Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 25.10.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Weiterhin wechselhaft, aber weniger Regen und weniger Wind.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... hat das tonangebende Sturmtief MANJA (int. Boelo) den Übergangsbereich vom Seegebiet Viking zu Utsira Nord (beide nördliche Nordsee) erreicht, womit es auch nicht mehr weit ist zum südnorwegischen Festland. Und tatsächlich macht MANJA in den nächsten Stunden Landgang, nicht aber ohne auf See etwas weiter nördlich (nördlich von Svinöy) einen zweiten Kern zu bilden. Beide Kerne haben erheblich mit Gewichtszunahme zu kämpfen, sprich, steigendem Luftdruck. Am Ende bleibt der nördliche Part übrig, der sich morgen Mittag mit einem Minimum von etwas unter 980 hPa über dem östlichen Teil der Norwegischen See etwa auf Höhe von Island positioniert. Der andere Teil steckt dann in dem markanten Bodentrog, der sich zur gleichen Zeil über Südschweden hinweg bis zur westpommerschen Küste erstreckt.
Was die unmittelbar bevorstehende Nacht angeht, ist noch der Potenzialtrog zu nennen, der heute zu uns reingeschwenkt ist, nun aber Kurs auf das östliche Mitteleuropa nimmt. Verlassen wird uns auch die Kaltfront im Süden, die sich in die Alpen zurückzieht, wo sie Druckanstieg zum Opfer fällt (Gott zum Gruße IDRIS) und sich auflöst. Wer in Gottes Namen ist IDRIS? Es handelt sich um einen von Frankreich Richtung Alpenvorland ausgreifenden Hochkeil, der sich am Montag selbstständig macht und vergleichsweise zügig ostwärts wandert.
Zum Wetter, das ganz im Süden anfänglich noch von frontalem Regen geprägt ist, der sich aber unter Abschwächung wie die Front auch schon bald in die Alpen zurückzieht. Oberhalb 1300-1500 m kann es ein wenig schneien, viel Neuschnee wird´s aber nicht geben. Ansonsten sind in der frisch eingeflossenen maritimen Polarluft (mP) noch ein paar Schauer und vereinzelte Gewitter unterwegs, die mit zunehmender Nachtlänge aber mehr und mehr mit dem Tagesgang respektive der von Westen voranschreitenden Stabilisierung durch neuerliche WLA zu kämpfen haben. Einzig über See, im unmittelbaren Küstenbereich sowie in Schleswig-Holstein bleibt eine rege, diabatisch geprägte Schaueraktivität erhalten.
Auf den absteigenden Ast begibt sich auch der Südwest- bis Westwind, der vor allem im Binnenland deutlich an Fahrt verliert. Allein im schleswig-holsteinischen Binnenland reicht es noch vermehrt für steife Böen 7 Bft. Stürmisch bleibt es im höheren Bergland sowie an der See, insbesondere an der Nordsee, wo bis in die Morgenstunden zumindest auf nordfriesischer Seite mit schweren Sturmböen 10 Bft zu rechnen ist. Eine ähnliche Böenstärke wird zunächst auch noch in einigen exponierten Hochlagen der Mittelgebirge erzielt, bevor bis zum Morgen auch dort eine allmähliche Abnahme erkennbar ist.
Tiefsttemperatur: 9 bis 2°C, im Bergland stellenweise leichter Luftfrost.
Montag ... schiebt sich von Westen her langsam ein Höhenrücken zu uns rein, der aber von der ihn stützenden WLA überlaufen wird. Initiator der positiven Schichtdickenadvektion ist das nächste Sturmtief auf dem nahen Atlantik (NAOMI), das seine Fühler zu uns ausstreckt. Es sei aber schon an dieser Stelle verraten, dass NAOMI trotz zuvor an den Tag gelegter rapider Zyklogenese zumindest hier in Deutschland bei Weitem nicht an die Leistungen ihrer Vorgängerin MANJA herankommt, sowohl was den Regen als auch den Wind betrifft.
Ohnehin muss man konstatieren, dass der Montag in weiten Landesteilen entweder noch von den peripheren Auswüchsen der scheidenden MANJA oder dem langsam ostwärts wandernden IDRIS geprägt wird. Bedeutet im Klartext, dass insbesondere im Süden zeitweise die Sonne zum Vorschein kommt, aber auch sonst die ein oder andere Auflockerung (im Osten mehr als nach Westen hin) Himmelssicht gewährt. Schauer sind nur noch selten unterwegs, wobei die Regel gilt "je näher an der Küste, desto wahrscheinlicher ´ne Husche". Die Küsten sind es auch, die windtechnisch am längsten in der Show sind. In Nordfriesland sind anfangs sogar noch ein paar "9er" möglich, sonst meist Böen 7-8 Bft, Tendenz im Tagesverlauf nachlassend, am Abend an der Nordsee mit Rückdrehen auf Süd wieder zunehmend.
Am Nachmittag, spätestens am Abend wird es nun aber doch Zeit, sich mit dem neuen Sturmtief auseinanderzusetzen. So zieht im Westen mehrschichtige Warmfrontbewölkung auf, aus der es zwischen Nordsee und RP anfängt leicht zu regnen. Warmfront und stratiformer Regen ziehen in der Nacht zum Dienstag über den Norden und die Mitte ostwärts, wobei kaum mal 5 l/m² innert 6-12 Stunden zusammenkommen. Im Süden bleibt es sogar im Großen und Ganzen trocken. Während die Warmfront hinsichtlich ihrer Wetterwirksamkeit eher den momentanen fußballerischen Qualitäten von Hannover 96 gleichkommt (kurz gesagt nicht viel zustande bringt), läuft es auf der thermischen Seite nicht schlecht. So wird ein Schwall maritimer Subtropikluft (mS) advehiert, in der T850 im Westen und Südwesten bis zum Morgen auf 9 bis 12°C ansteigt. Das spiegelt sich ein Stück weit auch in den nächtlichen Temperaturen wider, die nach 11 bis 17°C am Tage auf rund 11°C im bewölkten und durchmischten Westen/Nordwesten und lokal um 0°C in der entkoppelten Grundschicht im Südosten zurückgehen.
Windtechnisch stechen die Nordsee (Böen 7-8, vereinzelt 9 Bft) und einige Hochlagen raus, ansonsten bleibt es meist bei schwacher, im Nordwesten teils mäßiger Luftbewegung.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... siehe Übersicht von heute früh.
Modellvergleich und -einschätzung
Keine Ergänzungen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 25.10.2026 um 10.30 UTC
Am Mittwoch an der Nordsee noch stürmische Böen. Ansonsten Übergang zu ruhigem Hochdruckwetter ohne markante Wettererscheinungen. Dabei allmähliche Abkühlung auf ein für Ende Oktober durchschnittliches Temperaturniveau.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 01.11.2026
Die Kaltfront des Tiefs über dem Nordmeer schwenkt am Mittwochmorgen rasch über den Osten und Süden Deutschlands hinweg zum östlichen und südöstlichen Mitteleuropa. Postfrontal strömt vom Atlantik Meeresluft subpolaren Ursprungs nach Deutschland mit 850-hPa-Temperaturen zwischen 1 und 4 Grad und in der Höhe schwenkt der markante Trog des nunmehr hochreichenden Tiefs über uns hinweg nach Polen. Rückseitig schiebt sich der Keil eines kräftigen Hochs über Frankreich nach Süd- und Mitteldeutschland vor.
Am Donnerstag kommt der Trog über Polen durch einen russischen Hochdruckblock kaum noch weiter ostwärts voran und an der Westflanke des Troges zieht ein Randtrog von der Nordsee nach Nord- und Ostdeutschland. Der Schwerpunkt des Hochs verlagert sich zum mittleren Deutschland und später bildet sich aus seinem Keil über Südnorwegen ein weiterer Hochkern. Von Norden erreicht in 850 hPa 0 Grad kalte Luft zum Tagesende Norddeutschland.
Am Freitag dehnt sich der zum Hoch gehörende Höhenkeil von Großbritannien nach Skandinavien aus, wo sich das kräftige Bodenhochdruckgebiet kräftigt. Damit dreht die Strömung auf Nord bis Nordost und das Isohypsenfeld ist nach Osten hin noch leicht zyklonal gekrümmt. Die Temperaturen in 850 hPa liegen zwischen 0 Grad im Raum Sachsen und 8 Grad ganz im Westen.
Am Samstag spaltet sich aus dem Höhenkeil über Südskandinavien eine Höhenantizyklone ab, welche dort das blockierende Bodenhochdruckgebiet stützt. Dabei strömt von Nordosten eher kühle Luft nach Deutschland mit 850-hPa-Temperaturen zwischen -2 Grad in der Oberlausitz und 4 Grad ganz im Westen. Ein Randtrog des Höhentiefs über dem Balkan streift den äußersten Südosten Deutschlands.
Die hochreichende Antizyklone über Südskandinavien bestimmt auch am Sonntag das Wettergeschehen in Deutschland, wobei eher kühle Luft wetterwirksam ist. Zwar schwenkt ein Randtrog des Höhentiefs über dem Balkan durch, der aber kaum Wetterwirksamkeit zeigt.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der neue Modelllauf vom EZMWF und auch der Lauf von gestern, 12 UTC berechnen die synoptischen Basisfelder ab Donnerstag nun deutlich antizyklonaler als im gestrigen 00-UTC-Lauf. Damit gleicht sich EZMWF den anderen Modellen von gestern sowie den heuten Globalmodellen der anderen Wetterdienste einschließlich DWD an.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bei ICON spaltet sich das blockierende Höhenhoch über Ostengland ab und das Bodenhoch liegt auch weiter südlich über der deutschen Ostseeküste. Es resultiert aber ebenfalls eine östliche Strömung mit eher kühler Luft am nächsten Wochenende. Auch UK10 sieht ähnlich aus. Bei GFS von heute 06 UTC schwenkt am Samstag der von Südwesteuropa ausgehende Höhenkeil über Mitteleuropa nach Südosten und anschließend schwenkt ein schwacher Tiefausläufer durch, ehe Deutschland in den Einflussbereich des neuen westeuropäischen Hochs kommt.
Der Hochdruckblock über Skandinavien ist somit noch nicht sicher, aber insgesamt bestimmt hoher Luftdruck das Geschehen, eventuell mit einer vorübergehenden Abschwächung am Sonntag. Damit kann sich die Grundschicht bis zum nächsten Wochenende allmählich abkühlen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS berechnet heute 4 Cluster, die allesamt als blockierend eingestuft werden. Ein abgeschlossenes Höhenhoch bildet sich aber lediglich im 3. und 4. Cluster über der Nordsee und dem Baltikum. Im 1. Und 2. Cluster mit insgesamt 29 Modellläufen schwenkt der kräftige Höhenkeil über Deutschland langsam südostwärts und im ersten Cluster mit 15 Modellruns geht am Sonntag eine schwache Störung durch. In der erweiterten Mittelfrist (2.-4.11.) regeneriert sich das Hoch wieder.
Die Rauchfahne von Offenbach zeigt am Dienstag den Warmluftvorstoß mit Temperaturen um 11 Grad in 850 hPa. Mit der oben beschriebenen Kaltfront sinken ab Mittwoch die Temperaturen in diesem Niveau auf 1 bis 5 Grad. Anschließend streuen die Temperaturen in 850 hPa sehr stark und die Temperaturen liegen ab Freitag meist zwischen -1 und + 9 Grad. Dabei werden die kalten Lösungen meist durch eine eher nördliche Lage des Hochs hervorgerufen (kühle Ostströmung) und die warmen Lagen werden durch ein Hoch über Mitteleuropa mit niedriger Inversion hervorgerufen.
Die EPS-Meteogramme zeigen zunächst einen sehr milden Dienstag, ehe die Temperaturen im Mittelfristzeitraum auf normale Werte zurückgehen, ab dem kommenden Wochenende sogar teils auf leicht unterdurchschnittliche Temperaturen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Mittwoch sind an der Nordsee noch stürmische Böen wahrscheinlich. Ab Donnerstag sind signifikante Wettererscheinungen unter Hochdruckeinfluss unwahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, operationelle Modelle und EPS.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden





