Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Sonntag, den 28.06.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Teils schwere Gewitter

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Aktuell ... sind die Unsicherheiten weiterhin hoch (vergleiche Frühübersicht). In der Grundsache ist die Strömung antizykonal, die Kurzwellen sind minimal und eratisch. Langlebigere Gewitter gibt es über dem Bergland im Süden und Südosten (Schwarzwald, Bayerischer Wald, Alpen, Erzgebirge). Dann auch von teils heftigem Starkregen (UNWETTER), Hagel (meist eher kleinkörnig) und stürmischen Böen (Bft 7-8) begleitet. Für die Nacht zum Montag ist ein Rückgang des CAPE in allen Modellen zu verzeichnen. Allerdings bleibt die Labilität hoch und vor allem im Osten und Südosten aber auch im Westen nimmt die Scherung zu. Damit sind weitere/neue Gewitter möglich, sogar wahrscheinlich. In der zweiten Nachthälfte oder gegen Montagmorgen zieht von Frankreich her größeres Ungemach (?) in Form eines MCS (ICON-RUC) oder einer Gewitterlinie (ICON-D2) auf. Da sind sich die Modelle noch nicht ganz einig. Einig ist man sich bei der raschen Ausweitung nach Norden (Hamburg) und Nordosten (Mecklenburg). Bei der anhaltend hohen Feuchte (35 bis 45 mm ppw) ist vom Südwesten bis in den Nordosten von heftigem Starkregen auszugehen. Weiterhin sind auch kleinkörniger Hagel und stürmische Böen möglich.

Montag ... geht es sehr variabel weiter... Prinzipiell zieht die Keilachse ostwärts und von Westen nähert sich eine Kaltfront, die sich im Tagesverlauf langsam ostwärts schiebt. Sie befeuert die ohnehin schon vorhandene Konvektion aus der Nacht und sorgt für eine ostwärtige Verlagerung. Der Fokus liegt bei hohen ppw (um 45 mm) auf dem heftigen Starkregen, aber auch Hagel (meist eher kleinkörnig) und Sturmböen, vereinzelt schwere Sturmböen (Bft 10), sind wahrscheinlich. Wann und wo genau bleibt abzuwarten, da die Entwicklung der Nacht auch unsicher ist. Hinter der Front strömt kühlere und auch stabil geschichtete Luft ein, sodass die Gewitter rasch aufhören. Vor der Front liegt weiterhin feucht-warme bis heiße und energiereiche Luft, die Maxima reichen im Osten und Südosten bis an die 32 Grad. Da gehen die Gewitter bis in die Nacht zum Dienstag, wo sie dann aber auch aufhören oder abziehen.

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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Dienstag ... ist nur wenig geändert zur Frühübersicht. Im Südosten wird es wieder etwas labiler, ist weiterhin feucht, wenn auch mit ppw um 35 mm weniger als an den Vortagen. Der hereinschwenkende Trog wird die Luft heben und im Südosten dann wieder Gewitter auslösen, Unwetter durch heftigen Starkregen nicht ausgeschlossen.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle springen hin und her. Dass die Globalmodelle die Gewitter nicht auflösen können, ist klar. Aber auch die Lokalmodelle haben damit ihre liebe Müh. Selbst die Assimilation klappt nicht.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jacqueline Kernn