Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 18.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Anfangs Mittelding SEa/SEz (Südost antizyklonal/zyklonal), ab Samstag Übergang in Wz (West zyklonal)
Letzte (?) Eruptionen des Winters 25/26 - erst Schnee in Teilen West- und Süddeutschlands, dann in Bayern, danach deutliche Milderung.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... 18. Februar 2026 und was soll man sagen. Nur noch 10 Tage bis zum Ende eines meteorologischen Winters, der - endlich mal wieder möchte so mancher hinzufügen, während andere wiederum aus dem Fluchen gar nicht mehr rauskommen - tatsächlich auch winterliche Akzente gesetzt hat. Nicht immer und auch nicht überall, aber die Wetterberichte waren voll von Schneefall, Verwehungen, Glatteis, (strengen) Frost usw. Nun haben einige sicherlich die Nase voll von den "winterlichen Unbilden" und warten sehnsüchtig, dass der (Vor)Frühling Einzug hält. Nun, rein formal betrachtet ist das am übernächsten Sonntag der Fall, wenn am 1. März der meteorologische Frühling beginnt. Die Atmosphäre scheint, sofern man sich das mittelfristige Geschehen anschaut, ein Einsehen zu haben und beginnt schon am kommenden Wochenende damit, dem Atlantik nebst seiner Wettersysteme und milden Luftmassen das Feld zu überlassen (mehr Details dazu in der Synoptischen Übersicht Mittelfrist ab heute Mittag). Bevor es allerdings soweit ist, vergehen noch ein paar Tage, an denen der Winter nochmal nachhaltig auf sich aufmerksam machen will.
Zur Ausgangslage, die Deutschland auf der West-Südwestflanke eines negativ geneigten, vom Nordmeer bis hinunter zum östlichen Mittelmeer reichenden Potenzialtrog sieht. Knapp westlich von uns befindet sich ein flacher Rücken, so dass der Vorhersageraum unter einer vor allem nach Osten und Nordosten hin leicht zyklonal konturierten nordwestlichen Höhenströmung liegt. Das ganze System ist alles andere als progressiv und südostwärts schwenkende KW-Tröge sorgen dabei für leichte Hebungsimpulse, aus denen in der eingeflossenen Polarluft (T850 in der NO-Hälfte immerhin -7 bis -10°C) leichte Schneeschauer ohne die ganz große Akkumulation erwachsen. Im Tagesverlauf trocknet die Luftmasse etwas ab (von Norden Auflockerungen, Richtung Nordsee gar sonnige Abschnitte), weil sich vorderseitig des Rückens der kleine GERD, von Beruf Zwischenhoch, nach Norddeutschland vorschiebt. Die Schneeschauer ziehen sich somit mehr und mehr in den Bereich von Erzgebirge und Thüringer Wald zurück, wo es staubedingt am längsten flöckelt, bevor es im Laufe des Nachmittags auch dort immer weniger wird.
Dann, ja eigentlich schon vorher, richtet sich unser aller Blick in den Südwesten, wo die eigentliche Musik spielt. Ausgangspunkt ist das Tief XIRA, das quasistationär knapp west-nordwestlich von Irland liegt und dort schweren Zeiten entgegengeht. Zwar bringt es aktuell noch stattliche 980 bis 985 hPa auf die barische Waage, doch ein fettes, von Neufundland ostwärts vorstoßendes Orkantief gräbt der guten XIRA allmählich die Luft ab. Was also tun, wenn sich der Lebenslauf dem Ende entgegenneigt? - Ganz einfach, für Nachwuchs sorgen. Gedacht, getan, aktuell fällt der Luftdruck am Südrand des Muttertiefs und es bildet sich ein kleines Randtief (YAEL, int. Pedro), welches zunehmend das Heft atmosphärischen Handelns in die Hand nimmt. Vom Nordrand der Biskaya zieht YAEL in den Ärmelkanal, wo es sich bis Mitternacht auf etwa 990 hPa vertieft haben wird (die Mutter kommt zum selben Zeitpunkt nur noch auf rund 995 hPa). Das gemeinsame Frontensystem, genauer die Warmfront schwenkt über Frankreich in Richtung Südwestdeutschland, was nicht ohne Konsequenzen bleibt. Bereits im Vorfeld setzt kräftige WLA ein, die neben stratiformer Bewölkung auch skalige Niederschläge in den Südwesten bringt, der bis zum Abend etwa eine Linie Saarland-Alpenvorland erreicht. Dabei fällt zunächst überwiegend Schnee, bevor dieser in tiefen Lagen zumindest teilweise in Regen übergeht (vor allem Ober-/Hochrhein). Bis zum Abend kommen 1 bis 5, im höheren Südschwarzwald im Stau um oder etwas über 10 cm Neuschnee zusammen.
Darüber hinaus bleibt noch festzuhalten, dass sich tagsüber in weiten Teilen des Nordens und Nordostens sowie in den Mittelgebirgen leichter Dauerfrost hält, während es im Süden und Südwesten auf bis zu 6°C plus hochgeht.
In der Nacht zum Donnerstag erreicht nicht nur die durchaus baroklin geformte Warmfront den Süden und Westen des Landes. Vor allem die Regionen zwischen BaWü und NRW gelangen zudem unter die diffluente Vorderseite eines Troges, der dem langsam ost-nordostwärts wandernden Rücken im Nacken hängt. Mit anderen Worten, die Hebungsimpulse nehmen nicht nur frontal, sondern auch dynamisch zu, was nicht ohne Wirkung auf das Niederschlagsgeschehen bleibt. Das intensiviert sich nämlich z.T. merklich bei gleichzeitig langsamer Verlagerung bis etwa zu einer Linie Niederrhein-Rhön-Bayerischer Wald. Während die Schneefallgrenze im Südwesten auf Kammniveau oder darüber hinaus ansteigt, bleibt im vorderen Teil des Niederschlagsgebiets die Schneephase bis ganz unten erhalten. Und das, obwohl die Vorgeschichte nicht immer "gut" ist (Tageserwärmung, aber nur wenige abendliche Abkühlung). Die Hebungs- und Niederschlagsabkühlung wird´s richten und im unteren Bereich der Troposphäre für eine isotherme Schichtung um oder (Bergland) etwas unter dem Gefrierpunkt sorgen. Apropos Bergland, dort gesellen sich mit dem auflebenden (Hochlagen Böen 7, exponiert 8-9 Bft) noch Staueffekte dazu, so dass in Summe bis Donnerstag in einigen Mittelgebirgen (z.B. Spessart, Rhön, Taunus, Rothaargebirge) 10 bis 15, vereinzelt vielleicht bis zu 20 cm Neuschnee innert 6-12 Stunden fallen. In tieferen Lagen fällt das Quantum mit 1 bis 5, lokal möglicherweise mal bis zu 10 cm geringer aus, obwohl die Simulation des rein atmosphärischen Schneeanteils z.T. höher ausfällt. Der Schnee muss aber erstmal liegenbleiben und sackt aufgrund des hohen Feuchteanteils zusammen.
Es soll nicht verschwiegen werden, dass auch die Phase des gefrierenden Regens mit Glatteis nicht ganz aus dem Spiel ist. Wenn sich im Süden und Südwesten irgendwo noch irgendwelche Frostreste halten, kann beim Übergang von Schnee in Regen die gefrierende Phase nicht ganz ausgeschlossen werden. Wahrscheinlich nicht dramatisch (vorheriger Schneefall dämpft) und auch nicht überregional, was prophylaktisches Warnen aber auch schwierig macht. Völlig unbeeindruckt von den Geschehnissen im Süden und Westen zeigt sich der Rest der Nation. Dort präsentiert sich der Himmel teilweise sogar klar oder nur gering bewölkt, was die Temperatur gleich mal ordentlich abstürzen lässt. Vor allem im Nordosten steht mindestens mal mäßiger, punktuell sogar strenger Frost bis zu -12°C auf dem Zettel, während es beispielsweise in den tiefen Lagen im Westen und Südwesten häufig frostfrei bleibt. Insbesondere an der niedersächsischen Nordseeküste sowie auf Helgoland zieht der Ost-Südostwind merklich an mit Böen 7 Bft, exponiert 8 Bft.
Donnerstag... begibt sich YAEL auf nordfranzösisches Festland, wo sie sich bis hoch in die oberer Troposphäre reinbohrt. Solch Bohrarbeiten brauchen Energie - der Hand- und Heimwerker kennt´s - und somit verwundert es nicht, dass auch diese Tief an Substanz verliert und am Mittag nur noch auf etwas unter 1000 hPa kommt. Da die XIRA/YAEL-Familie aber offensichtlich zu den ganz Schlauen zählt, wird auch in diesem Fall rechtzeitig an Nachwuchs gedacht. Heißt im Klartext, vor der französischen Mittelmeerküste wird eine weitere Zyklogenese induziert, dessen resultierendes Tief zur Mittagszeit in Oberitalien aufschlägt. Es ist aus Evolutionsbetrachtungen heraus nachvollziehbar, dass die Atmosphäre mehr in das neue als in das alte Tief investiert, weshalb die Hebungsprozesse bei uns im Tagesverlauf nachlassen respektive ihren Schwerpunkt in den Süden des Landes verlagern. Am Vormittag allerdings schneit es in einem etwa vom Niederrhein über Nordhessen und Unterfranken bis zur Oberpfalz reichenden Korridor zunächst noch weiter. Dort ist die Baroklinität am höchsten (was in der Vorhersagekarte T+36h auch mit einer Front belegt wurde), dort greifen zunächst noch frontale Hebungsimpulse. Das dürfte bis Mittag nochmal für 1 bis 5, im Bergland lokal bis zu 10 cm Neuschnee gut sein, die üblichen Schwierigkeiten in der Verkehrsinfrastruktur gratis dazu.
Am Nachmittag verlagert sich das Haupthebungsgebiet (WLA + PVA) in den Süden, vor allem auf die bayerische Seite, wo es zu länger anhaltenden, bis in die Nacht zum Freitag andauernden Niederschlägen mäßiger bis starker Intensität kommt. T850 geht binnen kürzester Zeit von anfänglichen Plusgraden bis zu 4°C auf rund -5°C zurück, was natürlich ein Absinken der Schneefallgrenze bis ganz runter zur Folge hat. Nur Richtung BaWü bleibt sie höher, insbesondere nach Westen hin, wo aber auch nicht mehr viel Niederschlag fällt. Ganz anders die Situation in Bayern, wo außer im Nordosten akkumuliert bis Freitagmorgen 3 bis 10, im Alpenvorland von Nord nach Süd 10 bis 30, in Staulagen der Alpen lokal bis zu 40 cm (Favorit eindeutig das Allgäu) zusammenkommen.
Nach wie vor in der Rolle des interessierten Zuschauers befinden sich der gesamte Norden und Osten inkl. östlicher Mitte, wo es nicht nur trocken bleibt, sondern mitunter auch die Sonne die Aufmerksamkeit der Erdenbürger erregt. Wärmer als 0 bis 3°C wird es dabei aber nicht und zwischen SH und Vorpommern sowie in den Mittelgebirgen bleibt es dauerfrostig. Derweil bringt es der Oberrhein auf rund 10°C, während sonst meist 1 bis 6, im Südwesten bis zu 8°C auf der Karte stehen. Dazu weht in höheren Lagen sowie über der Deutschen Bucht ein flotter Wind aus östlichen Richtungen, der den Ostfriesischen Inseln und Helgoland Böen 7, vereinzelt 8 Bft bringt.
In der Nacht zum Freitag schiebt sich unser Freund GERD in Form einer abgeschlossenen 1020-hPa-Parzelle von Südskandinavien her in den Norden Deutschlands. Bei klarem oder nur gering bewölktem Himmel kühlt es in der NO-Hälfte verbreitet in den mäßigen, nach Osten hin stellenweise strengen Frostbereich ab. Im Westen und Süden wird´s weniger zapfig, entweder leichter Frost oder z.T. auch frostfrei. Dafür gibt es im Süden weitere Schneefälle, die sich aber mehr und mehr in die Regionen südliche der Donau und zuletzt an den Alpenrand bzw. das südliche Vorland zurückziehen. Ursache dafür sind die nachlassenden Hebungsprozesse in Folge von abebbender Baroklinität (Frontolyse) sowie Abzug des Tiefs von Oberitalien in Richtung nördlichen Balkan.
Freitag... kommen wir nicht wirklich zur Ruhe, weil besagte Hochparzelle nebst korrespondierendem flachen Höhenrücken recht zügig nach Osten abgeschoben werden. Da nutzt es auch nicht viel, dass das kleine Zwischenhoch Verbindung zum nach Osten verschobenen Azorenhoch hat. Zu schwach die Brücke, um den zunehmenden Attacken atlantischer Tiefs Stand zu halten. Immerhin, in der Osthälfte reicht es für einen heiter bis wolkigen, teils sogar sonnigen und trockenen Spätwintertag mit Höchstwerten zwischen -1 und +4°C.
Ansonsten geht der Blick aber nach Westen raus auf den Atlantik. Zwar bleibt das o.e. Orkantief relativ weit draußen auf See. Dafür zieht ein kleines Vorläufertief dicht an Schottland vorbei in Richtung Norwegische See. Die frontalen Ausläufer - aktuell gehen wir von einer Okklusion mit vorgeschalteter isolierter Warmfront aus - nehmen rasch Kurs auf Deutschland und sorgen von Frankreich und Benelux her erst für mehrschichtige Bewölkung und etwa ab Mittag zumindest im Westen und Nordwesten für erste Niederschläge. Diese fallen zunächst als Regen. Je weiter das Niederschlagsgebiet allerdings nach Osten vorankommt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es mit Schnee losgeht. Wo genau die Demarkationslinie des Phasenübergangs liegt, lässt sich heute noch nicht sagen. Lange wird die Schneephase ohnehin nicht anhalten, weil mit SW-Wind milde Luft nachstößt, die peu a peu die Kaltluft im Osten und Nordosten anbaggert. Und da das nicht im Hau-Ruck-Verfahren funktioniert bzw. die mildere Luft sich zunächst über die bodennahe Kaltluft schiebt, kommt in der Nacht zum Samstag im Osten und Nordosten auch noch gefrierender Regen mit Glatteis dazu - Langeweile geht anders. Der südliche bis südwestliche Wind frischt auf und direkt an der See stark böig auf (7-8 Bft), Gleiches gilt vor allem in der Nacht für das höhere Bergland.
Modellvergleich und -einschätzung
Im Rahmen üblicher Detailunschärfen simulieren die Modelle die Lage sehr ähnlich. Gleichwohl muss man ein oder besser beide Augen auf die nun von Südwesten in Gang kommenden Niederschläge werfen. Zwar werden in Kürze prophylaktische Schneefallwarnungen ausgegeben (einfach und markant). Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass man in Abhängigkeit von der Intensität zu kurzfristigen Anpassungen bzw. Heraufstufungen gezwungen sein wird. Das gilt insbesondere für die kommende Nacht. Schneefallraten von 5 bis 10 cm innert weniger Stunden (=> markant) sind bei solchen Ereignissen mit starker Hebung und Blockade schnell erreicht.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 18.02.2026 um 10.30 UTC
Deutliche Milderung mit viel Regen, Wind und Tauwetter.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 25.02.2026
Bis zum Samstag, dem Beginn des Mittelfristzeitraumes, hat sich eine deutliche Umstellung der Wetterlage für ganz Deutschland eingestellt. Während bisher die Angriffe der milden Luftmassen immer von Südwesten kamen und im Vorfeld der Wind auf Nordost drehte und damit Kaltluft in den Nordosten führte, kommt dieses Mal der Angriff von Westen bis Nordwesten, was eine nachhaltige Milderung auch in den Nordosten bringt.
So liegt am Samstag nach IFS Deutschland wieder im Bereich einer kräftigen Höhenströmung, die rückseitig eines rasch abziehenden Troges auf Westnordwest dreht. Bodennah hat sich ein Zentraltief nach Skandinavien voran gearbeitet, welchem hoher Luftdruck über Südwesteuropa gegenüber steht. Das resultiert auch bei uns in recht kräftigem Südwestwind mit steifen Böen im Bergland. Dieser Wind bringt milde Luft auch in den Nordosten des Landes, wo mehr als 5°C erwartet werden, im Westen werden es über 10°C. Über dem Norden und der Mitte schleift ein Frontensystem, das Regenfälle bringt, aber auch im übrigen Land ist Sonne Mangelware. In Frühstunden müssen aber in Odernähe und im östlichen Bergland noch die letzten Kaltluftreste ausgeräumt werden, dort kann es anfangs auch noch Schnee und Glatteis geben.
In der Nacht zum Sonntag schwenkt ein flacher Höhenrücken herein, der aber im Laufe des Sonntages selbst schon wieder abgehobelt wird. Nachfolgend stellt sich über Deutschland eine stramme westliche Höhenströmung leicht diffluenter Natur ein. Ein neues Frontensystem zieht schon in der Nacht auf und bringt weitere Regenfälle. Bei weiterhin flottem Westsüdwestwind setzt sich die Milderung noch stärker im Nordosten durch.
Am Montag schwenkt ein weiterer Kurzwellentrog durch, nach welchem die Höhenströmung nach Westnordwest dreht, nach einem neuen Trog dreht die Strömung in der Nacht zum Dienstag auf Nordwest. Damit zieht eine Kaltfront langsam von Nordwest nach Südost durch in bringt weitere Regenfälle. Im Nordosten geht in 850 hPa die Temperatur wieder auf -4°C zurück, bodennah kühlt es aber bei guter Durchmischung nur wenig ab. Im Erzgebirge kann es aber in höheren Lagen kräftig schneien. Der Wind schwächt sich im Vergleich zum Vortag etwas ab.
Am Dienstag meridionalisiert sich die Strömung deutlich und ein Höhenrücken schwenkt von Westen herein. Bodennah schwenkt ein Zwischenhochkeil über den Süden des Landes hinweg. Dort setzen sich im Tagesverlauf immer mehr Wolkenlücken durch, während es im Norden noch etwas regnet. In der Nacht setzen sich die Lücken auch weiter nach Norden hin durch.
Dies ist am Mittwoch aber schon wieder vorbei, denn aber auf dem Atlantik nähert sich schon wieder ein Zentraltief und wir gelangen auf die Trogvorderseite. Diese generiert aber noch nicht viel Hebung, so dass eine von Nordwesten hereinschwenkende Kaltfront nur recht wenig Regen bringt. Im Süden und Osten gibt sich der Vorfrühling ein Stelldichein mit Sonne verbreitet über 15°C.
In den Folgetagen kommt es wieder zu Geopotentialverlust, ein Langwellentrog schwenkt nach Deutschland herein. In 850 hPa geht die Temperatur wieder unter 0°C zurück, bei guter Durchmischung bleibt es aber im Tiefland recht mild. Häufige Regenfälle und Schauer beenden aber den vorfrühlingshaften Witterungscharakter wieder.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen Laufes mit seinen beiden Vorgängerläufen ist zumindest bis zum Dienstag recht gut, im Detail zeigen sich aber doch ein paar Unterschiede. So ist ein am Sonntag schleifendes Frontensystem von Lauf zu Lauf etwas nach Süden gerutscht. Auch am Montag präsentieren sich Frontalzone und regenbringende Fronten von Lauf zu Lauf etwas südlicher. Der dienstägliche Höhenrücken wird recht übereinstimmend von allen Läufen simuliert. Dessen Beständigkeit ist aber noch unsicher. So soll nach dem gestrigen 00-UTC-Lauf der nächste Trog schon im Laufe des Mittwochs übergreifen, nach dem 12-UTC-Lauf sogar noch etwas eher. Im jüngsten Lauf kommen wir dagegen nur sehr langsam auf die Trogvorderseite. Den Übergang zu einer Troglage in den Folgetagen zeigen wieder alle Läufe, es steigen aber die Unsicherheiten. Der gestrige 12-UTC-Lauf zeigt vorübergehend sogar eine Südlage mit Föhn.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die heute vorliegenden deterministischen Modelle zeigen bis Sonntag eine sehr ähnliche Entwicklung. Am Montag wird der Trog bei GFS etwas stärker als beim IFS simuliert, GFS zeigt auch ein kräftigeres zur Ostsee ziehendes Tief, das auch mehr Wind zur Folge hätte. Auch GEM zeigt den Trog etwas stärker, während ICON und UK10 eine recht glatte westnordwestliche Höhenströmung zeigt, aber trotzdem nicht weniger Niederschlag.
Am Dienstag und Mittwoch zeigen alle Modelle den Höhenrücken, GFS ist dabei etwas kräftiger aufgestellt als die Konkurrenz. Mit dem Heranrücken des nächsten Troges ist GFS allerdings auch schneller als IFS, auch GEM zeigt eine schnellere Entwicklung.
Den Übergang zu wieder etwas kühlerem Wetter und niedrigerem Geopotential in der erweiterten Mittelfrist zeigen GFS, GEM und IFS, allerdings sehen die genauen Entwicklungen doch recht unterschiedlich aus. GEM und GFS haben dabei vorübergehend auch recht stramme Westlagen mit Sturmgefahr im Angebot.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des IFS verteilt sich im Zeitraum von Montag bis Mittwoch auf sechs Cluster, wobei die Unterschiede nicht sehr groß sind. Lediglich C6 (mit spärlichen zwei Mitgliedern) sticht etwas ins Auge mit dem Aufbau eines sehr kräftigen Höhenrückens über Mitteleuropa am kommenden Mittwoch. Hier findet dann auch ein Regimewechsel von "positiver NAO" zu "Blocking" statt. Im Zeitraum ab nächstem Donnerstag werden die EPS-Läufe wieder sechs Clustern zugeordnet, dann wird es aber kunterbunt. Die Tendenz zu Geopotentialabbau und Troglage ist aber bei fünf der Cluster deutlich zu sehen, wenngleich die Lagen doch recht unterschiedlich aussehen. Lediglich Cluster 6 (wieder mit (wohl den gleichen) zwei Mitgliedern) zeigt einen monumentalen Rücken über unserem Land und eine Hochdruckbrücke von den Azoren bis nach Sibirien.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen bei vergleichsweise wenig Unsicherheit den markanten Anstieg der Temperatur und des Geopotentials bis zum kommenden Mittwoch, wobei bei allen Größen am Montag eine deutliche Delle zu finden ist. Am Mittwoch liegt der Ensembleschwerpunkt der 850-hPa-Temperatur zwischen 2°C im Norden und 10°C im Süden. Danach geht es mit Temperatur und Potential im Mittel deutlich nach unten, wobei allerdings auch die Streuung sehr groß wird.
Niederschlagssignale sind über den gesamten Zeitraum hinweg vorhanden, lediglich am Dienstag und Mittwoch gibt es über dem Süden des Landes eine kleine Pause. Dennoch sieht es so aus, als würde der meteorologische Winter noch daran arbeiten, sein Niederschlagsdefizit auszugleichen, was er aber nicht mehr flächendeckend schaffen wird.
Die Rauchfahnen des GFS zeigen keine signifikant anderen Entwicklungen als jene des IFS.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
EFI:
Der EFI bringt Signale für starken Regen vor allem im Osten und Norden am Samstag und Sonntag. Am Sonntag ist ein starkes Wärmesignal in weiten Teilen des Landes zu sehen. Am Montag gibt es im Süden ein Windsignal. Von Samstag bis Montag ist ein starker atmosphärischer Fluss vom Atlantik nach Deutschland gerichtet, der die Dauerregengefahr unterstreicht.
Schnee und Glatteis:
Am Samstagmorgen geht ein Schneefall- und Glatteisereignis im äußersten Osten und im östlichen Bergland zu Ende.
Sturm:
Am Samstag besteht nach dem IFS-EPS vor allem in höheren Lagen der Mittelgebirge eine gewisse Gefahr von stürmischen Böen. Am Sonntag dürfte es dann eher die Nordsee und den Nordwesten betreffen, inklusive westliches Bergland. Am Montag zeigt dann IFS-EPS recht hohe Wahrscheinlichkeiten in fast allen Teilen des Landes (ausgenommen Nordosten), mit den höchsten Wahrscheinlichkeiten in Franken.
Nach vorübergehender Beruhigung steigt am Mittwoch die Gefahr stürmischer Böen wieder an der Nordsee und im Westen des Landes.
Dauerregen/Tauwetter:
Wiederholte Regenfälle von der Nacht zum Samstag bis etwa Montagmittag könnten in einigen Mittelgebirgen (prinzipiell in allen möglich, aber es werden wohl nicht alle betroffen sein) sowie in den Alpen für Niederschlagssummen oberhalb der Warnschwellen für Dauerregen sorgen, wobei sowohl das 24-stündige (30 l/m²) als auch das 48-stündige (40 l/m²) Kriterium erreicht werden könnten. Die Wahrscheinlichkeiten hierfür werden von ICON-EU-EPS meist unter 30 % gesehen, von IFS noch geringer, von Cosmo-LEPS noch etwas höher. Unwetterschwellen werden wohl nicht erreicht, allerdings muss auch Tauwetter in Betracht gezogen werden, weil in den Mittelgebirgen ja auch noch Schneeschmelze hinzukommt. Schnee fällt nur noch in den Alpen und nur oberhalb von 1500 m. In den Hochlagen könnten aber signifikante Neuschneemengen zusammenkommen.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann





