Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 05.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL SEz, Übergang zu HFz
Heute im Osten Glatteis (region, im Nordosten markanter Schneefall, dort dann in der Nacht auf Freitag Glatteisgefahr. Am Freitagabend bis in die Nacht auf Samstag anhaltend, zunächst über Teilen der Mitte Glatteisgefahr, nordostwärts voranschreitend, Unwetter nicht ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... befindet sich der Vorhersageraum auf der Vorderseite eines umfangreichen Trogkomplexes knapp westlich der Britischen Inseln und damit in einer südlichen Höhenströmung. Dadurch werden in der Höhe mildere Luftmassen nach Norden geführt. Gleichzeitig liegt bodennah weiterhin Kaltluft kontinentalen Ursprungs. Während in der Höhe die 0-Grad-Isotherme in 850 hPa allmählich nach Norden geführt wird, kann sich bodennah bis etwa 950 hPa die Kaltluft halten. Derzeit liegen die T2m-Temperaturen im Norden und Nordosten oft zwischen -4 und -6 Grad, tagsüber bleibt es dort bei leichtem Dauerfrost. Betrachtet man die Prognoseaufstiege, zeigt sich die kälteste Luft um 950 hPa mit Werten um -7 Grad zur Mittagszeit.
In der ersten Tageshälfte fällt vor allem in den östlichen Landesteilen ausgreifend bis zur Uckermark gefrierender Regen, teils mit Stundensummen um 1 l/qm, sodass entsprechende Unwetterwarnungen erforderlich sind. Im Norden und Nordosten liegen die mittleren Schichten um 850 hPa noch im negativen Bereich, sodass dort mit den aufkommenden Niederschlägen durchweg Schnee fällt. Besonders in Vorpommern werden sowohl von der deutschen Modellkette als auch von externen Modellen die höchsten Niederschlagsmengen prognostiziert. Dort können Neuschneehöhen zwischen 5 und 10 cm in 6 Stunden erwartet werden, örtlich auch etwas mehr.
Im Tagesverlauf steigt das Temperaturniveau von Sachsen her langsam bis nach Südbrandenburg an und kann in den positiven Bereich gelangen, sodass die Glättegefahr dort gebietsweise abnimmt. Gleichzeitig lassen die Niederschläge nach. Einige Modelle zeigen jedoch weiterhin eine Niederschlagsschliere von Westsachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Mecklenburg. In diesem Bereich gehen die Temperaturen in den mittleren Niveaus wieder zurück, sodass dort erneut Schnee fallen kann.
An den Küsten weht ein böiger Ostwind mit Stärke 7 Bft, exponiert auch 8 Bft. Zum Abend lässt der Wind etwas nach. Besonders in Regionen mit höheren Neuschneemengen kann es zu Schneeverwehungen kommen. Im Südwesten und Westen ist von der Lage nur wenig zu spüren. Trockenere Luftmassen sorgen dort gebietsweise für sonnige Abschnitte, auf Alb und Schwarzwald auch länger. Lediglich Richtung Eifel wird etwas Regen oder Sprühregen angedeutet. Die Temperaturen steigen dort auf 5 bis 9 Grad, am Oberrhein auf 10 bis 13 Grad.
Zu erwähnen sind zudem schlechte Sichten in den Mittelgebirgslagen durch aufliegende Wolken sowie vom Thüringer Becken ausgreifend in angrenzende Regionen. Diese Nebel- und Hochnebelfelder verdichten sich zum Abend und in der Nacht weiter.
In der Nacht zum Freitag fällt zunächst vor allem noch im Norden Sachsen-Anhalts und Nordwestbrandenburg bis nach Mecklenburg-Vorpommern Niederschlag. Weiter nördlich dürfte es längere Zeit Schnee sein, weiter südlich eher gefrierender Regen. Die Prognosesoundings deuten darauf hin, dass dort noch bis etwa 03 UTC Schnee fallen kann, bevor dieser in Regen mit Glatteisgefahr übergeht. Auch auf geräumten Flächen kann sich erhebliche Glätte bilden. Die Niederschlagsmengen lassen weiterhin Unwetterpotenzial erkennen.
Der Wind an den Küsten nimmt weiter ab und ist spätestens in der zweiten Nachthälfte abseits exponierter Lagen nicht mehr warnrelevant. Im Westen und Südwesten sowie von Sachsen bis nach Südbrandenburg bleibt es vielfach frostfrei. Sonst liegen die Tiefstwerte häufig im leichten Frostbereich, sodass es in niederschlagsfreien Regionen im Osten weiterhin glatt bleiben oder erneut glatt werden kann.
Freitag... macht die Warmluft weiter Boden gut in Richtung Nordosten, sodass bis zum Nachmittag auch dort die Werte bis in den Plusbereich steigen können. Damit dürfte sich die Glättesituation bis zum Mittag deutlich entspannen, zumal die Niederschläge zur Ostsee abziehen.
Im Südwesten und Westen macht sich ein neuer Kurzwellentrog auf der Vorderseite des Trogkomplexes bemerkbar und führt neue Feuchtefelder heran. Die Regenfälle breiten sich von Westen und Südwesten bis zum Abend langsam bis zur Mitte sowie am Alpenrand bis ins Berchtesgadener Land aus. In der Regel sind keine größeren Probleme zu erwarten. In Richtung Ostwestfalen und Nordhessen, wo der Frost noch tief im Boden steckt, kann ab dem Abend erneut gefrierender Regen auftreten. In der Nacht zum Samstag greifen diese Regenfälle bis nach Ostniedersachsen, Sachsen-Anhalt und Westsachsen sowie nach Ostbayern aus. Auf gefrorenen Böden kann es vor allem anfangs zu Glatteis kommen, da die Temperaturen zu Beginn der Nacht nochmals in den Frostbereich sinken können. Regional besteht weiterhin Unwetterpotenzial durch gefrierenden Regen.
Auffällig ist, dass in der Nacht zum Samstag aus Polen zusätzliche Feuchte in die östlichen Landesteile gelangt. Die Prognosesoundings zeigen eine Sättigung bis etwa -10 Grad, sodass sowohl Schneegriesel als auch (gefrierender) Sprühregen möglich sind. Der DMO des signifikanten Wetters favorisiert vor allem gefrierenden Regen.
Abgesehen davon werden tagsüber und nachts keine weiteren markanten Wettergefahren erwartet. Der Wind nimmt auch an den Küsten weiter ab. In höheren Mittelgebirgslagen kann es tagsüber zeitweise sonnig sein, sonst dominiert bereits vor dem Regen hochnebelartiges Dauergrau. Die Temperaturen erreichen im Westen und Südwesten 5 bis 10 Grad, am Oberrhein bis 12 Grad. Weiterhin erwähnenswert sind schlechte Sichtverhältnisse -- tagsüber vor allem in den Mittelgebirgen und im Thüringer Becken, nachts dann ausweitend auf den Osten und Nordosten sowie bis nach Franken.
Samstag... nimmt der Isohypsengradient in der Höhe immer weiter ab, sodass das Feuchtefeld nur noch schleppend in den Osten und Nordosten vorankommt. Das Niederschlagsband erstreckt sich tagsüber vom Erzgebirge über Sachsen-Anhalt bis nach Schleswig-Holstein. Anfangs kann der Regen noch kritisch sein, mit steigenden Temperaturen lässt die Glatteisgefahr jedoch zunehmend nach. Im Westen und Südwesten wird es mit Höchstwerten zwischen 8 und 14 Grad nahezu frühlingshaft. Im Norden und Osten liegen die Temperaturen bei 1 bis 5 Grad. Damit wird der Samstag in vielen Regionen der wärmste Tag der Woche. Besonders in NRW, vor allem am Niederrhein, kann es länger sonnig sein; auch im Südwesten zeigt sich häufiger die Sonne. Sonst bleibt es vielfach dauergrau und teils neblig-trüb.
Im Laufe des Nachmittags greifen von der Ostsee und aus Polen schwache Niederschläge über, die zu einem Tief in mittleren Niveaus gehören. In der Nacht zum Sonntag verbinden sie sich mit dem Feuchtefeld aus Westen, sodass im gesamten Osten und Nordosten leichte Niederschläge auftreten. Mit dem Zustrom kälterer Luft aus Nordosten und Osten fallen diese zunehmend als Schnee. Allerdings bestehen Modellunterschiede (ICON überwiegend Schnee, EZ teils Regen). Glätte ist in der Nacht auf jeden Fall wahrscheinlich. Die Temperaturen sinken häufig in den leichten Frostbereich oder bewegen sich um den Gefrierpunkt. Lediglich entlang der westlichen und südwestlichen Ballungsräume sowie im Emsland bleibt es vielfach frostfrei, am Niederrhein bei etwa 5 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle sind sich grundlegend über die Entwicklung in der Kurzfrist einig. Unsicherheiten, zum Beispiel der genauen Niederschlagsphase, wurden im Haupttext angesprochen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marcus Beyer
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 05.02.2026 um 10.30 UTC
Zunächst kaum Niederschläge, ab Dienstag zyklonaler. Dabei weiterhin im Westen und Süden milder, im Norden und Osten kälter.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 12.02.2026
Zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums am kommenden Sonntag zeigt sich ein umfangreicher Tiefkomplex über dem Nordostatlantik, der über West- und Südwesteuropa bis in den westlichen Mittelmeerraum reicht. Demgegenüber steht ein Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über Fennoskandien, das seinen Einfluss in Richtung Deutschland ausweiten kann. Es verlagert sich zum Montag in Richtung Osteuropa, bleibt aber dennoch weiter für uns wetterbestimmend. So bleibt der Temperaturkontrast über Deutschland weiterhin erhalten, mit milderer Luft im Westen und Südwesten Deutschlands vorderseitig des Tiefkomplexes und kälterer Luft teils mit Dauerfrost im Norden und Osten, die am Rande des Hochs zu uns geführt wird. Niederschläge sind zunächst kaum zu erwarten. Einzig über dem Norden und Osten liegen noch die Reste einer Okklusion, sodass es dort vereinzelt etwas schneit. Örtlich ist auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen. Dort bleibt es auch überwiegend stark bewölkt, während im Westen und Süden durch die östliche bis südöstliche Strömung im Lee der Mittelgebirge die Bewölkung auch mal größere Lücken bekommen kann.
Ab Dienstag verlagert sich das Hoch weiter südostwärts und verliert somit an Einfluss und macht den Weg frei für zunehmenden Tiefdruckeinfluss. Dabei stößt ein Höhentrog vom Nordostatlantik in Richtung Mitteleuropa vor und verbindet sich mit einem weiteren mit hochreichender Kaltluft angefüllten Trog über Nordeuropa. Dieses Konglomerat weitet sich schließlich weiter nach Süden aus, sodass zum Ende der Mittelfrist am Donnertag weite Teile Europas von einem umfangreichen Langwellentrog überdeckt sind.
Im Bodendruckfeld verlagert sich dadurch der Tiefdruckkomplex in Richtung Mittel- und schließlich auch Südeuropa. Eine darin eingelagerte erste Warmfront greift im Laufe des Dienstags mit Niederschlägen auf den Westen und Südwesten des Landes über. Sie kommt im Laufe der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch über der Südhälfte weiter ostwärts voran. Durch die Ausbildung einer Tiefdruckrinne, die sich von den Britischen Inseln bis in die Mitte Deutschlands erstreckt, beginnt die Front zu wellen. Somit kann es gebietsweise vor allem im Süden auch länger anhaltend und kräftig regnen. Am Nordrand des Niederschlagsgebietes an der Grenze zur kälteren Luft kann es im Norden und Osten auch schneien oder gefrierenden Regen geben, wobei die mildere Luft etwas weiter in Richtung Norden und Osten vorankommt.
Am Donnerstag verlagert sich die Rinne über die Mitte Deutschlands hinweg ostwärts. Somit kommt es vor allem im Süden und in der Mitte zu weiteren Niederschlägen, die in der nördlichen Mitte und Richtung Osten auch als Schnee oder gefrierender Regen fallen können.
Nach Abzug setzt sich rückseitig des Tiefs eine nordöstliche bis nördliche Strömung durch, sodass die kältere Luft aus dem Norden in der erweiterten Mittelfrist Richtung Alpen geführt wird. Anfangs fällt im Süden und Osten auch noch Niederschlag, der dann allmählich in Schnee übergeht. So könnten auch die Alpen endlich mal etwas Schnee abbekommen. Allerdings macht sich rasch ein Zwischenhoch bemerkbar, sodass die Schneefälle nicht allzu lange anhalten würden.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des EZMW-Modells kann bis Donnerstag als gut bezeichnet werden. Einzig bezüglich der Rinne gibt es noch Unterschiede. Im gestrigen 00 UTC Lauf zog ein abgeschlossenes Tief auf etwas nördlicherer Zugbahn über uns hinweg. Die Niederschläge erreichten so auch den Norden. Seit dem gestrigen 12 UTC Lauf wird konsistent und weitgehend übereinstimmend die Rinne prognostiziert.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Zunächst wir die Wetterentwicklung sehr ähnlich prognostiziert. Ab Dienstag werden die Unterschiede größer. GFS zeigt zunächst eine sehr ähnliche Entwicklung zu IFS, wenngleich der Schwerpunkt der Niederschläge über der südlichen Mitte zu finden ist und es keine Signale für markante Regenmengen gibt. Der markante Kaltluftvorstoß wie bei IFS findet aber Richtung erweiterte Mittelfrist nicht statt. ICON hingegen zeigt keine Rinne wie bei IFS oder GFS, sondern die Passage des okkludierten Ausläufers eines Tiefs nordwestlich der Britischen Inseln von Südwest nach Nordost und auch deutlich später erst im Laufe des Mittwochs. Somit fallen die Niederschläge deutlich schwächer aus und es würde vor allem im Nordosten die Gefahr von gefrierendem Regen oder Schneefall bestehen. Auch der Kaltluftvorstoß kommt dadurch bei ICON nicht zustande. Vielmehr sorgt die südwestliche Strömung auch im Nordosten für eine Milderung.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die betrachteten Rauchfahnen einiger Stationen in Deutschland zeigen beim Verlauf der Temperatur in 850 hPa bis einschließlich Dienstag einen geringen Spread. Nachfolgend nimmt dieser für Hamburg ab Mittwoch, für Offenbach ab Donnerstag und für München ab Freitag deutlich zu. Dabei zeigt der HRES einen deutlichen Rückgang der Temperatur wie oben beschrieben, im Norden etwas früher, im Süden etwas später. Die Mehrheit der Member allerdings verbleibt in der erweiterten Mittelfrist auf relativ ähnlichem Niveau, bzw. deutet in Hamburg sogar auf eine leichte Milderung hin. Somit wäre nach dem Ensemble die ICON und GFS-Lösung die Wahrscheinlichere. Auch bei den Niederschlagssignalen ab Dienstag springt der HRES beispielweise für Offenbach früher an, als die Mehrheit der Member, was der ICON-Lösung entsprechen würde.
Die Clusterung des EZMW weist für die ersten drei Zeiträume nur jeweils einen Cluster auf. Gegen Ende der Mittelfrist zeigt sich zwar eine Rinnenstruktur über uns und der Aufbau eines Tiefs über Osteuropa. Es ist aber rasch ein blockierendes Hoch in Nordwest-Südost Ausrichtung von Island Richtung östliches Mitteleuropa zu erkennen, sodass der kräftige Kaltluftvorstoß ausbliebe und sich eine ähnliche Situation wie aktuell einstellen würde, die wiederum mehr der ICON- und GFS-Lösung entspricht.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Sonntag besteht im Nordosten und Osten noch eine geringe Wahrscheinlichkeit für örtlich gefrierenden Regen.
Ab der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch gibt es von IFS im Schwarzwald Signale für markanten Dauerregen mit Mengen zwischen 30 und 50 l/qm in 24 Stunden. Aufgrund der Modellunterschiede und nur geringer Wahrscheinlichkeiten seitens EZMW-EPS ist die Entwicklung aber sehr unsicher.
Zudem können am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag auf Basis des IFS und GFS über der nördlichen Mitte und später im Osten stellenweise markanter Schneefall und/oder gefrierender Regen nicht ausgeschlossen werden. Bei ICON wäre vor allem der Nordosten betroffen.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, EZWM-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger





