Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 29.07.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: HM
Am Donnerstag Durchgang einer teils trocknen Böenlinie an einer Konvergenz, im Norden schwere Gewitter, am Freitag schwere Gewitter, Superzellen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... die Nordhemisphärische Zirkulation ist weiterhin von einem ausgeprägten Grönlandblocck geprägt. Stromabwärts schließt sich ein Langwellentrog über dem Ostatlantik an, dessen Drehzentrum sich südöstlich von Island befindet und dessen Achse sich von dort aus bis zu den Azoren erstreckt. Mitteleuropa wird von einem flachen Höhenkeil beeinflusst, dessen Achse Deutschland ostwärts überquert hat und sich derzeit von Österreich über Polen bis zur Ostsee erstreckt. Dieser Höhenrücken ist an einen thermischen Keil gekoppelt, der über Südwesteuropa liegt und von heißer und trockener nordafrikanischer Luft geprägt ist. Man kann ihn als Hitzeglocke bezeichnen. Durch die südwestliche Höhenströmung vorderseitig des näher rückenden Langwellentrogs steilt sich dieser thermische Keil auf, sodass die 20-°C-Isotherme auf 850 hPa bis zum Abend die Mitte Deutschlands erreicht. Der Süden Deutschlands liegt dabei unter dem Einfluss des korrespondierenden Bodenhochs, dessen Schwerpunkt sich über Osteuropa befindet. Dort gibt es heute viel Einstrahlung bei einer hochreichenden, trockenen Grenzschicht. Die von MOSMIX simulierten Höchsttemperaturen von 35 bis 38 °C können bei trockenen Böden als realistisch betrachtet werden. Im Tagesverlauf bauen sich dennoch 200 bis 700 J/kg ML-CAPE auf, die aber stark gedeckelt sind. Somit ist für die Auslösung von Gewittern die Orographie der Alpen erforderlich. Derzeit simulieren die Modelle jedoch nur einzelne Gewitter weit inneralpin, die nicht auf Deutschland übergreifen. Einzelne Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen sind dort aber nicht ausgeschlossen.
Im Norden Deutschlands dämpft mittelhohe Bewölkung, die durch WLA entstanden ist, die Einstrahlung noch bis zum späten Vormittag. Dann zieht die Bewölkung ostwärts ab. Die Höchstwerte liegen dort bei etwa 32 °C.
Auch die Nacht zum Donnerstag verläuft klar. Dank der noch trockenen Luftmasse kann es, abgesehen von den Ballungsräumen sowie einigen Lagen in den Bergen, noch großflächig unter 20 °C abkühlen.
Donnerstag... verlagert sich die der Langwellentrog weiter ostwärts, sodass wir auf seine Vorderseite gelangen. Die Südwestströmung intensiviert sich somit weiter, sodass die 20-°C-Isotherme auf 850 hPa den Norden Deutschlands erreicht. Allerdings greift bereits in den späten Vormittagsstunden eine scharfe Konvergenz auf den Westen über. Sie wird von einem nachfolgenden scharfen Kurzwellentrog erkennbar an einem IPV-Maximum in der Höhe gestützt und überquert im Tagesverlauf Deutschland ostwärts. Am Trog selbst soll sich eine konvektiv durchsetzte Kommastruktur entwickeln, die meist ungewittrig auf Deutschland übergreift. Die eigentliche Konvergenz ist diesem vorgelagert. Sie trifft auf eine hochreichende, trockene Grenzschicht mit einer Trockenadiabate bis teils 600 hPa (inverses V), was in D-CAPE-Werten von bis zu 1200 J/kg mündet. Die CAPE-Werte sind im Süden und in der Mitte mit Maximal 500 J/kg ML-CAPE und E-CAPE nahe 0 J/kg ziemlich gering, sodass es an der Konvergenz nur lokal auslöst. Dennoch entsteht durch die Verdunstung im nachfolgenden Komma ein massiver Cold Pool, der mit einem markanten Low-Level-Jet verbunden ist. Alle hochaufgelösten Modelle rechnen auch abseits der Gewitter verbreitet mit stürmischen Böen. Am Nachmittag soll die Konvergenz an ihrem Südende mit nachlassenden Böen in Richtung Mitte und Bayern auslaufen. Der Nordteil, etwa ab Nordhessen und NRW nordostwärts, wird allerdings aktiver mit teils schweren Gewittern simuliert. Dort fließt bodennah etwas feuchtere Luft ein, sodass die ML-CAPE-Werte auf über 1200 J/kg bei recht hoher Scherung, besonders in den unteren Schichten, simuliert werden. Der Scherungsvektor zwischen 0 und 3 km steht senkrecht auf der Konvergenz. Somit sind die Modellsimulationen der konvektionserlaubenden Modelle zur Entstehung einer Gewitterlinie mit erheblichem Downburstpotenzial recht plausibel. In diesem Zusammenhang werden bei den Gewittern Orkanböen berechnet. Bei solchen Lagen übertreiben die Lokalmodelle häufig die Windgeschwindigkeiten. Dennoch sind die Voraussetzungen gegeben, dass lokal auch Orkanböen auftreten können. Aufgrund der hohen Zuggeschwindigkeit spielt Starkregen nur eine untergeordnete Rolle. Limitierende Faktoren sind zum einen die Möglichkeit, dass der Outflow weit aus den Gewittern herausläuft und ihnen somit die Energie abschneidet, sodass sie hinter der Linie zurückfallen. Eine weitere Unsicherheit ist das Entrainment. Zieht man dieses in Betracht, bleiben für die Gewitter nur noch geringe bis moderate Werte an Entrainment-CAPE.
Auf der Vorderseite der Konvergenz wird es noch einmal richtig heiß, sodass bei guter Durchmischung Höchstwerte bis 40 °C erwartet werden.
In der ersten Nachthälfte läuft die Konvergenz mit der Böenlinie unter Abschwächung nach Osten aus. Der Osten wird von den Resten der Kommastruktur überquert, während es im Westen aufklart. Die eigentliche Kaltfront, die auch für eine deutliche Abkühlung in der Höhe sorgt, erreicht erst am späten Nachmittag den Nordwesten. Sie ist dann weitestgehend inaktiv und legt sich im Laufe der Nacht nahezu strömungsparallel über die Mitte. Somit wird die heiße Luft im Süden nicht ausgeräumt.
Freitag... hält die Südwestlage an. Der Langwellentrog rückt dabei weiter ostwärts vor, sodass die heiße Luft auf dessen Vorderseite wieder etwas weiter nach Norden vorankommt. Diesmal ist die Grundschicht deutlich feuchter, sodass sich südlich einer Linie Emsland-Uckermark wieder 500-1 200 J/kg CAPE aufbauen. Dies geschieht in einem gut gescherten Bereich mit 15 bis 22 m/s DLS, jedoch kaum LLS. Zudem greift am Nachmittag ein Kurzwellentrog aus Westen über. In einer leicht konvergenten Strömung sollte die Auslösung von Gewittern wenig Schwierigkeiten bereiten. So simuliert SuperHD bereits am Nachmittag erste Superzellen, die mit größerem Hagel, schweren Sturmböen und heftigem Starkregen einhergehen können. Mit Aufzug des Kurzwellentroges soll sich das Ganze zum Abend hin zunehmend verclustern und mit einer Squallline und orkanartigen Böen im SuperHD über die südliche Mitte ziehen. Auch ICON6 rechnet einen Cluster, jedoch später und mehr in der Mitte. Weiter im Norden bleibt es in der etwas kühleren Atlantikluftmasse stabil geschichtet.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modellsimulationen sind im Wesentlichen recht ähnlich, auch über den morgen betroffenen Bereich mit Sturmböen und Gewittern. Leichte Unterschiede gibt es noch in der Intensität.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 29.07.2026 um 10.30 UTC
Abseits der Küste überwiegend sehr warm bis heiß und zunehmend unbeständig mit kräftigen, teils unwetterartigen Gewittern. Ab Mittwoch voraussichtlich langsam kühler.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 05.08.2026
Ein Blick auf das IFS-EPS und die bevorzugten Wetterlagen der Member verrät uns schon viel über das potentielle Wetter. Demnach duellieren sich die Wetterlagen Brücke Mitteleuropa und Trog Westeuropa um die Mehrheit im EPS. Am Wochenende kann dabei die Wetterlage BM klar die Mehrheit der EPS-Mitglieder unter sich vereinen. Nur etwa ein Viertel ordnet sich in die Wetterlage TrW ein. Zur neuen Woche verschieben sich die Mehrheiten und die Wetterlage Trog Westeuropa kann etwa die Hälfe der Member für sich überzeugen. Die andere Hälfe der Member ist sehr unentschieden und fühlt sich zu insgesamt 5 anderen Mustern hingezogen. Die Mehrheit vom großen Rest bleibt aber der Brücke Mitteleuropa treu. Aus den genannten übergeordneten Verteilungen kann man bis Sonntag einen Trend zu hohem Luftdruck erkennen, wobei eine Brücke auch gerne eine mehr oder weniger aktive Luftmassengrenze im Gepäck hat. Zur neuen Woche könnte mit dem Trend hin zum Trog Westeuropa auf der einen Seite der Tiefdruckeinfluss zunehmen und auf der anderen Seite die Zufuhr von sehr warmer bis heißer Subtropikluft erneut Fahrt aufnehmen. Doch in welche Richtung schwenkt der Hauptlauf?
Dieser passt sich zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums der Mehrheit der EPS-Member an und simuliert ebenfalls ein Hochdruckbrücke von West nach Ost über Europa. Die Achse sollte dabei etwa von England über die südliche Nordsee, Hamburg, polnische Ostseeküste bis zum Baltikum verlaufen. Da sich der Schwerpunkt des Hochs von Freitag bis Montag entlang beschriebener Linie ostwärts verlagert, kann in die Nordhälfte durchaus kühlere Nordseeluft eindringen. Dagegen hält gleichzeitig tiefer Luftdruck über Südwesteuropa, welcher sehr warme bis heiße Luft nordwärts bis in den Süden Deutschlands schiebt. Entsprechend ist hierzulande eine markante Luftmassengrenze zu erkennen, die aufgrund des Hochdruckeinflusses am Sonntag aber wohl nur bedingt aktiv daherkommt. Anders sieht es noch am Samstag aus, wenn in der Höhe ein Kurzwellentrog mit ordentlich PVA die Hebung anheizt. Resultierend werden zum Samstag bis Samstagmittag von Südwesten über die Mitte hinweg in den Nordosten kräftige schauerartige, teils gewittrige Regenfälle gezeigt, die mit Starkregen, teils bis in den Unwetterbereich einhergehen können. In der heißen und potentiell labilen Luft im Süden und Südosten kann es dagegen wohl über das gesamte Wochenende gebietsweise heftig krachen.
Von Montag bis Mittwoch induziert ein Trog über dem Ostatlantik, der unter Reduzierung der Amplitude ostwärts über Deutschland hinwegschenkt, eine ausgeprägte Tiefdruckzone, die sich mit dem Trog von Frankreich über Deutschland und die Nordsee hinweg nach Skandinavien verschiebt. In die Tiefdruckzone sind dabei einige mehr oder weniger intensive Tiefs eingelagert, die teilweise einen Frontenzug im Schlepptau haben. So greift z.B. am Dienstag von Nordwesten eine Kaltfront auf Deutschland über und überquert das Land langsam südostwärts. Angetrieben durch PVA aus der Höhe, den Tiefs am Boden, diabatischen Input sowie im Verlauf auch frontogentischen Prozessen setzt ein unbeständiger, zu Schauer und teils kräftigen Gewittern neigender Witterungsabschnitt ein. Erst in der erweiterten Mittelfrist zum Donnerstag scheint von Westen mit zunehmendem Luftdruck wieder Wetterberuhigung einzusetzen.
Bezüglich der Temperaturen ist Deutschland durch die Luftmassengrenze überwiegend zweigeteilt. Am Samstag herrschen in 850 hPa in der Südhälfte 13 bis 19 Grad, im Norden 6 bis 13 Grad, am Sonntag kann sich die warme Luft schon etwas nordwärts schieben, sodass im Norden 7 bis 10 Grad und sonst 10 bis 21 Grad zu verzeichnen sind. Am Montag sollen auf der Vorderseite des hochreichenden Tiefs und somit Warmluftzufuhr die Werte in 850 hPa von Nord nach Südost zwischen 12 und 24 Grad, an den Alpen teils um 25 Grad liegen. Am Dienstag sorgt die Kaltfront dafür, dass 11 Grad im Nordwesten den 21 Grad im Süden gegenüberstehen. Am Mittwoch hat die kühlere Lauft schon weite Teile des Landes geflutet. Allenfalls im Südosten werden noch um 20 Grad gezeigt, sonst liegen die Werte zwischen 4 und 18 Grad. Bodennah entsprechen die genannten Werte in 850 hPa Höchstwerte am Samstag von 20 bis 25 Grad im Norden und 25 bis 31 Grad sonst, am Sonntag im Küstenumfeld um 23 Grad, sonst 25 bis 34 Grad, am Montag insgesamt 24 bis 36 Grad, am Dienstag 24 bis 34 Grad und am Mittwoch 22 bis 32 Grad. Demnach ist in der Südhälfte mit einer anhaltenden Hitzewellen zu rechnen. Vor allem die hohe Luftfeuchtigkeit würde die gefühlte Temperatur zusätzlich erhöhen und den Aufenthalt im Freien für viele Menschen eher unerträglich machen.
Der Wind spielt aus synoptische Sicht kaum eine Rolle, kann aber durch die Konvektion regional warnwüdig werden.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großskaligen Geopotential- und Luftdruckstrukturen werden über den mittelfristigen Zeitraum vom IFS konsistent abgebildet. In der Höhe sind sogar bis einschließlich Dienstag kaum nennenswerte Abweichungen in der Phase und Amplitude zu verzeichnen. Zum Ende des betrachteten Zeitraums weist der neuste Lauf allenfalls eine etwas größere Amplitude auf, was wiederum die Hebungsimpulse auf der Vorderseite des Troges, also hierzulande etwas verstärken würde. Ansonsten zeigen vor allem der gestrige 12 UTC Lauf sowie der aktuelle 0 UTC Lauf sehr vergleichbare Verteilungen. Beide lassen den Trog über dem Ostatlantik und Westeuropa im Vergleich zum gestrigen 0 UTC Lauf weiter nach Süden amplifizieren, sodass die Südwestströmung über Europa wieder mehr Aufsteilen würde. Resultierend könnte die teils heiße Suptropikluft wieder weiter nordwärts ausgreifen.
Bodennah ist am Wochenende hoher Luftdruck bestimmend, wobei über Deutschland eine Luftmassengrenze verläuft. Zur neuen Woche nimmt der Tiefdruckeinfluss konsistent zu. Gewisse Unsicherheiten gibt es in der räumlichen Einordnung kleinräumiger Tiefs, die sich in einer ausgeprägten Tiefdruckzone tummeln. Interessant ist auch, dass in der Nacht auf Dienstag alle betrachteten Läufe über dem Alpenraum die 25er Isohypse im Programm haben. Am Dienstag sollte mit Übergreifen einer Kaltfront Abkühlung einsetzen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch andere Globalmodelle zeigen eine zum IFS vergleichbare Geopotential- und Luftdruckverteilung. Während bei der Amplitude im Verlauf des mittelfristigen Zeitraums kaum nennenswerte Abweichungen auftreten, zeigen sich bezügliche der Phase leichte Verschiebungen. Demnach sind vor allem das UK10 und das ICON geringfügig rascher in der Verlagerung des Troges. Bei dem abgeleiteten Wetterbedingungen führen diese Unterschiede aber zu keinen signifikanten Abweichungen, wenngleich bei ICON und UK10 die kühlere Luft schneller südostwärts vorankommt und auch die Wetterberuhigung aus Westen etwas früher einsetzt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte in Deutschland weisen am Samstag und Sonntag einen recht geringen Spread bei der Temperatur in 850 hPa und dem Geopotential in 500 hPa auf und verfügen über einen stark definierten Bereich hoher Auftrittswahrscheinlichkeit. Resultieren kann am Wochenende noch von einer recht hohen Vorhersagegüte ausgegangen werden. Ab Montag spannt sich sowohl der EPS-Raum der Temperatur als auch der des Geopotential stärker auf. Bei einem weniger ausgeprägten Bereich höherer Auftrittswahrscheinlichkeit sowie einem Spread von um 12 Grad bzw. 15 bis 20 hPa ist die Prognosegüte signifikant reduziert, wenngleich zumindest ein Trend konsistent sichtbar ist. Festgehalten werden kann aber, dass das EPS bis auf Sonntag durchgehend Niederschläge im Programm hat.
Bei der Einordnung des IFS-EPS in übergeordnete Muster wird für den ersten Zeitraum von +72 bis +96h nur ein Cluster angeboten, welches komplett dem Schema einer pos. NAO zugeschrieben wird.
Im Zeitraum von +120 bis +168h reicht weiter eine Lösung aus, um alle Unsicherheiten im EPS-Raum zu beschreiben. Die genannte Lösung verbleibt dabei auch weiter komplett im Schema einer pos. NAO.
In der erweiterten Mittelfrist von +192 bis +240h erklärt erneut nur ein Cluster alle Unsicherheiten. Dabei wird nun aber das Schema eines atlantischen Rückens propagiert, welches zum Ende in das Schema einer neg. NAO wechselt.
Daraus lässt sich eindrucksvoll ableiten, wie festgefahren die Wetterlage und deren Veränderung ist. Im Detail ergibt sich bezüglich des Wettergeschehens aber durchaus eine gewisse Variabilität.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der EFI des ECMWF weist über den gesamten mittelfristigen Zeitraums nur teils deutlich überdurchschnittliche Temperaturen in der Südhälfte auf.
Der Wind spielt aus skaliger Sicht auch keine Rolle und kann wohl allenfalls im Hochschwarzwald am Dienstag und Mittwoch steife bis stürmische Böen bringen. Ansonsten gibt es bevorzugt vom IFS-EPS im Nordseeumfeld noch geringe Wahrscheinlichkeiten bis 40% für steife und bis 20% für stürmische Böen.
Bei den Niederschlägen dominieren konvektiv getriggerte Niederschläge. Dabei werden in der Fläche über 12 bis 24 Stunden weder von der Det. Noch vom EPS warnwürdige Mengen erreicht. Der Fokus liegt daher voll auf inhomogen verteiltem Starkregen, der von den Regional- und Globalmodellen jedoch kaum aufgelöst werden kann. Allenfalls potentielle Schwerpunkte kann man ableiten. Etwas mehr hilft da zumindest zu Beginn des mittelfristigen Zeitraums noch die sog. Zutatenmethode auf Basis des ICON6.
Demnach würde am Samstag am Alpenrand und Südostbayern ein gewisses Gewitterpotential bestehen. Zwar ist die Luft neutral bis leicht stabil geschichtet, etwas PVA sowie die Orografie können aber mit Hebungsimpulsen aushelfen. Bei Auslöse muss zwingend mit Starkregen gerechnet werden. PPWs von 28 bis 38 mm lassen bei geringer Verlagerung lokal durchaus auch heftigen Starkregen zu. Bei Cape-Werten von 400 bis 1000 J/kg ist bei Auslöse zudem mit kleinkörnigem Hagel zu rechnen. Des Weiteren sind wohl steife Böen wahrscheinlich, stürmische Böen möglich, Sturmböen nicht ausgeschlossen. Am Samstagmorgen sind zusätzlich auch im Osten in Verbindung mit einem Kurzwellentrog noch Gewitter möglich, die rasch nach Polen abziehen. Aufgrund der guten Scherung könnten langlebige und organisierte Gewitter auftreten. Entsprechend wäre neben (heftigem) Starkregen durch PPWs von 30 bis 40 mm auch (schwere) Sturmböen möglich.
Am Sonntag läge der Fokus bei labiler Schichtung vor allem auf der Region südlich der Donau. Dort kann sich im Tagesverlauf nach aktuellen Berechnungen signifikant Cape bis zu Werten von 800 bis 2200 J/kg aufbauen. Dazu gesellen sich PPWs von 35 bis 45 mm. Die Scherung ist dagegen kaum vorhanden. Dazu fehlt es wohl auch an dynamischer Unterstützung. Daher müssen die diabatischen Prozesse mit orografischer Unterstützung ausreichen. Resultierend sind bei etwas CIN einzelne Zellen wahrscheinlich, die jedoch rasch mit heftigem Starkregen und Hagel um 2-3 cm im Unwetterbereich landen können. Am Montag kommt dann dynamische Hebung in Spiel. Da sich gleichzeitig die sehr warme bis heiße und potentiell labile Luft nordwärts ausdehnt, sollten auch die Gewitterschwerpunkte zunehmen. Ab dem Nachmittag wäre die Westhälfte durch die dyn. Hebung ein Thema. Der Süden bleibt aber allein aus diabatischer Sicht im Blickfeld. Zudem bieten einzelne Modelle auch eine Auslöse im Osten, auf der warmen Seite der Warmfront an. Am Dienstag und Mittwoch wären schließlich nahezu landesweit Gewitter möglich, die jedoch im Vergleich zu den Vortagen mit einer etwas geringeren Intensität daherkommen. Für eine detaillierte Beschreibung ist es aber derzeit noch viel zu früh.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-EPS, ICON-EPS, anfangs auch det. ICON/IFS, für TT auch MosMix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Lars Kirchhübel





