Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 07.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Keine markanten Entwicklungen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... steht ganz im Zeichen von Hochdruckeinfluss über Deutschland und Mitteleuropa. Dabei reicht ein Höhenkeil vom Balkan nach Nordwesten mit einem abgeschlossenen Höhenhoch über SW Deutschland. Die entsprechende Bodenhochdruckzone überdeckt große Teile von Südosteuropa und von dort ausgehend reicht sie mit eigenen Hochparzellen bis zur Nordsee und nach Südskandinavien.
In ihrem Bereich hält das ruhige, tagsüber sehr milde Frühlingswetter auch am Wochenende an. Das Absinken hat die Inversion weit nach unten gedrückt, was in regional sehr unterschiedlichen Frühtemperaturen deutlich wird. Besonders in der Osthälfte tritt leichter Frost auf, während nach Westen die Werte lokal bei +10°C liegen. Zudem hat sich gebietsweise Dunst oder Nebel gebildet, der sich aber tagsüber bald lichten sollte.
Dann scheint meist die Sonne, aber nicht ganz ungestört, weil neben einigen Cirren auch Saharastaub in der Luft ist, der den Himmel etwas milchig, dunstig erscheinen lässt.
Darüber hinaus ist ein schwacher Tiefausläufer über der Nordsee und Benelux angekommen, der sich dort in tiefer Bewölkung und schlechten Sichten bemerkbar macht. Er kommt tagsüber langsam ostwärts nach Nordwestdeutschland voran. Durch einen Kurzwellentrog, der Rücken im Norden überläuft, wird der Tiefausläufer aktiviert und bringt dann im Nordwesten neben starker Bewölkung (bis ca. 600 hPa) besonders in Schleswig-Holstein auch leichten Regen.
Ansonsten ist es in trockener Luft niederschlagsfrei, bei viel Sonnenschein und Temperaturen von 15 bis 20°C. Nur im Nordwesten etwas weniger.
In der Nacht zum Sonntag wird aus dem Trog ein Kaltlufttropfen über Dänemark. Er sorgt mit leichten Hebungsimpulsen ganz im Norden (vor allem wieder Schleswig-Holstein bis Hamburg) für etwas Regen. Der Tiefausläufer ist mangels Baroklinität kaum noch zu finden. Eine Feuchteschliere zieht sich aber noch über den Norden Deutschlands und die feuchtere Luft mit tiefer, hochnebelartiger Bewölkung breitet sich bis fast zum Nordrand der westlichen Mittelgebirgen aus. Dort, wie auch südlich der Donau kann sich Nebel bilden, wenn auch die Wahrscheinlichkeit für dichten Nebel im Süden größer ist. Ansonsten ist der Himmel teils bewölkt oder klar, teils überzogen mit Cirren, die wegen des Staubs auch dichter erscheinen können. Die Temperatur geht im Süden, Osten und Teilen der Mitte wieder in den leichten Frostbereich zurück, im Westen und Norden bleibt es meist frostfrei, abgesehen mal von einigen eher lokalen "Kältelöchern".
Sonntag... richtet sich der Höhenkeil wieder mehr Nord-Süd aus, vom zentralen Mittelmeer bis Mitteleuropa und zur Ostsee. Der Bodenhochschwerpunkt zeichnet sich deutlicher über Osteuropa ab und der Kaltlufttropfen wird wieder eher zu einem KW Trog und zieht Richtung Oslofjord.
Mit der südöstlichen, ageostrophisch östlichen Strömung breitet sich die trockenere Luft wieder in den Nordwesten aus und die hochnebelartigen Wolken, bzw. Nebelfelder ziehen sich Richtung Nordsee und Benelux zurück. Auch der leichte Regen ganz im Norden ist mit Abzug des Höhentroges im Laufe des Nachmittags bald vorbei. Es bleiben ganz im Nordwesten einige Wolkenfelder. Die regionalen Dunst- und Nebelfelder aus der Nacht lösen sich ansonsten auf und danach scheint wieder die Sonne, allerdings immer noch teilweise getrübt durch Staub und Cirren.
Die Luft ist nicht nur trocken, sie bleibt auch instabil geschichtet (ohne Relevanz, weil trocken) und sehr mild mit 6°C in 850 hPa, sodass erneut Temperaturen von 15 bis 20°C ins Haus stehen. Der Wind spielt bei der gradientschwachen Lage keine große Rolle.
In der Nacht zum Montag ändert sich nichts Grundsätzliches. Das Hoch kräftigt sich, zieht sich dabei aber Richtung Ukraine zurück. Wir liegen in meist trockener Luft, in der sich dennoch durch die kräftige Abkühlung vor allem im Süden und im Mittelgebirgsraum Nebelfelder bilden können. In der Südosthälfte tritt gebietsweise leichter Frost auf, sonst eher lokal.
Montag... liegen wir am westlichen Rand einer Hochdruckzone mit Scherpunkt am Schwarzen Meer. Das insgesamt sehr hohe Geopotential weist teils zyklonale Konturen über uns auf, die aber wahrscheinlich keine große Rolle spielen. Nach wie vor wird mit einer schwachen südlichen Strömung sehr milde, instabile Luft herangeführt, die aus Südwesten aber auch langsam etwas feuchter wird. PPW steigt auf 15mm und es wird tagsüber etwas Cape aufgebaut. Alles noch auf sehr moderatem Niveau, dennoch erscheinen im südwestdeutschen Bergland (Schwarzwald, Alb) am Nachmittag ein paar Schauer möglich. Ob es zu den in einigen Modellen (ICON6, IFS) angedeuteten Gewittern reicht, bleibt fraglich.
Alles in allem setzt sich aber freundliche, tagsüber ungewöhnliche milde und trockene Frühlingswetter fort. Die Temperaturen ändern sich nur unwesentlich.
In der Nacht sind im Südosten einzelne Schauer möglich, gestützt durch einen flachen Trog in der unteren und mittleren Troposphäre. In den Nordwesten kann mit Winddrehung auf Nordwest, hinter einem Bodentrog, wieder feuchte Luft mit tiefer Bewölkung von der Nordsee her eindringen.
In den anderen Gebieten kann sich stellenweise Nebel bilden bei örtlich leichtem Frost.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 06.03.2026 um 10.30 UTC
Wechselhafter, aber weiter mild
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 13.03.2026
Wir starten in die Mittelfrist am Montag mit einem sich langsam nach Südosteuropa zurückziehendem Hochdruckgebiet und nur sehr zögerlich von Westen her übergreifendem Tiefdruckeinfluss. In nur marginal feuchterer Luft ist es weitgehend niederschlagsfrei. Nur im Südwesten kann ein kleiner Randtrog für etwas Hebung und einzelne Schauer sorgen. Bei 3 bis 6 Grad in 850 hPa und mindestens mal zeitweise sonnigem Wetter wird es ein weiteres Mal sehr mild bei 14 bis 18 Grad. Nur an den Küsten ist es aufgrund der kalten See deutlich kühler. Dafür bildet sich in der Nacht häufiger Nebel oder Hochnebel. Damit fehlt die Ausstrahlung für starke nächtliche Abkühlung und leichter Frost ist nur noch regional zu erwarten.
Dienstag und Mittwoch liegen wir zwischen einem umfangreichen Tiefkomplex über Westeuropa und dem Nordatlantik und dem Hochdruckgebiet über Südosteuropa in einer südwestlichen Strömung. Die Luft wird von Tag zu Tag feuchter und die Schauerwahrscheinlichkeit nimmt zu. Mit zunehmender Bewölkung reduziert sich die Auskühlung in den Nächten und die Frostgefahr geht zurück.
In der Nacht zum Donnerstag greift ein schwächelnder Randtrog von Nordwesten her auf uns über. Die Strömung wird aber schnell wieder zonal. Mehr als ein paar Schauer und mit Glück ein kurzes Gewitter ist nicht drin. Der auffrischende Wind löst nicht mal auf der freien Nordsee stürmische Böen aus. Tagsüber liegen wir auf der Vorderseite eines weiteren Troges über Westeuropa, der es im Laufe des Freitags zu uns schaffen soll. Eingelagert darin zieht eine Kaltfront in der zweiten Tageshälfte von Nordwesten herein und in der Nacht zum Samstag an die Alpen. Wie bei Kaltfronten üblich, strömt kühlere Luft ein (bis -3 Grad in 850 hPa). Damit wird auch die Tageshöchsttemperatur gedämpft. Im Zuge des Trogdurchgangs frischt auch der Wind auf, mehr als steife, im Bergland vielleicht stürmisch Böen sind aber nicht zu erwarten.
Zumindest vorübergehend wird es also von Freitagmittag bis Samstagfrüh mal überall nass. Bevor am Samstag sich von Frankreich her ausdehnender Hochdruck wieder für rasche Abtrocknung sorgt. Nur im äußersten Norden und Nordwesten Deutschlands macht sich die Nähe zum Tief über dem Nordatlantik bzw. Skandinavien am Wochenende durch dichte Wolken und etwas Regen bemerkbar. Nach Süden hin dominiert hoher Luftdruck.
Fazit: Es wird vorübergehend wechselhafter mit zumindest etwas Regen, aber weiterhin milder Temperatur. Die Nachtfrostgefahr geht zurück.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle IFS-Lauf ist in der Grundsache lange Zeit zu seinen Vorläufen konsistent: Die Hochdrucklage endet und das Wetter wird wechselhafter. Wann genau uns Randtröge passieren, bleibt offen. Das gestern noch für Freitag und Samstag berechnete Sturmtief bei den Britischen Inseln, wird heute nicht mehr simuliert.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch der Vergleich mit anderen Modellen belegt meist das Ende der Hochdruckphase. Nur ICON hält im Osten und Südosten bis über die Wochenmitte hinaus daran fest. Dann gewinnt aber das Tief über dem Nordatlantik.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse liefert im ersten Zeitschritt sechs Lösungen, mehrheitlich mit blockierendem Hoch und keine Varianz für Deutschland. Im zweiten Zeitschritt (Mittwoch bis Freitag) gibt es vier Lösungen, alle NAO+. Haupt- und Kontrolllauf liegen in Cluster zwei, der wie Cluster drei und vier den Trog im Westen flacher simulieren. Cluster eins (18 Member) hat den Trog etwas schärfer drin, was wohl auf die Simulation des Sturmtiefs gestern zurückzuführen ist. Die erweiterte Mittelfrist liefert leider keine echte Erkenntnis. Cluster eins (inklusive Haupt- und Kontrolllauf) und zwei simulieren steigenden Luftdruck für Deutschland. Cluster drei und vier (zusammen 19 Member) setzen hingegen auf Trog oder Trogvorderseite.
Die Ensembles sind wie auch gestern schon recht eng beieinander und simulieren einen leichten und stetigen Rückgang sowohl in Temperatur als auch in Geopotenzial. Beim Niederschlag gibt es nach längerer Trockenheit über den gesamten Mittelfristzeitraum Ausschläge, die jedoch großen Schwankungen unterliegen.
Die Ensembles anderer Modelle sind grundsätzlich ähnlich. Beim GFS fällt die Unsicherheit von Haupt- und Kontrolllauf im Norden Deutschlands zum Ende der kommenden Woche auf. Der zeitliche Rahmen der Tröge/Fronten scheint noch ungewiss. ICON hat den abnehmenden Trend von Temperatur und Druck ebenfalls drin, allerdings zeitliche Verzögerungen beim Niederschlag.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
In der Mittelfrist gibt es keine signifikanten Wettererscheinungen. Die Gewitterneigung steigt zwar leicht an, markante Warnungen sind aber unwahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, MOS-IFS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn





