Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 24.08.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
GWL: Hoch Nordmeer Fennoskandien antizyklonal (HNFa). Von Südwesten zunehmend feuchter und wärmer mit schauerartigen Regenfällen und einzelnen Gewittern.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Aktuell ... liegt Deutschland im Einflussbereich eines Höhenrückens, dessen Achse sich von Frankreich über Deutschland bis zur Nordsee erstreckt. Korrespondierend dazu dominiert auch am Boden eine umfangreiche Hochdruckzone. Während im Nordosten noch etwas kühlere Meeresluft lagert, breitet sich von Südwesten zunehmend wärmere und feuchtere Luft nordwärts aus. Dort ziehen vermehrt mittelhohe und hohe Wolkenfelder auf, aus denen vereinzelt etwas Regen fallen kann. Im Nordosten klingen die letzten Schauer dagegen ab und es lockert zunehmend auf.

In der Nacht zum Dienstag bleibt der Höhenrücken zunächst wetterbestimmend. Gleichzeitig nähert sich von Frankreich ein Kurzwellentrog, der zwar nicht unmittelbar auf Deutschland übergreift, in den Frühstunden aber zunehmend Hebungsimpulse bis in den Südwesten liefert. Dort breiten sich schauerartige Regenfälle aus, vereinzelt können auch Gewitter eingelagert sein. Aufgrund der langsamen Verlagerung ist punktuell Starkregen um 20 l/qm in 1 bis 3 Stunden nicht völlig ausgeschlossen, die Wahrscheinlichkeit dafür bleibt jedoch gering. Auch weiter östlich über Süddeutschland können zuvor bereits einzelne Schauer oder kurze Gewitter auftreten, die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch sehr gering.

Nördlich des Mains verläuft die Nacht dagegen meist ruhig und vielfach klar. Im Nordosten sind gebietsweise Nebel oder Hochnebel möglich. Der Wind weht überwiegend schwach aus östlichen Richtungen, lediglich in exponierten Lagen des östlichen Berglandes kann er zeitweise etwas stärker auffrischen.

Dienstag ... verbleibt Deutschland unter einem kräftigen Höhenrücken, der allerdings von einem nordwärts schwenkenden Kurzwellentrog überlaufen wird. Gleichzeitig setzt sich im Südwesten zunehmend feuchtwarme Luft mit PPW-Werten um 30 mm durch. Der Kurzwellentrog liefert dabei den notwendigen Hebungsimpuls für schauerartige Regenfälle, die sich im Tagesverlauf von Süden bis etwa zu einer Linie Niederrhein-Vogtland ausweiten. Aufgrund der zunächst weitgehend stabilen Schichtung sind dabei kaum Gewitter zu erwarten.

Am späten Nachmittag und Abend kann sich nach vorübergehenden Auflockerungen vor allem im Südwesten und an den Alpen etwas CAPE aufbauen. Dort entwickeln sich einzelne Gewitter, die sich bei vorhandener hochreichender Scherung zu Multizellen organisieren können. Lokal sind Starkregen um 20 l/qm in kurzer Zeit, kleinkörniger Hagel und stürmische Böen möglich. Unwetterartige Entwicklungen sind nach aktuellem Stand nicht zu erwarten.

In der Nacht zum Mittwoch schwächen sich die Niederschläge zunächst ab. In der zweiten Nachthälfte greift jedoch ein neuer Kurzwellentrog auf Benelux über und sorgt erneut für Hebung. Dadurch werden die Niederschläge im Südwesten wieder aktiviert und können schauerartig sowie teilweise gewittrig ausfallen. Mit weiterer Feuchtezufuhr ist lokal erneut Starkregen möglich, während Sturm und Hagel aufgrund der überwiegend abgehobenen Konvektion und geringen CAPE-Werte kaum eine Rolle spielen.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... verbleibt Deutschland auf der Vorderseite des Langwellentroges über Westeuropa unter einem sich verstärkenden Höhenrücken. Ein eingelagerter Kurzwellentrog zieht nordostwärts, schwächt sich im Tagesverlauf jedoch zunehmend ab. Die damit verbundenen schauerartigen Regenfälle breiten sich zunächst bis etwa zu einer Linie Emsland-Vogtland aus, verlieren mit nachlassendem Hebungsantrieb aber zunehmend an Intensität.

Vereinzelt können in diesem Bereich auch kurze Gewitter auftreten. Aufgrund einer stabileren Schicht um 500 hPa und trockener Luft darüber bleibt die Gewitterneigung insgesamt jedoch begrenzt. Wo sich dennoch Gewitter entwickeln, sind lokal markante Begleiterscheinungen möglich. Auch im Süden sind einzelne Gewitter nicht völlig ausgeschlossen, aufgrund fehlender dynamischer Hebung aber eher wenig wahrscheinlich. Im Nordosten bleibt es dagegen noch weitgehend trocken.

Im Norden verschärft sich zwischen dem Hochdruckgebiet über Skandinavien und dem tiefen Luftdruck über Westeuropa beziehungsweise den Britischen Inseln der Druckgradient. Dadurch frischt der östliche Wind vor allem an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins sowie auf der offenen Nordsee deutlich auf. Dort sind zeitweise steife Böen um Bft 7 möglich.

In der Nacht zum Donnerstag verstärkt sich der Höhenrücken weiter und sorgt durch zunehmendes Absinken für eine weitgehende Wetterberuhigung. Schauer und Gewitter klingen ab. Erst in den Frühstunden nimmt auf der Vorderseite eines neuen Kurzwellentroges die konvektive Aktivität von Südwesten her wieder zu, greift voraussichtlich aber noch nicht auf Deutschland über.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle simulieren die synoptische Entwicklung weitgehend übereinstimmend. Die größten Unterschiede bestehen hinsichtlich der Schaueraktivität in der kommenden Nacht über Süddeutschland. Die Signale für Starkregen sind in der Nacht zum Dienstag insgesamt sehr schwach. Am Dienstag tagsüber nehmen sie im Süden etwas zu, wobei mögliche Starkregenereignisse hauptsächlich an Gewitter gebunden sind.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marco Manitta