Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 17.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
NW z
Im Osten und Süden am Montag teils kräftige Gewitter. Durch Starkregen vereinzelt Unwetter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC
Montag... greift am Morgen von Nordwesten schauerartiger Regen an einem Kurzwellentrog auf den Westen über und breitet sich rasch nach Osten über die Mitte aus. Der Trog amplifiziert sich noch erreicht abends die östlichen Landesteile.
Dabei dreht die Strömung, sowohl in der unteren Troposphäre als auch in 500 hPa auf nordwestliche Richtungen. Die zunächst im Süden und Südosten liegende feucht-instabile Warmluft, in der schon aktuell einzelne Gewitter auftreten, wird durch eine weiter entschärfte Luftmasse, die mäßig warm, weniger feucht und nur noch leicht instabil ist, ersetzt.
Die Warmluft weißt einen Wassergehalt von PPW 30 mm auf, bietet tagsüber einige hundert J/kg Cape und ist durch den Trog mäßig geschert.
Wenn die Hebung des Troges mittags in der Region Erzgebirge, Ostsachsen, Lausitz ankommt, trifft sie auf Reste der labilen Warmluft, in der sich dann Gewitter, teils mit Starkregen, Hagel und lokalem Unwetterpotential bilden.
Auch im Süden sind nach vorübergehender Abschwächung im Tagesverlauf erneut einzelne starke Gewitter möglich, die vereinzelt unwetterartig sind. Vor allem im Hinblick auf den Starkregen.
Ansonsten lockert die Bewölkung nach Passage des Troges von Westen her teilweise wieder auf. Im Norden und Nordosten sind in der etwas kühleren Luftmasse auch Schauer zu erwarten, die sehr schmale Labilitätsfläche reicht aber nur bis knapp unter -10°C, weshalb es dabei wohl nur vereinzelt blitzt.
Die Temperaturen liegen im Südwesten bei um 25°C, im Norden eher um 20°C. Der westliche bis mordwestliche Wind ist schwach bis mäßig unterwegs und erreicht höchstens in einigen exponierten Lagen knapp die 7 Bft.
In der Nacht zum Dienstag zieht der Trog ab und vorübergehend beruhigt sich das Wetter. Die Schauer, anfangs vereinzelt Gewitter im Südosten ziehen nach Polen, Böhmen, Österreich raus und die Bewölkung lockert etwas auf. Von Nordwesten greift in der leicht antizyklonalen nordwestlichen Strömung aber bald Warmluftadvektion über, die im Nordwesten morgens wieder Regen bringt. Am Rand des Tiefs über Finnland schwenkt ein Bodentrog über die Ostsee, der an der deutschen Ostseeküste den Wind zeitweise aufleben lässt mit einzelnen Böen 7 Bft aus West bis Nordwest.
Dienstag... weitet sich ausgehend von einem Tief zwischen Schottland und Island eine Rinne zur Nordsee aus, in der sich ein Randtief bilden kann. Dessen Warmfront schiebt sich schleifend über Deutschland nach Osten, die nachfolgende Kaltfront greift abends auf den Nordwesten über.
Dabei wird sehr feuchte Meeresluft herangeführt, die alles in allem recht stabil geschichtet ist, aufgrund der Feuchte in unteren Schichten deutet sich aber auch etwas Cape an.
So breitet sich der Regen vom Westen über die Mitte in den Südosten aus, bei überwiegend dichter Bewölkung. Im Tagesverlauf nimmt er teils schauerartigen Charakter an, die von einigen Modellen in der Wetterinterpretation (u.a. I D2) angedachten Gewitter sind eher unwahrscheinlich. In Südbaden kommt im Warmsektor kaum Regen an und auch von der Lausitz bis zur Ostsee bleibt es präfrontal gebietsweise trocken.
Der etwas nach West rückdrehende Wind lebt zeitweise auf, kommt aber nur exponiert und vor allem im Bergland und an der Ostsee in die Nähe der Warnschwellen, auf einigen Berggipfeln auch darüber, 7-8 Bft.
Im Warmsektor sind mit Sonne 25 bis 27°C möglich, sonst die Temperaturen meist um oder knapp über 20°C.
In der Nacht zum Mittwoch schwenkt der Bodentrog mit der Warmfront über den Norden hinweg nach Osten, während die nachfolgende Kaltfront landeinwärts in den Westen und Norden Boden gut macht. Gestützt durch kurze Wellen in der westlichen Höhenströmung sind bei leicht labiler Schichtung im Norden einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst fällt gebietsweise (etwas) Regen. Die Niederschlagsprognosen der Modelle laufen sehr auseinander. Der Süden bleibt unter leichtem Hochdruckeinfluss meist niederschlagsfrei, eventuell auch die südliche Mitte.
Der Druckgradient von der Tiefdruckrinne über der Nordsee und Dänemark zum Hoch im Alpenraum langt für zeitweise mäßigen Westwind und einige kräftige Böen an der Nordsee bis Bft 7 und exponiert im Bergland von 7-8 Bft. Ob sich daraus Warnwürdiges ergibt, ist noch offen.
Mittwoch... verlagert sich der Schwerpunkt des Langwellentroges nach Skandinavien und Nordosteuropa. Von dort trogt es Richtung Britische Inseln aus, sodass über Mitteleuropa, die Strömung wieder eine leichte Südwestkomponente bekommt.
Über der östlichen Nordsee bildet sich dabei in der Rinne ein kleinräumiges Tief, das nach Südschweden zieht und dessen Kaltfront dann schleifend, langsam auch Süddeutschland erreicht. An ihr regnet es aus starker Bewölkung verbreitet schauerartig. Der äußerste Süden liegt im Warmsektor (T850 ~15°C), allerdings sind in den Alpen einzelne markante Gewitter zu erwarten, die den deutschen Südrand betreffen können.
Postfrontal sind über der Mitte eher nur lokale Schauer möglich, während nach Norden hin, bei dort instabiler Schichtung der mäßig warmen Luftmasse einzelne Gewitter mit Windböen oder stürmischen Böen nicht ausgeschlossen erscheinen. In der subtropischen Warmluft sind präfrontal im Süden bis knapp an die 30°C als Maximum drin. In den anderen Regionen in durchmischter, mäßig warmer Meeresluft meist 20 bis 23°C.
Der westliche Wind frischt vor allem an den Küsten und im Bergland kräftig auf mit einzelnen Böen 7 bis 8 Bft.
In der Nacht zum Donnerstag schleift die wellende Kaltfront über den südlichen Landesteilen mit Unschärfen wo genau und viel Regen dabei fällt. Warnschwellen werden wahrscheinlich nicht erreicht, oder höchstens vereinzelt. Im Norden ziehen an kleinen Hebungsgebieten Schauer durch, vereinzelt gewittrig an der Nordsee.
Dazwischen lockert die Bewölkung stärker auf. An der See und im Bergland weht teils lebhafter Südwest- bis Westwind mit einzelnen steifen, im Bergland exponiert stürmischen Böen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Basisfelder sehen ähnlich aus, die Entwicklung ist im Wesentlichen klar. Die Regenfälle sind recht unsicher. Die Schleifzone der Tiefausläufer wird darüber hinaus mit Unschärfen simuliert.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 16.08.2026 um 10.30 UTC
Unbeständiger, zu Regen und Schauern neigender und teils windiger Witterungsabschnitt, mäßig warm bis warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 23.08.2026
Der Blick auf das IFS-EPS vom gestrigen 12 und des heutigen 00 UTC-Laufes zeigen, dass die Mehrheit der EPS-Member von der dominante Wetterlage Nordwest zyklonal am Dienstag über die Wetterlage West zyklonal am Mittwoch und Donnerstag zu Trog Westeuropa von Freitag bis Sonntag schwenken. Vor allem von Dienstag bis Freitag werden im IFS-EPS fast ausschließlich zyklonale Bedingungen bevorzugt. Erst ab Samstag können sich einige Member wieder unter den Wetterlagen Brücke Mitteleuropa und Hoch Britische Inseln vereinen und dem EPS einen kleinen antizyklonalen Touch mitgeben. Am Sonntag gwinnt die Wetterlage Brücke Mitteleuropa an Stärke und setzt die dominierende Wetterlage Trog Westeuropa unter Druck. Für das Wetter hierzulande würde dies im mittelfristigen Zeitraum für einen unbeständigen Witterungsabschnitt sprechen, der zum Ende des Zeitraum zunehmend wieder von hohem Luftdruck beeinflusst wäre.
Im Detail startet der mittelfristige Zeitraum am Mittwoch mit einer ausgeprägten Zone von tiefem Geopotential vom Nordatlantik bis nach Skandinavien und einem breiten Rücken vom westlichen und zentralen Mittelmeerraum bis ins östliche Mitteleuropa. Resultierend ist über Europa eine westliche bis südwestliche Grundströmung zu verzeichnen, die nach Westen eher zyklonal nach Osten zu antizyklonal gekrümmt ist. Korrelierend zum niedrigen Geopotential tummeln sich zahlreich Tiefdruckgebiete vom Seegebiet westlich von Irland über Skandinavien bis nach Nordwestrussland. In die westliche Höhenströmung auf der Südflanke ist zudem eine Randtief eingebettet, welches über Deutschland ostwärts hinweg zieht und eine Luftmassengrenze im Schlepptau hat. Diese trennt kühle Luft polaren Ursprungs von der warmen Subtropikluft. Im Verlauf verlagert sich der Frontenzug langsam südwärts. Während im Norden und Westen im Umfeld des Tiefs sowie dessen Front verbreitet etwas Regen fallen soll, beschränken sich die Niederschläge im Verlauf unter Intensivierung auf das direkte Umfeld der Front. Gleichzeitig sind im Warmsektor konvektive Umlagerungen aktiv.
Am Donnerstag kann sich der Trog über Westeuropa südwärts amplifizieren und die Grundströmung über Mitteleuropa aufsteilen. Nachfolgend sorgt de südwestliche Strömung dazu, dass die Luftmassengrenze nicht weiter nach Süden vorankommt, sondern über der südlichen Mitte vorübergehend verharrt. Resultierend ergeben sich in Deutschland drei Wetterzonen. In der Warmluft im Süden sind erneut konvektive Umlagerungen mit Schauern und Gewittern aktiv. Zudem kommt es im Umfeld der wellenden Front zu teils schauerartig verstärkten Regenfällen. Im Nordwesten und Norden ist durch die Annäherung des hochreichenden Tiefs und PVA Unterstützung mit Schauern, evtl. auch kurzen Gewittern zu rechnen.
Am Freitag triggert der südwärts amplifizierte Trog über Westeuropa auf dessen Vorderseite eine Tiefdruckzone über Mittel- und Nordwesteuropa. In diese eingelagert ist weiter die Luftmassengrenze zu finden, wobei die Warmluft vor allem noch im Südosten und Teilen des Ostens Deutschlands sitzt. Durch PVA auf der Vorderseite des Troges, frontogenetischen Prozessen sowie den Bodentiefs ist ausreichend Hebung vorhanden, sodass verbreitet mit teils schauerartigen, lokal auch gewittrigen Regenfällen zu rechnen wäre.
Am Samstag verbleibt Deutschland bei weiterer Amplifizierung des Troges in südwestliche Richtung zu den Kanaren in einer südwestlichen Grundströmung. Das Höhentief über den Britischen Inseln bzw. der Nordsee korreliert dabei mit Bodentiefs über der Nordsee und Südschweden, dessen Einflussbereich auch weite Teile Deutschlands umfasst. Zudem ist in einem markanten Bodentrog eine teils okkludierte Kaltfront eingebunden, die von der Nordsee auf den Nordwesten des Landes übergreift, sich aber unter deutlicher Abschwächung nur langsam und südostwärts verlagert. Gleichzeitig schleift der Frontenzug von den Vortagen noch an den Alpen und sorgt dort für konvektiv geprägte Regenfälle.
Am Sonntag kann ein Rücken über dem Nordostatlantik ein Hoch über den Ostatlantik bis zu den Britischen Inseln stützen. Deutschland würde demnach bei schwachen Luftdruckgegensätzen auf der Ostflanke im Zustrom kühlerer Luft polaren Ursprungs liegen. Im Süden wäre zudem weiter ein Frontenzug aktiv. Resultierend stände im Norden und Westen Schauerwetter auf der Tagesordnung, während im Süden die Front teils kräftige Schauer und Gewitter induziert.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großskaligen Geopotential- und Luftdruckverteilungen werden von den vergangenen IFs-Läufen vergleichbar simuliert. Im Detail ergeben sich aber schon zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag Abweichungen, die auch das Wetter hierzulande beeinflussen.
Demnach wird die Amplitude des Rückens, der sich von der Iberischen Halbinsel nordostwärts über Frankreich und Deutschland hinweg Richtung Südnorwegen erstreckt etwas unterschiedlich simuliert. Der aktuelle 00 UTC-Lauf liegt dabei zwischen den gestrigen Läufen, wobei dessen Achse sich geringfügig langsamer verlagert. Entsprechend kommen die WLA basierten Niederschläge auf der Trog Vorderseite etwas später.
Auch am Mittwoch bleiben die beschriebenen Abweichungen bestehen. Der neuste Lauf weist eine etwas größere Amplitude zum gestrigen 12 UTC-Lauf und eine etwas geringere als beim gestrigen 00 UTC-Lauf auf. Dies wiederum macht sich auch bei der Verlagerung und der südlichen Ausdehnung frontaler Niederschläge bemerkbar, welche der 12 UTC-Lauf noch über die südliche Mitte legte, der neuste Lauf nun aber über der nördlichen Mitte und den Nordosten zeigt, während im gestrigen 00 UTC-Lauf nur der Norden im Fokus stand.
Am Donnerstag und Freitag weisen die neusten beiden IFS-Läufe im Vergleich zum gestrigen 00 UTC-Lauf über West- und Südwesteuropa eine stärke Amplifizierung aus. Während die 00 UTC-Lauf etwa die gleiche Lage der Achse zeigen, prognostizierte der gestrige 12 UTC-Lauf eine raschere ostwärtige Phasenverschiebung. Auch diese Abweichungen haben schließlich Einfluss auf die Lage und Intensität potentieller Niederschläge. Insgesamt wird durch die Amplifizierung über Westeuropa aber wieder wärmere Luft aus Südwesteuropa nach Deutschland advehiert.
Am Samstag kann sich der aktuelle 00 UTC-Lauf entgegen der gestrigen Läufe noch weiter südwestwärts amplifizieren und auch bei der Phase den anderen Lösungen etwas vorwegeilen. Resultierend ist die Strömung im Vergleich etwas steiler, sodass die 10 Grad Isotherme vor allem im Osten deutlich weiter nordwärts vorankommt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch andere Globalmodelle (ICON, UK10, GFS) simulieren die großsklaigen Geopotential- und Luftdruckstrukturen vergleichbar zum IFS. Im Detail weisen aber alle anderen Modelle einheitlich bei etwa gleicher Amplitude eine raschere Phasenverschiebung zum IFS auf. Resultierend würde die potentiellen Niederschläge im Vergleich zum IFS schneller Übergreifen und über Deutschland hinwegziehen. Vor allem ICON zeigt im Verlauf zudem ein stärkere Amplifizierung bis nach Nordafrika. Das GFS hängt dagegen zunehmend zurück und produziert ein Höhentief über der Iberischen Halbinsel. Insgesamt sorgen die Abweichungen für eine unterschiedliche Lage der Luftmassengrenze über Deutschland. Am Mittwoch verfrachten ICON, UK10 und GFS die Regenfälle schneller südwärts. Am Donnerstag liegt die Luftmassengrenze nach GFS an den Alpen, nach UK10 zwischen Donau und Alpenvorland, nach ICON von den Vogesen bis nach Nordostbayern und beim IFS wie beschrieben etwa vom Saarland bis nach Sachsen. Am Freitag weisen vor allem GFS, UK10 und IFS ähnliche Niederschlagsverteilungen auf, während das ICON ein Vb-Tiefs mit heftigen Niederschlägen über Österreich hinweg bis nach Polen aufweist, welches Deutschland nur im Südosten tangiert. Im Vergleich zu den anderen Modellen simuliert ICON auch durch kompensierendem Absinken hierzulande in einem breiten streifen vom Südwesten in den Nordosten nur eine geringe Niederschlagsneigung. Auch am Wochenende bleiben Unterschiede in der Amplitude und Phase zwischen den Modellen bestehen, sodass zwar weiter modellübergreifend von einem (leicht) unbeständigen Witterungsabschnitt ausgegangen werden kann, die räumliche Einordnung der Niederschläge aufgrund der Unsicherheiten aber derzeit noch nicht möglich sind.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland zeigen schon zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums aufgrund von einigen Außreißern hin zu wärmeren Temperaturen sowie höherem Geopotential einen veritablen Spread von 8-10 Grad bzw. 15 bis 20 hPa. Da von Mittwoch bis Freitag aber gleichzeitig noch ein recht definierter Bereich hoher Auftrittswahrscheinlichkeit vorliegt, ist trotz des signifikanten Spread zunächst noch von einer recht ordentlichen Vorhersagegüte auszugehen. Ab dem Wochenende spreizt sich das IFS-EPS aber weiter und auch der Bereich höherer Auftrittswahrscheinlichkeiten kommt weniger deutlich daher. Resultierend ist eine seriöse Vorhersage ab dem Wochenende nicht mehr möglich.
Trotz vergleichbarer, übergeordneter Strukturen zeigt auch ein Blick in die Clusteranalyse, dass im Detail größere Unterschiede zu verzeichnen sind. Demnach sind im Zeitraum von +72 bis +96h sechs Lösungen nötig, um alle Unsicherheiten ausreichend zu beschreiben. Während Cluster 1, 2 und 5 durchgehen im Schema einer neg. NAO verbleiben, starten die restlichen Lösungen im Schema eines atlantischen Rückens, um dann aber ebenfalls rasch in das Schema einer neg. NAO zu wechseln. Der Kontrolllauf ist dem ersten Cluster zugeordnet, der insgesamt 13 Member umfasst. Auch wenn die Abweichungen zwischen den Lösungen vor allem über Mitteleuropa nur gering sind, so lassen sich geringe Unterschiede bei der Krümmung und Ausrichtung der Strömung erkennen. Die Anomalien wiederum haben Einfluss auf die Verlagerung und Intensität potentieller Niederschläge. Im Zeitraum von +120 bis +168h erklären weiter fünf Cluster die Unsicherheiten im EPS-Raum. Alle Lösungen werden dabei anfangs komplett dem Schema einer neg. NAO zugeschrieben. Zum Ende wechseln die Cluster 1 bis 3 zum atlantischen Rücken und das Cluster 5 zum Blocking. Der Kontrolllauf befindet sich weiter im ersten Cluster. Vor allem die ersten beiden Lösungen zeigen vergleichbare Strukturen, wobei die zweite Lösung den Trog noch etwas stärker als Cluster 1 im Programm hat. Beide zusammen vereinen mit 29 Membern die Mehrheit. Die vierte Lösung kommt den ersten beiden Clustern nahe, wenngleich diese den Trog stärker amplifiziert über Mitteleuropa sieht. Grundsätzlich würden diese drei Strukturen aber weiter für eine unbeständige Witterung sprechen. Bei den Lösungen 3 und 5 zeigt sich dagegen eine markante Austrogung über West- bzw. Südwesteuropa teils mit Cut-Off-Bildung. Hierzulande wäre dann zunehmend ein Rücken aktiv und würde durch antizyklonalen Bedingungen das Wetter eher beruhigen. In der erweiterten Mittelfrist beschreiben schließlich nur noch zwei Cluster die Unsicherheiten im IFS-EPS. Die erste Lösung startet im Blocking und wechselt zurück zum Schema einer neg. NAO. Das zweite Cluster wird dagegen komplett dem Schema einer pos. NAO zugeschrieben. Vor allem die erste Lösung mit einem breiten Trog über weiten Teilen Europas würde für anhaltendes, unbeständiges Wetter sprechen. Bei der zweiten Lösung wäre dies nicht so einfach, da dort Rücken und Kurwellentröge zusammen im Spiel sind.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Mittwoch treten im Tagesverlauf voraussichtlich im Südwesten, an den Alpen sowie deren Vorland einzelne Gewitter auf. Bei leicht labilen Verhältnissen, geringem Cape bis 300 J/kg, PPWs von 25 bis 35 mm und recht guter Scherung steht dort der Starkregen im Vordergrund. Aufgrund der Scherung sind linienhaft organisierte Anordnungen möglich, die auch mehrstündig zu Buche schlagen können. Bei kräftigeren Entwicklungen muss zudem mit stürmischen Böen, je nach Organisation auch mit Sturmböen gerechnet werden. Zudem sind im Nordseeumfeld einzelne Gewitter möglich, die aufgrund der Höhenwinde (Jet) bei leicht labilen Bedingungen bevorzugt mit Sturmböen einhergehen können. Je nach Modell sind auch im Umfeld einer schleifenden Front über der südlichen Mitte länger anhaltende, schauerartig verstärkte Regenfälle nicht auszuschließen, die über einen Zeitraum von 6-18 Stunden die markante Stark-/Dauerregenschwelle erreichen, evtl. auch überschreiten können.
Am Donnerstag ist vor allem von den Vogesen und dem Schwarzwald bis nach Südost- und Ostbayern mit schauerartigen, teils gewittrigen Regenfällen zu rechnen. Bei PPWs von 25 bis 35, lokal 40 mm besteht ein erhöhtes Starkregenpotential, an den Alpen können gebietsweise auch die markanten Schwellen im 12 bis 24 stündigen Zeitraum überschritten werden. Eng begrenzt gibt es von der Probabilistik auch Hinweise für heftigen Starkregen/ergiebigen Dauerregen. Zusätzlich weisen Cape-Werte von 250 bis 750 J/kg auf kleinkörnigen Hagel hin. Eine veritable Scherung lässt auch
organisierte Strukturen zu. Vor allem dann kann auch der Wind in Sturmstärke wehen. Im Küstenumfeld und im Nordosten steht bei leicht labiler Schichtung und kräftigeren Höhenwinden dagegen der Wind im Vordergrund, der bei einzelnen Gewittern mit Sturmböen einhergehen kann.
Am Freitag sind die Modellunterschiede bei der räumlichen Einordnung markanter Wetterereignisse noch recht groß. Während IFS an den Alpen gebietsweise Dauerregen im Programm hat, lässt das ICON aufgrund des Vb-Tiefs markante Regenmengen bevorzugt vom Berchtesgadener Land bis zum Bayerischen Land zu. Im Küstenumfeld sind derweil weitere Gewitter mit Sturmböen möglich, Starkregen ist aufgrund des Feuchtegehalts eher gering wahrscheinlich.
Am Samstag ist direkt an den Alpen mit weiteren länger anhaltenden Regenfällen zu rechnen, Dauerregen nicht ausgeschlossen. Ansonsten sind im Nordseeumfeld und dem angrenzenden Binnenland einzelne Gewitter mit Sturmböen, örtlich auch Starkregen möglich.
Am Sonntag vor allem im Süden weitere, teils kräftige Gewitter mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen. Regional ist auch mehrstündiger Starkregen möglich.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, ICON-EPS, für TT auch MosMix, det. Modelle nur bedingt nutzbar
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel





