Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 21.10.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Kommende Nacht und am Donnerstag im Bergland sowie im äußersten Westen und Nordwesten vorübergehend windig bis stürmisch. Im Nordwesten am Donnerstag einzelne kurze Gewitter möglich. Am Freitag im Westen und Südwesten stürmisch, genaue Entwicklung noch unsicher.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Aktuell ... liegt Deutschland vorderseitig eines markanten Troges, der eine negative Achsenneigung aufweist und der vom Seegebiet westlich Island über die Britischen Inseln hinweg bis nach Ostfrankreich reicht. Er schwenkt mit seinem Südteil in der Nacht ostwärts und greift so auf Deutschland über. Vorderseitig des Troges befindet sich im Bodendruckfeld eine Tiefdruckrinne, die sich ausgehend von einer Tiefdruckzone über der Nordsee über das östliche Mitteleuropa hinweg bis nach Norditalien reicht. Darin eingelagert ist eine wellende Luftmassengrenze, die relativ milde Luft (T850 hPa um 9 Grad) von Meereskaltluft (T850 6 bis 0 Grad) auf ihrer Rückseite trennt. Mit Vorankommen des Troges wird auch die Rinne in der Nacht allmählich ostwärts aus Deutschland abgedrängt. Da die Front Anacharakter besitzt, regnet es aber von Bayern über den Osten und Nordosten Deutschlands in der Nacht weiter, bevor die letzten Niederschläge in den Frühstunden Richtung Polen abziehen bzw. im Südosten Bayerns nachlassen. Bis dahin fallen nochmal 2 bis 10, lokal auch bis 15 mm in 12 Stunden. In der einfließenden Meereskaltluft und Absinken der Temperatur in 850 hPa bis etwa 0 Grad über Süddeutschland sinkt die Schneefallgrenze in den Alpen auf rund 1200 m ab. Oberhalb 1500 bis 2000 m akkumuliert sich etwas Neuschnee mit etwa 5 bis 10 cm in 12 Stunden. Rückseitig der Rinne beginnt der Druck von Frankreich durch KLA zu steigen und ausgehend von einem Hoch über Südwesteuropa reicht in den Frühstunden ein Hochkeil (HENRI) bis in den Süden Deutschlands. So kommen die Niederschläge zunächst zum Erliegen. Allerdings schwenkt in der Nacht von Irland ein weiterer Randtrog Richtung Großbritannien, Benelux und Nordfrankreich. Damit verbunden kommen Donnerstagfrüh im Bereich Niederrhein/Münsterland wieder neue Regenfälle auf.
Mit dem Trog korrespondiert ein Tief (JELLA) über der Nordsee, das sich entwicklungsgünstig liegend in der Nacht noch etwas intensivieren kann. So nimmt der Druckgradient zwischen dem Hochkeil und dem Tief im Laufe der Nacht über Deutschland zu und der Wind aus südlichen Richtungen frischt auf. In der Nacht beschränken sich warnwürdige Böen zunächst auf die Höhenlagen, sodass dort Böen Bft 7 bis 8, in exponierten Lagen auch Bft 9 zu erwarten sind. In der zweiten Nachthälfte frischt der Wind dann auch an der Nordsee merklich auf und auf den Inseln muss ebenfalls mit Böen Bft 7 bis 8 gerechnet werden. In tieferen Lagen sind in einigen Lee- oder für Südwestwind anfälligen Lagen erste Böen Bft 7 nicht ausgeschlossen.
Die Temperatur sinkt auf 9 bis 3 Grad ab.
Donnerstag ... zieht der erste Trog unter Substanzverlust mit seiner Achse bis zum Mittag ostwärts ab. Der nachfolgende Randtrog greift auf den Norden und die Mitte Deutschlands über. Damit einhergehend kommt zunächst im Westen und Nordwesten Schauertätigkeit auf, die im Tagesverlauf auch weiter Richtung Osten und Nordosten ausgreift. Dabei sind bei ausreichend Labilität etwa vom Niederrhein und dem Münsterland bis zur Nordsee auch einzelne kurze Gewitter möglich, bei Höhenwinden bis 35 Knoten teils in Verbindung mit Böen Bft 7 bis 8.
Im Süden macht sich der Einfluss eines flachen Höhenrückens bemerkbar, der am Boden weiterhin den flachen Hochkeil stützt. Entsprechend bleibt es dort trocken und es zeigt sich gebietsweise auch längere Zeit die Sonne. Mit Durchschwenken eines Bodentroges frischt der Wind am Vormittag vorübergehend noch etwas stärker auf. Dann sind vor allem im äußersten Westen und Nordwesten, aber auch in einigen Leelagen Böen Bft 7 zu erwarten. Im höheren Bergland sowie an der Nordsee gibt es Sturmböen Bft 8 bis 9, auf dem Brocken auch schwere Sturmböen Bft 10 aus Südwest. Nach Abzug des Troges lässt der Wind am Nachmittag rasch wieder nach.
Die Höchstwerte liegen meist zwischen 9 und 14 Grad, im Süden sind mit Sonne lokal bis 16 Grad möglich.
In der Nacht zum Freitag zieht der Randtrog ostwärts ab und wir gelangen unter einen flachen Höhenrücken, der durch kräftige WLA gestützt wird. Die Schauertätigkeit kommt zunächst weitgehend zum Erliegen und gebietsweise lockert die Bewölkung stärker auf.
Währenddessen schwenkt ein weiterer Trog vom nahen Ostatlantik Richtung Britische Inseln und Frankreich. Daran gekoppelt ist das Tief LUISE (int. Austen), das sich entwicklungsgünstig vor dem Trog und unter dem linkem Jetausgang liegend zu einem kräftigen Sturmtief entwickeln konnte. Dabei hat es Freitagnacht etwa im Bereich der Scilly-Inseln den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht mit einem Kerndruck knapp unter 975 hPa. Es wird Freitagfrüh mit seinem Kern knapp südlich von Cornwall liegen. Die kräftige WLA vorderseitig des Tiefs überläuft den Höhenrücken, sodass die Bewölkung in der zweiten Nachthälfte von Westen zunimmt. Nachfolgend kommt im Westen erster Regen auf. Mit Annäherung des Tiefs dreht der Wind auf Süd bis Südost zurück und der Gradient nimmt von Westen allmählich zu. Das zeigt sich zunächst aber nur in einer leichten Auffrischung des Windes. Warnwürdige Böen sind dann erst ab Freitagvormittag zu erwarten.
Die Temperatur sinkt auf 9 bis 4 Grad ab, im Süden auf 7 bis 1 Grad. Im Süden und Südosten Bayerns, wo es am längsten klar bleibt, gibt es leichten Frost bis -2 Grad.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... steht der erste Herbststurm ins Haus. Der Höhentrog schwenkt weiter ostwärts und das Sturmtief LUISE zieht unter leichter Abschwächung den Ärmelkanal entlang in Richtung Niederlande, wo es am Abend anlanden soll. Allerdings wird die Zugbahn des Tiefs nach wie vor nicht einheitlich gezeigt. Auch wenn es sich nur um 100 bis 200 km Unterschied bzgl. des Tiefkerns handelt, hat es doch Auswirkungen auf die vom Wind/Sturm betroffenen Gebiete. So lässt ICON das Tief von Freitagmittag bis Samstagfrüh entlang der niederländischen Nordseeküste Richtung Elbemündung ziehen und von dort in Richtung Seeland. IFS lässt das Tief südlich von Calais vorbei über Belgien, NRW und NS hinweg ziehen und weiter Richtung Ostsee und Südschweden. UK10 und GFS stellen quasi eine Zwischenlösung von IFS und ICON dar. Insofern ist die genaue Windentwicklung weiterhin unsicher.
Am wahrscheinlichsten ist es aus heutiger Sicht, dass mit weiterer Gradientzunahme im Laufe des Freitags im Westen und Südwesten Böen Bft 7 bis 8 zu erwarten sind. Im Bergland Bft 8 bis 9, exponiert auch Bft 10. Auch über der Nordsee frischt der Wind auf, bei Südostwind beschränken sich die stärksten Böen 8-9 Bft dort aber auf vorgelagerte Inseln. Richtung Osten und Südosten bleibt die Windentwicklung deutlich schwächer.
Der zugehörige, schnell okkludierende Tiefausläufer zieht rasch über Deutschland nach Osten und erreicht abends den äußersten Osten. Dabei fällt vorübergehend schauerartiger Regen, ohne größere Mengen. Der nachfolgende Trog bringt dann in der Höhe kältere Luftmassen (T850 +2°C, T500 <-25°C). Damit labilisiert die Schichtung von Westen her und es kommen Schauer und einzelne kurze Gewitter mit Graupel und teils stürmischen Böen oder Sturmböen Bft 8 bis 9 auf. Inwiefern das Windfeld in der Nacht zum Samstag dann weiter nach Osten ausgreift, bleibt noch abzuwarten. Diesbezüglich sind die Modellunterschiede noch zu groß.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Wetterentwicklung wird zunächst weitgehend übereinstimmend prognostiziert. Bezüglich des Sturmtiefs ab Freitag sind noch größere Unterschiede vorhanden, die im Text angesprochen wurden.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 21.10.2026 um 10.30 UTC
Unbeständig mit wiederholten Regenfällen und zeitweise stürmischem Wind.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 28.10.2026
Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum erwartet uns ein unbeständiger Witterungsabschnitt mit wiederholten Regenfällen und zeitweise stürmischem Wind. Wie die Entwicklung im Detail aussieht, ist allerdings auch aus heutiger Sicht weiterhin noch unsicher.
Am Samstag befindet sich ein umfangreiches Sturmtief, das vom Vortag aus dem Südengland bzw. Südwestliche Nordsee herangezogen war, über den Niederlanden oder dem Südteil der Deutschen Bucht. Ein südwärts gerichteter Trog schwenkt vom westlichen Mittelmeer nach Süditalien und in einer Zyklogenese entsteht dort neues Höhentief. Ausgehend von einem Hoch westlich von Portugal erstreckt sich ein Rücken bis nach Irland. Dieser schwenkt im Tagesverlauf ostwärts zur Deutschen Bucht und wölbt sich etwas auf. Vom Seegebiet südwestlich von Island nähert sich das nächste Sturmtief, es rückt bis in den Raum Färöer (nach ICON) oder sogar bis Schottland (nach IFS) vor. Bis diese Drucksysteme in Deutschland wirksam werden, dominiert das Windfeld des erstgenannten Sturmtiefs die Bundesrepublik. Je nach genauer Position des Tiefkerns wird sich die Windsituation noch ändern, aus heutiger Sicht es wahrscheinlich, dass die West- und Nordwesthälfte verbreitet Böen der Stärke Bft 7 und Bft 8 auftreten, an der Nordsee und in Höhenlagen der Mittelgebirge Sturmböen Bft 9 und in exponierten Lagen Bft 10. Mit geringerer Wahrscheinlichkeit bei südlicher verlaufender Zugbahn wären auch tiefere Lagen Süddeutschlands mit Böen Bft 7 und 8 betroffen. Der Bodentrog hat Deutschland schon am Vortag überquert, nachfolgend bringt ein Kurzwellentrog dem Durchzug eines Regengebietes, wobei die Niederschlagsmengen in der Nordhälfte stärker ausgeprägt sind als im Süden. Dauerregenpotential zeigt sich hierbei in Staulagen der Mittelgebirge. Der Wind wird im Tagesverlauf abseits der See nachlassen.
Am Sonntag verliert das zu einem normalen Tief abgeschwächte System über den dänischen Inseln seine Identität. Ein Höhenrücken, der von Südwesteuropa in die Mitte Deutschlands geführt wird, schwenkt südostwärts. Deutschland gerät damit auf die Vorderseite des nächsten Troges. Dieser befindet sich an einem Tief das vom färöisch-schottischen Raum in den Südteil der Norwegischen See zieht. Der Trog schwenkt vom Nordwestteil der Nordsee ostwärts und reicht am Tagesende von Südnorwegen zu den Ostalpen. Am Boden liegt zu Tagesbeginn eine Warmfront im Bereich Südwestteil Nordsee bis Benelux. Über der Nordsee baut sich damit ein veritables Sturmfeld auf mit schweren Sturmböen Bft 10 aus Süd. Landeinwärts setzt sich dies in der Westhälfte mit Böen Bft 7 und Bft 8, in Gipfellagen auch Sturmböen Bft 9 um Süd fort. Dazu verdichten sich die Wolken und von Westen her setzt Regen ein. Im Tagesverlauf schwenkt die Warmfront ostwärts und die nachfolgende Kaltfront erreicht ab etwa Mittag den Nordwesten. Während sich der Regen ostwärts ausbreitet, erfolgt von Nordwesten her ein Übergang in Schauer, an der See auch Gewitter. Auch in der Nordosthälfte und der Mitte lebt der Wind spürbar auf mit Böen Bft 7 bis 8, in Hochlagen Sturmböen. Der Wind dreht mit Trogpassage auf West und nimmt nachfolgend ab. In Staulagen der Mittelgebirge zeigen sich höhere Wahrscheinlichkeiten für das Überschreiten der Warnschwelle für Dauerregen.
Am Montag verlagert sich das Sturmtief über der Norwegischen See etwas nordostwärts. Der Trog schwenkt über Polen zum Baltikum. Der nächste Höhenrücken, ausgehend von einem Hoch bei Portugal, schwenkt von den Britischen Inseln bis in den Ostteil der Deutschen Bucht und Nordwestdeutschland. Er stützt am Boden ein Hoch, das sich über Frankreich aufbaut und nach Süddeutschland wandert. Allerdings erreichen Störungen in Form von kurzwelligen Trögen besonders die Nordhälfte Deutschlands, so dass dieser Tag wechselhaft mit gelegentlichen leichten Niederschlägen, besonders in der Nordhälfte, bleibt. Besonders an der Nordsee muss auch mit stürmischen Böen Bft 8 um West gerechnet werden.
Am Dienstag liegt Deutschland unter einem Höhenrücken. Dieser schwenkt nur wenig südostwärts. Der Nordwesten gerät zur zweiten Tageshälfte auf die Vorderseite des nächsten Troges. Am Boden verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt von Polen nach Osteuropa. Auf der Vorderseite eines Troges über dem Nordwestteil der Nordsee gelangt mit einer südwestlichen Strömung milde Luft in den Nordseeraum. Eine Absinkinversion hält dichte Stratusbewölkung in tieferen Luftschichten, aus der ein paar Tröpfchen niedergehen. Nach Südosten hin ist es freundlich. Am Mittwoch zeigt sich ein ähnliches Bild. Aus dem Höhenrücken spaltet sich ein kleinräumiges Höhenhoch über Deutschland ab. Der Bodentrog eines Nordmeertiefs schwenkt in den Südostteil der Nordsee. Aus tiefer Stratusbewölkung gehen einige Tropfen nieder. Auch im Nordwesten ist es bewölkt mit Niederschlag mit nicht signifikanten Mengen.
Das Temperaturniveau liegt insgesamt in dem für die Jahreszeit normal üblichen Bereich.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells lässt bereits zu Beginn der Mittelfrist nach. So wird die Zugbahn des Sturmtiefs am Samstag auf etwas anderem Kurs gerechnet als im gestrigen 00 UTC Lauf, ähnlich zum gestrigen 12 UTC Lauf. Allerdings ist die Verlagerungsgeschwindigkeit noch etwas langsamer geworden als im gestrigen 12 UTC Lauf. Entsprechend findet auch die Frontpassage etwas später statt. Auch die nachfolgende (Sturm-) Tiefentwicklung am Sonntag/Montag wird, wenn auch nicht mehr so signifikant, anders prognostiziert. Das Tief wird nun aus dem nördlichen westeuropäischen Raum in den Südteil der Norwegischen See ziehen. Im gestrigen 00 UTC war noch eine Verlagerung in die mittlere Nordsee angedacht. Entsprechend hat sich auch hier die Niederschlags- und Windentwicklung geändert. Nach Passage der Sturmtiefs gleichen sich die Modellläufe hingegen wieder an.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch im Vergleich zu anderen Modellen zeigt die Entwicklung beider Sturmtiefs noch größere Unsicherheiten mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wind- und Niederschlagsentwicklung. IFS zeigt ähnlich wie GFS eine Zugbahn entlang der niederländischen Nordseeküste über die Deutsche Bucht hinweg, ICON liegt zeitlich etwas zurück und UK10 rechnet das Ganze etwas südlicher. Entsprechend beeinflusst das Wind-/Sturmfeld vor allem den Nordwesten Deutschlands und nicht auch den Westen und Südwesten. Zudem schwächt es sich bei IFS und UK10 rascher ab als bei GFS und ICON. Bei dem nachfolgenden Sturmtief wird die Zugbahn zumindest von ICON ähnlich zu
IFS gezeigt. GFS zeigt eine etwas nördlichere Zugbahn mit einem späterem Ablauf.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen für Temperatur, Niederschlag und Geopotential bis einschließlich Sonntag einen relativ geringen Spread. Erst danach nimmt der Spread deutlich zu. Dann steigt der Median der 850 hPa-Temperatur und des Geopotentials nach Durchschwenken der Tröge zu Beginn kommender Woche vorderseitig des neuen Tiefausläufers rascher an als bei dem Kontrolllauf.
Vor allem am Wochenende zeigen die Rauchfahnen deutliche Niederschlagssignale für mehr oder weniger alle vorliegenden Gitterpunkte. Zu Wochenbeginn lassen die Niederschlagssignale deutlich nach.
Die Clusterung des EZMW für den Zeitraum von t+72 bis 96 Stunden zeigt drei Cluster. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 1, der insgesamt 30 Member enthält. Cluster 2 wird mit 14, Cluster 3 mit 7 Membern gerechnet. Mit Ausnahme des ersten Zeitschritt in Cluster 2, dem das Blocking-Regime zugeordnet wird, werden alle anderen dem Regime positive NAO simuliert. Die Position des Sturmtiefs unterliegt auch hier unterschiedlichen Positionen, obschon die Grobstruktur in allen Clustern ähnlich simuliert wird. Im Zeitraum t+120 bis t+168 Stunden werden drei Cluster geboten. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 1, der insgesamt 25 Member enthält. Cluster 2 und 3 werden mit jeweils 13 Membern gerechnet. Alle Cluster werden zu allen Zeitschritten dem Regime positive NAO zugeordnet. In Cluster 2 und 3 beeinflussen die aus dem nordöstlichen Atlantik stammenden Tröge das Wettergeschehen, während in Cluster 1 am Dienstag und Mittwoch ein Rücken aus dem Südwesten simuliert wird. Damit besteht auch in diesem Zeitabschnitt eine gewisse Unsicherheit über die Entwicklung.
In der erweiterten Mittelfrist für den Zeitraum von t+192 bis 240 Stunden werden drei Cluster geboten. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster 2, der insgesamt 17 Member enthält. Cluster 1 wird mit 19, Cluster 3 mit 15 Membern gerechnet. Cluster 1 führt das Regime positive NAO fort, während Cluster 2 und 3 auf das Blocking-Regime umschwenken. Damit würde sich nach Cluster 2 und 3 ein Höhenrücken über Deutschland aufwölben. Das passiert in abgeschwächter Variante auch bei Cluster 1, dort sind jedoch Durchstöße nördlicher Kurzwellentröge möglich, vor allem nach dem letzten Zeitschritt. Insgesamt zeigt sich auch hier eine Prognose-Unsicherheit.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Vorhersagezeitraum ist vor allem die Windentwicklung in Teilen Deutschlands signifikant. Am Samstag sind an den Küsten und in einigen Gipfellagen Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest bis Süd wahrscheinlich, in exponierten Höhenlagen schwere Sturmböen Bft 10.
Am Sonntag sind an den Küsten Sturmböen Bft 8 bis 9, auf einigen Nordseeinseln auch schwere Sturmböen Bft 10 aus Süd bis Südwest wahrscheinlich, im Tagesverlauf Drehung auf West. Auch im
Nordwesten und Westen sind stürmische Böen Bft 8 nicht ausgeschlossen, ebenso im Schwarzwald und im Tagesverlauf von der Mitte in den Nordosten. In exponierten Höhenlagen schwere Sturmböen Bft 10 oder sogar orkanartige Böen Bft 11. Im Nordwesten im Tagesverlauf geringe Wahrscheinlichkeit für einzelne starke Gewitter. Im Schwarzwald, in der Eifel und im Rothaargebirge höhere Wahrscheinlichkeit für ein Überschreiten der Warnschwelle für Dauerregen.
Am Montag ist es an der Nordseeküste weiterhin stürmisch mit Böen Bft 8 aus um Südwest, auf Berggipfeln der Mittelgebirge muss mit stürmischen bis schweren Sturmböen gerechnet werden. Am Dienstag weiterhin in Hochlagen stürmische Böen bis schwere Sturmböen.
Fazit:
Zu Beginn der Mittelfrist dominiert ein wechselhafter Witterungsabschnitt, der durch zwei Sturmtiefs charakterisiert wird. Die Positionen und damit die genaue Ausprägung des Windfelds unterliegen weiterhin räumlichen und zeitlichen Unsicherheiten. Selbiges gilt in abgeschwächter Variante auch für die Niederschlagsprognose. Zu Beginn der neuen Woche deutet sich eine Stabilisierung des Wettergeschehens an, besonders die Nordhälfte bleibt leicht wechselhaft geprägt. Das Temperaturniveau liegt im durchschnittlichen Bereich, zu Wochenbeginn wird vorübergehend etwas mildere Luft herantransportiert.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, MOS-Mix, UK10, GFS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried





