Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 26.03.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
An den Alpen bis Freitag kräftige Schneefälle.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Aktuell ... wird der über Mitteleuropa nach Süden abgetropfte Höhentrog durch einen Höhenrücken über Westeuropa abgedrängt. Damit lässt die Zufuhr höhenkalter Luft nach und der steigende Bodendruck führt zum Aufbau einer Hochdruckbrücke über Deutschland.
Die damit verbundene Stabilisierung lässt die Schauer abends und in der ersten Nachthälfte rasch abklingen. Anfangs sind letzte Graupelschauer und vereinzelte Gewitter unterwegs. Im Bergland > 400 bis 600m mit einer gewissen Glättegefahr.
Die nordwestliche Strömung liefert an den Alpen eine gute Staukomponente, die damit verbundenen Schneefälle halten bis Freitag an und bringen in höheren Staulagen stellenweise bis 15 cm Neuschnee, sonst 1 bis 5, stellenweise an die 10 cm. Auch im Schwarzwald schneit es anfangs noch, hier aber in Hochlagen lediglich mit 1 bis 5 cm Schnee.
Ansonsten lockert die Bewölkung im Laufe der Nacht stärker auf, gebietsweise wird es gering bewölkt, wobei auffällt, dass ICON und UK10 wolkiger bleiben als IFS und GFS. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Temperaturen. Außer in Küstennähe dürften die Tiefstwerte aber oft im leichten, im Bergland über Schnee mäßigen Frostbereich landen. Dazu gibt es im Tiefland vereinzelt, sonst im Bergland etwas öfter Glätte durch gefrierende Nässe. Der Nordwestwind lässt abends mit dem Tagesgang und der sich aufbauenden Hochdruckbrücke rasch nach und letztlich sind im Laufe der Nacht auch an der Nordsee und im Bergland keine warnwürdigen Böen mehr zu finden.
Freitag ... verlagert sich der Höhenkeil nach Deutschland hinein, mit seiner Achse abends über dem Nordwesten. Auch am Boden kräftigt sich die Hochdruckbrücke noch. Unter schwachgradientigen und stabilen Verhältnissen wird in vielen Landesteilen ein freundlicher Tag mit längeren sonnigen Anteilen erwartet.
Unterhalb einer Absinkinversion bei 800 hPa bilden sich im Tagesverlauf Quellwolken, die an der Inversion zu Sc Feldern breitlaufen.
An den Alpen schneit es zunächst, wobei die Intensitäten am Vormittag schwächer werden, zum Nachmittag flöckelt es vielleicht noch etwas, akkumulieren tut sich aber kaum mehr was.
Vom Niederrhein bis ins Emsland werden mit Sonnenunterstützung zweistellige Maxima erwartet; sonst bleibt es oft bei einstelligen Temperaturen. In den Hochlagen der Berge gibt es Dauerfrost. Dazu ist es meist windschwach, nur an der Nordsee lebt der Wind im Tagesverlauf etwas auf. Grund ist das okkludierende Frontensystem eines Tiefs bei Island, dass über die Nordsee näherkommt.
In der Nacht auf Samstag schwenkt die Achse des Höhenkeils langsam über Deutschland südostwärts. Über Nordwesteuropa formiert sich ein neuer Trog, dessen Tief über dem Nordmeer liegt. Die okkludierenden Ausläufer greifen mit kompakter Bewölkung und Regen auf den Westen und Nordwesten über, etwa bis Eifel-Westmecklenburg.
Bei negativen Temperaturen in 850 hPa fällt in den westdeutschen Mittelgebirgen > 400/600m teils Schnee, und die Straßen können durch geringen Schnee oder Matsch (1-3 cm) glatt werden.
Von der Mitte bis in den Südosten bleibt es oft gering bewölkt oder klar. Dort wird es kalt mit Tiefstwerten von 0 bis -6 °C, über Schnee bis -8 °C und bodennah bis -11 °C.
Unter den dichten Wolken bleibt es frostfrei; vom Niederrhein bis zum Emsland kaum unter 5 °C.
Auf den Nordfriesischen Inseln kann es vorübergehend einzelne Windböen 7 Bft aus Südwest geben.
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Samstag ... weitet sich der Höhentrog über Frankreich nach Süden aus und kommt nur wenig nach Osten voran. Unter der südwestlichen Strömung geht den okkludierenden Tiefausläufern der Schub nach Osten verloren und sie kommen über Deutschland ins Schleifen.
In einem Streifen vom Südwesten (Baden, RLP) zur Ostsee steht ein trüber und nasskalter Tag an mit teils länger anhaltendem Regen, oberhalb von 400 bis 600m schneit es teilweise, tagsüber aber wohl nur in wenigen Hochlagen mit Glättegefahr.
Von Bayern bis zur Lausitz scheint meist noch die Sonne bei bis zu 13°C. Auch im Nordwesten lockert die Bewölkung wieder auf, allerdings mit einigen Schauern und vielleicht auch vereinzelten Gewittern an einer Schauerlinie (gute Scherung). Bei ganztägig trübem Himmel werden es teilweise nur um 5°C, im Nordwesten sind dann mit etwas Einstrahlung auch 10°C im Bereich des Möglichen.
Der Südwest- bis Westwind dreht mit Passage der Okklusion auf Nordwest, ohne dass dabei stärkere Böen eine Rolle spielen sollten.
Modellvergleich und -einschätzung
Während die grundsätzliche Entwicklung ziemlich klar ist, bereitet die Bewölkungsprognose den Modellen gewisse Schwierigkeiten. Entsprechend wird auch die Temperaturprognose (lt. Frost) unsicher.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 26.03.2026 um 10.30 UTC
Zunächst wechselhaft mit teils kräftigen Schneefällen an den Alpen. An den Küsten und im Bergland zu Beginn vorübergehend stürmischer Wind. Ab der Wochenmitte allmähliche Wetterberuhigung.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 02.04.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Sonntag erstreckt sich ein schmaler Höhentrog von Nordeuropa über Deutschland hinweg bis in den westlichen Mittelmeerraum. Durch einen vom nahen Nordostatlantik vorstoßenden Höhenrücken beginnt der südliche Teil abzutropfen. Das Trogresiduum schwenkt im Tagesverlauf allmählich ostwärts über uns hinweg. Im Bodendruckfeld kann sich ein nach Mitteleuropa reichender Keil des Azorenhochs weiter stärken. So schwächen sich die Niederschläge im Bereich eines über dem Osten und Süden liegenden Tiefausläufers weiter ab. Nachfolgend kann es im Trogbereich landesweit noch vereinzelt Schauer geben. Die Temperaturen bewegen sich meist im für Ende März normalen Bereich. Im höheren Bergland fällt Schnee.
Bereits in der Nacht zum Montag schwenkt ein weiterer Trog von der Nordsee kommend in Richtung Deutschland und weitet sich dort tagsüber weiter Richtung Süden aus. Er verlagert sich im weiteren Verlauf nur sehr langsam ostwärts und zeigt erneut Abtropftendenzen in Richtung westliches Mittelmeer. Dem Trog vorgelagert ist ein Frontensystem eines Tiefs bei Island. Es greift mit weiteren Niederschlägen in der Nacht von Nordwesten auf uns über und erreicht bis zum Nachmittag auch den Osten und Süden des Landes. Dabei gelangt mit einer nordwestlichen Strömung weiterhin Meereskaltluft zu uns, sodass in höheren Lagen auch Schnee fällt. Vor allem an den Alpen deutet sich durch die Staukomponente länger anhaltender Schneefall an, der bis in den Dienstag hinein anhält. Markante Neuschneemengen sind wahrscheinlich. Sonst kommt es noch zu einzelnen Schauern, mitunter auch kurzen Graupelgewittern. In Gewittern, aber auch generell an den Küsten und in Gipfellagen ist es zeitweise stürmisch.
Ab Mittwoch nimmt auf Basis des EZMW-Modells der Einfluss eines Höhenrückens zu, der sich von den Britischen Inseln und der Nordsee zunehmend auch in Richtung Mitteleuropa ausdehnt. Dadurch kann sich auch im Bodendruckfeld der Hochdruckeinfluss stärken und es bildet sich zum Donnerstag hin ein abgeschlossenes Hoch über Deutschland aus. So ist auch eine Warmfront, die am Mittwoch den Norden Deutschlands streift, nur wenig wetteraktiv. In der Mitte und im Süden sind noch vereinzelt Schauer möglich, der Einfluss des Troges bzw. mittlerweile Höhentiefs mit Zentrum über dem zentralen Mittelmeer lässt bei uns aber weiter nach. Entsprechend kommen auch die Schneefälle an den Alpen zum Erliegen. Am Donnerstag bleibt es schließlich überwiegend trocken. Das Hoch wandert mit seinem Schwerpunkt von Deutschland in Richtung Baltikum. Damit einher geht eine leichte Milderung und die Sonnenanteile werden von Südwesten allmählich größer.
Ein Blick in die erweiterte Mittelfrist in Richtung Osterfeiertage deutet mit dem heutigen 00 UTC Lauf eine nördliche Westlage an. Somit können zwar zeitweise Niederschläge übergreifen, dies aber in abgeschwächter Form. Die Temperatur bleibt auf ähnlichem Niveau.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis Dienstag kann die Konsistenz des EZMW-Modells als sehr gut bezeichnet werden. Nachfolgend lässt die Konsistenz nach und auch die Modellunterschiede nehmen zu. Während bei den gestrigen EZ-Läufen im Bereich eines Troges weitere Niederschläge auftreten sollten mit Hinweisen auf weitere kräftige Schneefälle an den Alpen, schwächen sich nun nach dem heutigen 00 UTC Lauf die Niederschläge durch den Höhenrücken ab der Nacht zum Mittwoch deutlich ab und nachfolgend bleibt es weitgehend trocken. Entsprechend unterschiedlich ist auch die Temperaturentwicklung. Nach den gestrigen Läufen lagen die Temperaturen in 850 hPa nahezu deutschlandweit unter 0 oder sogar unter minus 5 Grad. Nach dem heutigen Lauf erfolgt die erwähnte leichte Milderung zum Ende der Mittelfrist.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Modellunterschiede sind zunächst nur gering. So wird die Ausprägung des Troges am Montag leicht unterschiedlich gezeigt, sodass die Niederschlagsschwerpunkte und Mengen leicht variieren. Größer werden die Unterschiede ab Dienstag. Während bei EZ der Einfluss des Höhenrückens zunimmt, erfolgt bei den anderen Globalmodelle ein erneuter Trogvorstoß in Richtung Deutschland mit weiteren Niederschlägen. Entsprechend hält auch die Staulage an den Alpen länger an. Auf Basis von ICON, GFS und UK10 schneit es an den Alpen weiter, teils sogar bis in den Freitag hinein. Teilweise gibt es dabei nochmals Hinweise auf markante Mengen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Ähnlich zur Konsistenzbetrachtung zeigen die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland bis Dienstag einen sehr engen Verlauf der Temperatur in 850 hPa. Nachfolgend nimmt der Spread etwas zu, wobei insgesamt sowohl bei den Membern als auch beim Kontrolllauf ein leichter Anstieg zu verzeichnen ist. Beim Geopotential nimmt der Spread bereits ab Montag zu, was der angesprochenen unterschiedlichen Ausprägung des Troges geschuldet ist. Nachfolgend zeigt auch die Mehrheit der Member einen Anstieg. Für Stationen in Süddeutschland und an den Alpen erfolgt der Geopotentialanstieg allerdings nicht so kräftig. Zudem tauchen weiterhin Niederschlagssignale auf. Niederschlagsmengen, wie sie von ICON, GFS und UK10 gezeigt werden, werden nur von sehr wenigen Membern angedeutet, sind aber dennoch noch nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Diesbezüglich müssen also weitere Modellläufe abgewartet werden.
Die Clusteranalyse zeigt für den Zeitschritt von +72 bis 96 Stunden drei Cluster, wobei sich für Mitteleuropa keine signifikanten Unterschiede ergeben. Für den Zeitraum 120 h bis +168 h gibt es vier Cluster. Der Hauptlauf befindet sich in Cluster 1, in dem auch die meisten Member enthalten sind. Auch die anderen Cluster deuten auf einen Höhenrücken hin, dessen Achse mal etwas nördlicher, mal etwas südlicher verläuft. Eine Troglage, die der Lösung der anderen Globalmodelle ähnelt, ist nicht zu erkennen.
Insofern basiert die Vorhersage auch nach Auswertung der EPS Ergebnisse ab Mittwoch mehrheitlich auf dem EZMW-Modell.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Montag sind an den Küsten sowie im höheren Bergland Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Nordwest wahrscheinlich. Im Norden und Osten sind einzelne Graupelgewitter gering wahrscheinlich, teils in Verbindung mit stürmischen Böen Bft 8. An den Alpen kommen im Tagesverlauf Schneefälle auf, dabei sind teils bis in tiefe Lagen 10 bis 20, in einigen Staulagen um 30 cm Neuschnee bis Dienstagfrüh wahrscheinlich.
Am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch treten an den Alpen weitere Schneefälle auf. Nochmals markante Mengen in 24 Stunden sind aber nur gering wahrscheinlich. Die Entwicklung ist aber noch unsicher.
Am Mittwoch und Donnerstag sind voraussichtlich keine signifikanten Wettererscheinungen zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
Zunächst MOS-Mix, ab Mittwoch EZMW und MOS-EZMW, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger





