Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 20.01.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Ruhige Hochdruckrandlage; trockenkalt mit meist leichten bis mäßigen, im Südosten, ab der Nacht zum Freitag auch im Osten mit strengen Nachtfrösten.
Im Norden auffrischender Ostwind, an exponierten Küstenabschnitten ab Donnerstag stürmische Böen.
In der Nacht zum Freitag im Westen/Nordwesten lokal gefrierender Regen nicht ganz ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Aktuell ... ist das Geopotentialfeld von zwei bzw. drei markanten Höhentiefs geprägt. Das erste (JAQUELINE) und zweite (KIRSTIN) sind in einen Langwellentrog eingebettet, ersteres befindet sich unmittelbar westlich von Irland, das zweite dagegen noch etwa 1500 km westlich von Irland auf dem Atlantik. Im Nachtverlauf bewegt sich KIRSTIN rasch nach Osten in Richtung Südspitze Irlands, JAQUELINE wandert etwas nach Norden, so das beide ausgangs der Nacht eine dipolartige Struktur westlich von Irland bilden. Das ebenfalls erwähnte dritte Höhentief liegt mit seinem Zentrum weitgehend ortsfest über Tunesien, beide Strukturen sind dabei durch eine breite Geopotentialrinne verbunden. Vom östlichen Mittelmeer bis nach Polen erstreckt sich dagegen ein Höhenkeil, der die ostwärtige Verlagerung des westeuropäischen Langwellentroges blockiert. Dies gilt auch über die Nacht hinweg, wenngleich auch im Bereich des Rückens, wie auch auf seiner Rückseite und damit über Deutschland, das Geopotential sinkt. Erwähnenswert ist auch noch ein markanter kurzwelliger Troganteil, der in der Nacht von der Westspitze der Bretagne kommend über den westlichen Ärmelkanal hinwegschwenkt und ausgangs der Nacht den Pas de Calais erreicht, wobei er durch das Anlaufen gegen den Höhenkeil von einer anfangs östlichen Verlagerungsrichtung in eine nordöstliche übergeht. Im Bodendruckfeld korrespondiert mit den beiden im Langwellentrog eingelagerten Höhetiefs jeweils ein Bodentief, wobei das vom Atlantik kommenden und damit wesentlich bewegungsaffinere auch noch entwicklungsgünstiger liegt und sich bis zum Morgen auf etwa 970 hPa vertieft, womit es im Dipol auf die erste Geige spielt. Für unsere Wetterentwicklung ist dies jedoch weniger bedeutsam als die Tatsache, dass auf der Ostflanke des Tiefs ein markanter Druckgradient aufgebaut wird, was insbesondere für den Nordwesten und die Nordsee gilt, wo hoher Luftdruck über Skandinavien als Gegenspieler zur Verfügung steht. Entsprechend lebt der Wind dort auf, auf der offenen Nordsee, eventuell auch an exponierten Küstenabschnitten Nordfrieslands oder auf den Halligen könnten mit dem Morgengrauen schon erste Böen Bft 7 auftreten, zumindest sind diese nicht gänzlich ausgeschlossen. Ebenfalls einzelne Böen Bft 7 wird es in der Nacht aus dem Böhmischen Becken heraus geben, insbesondere das ostsächsische Bergland ist beim dort vorherrschenden Südostwind anfällig. Ansonsten ist der Wind zumeist schwach, allenfalls mäßig. Frostfrei bleibt es nur am Niederrhein (und eventuell auf dem Ostfriesischen Inseln), leichten Frost bis -4 Grad erwarten die Modelle vom Oberrhein über den Westen und den Nordwesten bis in den Norden. Während sich im Südwesten zumindest lokal tiefe Stratusfelder halten, ziehen über den Westen, Nordwesten und Norden hohe und mittelhohe Wolken der Okklusion von JAQUELINE hinweg, die aber keinen Niederschlag bringen sollen. Die Wolken dämpfen aber die Ausstrahlung, entsprechend bleibt es dort vergleichsweise mild. Im weit überwiegenden Teil des Landes werden Minima von -5 bis -9 Grad erwartet, im Osten Bayerns kann es auch strengen Frost bis -15 Grad geben. Nebel könnte im Südwesten, eventuell auch im Süden auftreten, in den Nebelgebieten könnten es dann auch durch Reif glatt werden. Ansonsten ist Glätte in der trockenen Luft kein Thema.
Mittwoch ... schwenkt der Kurzwellentrog über England, Schottland bzw. die westliche Nordsee nordwärts, das zu Tief KIRSTIN gehörende Höhentief erreicht am Abend samt KIRSTIN selbst das Seegebiet südlich von Irland. Dadurch wird auch der gesamte Langwellentrog, der abends von Südgrönland bis zur Biskaya bzw. zur Iberischen Halbinsel reicht, regeneriert. Ein zu tiefem Geopotential über Russland gehörender Randtrog über Finnland kann sich auf dem Weg zum Baltikum und nach Südschweden noch etwas verstärken und ein wenig nach Westen vorarbeiten. Insgesamt setzt sich somit der Druckfall über dem Vorhersagegebiet weiter fort, wobei sich über die Mitte des Landes ein flacher Trog ostwärts ausweitet. Gleichzeitig bleibt über Skandinavien hoher Luftdruck dominierend, wodurch sich der Gradient über Norddeutschland insgesamt etwas weiter verschärft. Über der Nordsee gibt es in der Folge etwas verbreiteter steife Böen aus Ost, das gleiche gilt an exponierten Nordseeküstenabschnitten sowie auch an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste (und auch der Böhmische Wind bleibt uns mit Böen Bft 7 erhalten). Atlantische Frontensysteme werden dabei nach wie vor blockiert bzw. kommen bei einer südlichen Höhenströmung und einer südöstlichen bodennahen Strömung nicht nennenswert nach Osten voran. Der äußerste Westen und Nordwesten werden damit weiterhin von den Wolken der Okklusion des Tiefs JAQUELINE behelligt, der Westen von Nordrhein-Westfalen im ungünstigsten Fall auch von etwas Regen. Dies ist nach aktuellem Stand zumindest die Lesart des IFS. Die geringen ICON-Niederschläge dürften kaum zu einem nennenswerten anfeuchten des Bodens reichen, IFS oder auch UK10 lassen es trocken. Auch von Norden her kommt dichte, stratusähnliche Bewölkung etwas weiter nach Süden voran und könnte eventuell den Norden von Schleswig-Holstein oder Rügen erfassen. Ansonsten scheint aber erneut überwiegend die Sonne, lediglich in einigen Niederungen West- und Südwestdeutschlands hält sich der Hochnebel. Dort (sehr lokal) sowie im Nordosten und im östlichen Bayern (jeweils gebietsweise) gibt es Dauerfrost, wobei im Nordosten die kalte Grundschicht auch etwas an vertikaler Mächtigkeit gewinnt. Sonst liegen die Höchstwerte meist zwischen 0 und 4 Grad, in Teilen von Nordrhein-Westfalen, in höheren Lagen der südwestdeutschen Mittelgebirge und im höheren Alpenvorland zwischen 4 und 8 Grad.
In der Nacht zum Donnerstag arbeitet sich der Höhentrog südlich von Irland über die Biskaya nach Westfrankreich vor, in seinem südlichsten Teil erreicht er durch Amplifizierung sogar das westliche Mittelmeer. Nach Osten kommt er aber kaum voran, allerdings sinkt in seinem Vorfeld das Geopotential, so dass sich zum Morgen des Donnerstags ein äußerst gradientschwaches Geopotentialfeld über Mitteleuropa zeigt. Die Höhenantizyklone über Nordskandinavien bzw. dem angrenzenden Nordmeer bleibt weitgehend ortsfest, auf ihrer Südflanke tropft der skandinavische Randtrog - bei auch dort sehr flacher Geopotentialverteilung - in etwa über der Südostküste Schwedens ab. Neben dem Geopotential fällt über dem Vorhersagegebiet auch der Bodendruck noch geringfügig weiter, während das Hochdruckgebiet über Skandinavien, dass nach Osten bis zum Ural reicht, sich leicht kräftigt. Das führt zu einer weiteren Gradientverschärfung über Norddeutschland, so dass es an den Küsten für steife Böen Bft 7 aus Ost bis Südost reicht. Über der offenen Nordsee, aber auch an exponierten Küstenabschnitten sind sogar stürmische Böen zu erwarten. Ansonsten ändert sich nur wenig: Über den Westen und Nordwesten des Landes ziehen zeitweise hohe und mittelhohe Wolkenfelder hinweg, es sollte aber weitestgehend trocken bleiben. Mit dem sich etablierenden südskandinavischen Kaltlufttropfen wird die kalte Grundschicht über dem Nordosten weiter angehoben, in 850 hPa sinkt die Temperatur dort auf 0 bis -3 Grad. Somit kann sich die dichte Bewölkung etwas weiter landeinwärts ausweiten und erfasst wahrscheinlich weite Teile Schleswig-Holsteins sowie Teile Mecklenburg-Vorpommerns. Bis auf etwas Schneegriesel sollte es aber auch dort trocken bleiben. In den Niederungen Südwestdeutschlands hält sich weiterhin der Hochnebel bzw. Nebel, ansonsten zeigt sich der Himmel aber klar bzw. gering bewölkt. Somit ändert sich an den Minima und auch an der entspannten Glättesituation gegenüber der Vornacht kaum etwas, im Südosten gibt es erneut relativ verbreitet strengen Frost.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... und in der Nacht zum Freitag bleibt eine grundlegende Änderung der Großwetterlage aus. Der Kaltlufttropfen über Südskandinavien schafft es nach Dänemark (eventuell ein paar Flocken im äußersten Norden), die Achse des westeuropäischen Langwellentroges schwenkt über Irland und Nordfrankreich hinweg nach Schottland, verliert dabei aber ihre Kontur bis nahe an die Bedeutungslosigkeit und ist zum Freitagmorgen entsprechend nur noch als flacher Randtrog unterwegs. Der Langwellentrog in seiner Gesamtheit wird durch einen Kaltluftvorstoß in seine Rückseite regeneriert, und auch ein neues (Sturm-)Tief erscheint auf der europäischen Wetterbühne, es liegt am Freitagmorgen mit einem Kerndruck von etwas über 955 hPa westlich der Bretagne. In den äußersten Westen schieben die Modelle in der Nacht zum Freitag recht halbherzig etwas Niederschlag, gefrierender Regen ist dabei nicht auszuschließen (kann aber auch gut sein, dass die Modelle die Niederschlagsprognosen wieder etwas zurückrechnen). Im Bodenfeld ist der Bodentrog über Deutschland weiterhin erkennbar, der Druck fällt zwar kaum noch, er steigt aber über dem Ostseeraum, wodurch sich der Gradient weiter verschärf, so dass auch eine schwache Tendenz zu mehr stürmischen Böen auch an der Küste erkennbar ist. Mit östlichem Wind wird wieder kalte Festlandsluft advehiert, in der Osthälfte heißt das am Tage sehr verbreitet Dauerfrost, im Südosten und in Mitteldeutschland in der Nacht zum Freitag auch recht verbreitet strenger Frost unter -10 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren die großräumigen Abläufe sehr ähnlich, Unterschiede im Detail haben zumindest bis auf Weiteres keine Warnrelevanz (Ausnahme vielleicht: Die noch unsichere Niederschlagsentwicklung mit nicht ausgeschlossenem gefrierendem Regen in der Nacht zum Freitag).
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 20.01.2026 um 10.30 UTC
Meist stabil, nur zeitweise/regional leicht wechselhaft. Im Westen anfangs mild, sonst mäßig kalt bis kalt. Nächte frostig. Küsten anfangs stürmischer Ostwind.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 27.01.2026
Es steht eine mittelfristige Wetterlage an, die aus Sicht eines Vorhersagers als spannend und komplex einzustufen ist (mit Blick auf Europa). Wir leiten die heutige Mittelfrist mit einem kurzen Rückblick ein, wie wir zur aktuellen Ausgangslage gekommen sind, um darauf aufbauend die neue Mittelfrist aufzuspannen. Wie immer kann dieser Überblick übersprungen werden - unter "Aktuelle Mittelfrist" wird die uns betreffende Mittelfrist beschrieben.
Kurzübersicht aktuell:
MJO: mit mäßiger Amplitude von Phase 6 zu 7 wandernd (Real-time multivariate, RMM)
NAO: negativ. Vorhersage negativ, aber abschwächend mit großer Streuung zu neutral/leicht positiv
AO: deutlich zu negativ und mit großer Streubreite der Member teils noch weiter absinkend
Schauen wir auf die Aussagen der Tendenzabschätzung vom 28.12.2025: "[...] der Weg im Januar wird wohl eine Mischung aus diesen Signalen sein: zunehmender Westdrang (u.a durch einen sich erholenden und besser positionierenden kanadischen TPV), jedoch bei richtig angesetztem Wellenbrechen mit gröberen Störungsimpulsen, die für winterliche Überraschungen gut sein können."
In der Tat gab Anfang Januar ein bis dato die Westdrift blockierender Keil über dem Nordatlantik nach und machte einer schwachen Westdrift Platz, die nach der NAO Analyse wenigstens zeitweise einen neutralen Wert erreichte und uns u.a. die warnaktiven Tiefdruckpassagen von "ELLI" und "GUNDA" bescherte.
Bereits zum Ende der ersten Januarwoche deutete sich für Ende Januar erneut die Tendenz zu einer über Skandinavien ansetzenden blockierungsfreudigeren Ausgangslage an, u.a. dank einer günstigen MJO Passage von Phase 6 zu 7 oder 8. Die Zuversicht für eine Blockierung war höher als üblich, da die Hintergrundbedingungen für die Ausbildung von blockierenden Antizyklonen weiterhin vorhanden waren.
Eine der genannten Hintergrundbedingungen war (und ist auch noch) die von Ende November 2025 weiterhin nachhallende Störung des Polarwirbels in der Stratosphäre (SPV), die (von der Dauer nicht ungewöhnlich) noch weiter absinkt/anhält und den TPV erfasst hat. Diese "top-down" Entwicklung war abzusehen. Unsicher war, inwieweit der weiterhin sehr schwache Polarwirbel in der Troposphäre im Verlauf des Januars zu einer Blockierung hingerissen wird. Bereits Ende der ersten Januarwoche wurde ein günstiges Wellenbrechen für eine Blockierung im Bereich Skandinaviens angedeutet und seitdem beständig innerhalb der Numerik mitgetragen. Diese Beständigkeit ist nicht nur das Resultat einer brechenden Rossbywelle, sondern hebt auch eine mögliche Fernwirkung des MJO Signals hervor, was bei vorherrschenden (abklingenden) La Nina Bedingungen (negative ONI und somit weiterhin gekoppelt) statistisch gestützt wird. Allerdings ist deren Einfluss aktuell etwas unsicher, da die MJO sehr lange stationär in Phase 6 verblieb, wohin gehend ein progressiveres Verhalten für die Ausbildung eines außertropischen Wellenzuges günstiger gewesen wäre (im zonalen Wellenfluss bisher kaum erkennbar, allerdings mit einem deutlichen Einfluss auf den Nordpazifikjet).
Abseits dieses Nachhalls von oben ("top-down" Entwicklung), sorgte nun die konstruktive Interferenz durch die "bottom-up" Entwicklung aus der Troposphäre heraus (u.a. Wellenbrechen) für beeindruckende Signale bezüglich einer kräftigen und weit nördlich ansetzenden Blockierungslage, die sich durch eine sehr tiefe AO und (gemittelt über die nordhemisphärische Troposphäre) anormal hohe positive Geopotenzialabweichungen äußert. Zudem geht die zonal gemittelte Zonalwindgeschwindigkeit im oberen Bereich der Troposphäre weiter zurück und erreicht auch im IFS-ENS Werte nahe des klimatologischen Rekords. Innerhalb von MERRA2 erreichen wir bei den gemittelten Zonalwinden in 100 hPa zeitweise Rekordwerte, während wir in 10 hPa um/über dem Mittel liegen - was kann deutlicher die entkoppelte Natur des Polarwirbels aktuell hervorheben.
Trotz dieser nun überbordenden Signale einer kräftigen Blockierung sind auch hier Feinheiten weiterhin entscheidend. Z.B. war früh zu erkennen, dass die v.a. "bottom-up" induzierte und top-down bzw. ggf. per MJO Fernwirkung forcierte Blockierung über Skandinavien/Grönland Probleme bezüglich ihrer Intensität haben würde, da von einigen cut-offs unterlaufen (was kräftige WAA/WCB und negativen PV Transport mindert). Diese Entwicklung hätte uns (wie zur ersten Monatsdekade in Modellberechnungen für Ende des Monats angedeutet) direkt eisige Luftmassen aus Skandinavien heranführen können. Doch noch vor der Monatsmitte änderte sich die Zuversicht der physikalischen Modelle bezüglich des direkten Einbeziehens dieser gefriertruhentauglichen Luftmassen. Was war geschehen?
Am 12. Januar 2026 war im IFS-ENS auf einmal eine deutliche Zuversicht zu erkennen, dass sich ein gröberes Reflexionsereignis entlang des SPV anbahnen würde. Dieses Signal wurde in den Folgeläufen bestätigt und bezüglich Amplitude und Dauer noch weiter ausgebaut. Statistisch gesehen folgt solch einer Entwicklung eine allgemeine Reduktion des Geopotenzials über dem Nordatlantik mit steigendem über Alaska (was die Reduktion der aktuell vorherrschend positiven PNA Anomalie erklärt, die dadurch retrograd verlagert wird). Eine klassische Folge von dieser Entwicklung ist eisige Kanadaluft im Norden/Osten Nordamerikas (aktuell in der Mache).
Für uns hatte diese Entwicklung besonders innerhalb der physikalisch angetriebenen Modelle die Zunahme des Einflusses vom Nordatlantik zur Folge, wo kräftige Zyklonen immer östlicher an Westeuropa herangetragen wurden. So nebenbei hingen AIFS und Begleitmodelle diesem Wechsel längere Zeit hinterher, was u.a. der (zwar verbesserten, aber) weiterhin schlechten Handhabe der Dynamik innerhalb der Stratosphäre geschuldet sein sollte.
Gleichzeitig wurde zwischen Kanada und Eurasien der planetare Wellenzug sukzessive, aber "ever so slowly" nach Westen gerückt, dank des günstigen Zusammenspiels aus einem erneuten "westerly wind burst" über tropischen (indopazifischen) Gewässern und einem kräftigen und anhaltenden negativen (asiatischen) Gebirgsmoment - beides Entwicklungen, die letztendlich für einen (temporären) Rückzug des Pazifikjets (engl. retraction) bekannt sind und stromab auch Einfluss auf das Wellenmuster nehmen können (u.a. in Form früher ansetzenden Wellenbrechens). Dieser Einfluss blieb aber letztendlich sehr überschaubar, da die temporäre "jet retraction" durch die MJO 6 induzierte Verschärfung des ostasiatischen Jets (per konvektivem Ausfluss in der Höhe) überkompensiert wurde.
Dennoch sind diese Entwicklung entscheidend gewesen, da durch die genannte geringe retrograde Verschiebung des Wellenzugs die Kaltluft nun effektiver in Richtung Nordostatlantik gedrückt wird, während die milde Atlantikluft wiederum durch das Reflexionsereignis der Kaltluft entgegenkam. Unweigerlich bahnte sich (und bahnt sich auch in aktuellen Vorhersagen) eine immer deutlichere Luftmassengrenze in Form einer weit südlich ansetzenden Frontalzone an.
All dies mündet nun in eine (synoptisch gesehen) sehr spannende Entwicklung. Die zonal gesehen mobile Antizyklone verbleibt zwischen Grönland und Skandinavien und stützt wiederholte Kaltluftausbrüche nach Süden in Richtung Skandinavien (forciert durch fallendes Geopotenzial über Skandinavien im Verlauf dieser Mittelfrist).
Gleichzeitig wird der Nordatlantik durch die Entwicklung aus der Stratosphäre heraus gestützt in Form negativer Geopotenzialanomalien über Ostkanada/Neufundland und dem Nordatlantik. Die dank der Blockierung südlich versetzte Frontalzone wird zudem durch die Nähe eines großräumig anormal zu warmen subtropischen Nordatlantiks baroklin (und mit viel Feuchte) weiter angefacht, sodass von einem agilen Wellenzug ausgegangen werden kann, der besonders das südwestliche und südliche Europa betreffen wird. Es bahnt sich grob gesagt über und peripher des Mittelmeers dadurch eine sehr ungemütliche und regional wohl auch brisante Wetterlage an (siehe auch subsaisonale EFI Vorhersagen "Niederschlag"). Zudem sind explosive Zyklogenesen über dem Nordatlantik auf einer südliche Zugbahn zunehmend wahrscheinlich, die ggf. bei richtiger Ausrichtung ins Mittelmeer ziehen können. Mitteleuropa befindet sich hingegen (wenigstens diese Mittelfrist über) zwischen den Stühlen, was auch innerhalb der Wochenvorhersage beim IFS-ENS z.B. bei der 2m Temperatur mit hohen Unsicherheiten im Sinne einer Grenzwetterlage hinterlegt wird.
Bevor wir aber gleich näher auf die Entwicklung bei uns schauen sei noch eine kurze Tendenzabschätzung für den Februar erlaubt. Grundsätzlich sollte zum Monatswechsel der Nachhall der SPV Störung vom November 2025 endgültig nachlassen und eine temporäre Kopplung von SPV/TPV steht im Raum, was bei der Zonalwindvorhersage in 100 hPa auch mit einer Zunahme (allerdings mit immenser Streuung) honoriert wird. Ein weiteres Störfeuer beim SPV Ende Januar dürfte aus heutiger Sicht erstmal wenig Einfluss ausüben. Allerdings muss z.B. der IFS-ENS Vorhersage in 10 hPa dieser Störung nachfolgend eine extreme Unsicherheit innerhalb der Ensemblevorhersage bescheinigt werden. Etliche Member zeigen beständig eine deutliche Abschwächung, was auch im Einklang mit den wiederholt erwähnten anfälligeren Hintergrundbedingungen (QBO) steht und dank der weiter anhaltenden Blockierungszentren auf der Nordhemisphäre nicht unwahrscheinlich erscheint.
Eine Unbekannte wird zusätzlich sein, inwieweit sich über den üppigen Schneeflächen Skandinaviens/Osteuropas und einer überregional zur Ruhe kommenden Kaltluft ein selbst induziertes Hoch aufbauen kann, was die Blockierung kräftiger ausfallen lassen würde und einer zunehmenden Westdrift effektiver entgegenhalten könnte. Im IFS-ENS hallt die Blockierung in hohen Breiten auch noch länger nach, was auch weiterhin die Anfälligkeit des TPV hervorhebt. Optionale Kopplung, nachlassender top-down support und (zugegeben eher spekulativ) ein hochbaroklines Umfeld peripher eines optionalen (selbst induzierten) Kaltluftreservoirs über Skandinavien würden insgesamt aber eher eine polwärtige Verschiebung der Frontalzone und bei uns einen zunehmenden Atlantikeinfluss wahrscheinlicher machen. Bei Rückseitenwetterlagen sind dadurch aber weiterhin markante Kaltluftvorstöße denkbar. Egal wohin man schaut, die jeweiligen Ensemblevorhersagen in den Tropen bis in die Troposphäre/Stratosphäre sind (verständlicher Weise) mit teils enormen Streubreiten behaftet, zumal auch die 2D PDFs weiterhin keine Hinweise auf Zonalität geben (bis Mitte Februar dominant NAO- und BL+). Sollten SPV und TPV koppeln würde die Zuversicht für eine positive NAO deutlich zunehmen. Bis dahin ist aber der extrem schwache TPV auch im Februar für Überraschungen gut, besonders bei der dann vorhandenen Luftmasse über Skandinavien, inklusive Schneebedeckung.
Doch kommen wir nun zur "Aktuellen Mittelfrist".
Wie gestaltet sich das Wetter während der nun anstehenden Mittelfrist vom Freitag, den 23. Januar bis Dienstag, den 27. Januar 2026?
Zum Beginn der Mittelfrist befinden wir uns zwischen den besagten Stühlen der blockierenden Antizyklone über dem Europäischen Nordmeer und dem von Westen nahenden und in der Folge nach Italien abtropfenden Troges, woran sich auch den Rest der Mittelfrist wenig ändern wird.
Dabei herrscht am Freitag in weiten Bereichen der Republik noch eine südliche Strömung vor, in der durch Absinken adiabatisch erhöhte 850hPa Temperaturwerte von 2 bis 7 Grad auftreten, was aber zumeist entkoppelt unterhalb der Inversion fußkaltes Wetter bedeutet (Ausnahme der Südwesten sowie Leelagen). Derweilen dominiert im Norden bereits eine südöstliche Anströmung peripher der Antizyklone, wobei leicht negative 850 hPa Temperaturen vorherrschen. Im Überhangsbereich kann bei mäßiger Massenkonfluenz und den baroklinen Verhältnissen von leicht frontogenetischen Verhältnissen gesprochen werden, sodass im Nordwesen regional etwas (gefrierender) Niederschlag mit Glätte nicht ausgeschlossen wird.
Zum Samstag erfasst eine schwache Front den Westen Deutschlands, was mit leichten Niederschlägen einhergeht, die variable Phasen aufweisen und sich sukzessive unter Abschwächung bis in den Norden voran arbeiten (dort dominiert die Schneephase). Je nach Lage der Front kann sich durch die vorhandene Feuchte peripher der Front und der anhaltenden östlichen Anströmung über der südlichen Ostsee ein Band mit kräftigeren Schneefällen ausbilden, dass besonders den Osten von Schleswig-Holstein betreffen könnte (diabatisch forciert und in Richtung "lake effect" gehend).
Ansonsten sorgt seichter Hochdruckeifluss für ein ruhiges und freundliches Wochenende, bevor ab der Nacht zum Montag optional Aufgleitniederschläge aus Südosten aufziehen, die den Südosten und ggf. Osten mit leichten bis mäßigen Niederschlägen betreffen (dominant Schnee, allerdings regional auch gefrierender Niederschlag nicht ausgeschlossen). Im Westen und Norden bleibt es häufig bedeckt mit nur lokalen Schneeschauern, meist wird ein trockener Tag erwartet. Daran ändert sich auch zum Dienstag wenig, wenngleich die Wolkendecke wieder stärker auflockert. Allerdings sind die Unsicherheiten bezüglich des exakten Wetterablaufs für diesen Vorhersagezeitraum noch sehr groß!
Die Höchstwerte weisen besonders zum Beginn der Mittelfrist (Freitag) ein deutliches Südwest-Nordost-Gefälle auf mit +8 Grad am Niederrhein und -5 bis -7 Grad in Richtung Uckermark/Stettiner Haff. In der Folge breitet sich der zumeist leichte Dauerfrost sukzessive südwärts aus, was einerseits der Advektion, andererseits aber auch der teils entkoppelten Grenzschicht geschuldet ist. Am Samstag bleibt es vom Niederrhein bis zum Alpenrand mit 1 bis 6 Grad noch frostfrei, am Sonntag betrifft das mehr den Westen und die Gebiete entlang des Rheins/Mains, bevor ab Montag nahezu deutschlandweit leichter, in Richtung Erzgebirge/Oder regional auch mäßiger Dauerfrost erwartet wird. Die Minima liegen je nach Bewölkungsverteilung zwischen 0 und -9 Grad, wobei die tiefsten Werte vorzugsweise im Osten sowie im Bergland/entkoppelt in geschützten Muldenlagen erreicht werden. Lokal ist strenger Frost nicht ausgeschlossen.
Der Ostwind weht im Umfeld der Küsten stark böig bis stürmisch (Bft 7 bis 8), exponiert auch immer wieder mit Sturmböen (Bft 9). Dieser Wind schwächt sich bis zum Sonntag allmählich ab, sodass die Wahrscheinlichkeit für markante Böen dann nur lokal erhöht bleiben (meist Bft 6 bis 7) und zum Dienstag kippt der Wind zunehmend auf Südost.
Ansonsten weht der Ostwind schwach bis mäßig, im Bergland zeitweise auch böig auffrischend, dreht zum Sonntag/Montag mehr auf Nordost und zum Dienstag auf Südost. Am Freitag könnten auf exponierten Alpengipfeln vorübergehend markante Böen aus Süd/Südwest ein schwaches Föhnereignis hervorheben (cross-alpiner Druckgradient aus heutiger Sicht kurz bei 6 hPa). Sonst bleibt der Wind (warnmäßig) im Hintergrund.
Ein Hinweis: Der kalte Ostwind, gekoppelt an frostige Temperaturwerte, ist am Freitag im Norden (inklusive Küstenumfeld) für gefühlte Werte im strengen Frostbereich (auch tagsüber) gut.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Grundsätzlich ist die Konsistenz von IFS als gut, ab Sonntag als moderat zu bezeichnen. Die großräumigen Druckgebilde werden bezüglich deren Entwicklung, Lage und Intensität recht homogen gezeigt, allerdings nimmt die Streuung zum Ende des Wochenendes bei schwachen Druck- und Geopotenzialgradienten über Mitteleuropa zu.
Von Freitag zum Sonntag tropft ein über Nordwesteuropa liegender negativ geneigter Trog in Richtung Italien ab und findet in der Folge als diffuser Höhentrog wieder Anschluss an einen Trog, der sich über Skandinavien einnistet. Dabei verbleibt Deutschland am Nordrand dieser Entwicklung in einem druck-/gradientarmen Bereich. Die Unsicherheiten nehmen somit zum Ende der Mittelfrist zu.
Schaut man sich die jüngsten 8 Modellläufe von EZ an, dann werden die blockierende Antizyklone im hohen Norden sowie ein Sturmtief östlich von Neufundland und der Trog über dem Mittelmeer recht konstant bezüglich Lage/Intensität gezeigt. Das Rauschen nimmt allerdings über Mitteleuropa und dem südlichen Skandinavien dank der dortigen Dominanz kurzwelliger Anteile in einer gradientarmen Umgebung zu. Hier dürften auch noch weitere Anpassungen erfolgen, die sich besonders auf optionale schwache Frontpassagen bei uns auswirken.
Die Mittelfrist kann insgesamt als recht stabil bezeichnet werden, sieht man von schwachen Frontpassagen mit etwas Niederschlag ab (Samstag aus Südwest, Montag etwas Aufgleiten aus Südost und am Dienstag eine schwache Kaltfront aus Nord).
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der weiter oben beschriebene Ablauf (Konsistent IFS) gilt auch bei der Betrachtung der weiteren internationalen Modelle. Deutschland verbleibt meist am Nordrand des über Italien ostschwärts schwenkenden Trogs/Bodentiefs. Allerdings ist weiterhin eine große meridionale Streubreite der Zugbahn vorhanden, sodass bei einer nördlicheren Variante (UK10) auch Aufgleitniederschläge aus Südost am Montag ein Thema werden können (bei UK10 gar eine Leezyklogenese am Nordrand der Alpen, die nordostwärts über Deutschland zieht). Dafür muss aber erstmal der Abtropfprozess über Westeuropa vollzogen werden, um über mögliche (neue/Lee-) Tiefentwicklungen zu diskutieren. Diese Option wird natürlich in der Folge weiter im Auge behalten.
Zum Beginn der kommenden Woche ergeben sich im Bodendruck- und Geopotenzialfeld gröbere Diskrepanzen, die aber (abgesehen von UK10) alle polare Kaltluft über Südskandinavien in Richtung Großbritannien bringen, die sukzessive auch nach Deutschland einströmt. Dies würde zum Großteil unter Hochdruckeinfluss stattfinden, allerdings birgt der barokline Randbereich besonders für den Westen und Süden aus heutiger Sicht Überraschungspotenzial (Schnee).
Ein kleiner Zusatz. Eingangs der Mittelfrist (am Freitag) ist vor der Bretagne eine explosive Zyklogenese im vollen Gang, bei der NCEP den Kerndruck teils auf unter 960 hPa schraubt (im IFS-ENS eher um 965 hPa mit einzelnen 960 hPa Membern). Interessant ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Zyklone durch eine hochreichend warme Kernanomalie angetrieben wird inklusive eines zunehmend symmetrischen niedertroposphärischen Windfelds peripher des Druckminimums. Im Phasendiagramm sind die Vorhersagen teils deutlich im "symmetrisch und hochreichenden" warmen Kernbereich zu finden und Flächensoundings (über das Tiefzentrum gespannt) heben eine hochreichend feucht-labile Umgebung hervor. Eine Okklusion ist anfangs noch kernnah vorhanden, das Tief kapselt sich aber immer weiter ab, sodass man auf dem Blatt über eine subtropische Form der Zyklogenese nachdenken könnte. Allerdings zeigen cross sections aktuell keine Abkopplung einer isolierten niedertrop. positiven PV Anomalie, überlagert von negativen Werten, sodass wir hier wohl letztendlich eher von einem Prachtexemplar einer intensiven "warm seclusion" sprechen werden. Man darf auf Satellitenbilder gespannt sein.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt am Freitag mit einem Cluster und dem klimatologischen Regime der negativen NAO. Dabei wird die blockierende Antizyklone zwischen Grönland/Norwegen von einem kräftigen Trog unterlaufen, der sich einhergehend mit einer explosiven Zyklogenese über der Biskaya einfindet. Deutschland liegt im Niemandsland zwischen beiden Druckgebilden und man kann dort dank eines schwachen Keils mit ruhigem Wetter rechnen.
Von Samstag bis Montag werden 2 Cluster (negative NAO) aufgespannt, mit dem Kontrolllauf im ersten Cluster. Beide Cluster heben homogen die Grundstruktur hervor (Blockierung Grönland und ein in Richtung Mittelmeer gerichteter Wellenzug). Deutschland verbleibt am Nordrand des zum Mittelmeer ziehenden Troges/Höhentiefs in einem sehr gradientarmen Bereich (bezüglich des Drucks/Geopotenzials). Unsicher ist noch, ob bzw. wo transienten Bodentiefs innerhalb/peripher des Troges initiiert werden, die bei nördlicher Zugbahn u.U. dem Süden/Osten zum Wochenbeginn auch Aufgleitniederschläge aus Südost bescheren könnten. Für Deutschland unterscheiden sich die beiden Cluster aber kaum (bzw. hängt es hier von im Ensemble herausgeglätteten Kurzwellen ab, die ggf. schwache Fronten nach Deutschland drücken können).
Zum Ende der Mittelfrist/Beginn der erweiterten Mittelfrist dominieren weiterhin 2 Cluster mit einer beeindruckenden Blockierungssignatur: Peripher der Antizyklone über Grönland erstreckt sich eine umfangreiche, zonal gen Mittelmeer ausgerichtete Trogrinne. Allerdings sollte man hier wohl die Unsicherheiten insgesamt höher bewerten, da über dem Nordatlantik optionale und explosive Zyklogenesen in deren Umfeld des Geopotenzialfeld nachhaltig beeinflussen werden. Ein Blickfang wäre z.B. WCB induziert eine Keilaufwölbung in Richtung Grönlandhoch. Stand heute würde es über Deutschland (Norden?) eher auf eine Luftmassengrenze hinauslaufen (v.a. dank der weiterhin südlichen Zugbahn der Tiefdruckgebiete).
IFS-ENS geht in der Folge sehr zuversichtlich (over-confident?) in die tiefe erweiterte Mittelfrist mit nur einem Cluster und blockiert mit einer umfangreichen Antizyklone über Osteuropa die Westdrift vom Atlantik. Das Gerangel zwischen milder Atlantikluft und frostiger Kontinentalluft würde weitergehen. Allerdings sollten die Unsicherheiten bereits früher deutlicher zunehmen, als dass es das heutige EPS Cluster uns andeutet.
Die Meteogramme kann man insgesamt als zunehmend winterlich bezeichnen bei Höchstwerten meist um den Gefrierpunkt und besonders im Nordosten bei Dauerfrost (Ausnahme der Westen). Die zunehmende Streubreite (2m Temperatur) im Verlauf der kommenden Woche deutet auf das mögliche Gerangel der unterschiedlichen Luftmassen hin, was auch mit wiederholten Niederschlagssignalen einhergeht, die dabei meist als Schnee fallen würden. Allerdings sind noch einige Optionen vorhanden (Luftmassengrenze, durchschwenkende Tiefdruckgebiete), sodass bezüglich des Niederschlags noch keine Schwerpunkte herausgearbeitet werden können.
Innerhalb der Rauchfahnen startet der Kontrolllauf mal wieder gut eingebettet in der Memberschar und schert in der Folge in den unteren Streubereich der Member aus. Hier spielt sicherlich die zunehmende Dominanz der synoptischen Dynamik (Tiefs) eine Rolle, der es das Anzapfen der eisigen Kaltluft auf der Rückseite ostwärts durchschwenkender Tiefdruckgebiete ermöglichen würde. Die Streubreite kann aber zum Ende der Mittelfrist als sehr groß bezeichnet werden (teils über 15 Kelvin).
Beim 500 hPa Geopotenzial bleiben die Member gebündelter mit einem meist gut eingebetteten Kontrolllauf, die insgesamt ein beständiges Absacken des Geopotenzials zeigen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wettererscheinungen bleiben weiterhin sehr überschaubar.
Beim WIND treten am Freitag im Küstenumfeld wiederholt stürmische Böen, exponiert auch Sturmböen (Bft 8 bis 9) aus Ost auf, bevor hier der Wind bis zum Sonntag immer schwächer wird (dann nur noch exponiert, z.B. auf Rügen, hin und wieder eine Bft 8).
Am Freitag sind im exponierten Bereich der Alpen markante Böen aus Süd/Südwest nicht ausgeschlossen (Föhn mit Bft 8 bis 9).
Im Osten tritt je nach Bewölkungsverteilung regional/zeitweise strenger FROST um -10 Grad auf. Dies betrifft mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten besonders den Nordosten in der Nacht zum Samstag.
Beim SCHNEE kann am Sonntag/Montag im Küstenumfeld lokal markanter Neuschnee (lake-effect) nicht ausgeschlossen werden, die Unsicherheiten diesbezüglich sind aber noch sehr groß und können später in LAMs ggf. besser herausgearbeitet werden.
Bei den im Text angesprochenen Niederschlagsereignissen kann regional erhöhte GLÄTTE durch gefrierenden Niederschlag nicht ausgeschlossen werden (Freitag im Nordwesten, Samstag im Südwesten und von Sonntag zu Montag im Südosten). Hierbei handelt es sich aber (wenn überhaupt) um markante Glätte.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX (mit Anpassungen)
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





