westen durchweg Hitze mit Maxima von 30 bis 35 Grad gezeigt, während im Norden auch im ENS teils eine sinusförmige Signatur dank passierender Fronten/Tröge und Keilanteilen auszumachen ist.
Im Südwesten (Oberrhein) bleiben wir die Mittelfrist über auch im aktuellen ENS eng gebündelt bei Medianwerten um oder über 33 Grad! (mit zunehmender Streuung beinahe bis zum Monatsende anhaltend).
Die Niederschlagssignale sind spärlich vorhanden und heben ein latentes, aber nicht überregional auftretendes Gewitterrisiko hervor.
Die Rauchfahnen verlaufen bis einschließlich Dienstag gut gebündelt mit einem gut eingebetteten Kontrolllauf. Dabei liegen die 850 hPa Temperaturwerte im Nordosten zwischen 13 und 18 Grad, im Westen und Süden zwischen 18 und 21 Grad, mit teils noch höheren Werten im äußersten Südwesten. In der Folge streuen die Member weiter erheblich, verbleiben aber in Richtung Süden und Westen insgesamt auf einem höheren/sommerlichen Niveau.
Im GEFS ist ein ähnliches Grundverhalten auszumachen, die Streuung ab Dienstag ist aber deutlich ausgeprägter.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Gut mit den subsaisonalen Temperaturvorhersagen des IFS-ENS übereinstimmend hebt der EFI Temperatur/Maximaltemperatur Mittel- und Westeuropa mit deutlich erhöhten Signalen hervor, wobei die maximalen Abweichungen bei uns besonders im Westen und Süden zu finden sind. Diese Anomalie dauert die gesamte Mittelfrist an.
Die HITZE (Warnstufe 1 bzw. 2) bleibt im Westen/Süden durchweg ein Thema mit Höchstwerten um 30 Grad, regional auch über 35 Grad. Bei Taupunkten, die im Westen und Norden teils um 20 Grad verharren, fallen die Minima wenig erfrischend aus. Sie können im ungünstigen Fall (Restbewölkung absterbender Gewitter, oder adiabatischem Einfluss entlang der Mittelgebirge) lokal bei 24 Grad verharren, sonst aber eher auf 21 bis 17 Grad zurückgehen und im Norden zum Ende der Mittelfrist teils auch weiter absinken.
Die Option für einen extrem heiß temperierten Witterungsabschnitt im Südwesten (besonders den Oberrhein entlang) zum Beginn der kommenden Woche kann per se nicht als "unrealistisch" angesehen werden und soll zumindest erwähnt werden. In dem Fall wären Höchstwerte lokal um 40 Grad in dem genannten Bereich nicht ausgeschlossen. Diese Entwicklung heißt es weiter im Auge zu behalten bezüglich des als hoch anzusehenden Impacts (da auf eine bereits laufende Hitzewelle draufgesetzt). Die Unsicherheit ist aber noch hoch (auch dank eines zunehmenden Staubeintrags im Südwesten/Westen).
Abseits der HITZE besteht tagtäglich auf lokaler bis regionaler Ebene das Potenzial für kräftige GEWITTER, die bei reichlich MUCAPE und von Süd nach Nord zunehmender Dynamik gerne auch Unwetterpotenzial aufweisen können (Starkregen, Hagel) und auch mit punktuell hohem Böenpotenzial einhergehen. Schwerpunkte sind schwer auszumachen und abhängig von Faktoren, die teils erst am Vortag jeweils entschieden werden (Gewitteraktivität vom Vortag). Eine überregionale Unwetterlage ist aus heutiger Sicht aber (noch nicht?) zu erwarten.
Wenngleich nicht warnrelevant, so sei wenigsten in einem Nebensatz auf die teils hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr und weiter zunehmende Trockenheit hingewiesen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-ENS, GEFS, IFS, GFS, MOSMIX mit Anpassungen und auch ICON zum Wochenbeginn
berücksichtigend.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





