Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Sonntag, den 23.08.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang zu HNF a

Heute im Ostseeküstenbereich einzelne Gewitter mit stürmischen Böen. Am Montag meist keine markanten Wettererscheinungen. Ab Dienstagnachmittag im Südwesten örtlich Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC

Sonntag... Deutschland liegt zwischen einem hochreichenden Tief bei St. Petersburg und einem Hoch über den Britischen Inseln in einer nordwestlichen Strömung, mit der erwärmte Meeresluft polaren Ursprungs nach Mitteleuropa geführt wird. Dabei sorgt ein Randtrog im Nordosten mit kleinem Drehzentrum über dem Kattegat, das zur Südostspitze Schwedens zieht, für labile Verhältnisse. Die PPWs liegen zwar nur zwischen 20 und 24 mm, aber es kann sich 100 bis 200 J/Kg ML-Cape entwickeln, so dass sich etwa ab Mittag im Ostseeküstenbereich vor allem in Vorpommern kurze Gewitter entwickeln, die bei 850-hPa-Mittelwinden um 25 kt und einem veritablem Gradienten auch stürmische Böen und vereinzelt Starkregen über 15 l/qm bringen können. Sonst sind im Norddeutschen Tiefland lediglich kurze Schauer möglich, da sich eine Sperrschicht bei 700 hPa bildet. Im mittleren und südlichen Deutschland macht sich die vom Britischen Hoch über die Südhälfte Deutschlands bis zum nördlichen Balkan reichende Hochdruckzone bemerkbar, so dass bei geringer Bewölkung meist die Sonne scheint. Bei 850-hPa-Temperaturen zwischen 4 Grad an der Nordsee und 11 Grad im Alpenvorland gibt es Höchsttemperaturen zwischen 18 bis 19 grad an der See und 25 Grad am Hochrhein.
Der Wind weht schwach bis mäßig aus West bis Nordwest, im Süden aus unterschiedlichen Richtungen. Im Küstenbereich sind steife, vor allem bei Schauern auch stürmische Böen möglich.

In der Nacht zum Montag kräftigt sich der das Hoch stützende Höhenrücken über Westeuropa und drängt den Höhentrog nach Polen ab. Das dauert aber ein bisschen. Demnach treten dort zunächst weitere Schauer, anfangs auch einzelne Gewitter und steife Böen aus Nordwest auf.
Ansonsten stellt sich ruhiges und trockenes Wetter ein mit meist klarem Himmel über der Mitte und dem südlichen Norddeutschland und im Süden Deutschlands ziehen dünne hohe Wolkenfelder durch. Vor allem über der Mitte und dem Süden sind wieder flache Nebelfelder möglich. Unter dichterer Bewölkung liegt die Temperatur bei rund. 10°C, sonst, für die meisten Landesteile, kühlt es in zwar modifizierten, ehemals aber polaren Meeresluft, in den einstelligen Bereich ab zwischen 9 und 4°C. In Bodennähe sind in einigen Kältelöchern im Mittelgebirgsraum 0°C, bzw. knapp drunter möglich.

Montag... verhält sich das Strömungsmuster leicht progressiv. Die Achse des Höhenkeiles nähert sich Deutschland von Westen an und das Bodenhoch weitet sich nach Skandinavien aus, wobei die davon ausgehende Achse der Hochdruckbrücke zum Hoch über der Westukraine über Deutschland nach Nordosten rutscht.

Die Strömung in den untersten Schichten dreht meist auf östliche Richtungen, nur im Nordosten kommt der Wind tagsüber anfangs noch aus Nordwest.

Absinken und Warmluftadvektion, besonders nach Südwesten hin, lassen die Temperaturen steigen, in 850 hPa ganz im Südwesten wieder bis 15°C. Die Höchsttemperaturen liegen meist zwischen 22 Grad im Nordosten und 28 Grad im Südwesten, bei Lörrach werden vielleicht auch 29 Grad erreicht.

Dabei scheint vielerorts die Sonne mit einigen Quellwolken in der Nordhälfte und hoher Bewölkung im Südwesten (die die maximale Erwärmung etwas bremst). Ein bisschen Restlabilität ist ganz im Nordosten zu finden mit einzelnen Schauern an der unteren Oder.

In der Nacht zum Dienstag löst ein über Frankreich nach Nordosten schwenkender KW Trog Druckfall von Südwesten her aus und drückt die Hochdruckzone weiter nach Nordosten. Vorderseitig eines Bodentiefs über Südwesteuropa gelangt feuchte und labile Luft in den Südwesten, wo getriggert durch den Trog Schauer und einzelne Gewitter im Laufe der Nacht aufkommen können. Das betrifft erstmal nur die Regionen vom Saarland bis zum südlichen Baden-Württemberg.

Ansonsten hält sich der Hochdruckeinfluss mit lokalem Nebel und oft einstelligen Temperaturen, nur da wo Wolken aufziehen, bleibt es milder. Der Südost- bis Ostwind frischt allmählich auf mit steifen Böen auf einigen Gipfeln über der Mitte und nach Südwesten hin.

Dienstag... Der schwache Randtrog läuft im Süden unter Abschwächung um den mitteleuropäischen Höhenkeil herum und im Westen schwenkt der Trog des neuen Zentraltiefs südlich von Island von Süden nach Holland. Über Skandinavien soll sich bereits in der Nacht zuvor ein Omegahoch entwickeln, das im Tagesverlauf eine abgeschlossene 576-gpdam-Isolinie besitzt. Dieses Höhenhoch stützt ein umfangreiches Bodenhochdruckgebiet, das mit einem breiten Keil bis zum Schwarzen reicht. Nach Abzug des Troges steigt in der 2. Tageshälfte das Geopotential wieder etwas an. Zwischen dem Tiefdrucksystem über West- und Südwesteuropa und dem Hochkeil herrscht eine südöstliche Strömung, die in Südwestdeutschland auf Südwest dreht. Damit gelangt wieder deutlich wärmere Luft auch nach Norddeutschland, wobei die 10-Grad-Isotherme in 850 hPa fast die Elbe erreicht.

In der feuchteren Luft (PPWs steigen auf 27 bis 35 im Westen und Süden) entwickelt sich dann Cape-ML zwischen 300 und 900 J/Kg, so dass sich im Südwesten örtlich Gewitter entwickeln können. Die Wahrscheinlichkeiten für Starkregen sind dabei nur leicht erhöht. Hagel und stürmische Böen sind ebenfalls möglich.
Die Höchstwerte erreichen nun abseits der Küste auch im Norden und Osten wieder Sommerniveau mit 25 bis 27 Grad ähnlich wie im teils bewölktem Südwesten. Ansonsten werden meist 22 bis 24 Grad erreicht.
Der Ost- bis Nordostwind frischt vor allem an der Ostsee deutlich auf, bringt dort aber meist nur 5er und 6er Böen.

In der Nacht zum Mittwoch greift erneut ein schwacher Kurzwellentrog auf den Südwesten Deutschlands über und sorgt im Verlauf für Schauer und einzelne Gewitter dort. Ansonsten ist es trocken und nach Nordosten hin auch klar bei 11 bis 8 Grad. Ansonsten ist es mit 16 bis 11 Grad meist milder.

Modellvergleich und -einschätzung

Großräumig simulieren die externen Modelle recht ähnlich. Wie genau die Gewitterentwicklung im Südwesten am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch abläuft, wird noch leicht unterschiedlich simuliert.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden