Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 17.04.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Am Samstag im Südosten einzelne Gewitter. Markante Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Zum Sonntag Stark- oder Dauerregen nicht ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... hat sich über Nordwesteuropa ein Trog eingefunden, der mit einem kräftigen Tief nordwestlich von Schottland verbunden ist. Auf der Vorderseite wird warme Luft nach Nordosten geführt, die den Höhenkeil über Mitteleuropa stützt.
Die Nacht zum Samstag verläuft demnach ruhig unter Hochdruckeinfluss. Die Kaltfront des Tiefs bei Schottland kommt nach Südosten voran, liegt aber noch etwas abseits über der Nordsee. Die lokalen, sehr schwachen Schauer des Tages, die sich über dem Südosten in der zumindest in den unteren Schichten instabilen Luft, gebildet haben, fallen wieder in sich zusammen.
In der nach Passage des Rückens aufkommenden Südwestströmung setzt leichte WLA ein, die von Nordwesten her hohe und mittelhohe Bewölkung übergreifen lässt. Ansonsten bei teils geringer oder aufgelockerter Bewölkung bleibt es insgesamt meist trocken und die Luft kühlt auf 8 bis 2°C ab. Bodenfrost kann es zwischen Vorpommern und Sachsen sowie im Süden geben, zumindest sieht das Mos Mix so. Lokale Nebelfelder sind auch dabei, besonders dicht werden diese meist nicht und damit wahrscheinlich auch nicht warnrelevant.
Samstag ... wird der Trog über den Britischen Inseln und der Nordsee über durch einen rückseitig einlaufenden Randtrog regeneriert. Die Achse des abflachenden Rückens liegt im Grenzgebiet zu Polen, womit wir in einer west-südwestlichen Höhenströmung liegen. Die Hochdruckbrücke, die das Hoch über Fennoskandien mit dem nächsten, vom Atlantik folgenden Hoch verbindet, erweist sich gerade über Mitteleuropa als Schwachstelle. Hierhin dringt die teilokkludierte Kaltfront des Tief bei den Färöern vor.
Dabei nimmt präfrontal die spezifische Feuchte zu und die Luftmasse wird mit der aufkommenden, zunächst schwachen Hebung aktiviert. Bei PPW's um 20 mm baut sich mithilfe der Einstrahlung ML CAPE von 100 bis 300 J/kg auf, vor allem vom zentralen bis zum östlichen Mittelgebirgsraum. Nennenswerte Scherung ist nicht vorhanden. So bilden sich Einzel- allenfalls Multizellen, die in erster Linie orografisch ausgelöst werden und die vereinzelt markant (ocker) werden können mit Starkregen um 15 l/qm in kurzer Zeit, kleinkörnigem Hagel und aufgrund des "trockenen Fußes" starke bis stürmische Böen (60-70 km/h).
Im Laufe des Nachmittags erfasst die Kaltfront den Nordwesten Deutschlands. Etwas vorab des Höhentroges gelegen, ist sie nicht sehr aktiv und ein durchbrochenes Regenband bringt wenige mm schauerartigen Regens.
Insgesamt steht ein oft noch trockener und freundlicher, im Süden und Osten teilweise sonniger und überall warmer Tag ins Haus. Die Höchstwerte liegen bei 18 bis 24°C, nur an der See etwas darunter.
In der Nacht zum Sonntag wird's vom Westen bis in die Landesmitte spannend, wenn der aus Westen hereinschwenkende, scharf konturierte Trog mit der Kaltfront besser interagiert. So kommt es entlang der Front zur Bildung einer oder mehrerer Wellen, die sich Sonntagmorgen von Berlin/Brandenburg bis Ba-Wü aufreihen.
In deren Umfeld steigen die PPW's auf 25 mm und etwas MU CAPE steht auch zur Verfügung. Durch die Trogannäherung wird die Scherung ein Thema, die auf über 20 m/s zwischen 0 und 6 km ansteigt.
Die schauerartigen Regenfälle verstärken sich von Westen, darin eingelagert sind einzelne Gewitter. Starkregen im markanten Bereich kann dabei sowohl in Verbindung mit Gewittern einstündig als auch ungewittrig binnen weniger Stunden auftreten.
Immerhin gibt es im ICON-D2 EPS leichte Signale mit 10-20% für mehr als 20 mm binnen 6h.
Postfrontal lockert es kurzzeitig auf, bevor sich kompakte tiefe, teils hochnebelartige Bewölkung ausbildet. Im Süden ist die Wolkenbasis zunächst höher, bevor in den Frühstunden auch dort das Risiko für präfrontale, abgehobene Konvektion ansteigt.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... überquert die Kaltfront auch den Südosten Deutschlands mit Schauern und einzelnen kräftigen Gewittern. Im Nordosten fällt rückseitig der inzwischen über Polen liegenden Tiefdruckrinne gebietsweise Regen. Der Höhentrog tropft dabei zu einem Tief über der Nordsee und Norddeutschland ab, sodass es auch in der einfließenden höhenkalten Meereskaltluft von Nordwesten her zu Schauern und kurzen Kaltluftgewittern kommt.
Die Details sind unsicher. Der Regen im Nordosten kann zwar Stark- und Dauerregenschwellen, wie u.a. in einigen ENS Produkten angedeutet, erreichen, ein Impact ist dabei aber nicht zu erwarten.
Weitere Information sind in der Frühübersicht zu finden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Entwicklung wird am Sonntag im Hinblick auf die Verteilung und Stärke der Regenfälle unsicher. Auch beim Timing gibt es noch Unschärfen. Gerade wenn sich die Kaltfront im Süden etwas Zeit lässt, wären kräftigere Entwicklungen denkbar.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 17.04.2026 um 10.30 UTC
Anfangs wechselhaft, teils kühl, an der Ostsee stürmisch. Ab Dienstag zunehmend Hochdruckeinfluss und langsam milder. Nachts verbreitet Frost in Bodennähe, im Bergland Luftfrost.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 24.04.2026
Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Montag liegen wir auf der Südflanke eines kräftigen Höhenhochs über dem Nordmeer, mit dem ein nicht minder kräftiges und größräumiges nordeuropäisches Bodenhoch korrespondiert. Stromab befindet sich ein osteuropäischer Trog, der sich von dort stark positiv geneigt bzw. sogar zonal orientiert um das Höhenhoch windet und sich somit über Mitteleuropa hinweg bis zu den Britischen Inseln erstreckt. Darin eingebettet liegt über unseren Köpfen mindestens ein kleinräumiges Höhentief. Am Boden ist ein Tief über dem östlichen Mitteleuropa auszumachen, das Richtung Schwarzes Meer zieht. Die zugehörige Okklusion (ehemals mit einem Nordmeertief verbunden) verläuft anfangs über den Nordosten Deutschlands und kommt im Tagesverlauf bis zur Mitte mit zeitweiligem Regen voran. Rückseitig frischt der Nordostwind vorübergehend etwas auf, wobei an der Ostseeküste mit einzelnen stürmischen Böen zu rechnen ist. Das Temperaturniveau ist recht gedämpft mit T850er Werten von meist -4 bis 0 Grad, im äußersten Süden +2 Grad. Damit dürfte die 15-Grad-Marke wenn überhaupt wohl nur am Oberrhein und an der unteren Donau erreicht werden. Ob es im äußersten Süden für einzelne ("gelbe") Gewitter reicht, ist fraglich.
Am Dienstag bläht sich das Nordmeer-/Nordeuropahoch weiter auf. Die Front über der Mitte unseres Landes wird noch etwas in den Süden gedrückt, bröckelt aber zunehmend vor sich hin und löst sich im Tagesverlauf auf. Trotz alledem sind im Süden einzelne elektrische Entladungen im Bereich des Möglichen, die aber voraussichtlich keine markanten Begleiterscheinungen haben werden. In der teils wolkenfreien Nacht zum Mittwoch kann es nicht nur im Bergland, sondern auch örtlich im norddeutschen Tiefland leichten Luftfrost geben. Mit Frost in Bodennähe ist verbreitet zu rechnen.
Stromauf wölbt sich vorderseitig eines atlantischen Höhentiefs ein Rücken über Südwesteuropa auf, der am Mittwoch Tuchfühlung mit dem Höhenhoch über dem Nordmeer aufnimmt. Der zonale Troganteil über uns wird damit geteilt. Der westliche Teil wird dabei vom atlantischen Höhentief "geschluckt" und der östliche Teil - qausi das Residuum - zieht unter Abschwächung südwärts über Deutschland hinweg. Die Folge ist eine Omegastruktur, an der sich bis zum Ende der Mittelfrist im Großen und Ganzen nichts mehr ändert. Wir bleiben dabei zwischen Rücken und Osteuropatrog unter einer nördlichen Höhenströmung, sodass es mit dem Temperaturniveau nur sehr zögerlich wieder etwas bergauf geht.
In der erweiterten Mittelfrist kommt es zu einem markanten Trog- und damit auch Kaltluftvorstoß über Mitteleuropa. T850 sinkt in Deutschland verbreitet in den negativen Bereich, auf Rügen klopft gar die -8-Grad-Isotherme an. Bodennah überwiegt dabei weiterhin Hochdruckeinfluss.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-IFS-Laufs vom heutigen Freitag kann bis etwa Donnerstag als sehr gut bezeichnet werden. Während die beiden jüngsten Läufe auch noch am Freitag auf den sich im Wochenverlauf einstellenden Hochdruckeinfluss setzen, prognostizierte der gestrige 00-UTC-Lauf das Übergreifen eines Troges samt korrespondierendem Bodentief und schauerartigen Regenfällen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Vergleich mit anderen Globalmodellen (ICON, GFS, UK10) stützt die beschriebene Entwicklung des IFS-Hauptlaufs im Wesentlichen. Demnach peilen alle genannten Modelle einen Übergang in eine Omegalage an, die mal mehr, mal weniger stark deformiert daherkommt. Was Position, Verlagerung und Wetteraktivität etwaiger Höhentiefs und Randtröge angeht, verfolgt jedes Modell naturgemäß seine eigene Lösung. Konsens ist dagegen, dass wir auf der kalten Seite dieser Struktur liegen und zumindest bodennah hoher Luftdruck vorherrscht. Ab Mittwoch werden in der Folge kaum noch Niederschläge prognostiziert.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen bis einschließlich Mittwoch ein leicht ansteigendes Temperaturniveau bei gleichzeitig noch einigermaßen enger Bündelung der Ensemblemember. Der Hauptlauf liegt dabei am oberen Rand der Schar. Danach nimmt der Spread deutlich zu, sodass es für Freitag ein relativ gleichverteiltes Temperaturangebot (850 hPa) zwischen +10 Grad und -6 Grad gibt. Das gilt für weite Teile Deutschlands. Nur im Südosten ist der Spread nicht ganz so hoch und bewegt sich zwischen +5 und -5 Grad. Die beiden großen Fragen sind also wohl, wann der beschriebene Kaltlufteinbruch kommt und in wie weit er auch Deutschland erfasst. Niederschläge werden vor allem am Montag und Dienstag im Süden erwartet, danach sind die Signale insgesamt zwar nicht Null, aber doch recht spärlich gesät.
Das Clustering bietet für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag 0 UTC vier Gruppierung an, die allesamt auf Blocking beziehungsweise Atlantischer Rücken gepolt sind. Die Verteilung: C1 - 18 Member | C2 - 15 | C3 - 12 und C4 - 6. Haupt- und Kontrolllauf sind in Cluster 3 zu finden. Hauptunterscheidungsmerkmale sind im Detail in der unterschiedlichen Ausrichtung der Omegastruktur zu finden, die bei C2 und C3 über uns klar antizyklonal, bei C1 dagegen eher zyklonal gehalten ist. C4 hat als Außenseiterlösung die zyklonalste Variante mit großräumigen Höhentief über Deutschland im Angebot.
Auch für den Zeitraum von Samstag bis Montag 0 UTC (erweiterte Mittelfrist) liegen vier Cluster vor (C1 - 21, inkl. Haupt- und Kontrolllauf | C2 - 12 | C3 - 11 | C4 - 7), die ebenfalls meist ins Blocking- beziehungsweise Atlantischer-Rücken-Regime zugeordnet wurden. Nun wird ein bunter Mix aus verschiedenen Zirkulationsmuster angeboten, wobei nur C1 an der Omegastruktur festhält.
FAZIT: Nach wechselhaftem Wochenstart setzt sich schon ab Dienstag bei gedämpften Temperaturniveau von Norden her zunehmend Hochdruckeinfluss durch. In der zweiten Wochenhälfte nehmen die Unsicherheiten deutlich zu, vor allem was die Temperaturentwicklung angeht. Großartige Niederschläge sind dagegen wohl bis Ende der Woche nicht zu erwarten.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Abgesehen von einzelnen stürmischen Böen (Bft 8) aus Nordost an manchen Abschnitten der Ostsee sowie eventuell auch auf der ein oder anderen Nordseeinsel sind nach aktuellem Stand im mittelfristigen Zeitraum keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten.
Erwähnenswert wäre noch die Gefahr vor örtlich leichtem Luftfrost im Bergland sowie in der Nacht zum Mittwoch auch im norddeutschen Tiefland. Mit Frost in Bodennähe ist in den teils wolkenfreien Nächten recht verbreitet zu rechnen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz





