Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 28.02.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
BvB vs. Bayern 1:0 nach 38 Minuten. Und das Wetter? - Trog- und Kaltfrontpassage ohne das ganz große Tamtam, aber mit etwas Wind (Norden). Danach wieder zunehmende Hochdruckeinfluss.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Aktuell ... liegt Deutschland im Einflussbereich von DOREENA, einem Tief mit etwas unter 1010 hPa Kerndruck, das heute Abend das Seegebiet Fisher in Richtung Skagerrak verlässt, um am Sonntagmorgen in Südschweden aufzuschlagen. Zwei Dinge zeichnen DOREENA aus. Da wäre zum einen der recht scharf geschnittene Bodentrog, der von den Niederlanden kommend mit einigen Schauern über Norddeutschland ost-nordostwärts schwenkt. Schon im Vorfeld ist es in weiten Teilen West- und Nordwestdeutschland zu einer merklichen Windauffrischung gekommen mit Böen 7-8 Bft aus Südwest bis West. Dieses Windmaximum verlagert sich bis morgen früh unter leichter Abschwächung - der Trog büßt an Kontur ein - zur vorpommerschen Küste.
Das zweite "Ding" ist die Kaltfront von DOREENA, die gerade dabei ist, den Vorhersageraum südostwärts zu überqueren. Dabei hat sie vorübergehend ihre Arbeit etwas reduziert. Bis heute Morgen hat sie mit Hilfe einer Welle vor allem im Nordwesten einige, teils zweistellige Millimeter Regen abgelassen, bevor sie danach in den Trockenmodus gewechselt ist. Das wird sich nun wieder ändern, weil es zu einer besseren Interaktion mit dem nachstoßenden Potenzialtrog kommt. Profiteure sind der Süden BaWüs und Bayerns, wo es zu nicht allzu ergiebigem schauerartigen Regen kommt.
Ansonsten gilt es nur noch zu konstatieren, dass postfrontal ein Schwall erwärmter Meereskaltluft (mPs; T850 0 bis -3°C) einströmt, die unter Zwischenhocheinfluss (IACKL) gelangt. Teilweise lockert die Wolkendecke auf und bei längerem Aufklaren kann es vornehmlich im zentralen Mittelgebirgsraum örtlich leichten Frost geben. Auch können einige Nebelfelder nicht ausgeschlossen werden.
Sonntag ... zieht DOREENA weiter in Richtung Finnland, während bei uns der Luftdruck noch etwas ansteigt. Der kleine IACKL dockt an den großen HEIKO im Bereich Schwarzmeer/Ukraine/Rumänien an und gemeinsam schlagen die beiden eine Brücke über die Iberische Halbinsel hinweg zum weit nach Westen verschobenen Azorenhoch. Die Kaltfront ist dann schon über alle Berge, gleichwohl hält sich im Südosten (vor allem Süd- und Ostbayern) noch längere Zeit reichlich Gewölk, aus dem es mindestens bis Mittag hier und da etwas regnen kann. Mitverantwortlich dafür zeichnet der o.e. positiv geneigte Potenzialtrog, der Deutschland von West nach Ost überquert.
Dabei kann er aber nicht verhindern, dass sich in weiten Landesteilen die Sonne durchsetzt, wenn auch begleitet von einigen Quellwolken, die sich aus der labilen Grundschicht heraus entwickeln, sich bei etwa 850 hPa aber "die Birne stoßen" (Inversion). Im Laufe des Nachmittag, vor allem dann am Abend nimmt die Bewölkung im äußersten Nordwesten schon wieder zu, weil das nächste Frontensystem, genauer die Warmfront des nächsten Tiefs südlich von Island (ELKE) im Anmarsch ist. Ob es auch schon für erste Tropfen in Lingen, Emden und Borkum reicht, ist noch offen.
Fakt ist, dass der Gradient auffächert und der auf südliche Richtungen rückdrehende Wind keine große Rolle mehr spielt. Thermisch stehen 10 bis 16, im Südosten sowie ganz im Norden 7 bis 12°C auf der Karte.
In der Nacht zum Montag streift besagte Warmfront den äußersten Norden und lädt dort mitunter etwas Regen ab. Dichtere Restwolken lassen sich auch noch in Südostbayern finden, aus denen es aber kaum noch tröpfelt. Zwischen diesen beiden Randbereichen etabliert sich ein breiter Streifen mit gering bewölktem oder klarem Himmel, aber auch einer gewissen Nebelneigung (Mitte/Süden). Darüber hinaus muss im Süden, in der Mitte und in Teilen auch im Osten mit leichtem Frost gerechnet werden.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... hochdrucklastiger Wochenstart und wieder milder. Details in den Übersichten von heute oder morgen früh.
Modellvergleich und -einschätzung
Nix von Interesse.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 28.02.2026 um 10.30 UTC
Weitgehend ruhige, hochdruckdominierte Witterung. Trocken. Mild bis sehr mild, gebietsweise leichter Nachtfrost.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 07.03.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag befindet sich Deutschland im Einflussbereich hohen Geopotenzials, genauer unter einem flachen Keil. Auch am Boden herrscht hoher Luftdruck bei relativ geringen Luftdruckgegensätzen. Eine kleine Schwachstelle deutet sich in Richtung Ostalpenraum. Dort ist ein recht flacher Kaltlufttropfen erkennbar, der im Bereich der bayerischen Alpen eventuell einzelne (Schnee-) Schauer bringen kann. Sonst startet der Tag gebietsweise mit Nebel, nachdem sich diese nächtlichen Nebelfelder voraussichtlich bis spätestens Mittag auflösen, zeigt sich häufig die Sonne. Bei 850 hPa-Temperaturen zwischen 2 und 6 Grad liegen die Tageshöchsttemperaturen meist zwischen 13 Grad im Nordosten und bis zu 18/19 Grad entlang des Rheins, im direkten Umfeld von Nord- und Ostsee bleibt es kühler. In der Nacht zum Mittwoch bildet sich erneut gebietsweise Nebel, sonst ist es meist klar oder gering bewölkt. In der Südosthälfte des Landes kann gebietsweise leichter Nachtfrost auftreten.
Von Mittwoch bis Samstag ändert sich insgesamt wenig am grundlegenden Strömungsmuster. Unser Vorhersagegebiet liegt im Bereich eines Keils bzw. Höhenhochs, das sich gegenüber Dienstag zunächst noch kräftigt und seinen Schwerpunkt nur ganz langsam in Richtung Westen/Nordwesten verlagert. Es etabliert sich eine blockierende Omegalage. Die Frontalzone liegt daher weiter im Norden und tangiert Deutschland nicht. Der Bodenhochschwerpunkt liegt relativ konstant im Bereich des nördlichen Osteuropas. Damit dominiert weiterhin störungsfreies und überwiegend freundliches Wetter. Abgesehen von ein paar nächtlichen Nebelfeldern ist es also überwiegend gering bewölkt, teils auch sonnig. Mit einer östlichen Strömungskomponente am Südrand des Bodenhochs sickert zumindest in den Osten zeitweise etwas kühlere Luft mit 850 hPa-Temperaturen um oder leicht unter 0 Grad ein. Das ändert insgesamt aber wenig am Temperaturniveau: es bleibt mild, im Westen und Südwesten teils sehr mild. Leichter Nachtfrost kann gebietsweise mindestens bis in die Nacht zum Freitag weiterhin auftreten.
Zum Ende der Mittelfrist bzw. in der erweiterten Mittelfrist schwächt sich das Höhenhoch bzw. der Keil voraussichtlich allmählich ab, das Bodenhoch verlagert sich peu à peu ostwärts. Damit können allmählich wieder Tiefdruckgebiete und deren Ausläufer von Westen übergreifen und das Wetter wechselhafter gestalten.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz ist für unseren Vorhersagebereich gut und zeigt insgesamt einen antizyklonal dominierten, weitgehend störungsfreien Witterungsabschnitt. Allerdings lässt sich auch feststellen, dass die genaue Ausgestaltung und Intensität der Geopotenzial- und Bodendruckfelder rund um das blockierende Hoch durchaus unterschiedlich simuliert wird. Eine mögliche Prognoserelevanz dieser Unsicherheiten deutet sich beim IFS aber erst zum Ende der Mittelfrist bzw. in der erweiterten Mittefrist an.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Andere Globalmodelle setzen zunächst ebenfalls auf hochdruckdominiertes Wetter, allerdings deuten sowohl ICON als auch GFS einen möglichen Übergang zu zyklonalerem Einfluss und damit von Westen allmählich wieder wechselhafter Witterung bereits ab Freitag an.
IFS liefert demnach die Variante, die am nachhaltigsten antizyklonal aufgestellt ist.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Dienstag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+72 bis +96 h) fünf Cluster, alle im Regime Blocking. Bereits bei der Konsistenzbetrachtung wurde erwähnt, dass außerhalb unseres Bereiches durchaus einige Unterschiede in der Trog-Keil-Struktur zu finden sind. Somit sind sämtliche Differenzen ohne Prognoserelevanz für unser Vorhersagegebiet. Im Folgezeitraum von Donnerstag 00 UTC bis Samstag 00 UTC (+120 bis + 168 h) werden vier Cluster gezeigt, auch hier sind diese Unterschiede wohl (noch?) nicht prognoserelevant für Deutschland, allerdings deutet sich in Cluster 3 mit insgesamt 11 Membern inklusive dem Haupt- und Kontrolllauf eine allmählich zyklonalere Variante an, in der sich der Trog östlich von uns süd-/südwestwärts ausdehnt und damit ggf. den Süden/Südosten des Landes beeinflussen könnte. Bisher ist dies aber eine Außenseiterlösung, die Mehrzahl der Ensemblemember (Cluster 1,2 und 4 mit insgesamt 40 Membern) setzt auf Persistenz und damit weiterhin antizyklonalen Einfluss. Die Umstellung zu einer eher zyklonaleren Strömung in der erweiterten Mittelfrist stellt die Clusteranalyse etwas in Frage. Es werden ab Sonntag 00 UTC (ab 8. März, +192 bis +240 h) insgesamt vier Cluster angeboten, nur einer davon (Cluster 3, 11 Member) lässt eine Trogannäherung von Westen zu und gehört demnach dem Regime NAO positiv an, ein weiterer (Cluster 4 mit 10 Membern) hat die Schwachstelle eher im Süden/Südosten mit einem kleinen Höhentief bzw. Trog und weiterhin einem Blocking. Die beiden anderen Cluster mit insgesamt 30 Membern (inkl. Haupt- und Kontrolllauf) setzen weiter auf Blocking mit Schwerpunkt des Höhenhochs direkt über dem südlichen Nordeuropa und Mitteleuropa.
Ein ähnliches Bild liefern die Rauchfahnen quer durchs Land. Das Geopotenzial bleibt mit recht geringem Spread bis einschließlich Donnerstag auf hohem Niveau. Ab Freitag nimm der Spread zu, wobei die Ausreißer nach unten, also zu geringerem Geopotenzial hin, nur von einzelnen Membern gezeigt werden. Niederschlagssignale sind zunächst keine vorhanden, ab Freitag/Samstag springen ganz vereinzelte Member an. Auch das Temperaturniveau in 850 hPa bleibt mit recht kleinem Spread zunächst hoch, die Kurvenschar weitet sich auch hier ab Donnerstag/Freitag allmählich, aber auch hier nur in Form von einzelnen Membern.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
In der Südosthälfte tritt gebietsweise leichter Nachtfrost auf.
Markante Wetterereignisse werden im gesamten Mittelfristzeitraum nicht erwartet.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





