Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 21.07.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Mäßig warmer und wechselhafter Norden (besonders Nordosten), trockener und sommerlich warmer Südwesten. Am Mittwoch küstennah stürmischer Nordwestwind.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Aktuell ... und den Rest der Kurzfrist ergeben sich mit Blick auf die Frühübersicht keinen größeren Diskrepanzen, sodass hier nur eine kurze Übersicht erfolgt.
In der vorherrschend nordwestlichen Strömung sorgt ein südostwärts schwenkender Höhentrog im Osten für einige schwache Schauer, die zum Abend in sich zusammenfallen. Im Westen und Norden verläuft der Abend freundlich und trocken.
Die abendlichen Werte liegen zwischen 25 und 19 Grad, mit den höchsten Werten den Oberrhein entlang. Im Bergland wird es noch 2 bis 4 Grad frischer. Dazu weht ein schwacher bis mäßiger, im Norden und Nordosten zeitweise auch frischer Nordwestwind.
Während der Nacht zum Mittwoch wandert ein sich abschwächender Keil von Nordwest nach Südost über Deutschland hinweg und sorgt meist für eine ruhige Nacht. Diese startet abseits zusammenfallender Schauerbewölkung im Osten und am Alpenrand meist klar. Im Verlauf der Nacht kommt von Norden dichte Bewölkung auf, die eine nahende Kaltfront ankündigt. Nach Mitternacht kann es dann auch im äußersten Norden etwas regnen, sonst bleibt es trocken und besonders südlich der zentralen Mittelgebirge verläuft die Nacht klar und trocken.
Die Minima liegen zwischen 14 und 6 Grad, küstennah bleibt es etwas milder. Bodennah sind im Süden Minima von 5 bis 2 Grad keine Seltenheit!
Mittwoch ... kommt die wetterinaktive Kaltfront rasch südwärts voran und erreicht zum Abend Süddeutschland. Meist geht sie nur noch mit dichter Bewölkung einher, besonders südlich der Donau und im Südwesten verläuft der Tag insgesamt freundlich, streckenweise auch sonnig.
Im Norden hingegen sorgt der nachfolgende thermische Höhentrog für eine rege Schaueraktivität bei überwiegend dichter Bewölkung. Im Nordosten kann auch das eine oder andere Gewitter nicht ausgeschlossen werden. Der Nordwestwind frischt dabei im Norden besonders in Schauernähe wiederholt stark böig auf (Bft 6 bis 7) und weht peripher der Küsten zeitweise auch stürmisch (Bft 8), was auch den Brocken betrifft. Besonders in Richtung Schleswig-Holstein könnte die hohe Wahrscheinlichkeit für Bft 8 Böen gar für eine markante Warnung gut sein und auf Sylt sind auch einzelne Sturmböen Bft 9 nicht ausgeschlossen. Im Südwesten kommt der Wind nur schwach bis mäßig aus Nordwest.
Die Maxima liegen von Nord nach Süd zwischen 19 und 28 Grad, mit den höchsten Werten den Oberrhein entlang.
In der Nacht zum Donnerstag dauert die zyklonale Witterung im Norden mit dichter Bewölkung und einer zögernd nachlassenden Schauertätigkeit weiter an. Besonders im Nordosten muss die gesamte Nacht über wiederholt mit kräftigen Schauern und einzelnen Gewittern gerechnet werden, die lokal von Starkregen um 15 l/qm/h und (besonders küstennah) von stürmischen Böen Bft 8 begleitet werden. Im Süden verläuft die Nacht häufig klar und trocken, wobei das nicht für den östlichen Alpenrand gilt, wo eine schwache Staulage für etwas Nass am östlichen Alpenrand gut ist.
Die Minima liegen zwischen 15 und 8 Grad.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... zieht der Trog allmählich ostwärts ab und von Westen steigt der Bodendruck.
Folglich verläuft der Tag im Westen meist trocken, mit einem nur sehr geringen Schauerrisiko. Zudem lockert die teils noch dichte Bewölkung im Tagesverlauf immer weiter auf.
Im Osten sorgt die Nähe zum Trog für weiterhin anhaltende Schauertätigkeit, bei rasch wechselnder Bewölkung.
Die Höchstwerte liegen unverändert zwischen 19 und 28 Grad und der im Westen schwache bis mäßige Nordwestwind frischt im Nordosten zeitweise böig auf.
In der Nacht zum Freitag sorgt zunehmender Hochdruckeinfluss in der unteren Troposphäre für eine durchgreifende Wetterberuhigung. Meist verläuft die Nacht klar und trocken mit folgenden Ausnahmen: Am Alpenrand bringt dichte Staubewölkung noch letzte Tropfen, im Nordosten zieht teils ausgedehnte hochnebelartige Bewölkung zum Erzgebirge und im gesamten Umfeld zur Nordsee dominiert ebenfalls dichte Stratusbewölkung mit einzelnen Tropfen.
Die Minima liegen zwischen 15 und 7 Grad, wobei bodennah im Süden und über der Mitte die Minima auf 6 bis 3 Grad zurückgehen.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle sehen die Kurzfrist sehr einheitlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 21.07.2026 um 10.30 UTC
Zum Wochenende sehr warm bis heiß. Am Sonntag teils starke Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 28.07.2026
Am Freitag liegt eine Hochdruckzone über Mitteleuropa, die ihren Ausgang beim Hochdruckgebiet über dem mittleren Nordatlantik hat. Die Frontalzone verläuft derweil über dem Nordmeer und Skandinavien nach Osten, während über Osteuropa ein abgetropfter Trog weit nach Süden bis zur Ägäis reicht. Dazu gesellt sich noch ein Höhentief mit Kern unweit Galiziens. Dieses stützt einen Höhenkeil, der vom westlichen Mittelmeer bis Deutschland reicht. Dabei ist in der Südwesthälfte eine hochsommerliche warme Luftmasse vorhanden, sonst gestalten sich die Temperaturen gemäßigter, auch weil am Rand der Hochdruckzone Wolken unterwegs sind, die im Südwesten kaum die Einstrahlung trüben. Am Samstag wird die Hochdruckzone durch einen vom Nordmeer zur Nordsee gerichteten Trogvorstoß über Mitteleuropa abgebaut. Entsprechend zieht sich das Hoch auf den Atlantik zurück und macht Platz für eine flache Tiefdruckzone von Frankreich bis Deutschland. Wahrscheinlich tut sich wettertechnisch aber noch nicht allzu viel. Die zuvor abgesunkene Luft ist noch trocken und seitens dynamischer Antriebe gibt es wohl auch noch nicht viel. Etwas bodennahe Konvergenz oder ein leichtes flattern der Höhenströmung reicht meist noch nicht zur Auslöse hochreichender Konvektion. Allerdings deutet sich im Tagesverlauf ein Anfeuchten der Luftmassen im Nordwesten und aus den Alpen heraus an, sodass dort die Voraussetzungen für Schauer und Gewitter besser werden. Am Sonntag greift dann der Höhentrog auf Nordwestdeutschland über und wir liegen auf der Vorderseite unter einer recht breit angelegten flachen Tiefdruckrinne, in der etwaige frontale Strukturen recht verwaschen erscheinen. Tagsüber folgt von Nordwesten die Kaltfront, vorgelagert deuten sich konvergente Strukturen im Bodenwindfeld an. Die Abläufe werden dabei unsicherer. Die Luftmasse wird feuchter und da nun auch Hebung aufkommt, sollte es in der instabilen Luft recht verbreitet zu Schauern und Gewittern kommen, die zumindest lokal auch unwetterartig ausfallen können.
Am Montag und Dienstag schwenkt der Trog zur Ostsee und nach Polen ab und mit der auf Nordwest drehenden Strömung gelangt ein Schwall kühler bis gemäßigt warmer Meeresluft zu uns, in der sich das Wetter bald beruhigt. Grund dafür ist ein rasch folgender Höhenrücken, der Dienstag Frankreich erreicht haben soll und bei uns zum Aufbau einer Hochdruckzone führt.
In der erweiterten Mittelfrist deutet sich dann auf der Vorderseite eines Troges über Nordwesteuropa leicht unbeständiges, insgesamt warmes bis sehr warmes Wetter an.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des europäischen Modells ist zunächst gut. Ab dem Wochenende nehmen die Unsicherheiten zu, vor allem im Hinblick auf das Timing der Entwicklung. Zu Beginn der nächsten Woche zeigt der aktuelle Lauf, die Wetterberuhigung schneller, als die Vorläufe.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen betrachteten Globalmodele stützen die Version des europäischen Modells weitgehend. Am Wochenende und danach zeigen die verschiedenen Modelle Abweichungen im Timing, aber auch in der Lage und Geometrie der Strömung, die aber nicht zu vollkommen anderen Lösungen führen. Für den Verlauf des Wochenendes signalisieren auch die anderen Modelle vorübergehend sehr warmes bis heißes Wetter und zum oder am Sonntag eine Gewitterlage. Je nach Timing sind die Schwerpunkte unsicher. Aktuell sieht es aber wieder nach der SE Hälfte aus mit dem größten Gewitterpotential.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles liefern in der Clusterung für Freitag und Samstag 3 Cluster mit nur leichten Abweichungen und dem Kontrolllauf in Cluster 1. Von daher scheint die Entwicklung für diesen Abschnitt recht sicher zu sein. Das gilt eigentlich auch für den Folgezeitraum von Sonntag bis Dienstag, wenn 4 Cluster erscheinen, die alle von "Atlantic rigde" in "NAO+" übergehen. Dabei liegen wir an der SE Flanke eines Troges über der NW Europa unter einer zeitweise zyklonalen Strömung aus Nordwest bis Südwest. Die Wetterberuhigung des Kontrolllaufs nach Wochenwechsel wird aus dieser Sicht nur angedeutet. Auch in der erweiterten Mittelfrist deuten die 3 gebildeten Cluster eher leicht zyklonal geprägtes Wetter am Rand zu Trögen über Nord- und Nordwesteuropa an mit mehr oder weniger ausgeprägtem S-N Temperaturgefälle.
In den Rauchfahnen zeigt sich bis zum Wochenende eine gebündelte Kurvenschar. Mit der aufkommenden Unbeständigkeit nimmt auch der Spread zu. Die deutlichsten Niederschlagssignale gibt es am Sonntag und Montag, weg sind sie aber auch danach nicht.
Der Kontrolllauf schwingt stärker als die Ensembles. Am Wochenende liegen die Temperaturen und das Geopotential in ihm niedriger als in den meisten ENS, danach gerät der Lauf an deren oberen Rand der Verteilung.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Wochenende wird es vorübergehend sehr warm bis heiß mit ersten Gewittern am Samstag im Nordwesten und im Süden.
Am Sonntag deutet sich eine Gewitterlage an mit nachfolgendem Temperaturrückgang. Details zu den Gewittern sind noch unsicher, zumindest lokale Unwetter sind möglich.
Auch in der nächsten Woche sind in einigen Regionen, am ehesten im Süden einzelne starke Gewitter möglich.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS + ENS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner





