Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 12.09.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von BM zu NWa
Heute unter Zwischenhocheinfluss keine markanten Wettererscheinungen.
Morgen im Bereich einer Kaltfront in der Mitte und im Westen, abends eventuell im Südwesten isolierte eingelagerte Gewitter mit starken Windböen und Starkregen um 15 l/qm nicht ausgeschlossen. Mehrstündiger Starkregen im westlichen Mittelgebirgsraum, in der Nacht zum Montag in den Ostalpen, vereinzelt möglich. Im Laufe des Montags wieder aufkommender Hochdruckeinfluss und Wetterberuhigung.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... Der gestern wirksame Höhentrog hat Polen erreicht und schwenkt bis morgen früh nach Osteueropa, wobei sich ein flaches Cut-Off-Tief über dem Balkan bildet (vor allem in 300 hPa erkennbar).
Hinter dem Trog wandert ein von Südwesteuropa ausgehender Höhenkeil nach Deutschland. Dieser Keil stützt die von den Azoren über die Biskaya und das südliche Mitteleuropa bis zum nahen Osteuropa reichende Hochdruckzone. Dabei bildet sich zwischen 750 und 800 hPa durch Absinken eine Inversion, unter der sich im Tagesverlauf in der recht feuchten Grundschicht Cumulus- und Stratocumulusbewölkung befindet oder bildet. Abgesehen von einzelnen Schauern im Erzgebirge bleibt es bei einer Mischung aus Sonne und Wolken meist trocken. In der eingeströmten Atlantikluft mit 850-hPa-Temperaturen zwischen 6 Grad im Nordosten und 11 Grad ganz im Süden werden meist Höchsttemperaturen zwischen 20 Grad im küstennahen Bereich und 25 Grad im Süden, am Oberrhein bis 27 Grad erreicht.
Es weht schwacher bis mäßiger Südwestwind, der im Nordwesten am Nachmittag im Vorfeld eines sich von Großbritannien nähernden Frontensystems auffrischt. Vor allem auf den Nordfriesischen Inseln, auf Helgoland und im Raum Borkum sind einzelne 7er Böen möglich (ICON-D2-EPS).
In der Nacht zum Sonntag formiert sich über den Britischen Inseln ein Trog, der dann stromab zur Nordsee gesteuert wird. Das Frontensystem über der Nordsee wird dabei aktiviert und kommt nach Osten bis Südosten voran, zudem bildet sich ein Randtief, welches Sonntagfrüh den Skagerrak erreicht.
Das Frontensystem sorgt zunächst im Norden, später auch im Nordosten für Regenfälle, die in der 2. Nachthälfte auch auf die Mitte Deutschlands übergreifen. Dabei können 2 bis 7 l/qm innerhalb von 12 Stunden zusammenkommen, im nordwestlichen Mittelgebirgsraum auch um 10 l/qm. Zum Morgen folgt die Kaltfront von Nordwesten und die Regenfälle werden konvektiver. Vor der Kaltfront und mit deren Durchgang kann es an der Nordsee anfangs noch Böen Bft 6 bis 7 geben. Später schwächt sich der Wind ab. Im Binnenland sollte der Wind nicht warnrelevant sein.
Weiter nach Süden hin hält sich der Einfluss der Hochbrücke, deren Achse sich über den Alpenraum hinweg ostwärts erstreckt. Da auch in diesen Gebieten der Gradient ein wenig anzieht, ist die Nebelneigung nur gering. Lediglich das Bodenseegebiet, am Hochrhein und Niederbayern sind davon ausgenommen.
Sonntag... ziehen die Tiefausläufer gestützt durch den zur Mitte vorankommenden Kurzwellentrog (18 UTC) über Deutschland nach Osten bis Südosten, wobei die Kaltfront später über der Mitte Deutschlands ins Schleifen gerät, auch die Bildung einer flachen Welle erscheint möglich. Das Randtief des Nordmeertiefs zieht über Südschweden zur Ostsee (baltische Küste).
Die Regenfälle breiten sich dabei bis nach Süddeutschland aus, wobei die Region vom Markgräfler Land bis zu den Allgäuer Alpen nur wenig Regen abbekommt, zumindest wenn man die meisten Modelle betrachtet. Die zunächst flächigen Regenfälle werden unter dem Trog am Nachmittag und Abend vor allem im Norden und Westen konvektiver. Auch einzelne Gewitter sind dann vor allem im Frontbereich nicht ausgeschlossen, die in sehr feuchter Luft, aber bei wenig Cape und etwas Scherung durchaus mit Starkregen verbunden sein können. So sie denn überhaupt auftreten, die Modelle jedenfalls haben sie nur spärlich auf der Agenda.
Ansonsten zeichnet sich ein Maximum der Regenfälle über der Mitte ab, wo gebietsweise 10 bis 20 l/qm in 12 Stunden fallen können. Ansonsten kommen meist nur 2 bis 9 l/qm runter und im Nordwesten ist es gebietsweise sogar postfrontal weitgehend trocken. Im Zeitraum von Sonntag 00z bis Montag 00z (oder von Sonntag 06 UTC bis Montag 06 UTC) sind in einzelnen Staulagen rund 30 mm möglich (westliche Mittelgebirge, Ostalpen). Nennenswerte Wahrscheinlichkeiten für Mengen über 30 l/qm sind aber nicht vorhanden. Allerdings gibt es auch Unterschiede bei der Lage des stärksten Regenstreifens, der durch die Schleifzone der Kaltfront hervorgerufen wird (s. unten!) Der Südwest- bis Westwind lebt in Hochlagen der Mittelgebirge zeitweise etwas auf; es bleibt aber bei 7-8 Bft (Warnung Einzelfall). Die Temperatur kann im Südwesten bis 25°C steigen, sonst im Süden 21 bis 24°C, am Oberrhein bis 27 Grad. In den anderen Regionen werden um 20°C erwartet.
In der Nacht zum Montag zieht der Trog zum östlichen und südöstlichen Mitteleuropa ab, gefolgt von einem sich kräftigenden Höhenrücken über Westeuropa, dessen Achse um 06 UTC die Deutsche Bucht erreicht. Der Druckanstieg hat ein Hochdruckgebiet über Frankreich und Südwestdeutschland zur Folge. Damit ziehen auch die Regenfälle weitgehend nach Polen, Tschechien und Österreich ab. In Staulagen an den Ostalpen und im Erzgebirge regnet es am längsten, regional sind im Südosten 10 bis 20 l/qm in 12 Stunden möglich, bei ICON-EU sogar knapp über 25 l/qm.
Die Wolken lockern sich ansonsten von Westen auf und bei abnehmendem Wind kann sich stellenweise dichter Nebel bilden (vor allem im Westen und Nordwesten).
Montag... Der Höhenkeil kommt unter Verstärkung zum mittleren Deutschland voran, wobei sich das korrespondierende Bodenhochdruckgebiet zum nordöstlichen Alpenrand verlagert. Durch Absinken und leichte WLA kann sich in 850 hPa die Temperatur auf rund 10°C erwärmen und bei einer Mischung aus Sonnenschein und Quellbewölkung (nach Nebelauflösung) kann sich die Luft auf Werte zwischen 18 Grad an der Ostsee und 27 Grad am Oberrhein erwärmen. Abgesehen von anfänglichen Schauern ganz im Südosten ist es trocken. Der Wind weht meist nur schwach und dreht von westliche auf südliche Richtungen, teils kommt er aus verschiedenen Richtungen.
In der Nacht zum Dienstag schwenkt der Höhenkeil zum südöstlichen Deutschland und das Bodenhoch bleibt über Österreich liegen. Durch die Annäherung des zu den Britischen Inseln ziehenden nächsten Höhentroges beginnt der Druck in Nordwestdeutschland zu fallen. Dabei sorgt WLA im Norden für den Durchzug teils dichter Bewölkung und ganz vereinzelt kann es etwas Regen geben (besonders von IFS gezeigt). Die Kaltfront eines Nordmeertiefs greift aber noch nicht auf uns über und erreicht lediglich die zentrale Nordsee. Im Vorfeld der Front sind aber an der Nordsee einzelne Schauer möglich. In der Mitte und im Süden ist es dagegen gering bewölkt oder klar. Bei schwacher Luftbewegung kann es im Osten und Südosten auf 9 bis 6 Grad abkühlen, während es im Westen und Nordwesten mit 15 bis 10 Grad deutlich milder wird. Besonders nach Südosten hin kann sich Nebel bilden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die großräumigen Basisfelder werden von den externen Modellen ähnlich simuliert. Unterschied gibt es allerdings bei der Lage der schleifenden Kaltfront morgen: Die deutsche Modellkette zeigt den meisten Regen in einem Streifen von der Pfalz bis zum nördlichen Baden-Württemberg, während die anderen Modelle den Streifen vom äußersten Norden Bayerns bis zum Rheinland zeigen. IFS berechnet aber eine Zwischenlösung. Besonders AROME und UK10 haben ein Maximum mit knapp über 25 l/qm in der Eifel bzw. im Bergischen Land.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 12.09.2026 um 10.30 UTC
Zur Wochenmitte zunehmende Starkregengefahr, einzelne kräftige Gewitter, lokale Unwetter nicht ausgeschlossen. Im Anschluss wieder spürbar kühler, an den Küsten teils stürmisch.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 19.09.2026
Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Dienstag liegt Deutschland unter einem Rücken, der sich vorderseitig eines kurz vor den Britischen Inseln liegenden Troges aufwölbt und von der Iberischen Halbinsel bis in den Süden Skandinaviens reicht. Im Tagesverlauf wird dieser Rücken ostwärts abgedrängt und der Trog rückt uns mehr und mehr auf die Pelle. Am Boden greift zum Abend die Kaltfront eines Tiefs westlich von Norwegen auf den Nordwesten Deutschlands über, die bis Mittwochfrüh die Nordwesthälfte überquert hat. An ihr scheint sich eine Welle zu entwickeln, die nordostwärts über uns hinweg zieht. In der Folge kommt es in der Nordwesthälfte gebietsweise zu teils kräftigen und mitunter gewittrigen Regenfällen mit (mehrstündigem) Starkregenpotenzial, wobei vereinzelt unwetterartige Entwicklungen nicht ausgeschlossen sind - bei PPW-Werten um 40 mm wenig verwunderlich. Nun ist die vor der Front einfließende Subtropikluft nicht nur sehr feucht, sondern mit rund 14 Grad in 850 hPa im Südwesten auch recht warm, sodass am Oberrhein nochmals die 30-Grad-Marke erreicht werden kann. Ein Sommertag dürfte mit Ausnahme des Nordens und Nordwestens (aufziehende Bewölkung) aber verbreitet eingeheimst werden.
Am Mittwoch zieht die Kaltfront ost-/südostwärts ab und der nachfolgende Trog legt sich über uns. Besonders in der Südosthälfte kommt es dabei zu schauerartigen Regenfällen mit einzelnen kräftigen Gewittern. Lokal besteht auch hier Starkregengefahr, vereinzelt mit Unwetterpotenzial. An den Alpen ist staubedingt mit Dauer- und/oder mehrstündigem Starkregen zu rechnen. Hinter der Front gelangt deutlich trockenere und kühlere Meeresluft ins Land, sodass T850 auf 4 Grad an der Nordsee und 10 Grad im äußersten Südosten absinkt. Für einen Sommertag wird es also wahrscheinlich nirgendwo mehr reichen und selbst die 20-Grad-Marke wird mancherorts unerreicht bleiben.
Am Donnerstag macht sich in weiten Teilen des Landes Zwischenhocheinfluss bemerkbar, wohingegen es der Nordwesten bereits mit dem nächsten atlantischen Frontensystem zu tun bekommt, das ab der Nacht zum Freitag zumindest auch der Mitte einen Besuch abstatten wird.
Und so oder so ähnlich geht es auch bis Samstag weiter: Klassische Westwetterlage, heißt: Während es vor allem im Norden/in der Nordhälfte bei überwiegendem Tiefdruckeinfluss unbeständig bleibt und zeitweise auch windig wird, sorgt ein Azorenhochkeil im Süden für ruhigeres, trockeneres und sonnenscheinreicheres Wetter. Am Temperaturniveau ändert sich bei kaum etwas.
In der erweiterten Mittelfrist stehen die Zeichen auf zunehmend ruhiges Spätsommerwetter. Erneut legt sich ein Rücken über uns, der sich vorderseitig einer kräftigen atlantischen Austrogung aufwölbt. Dazu gelangt in die Südwesthälfte wieder deutlich wärmere Luft.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des 00-UTC-Laufs des IFS vom heutigen Samstag kann als sehr gut bezeichnet werden. Demnach greift am Dienstag eine Kaltfront von Nordwesten her auf Deutschland über, die am Mittwoch ost-/südostwärts über uns hinweg zieht. Daran gekoppelt sind kräftige Regenfälle mit Starkregenpotenzial und einzelne kräftige Gewitter. An den Alpen kann es staubedingt zu Dauer- und/oder mehrstündigem Starkregen kommen. Im Anschluss bleibt es unbeständig, dazu wird es spürbar kühler und zeitweise windig, auf den Bergen und an der Nordsee mit teils stürmischen Böen. Richtung Wochenende nehmen die Unterschiede/Unsicherheiten dann zwar zu, letztlich geht es aber nur um die Frage, wann, wo und in welcher Ausprägung Randtröge in die über uns befindliche sehr straffe westliche Höhenströmung eingebettet sind.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen an dieser Stelle betrachteten, deterministischen Globalmodelle (ICON, GFS, UK10) zeigen eine sehr ähnliche Entwicklung wie der IFS-Hauptlauf. Im Detail bestehen (natürlich) Unterschiede bei der Intensität und der Schwerpunkte der frontalen Regenfälle am Dienstag/Mittwoch, was nicht zuletzt auch auf den in Teilen konvektiven Charakter der Niederschläge und die mögliche Wellenbildung an der Front zurückzuführen ist. ICON und GFS zeigen dabei vor allem in der Nordwesthälfte gebietsweise 6-h-Regenmengen im deutlich markanten Bereich, wohingegen UK10 wie auch IFs knapp unter der Warnschwelle bleiben. An den Alpen liefern dagegen alle Modelle markante Dauer-/Starkregenmengen. In der zweiten Wochenhälfte nehmen die Unsicherheiten zwar zu, was jedoch hauptsächlich den Unterschieden beim Timing und der Intensität/Ausprägung der auf uns übergreifenden Frontensysteme geschuldet ist. Eine über uns verlaufende, sehr lebhafte westliche Höhenströmung haben dagegen alle auf dem Plan.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die IFS-Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte bestätigen den Hauptlauf: Kaltfrontdurchgang von Nordwest nach Südost zwischen Dienstag- und Mittwochabend (je nach Region) mit teils kräftigen Regenfällen und "Temperatursturz" auf mittlere, im Süden hohe einstellige T850er-Werte. Im Anschluss ändert sich am Temperaturniveau kaum etwas, der Spread bleibt recht gering und nimmt erst ab dem Wochenende deutlich zu. Niederschlagssignale sind zudem durchweg vertreten, fallen im Süden aber geringer und "lückenhafter" aus, als im Norden.
Beim Clustering ergeben sich für den Zeitraum von Donnerstag bis Samstag 0 UTC gerade einmal zwei, recht gleichverteilte Cluster, die beide dem Regime NAO+ zuzuordnen sind und sich letztlich nur im Timing übergreifende Tröge unterscheiden.
Im Zeitraum von Sonntag bis Dienstag 0 UTC (erweiterte Mittelfrist) stehen vier Gruppierungen zur Verfügung. Hervorzuheben sind hier Cluster 2 und 4 (16 und 8 Member), die eine völlig andere Schiene als der Hauptlauf fahren. Während Cluster 2 eine Blockade über dem nahen Osteuropa aufbaut mit anhaltendem Trogeinfluss bei uns, arbeitet Cluster 4 an einer Blockade über dem nahen Atlantik, mit ebenfalls zyklonalen Folgeerscheinungen für uns.
FAZIT: Der Fahrplan für nächste Woche scheint weitgehend zu stehen: Auf einen sommerlich warmen (am Oberrhein eventuell noch einmal heißen) Dienstag folgt ab der Nacht zum Mittwoch ein teils gewittriger Kaltfrontdurchgang mit potentieller Wellenbildung und gebietsweise erhöhtem (mehrstündigem) Starkregenpotenzial. An den Alpen ist am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag mit einem Mix aus Stark- und Dauerregen zu rechnen. Im Anschluss wird es spürbar kühler, aber immer noch mäßig warm, zeitweise windig und es bleibt insgesamt unbeständig.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch muss in der Nordwesthälfte, am Mittwoch mit etwas geringerer Wahrscheinlichkeit dann in der Südosthälfte gebietsweise mit (mehrstündigem) Starkregen und einzelnen kräftigen Gewittern (Dienstagabend und Mittwoch tagsüber dabei aufgrund guter Scherung lokal Sturmböen nicht ausgeschlossen). Selbiges gilt am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag auch für die Alpen, wobei hier ein Mix aus Stark- und Dauerregen auftreten dürfte. Lokal besteht dabei durchaus ein gewisses Unwetterpotenzial durch heftigen Starkregen.
Ab Donnerstag liefern die EPSe zudem geringe Wahrscheinlichkeiten für stürmische Böen bzw. einzelne Sturmböen an der Nordsee und exponierten Küstenabschnitten der Ostsee. Eine ähnliche Böenstärke ist ebenfalls für den Brocken zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS(-EPS), ICON(-EPS), COSMO-LEPS, GFS, UK10, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz





