Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 19.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: BM
Überwiegend Hochdruckwetter mit kleinen "Schönheitsfehlern" (heute und morgen "antizyklonale" Frontpassage, Samstag Kaltlufttropfen im Süden), aber ohne markante Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... befindet sich Deutschland im Einflussbereich einer langgestreckten, vom Atlantik über die Britischen Inseln bis nach Osteuropa reichenden Hochdruckzone mit Schwerpunkten bei Schottland bzw. über der nördlichen Nordsee ("MAX") und über dem östlichen Mitteleuropa "LUKAS"). Diese wird gestützt durch eine zonal ausgerichtete Potenzialbrücke einer abgeschlossenen inklusive Höhenantizyklone über den Britischen Inseln. Mit Passage eines Höhentroges von Nordwest nach Südost über Skandinavien wird die Brücke vor allem in ihrem Ostteil rasch abgebaut, übrig bleibt ein schmaler Keil, der durch den Trog nach Süden abgedrängt wird und abends von Belgien über die Mitte Deutschlands und Nordpolen bis zum Baltikum reicht. Der in einem insgesamt weiterhin antizyklonalen Umfeld (die Höhenantizyklone über dem Süden GBs wird nur ein wenig nach Nordwesten abgedrängt) an Kontur verlierende Trog greift dann bereits auf die deutsche Nordseeküste und die südliche Ostsee über. Somit bleibt auch die Hochdruckzone im Bodenfeld robust, bekommt allerdings mit Annäherung der Kaltfront des in etwa im Bereich der Barentssee gelegenen Tiefs "KATIE" über Mitteleuropa eine Schwachstelle und wird dort etwas nach Süden abgedrängt, während sich die Hochdruckparzelle über Schottland etwas verstärkt und langsam zur Nordsee verlagert.
Über dem Vorhersagegebiet dominiert somit zunächst noch ruhiges und störungsfreies Hochdruckwetter. Abgesehen von einigen hohen Wolkenfeldern, die aktuell über den Osten und die Südhälfte des Landes hinweg rasch westsüdwestwärts geführt werden und einem kurzwelligen Troganteil geschuldet sind, beginnt der Tag nahezu überall sonnig. Vor allem im Südwesten weht anfangs noch ein recht lebhafter Ostwind, der dem dort vorhandenen scharfen Gradienten sowie der Orographie geschuldet ist. Mit der südwärtigen Verlagerung der Divergenzachse der Hochdruckzone weicht er dort aber bereits im Vormittagsverlauf auf und der Wind ist auch im Hochschwarzwald alsbald nicht mehr warnrelevant.
Von Osten her gelangt nach wie vor trockene Festlandsluft (T850 hPa zwischen knapp unter 0 Grad im Südosten und +4 Grad an der Westgrenze) ins Vorhersagegebiet, die sich nach teils frostiger Nacht bei nahezu ungehinderter Sonneneinstrahlung (vor allem über den östlichen Mittelgebirgen und an den Alpen entwickelt sich flache Quellbewölkung wieder rasch erwärmen kann auf Höchstwerte zwischen 10 Grad im höheren südlichen Alpenvorland und 18 Grad im Westen; dort kann es in einigen Lee-Lagen eventuell sogar noch etwas milder werden (MOSMIX bis 19 Grad). Etwa ab den Mittagsstunden macht sich dann die sich nähernde Kaltfront in Form dichterer Bewölkung bemerkbar, die von Norden her zunächst auf Schleswig-Holstein, bis zum Abend dann auch auf die Norddeutsche Tiefebene übergreift. Im antizyklonalen Umfeld ist die Front aber nur wenig wetterwirksam, bis auf ein paar Tropfen Regen (am ehesten an der Ostsee) bleibt es weitgehend trocken.
In der Nacht zum Freitag kommen der Höhentrog und die Kaltfront langsam etwa bis zu einer Linie Niederrhein - Oderbruch voran. Rückseitig schwenkt ein breiter Höhenkeil zur mittleren Nordsee und nach Südskandinavien und stützt nach wie vor das Bodenhoch über der Nordsee.
Präfrontal erreicht die dichtere Bewölkung noch die Landesmitte, während es im Süden überwiegend gering bewölkt bleibt. Dort gibt es erneut recht verbreitet leichten Frost.
Mit Frontpassage fällt vor allem nach Osten zu Mecklenburg-Vorpommern, Nordbrandenburg) auch etwas Regen (nach Lesart des I-D2 und des ICON-EU sogar um 2 l/m² in Ostvorpommern), weiter westlich reicht es maximal für ein paar Tropfen. Postfrontal lockern die Wolken von Norden her wieder auf, vor allem in Schleswig-Holstein und in Vorpommern können sich dann aber Nebel und Hochnebel ausbreiten. Der Front folgt ein Schwall kälterer Luft aus dem skandinavischen Raum, so dass es bei längerer Zeit aufgelockerter Bewölkung ebenfalls leichten Frost geben kann, im breiten Frontbereich bleibt es unter den meist dichten Wolken aber mit 5 bis 1 Grad weitgehend frostfrei.
Freitag... kommt der weiter an Kontur verlierende und nur noch schmale Höhentrog in einem insgesamt nach wie vor antizyklonalen Umfeld nach wie vor nur noch langsam nach Süden voran und erreicht zum Abend mit seiner Achse in etwa Mosel und Main. Ihm folgt der Höhenkeil, der durch den Trogvorstoß aus dem grönländischen raum Richtung Island und Nordmeer nun vor allem mit seinem Westteil etwas nach Süden gedrückt wird und abends vom Ostatlantik kommend über England, die Nordsee und Südskandinavien bis zur mittleren Ostsee reicht. Dieser stützt nach wie vor das Bodenhoch, das nun seinen Schwerpunkt langsam von der Nordsee Richtung Dänemark und westliche Ostsee verlagert. In diesem frontolytischen Umfeld löst sich die Kaltfront über der Landesmitte mehr oder weniger auf; übrig bleiben dichtere Wolkenfelder und noch ein paar Tropfen Regen insbesondere über der Osthälfte bis in die Landesmitte reichend. Auch im Norden und Nordosten hält sich postfrontal unterhalb einer Absinkinversion in etwa 900 hPa noch gebietsweise dichte, teils auch hochnebelartige Bewölkung (am ehesten an der Nordsee sowie von Ostholstein bis nach Vorpommern). Ansonsten reicht es oft nur für lockere Bewölkung und vor allem im Südwesten, ganz im Süden, aber auch in Teilen Westdeutschlands scheint für längere Zeit die Sonne. Ein Luftmassenwechsel findet kaum mehr statt, die 850 hPa-Temperatur schwankt zwischen -1, vielleicht -2 Grad postfrontal in der Osthälfte und +2 bis +3 Grad im Südwesten. Die Höchsttemperaturen erreichen somit auch im Westen nicht mehr die Werte des Vortages und bewegen sich meist zwischen 10 Grad ganz im Norden und 17 Grad an Oberrhein, Untermain und Neckar. Bei auflandigem Wind werden insbesondere an der Ostsee gebietsweise auch nur einstellige Höchstwerte erreicht, ähnlich auch am Nordrand der östlichen Mittelgebirge, wo es überwiegend stark bewölkt bleibt.
In der Nacht zum Samstag greift der schmalbrüstige Trog auf den Alpenraum über; in seinem Schlepptau folgt von Nordosten her ein Kaltlufttropfen, der morgens den Süden Polens erreicht. Zwischen dem vom Ostatlantik über das nördliche Mitteleuropa bis zum Baltikum reichenden Höhenkeil und dem schmalen Trog hat sich über dem Vorhersagegebiet eine nordöstliche Höhenströmung etabliert, die mit Annäherung des KLTs in den Frühstunden von Osten her beginnt, leicht zyklonale Züge anzunehmen.
Das Bodenhoch bleibt allerdings - gestützt durch den Rücken - robust und reicht als langgestreckte Hochdruckzone von den Britischen Inseln über das nördliche Mitteleuropa bis in den Westen Russlands. Mit dem Trog kommen die dichteren Wolken von der östlichen Mitte langsam in den Südosten voran, Regen sollte aber daraus kaum mehr fallen. Im Westen und Südwesten bleibt es aufgelockert bis gering bewölkt, während sich im Norden und Osten vermehrt Nebel bzw. Hochnebelfelder ausbreiten können und es dort nur gebietsweise aufklart. Vor allem in der Osthälfte und im Norden sowie ganz im Süden kann es bei längerer Zeit aufgelockerter Bewölkung erneut leichten Frost geben, sonst bleibt es zumeist frostfrei.
Samstag... kommt der Kaltlufttropfen (KLT) langsam westsüdwestwärts voran und erreicht am späteren Abend nach Lesart des ICON-EU mit seinem Drehzentrum den Bayerischen Wald. Die PVA-induzierte Hebung auf dessen Vorderseite wird durch die KLA nur teilweise kompensiert, somit greifen von Osten her dichte Wolkenfelder und auch leichte, teils schauerartige Niederschläge im Tagesverlauf auf den Südosten Deutschlands über. Bei auf etwa -1 bis -3 Grad sinkenden 850 hPa-Temperaturen können diese in den höheren Lagen der ostbayerischen Mittelgebirge und an den Alpen (Schneefallgrenze wohl um 1000 m) teilweise als Schnee fallen, die Mengen sind aber mit nur wenigen mm allgemein gering. Die Luftmasse ist leidlich labil geschichtet (bis -28 Grad in 500 hPa), dennoch dürfte es kaum für Gewitter reichen.
Unklar ist auch nach wie vor, wie weit die Niederschläge über Süddeutschland noch nach Westen und Norden ausgreifen, abhängig von der genauen Zugbahn und Geometrie des KLT; GFS und IFS fahren diesbezüglich eine etwas offensivere Variante als ICON-EU und hat leichte Niederschläge bis in den Süden und Osten von Baden-Württemberg sowie nach Norden zu bis zu den östlichen Mittelgebirgen und zum Main auf der Agenda.
Auch die mit dem KLT einhergehende Kaltluftadvektion wird noch mit Differenzen simuliert: UK10 simuliert für die Osthälfte des Landes (an der Nordflanke des KLTs) 850 hPa-Temperaturen sogar bis -6 Grad über der Osthälfte Deutschlands, nach Lesart des GFS sollen sie dort auf maximal -4 Grad und nach ICON-EU bzw. IFS auf -3 Grad zurückgehen. Wie auch immer das im Detail aussehen mag - tendenziell bekommen der Westen und Norden kaum etwas vom KLT zu spüren. Vor allem im Norden und Nordosten kann es aber dauern, bis sich Nebel und Hochnebel lichten, ansonsten scheint in diesen Regionen aber längere Zeit die Sonne, auch im Südwesten dürfte es für sonnige Abschnitte reichen. Etwas kühlere Luft erreicht diese Regionen aber dennoch, so dass es allgemein für Höchstwerte zwischen 7 Grad an den ostbayerischen Mittelgebirgen und 14, vielleicht 15 Grad entlang der Rheinschiene reicht.
In der Nacht zum Sonntag überquert der nach Lesart aller Modelle Süddeutschland westsüdwestwärts, allerdings mit leicht unterschiedlich simulierter Zugbahn bzw. Geometrie. Entsprechend gibt es auch kleinere Differenzen, die räumliche Verteilung der simulierten Niederschläge betreffend, die aber lediglich die Südhälfte erfassen, allgemein nur gering ausfallen und in der zweiten Nachthälfte bereits weitgehend abgezogen sind. Rückseitig des KLT folgt klassischerweise geringfügig mildere Luft, so dass die Schneefallgrenze tendenziell ansteigt, nennenswerte Mengen sind aber sowieso nicht zu erwarten. Im Norden, im Westen und in der Mitte verläuft die Nacht dagegen teils locker bewölkt bzw. klar, gebietsweise breiten sich aber Nebel- und Hochnebelfelder aus, am ehesten in der Nordhälfte. An den Minima ändert sich gegenüber der Vornacht nur wenig; vor allem im Osten und in der Norddeutschen Tiefebene gibt es bei längerer Zeit aufgelockerter bzw. geringer Bewölkung leichten Frost, aber auch sonst fällt die Nacht mit Minima zwischen 4 und 0 Grad recht frisch aus.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle fahren einen einheitlichen Kurs. Bzgl. der Zugbahn und Geometrie des Kaltlufttropfens gibt es nach wie vor kleinere Differenzen, die Einfluss auf die räumliche Verteilung der leichten Niederschläge und auf die 850 hPa-Temperatur haben. Diese wurden im Text besprochen.
Einige gestrige Modellläufe ließen in der Nacht zum (und auch am) Sonntag noch einen weiteren folgen. Diese Variante scheint aber jetzt vom Tisch zu sein.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 18.03.2026 um 10.30 UTC
Zunächst ruhiges Hochdruckwetter mit "Schönheitsfehlern" in Form eines oder mehrerer Kaltlufttropfen. Zu Beginn kommender Woche unbeständiger und kühler.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 25.03.2026
Bevor ein markanter Kaltluftvorstoß vom Nordatlantik her zu Beginn kommender Woche auch hierzulande eine durchgreifende Wetterumstellung einleitet, dominiert am Wochenende noch einmal im Großen und Ganzen ruhiges, aber wohl nicht ganz störungsfreies Hochdruckwetter.
Verantwortlich dafür ist eine Zone hohen Geopotenzials, die sich - von den Azoren kommend - über die Britischen Inseln und Südskandinavien bis ins Baltikum bzw. nach Westrussland erstreckt. Diese stützt wiederum eine ebenfalls nahezu zonal ausgerichtete Hochdruckzone im Bodenfeld mit Schwerpunkten (am Samstag) bei den Azoren und in etwa über dem nördlichen Mitteleuropa bis zum Baltikum. Flankiert wird diese Hochdruckzone von einem Höhentief nördlich der Kanaren (das dort für ordentlich "Bambule" sorgt, aber keinen Einfluss auf unser Wetter hat) und einem umfangreichen, mit zahlreichen Drehzentren ausgestatteten Höhentiefkomplex, der quasi ganz Südosteuropa überdeckt. An dessen Nordflanke lassen sich am Samstag bei genauerem Hinschauen bis Sonntagfrüh ein bis zwei kleinere Kaltlufttropfen ausmachen, die den Norden Österreichs bzw. den Alpenraum von Ost nach Südwest überqueren. Die Achse des hohen Luftdrucks im Bodenfeld verläuft über Norddeutschland, somit können an der Nordflanke dieser KLTs von Osten her dichtere Wolken in den Süden und die Mitte des Vorhersagegebietes vordringen, vor allem in Bayern, eventuell auch noch in Baden-Württemberg fällt hier und da sogar etwas Regen, bei 0 bis -3 Grad in 850 hPa im höheren Bayerwald bzw. an den Alpen oberhalb von 1000 m auch ein paar Schneeflocken.
Am Sonntag verlagert sich ein weiterer, anfangs sogar markant ausgeprägter KLT unter Konturverlust von Polen her südwestwärts nach Süddeutschland bzw. Richtung Schweiz. Die gleichzeitig durch den Trogvorstoß weiter nördlich ihre Divergenzachse allmählich nach Süden verlagernde Potenzialbrücke wird dabei, ebenso wie die Bodenhochdruckzone, allmählich abgebaut, bleiben aber robust. Die Hochdruckzone verlagert ihre Divergenzachse bis Montagfrüh dabei langsam von Nord- nach Süddeutschland.
Erneut kann es mit dem KLT zumindest im Südosten des Landes am Sonntag dichtere Wolkenfelder geben, Niederschläge sind aber wohl keine zu erwarten, da dessen Passage - im Gegensatz zu seinen Vorgängern - mit einem deutlichen Konturverlust einhergeht.
Im Rest des Landes scheint dagegen sowohl am Samstag als auch am Sonntag neben lockeren Wolkenfeldern vielerorts und häufig die Sonne. Von Osten her gelangt nicht mehr ganz so milde Luft wie an den Vortagen ins Vorhersagegebiet, vor allem am Samstag reicht es im Südosten nur für einstellige Maxima, Sonst bewegen sich die Höchstwerte meist zwischen 10 und 15 Grad, in den Nächten kann es bei klarem Himmel in ungünstigen Lagen leichten Frost geben.
Am Montag überquert der mit dem weiter oben erwähnten Kaltluftvorstoß interagierende Höhentrog von Nordwesten her die Britischen Inseln und greift unter deutlicher Amplifizierung in der Nacht zum Dienstag auf den Westen des Vorhersagegebiets über. Trogvorderseitig entwickelt sich aus einer Frontalwelle über Schottland ein ausgewachsenes Tiefdruckgebiet und zieht bis Dienstagfrüh nach Südnorwegen. Präfrontal wird die nur noch flache Hochdruckbrücke über dem Vorhersagegebiet abgebaut, abends erreicht die Kaltfront des Tiefs den Nordwesten und überquert bis Dienstagfrüh rasch das ganze Land südostwärts. Da ihr unmittelbar der mit hochreichend kalter und labil geschichteter maritimer Polarluft abgefüllte Höhentrog folgt, gibt es mit Frontpassage und postfrontal verbreitet Regen- und Graupelschauer, vereinzelt kurze Gewitter nicht ausgeschlossen. Die Schneefallgrenze sinkt bei -3 bis -6 Grad in 850 hPa bis in mittlere Lagen, bei kräftigeren Schauern kann es auch bis nach "ganz unten" kurz schneien. In den Nordweststaulagen einiger Mittelgebirge bildet sich eventuell auch eine dünne Schneedecke.
Vorher wird es am Montag tagsüber mit 10 bis 16 Grad noch einmal recht mild, nachts sinken die Temperaturen im höheren Bergland in den Frostbereich.
Am Dienstag überquert der Höhentrog bei weiterer Amplifizierung langsam ostwärts und wird durch einen von Norden einlaufenden Randtrog in der Nacht zum Mittwoch über dem Vorhersagegebiet regeneriert. Das Bodentief zieht nordostwärts Richtung Bottnischen Meerbusen, während sich knapp westsüdwestlich der Britischen Inseln eine eigenständige Hochdruckparzelle etabliert. Daraus resultiert eine nordwestliche bis nördliche Grundströmung, mit der die Advektion maritimer Polarluft auf direktem Wege vom Nordmeer her vor allem mit Passage des Randtroges noch verstärkt. Somit bleibt es unbeständig mit weiteren Schauern, die vor allem in der Nacht zum Mittwoch bei -4 bis -8 Grad in 850 hPa bis in tiefe Lagen teilweise als Schnee fallen. In den Staulagen der Mittelgebirge und nachts auch zunehmend im Alpenstau kann sich gebietsweise eine nennenswerte Schneedecke ausbilden, in tiefen Lagen reicht es wohl nur durch Glätte durch Schneematsch bzw. für eine dünne Schneematschdecke am Mittwochmorgen.
Am Mittwoch nistet sich der Trog über Mitteleuropa ein und tropft in der Nacht zum Donnerstag als mit mehreren Drehzentren ausgestattetes, vom östlichen Mitteleuropa bis nach Italien reichendes Höhentief ab. Im Bodenfeld schiebt sich - ausgehend von der Hochdruckzone südwestlich der Britischen Inseln - nur langsam ein Keil nach Mitteleuropa. In der labilen Höhenkaltluft bleibt es somit im Vorhersagegebiet unbeständig mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern und recht kalt, erst in der Nacht zum Donnerstag klingen die Schauer ab. Vor allem im höheren Bergland und an den Alpen bekommt die Schneedecke noch etwas Zuwachs.
In der Nacht zum Donnerstag gibt es vielerorts Frost.
In der erweiterten Mittelfrist bleiben wir nach Lesart des IFS eher auf der kühlen Seite. Nach Zwischenhocheinfluss am Donnerstag greift am Freitag ein weiterer Höhentrog auf das Nordmeer und die Nordsee und damit ein Frontensystem auf das Vorhersagegebiet über. Da die maritime Luftmasse jetzt einen weiteren Weg über den Nordatlantik nimmt und nicht mehr direkt vom Nordmeer daherkommt, wird es tendenziell aber etwas milder und die Schneephase beschränkt sich auf die höheren Lagen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bereits zu Beginn der Mittelfrist ist die Konsistenz eher als mäßig einzustufen, was aber angesichts des "KLT-Gedöns" nicht weiter verwunderlich ist. Vor allem der KLT, der im aktuellen Lauf von Polen her am Sonntag und in der Nacht zum Montag den Südosten Deutschlands überquert, wird in den beiden gestrigen Läufen progressiver und schwächer simuliert.
Die Umstellung zu Beginn kommender Woche haben auch die gestrigen Läufe beide auf der Agenda. Nach Lesart beider Läufe befindet sich der Höhentrog am Dienstag über dem Vorhersagegebiet und sorgt für nasskaltes, im Bergland winterliches Wetter. Den Cut-Off-Prozess danach hat vor allem der gestrige 00 UTC-Lauf dagegen nicht auf der Agenda, stattdessen folgt zum Donnerstag hin ein weiterer Höhentrog von Nordwesten her. Der gestrige 12 UTC-Lauf simuliert dann dagegen an der Nordflanke des ins Mittelmeer abgetropften Höhentiefs eher eine zyklonale Nordostlage über dem Vorhersagegebiet.
So oder so - nach Lesart aller Läufe bleibt es bis in die erweiterte Mittelfrist unbeständig und kühl.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Differenzen bzgl. der KLTs am Wochenende zieht sich auch durch die vorliegenden Globalmodelle. ICON und GFS haben den KLT am Samstag auf nördlicherer Zugbahn und etwas intensiver auf der Agenda als IFS, UK10 dagegen den am Sonntag.
Wie auch immer - vor allem der Samstag dürfte im Süden und in der Mitte - trotz des antizyklonalen Musters im Bodenfeld - eher bewölkt und relativ kühl verlaufen, allerdings sollte es kaum für nennenswerte Niederschläge reichen. Am Sonntag erhält die Sonne tendenziell wieder etwas größere Spielanteile. Größer werden die Differenzen dann allerdings, die Wetterumstellung zu Beginn der kommenden Woche betreffend. Den nach Mitteleuropa gerichteten Trogvorstoß mit durchaus winterlichem Wetter im Bergland und auch der ein oder anderen kurzen weißen Überraschung in den Niederungen hat in der Ausprägung lediglich das IFS auf der Agenda.
ICON zeigt den Trogvorstoß eher nach Skandinavien gerichtet und "groovt" sich so ein wenig auf eine (ebenfalls unbeständige und windige) zyklonale Nordwestlage ein, nach Lesart des GFS fällt die Trogpassage schwächer aus, wobei der Trog über Südschweden abtropft, gefolgt von einem Hochkeil am Mittwoch und einem weiteren Trog von GB her in der zweiten Wochenhälfte. Nach Lesart dieser Modelle reicht es also höchstens für etwas Schnee im Bergland, allerdings bleibt es im gesamten Vorhersagegebiet grundsätzlich unbeständig und eher kühl.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse zeigt ausgangs der Kurz- bzw. eingangs der Mittelfrist (72 bis 96 Stunden) zwei Cluster, die sich beide für Mitteleuropa nicht wirklich unterscheiden (robuste Potenzialbrücke bzw. Hochdruckzone).
Danach (120 bis 168 Stunden) werden die Differenzen dann aber deutlich größer, um nicht zu sagen: Fundamental. Im Groben lassen sich die sechs Cluster in drei Gruppen einordnen.
CL 1 (12 Member), CL 3 (10 Member, zzgl. Haupt- und Kontrolllauf) und CL 4 (7 Member) haben einen direkt nach Mitteleuropa gerichteten Trogvorstoß auf der Agenda, vor allem die letzten beiden auch nachhaltig mit einem markanten Höhenrücken über dem Ostatlantik (Großwetterlagenregime "Atlantic Ridge") und somit einer kalten, im Bergland winterlichen Nordwest- bis Nordströmung hierzulande, während CL 1 den Rücken weiter westlich simuliert, den Trog ebenfalls etwas weiter westlich ausgreifend, so dass die polare Meeresluft einen weiteren Weg nehmen muss und nicht ganz so kalt daherkommt (Großwetterlagenregime NAO positiv).
CL 2 (11 Member) dagegen simuliert die Trog- und Frontpassage am Dienstag deutlich schwächer und schwenkt dann sogar Richtung West antizyklonal mit um einiges milderer Meeresluft und einer recht robusten Hochdruckbrücke über Süddeutschland - von Winter auch im Bergland weit und breit keine Spur. Nach Lesart von CL 5 (7 Member) und CL 6 (4 Member) schließlich bleibt das Blockadehoch über Osteuropa erhalten (Großwetterlage "Blocking"). Der Trog geht als Cut-Off höchstens auf "Tuchfühlung" mit Mitteleuropa (CL 5 am Dienstag, CL 6 am Mittwoch) und tropft dann Richtung Südeuropa ab. Beide münden in eine teils zyklonale, teils antizyklonale Süd- bis Südostlage mit eher milden Luftmassen.
In der erweiterten Mittelfrist (192 bis 240 Stunden) tauchen dann in Form von 6 Clustern alle möglichen Varianten auf: Von Trog über Hoch Mitteleuropa bis Osteuropa bzw. Skandinavienblock gibt es alle möglichen Varianten; lediglich Westlagen tauchen so gut wie keine auf. Die Tendenz zu Blockadelagen ist also hoch.
Aufgrund der Kaltlufttropfen haben die Rauchfahnen vor allem der süddeutschen Gitterpunkte und insbesondere am Samstag schwache Niederschlagssignale auf der Agenda, die Mengen sind aber kaum nennenswert. Der Spread der Kurvenschar der 850 hPa-Temperaturen ist dagegen im Norden etwas größer. Ab Dienstag gehen die Einzelmember dann insbesondere bzgl. der 850 hPa-Temperatur und des Geopotenzials deutlich auseinander. Erwartungsgemäß bewegt sich der Hauptlauf im unteren Bereich der 850 hPa-Temperatur, ist wahrscheinlich für einige Zeitpunkte auch der kälteste Lauf. Vor allem ab Mitte kommender Woche reicht die Schwankungsbreite von winterlichen Werten deutlich unter -5 Grad, ja sogar nahe -10 Grad (Hauptlauf geht bis -8/-9 Grad) bis zu frühlingshaften +5 bis +8 Grad.
FAZIT:
Die kleineren Unsicherheiten bzgl. der KLTs bleiben noch bestehen, vor allem, was den Samstag angeht.
Ab Dienstag kommender Woche sind dann verlässliche Aussagen kaum mehr möglich. Zumindest vorübergehend sollte es verbreitet unbeständiger und auch etwas kühler werden, eventuell reicht es auch für einen "Hauch" von Berglandwinter. Der vom Hauptlauf des IFS apostrophierte nachhaltige Wintereinbruch im Bergland (und der ein oder anderen weißen Überraschung auch in tiefen Lagen) erscheint zu Wochenmitte aber ebenso eher weniger wahrscheinlich wie die in Einzellösungen angebotene frühlingshaft milde, ja fast schon warme Witterung.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wettererscheinungen stehen bis Montag keine auf der Agenda.
Mit der Wetterumstellung nimmt dann am Dienstag und Mittwoch die Wahrscheinlichkeit für stürmische Böen bzw. Sturmböen aus West bis Nordwest im höheren Bergland etwas zu, auch im Nordseeumfeld sind dann - je nach Timing und Zugbahn der Bodentiefs bzw. deren Fronten - stürmische Böen nicht ausgeschlossen.
Vor allem nach Lesart des IFS kann es im Alpenstau ab der Nacht zum Mittwoch markante Neuschneemengen geben. ICON simuliert bei einer deutlich höheren Schneefallgrenze von Dienstag auf Mittwoch ebenfalls recht ergiebige Niederschläge im Alpenstau, so dass dann Dauerregen kleinräumig nicht ausgeschlossen wäre.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Winninghoff





