Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 03.09.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
W z
Donnerstag im Norden vereinzelt Gewitter mit stürmischen Böen. Am Freitag an einer Welle im Norden Stark- oder Dauerregen. Windig mit teils stürmischen Böen oder Sturmböen, exponierte Berge schwerer Sturm. Im Tagesverlauf im Norden und der Mitte einzelne Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen nicht ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... liegt Mitteleuropa unter einer westlichen, in der Höhe westnordwestlichen Strömung, die zwischen einem Tiefkomplex über dem Nordatlantik und Skandinavien und hohem Druck über dem Alpenraum zustande kommt. Dabei entwickelt sich in einem Trog über der Nordsee ein Randtief, das über Dänemark nach Osten zieht. Dessen Warmfront überquert aktuell mit schauerartigem Regen den Norden, die Kaltfront folgt nachmittags von Nordwesten her nach.
Im Warmsektor wird feuchte und leicht instabile Luft mit bis über 30 mm PPW und etwas MU Cape herangeführt. Auch die
Scherung nimmt zu unter dem überlagerten Höhenjet. Mit Passage des Bodentroges wird der Regen konvektiver bis hin zu lokalen, eingelagerten Gewittern ganz im Norden, von der Nordsee bis Vorpommern, bei denen lokaler Starkregen oder stürmische Böen, vereinzelt Sturmböen möglich sind. Die Zutaten überschneiden sich aber nicht wirklich gut, sodass die meisten Entwicklungen eher an der Grenze zu markanten Entwicklungen zu sehen sind.
Weiter südlich regnet es weniger, trotz starker Bewölkung. Trocken bleibt es aber auch nicht, weil kleine Hebungsgebiete regional schauerartigen Regen auslösen, der über die Mitte bis Niederbayern, bzw. zum östlichen Alpenrand ziehen kann.
Die nachfolgende Kaltfront kommt abends und kommende Nacht schleifend vorübergehend bis in die Landesmitte voran. Sie gelangt nach Westen hin auf die antizyklonale Seite des Jets, wobei es von der Höhe her abtrocknet. (Inversion in 750 hPa, darüber sehr trocken). Entsprechend ist die Wetteraktivität dort limitiert, bis nicht vorhanden.
Im Südwesten bleibt es unter dem Einfluss einer zonalen Hochdruckzone vom Atlantik bis Osteuropa sonnig und trocken. Der sich verschärfende Gradient lässt den West- bis Südwestwind vor allem im Norden auffrischen. Dort sind steife Böen, an den Küsten und exponiert im Bergland stürmische Böen oder Sturmböen, Brocken schwere Sturmböen, zu erwarten. Im Süden langt es zu kräftigeren Böen nur im höheren Bergland.
Dazu verstärkt sich die Advektion warmer Luft vor der Kaltfront. Südlich des Main gibt es gebietsweise einen Sommertag, vereinzelt bis 28°C am Oberrhein. Im Norden und der Mitte werden je nach Wolkenanteilen meist 20 bis 24°C erwartet.
In der Nacht zum Freitag klingen die Schauer, vereinzelten Gewitter rasch ab. Derweil nähert sich über England eine flache Welle, vor der die warme und zunehmend sehr feuchte Luft wieder nordwärts geführt wird. Mit Annäherung der Warmfront setzt von der Nordsee her Regen ein, der sich über Norddeutschland ostwärts ausbreitet. Der Gradient schwächt sich vorübergehend ab, in dem Maße wie die Böen an der Ostsee weniger werden, frischt der Wind über der Nordsee wieder auf und dreht rück auf Südwest.
Auch im höheren Bergland frischt der Wind nach kurzer Abschwächung im Laufe der Nacht wieder auf.
In der Süddeutschland dauert der Hochdruckeinfluss an. Ganz im Süden kann sich bei schwachem Wind auch lokal Nebel bilden.
Freitag... zieht die Welle über Norddeutschland nach Osten, wobei deren Zugbahn und Entwicklungspotential zwar noch mit leichten Abweichungen gerechnet wird, die Modelle haben sich aber auf eine recht weit nördliche Variante, bei geringem Entwicklungspotential, wegen der noch glatten westlichen Strömung, geeinigt.
Im Norden bleibt es auf der Spur der Welle stark bewölkt bis bedeckt und es regnet verbreitet. In der gehobenen Luft steigt die Feuchte auf bis 40 mm PPW, was rasch intensiven Regen möglich werden lässt. In einem schmalen Streifen über Niedersachsen, eventuell bis zur Altmark, werden von den meisten Modellen markante Stark- oder Dauerregenmengen gezeigt. Es gibt auch (leichte) Signale für Unwettermengen, sowohl in der Deterministik, als auch seitens der ENS.
Am Südrand des Regens, wo auch immer der genau liegt, wird die Schichtung im Tagesverlauf mit Übergreifen der Kaltfront der Welle leicht instabil, sodass dort Schauer und Gewitter eingelagert sein können. Bei starker Scherung sind organisierte Zellen möglich. Die zunächst mal eher Geschwindigkeitsscherung kann besonders im Mittelgebirgsraum so modifiziert werden, dass auch rotierende Strukturen/Unwetterpotential durch Starkregen, Hagel und teils schwere Sturmböen nicht ganz ausgeschlossen werden können. Die Wahrscheinlichkeit für Gewitter ist insgesamt nicht groß, weil es seitens der Labilität fehlt. Auch Einstrahlung oder ein besonderer Impuls aus der Höhe sind nicht vorhanden.
Im Warmsektor südlich der Welle frischt der SW-W Wind stark bis stürmisch, mit Böen 7 bis 8 Bft, vereinzelt 9 Bft auf, im höheren Bergland exponiert mit Böen 9 bis 11 auf. Der Wind in 850 hPa erreicht dort 50 bis 60 kt. Der Streifen mit den größten Geschwindigkeiten verläuft über Südniedersachsen bis in den zentralen Mittelgebirgsraum reichend von West nach Ost.
Nördlich der Welle sind es vor allem die Küsten und küstennahen Regionen, die Böen 7 bis 8 Bft aus West sehen. Der Süden ist windtechnisch am schwächsten dabei und dort beschränken sich Böen 7 bis 9 aufs exponierte Bergland.
Die Advektion der sehr warmen subtropischen Luftmasse in die Südhälfte verstärkt sich weiter. In 850 hPa werden im Süden nahe 20°C erreicht, in 2m südlich der Welle 26 bis 32°C. Im Norden ist es mäßig warm.
In der Nacht zum Samstag zieht die Welle rasch nach Osten ab. Die zurückhängende Kaltfront kommt unter beginnender Abschwächung bis Süddeutschland voran, vor allem anfangs sind (einzelne) Gewitter möglich. Dazu fächert langsam auch der Gradient von Westen her wieder auf. Windig bis stürmisch bleibt es an den Küsten und im höheren Bergland.
An der See deutet sich nachts sogar wieder ein auffrischen des Westwindes an, da mit einem flachen Trog neben dem Gradienten auch die Schaueraktivität ganz im Norden erneut angefacht wird. Auch einzelne kurze Gewitter mit stürmischen Böen und Graupel sind dann dabei.
Samstag... amplifiziert sich der Trog auf dem Weg nach Osten, während über Westeuropa ein Höhenrücken entsteht. Das damit korrespondierende Hochdruckgebiete streckt seine Fühler nach Deutschland aus und führt in großen Landesteilen zu leichtem Absinken und einer Wetterberuhigung.
Das gilt nicht überall. Die abziehende Kaltfront hat im Südosten noch starke Bewölkung zur Folge und Regen, der sich zu den Ostalpen zurückzieht, dort aber auch wegen leichten Anstaus bis zum Abend anhält. Der Norden und Nordosten liegen noch im Randbereich zum abziehenden Höhentrog. Die aus Nordwesten einfließende frische Meereskaltluft ist labil geschichtet und es bilden sich Schauer und einzelne kurze Gewitter, die mit stürmischen Böen oder Graupel verbunden sein können. Zudem bleibt der Gradient erhöht und es treten auch ohne großartige Konvektion steife bis stürmische Böen auf, an den Küsten Sturmböen aus West bis Nordwest.
Im Südwesten, Westen und über der Mitte ist davon nicht viel zu spüren. Hier sorgt das Hoch für sonnige Phasen, etwas Quellbewölkung ohne Schauer und schwächeren Wind. Im Südwesten gibt es um 25°C, im Norden werden die 20°C teilweise nicht mehr überschritten.
In der Nacht zum Sonntag beruhigt es sich unter dem verstärkten Hochdruckeinfluss weiter. Bei geringer Bewölkung kommt die frische Luftmasse zur Ruhe und es kühlt kräftig ab, oft in den einstelligen Bereich. Der Druckgradient im Nordosten lässt nur langsam nach, was für weitere kräftige Böen, 7-8 Bft an den Küsten spricht. Von Westen aber mit abnehmender Tendenz. Auch einzelne Schauer sind im Küstenumfeld weiter auf der Karte. Für die Südwesthälfte deuten sich einige Nebelfelder an.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Basisfelder sehen ähnlich aus. Unsicherheiten sind bei der Wellenpassage zu finden. Vor allem die Regenmengen und die Lage der Maxima sind unsicher. Auch die Frage nach möglichen Gewittern lässt sich Vorfeld kaum beantworten. Die Modellwetter sind diesbezüglich teilweise stark überzogen; einzelne Gewitter an der KF und postfrontal sind aber nicht ausgeschlossen, mit dank der Scherung Sturmböen und Hagel, darüber hinaus eventuell heftigem Starkregen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 03.09.2026 um 10.30 UTC
Unbeständiger, im Norden teils windiger Witterungsabschnitt, regional mit Stark-/Dauerregen, örtlich Gewitter, im Südwesten vorübergehend heiß.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 10.09.2026
Der mittelfristige Zeitraum wird beim IFS davon geprägt, wie ein Rücken mit seiner Achse über Deutschland ostwärts hinweg wandert, ein Kurzwellentrog mitmischt und schließlich eine Troglage übernimmt. Dieser Ablauf ist auch im IFS-EPS zu erkennen, wo am Sonntag und Montag mit den Wetterlagen SWa bzw. NWa oder Wa ausschließlich antizyklonale Bedingungen dominieren. Ab Dienstag wäre dann die Wetterlage West zyklonal Trumpf, mit zunehmenden Anteilen von Trog Mitteleuropa. Ebenfalls Aktien im Wetterpuzzle haben Hoch Britische Inseln, Nordwest zyklonal und Hoch Nordmeer antizyklonal. Dafür verschwinden recht rasch die Lagen SWa und Wa.
Dies bedeutet im Detail, dass zum Start in den mittelfristigen Zeitraum ein Rücken wetterbestimmend ist, der bodennah ein Hoch über Deutschland induziert und demnach allenfalls im Nordosten mit einer Nordwestströmung von der Ostsee her mit Einfluss des Troges über Osteuropa noch einzelne Schauer zulässt. Der Wind spielt keine Rolle, und weht allenfalls im Nordosten noch stark böig. Die Temperaturen weisen ein starkes Nordost nach Südwest Gefälle auf und liegen in 850 hPa zwischen 3 und 15 Grad.
Zum Wochenstart wandert die Achse des Rückens schon ostwärts ab, sodass Deutschland zunehmend auf die Vorderseite eines zunächst noch wenig amplifizierten Troges über Nordwesteuropa gelangt. Am Montag ist jedoch der Blick auf einen Kurzwellentrog gerichtet, der von Benelux und Ostfrankreich über die Mitte und den Süden des Landes hinwegziehen soll, bodennah mit einem Bodentrog samt schwachen Randtief einhergeht und schließlich schauerartige Regefälle induziert, vereinzelt sind auch kurze Gewitter möglich. Der Wind nimmt zwar vor allem im Küstenumfeld und Nordwesten zu, sollte aber noch keine wanrwürdigen Schwellen reißen. Mit WLA auf der Vorderseite des Troges steigt die Temperatur in 850 hPa auf 12 bis 20 Grad an. Bodennah sind im Südwesten nochmals bis 33 Grad möglich. Am Dienstag liegt das Land dann auf der diffluenten Vorderseite des Troges, welche bodennah zunehmend Tiefdruckeinfluss generiert. Mit im Spiel sind dann auch flache Bodentiefs. Zunächst sind vor allem im Süden, Westen und Teilen der Mitte teils schauerartige Niederschläge zu verzeichnen, mit Übergreifen des Haupttroges ab Dienstagabend verstärkten sich die Regenfälle in der gesamten Nordwesthälfte. Mit Übergreifen des Troges verlagert sich auch ein Bodentief von England über die Nordsee nach Dänemark, welches auf dessen Südflanke eine Kaltfront im Schlepptau hat. Insgesamt können als PVA und frontogenetische Hebung gut harmonieren. Je nach Stärke der Hebungsimpulse sind vor allem im Nordseeumfeld einzelne Gewitter nicht auszuschließen. Südlich der Donau und dort vor allem an den Alpen setzen länger anhaltende Regenfälle ein. Mit dem Bodentief kommt es auch zu einer Gradienverschärfung, sodass der Wind spürbar auffrischt und im Nordseeumfeld Sturmböen, an der Ostsee und in Hochlagen stürmische Böen sowie allgemein im Norden sowie im Bergland steife Böen bringt. Zudem strömt zunehmend etwas kühlere Atlantikluft ein, sodass die Temperaturen in 850 hPa nur noch zwischen 7 und 19 Grad liegen. Im Südosten könnte einhergehend nochmals an der 30 Grad Marke gekratzt werden.
Am Mittwoch wirbelt das Höhentief über Südnorwegen den Trog über Deutschland hinweg nach Osten. Insgesamt bleibt aber eine zyklonal geprägte Westströmung bestehen, die vor allem im Norden für schauerartige, an den Alpen teils noch zu länger anhaltenden Niederschlägen führt. Ansonsten kann sich über der Mitte und dem Südwesten Zwischenhocheinfluss durchsetzen, der mit einem doch sehr schwachen Rücken über Westeuropa zusammenhängt. Im Norden bleibt auch der Wind ein Thema. An der See und in einzelnen Gipfellagen sind demnach stürmische Böen, exponiert auch Sturmböen zu erwarten, ansonsten können bevorzugt im Nordwesten steife Böen auftreten. Mit dem auf Nordwest drehenden Wind wird schließlich deutlich kühlere Luft advehiert. Resultierend sinken die Temperaturen in 850 hPa auf 4 bis 11 Grad, was bodennah Höchstwerte von nur noch 17 bis 24 Grad bedeutet.
Am Donnerstag ist weiter die hochreichende Troglage festzuhalten, die vor allem das Wetter in der Nordhälfte Deutschlands beeinflusst. Demnach sind weitere schauerartig verstärkte Regenfälle zu erwarten, die im Küstenumfeld auch kräftiger ausfallen können. Nach Süden zu nimmt die Niederschlagsneigung deutlich ab. Der Wind weht im Norden weiter stark böig und erreicht im Küstenumfeld stürmische Böen oder Sturmböen. Bei den Temperaturen bleib das niedrige Niveau vom Vortag bestehen. Die Temperaturen in 850 hPa von 4 bis 10 Grad korrelieren am Boden mit Höchstwerten von 16 bis 23 Grad.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großskaligen Geopotential- und Luftdruckmuster werden von den vergangenen Läufen überwiegend vergleichbar wiedergegeben.
Am Montag gibt es geringe Abweichungen bezüglich eines Kurzwellentroges, der über die Mitte und den Süden Deutschlands hinwegschwenkt und mit konvektiven Niederschlägen einhergehen kann. Allerdings ist die räumliche Einordnung dieser durch eine abweichende Amplitude sowie einer leichten Phasenverschiebung etwas unterschiedlich.
Am Dienstag und Mittwoch gelangt Deutschland auf die Vorderseite eines Troges über Westeuropa. Der neuste Lauf weist dabei eine vergleichbare Amplitude wie der gestrige 00-UTC-Lauf auf, ist von der Verlagerungsgeschwindigkeit aber zwischen den gestrigen Läufen angesiedelt, sodass dessen Achse ab etwa Mittwochmittag auf Deutschland übergreift. Der gestrige 00 UTC-Lauf hatte zudem zwei markante kurzwellige Anteil im Programm, die nun nicht mehr geführt werden. Der gestrige 12 UTC-Lauf verfügte über eine größere Amplitude und ließ die Achse schon am Mittwoch rasch über Deutschland hinweg ostwärts wandern. Zusammenfassend führen die geringen wenngleich signifikanten Unterschiede für eine abweichende Verlagerungsgeschwindigkeit der Niederschlagsfelder.
Ab Donnerstag gehen die letzten beiden Berechnungen ähnliche Wege und zeigen eine kräftige westliche bis nordwestliche und leicht zyklonal geprägte Grundströmung. Der gestrige 00 UTC-Lauf hatte noch eine starke Amplifizierung nach Süden auf der Agenda und wies über Nordostitalien ein eigenständiges Höhentief auf. Bodennah hätte sich demnach getriggert durch einen schwachen Rücken hierzulande schon wieder hoher Luftdruck von Westen durchgesetzt, während die neusten Läufe dies aber komplett verworfen haben.
Insgesamt ist auf der kleineren Skala daher über den mittelfristigen Zeitraum hinweg eher eine mäßige Konsistenz festzuhalten.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Andere Globalmodelle (ICON, GFS, UK10) stützen überwiegend die Vorgaben des IFS.
Am Montag hat auch das GFS den Kurzwellentrog im Programm, ICON deutet diesen nur an und UK10 verzichtet auf diesen.
Von Dienstag bis Donnerstag unterscheiden sich die Modellprognosen meist nur darin, dass die Amplitude des Troges leicht abweichend gesehen wird. Zudem ist das ICON den anderen Modellen bei einer etwas geringeren Wellenlänge vorlaufend. Des Weiteren weisen die Modelle kurzwellige Anteile auf, die jedoch in Anzahl und Phase nicht übereinstimmen.
Insgesamt haben die Unterschiede aber nur geringen Einfluss auf die räumliche Einordnung der Niederschläge sowie deren Intensität.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland weisen bis einschließlich Montag bei einem geringen Spread der Temperatur in 850 hPa und des Geopotentials in 500 hPa sowie einem jeweils stark definierten Bereichs hoher Auftrittswahrscheinlichkeiten ein hohe Vorhersagegüte auf. Ab Dienstag wird der EPS-Raum jedoch rasch stark gespreizt. Auch der Bereich höherer Auftrittswahrscheinlichkeiten ist kaum noch signifikant zu erkennen. Spreads von 14 bis 16 Grad bzw. 30 bis 40 hPa lassen kaum eine seriöse Prognose auf Basis des IFS-EPS zu.
Bei der Einordnung des IFS-EPS in Grundmuster werden im Zeitraum von +72 bis +96h zwar sechs Lösungen benötigt, um alle Unsicherheiten im Europa-/Atlantikraum zu erklären, alle Cluster werden aber zunächst dem Schema eines atlantischen Rückens zugeordnet und wechselnd bis auf die letzte Lösung zum Ende in das Schema einer pos. NAO. Für das Wetter hierzulande sind die Unterschiede eher gering. Allenfalls die Stärke des Rückens sowie die Amplitude des nachstoßenden Troges weist zwischen den Lösungen etwas Spielraum auf. Der Kontrolllauf stützt das erste Cluster.
Im Zeitraum von +120 bis +168h reichen vier Lösungen, um alle Unsicherheiten des EPS-Raums zu beschreiben. Während die erste und die letzte Lösung im Schema einer pos. NAO verbleiben, wechselt das Cluster 2 früher und das Cluster 3 später zurück zum Schema eines atlantischen Rückens. Der Kontrolllauf bleibt der ersten Lösung treu. Insgesamt werden gerade für Mitteleuropa nun größere Unterschiede gezeigt. Demnach steht der Trog mit seiner Amplitude, Wellenlänge und Ausprägung im Fokus. Cluster 2 kommt dabei der ICON-Lösung sehr nahe. Cluster 3 sieht zwar ein schwächeres Höhentief, lässt aber gleichzeitig auch nur einen schwächeren Rücken über dem Atlantik zu, sodass die Geopotentialgegensätze im Vergleich schwächer ausfallen. Bei Cluster 4 kommt das Höhentief durchaus stark daher, ist aber im Vergleich signifikant nordwärts verschoben zu Hause. Je nach Amplitude und Intensität fallen hierzulande auch die Niederschläge stärker oder schwächer und vor allem räumlich etwas abweichend aus. In der erweiterten Mittelfrist von +192 bis +240h werden wieder sechs Cluster benötigt, um alle Unsicherheiten zu berücksichtigen. Die Cluster 3, 5 und 6 fallen dabei ins Schema Blocking. Die erste Lösung starten noch im Schema eines atlantischen Rückens was sich mit der Verlagerung des Systems zum Blocking wandelt. Das vierte Cluster startet mit einer neg. NAO bevor es ebenfalls das Blocking bevorzugt. Was das Schema betrifft, sind sich demnach die Lösungen früher oder später einig. Doch wo sich das Blocking befindet zeigen die Cluster doch sehr unterschiedlich. Die zweite Lösung lässt es weiter über dem Atlantik, sodass dort das Schema eines atlantischen Rückens durchgehend bestand hat. Dieses Cluster wird auch vom Kontrolllauf gestützt. Bei diesem Szenario wäre hierzulande weiter eine unbeständige Troglage zu verzeichnen. Aber auch bei Cluster 1 mit dem Blocking über dem Nordostatlantik und teilen Westeuropas würde ein Höhentief bei der Wetterlotterie stark mitmischen. Bei Cluster 3 wäre das Hauptblocking sogar östlich von Neufundland zu finden. Allerdings kann sich vom westlichen und zentralen Mittelmeer nach Nordwestrussland ein weiteres, wenngleich auch schwächeres Blocking aufbauen. Bei dieser Lösung würde die Nordwesthälfte wohl noch von unbeständigem Wetter heimgesucht, während nach Südosten zu Wetterberuhigung einsetzen würde. Bei Cluster 5 wäre Hochdruckeinfluss Trumpf. Cluster 6 scheint die intensivere Variante von der dritten Lösung zu sein.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI auf Basis des IFS zeigt am Sonntag im Nordosten leicht überdurchschnittliche Windgeschwindigkeiten, die in der Probabilistik aber nur von Wahrscheinlichkeiten von rund 20% für markante Böen im Umfeld von Rügen gestützt werden. Für steife Böen werden im Nordosten je nach Modell wenig signifikante Werte von 5 bis 50% angeboten.
Am Montag weist der EFI im Westen und Südwesten nur leicht überdurchschnittliche Temperaturen aus. Erwähnenswerte Wahrscheinlichkeiten für stürmische Böen um 10% gibt es nur in Nordfriesland. Steife Böen werden dort aber von 40 bis 70% gestützt. Ansonsten können im Südwesten und Süden vereinzelt starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmische Böen auftreten.
Am Dienstag hat der EFI im Süden weiterhin noch überdurchschnittliche Temperaturen im Programm. Von der Probabilistik gibt es zudem geringe Hinweise von 20 bis 60% für stürmische Böe oder Sturmböen im Nordseeumfeld. Zudem gibt es vom IFS-EPS Wahrscheinlichkeiten bis 15% für Dauerregen an den Alpen.
Am Mittwoch springt auch der EFI beim Wind wieder an und zeigt im Nordwesten und Westen überdurchschnittliche Windgeschwindigkeiten. Die Probabilistik stützt stürmische Böen in der Nordwesthälfte des Landes mit 40 bis 60%, an der See bis 80%. Für Dauerregen an den Alpen und deren Vorland sprechen sich rund 10 bis 30% der EPS-Member aus.
Am Donnerstag weisen im direkten Küstenumfeld weiter 40 bis 60% des IFS-EPS stürmisch Böen aus.
Basis für Mittelfristvorhersage
Anfangs auch det. ICON/IFS, später nur IFS-EPS und ICON-EPS, für TT MosMix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel





