Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 07.09.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
GWL: Wz zu SWz
Einzelne, teils kräftige Gewitter im Süden und Nordosten. Zum Mittwoch deutlich wechselhafter und nur noch mäßig warm.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Aktuell ... sorgt ein von Frankreich über Süddeutschland ostwärts ziehender Kurzwellentrog vor allem im Südwesten nochmals für verstärkten Hebungsantrieb. In der feuchtwarmen und labilen Luftmasse mit MLCAPE teils über 1000 J/kg entwickeln sich insbesondere zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb einzelne kräftige Gewitter. Bei gleichzeitig vorhandener hochreichender Scherung um 15 m/s können sich neben Einzel- und Multizellen auch einzelne Superzellen entwickeln. Dabei besteht lokal Gefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen, vereinzelt sind auch schwere Sturmböen möglich. Einzelne organisierte Zellen können sich am Abend noch weiter ostwärts in Richtung Bayern verlagern.

In der Nacht zum Dienstag zieht der Kurzwellentrog über den Alpenraum nach Südosten ab, während sich über Deutschland wieder höheres Geopotenzial durchsetzt. Damit nimmt der Hebungsantrieb ab und die Atmosphäre stabilisiert sich zunehmend. Die letzten Schauer und Gewitter im Süden und Südosten klingen im Laufe der Nacht ab, anschließend bleibt es weitgehend trocken und nach Süden zu vielfach klar. Erst in der zweiten Nachthälfte nimmt im Nordwesten mit Annäherung des nächsten Troges und seiner Kaltfront die Bewölkung wieder zu, vereinzelt sind dort erste Schauer möglich.

Dienstag ... verstärkt sich auf der Vorderseite des sich von Westen nähernden Troges die südwestliche Höhenströmung. In weiten Teilen Deutschlands bleibt sie zunächst noch antizyklonal konturiert. Im Süden, in der Mitte und im Osten scheint daher häufig die Sonne und bei 850-hPa-Temperaturen um 20 Grad im Süden werden nochmals hochsommerliche 28 bis 34 Grad erreicht. Im Nordwesten bleibt es im Bereich der Frontalzone dagegen stärker bewölkt, zeitweise fällt etwas Regen.

Am späten Nachmittag und Abend richtet sich der Fokus zunächst auf den Nordosten. Dort kann sich präfrontal etwas Labilität aufbauen, die sich mit einer ausgeprägten Windscherung überlappt. Bei 0-3-km-Scherung von 15 bis 20 m/s und SRH3-Werten um 200 m²/s² sind einzelne, teils organisierte Gewitter möglich. Dabei treten vor allem stürmische Böen um Bft 8, daneben kurzer Starkregen und kleinkörniger Hagel auf.

Zum Abend und in der Nacht zum Mittwoch verlagert sich der Schwerpunkt der Gewitteraktivität zunehmend in den Süden. Aus der Schweiz können kräftige Gewitter auf das südliche Baden-Württemberg übergreifen und sich anschließend ostwärts in Richtung Bayern ausbreiten. Die ICON-Modellkette deutet dabei die Ausbildung einer Druckwelle mit markanten Böen an.

Aber auch im Nordosten kommt die Gewitteraktivität mit Annäherung des Troges nicht vollständig zum Erliegen. Gleichzeitig nimmt die Scherung zu und mit der südwestlichen Strömung wird weiterhin feucht-labile Luft herangeführt. Vor allem im nördlichen Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern sowie an der Nordsee treten daher weitere Schauer und einzelne Gewitter auf, die mit Starkregen und stürmischen Böen einhergehen können.

Gleichzeitig greift die Kaltfront von Westen weiter auf Deutschland über und bringt vor allem im Westen und in der Mitte gebietsweise Regen. Rückseitig der Front lockert die Bewölkung im Nordwesten in der zweiten Nachthälfte zunehmend auf.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... erfolgt schließlich die Trogpassage, deren zeitlicher Ablauf aufgrund des Abtropfprozesses über Südwesteuropa allerdings noch mit größeren Unsicherheiten behaftet ist. Während GFS den Trog recht zügig ostwärts führt, zeigen die meisten anderen Modelle eine langsamere Verlagerung.

Im Süden und Osten gestaltet sich der Tag wechselhaft. In einer sehr feuchten und labil geschichteten Luftmasse treten teils länger anhaltende Regenfälle, teils konvektiv verstärkte Niederschläge und Gewitter auf. Dabei ist auch mehrstündiger Starkregen möglich. Am Alpenrand werden recht einheitlich 12-stündige Mengen zwischen 15 und lokal 35 l/qm simuliert. Im äußersten Süden kann sich zudem eine leichte Gegenstromlage einstellen, während besonders in Richtung Niederbayern auch kräftigere Gewitter nicht ausgeschlossen sind. Die genaue Lage der Niederschlagsschwerpunkte ist allerdings noch unsicher.

Im Norden und Nordwesten sorgt die Trogpassage mit Abkühlung in der Höhe für zahlreiche Schauer und einzelne Gewitter, dazwischen gibt es aber auch trockene Abschnitte. Weitgehend trocken bleibt es voraussichtlich vom Eifelraum bis in die Pfalz.

Mit der Trogpassage erfolgt auch eine deutliche Abkühlung. Die hochsommerlichen Temperaturen vom Dienstag sind damit Geschichte, die 30-Grad-Marke wird nicht mehr erreicht. Der Westwind weht mäßig bis frisch, im Bergland teils stark böig bis stürmisch. Auch im Nordwesten sind bei Schauern und Gewittern stärkere Böen möglich.

In der Nacht zum Donnerstag klingen die Niederschläge im Süden und Osten zunehmend ab. Im Norden treten noch weitere Schauer auf, während es im Südwesten teilweise aufklart und trocken bleibt.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Numerik beginnt recht einheitlich mit der Handhabe der Kurzfrist. Allerdings nehmen die Unsicherheiten ungewöhnlich früh und rasch zu, was im Zusammenhang mit der Trogpassage und dem Abtropfvorgang über Südwesteuropa steht.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marco Manitta