Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 25.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Südwest antizyklonal
Vorfrühling mit herbstlicher Note - deutliche Milderung z.T. bis in Rekordnähe, vor allem heute aber auch noch eine Menge Nebel und Hochnebel.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... weist die großräumige Potenzialverteilung eine schöne Omega-Konfiguration auf. Dabei wird ein Höhenrücken über Mitteleuropa von zur Abtropfung neigenden Trögen über dem nahen Atlantik sowie einem weiteren zwischen der Halbinsel Kola und dem östlichen Mittelmeer flankiert. Bezogen auf Deutschland wandert die Hauptachse des Rückens im Laufe des Tages von der West- zur Ostgrenze (Referenz 300 hPa). Dadurch drehen die insgesamt eher schwachen Höhenwinde von anfangs Nordwest auf West-Südwest zurück, was aber nicht sonderlich von Belang ist. Im Großen und Ganzen dominiert Absinken das Geschehen, woran auch ein schwacher, von Benelux in den Rücken hineinlaufender KW-Trog nichts Substanzielles ändert. Das Bodenhoch - die Rede ist von HEIKO - befindet sich wenig stromab vom Rücken und erstreckt sich heute Mittag von Italien über das Baltikum bis hoch zum Weißen Meer. Heißt im Umkehrschluss, wir liegen auf der Westflanke des Hochs, der sogenannten "warmen" Seite und tatsächlich steigt T850 in der sickernden Subtropikluft (mS/xSp) bis zum Abend kontinuierlich an auf Werte um 10°C in der gesamten Südwesthälfte und 2 bis 8°C sonst (kleinste Werte Vorpommern/Uckermark).
Kurzum, im Grunde ist alles auf Vorfrühling pur gestellt und tatsächlich wird in einigen Regionen schon ganz ordentlich rangeklotzt. Vor allem im Westen und Südwesten sowie im höheren Alpenvorland plus Alpenrand lässt sich die Sonne trotz einiger regionaler Startschwierigkeiten durch Nebel oder Hochnebel nicht lumpen. Hohe Startwerte teils im unteren zweistelligen Bereich gepaart mit ordentlich Einstrahlung (Sonnenstand wie zweite Hälfte Oktober), dazu zumindest im Westen leichte Leeeffekte durch Überströmung der vorgelagerten Mittelgebirge (Südostwind) sorgen für veritable Tageshöchsttemperaturen von 17, 18 oder 19, vereinzelt vielleicht sogar 20°C. Das sind für Ende Februar ungewöhnlich hohe Werte, aber noch keine Monats-Allzeitrekorde. Längerer Sonnenschein darf auch von der östlichen Mitte bis ins mittlere Niedersachsen erwartet werden, wo es allerdings nicht ganz so mild wird wie im Westen. Zum einen ist die Luftmasse per se noch kühler (T850), zum anderen liegen die Startwerte niedriger. Lokal reicht es für 15 oder 16°C, was freilich auch nicht schlecht ist, häufig bleibt die Höchsttemperatur aber darunter. Das trifft übrigens auch auf andere Regionen zu, die zudem von der Sonne nicht in dem Maße begünstigt werden wie die bereits zitierten Gebiete. Wir dürfen nicht vergessen, dass wie aus einer "herbstlich" anmutenden Nacht mit viel Nebel oder Hochnebel kommen, die sich trotz des soliden Sonnenstands und nur mäßiger vertikaler Ausdehnung der Grundschicht schwertun zu verschwinden. Was auch daran liegt, dass die Durchmischung aufgrund schwacher Luftdruckgegensätze und mithin limitierter Windaktivität alles andere als berauschend ist. Vor allem im Nordosten, aber auch zwischen Thüringer Wald und Donauniederungen sowie im westlichen und zentralen Mittelgebirgsraum plus Oberrheingraben droht ein zähes und wahrscheinlich auch nicht allerorten erfolgreiches Ringen um die Auflösung der penetranten Grautöne. Richtung Oder und Neiße sowie in Vorpommern werden nicht mal 10°C, auf Rügen und Usedom vereinzelt nicht mal 5°C erreicht.
In der Nacht zum Donnerstag wird der Rücken von einem weiteren, besser definierten KW-Trog von UK/Irland her angelaufen. Dadurch flacht der Rücken etwas ab und beginnt sich leicht im Uhrzeigersinn zu neigen, was ihm eine Südwest-Nordost-Ausrichtung beschert. Deutschland verbleibt im westlichen Teil des Rückens unter einer schwachen, antizyklonal konturierten Südwestströmung ohne Hebungsimpulse. Daran ändert auch die schwache Kaltfront, die dem Trog vorgelagert ist, nicht viel. Zwar erreicht ihr schmales Wolkenband in den frühen Morgenstunden den äußersten Nordwesten um Emden, Leer und Meppen herum, Regen steht aber nicht auf der Agenda.
Ansonsten gilt es zu konstatieren, dass die Grundschicht etwas abtrocknen konnte, weshalb die Nebelausbreitung etwas reduzierte als in der Vornacht ausfällt. Nichtsdestotrotz muss gerade in den Flussniederungen und Senken der Mitte und des Südens mit Nebel oder Hochnebel gerechnet werden, wobei die Wahrscheinlichkeit für dichten Nebel mit Sichtweiten unter 150 m in den Donauniederungen sowie im Oberrheingraben am höchsten ist. Nördlich der zentralen Mittelgebirgsschwelle (Rothaar- bis hinüber zum Erzgebirge plus Harz) ist die Nebelneigung nahe null, da leichter Druckfall einsetzt, der dem südlichen Wind ein wenig Leben einhaucht, auch wenn dadurch nicht gleich die Fensterläden in Ruckeln kommen.
Das Thema Frost lässt trotz der allgemeinen Milderung noch immer nicht von uns ab. Während es im Rheinland punktuell nicht unter 10°C abkühlt, muss im Grenzbereich zu Polen, in der östlichen Mitte sowie zwischen Oberfranken und Alpenrand bei Aufklaren mit leichtem Frost zwischen 0 und -3°C gerechnet werden.
Donnerstag... schwenkt besagter KW-Trog nahezu geräuschlos über den Vorhersageraum hinweg, wobei er sich regelrecht in den inzwischen leicht nach Osten versetzten Rücken hineinbohrt. Rückseitig kommt es zu einer abermaligen Aufwölbung der Isohypsen, was einer gewissen Regeneration des Rückens gleichkommt. Die o.e., mit dem Trog korrespondierende Kaltfront ist so schwach auf der Brust, dass es der geschätzte Nachtdienstkollege nicht für nötig befunden hat, die Front in der Vorhersagekarte T+36h abzubilden. Gleichwohl lässt sich nicht leugnen, dass im erweiterten Nordseeumfeld ein paar Tropfen den Weg zur Erde finden und dass bis zum Abend niedertroposphärisch etwas kältere Luft in den Norden und Westen einströmt, in der T850 auf 7 bis 2°C zurückgeht. Zunehmen tut hingegen der Gradient zwischen der mittlerweile zum nahen Osteuropa abgewanderten Hochdruckzone und einem knackigen 975-hPa-Sturmtief (CHIARA) dicht bei Island. Vor allem in der Nordhälfte lebt der Süd-Südwestwind mitunter etwas auf, bleibt dabei aber unterhalb der einschlägigen Warnschwellen. Einzig der Brocken, immer ganz vorne, wenn´s um Luftbewegung geht, tritt mit ersten zaghaften 8er-Böen auf den Plan, Tendenz in der Nacht zum Freitag zunehmend.
Wettertechnisch gilt festzuhalten, dass es im Norden und Nordwesten mitunter wolkig bis stark bewölkt zugeht, während der große Rest der Nation auf Sonne hoffen darf. Allerdings mit der Einschränkung, dass sich in der Mitte und im Süden erstmal die lästigen Nebel- und Hochnebelfelder auflösen müssen, was hier und da einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Im Gegensatz zu heute stehen die Chancen aber besser, dass bis zum Abend alles "weggekehrt" ist. Thermisch geht´s weiter bergauf mit verbreitet 14 bis 19, am Rhein stellenweise 20 oder gar 21°C. Lediglich die küstennahen Landstriche, die vorgelagerten Inseln sowie das höhere Bergland hinken mit 7 bis 14°C der Frühlingsoffensive nach wie vor hinterher.
In der Nacht zum Freitag wird der Rücken durch die o.e. Neuaufwölbung scheinbar retrograd, wobei er sich über weite Teile des Vorhersageraums legt. Bodennah bleibt es bei einer geostrophisch südwestlichen, ageostrophisch eher südlichen Grundströmung, die aber nur in höheren Lagen (Brocken bis 10 Bft) sowie auf der freien Nordsee so richtig spürbar sein wird. Ansonsten präsentieren sich der Norden und Nordwesten weiterhin anfällig für dichtere Wolken, aus denen sogar ein paar Tropfen fallen können. In den übrigen Regionen präsentiert sich der Himmel aber vielerorts gering bewölkt oder klar, abzüglich einiger Nebel- oder Hochnebelfelder in den Mitte und im Süden, die aber nicht mehr so flächig auftreten wie in den Nächten zuvor.
Tiefstwerte zwischen 11°C im Westen und Nordwesten bis 3°C im Südosten, Richtung Alpen sowie in Ostbayern stellenweise leichter Frost.
Freitag... verlagert sich der Rücken geringfügig nach Osten, so dass sich bei uns abermals eine südwestliche Höhenströmung einstellt. Darin eingelagert ist ein kleiner KW-Trog, welcher der ansonsten eher antyzyklonal konturierten Strömung eine zyklonale Note verpasst. Die findet sich auch in Bodennähe in Form einer teilokkludierten Kaltfront wieder, die zum o.e., inzwischen auf etwa 985 hPa aufgefüllten Tief bei Island gehört und die im Tagesverlauf den Nordwesten erreicht. Neben frontaler Bewölkung kommt auch Regen auf, der sich laut ICON am Nachmittag auf weite Teile NRWs und Niedersachsens bis hoch nach SH und Westmecklenburg ausweiten soll. Damit vertritt ICON eine sehr progressive Prognosevariante, die sonst nur von SuperHD gestützt wird. IFS agiert etwas defensiver, GFS und UK10 sogar sehr defensiv (kaum Regen auf deutschen Boden bis Freitagabend).
Während also im Norden und Westen mit atmosphärischen Einschränkungen zu rechnen ist, kann sich der große Rest des Republik auf einen sonnigen oder nur locker bewölkten Vorfrühlingstag freuen. Dabei wird auch thermisch noch etwas draufgesattelt auf verbreitet 15 bis 20, im Süden und Südwesten bis zu 21 oder 22°C. MOS visiert im südlichen Oberrheingraben sogar die 23°C an, was natürlich von vielen Kleinfaktoren abhängt (u.a. Startwerte, Durchmischung, Einstrahlung, Saharastaub??). So oder so, es spricht nicht wenig dafür, dass zumindest einige Stationsrekorde für Februar fallen werden. Ob es auch für einen Allzeitrekord reicht (in der Datenbank die nicht mehr existente Station Arnsberg mit 24,5°C am 26.02.1900 vor der Sternwarte in Jena mit 23,1°C m selben Tag; die höchsten Werte nicht ganz so weit zurückliegender Zeiträume datieren vom 29.02.1960, wo in Kaiserslautern und Müllheim (Oberrhein) 22,5°C gemessen wurden), bleibt abzuwarten. Der "1900-Knaller" aus dem Sauerland dürfte nicht zu toppen sein, aber für die "neuzeitlichen" Rekorde könnte es evtl. reichen. Nach wie vor etwas in der Hinterhand der äußerste Norden, wo sich natürlich das vom Winter noch kalte, in Teilen der Ostsee sogar noch gefrorene Meerwasser bemerkbar macht. Der Süd- bis Südwestwind frischt an und auf der Nordsee vorübergehend auf mit Böen bis 7 Bft. Spitzen ähnlicher Größenordnung (6-7 Bft) dürfte es auch in einigen Leelagen der westlichen und zentralen Mittelgebirge geben, während der Brocken mit 9-10 Bft weiterhin den Vogel abschießt.
In der Nacht zum Samstag kommt die Kaltfront langsam südostwärts voran, wobei hinsichtlich genauer Platzierung ebenso wie beim Niederschlag (Intensität, räumliche Verteilung) noch ein paar Fragezeichen im Raum stehen. Präfrontal zeigt sich der Himmel gering bewölkt oder klar mit nur geringer Nebelneigung. Sollte es hingegen postfrontal an der Nordsee auflockern, wäre dort die Nebelwahrscheinlichkeit bei deutlich abnehmendem Wind signifikant erhöht. Meist bleibt es frostfrei, nur im Süden stellenweise Temperaturen um oder etwas unter dem Gefrierpunkt.
Modellvergleich und -einschätzung
Im Großen und Ganzen simulieren die Modelle die Entwicklung ähnlich. Unschärfen im Hinblick auf die Kaltfront am Freitag wurden im Text angerissen. Auch die typischen Grenzschichtphänomene wie Nebel oder Hochnebel werden sehr individuell behandelt. Auffällig dabei, dass ICON-RUC den Nebel und Hochnebel bis heute Abend deutlich progressiver wegsimuliert als ICON-D2. Hier ist ICON-D2 der Vorzug zu geben.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 24.02.2026 um 10.30 UTC
Meist frühlingshaft und mild, am Freitag und Dienstag Kaltfrontpassagen mit moderater Abkühlung. Dabei vereinzelt Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 03.03.2026
"Winter Ade! Scheiden tut weh", Fallerslebens Volkslied scheint mit Blick auf die Mittelfristvorhersage wahr zu werden, wenn auch einige dem Winter sicherlich nicht hinterher trauern werden. Jedenfalls manifestiert sich in den kommenden Tagen eine Wetterlage, bei der die Zufuhr milder Luftmassen garantiert ist, während kühlere Luft (nicht kalte) nur kurzzeitig zum Zuge kommt.
Im Detail findet sich Deutschland zum Beginn des Mittelfristzeitraums am Freitag auf einer Trogvorderseite in einer südwestlichen Strömung unter Zufuhr maritimer Subtropikluft mit T850 hPa von 3 bis 10 Grad wieder. Die Achse des Rückens hat Deutschland allerdings bereits überquert, womit der Trog von den Britischen Inseln Richtung Nordsee und Frankreich vorrücken kann. An einem Randtrog davon über der nordwestlichen Nordsee ist ein Bodentief gekoppelt, das im Zuge der Progression der Gebilde bis abends bis nach Norwegen geführt wird. Die okkludierende Kaltfront des Tiefs erreicht in den Vormittagsstunden den Nordwesten Deutschlands, bis zum Abend kommt sie mit schauerartigen Regenfällen aber nur zögerlich landeinwärts voran. Ein wenig CAPE wird daran zwar auch simuliert, die Hebung bleibt jedoch überschaubar (Randtrog zu weit nördlich, Haupttrog noch zu weit westlich), sodass die Gewittergefahr gering bleibt. Allerdings sind auch präfrontal in der milden Luft bei leichter Feuchtigkeitszunahme in der Südosthälfte vereinzelte Gewitter nicht ganz ausgeschlossen.
Am Samstag überquert der Trog Deutschland und schiebt das Bodentief von Norwegen nach Nordwestrussland weiter. Die Kaltfront zieht daraufhin im Tagesverlauf bis in den Südosten, postfrontal sickert mit westlicher Strömung etwas kühlere Meeresluft mit T850 hPa von -2 bis 3 Grad ein.
Am Sonntag und Montag wölbt sich über Frankreich und der Nordsee ein Rücken auf, gleichzeitig kommt es auf dem Nordostatlantik zu einer Austrogung. Das lässt die Strömung auf Südwest rückdrehen, womit unter Hochdruckeinfluss erneut maritime Subtropikluft mit T850 hPa von 3 bis 8 Grad das Land fluten kann.
Am Dienstag wiederholen sich im Prinzip die Vorgänge des Freitags: Der Trog schwenkt über Deutschland hinweg, ein daran gekoppeltes Tief über dem Nordmeer lässt von Nordwesten etwa ab dem Mittag langsam eine Kaltfront mit schauerartigen Regenfällen auf Deutschland übergreifen. Und erneut läuft der Trog der Front hinterher, womit das Gewitterpotenzial gering bleibt. Die postfrontal einfließende Meereskaltluft lässt die T850 hPa neuerlich auf 3 bis -2 Grad sinken, womit winterliche Erscheinungen auf höchste Berglagen beschränkt bleiben.
In der erweiterten Mittelfrist ab kommender Woche Mittwoch etabliert sich zunächst ein Höhenhoch über Deutschland, das im weiteren Verlauf in kleinen Schritten nach Osten driftet. Mit einem neuen Trog bei den Britischen Inseln resultiert daraus dann unter vorherrschendem Hochdruckeinfluss die nächste Trogvorderseite, die südliche Strömung lässt die T850 hPa wieder auf 4 bis 10 Grad steigen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des jüngsten EZMW-Laufs vom heutigen Dienstag 0 UTC ist bereits am Freitag nicht mehr gut. So wird die auf Deutschland übergreifende okkludierende Kaltfront etwa 12 Stunden später gerechnet als im gestrigen 0 UTC-Lauf, folglich gestaltet sich auch das Wetter am Samstag meist noch wechselhafter. Danach wird die Konsistenz noch schlechter: So sollte nach der gestrigen 0 UTC-Lösung am Sonntagabend ein nächster Trog über Deutschland hinwegschwenken, aus diesem wurde nun ein über Frankreich und der Nordsee sich aufwölbender Höhenrücken (weniger wechselhaft). Nachfolgend werden die Unterschiede so erheblich, dass eine vernünftige Diskussion darüber müßig ist. Gemeinsam ist allen Läufen jedoch, dass es keine längeren Hochdruckphasen geben soll und dass das Temperaturniveau ähnlich mild ist.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Beim Modellvergleich zeigen sich ähnliche zeitliche Probleme mit der Kaltfront am Freitag und Samstag wie bei obigen Konsistenzbetrachtungen. EZMW und UK10 sind sehr zügig, während GFS und ICON trödeln. Beim GFS liegt die Kaltfront sogar am Sonntag noch über dem Osten und Südosten des Landes. Am Montag und Dienstag gleichen sich die Modelle wieder etwas an (Rücken/Trogvorderseite über Deutschland/Mitteleuropa). Auch das Übergreifen des nächsten Trogs samt Tiefausläufer wird recht ähnlich simuliert. Beim GFS sticht ab Dienstag allerdings noch ein aus dem neuen Trog sich herauslösendes Höhentief über Südwestdeutschland hervor, aus der sich im Endeffekt eine "High-over-Low"-Lage bilden könnte. Damit verbunden wäre kühlere Luft mit T850 hPa von -2 bis -4 Grad bei uns wirksam.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Bis zum Sonntag bestätigen die Rauchfahnen des EZMW-Ensembles den Hauptlauf durch einen engen Verlauf mit gut im Median eingebetteten Kontrolllauf. Der Kaltfrontdurchgang zeigt sich durch den Abfall der T850 hPa. Ab Montag öffnen sich die Kurven zunehmend, ab Dienstag zerfleddert auch der Median. Damit wird die Vorhersage unsicher, insbesondere gibt es Mitte kommender Woche einige kältere Lösungen bei niedrigerem Geopotenzial. Das vom Hauptlauf gebrachte Höhenhoch ist entsprechend noch Unsicherheiten unterworfen. Niederschlagssignale gibt es hauptsächlich am Freitag/Samstag und am Dienstag/Mittwoch.
CLUSTER:
Im zweiten Zeitschritt zwischen Sonntag 0 UTC und Dienstag 0 UTC werden 5 Cluster (alle mit Blocking) ausgegeben. Sie unterscheiden sich allerdings nicht wesentlich für Mitteleuropa, alle zeigen einen Rücken und Hochdruckeinfluss bei uns.
Im dritten Zeitschritt zwischen Mittwoch 0 UTC und Freitag 0 UTC werden sogar 6 Cluster benötigt (mehrheitlich Blockierung, teils NAO+). C1 mit 18 Mitgliedern und einem Randtrogdurchgang über Mitteleuropa steht dabei konträr zu den Clustern 3 bis 6, die einen Rücken oder Höhenhoch mit bodennahem Hochdruckeinfluss bevorzugen. C2 mit 18 Mitgliedern als Mittelösung ist im Norden zyklonal, im Süden antizyklonal.
FAZIT:
Das Wetter präsentiert sich in der Mittelfrist meist frühlingshaft und mild, am Freitag und Dienstag zwischendurch aber auch mit Kaltfrontpassagen mit nachfolgend vorübergehender moderater Abkühlung und vielleicht dem einen oder anderem Gewitter. In der erweiterten Mittelfrist soll es der Mehrheit nach mit Hochdruckeinfluss weitergehen, eine kleine Option besteht allerdings noch für kühler und unbeständiger oder sogar nass-kalt.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND:
Am Freitag sind bei etwas auffrischendem Wind im Nordwesten trotz fehlender EFI-Hinweise lokal stürmische Böen Bft 8 gering wahrscheinlich, an der Nordee wahrscheinlich.
GEWITTER:
Am Freitag besteht sowohl mit Kaltfrontdurchgang als auch präfrontal ein geringes Gewitterrisiko, für das EFI in einem Streifen vom Südwesten bis in den Osten ein schwaches Signal aufweist. Die Wahrscheinlichkeiten für heruntergemischte stürmische Böen Bft 8 sind jedoch gering. Am Samstag sind dann im Nordwesten mit Trogdurchgang erneut lokal Gewitter nicht ganz ausgeschlossen, markante Begleiterscheinungen sind aber kaum zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler





