Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Montag, den 14.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Morgenabend von Nordwesten starke Gewitter, in der Nacht zum Mittwoch über der Nordhälfte ostwärts verlagernd.
Am Mittwoch unbeständig und vor allem im Südosten Gewittergefahr. An den Alpen ab dem Nachmittag Dauerregen wahrscheinlich. In den übrigen Landesteilen nur vereinzelt meist kurze Gewitter, insbesondere an der in den Südosten vorankommenden Kaltfront.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Aktuell ... liegt Deutschland unter einem Höhenrücken, dessen Achse sich im Verlauf der Nacht vom Nordwesten bis nach Mitteldeutschland und in den Südwesten verlagert und somit am Morgen diagonal über Deutschland verläuft. Dabei ist auch am Morgen in weiten Teilen des Landes hoher Luftdruck wetterbestimmend, das zugehörige Hoch XANTHOS liegt dann mit einem maximalen Druck von knapp über 1025 hPa über den Ostalpen. Die gradientschwache Gesamtlage im Süden und auch in Teilen der Mitte lässt dort neben nur wenigen Wolken auch nur schwache Luftbewegungen erwarten. Mithin präsentiert sich die Atmosphäre in den genannten Gebieten niedertroposphärisch mit einer recht stark ausgeprägten Nebelneigung, was gebietsweise Nebel, auch warnwürdig mit Sichtweiten unter 150 m, erwarten lässt. Dabei ist der Nebel der einzig zu erwartende Niederschlag, mit Regen ist nicht zu rechnen.
Über dem Nordwesten dagegen macht sich die Warmfront des Tiefdruckgebietes ZURI bemerkbar, welches von Island in Richtung Nordosten zieht. Am Okklusionspunkt bildet sich dabei ein Teiltief, das ausgangs der Nacht im Übergangsbereich von Nordsee zu Nordmeer aufschlägt und im Nordseeumfeld für ein leichtes Aufleben des südlichen bis südwestlichen Windes sorgt. Die o. e. Warmfront hat recht dichte Wolken im Gepäck, die anfangs nur den Nordwesten, ausgangs der Nacht aber weite Teile der Norddeutschen Tiefebene überdecken. Wolkenfrei präsentiert sich dann wohl nur noch ein mehr oder weniger breiter Streifen von Vorpommern bis zum Erzgebirge. Da das bis dato vorherrschende Absinken die Atmosphäre bis in ein Niveau von etwa 750 hPa hat abtrocknen lassen, handelt es sich bei der Bewölkung über dem Norden untypischer Weise vor allem um tiefes Gewölk. Dabei ist nicht gänzlich ausgeschlossen, dass aus dieser Bewölkung hier und da auch mal ein paar Tropfen herausgepresst werden. Die Wortwahl "ein paar Tropfen" kann dabei ruhig wörtlich genommen werden, über homöopathische Dosen hinaus wird es der Regen aufgrund mangelnder vertikaler Wolkenmächtigkeit nicht schaffen.
Die Temperatur geht dabei im Osten, wo es teils bis zum Morgen wolkenarm ist, lokal auf bis zu 5°C zurück, meist sind es dort aber 8 bis 6°C. Im Südosten und Nordosten sind es 10 bis 7°C, ansonsten 17 bis 10°C, am mildesten bleibt es voraussichtlich an der Grenze zu den Niederlanden.
Dienstag ... schwenkt die Achse des Höhenrückens nach Südosten über Deutschland hinweg, so dass unser Land im Tagesverlauf von Westen her in den Bereich einer südwestlichen Höhenströmung gerät, die zum Abend zunehmend zyklonale sowie leicht diffluente Tendenzen aufweist. Die Achse des nächsten Troges erreicht dabei schon England und die westliche Biskaya. Das Bodenhoch XANTHOS verabschiedet sich in den Südosten Europas, während sich das oben erwähnte Teiltief zunehmend zum steuernden Tief entwickelt und vor die südnorwegische Küste zieht. Es besitzt einen noch recht weit aufgespannten Warmsektor, so dass nach Abzug der Warmfront im Nordosten ganz Deutschland darin liegt. Die zugehörige Kaltfront erreicht erst am Abend die Nordsee, liegt aber zum Sonnenuntergang noch außerhalb Deutschlands.
Über den Nordwesten und Norden ziehen den ganzen Tag über immer wieder mehr oder weniger dichte Wolkenfelder, während es im Süden nach Auflösung der Nebelfelder im Laufe des Vormittages recht sonnig werden kann, was auch für große Teile der Mitte und des Ostens gelten sollte. Tagsüber zieren dann einige Quellwolken den Himmel. Wie groß die Sonnenanteile im Tagesverlauf wirklich sind hängt lokal von der Nebelauflösung und von besagten Quellwolken ab, die unterhalb der um 800 hPa liegenden Inversion breitlaufen. Aber der Wettercharakter wird so oder so ein freundlicher sein und mit Regen ist nicht zu rechnen.
Im Nordwesten und Norden gilt dies allerdings zum Abend hin nicht mehr. Unter nachlassendem Absinken bzw. am Nachmittag erneut einsetzender Hebung wird die Schichtung wieder labiler, zudem fließt feuchte Luft in der Grenzschicht ein (in der Spitze um 12 g/kg spezifische Feuchte). Damit kann sich regional durchaus über 500 J/kg CAPE aufbauen, eventuell kann es am Abend im Nordseeumfeld erste Schauer geben. Dies deuten zumindest GFS oder auch UK10 an, die deutsche Modellkette ist diesbezüglich aber zurückhaltender, ebenso wie z. B. IFS.
Zuletzt noch ein Wort zum Wind: Zwischen dem Tief im Nordwesten bzw. Norden und dem abziehenden Hoch verstärkt sich der Gradient nur wenig, so dass der südwestliche Wind insbesondere nach Südosten hin noch schwach bleibt. Im Nordwesten weht er dagegen tagsüber mäßig. Bezüglich der Temperaturen wird es bei 11 bis 16°C in 850 hPa noch einmal für alle sommerlich. Dies manifestiert sich in Höchstwerten zwischen 20°C auf Sylt und bis örtlich 31°C am südlichen Oberrhein.
Am Abend und in der Nacht zum Mittwoch zieht der Höhenrücken weiter ab und die Achse des Troges rückt näher heran. Damit gelangt nach und nach ein großer Teil Deutschlands auf die zyklonale Trogvorderseite mit entsprechender Hebung. Das Bodentief verlagert sich nach Mittelnorwegen und seine Kaltfront erreicht Deutschland, wobei diese bis zum Morgen schon auf eine Linie von Vorpommern bis zum Oberrhein vorankommt.
Spannend wird es ab den späteren Abendstunden, beginnend mit dem Vorfeld der Kaltfront und im weiteren Verlauf an der Front selbst, zuerst im Nordwesten des Landes, dann über der Nordhälfte weiter nach Osten verlagernd. Dort können in der sehr feuchten und labilen Luftmasse Gewitter ausgelöst werden, wobei knapp unter 30 m/s Scherung zwischen 0 und 6 km vorhanden sind. Bei wohl eher abgehobener Konvektion stehen diese zwar nicht vollständig zur Verfügung, dennoch simulieren die konvektionserlaubenden Modelle wie ICON-D2, aber auch SuperHD, einige Superzellen. Präferiert für die Superzellen wäre natürlich der Nordwesten, dort passt die Konvektionsauslöse zumindest halbwegs zum Tagesgang, mit der Verlagerung nach Osten steht dann natürlich immer weniger CAPE für eventuelle Gewitter zur Verfügung. Letztendlich kann es für einige Sturmböen reichen, wenngleich die Hinweise aus den Modellen noch spärlich sind. Dafür liefert ICON-D2-EPS aber durchaus Signale für markanten Starkregen (Wahrscheinlichkeit bis 40% für mehr als 15 l/qm in 1h und bis 50% für mehr als 20 l/qm in 6h) und auch kleinkörniger Hagel sollte auf dem Zettel stehen. Im Verlauf der Nacht sollte die Kaltfront die vorlaufende Konvektion allmählich einholen. An der Kaltfront, die auch unter PVA liegt, gibt es aber auch reichlich Hebung, so dass an dieser teils kräftiger (wenn auch nicht lang anhaltender) Regen fällt und weiterhin einzelne Gewitter auftreten können, weiterhin mit Starkregenpotential und kleinem Hagel wie auch eventuellen Sturmböen.
Im Südosten des Landes zwischen Alpen, Hochrhein und Neiße, ziehen immer wieder Wolken über den Himmel, es bleibt dort aber noch trocken. Der Wind dreht mit der Kaltfront von südlichen Richtungen auf West bis Nordwest. Die nächtlichen Minima liegen überall im milden Bereich zwischen 16 und 9°C mit den tiefsten Werten im Südosten. Nebel ist wegen des insgesamt lebhafteren Windes kein so großes Thema mehr sein wie in der vorangegangenen Nacht. Gänzlich ausschließen kann man ihn im Südosten aber nicht, und auch im Westen und Nordwesten nicht, wo sich zumindest in geschützten Lagen flache Nebelfelder bilden können.
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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Mittwoch ... und in der Nacht zum Donnerstag wandert das Tief nach Nordskandinavien, der Langwellentrog überquert uns von Nordwest nach Südost und die vorlaufende Kaltfront erreicht schon am Abend den Südosten und wird in der Nacht zum Donnerstag endgültig aus Deutschland herausgedrängt. Dabei kann sie im Stau der Alpen durchaus für Dauerregen sorgen, je nach Modell ab dem Nachmittag einsetzend und am östlichen Alpenrand bis in die zweite Nachthälfte anhaltend. Laut ICON oder IFS wäre es mit einer markanten Warnung (bis 40 l/qm in 12 Stunden) getan, UK10 oder auch IFS sehen in 12 Stunden durchaus Mengen von mehr als 50 l/qm, was dann rein formal eine Unwetterwarnung nach sich ziehen müsste. Da zudem auch die Schneefallgrenze unter 2500 m fällt, dürften die höchsten Gipfel Deutschlands weiß werden.
Auch bei der Verlagerung der Kaltfront nach Südosten kommt es zu Regenfällen, die weiterhin konvektiv verstärkt sind und auch mal kurze Gewitter mit Starkregen hervorbringen können. Nicht ganz ausgeschlossen ist auch, dass es im Vorfeld im Südosten noch einmal stärker einstrahlt, so dass sich dort etwas mehr CAPE (vielleicht bis um die 500 J/kg) aufbauen kann, welches dann in Verbindung mit kräftiger hochreichender Scherung noch einmal zu kräftigeren Gewittern führen kann.
Da nach Abzug der Front im Süden der Druck steigt, über dem Nordatlantik aber gleichzeitig ein neues Tief für Druckfall sorgt, zieht der Gradient allmählich etwas an. Ausgangs der Nacht sind dann an den Küsten einzelne Böen Bft 7 nicht mehr gänzlich auszuschließen. AM Tage steigen die Temperaturen am Inn bei kräftiger Einstrahlung bis 26°C, an der Nordsee sind es teils nur 18°C. Nachts bewegen sich die Minima zwischen 12 und 5°C.
Mehr Details finden sich in der Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle zeigen eine sehr ähnliche synoptische Entwicklung. Spannend bleibt der genaue Ablauf im Norden in der Nacht zum Mittwoch. Aber auch der Mittwochnachmittag im Südosten könnte Überraschungen bereithalten, wo einerseits die Intensität möglicher Gewitter noch unsicher ist (ICON-D2 oder auch SuperHD denken durchaus an Unwetterpotential), aber auch die Dauerregenlage an den Alpen noch einen gewissen Spannungsbogen bietet. Abgesehen von der Schwere der Ausprägung erscheint die Dauerregenlage an sich aus aktueller Sicht aber schon in trockenen Tüchern zu sein.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Montag, den 14.09.2026 um 10.30 UTC
Anfangs wechselhaft, in der Folge von Südwesten Wetterberuhigung. Kaum nennenswerte Niederschlagsmengen zur Linderung der Trockenheit. Mäßig warm, im Südwesten zunehmend spätsommerlich warm. Küsten böiger Westwind.
Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 21.09.2026
Die anstehende Mittelfrist kann insgesamt als leicht wechselhaft zusammengefasst werden, mit einer allmählichen Beruhigung von Südwesten.
Bevor wir auf unsere Mittelfrist schauen, betrachten wir kurz die Ausgangslage. Dieser etwas technischere Teil der Mittelfrist kann gerne bis zur AKTUELLEN MITTELFRIST übersprungen werden.
Aktuell findet beim Blick auf die Nordhemisphäre ein Schwung Energieeintrag in die Troposphäre statt. Dies wird ersichtlich beim Blick auf die in 60 Grad Nord gemittelten Zonalwinde in 150 hPa, die vom Median nun teils bis zum 90-iger Perzentil der Hintergrundklimatologie vorstoßen. Es findet gleichzeitig aber auch ein Eintrag von Energie aus dem tropischen Sektor statt, wahrscheinlich durch die positive ENSO forciert. Das äußert sich in der Breitengradverteilung mit in subtropische Bereiche vorstoßende positive u-Anomalien in 200 hPa. Die Vermutung der Einflussnahme des El Nino wird auch durch die 200 hPa Windanomalien bestätigt, die sich in Form positiver Anomalien ausgehend vom kräftigen aufsteigenden Ast der Walker Zirkulation ostwärts über die Karibik in Richtung Marokko/Algerien ausweiten.
Diese klassische "double jet" Konfiguration sorgt dazwischen für ein breites Band mit einem Windminimum, was sich vom Süden der USA bis zum zentralen Nordatlantik erstreckt und grundsätzlich günstig für die Ausbildung blockierender Antizyklone ist. Diese sind bereits vorhanden und weisen bis zum Beginn dieser Mittelfrist rekordverdächtige Geopotentialanomalien über dem Südosten der USA und nördlich der Azoren auf. Diese Konfiguration, mit einem deutlichen Minium der 200 hPa Zonalwinde, verschiebt sich im Verlauf dieser Mittelfrist nach Südwesteuropa und hebt dort neben abnehmendem Geschwindigkeitspotenzial (divergente Komponente des horiz. Windes) die zunehmend günstigen Hintergrundbedingungen für eine Blockierungslage über Südwest-/Westeuropa hervor.
Den sehr kräftigen subtropischen Antizyklonen im Nordatlantik steht tiefes Geopotenzial über Grönland und Ostkanada/Neufundland gegenüber, ausgelöst durch eine temporäre Südverlagerung des Polarwirbels in der Troposphäre in Richtung Grönland. Dessen Intensität ist zwar nicht rekordverdächtig, weist aber doch niedrige Perzentilwerte beim 500 hPa Geopotenzial auf.
Die aus dieser Konstellation hervorgehende imposante Frontalzone wird zum Beginn dieser Mittelfrist als ein zonal ausgerichteter, ostwärts ausgedehnter Höhenjet mit hohen u-Wind-Anomalien innerhalb der Numerik gezeigt, der in der Folge bei beginnendem Rossby-Wellenbrechen über Europa im supergeostrophischen Part auf über 150 kt in 300 hPa angefacht wird. Neben der dynamischen Komponente wird weiterhin eine sehr feucht-labile Luftmasse vom östlichen Pazifik/tropischen Atlantik in diese Frontalzone gesteuert, wobei hierfür eine "Rex Blockierung" über dem nordöstlichen Pazifik verantwortlich war/ist (die den Subtropenjet weiter anfachte). Diese Blockierung schwächt sich nun aber ab.
Die genannte Dynamik zum Beginn dieser Mittelfrist gipfelt in ein ausgeprägtes antizyklonales Wellenbrechen über Europa, wobei dieses noch bezüglich der Platzierung größere Unsicherheiten aufweist. Nach EZ verschiebt sich die Wahrscheinlichkeit für einen umfangreichen Abtropfprozess sukzessive nach Osteuropa, bevor in der Folge bei noch unveränderten Hintergrundbedingungen erneut eine dynamische Westströmung initiiert werden könnte. Die Unsicherheiten des Brechens werden im IFS-ENS auch noch mit umfangreichen und sehr hohen Anomalienwerten bei der (normalisierten) Standardabweichung des 500 hPa Geopotenzials hervorgehoben.
Diese Entwicklung deutet im Übergangsbereich zu erweiterten Mittelfrist besonders für Spanien eine neue Hitzewelle an, wobei dies im subsaisonalen Bereich mit 2m Temperaturabweichungen des Wochenmittels hervorgehoben wird, die am oberen Ende der Klimatologie liegen.
Interessant wird auch zu verfolgen sein, ob die in den Saisonalvorhersagen (SEAS5 und C3S) weiterhin anvisierten positiven Druck- und Geopotenzialanomalien über Skandinavien (im häufigen Einklang mit diesem ENSO Ablauf stehend) zum Oktober in der Tat umgesetzt werden können, oder ob die rekordverdächtige Dynamik des El Nino andere Pläne hat.
AKTUELLE MITTELFRIST:
Wie gestaltet sich nun die Mittelfrist vom Donnerstag, den 17. September bis zum Montag, den 21. September?
Am Donnerstag liegen wir im Einflussbereich eines umfangreichen Langwellentroges, dessen Zentrum sich über dem Europäischen Nordmeer / Skandinavien befindet. Wir verbleiben in einer wechselhaften westlichen Grundströmung.
Dabei hat uns das Frontensystem einer teilokkludierten Kaltfront ostwärts verlassen und unter schwachem Hochdruckeinfluss beruhigt sich das Wetter. Somit klingen am östlichen Alpenrand letzte Regenfälle zögernd ab und in der Folge lockert die anfangs dichte Bewölkung immer weiter auf. Bereits ab der Mittagszeit nähert sich von Nordwesten bereits das nächste Frontensystem mit dichter Bewölkung und nachfolgend etwas Regen, der sich in der Nacht zum Freitag bis zur Mitte voran arbeitet.
Am Freitag sorgen diese zögernd ostwärts driftende Front und eine Trogpassage über Norddeutschland für insgesamt wechselhaftes Wetter, ohne jedoch nennenswerte Niederschlagsmengen zu erzeugen (Ausnahme peripher der zu warmen Deutschen Bucht, wo IFS 24std. Mengen um 20 l/qm andeutet). Die kräftigsten Schauer betreffen Norddeutschland, während sonst nur einzelne schwache Schauer durchziehen. Dazwischen bleibt es auch längere Zeit trocken und freundlich.
Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag verbleiben wir in einer westlichen Grundströmung, in der eine Welle eingebettet über Dänemark ostwärts zieht. Eine daran gekoppelte Kaltfront wird sukzessive südostwärts über Deutschland geführt.
Somit gestaltet sich der Tag im Norden/Westen meist wolkenverhangen mit nur kurzen Auflockerungen, während diese im Süden/Osten umfangreicher ausfallen. Es treten besonders im Norden/Nordwesten zahlreiche Schauer auf, sonst bleibt es (abgesehen von einzelnen schwachen Schauern) meist trocken. Anders sieht es in der Nacht zum Sonntag aus, wo auch im Süden mit Durchschwenken der Front schwache Niederschläge zu erwarten sind, nur im Alpenvorland bleibt es trocken.
Zum Sonntag und Montag weitet sich ein umfangreicher Keil über Südwesteuropa sukzessive ostwärts aus. An dessen Ostflanke gelegen erwarten uns weitere Frontpassage, die jedoch unter steigendem Geopotenzial sehr inaktiv ablaufen und nur regional etwas Nass bringen. Im Südwesten bleibt es freundlich oder sonnig und trocken.
Die Höchstwerte liegen meist im mäßig-warmen Bereich zwischen 17 und 23 Grad (abhängig vom Sonnenanteil), wobei es in Richtung Oberrheingraben ab Samstag auch wieder sommerliche Werte um 25 Grad geben sollte.
Die Minima liegen zwischen 13 und 7 Grad, gehen zum Ende der Mittelfrist aber insgesamt etwas zurück.
Entlang der Frontalzone weht der Wind aus Südwest bis West besonders im Küstenumfeld sowie im exponierten Bergland durchweg böig, zeitweise auch stürmisch. Einzelne stärkere Windmaxima sind je nach Trogpassage nicht ausgeschlossen (Bft 9, Brocken auch mal Bft 10). Im Binnenland kommt dieser ohne Warnrelevanz dem Tagesgang folgend meist mäßig bis frisch, im Süden schwach bis mäßig daher.
In der erweiterten Mittelfrist gelangen wir immer mehr unter den umfangreichen Keil, sodass meist ruhiges und besonders im Süden auch sonniges Spätsommerwetter zu erwarten ist (mit regionaler Nebelproblematik). Im Norden bringen wiederholte Frontpassagen zeitweise etwas Nass, ohne jedoch nennenswerte Mengen zu erzeugen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Mittelfrist beginnt in den jüngsten Modellläufen des EZ sehr homogen und weist keine nennenswerten Diskrepanzen auf.
Dies ändert sich sukzessive im Verlauf der Mittelfrist, dank der zonalen/progressive Hintergrundströmung mit effektivem Fehlerwachstum. Diese Unsicherheiten betreffen nicht das synoptisch-skalige Druckmuster, sondern werden erst mit der Zeit bei der zeitlich und räumlich versetzten Passage von Trögen/Keilen immer deutlicher. Spannend ist dabei, dass sich die Läufe von vorgestern 12Z und gestern 12Z sehr ähnelten, während der gestrige 00Z Lauf mit einer recht eigenständigen Entwicklung daherkam (z.B. am kommenden Sonntag statt zyklonal West mit einem umfangreichen Trog Mitteleuropa). Das Fehlerwachstum ist bis nach Kanada zurückzuführen, wo eine Welle im 00Z Lauf zu schwach erfasst wurde.
Da auch der jüngste 00Z Lauf vom 14. September den beiden 12Z Vorläufen ähnelt, wird der gestrige 00Z Lauf als Außenseiterlösung angesehen. Dennoch bleiben auch bei diesen Läufen mit der Zeit nennenswerte Phasenverschiebungen beim Trog-Keilmuster bestehen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Aussagen von der EZ Konsistenz behalten auch beim Abgleich der internationalen Modelle ihre Gültigkeit. Nach anfänglicher Harmonie driften die Modelle zum kommenden Wochenende rasch auseinander, sodass z.B. am kommenden Sonntag GFS den Hochdruckkeil bereits bis auf weite Bereiche Deutschlands ausgedehnt hat, während IFS einen Trog über Deutschland platziert. Das Aufschaukeln der Unsicherheiten ist bei solch einer progressiven Hintergrundströmung allerdings nichts Ungewöhnliches.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt wenig überraschend mit dem Regime "positive NAO" in 3 Clustern mit einer Trogpassage, sodass in Deutschland wechselhaftes Wetter zu erwarten ist. Geringe Unterschiede bei der Amplitude des Troges sind vorhanden und können von Interesse sein, inwieweit eine Leezyklone südlich der Alpen induziert wird.
Von Freitag bis Sonntag sind 6 Cluster vorhanden, deren Regime von "NAO +" zu "Atlantikrücken/Blockierung" wechselt. Dies ist der Beginn des über Europa einsetzenden, markanten Wellenbrechens in für Blockierungslagen günstiger Umgebung (über Südwesteuropa). Dass dieser dynamische Prozess mit hohen Unsicherheiten einhergeht verwundert nicht, was sich vor allem durch die variable Geometrie des Keils äußert. Der im ersten Cluster zu findende Kontrolllauf hebt ein recht scharfes Wellenbrechen mit einem Abtropfprozess über Osteuropa hervor, während andere die Strömung insgesamt glatter/zonaler sehen. Grundsätzlich deuten aber alle bei uns einen zunehmenden Einfluss der Antizyklone an, sodass Fronten (wenn überhaupt) nur noch abgeschwächt auf Deutschland übergreifen können.
Zum Ende der Mittelfrist (Montag) bis in die erweiterte Mittelfrist (Dienstag/Mittwoch) baut sich bei 4 Clustern über Westeuropa eine intensive/umfangreiche blockierende Antizyklone auf. Gleichzeitig entwickelt sich auch im Bereich des Urals eine positive Geopotenzialanomalie. Besonders Cluster 1,2 und 4 versuchen eine Brückenbildung zwischen beiden positiven Anomalien, während der dritte Cluster dies nicht anvisiert. Deutschland verbleibt beim Großteil der Cluster in einer Keilrandlage, während der am schwächsten besetzte vierte Cluster einen für Mittel-/Südosteuropa recht regenträchtigen Abtropfprozess andeutet.
Die Unsicherheiten nehmen in der Folge weiter zu.
Die Meteogramme unterstützen die Erwartung einer leicht wechselhaften und meist nur mäßig warmen Mittelfrist, ohne dass es beim Wind/Regen irgendwelche nennenswerten Spitzen/Anomalien gibt.
Die (noch veralterten) Rauchfahnen beginnen beim Geopotenzial in 500 hPa und bei der Temperatur in 850 hPa gut gebündelt mit einem schön eingebetteten Kontrolllauf in die Memberschar, bevor zum Ende der Mittelfrist das anvisierte Brechen der Rossby-Welle für ein chaotisches Auseinanderdriften der Member sorgt.
GFS/GEFS sehen die Entwicklung bis zum Ende dieser Mittelfrist recht ähnlich, allerdings mit dann rasch zunehmenden Diskrepanzen im Übergangsbereich zur erweiterte Mittelfrist.
AIFS/GCGFS gehen in der Mittelfrist soweit konform, deuten in der Folge aber ein deutlich westlicheres Brechen der Rossby-Welle an, was uns mehr in den zyklonalen Bereich bringen würde.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die Mittelfrist verläuft meist ruhig. Einzig der Wind aus Südwest bis West frischt im Umfeld der Küsten und im exponierten Bergland zeitweise stark böig/stürmisch auf (Bft 7/8). Eine regionale Verschärfung der Windlage kann je nach Passage der Tröge an den Küsten und auf dem Brocken nicht ausgeschlossen werden (Bft 9, Brocken auch mal die Bft 10).
Basis für Mittelfristvorhersage
GEFS, IFS-ENS, MOSMIX, IFS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





