Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 06.07.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Heute eher NWa, ab Dienstag vorübergehend NWz
Einem sommerlich warmen bis heißen und trockenen Südwesten steht ein mäßig warmer und wechselhafter Nordosten gegenüber. Am Dienstag windig, Küsten und Bergland Sturmböen und besonders im Südwesten hohe Waldbrandgefahr. Ab Mittwoch zunehmender Hochdruckeinfluss.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
Montag... Fortdauer des stationären Wellenzuges mit positiven Geopotentialanomalien über Südwest- und negativen über Nordosteuropa, wobei Deutschland dazwischen im Einflussbereich einer flatternden Frontalzone verbleibt. In diese eingebettet verweilt ein wellender Frontenzug und sorgt zumindest teilweise für eine wechselhafte Witterung mit einem ausgeprägten Temperaturgradienten von Südwest nach Nordost.
Heute Vormittag ist eine wetterinaktive Kaltfront im Umfeld der Donau zu verorten, wobei die Front über Westdeutschland allmählich in eine sich strukturierende Warmfront übergeht. Diese Warmfront wird heute tagsüber im Zuge einer schwachen Wellenpassage (schwacher IPV lobe) ostwärts über den Norden in den Osten von Deutschland geführt, wobei der insgesamt antizyklonale Strömungscharakter in der Höhe die Wetteraktivität der Front recht überschaubar hält. Dennoch sorgen eine vergleichsweise deutliche WLA mit positiver Schichtdickenadvektion sowie einer deutlichen differenziellen positiven Vorticityadvektion mit der Höhe für ausreichend Hebung, sodass heute im Norden bereits am Vormittag skaliger Niederschlag fällt, der sich zum Nachmittag und Abend in den Osten von Deutschland verlagert. Derweilen klingt dieser von Nordwesten allmählich ab. Der meist schwache Landregen (ein Segen für die Natur) bringt 12 std. Mengen von 5 bis 10 l/qm. Punktuell kann es auch mal etwas mehr werden, da es über der östlichen Mitte im Tagesverlauf etwas labilisiert (MUCAPE um 200 J/kg). Die Gewitterwahrscheinlichkeit ist aber äußerst gering.
Im Westen und Süden dominieren hingegen das höhere Geopotenzial und Bodendruck, sodass der Wochenstart hier freundlich und meist trocken über die Bühne geht, zwischen Saarland, Pfalz und Schwarzwald teils auch sonnig.
Der peripher der Frontalzone erhöhte niedertroposphärische Geopotenzialgradient sorgt für H85 (850 hPa) Windgeschwindigkeiten von 30 bis 45 kt. Dank stabiler Schichtung im Norden und Nordosten erfolgt hier kein Impulstransport, der jedoch am Südrand des Windfeldes über der breiten Mitte nicht ausgeschlossen werden kann. Bei tageszeitlicher Labilisierung nimmt das Böenpotenzial etwas zu, wobei aktuell mehr der Bereich von NRW ins Auge fällt, da sich hier die Einstrahlung besser durchsetzen kann. Entsprechend sind die Signale für Bft 7 Böen im RUC/D2 EPS besonders vom Niederrhein bis ins NRW Bergland leicht erhöht, sodass dort eine temporäre Windwarnung nicht ausgeschlossen werden kann, wenngleich sie sich nicht aufdrängt.
Ansonsten weht der Wind frisch bis stark aus West, im Süden eher mäßig bis frisch. Im Umfeld der Küsten kommt dieser ebenfalls stark böig, exponiert auch stürmisch daher (Bft 7 bis 8 mit bereits gültigen Warnungen) und auf dem Brocken sind Sturmböen (Bft 9) zu erwarten.
Die Höchstwerte liegen den Rhein entlang meist um 30 Grad, in Richtung Oberrhein bei bis zu 33 Grad. Ansonsten gehen die Höchstwerte nordostwärts immer weiter zurück und liegen im regnerischen Nordosten bei kühlen bis mäßig warmen 17 bis 20 Grad.
In der Nacht zum Dienstag zieht die Warmfront mit dem Regen ostwärts nach Polen ab. Die nachfolgende Kaltfront westlich des Wellenscheitels bleibt allerdings mehr oder weniger strömungsparallel über dem Norden und Osten liegen, sodass hier mit weiteren leichten Niederschlägen zu rechnen ist (meist nur 1 bis 5 l/qm/12h).
Mit jedem Kilometer nach Süden und Westen wird der Niederschlag immer weniger, hört dann südwestlich der Elbe rasch auf und die Wolkendecke lockert immer weiter auf, sodass die Nacht im Südwesten meist klar oder locker bewölkt und trocken über die Bühne geht.
Die Minima liegen zwischen 18 und 13 Grad und der Westwind bleibt nur noch küstennah (Bft 7, exponiert auch mal bis 8) und im exponierten Bergland (Bft 8, Brocken Bft 9) warnrelevant, während dieser sonst mäßig daherkommt.
Dienstag... verschärfen sich über Deutschland nicht nur die Temperatur-, sondern auch Luftdruckgegensätze, was in einen vergleichsweise spannenden Wettertag mündet.
Weiterhin steht für diesen Zeitraum eine markante Trogpassage im Mittelpunkt, die über Südnorwegen nach Südschweden zieht und im Lee des Norwegischen Gebirges eine kräftige Zyklogenese induziert. Diese wird zu gestern nun innerhalb des IFS-ENS deutlich homogener bezüglich Zugbahn und Intensität gesehen, wobei auch hier ein Kerndruck von 990 bis 995 hPa erwartet wird. Die Hauptintensität wird in der Nacht zum Mittwoch über der südlichen Ostsee erwartet, wo einige deterministische Modelle den Kerndruck auf etwas unter 990 hPa drücken. Während sich dieses Tief über dem Baltikum und in der Folge über weiten Bereichen Osteuropas zu einem ungewöhnlich kräftigen Sommersturm mausert (siehe auch umfangreich erhöhte EFI/SOT Werte beim IFS-ENS), wirkt sich diese dynamische Entwicklung abgeschwächt auch auf unser Wetter aus.
Der Bodendruckgradient erreicht bei uns um 15 hPa zwischen Oberrhein und Rügen und das bei rund 55 kt Höhenwinden in H85 über dem Nordosten, die im Süden nur zögernd auf 25 bis 35 kt zurückgehen.
Etwas fraglich ist die sehr zurückhaltende Vorhersage von ID05/2 über dem Nordosten der Republik, wo kaum Windböen der Stärke Bft 7 erwartet werden, was auch im EPS gestützt wird. Dies ist wohl im Norden und Osten beständiger positiver Schichtdickenadvektion vorderseitig der nahenden Trogachse und somit dichter Bewölkung mit leichten Niederschlägen geschuldet (1 bis 5 l/qm/12h). Dies hemmt innerhalb entsprechender Vorhersagesoundings das Durchmischungspotenzial. Allerdings warten bereits in 925 hPa 45 kt Westwind, um abgegriffen zu werden. Wir folgen aber aktuell noch der defensiven Herangehensweise dank der beständig vorhergesagten und aus dynamischer Sicht nachvollziehbaren markanten Hebung (zusammengesetzt aus einem lead impulse und der eigentlichen Trogannäherung von Norden). Spätestens mit der Annäherung der das Bodentief über Südschweden begleitenden Kaltfront aus Norden nehmen aber zum Abend auch hier von Nord nach Süd die Böen zu (Bft 7, lokal Bft 8). Dabei gestaltet sich das Wetter im Zuge beständiger Hebung bedeckt und wechselhaft.
Deutlich einfacher gestaltet sich die Windvorhersage für die Küsten (Bft 8, exponiert mit Sturmböen Bft 9) sowie im Bergland (Bft 8 bis 9, auf dem Brocken teils mit schweren Sturmböen Bft 10) aus West bis Nordwest.
Im Vergleich zu gestern hat sich die Böenvorhersage für Süddeutschland dank stärkerer Höhenwinde weiter verschärft. Bei sehr guter und hochreichender Durchmischung können die Höhenwinde vollumfänglich abgegriffen werden, sodass entlang und südlich der Donau im Tagesverlauf verbreitet Bft 7 Böen und exponiert sowie in bei West prädestinierten Regionen auch stürmische Böen Bft 8 auftreten können.
Erneut sei darauf hingewiesen, dass in eben den Regionen des Südwestens die Waldbrandgefahr verbreitet auf der zweithöchsten bis höchsten Stufe verweilt. Im Zusammenspiel mit den Böen besteht bei jedem möglichen Brand eine hohe Ausbreitungsgefahr. Wenigstens muss mit keinem nennenswerten Richtungswechsel beim Wind gerechnet werden, der meist aus westlicher Richtung weht. Richtung Westdeutschland frischt der Wind aus West bis Nordwest ebenfalls böig auf (Bft 6 bis 7) und nur am direkten Alpenrand scheint der Wind aus heutiger Sicht nicht warnrelevant auszufallen.
Abseits vom Wind und den leichten Niederschlägen im Nordosten ziehen über den Westen und Süden ausgedehnte Wolkenfelder, die die Sonne aber mit jedem Kilometer gen Südwesten immer besser durchlassen. In Richtung Schwäbische Alb/Schwarzwald dominiert weiterhin der Sonnenschein.
Die Maxima liegen im Nordosten unter dem Regen bei 17 bis 20 Grad und nehmen nach Südwesten auf 20 bis 33 Grad zu. Besonders den südlichen Oberrhein entlang wird es bei 20 Grad in H85 mit bis zu 37 Grad wieder sehr heiß.
Zum Abend und in der Nacht zum Mittwoch überquert eine zunehmend wetterinaktive Kaltfront den Norden und Osten der Republik und ihr folgt ein Schwall modifizierter subpolarer Luft nach.
Das bedeutet vor allem über der Mitte dichte Bewölkung und besonders in Richtung östlicher Mitte auch etwas Regen, der von Norden rasch abklingt. Postfrontal lockert es im Nordosten zügig auf und hier verläuft die Nacht meist klar. Auf Rügen kann in der Ferne mit Blickrichtung Ost vielleicht das eine oder andere Wetterleuchten wahrgenommen werden. Auch im Südwesten wird eine überwiegend klare und erneut trockene Nacht erwartet.
Die Minima liegen im Süden und Westen zwischen 18 und 13 Grad, während sie postfrontal im Norden und Osten auf 13 bis 10 Grad zurückgehen.
Der Nordwestwind bleibt bis weit in die Nacht besonders im Nordosten ein Thema und besonders mit Kaltfrontpassage sind bis in tiefe Lagen anfangs Bft 7/8 Böen zu erwarten, entlang der Ostseeküste Bft 8 bis 9 und auf Rügen mit Kaltfrontpassage eingangs der Nacht vielleicht auch mal eine schwere Sturmbö (Bft 10). Auch im östlichen Bergland bleibt der markante Wind bestehen mit Sturmböen auf dem Brocken sowie auf dem Erzgebirgskamm. Der Wind schwächt sich nach Mitternacht nur zögern ab.
Ansonsten weht ein mäßiger bis frischer, im Nachtverlauf meist nur noch schwacher bis mäßiger Wind aus Nordwest.
Mittwoch... wird die Kaltfront noch weiter in den Westen und Süden der Republik gedrückt, bevor sie dort aber stationär verweilt, was steigendem Geopotenzial und Bodendruck geschuldet ist. Dieser Geopotenzialanstieg deutet die Ausweitung des Keils über Südwesteuropa in Richtung Mitteleuropa und in dem Zuge auch wieder ein ansteigendes Temperaturniveau in Richtung Mittelfrist an.
Von daher löst sich die Front irgendwo von Benelux in Richtung Tschechien reichend im Tagesverlauf auf und mit ihr die begleitende, teils dichte Bewölkung. Letzte schwache Schauer können sich hier noch entwickeln, während es sonst postfrontal im Nordosten und präfrontal im Südwesten trocken und freundlich bis sonnig bleibt (im Nordosten am Nachmittag mit vorübergehend reger, aber seichter Konvektion). Die Höchstwerte liegen von Nordost nach Südwest zwischen 19 und 32 Grad. Der Nordwestwind weht im Umfeld der Ostseeküste sowie im östlichen Bergland zeitweise noch böig und kommt sonst mäßig bis frisch, im Südwesten schwach bis mäßig daher mit letzten stürmischen Böen auf dem Brocken und Fichtelberg.
In der Nacht zum Donnerstag überqueren den Norden und Osten dichte Wolkenfelder bei vorherrschender WLA aus Nordwest, die jedoch keinen nennenswerten Niederschlag bringen (abgesehen von einzelnen Tropfen), während die Nacht im Süden und Westen überwiegend klar verläuft.
Die Minima liegen zwischen 17 und 11 Grad und der Wind weht meist nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen, im Nordosten mäßig bis frisch aus Nordwest.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Numerik weist während dieser Kurzfrist keine größeren Diskrepanzen auf und auch die dynamische Entwicklung über der Ostsee wird recht homogen vorhergesagt. Die größten Unsicherheiten ergeben sich bei der Böenparametrisierung innerhalb der Numerik, was sich besonders auf den Dienstag mit Blick auf die kräftigste Windentwicklung mit geringen Unsicherheiten auswirkt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 06.07.2026 um 10.30 UTC
Überwiegend Hochdruckeinfluss mit Temperaturzweiteilung: Heißer bis sehr heißer Südwesten und kühlerer Nordosten.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 13.07.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Donnerstag liegt Deutschland am Ostrand eines kräftigen Höhenrückens mit Schwerpunkt über West- und Südwesteuropa. Dieser wird von einem Trog über dem Ostatlantik sowie einem Höhentief über Osteuropa flankiert und bildet damit eine blockierende Omega-Lage. Am Boden dominiert Hochdruckeinfluss. Da sich das Hochzentrum jedoch westlich von Deutschland befindet, stellt sich eine nördliche bis nordöstliche Strömung ein. Dadurch gelangt insbesondere in den Nordosten nur mäßig warme Luft, während sich die heiße Luft auf den Südwesten des Landes beschränkt. Im Osten sorgt die etwas feuchtere Luftmasse für zeitweise stärkere Bewölkung. Aufgrund einer ausgeprägten Absinkinversion bleibt die Konvektion jedoch meist unterdrückt. Lediglich im Alpenraum sind am Nachmittag vereinzelt Gewitter möglich, die Wahrscheinlichkeit hierfür bleibt jedoch gering.
Am Freitag schwächt sich der Höhenrücken vorübergehend etwas ab, da ein flacher Randtrog über seine Nordflanke hinwegzieht. Gleichzeitig verstärkt sich das Höhentief über Osteuropa. Am Boden nimmt der Hochdruckeinfluss leicht ab, während sich die feuchtwarme Luft über der Südhälfte bis etwa zur Mainlinie ausdehnt. Da die großräumige Hebung weiterhin fehlt, bleibt die Gewittertätigkeit weitgehend auf die Alpen und das süddeutsche Bergland beschränkt. Die 30-Grad-Isotherme breitet sich weiter nach Norden aus. Im Südwesten werden verbreitet Höchstwerte über 35 Grad erreicht, sodass die Wärmebelastung dort deutlich zunimmt.
Am Samstag verbleibt der Höhenrücken knapp westlich von Deutschland, während der Osten weiterhin unter dem Einfluss des osteuropäischen Höhentiefs steht. Dort ist die Bewölkung dichter und einzelne Schauer sind nicht ausgeschlossen. Im Süden und insbesondere im Alpenraum entwickeln sich im Tagesverlauf erneut einzelne Gewitter. Aufgrund der hohen Feuchte sind lokal unwetterartige Entwicklungen durch heftigen Starkregen möglich.
Auch am Sonntag bleibt die blockierende Großwetterlage bestehen. Der Höhenrücken über Westeuropa gewinnt wieder etwas an Stärke, während das Höhentief über Osteuropa und der Trog über dem Ostatlantik die Omega-Struktur weiterhin stützen. Die 30-Grad-Marke greift bis in die nördliche Mitte Deutschlands aus. Gleichzeitig steigt der Feuchtegehalt der Luftmasse leicht an, wodurch vor allem in der Südwesthälfte eine zunehmende Wärmebelastung entsteht. Über den Mittelgebirgen und insbesondere im Alpenraum sind orografisch ausgelöste Hitzegewitter möglich, die lokal erneut mit unwetterartigem Starkregen einhergehen können.
Zu Beginn der neuen Woche ändert sich an der großräumigen Wetterlage nach derzeitigem Stand wenig. Deutschland verbleibt an der Ostflanke des Höhenrückens, sodass die extrem heiße Luft über Südwesteuropa weiterhin westlich des Vorhersagegebietes gehalten wird. Dennoch bleibt es vor allem im Südwesten heiß bis sehr heiß, ohne dass sich nach aktuellem Stand eine ausgeprägte Hitzewelle einstellt. Abgesehen von einzelnen Schauern und Gewittern, bevorzugt im Osten, im Bergland und im Alpenraum, sind keine nennenswerten Niederschläge in Sicht. Damit setzt sich die Trockenheit fort, und sowohl die Waldbrandgefahr als auch die Belastung durch anhaltende Niederschlagsdefizite bleiben ein wichtiges Thema.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle IFS-Lauf zeigt zu Beginn der Mittelfrist eine gute Konsistenz zu den Vorläufen. Ab der neuen Woche nehmen die Unterschiede zwischen den Modellläufen jedoch spürbar zu.
Großräumig etabliert sich über Südwest- und Westeuropa erneut ein ausgeprägter Höhenrücken beziehungsweise eine sogenannte Heat Dome-Struktur. Flankiert wird diese zum einen von einem stationären Höhentief über Osteuropa und zum anderen von einem Trog über dem Ostatlantik. Deutschland liegt dabei im Übergangsbereich zwischen diesen Systemen. Dadurch kann die sehr heiße Luft über Südwesteuropa zunächst nicht nach Deutschland vordringen. Stattdessen gelangt insbesondere in den Osten des Landes mit einer nordöstlichen Strömung nur mäßig warme Luft.
Der Höhenrücken erweist sich allerdings als wenig stabil. Bereits am kommenden Wochenende wird er von einem Randtrog überlaufen. Im weiteren Verlauf greifen zudem wiederholt kurzwellige Tröge ausgehend vom stationären Höhentief auf Mitteleuropa über und schwächen den Hochdruckeinfluss zeitweise ab. Dadurch wird einerseits der Zustrom der heißesten Luftmassen nach Deutschland unterbunden, andererseits bleibt die Atmosphäre vor allem im Osten und im Alpenraum leicht störungsanfällig. Dort sind trotz überwiegenden Hochdruckeinflusses wiederholt Schauer und einzelne Gewitter möglich.
Größere oder flächendeckende Niederschlagsereignisse sind nach derzeitigem Stand jedoch nicht in Sicht. Erst falls sich das osteuropäische Höhentief in der erweiterten Mittelfrist weiter nach Westen ausdehnen und über Mitteleuropa etablieren sollte, könnten auch länger anhaltende und ergiebigere Niederschläge in den Fokus rücken. Diese Entwicklung ist derzeit jedoch noch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.
Insgesamt deutet das aktuelle IFS somit auf eine Fortdauer der Trockenheit hin. Zwar sind regional einzelne Schauer und Gewitter möglich, eine nachhaltige Entspannung der Niederschlagssituation zeichnet sich nach heutigem Stand jedoch nicht ab.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die übrigen Globalmodelle (ICON, GFS und UK10) zeigen die großräumige Wetterlage grundsätzlich ähnlich. Die blockierende Omega-Lage bleibt bis weit in die neue Woche bestehen. Unterschiede ergeben sich vor allem hinsichtlich der Stärke und Zugbahn einzelner Randtröge, die an den Flanken des Höhenrückens umlaufen. Diese werden von den Modellen unterschiedlich simuliert, haben für Deutschland nach derzeitigem Stand jedoch nur einen begrenzten Einfluss auf die Wetterentwicklung.
Da Deutschland weiterhin an der Ostflanke des Höhenrückens verbleibt, wird die sehr heiße Luft über Südwesteuropa auf Abstand gehalten. Eine ausgeprägte Hitzewelle wie Ende Juni zeichnet sich daher nach aktuellem Stand nicht ab. Gleichzeitig bleibt die Niederschlagsneigung gering, sodass sich die Trockenheit voraussichtlich weiter verschärft. Entsprechend bleibt auch die Waldbrandgefahr insbesondere in den ohnehin trockenen Regionen auf hohem Niveau.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte zeigen bis zum kommenden Wochenende eine recht enge Bündelung. In der neuen Woche nimmt der Spread zwar etwas zu, die grundlegende Tendenz bleibt jedoch relativ klar. Dies stützt die Annahme einer stabilen Omega-Lage. Während der Südwesten über den gesamten Zeitraum unter 850-hPa-Temperaturen zwischen etwa 18 und 20 Grad liegt, verbleibt der Nordosten eher im Bereich um 12 Grad. Das Geopotenzial steigt vor allem im Nordosten an, während es im Südwesten durchweg auf hohem Niveau bleibt.
Die wenigen Niederschlagssignale im Nordosten nehmen in der neuen Woche weiter ab. Im Westen und Südwesten sind sie nahezu nicht vorhanden. Einzelne Signale zeigen sich ab der neuen Woche im Süden und deuten dort auf lokale Gewitter hin. Flächige oder hydrologisch relevante Niederschläge sind insgesamt nicht in Sicht.
In der gesamten Mittelfrist werden für die Zeiträume t+72 bis t+168 h sechs beziehungsweise drei Cluster berechnet. Der Kontrolllauf ist jeweils Cluster 2 zugeordnet. Alle Cluster zeigen ein Blocking-Regime mit einer ausgeprägten positiven Geopotenzialanomalie über der Nordsee und Westeuropa. Auch in der erweiterten Mittelfrist von t+192 bis t+240 h bleibt dieses Bild bestehen. Dort werden vier Cluster angeboten, wobei sich der Kontrolllauf erneut in Cluster 2 befindet. Sämtliche Cluster zeigen weiterhin ein Blocking-Regime mit einer starken positiven Geopotenzialanomalie über Westeuropa, der Nordsee und Skandinavien.
Fazit: Deutschland liegt an der Nordostflanke eines sich aufbauenden Heat Domes über Südwest- und Westeuropa. Damit bleibt die große Hitze nach aktuellem Stand noch westlich beziehungsweise südwestlich von Deutschland. Der Südwesten verbleibt zwar in heißer Luft, extreme Hitze wird jedoch nicht gestützt. Größere Niederschläge sind nicht in Sicht. Lediglich im Süden, insbesondere in Alpennähe, sind ab Freitag einzelne Gewitter möglich. Die Trockenheit setzt sich fort, und die Waldbrandgefahr nimmt weiter zu.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Markante Wettererscheinungen sind zunächst nicht in Sicht. Ab Freitag nimmt die Gewitterneigung im Alpenraum und in Alpennähe zu. Dabei besteht örtlich Unwettergefahr durch heftigen Starkregen. Im Südwesten steigt ab Donnerstag zudem die Wärmebelastung allmählich an.
Die anhaltende Trockenheit verschärft sich weiter. Entsprechend nimmt auch die Waldbrandgefahr, insbesondere in den bereits trockenen Regionen, weiter zu.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, GFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta





