Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 01.10.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von Sa zu BM
Heute in der Westhälfte Regenfälle, örtlich Starkregen und einzelne Gewitter. Unwetter-Regenmengen nicht ganz ausgeschlossen.
Am Freitag anfangs im Allgäu und im Süden Württembergs noch Starkregen möglich, sonst bis einschließlich Samstag meist keine markanten Warnungen erforderlich. In den Nächten gebietsweise dichter Nebel.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... Heute starten wir in den Oktober und tatsächlich wird es zumindest vorübergehend herbstlicher mit mehr Regen. Zwar entfernt sich das mittlerweile schwächelnde Tief bei Island (EVA, Mittagskerndruck "nur noch" bei 970 hPa) immer weiter von uns, indem es die Dänemarkstraße ansteuert. Gleichwohl, die zugehörige Kaltfront kommt trotz ihrer Neigung zum Schleifen weiter ostwärts voran. Gepusht wird sie vor allem von einem Randtrog, der sich aus dem Haupttrog löst und nach Nordostfrankreich schwenkt (18 UTC).
Kurzum, die "Schönwetterzone" mit Sonne und Wärme wird langsam weiter nach Osten gedrückt. So bleibt man von Vorpommern bis Südostbayern noch weitgehend unbeeindruckt von den Geschehnissen weiter westlich (abgesehen von den üblichen präfrontalen hohen und teils mittelhohen Wolken) bei Tageshöchstwerten zwischen 21 und 27°C. Nach Westen hin nimmt die Bewölkung aber immer weiter zu und es kommt gebietsweise zu durchaus veritablen, teils schauerartig verstärkten und von einzelnen Gewittern durchsetzten Regenfällen. Dabei bieten die Modelle teils unterschiedliche Intensitätsmaxima an, was z.B. an den konvektiven Verstärkungen, teils durch Gewitter, liegt. Diese möglichen Starkregen-Ereignisse sollten im Nowcasting gewarnt werden (1 bis 6 Stunden).
Die Chancen auf (erwünschten) kräftigeren Regen sind nunmehr größer: Meist liegen die simulierten Mengen zwischen 3 und 15 l/qm, örtlich zwischen 15 und 25 l/m² innerhalb von 12 Stunden. Vereinzelt stehen sogar über 30 l/qm auf der Karte. Damit wird natürlich die vor allem nach Südwesten hin teils katastrophal defizitäre Niederschlagsbilanz nicht wirklich verbessert. Zwar ist die Luft im Frontbereich nur leicht labil (Cape-ML nur 50 bis 150 J/Kg), gleichwohl sind vor allem am warmen Rand des Regengebietes einzelne Gewitter mit Starkregen ebenso möglich wie eingelagerte ungewittrige Starkregenschauer. Die Temperatur kommt im Westen nur noch auf Werte um 20°C, was für Anfang Oktober immer noch sehr mild ist.
In der Nacht zum Freitag zieht der Kurzwellentrog unter Abschwächung über West- und Norddeutschland hinweg nordostwärts zur westlichen Ostsee und entsprechend verlagern sich die frontalen und konvektiv durchsetzen Regenfälle noch etwas weiter nach Osten, kommen aber nicht bis in die Region von Ostsachsen bis nach Vorpommern sowie Ostbayern voran, da das osteuropäische Hoch weiterhin hochreichend ist und blockierend wirkt. Die Modelle simulieren allesamt eine Abschwächung der Regenfälle in der 2. Nachthälfte (Ursache ist KLA, die über die Front hinwegläuft und außerdem gerät sie auf die Rückseite des Troges). Lediglich ICON-D2 zeigt im Raum Allgäu weitere Starkregenfälle über 20 l/qm, punktuell über 35 l/qm (Unwetter).
Ungeachtet dessen nehmen die Hinweise zu, dass es ganz im Westen nicht nur abtrocknet, sondern zudem auch auflockert. Fakt ist, dass der Spread der nächtlichen Tiefsttemperatur gegenüber den Vornächten abnimmt. So werden in weiten Landesteilen 16 bis 10°C erwartet, lediglich in den westlichen Mittelgebirgen (bei Aufklaren) sowie ganz im Osten und Südosten sind noch einstellige Werte denkbar. Im Westen bildet sich gebietsweise Nebel.
Freitag... Der Kurzwellentrog schwenkt unter Abschwächung von Ostdeutschland zur zentralen Ostsee. Es bleibt aber am Rande des nach Tschechien gerichteten, vom westlichen Mittelmeer ausgehendem Höhenkeil eine südwestliche Höhenströmung übrig, so dass die Front über dem Südosten Deutschlands schleift, sich aber weitgehend auflöst. Im Osten Deutschlands geht sie dagegen spätestens bis zum Abend durch, schwächt sich aber ebenfalls ab, da der Trog über die Front hinwegläuft. Damit kommt ganz im Osten kein nennenswerter Niederschlag mehr zusammen. Ansonsten gibt es von der Ostsee bis nach Bayern örtlich 0,5 bis 5, ganz im Süden vereinzelt über 10 l/qm (südwestliches Bayern). Im Westen ist es bereits unter dem Einfluss des neuen Hochs, das sich zum Nordrand der Mittelgebirge verlagert, meist trocken und gebietsweise sogar heiter. Die Luft, die postfrontal eingeströmt ist, ist deutlich frischer mit 850-hPa-Temepraturen zwischen 11 Grad im Südosten und 6 Grad im Emsland und so liegen die Höchstwerte nur noch zwischen 19 Grad an der See sowie im mittleren Bergland und 23 Grad im unterfränkischen Maintal. Bei trübem Wetter kann es im Allgäu mit 17 Grad auch recht frisch bleiben.
Der Wind weht schwach, vereinzelt mäßig und kommt im Nordosten aus West bis Nordwest, sonst aus Nordost oder unterschiedlichen Richtungen.
In der Nacht zum Samstag gibt es im Südosten noch kompakte Restwolken, während sonst der Himmel teils gering bewölkt ist. In der neuen Luftmasse wird es deutlich frischer als in den Nächten zuvor: Die Tiefstwerte liegen zwischen Werten um 12 Grad an der See und 5 Grad im Münsterland sowie örtlich in den westlichen Mittelgebirgstälern. In der maritim geprägten Luft ist diesmal Nebel ein größeres Thema: Nebelschwerpunkte sind das Norddeutsche Tiefland bis hin zum Rheinland, der nördliche und zentrale Mittelgebirgsraum sowie Niederbayern (Mos).
Samstag... Nordwestlich des vom westlichen Mittelmeer bis zum nahen Osteuropa reichenden Höhenkeiles herrscht bei uns weiterhin eine schwache südwestliche Höhenströmung. Am Boden reicht eine Hochdruckbrücke vom rumänischen Hoch über Mitteleuropa bis hin zum Hoch weit westlich der Biskaya. In der Höhe schwenkt vom Raum Irland ein Kurzwellentrog bis zum Abend zur westlichen Nordsee und bis Sonntagfrüh nach Nordwestdeutschland. Auf seiner Vorderseite befindet sich die teilokkludierte Kaltfront eines Tiefs über der Norwegischen See. Dieser Tiefausläufer greift aber bis zum Abend noch nicht auf den Nordwesten über. Im Bereich von Frontresten erwartet uns wechselnde Bewölkung mit lokalen Aufheiterungen und nur vereinzelt fallen ein Paar Regentropfen (am ehesten von IFS gezeigt). Den meisten Sonnenschein soll es nach Mos im Südosten Bayerns und im westlichen NRW geben mit mehr als 50 Prozent relativer Sonnenscheindauer. Bei 850-hPa-Temperaturen zwischen 12 Grad in Südostbayern und 5 Grad örtlich im Norden erreichen die Maximumtemperaturen Werte zwischen 19 Grad an der See und 24 Grad in Baden.
Der Wind lebt im Nordwesten etwas auf und kommt dort aus Südwest. Sonst bleibt er meist nur schwach und kommt aus Süd bis Ost.
In der Nacht zum Sonntag greift die schwache, oben erwähnte Kaltfront auf den Nordwesten über und sorgt für einzelne Schauer. Auch weiter südöstlich wird durch die Trogvorderseite die Luft leicht gehoben, so dass aus der Restbewölkung etwas Regen fallen kann (vor allem in der Mitte und im Osten.) Gebietsweis bildet sich teils dichter Nebel, wahrscheinlich am ehesten vom Norddeutschen Tiefland bis zum Rheinland, in Mittelgebirgstälern und vom nördlichen Baden-Württemberg bis nach Niederbayern. Es kühlt auf 12 bis 6 Grad ab bei windschwachen Verhältnissen (außer Nordseeküstenbereich).
Modellvergleich und -einschätzung
Die Starkregenwahrscheinlichkeiten steigen heute von Südwesten her erst am Nachmittag merklich an nach ICON-D2-EPS: Die höchsten Wahrscheinlichkeiten zwischen 20 und 40 Prozent gibt es von der Pfalz über den Westerwald und das östliche NRW bis zum westlichen Schleswig-Holstein (6stündig, für mehr als 20 l/qm). In diesem Bereich ist sogar heftiger Starkregen nicht ganz ausgeschlossen. In der 1. Nachthälfte verlagert sich der Streifen etwas nach Osten (etwa ein Streifen von Baden über Hessen und Ostwestfalen bis nach Schleswig-Holstein und zusätzlich das Allgäu sind betroffen) und in der 2. Nachthälfte schwächt sich der Starkregen deutlich ab. Lediglich im Allgäu und im südlichen Württemberg ist die Starkregengefahr noch evident. Hier könnten noch bis Freitagvormittag Starkregenwarnungen nötig sein.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 01.10.2026 um 10.30 UTC
Nach einem recht stabilen Beginn gestaltet sich das Wetter ab der Wochenmitte wechselhafter. Mild bis ungewöhnlich mild. Küsten zeitweise böiger Westwind und Nächte zunehmende Nebelbildung.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 08.10.2026
Die Mittelfrist beginnt noch im Zeichen des alten Strömungsmusters unter einem eher blockierenden Einfluss, bevor sich in der Folge aber ein eher zonal ausgerichtetes/progressives Strömungsmuster auch bei uns in Form einer wechselhafteren Witterung im Bereich der erweiterten Mittelfrist auswirken sollten. Eine nun folgende kurze Aktualisierung der dynamischen Parameter kann gerne bis zum Absatz "AKTUELLE MITTELFRIST" übersprungen werden.
Dem seit Mitte September zu beobachtenden markanten Anstieg der globalen atmosphärischen Impulsbilanz folgte dank eines ausgeprägten negativen Gebirgsmoments (über Ostasien) seit Ende September ein starker Rückgang auf allerdings weiterhin (El Nino forcierte) hohe Standardwerte. Da die Tendenz dieses Parameters von Interesse ist, wechseln wir also von einem hohen Energieeintrag (stärker wellender Jet mit höheren Wahrscheinlichkeiten für Blockierungslagen) hin zu einem niedrigeren, was grundsätzlich eine zonale Ausrichtung des Jets fördert. Übrigens hatte der Energieeintrag zur Monatsmitte (September) dank des Gebirgsmoments für eine agile vertikale Rossbywellenausbreitung gesorgt, was u.a. für eine temporäre Abschwächung des Polarwirbels in der Stratosphäre unter den Medianwert gut war mit einer nun stattfinden kompletten Umkehr hin zu überdurchschnittlichen Werten (dank Vorzeichenänderung des Gebirgsmoments). All das lässt die zonal gemittelten Zonalwinde in 60 Grad Nord/100 hPa (in den Vorhersagen) teils bis in den Rekordbereich hochschnellen. Unter dem Strich stehen die Zeichen also auf eine zonale Jetausrichtung mit ansteigenden Zonalwindgeschwindigkeiten, was besonders für den ostasiatischen/pazifischen und nordatlantischen Sektor zutrifft (v.a. dank eines sich über Kanada etablierenden kräftigen Polarwirbels in der Troposphäre).
Dieser Entwicklung steht aber ein kräftiger Subtropenjet gegenüber (innerhalb der Wellenflussanalyse vom Ostpazifik bzw. dem aufsteigenden Ast der anormal kräftigen Walkerzirkulation ausgehend), was über dem Nordatlantik für eine duale Jetkonfiguration sorgt. Diese grundsätzlich blockierungsfreudige Ausgangslage könnte über dem Nordatlantik für Blockierungen sorgen, wenngleich hier die Numerik sehr stark streut, wann bzw. wo etwas Blockierendes initiiert wird (u.a. auch vom Energietransfer stromauf und ggf. einsetzendem Rossbywellenbrechen abhängig). Insofern verwundert eine rasch zunehmende Unsicherheit im Bereich der erweiterten Mittelfrist nicht.
Es deutet sich aber mit großer Streubreite eine positive PNA Entwicklung an, was stromab für eine Verwellung über dem Nordatlantik gut sein dürfte (Initiator für Rossbywellenbrechen / dualer Jet). Europa würde mit Blick auf Niederschläge bei einer recht nördlichen Lage der Frontalzone somit eher auf Abtropfvorgänge hoffen müssen, die nach Europa gerichtet sind und den Fokus für Niederschlagsbildung darstellen. Dieser Kampf innerhalb der Numerik (Blockierung versus Zonalisierung) zeigt sich auch in einer recht diffusen Verteilung der Wahrscheinlichkeitsvorhersagen der zu erwartenden Wetterregime, allerdings insgesamt mit einem Überhang der Blockierung (nach dem aktuell vorhandenen gestrigen Lauf).
Unter dem Strich sehen die Chancen für etwas mehr Nass zur Monatsmitte im Vergleich zu den letzten Monaten solider aus, was besonders für den Westen und Norden der Republik gilt, doch vor allem wenn es auf Abtropfvorgänge hinausläuft muss der Niederschlagsvorhersage eine hohe Unsicherheit bescheinigt werden. Zudem stützt die nördliche Lage der Frontalzone eher antizyklone Verhältnisse über Mitteuropa, deren Schwerpunkte aber durch optionale Abtropfprozesse maßgeblich beeinflusst werden.
Die aktuelle Subsaisonalvorhersage des EZ fällt durchweg neutral/trocken aus, während es bei einer lag +10 Tagesvorhersage des aktuellen MJO/ENSO und GWO (Globale Windoszillation) Komposits zum Beginn der zweiten Monatsdekade wenigstens vorübergehend über Mitteleuropa nasser werden würde.
AKTUELLE MITTELFIRIST:
Wie sieht nun aber das Wetter für die kommende Mittelfrist aus, was den Zeitraum vom Sonntag, den 04. Oktober bis zum Donnerstag, den 08. Oktober 2026 abdeckt?
Am Sonntag erstreckt sich ein zonal ausgerichteter Keil nach Mitteleuropa, wobei Deutschland an dessen Ostflanke verweilt. Dadurch wird eine teilokkludierte Kaltfront zögernd ostwärts gedrückt, die vor allem den Norden, Osten und den Alpenrand mit vielen Wolken und etwas Nass beglückt. Im Westen und über der Mitte starten wir häufig neblig-trüb in den Tag und wenngleich die Numerik aktuell eine rasche Nebelauflösung andeutet, so bestehen daran wenigstens regional doch berechtige Zweifel, dank des üppigen Feuchteeintrags. Zum Mittag sollten aber die letzten Nebelfelder getilgt sein und dann erwartet uns im Westen ein freundlicher, streckenweise auch sonniger Tag. Im Rest des Landes schwächen sich die Schauer im Tagesverlauf ebenfalls immer weiter ab und die dichte Wolkendecke lockert weiter auf.
Zum Montag steigt bei uns das Geopotenzial in einer zonalen Hintergrundströmung weiter ab, sodass besonders entlang der zentralen Mittelgebirge und südlich davon Hochdruckeinfluss dominiert. Das bedeutet nach der Auflösung letzter Nebelfelder aus der Nacht heraus (besonders in Bayern teils zäh bis zum Mittag haltend) besonders nach Südwesten meist sonnig, bei trockenen Verhältnissen. Dem Norden bringt eine wetterinaktive und Norddeutschland streifende Warmfrontpassage dichte Wolkenfelder, aus denen es besonders im Umfeld der Deutschen Bucht und Ostsee zeitweise leicht regnen kann.
Und an dieser Wetterzweiteilung ändert sich auch zum Dienstag wenig, außer, dass die Höhenströmung mehr auf "Südwest zyklonal" kippt, dank sinkendem Geopotenzial vor Westeuropa. Bedeutet am Vormittag im Süden noch teils dichter Nebel und im Norden ausgedehnte Wolkenfelder. Beides löst sich im Vormittagsverlauf auf bzw. zieht zur Ostsee ab und in der Folge erwartet uns über der Mitte und dem Süden ein freundlicher, teils auch sonniger Dienstag. Nach EZ könnte auch in Norddeutschland zum Nachmittag die Sonne scheinen (abgesehen der Küstenabschnitte), doch hier bestehen noch Unsicherheiten, was vor allem der Druck-/Geopotenzialgeometrie innerhalb der Modellwelt geschuldet ist.
Bereits im Verlauf der Nacht zum Mittwoch greift von Westen Aufgleitniederschlag auf Deutschland über, was dem nahenden Trog und einer Bodentiefentwicklung über Deutschland geschuldet ist. Hier ergeben sich aber noch erhebliche Modelldiskrepanzen, was dem beginnenden Abtropfprozess über Mitteleuropa geschuldet ist. Grundsätzlich sollte am Mittwoch und Donnerstag der Osten von Deutschland noch längere Zeit unter Hochdruckeinfluss stehen, der aus heutiger Sicht erst zum Donnerstagabend von Westen mit Wolken und Niederschlag beendet wird. Ansonsten gestalten sich beide Tage im Süden/Westen und Norden wechselhaft und auf die Fläche gesehen sind nennenswerte Niederschlagsmengen nicht ausgeschlossen. Allerdings hängt dies sehr von der Lage des in Richtung westliches Mittelmeer abtropfenden Troges ab, sodass auch dieses optionale Niederschlagsereignis noch nicht in trockenen Tüchern ist (gestützt durch die Ensembleanalyse weiter unten).
Die Höchstwerte liegen im Zustrom subtropischer Luftmassen meist im sehr milden bis ungewöhnlich milden Bereich (18 bis 24 Grad) und kratzen im Südwesten besonders zum Dienstag/Mittwoch den Oberrhein entlang an der Sommermarke. Im Norden bleibt es mit 17 bis 20 Grad etwas weniger mild (mild bis sehr mild) und zum Donnerstag kühlt es insgesamt etwas ab.
Die Minima liegen meist zwischen 12 und 6 Grad, können aber an beiden Enden etwas abweichen (besonders im Norden auch mal etwas milder, im Südosten auch mal etwas kälter ausfallend). In den Nächten muss mit teils überregionaler und dichter (warnrelevanter) Nebelbildung gerechnet werden.
Im Küstenumfeld weht der Westwind besonders zum Beginn der kommenden Woche zeitweise stark böig, exponiert auch mal stürmisch, während dieser im Binnenland sonst meist nur schwach bis mäßig aus überwiegend westlicher Richtung daherkommt (im Süden zum Wochenbeginn vorübergehend auf Ost drehend).
In der erweiterten Mittelfrist sorgt eine umfangreiche Zyklone über dem Europäischen Nordmeer für eine wechselhafte Westströmung.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
EZMW zeigt die kommende Mittelfrist in den jüngsten Modellläufen recht homogen. Diskrepanzen ergeben sich vor allem bei den jeweiligen Amplituden der Druckgebilde: Der Keil zum Wochenbeginn wird etwas progressiver und schwächer gezeigt, während der nachfolgende Trog in den beiden letzten Modellläufen zügiger nach Südwesteuropa vorankommt und zum Ende der Mittelfrist über dem westlichen Mittelmeer einen (allerdings noch stärker streuenden) Abtropfprozess induziert.
Unter dem Strich wird aber die grobe Geopotenzialentwicklung mit einer guten Übereinstimmung gezeigt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Beim internationalen Vergleich beginnt die Mittelfrist mit einer großen Streuung bei einer über Norddeutschland ostwärts ablaufende Kurzwelle, die besonders von ICON13 bis nach Sachsen gebracht wird, während EZ und UK10 insgesamt zonaler aufgestellt sind. Diese Unsicherheiten könnten sich verzögernd auf die Niederschlagsentwicklung besonders im Nordosten/Osten von Sonntag auf Montag auswirken.
Der nachfolgende Trog und beginnende Abtropfprozess wird in seinen Grundzügen recht homogen gezeigt, allerdings mit einer noch deutlichen zonalen Streuung z.B. zwischen EZ und GFS. Nichtsdestotrotz zeichnet sich zum Ende der Mittelfrist nach allen Modellen ein zunehmend wechselhafter Witterungsabschnitt ab.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt am Sonntag mit drei Clustern und dem einheitlichen klimat. Regime der Blockierung, wobei Deutschland an deren Ostrand gelegen noch anfällig für (im Ensemble herausgeglättete) Kurzwellenpassagen ist.
Von Montag bis Mittwoch weicht die Blockierung auf und macht in drei Clustern dem dominanten Regime der positiven NAO bzw. zum Mittwoch in Cluster 1 und 2 dem Regime "Atlantikrücken" Platz (Kontrolllauf im zweiten Cluster gelegen). Bei uns in Deutschland bedeutet das zum Wochenbeginn Geopotenzialabbau mit noch dominant antizyklonalem Einfluss (besonders für die Mitte und den Süden von Deutschland), bevor zum Mittwoch von Nordwesten ein Trog auf Mitteleuropa übergreift.
Von Donnerstag bis in die erweiterte Mittelfrist nehmen die Unsicherheiten dann rasch zu. Drei der vier Cluster zeigen eine eher zonal ausgerichtete Strömung mit dem Übergreifen eines kräftigen Troges, der über Nordwesteuropa zum kommenden Sonntag in Richtung Nordsee zieht. Es bestehen noch Unsicherheiten, wie weit südlich der Trog ziehen wird, sodass sich besonders über Süddeutschland temporär auch ein stabiler Witterungsabschnitt durchsetzen kann. Der 4. Cluster zeigt ein Abdriften des kräftigen Atlantikrückens nach Osten hin zu einer Blockierungslage über Mitteleuropa, was aber auf deutlich abweichende Geopotenzialmuster stromauf in Richtung Nordamerika/Kanada zurückgeht und aktuell als Außenseiterlösung angesehen werden darf. In der Folge nehmen die Unsicherheiten weiter zu, wobei in vielen Clustern ein zeitlich versetzter Abtropfvorgang über Europa angedeutet wird.
Die Meteogramme heben den insgesamt sehr milden und zum Mittwoch/Donnerstag zunehmend wechselhaften Verlauf der Mittelfrist recht homogen hervor mit einer innerhalb der Rauchfahnenanalyse (500 hPa Geopotenzial und 850 hPa Temperatur) recht zentralen Lage des Kontrolllaufs innerhalb der Memberwolken.
Allerdings fällt auf, dass der Kontrolllauf beim Niederschlag zum Mittwoch/Donnerstag recht aggressiv aufgestellt ist im Vergleich zum Rest des Ensembles. Auch bei den Rauchfahnen zeigt sich zum Mittwoch/Donnerstag bei den meisten Membern ein schnelleres Absinken der 850 hPa Temperaturwerte im Vergleich zum Kontrolllauf und selbiges gilt auch für das Geopotenzial. Daher ist zu befürchten, dass der Abtropfprozess (eh schon recht schwach auf der Brust) noch früher/westlicher von uns initiiert wird (Vergleich höhere Standardabweichungen beim 500 hPa Geopotenzial in der Südwestflanke des Troges beim IFS-ENS) und Deutschland hauptsächlich von einer progressiven Resttrogpassage beeinflusst wird. Diese Entwicklung würde die Niederschlagsmengen für Mittwoch/Donnerstag verringern.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die Mittelfrist ist insgesamt arm an signifikanten Wettererscheinungen.
Windböen:
Besonders im Küstenumfeld frischt der Wind zum Beginn der kommenden Woche wiederholt stark böig, exponiert auch stürmisch aus West (Bft 8) auf.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





