Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 21.06.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Heißer Wochenstart in der Südwesthälfte mit bis zu 38°C, dazu von der Mitte bis in den Süden teils kräftige Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... haben wir den Zenit der Sommersonnenwende knapp überschritten. Um 10:24 Uhr war es soweit, der subsolare Punkt, also der Ort, über dem die Sonne im Zenit steht, hatte den nördlichen Wendekreis bei 23° 26´ erreicht. Weiter geht nicht, nun geht´s langsam aber sicher wieder zurück in den Süden. Heißt für uns, die Tage werden wieder kürzer, die Nächte länger. Im Grunde ist der Sommer gelaufen und wir können uns schon wieder auf Schnee und Eis(hockey) freuen. Wie meinen? Hat der Hoffmann noch alle Latten am Zaun, ist ihm die Hitze zu Kopf gestiegen? Okay, mal abgesehen davon, dass es in der Regel keiner großen Hitze bedarf, dass der Hoffmann dummes Zeug erzählt, soll an dieser Stelle lediglich etwas provoziert oder auch geträumt werden. Traumtänzer, natürlich stehen wir erst am Anfang des Sommers. Natürlich befinden wir uns erst am Anfang einer wohlmöglich länger andauernden Hitzeperiode. Und natürlich sind Tagesverlust und Nachtgewinn zunächst nur infinitesimaler Natur, sodass wir davon kaum was merken.
Aber genug der Faselei. Zur Lage, die uns heute neben fetter Hitze insbesondere in der Südhälfte auch ein paar knackige Gewitter bis hin zu Unwettern beschert hat. Einer der Hotspots Berlin, wo die Feuerwehr wohl deutlich mehr zu tun hatte als gewünscht. Auch aktuell sind noch einige "Kanten" auf der Platte und das, obwohl die Großwetterlage eher antizyklonal gefärbt ist. In der Höhe ein breiter, von NW-Afrika bis hoch Mitteleuropa reichender, an seinem Nordrand aber abgeflachter Potenzialrücken. Am Boden HARTMUT, seines Zeichens Hochdruckgebiet mit 1033+X-hPa-Zentrum mittemang über der Nordsee. Beide, Rücken und Hoch verstärken sich sogar eher noch. So regeneriert sich der Rücken in seinem Westteil, weil er dort mit Warmluft vorderseitig eines Cut-Off-Tiefs westlich der Iberischen Halbinsel versorgt wird. Und auch die 1030iger-Isobare vergrößert die Fläche, die sie umhüllt.
Berücksichtigt man nun noch, dass sich die Sonne in wenigen Stunden zur Nachtruhe begibt und damit der Energiehahn abgedreht wird, wird einem schnell klar, warum die meisten Modelle - allen vor die hochauflösenden außer AROME - die Gewitterei im Laufe der Nacht weitgehend zum Stillstand bringen. Mal etwas eher, mal etwas später. Da verwundert es, dass die gröberen Modelle nicht ganz so optimistisch sind. Demnach geht sehr wohl noch was, vornehmlich in der zweiten Nachthälfte im Bereich der östlichen Mitte etwa vom südlichen NDS über Teile Thüringens und Sachsen-Anhalts bis nach Sachsen rein (+/-). Im Angebot stehen einzelne Gewitter und/oder schauerartige Regenfälle mit eingelagerten Gewittern. Der Grund könnte ein flacher Sekundärtrog sein, der mit der auf West-Nordwest drehenden Höhenströmung durchgeschleust wird und auf eine sehr feuchte Luftmasse mit abgehobener Labilität trifft. Auf alle Fälle scheinen die Globalmodelle darauf sensitiver zu reagieren als die hochauflösenden. Inwieweit auch die von Norden etwas südwärts vorankommende, leicht diffus daherkommende Kaltfront an den Prozessen beteiligt ist, ist schwer zu beurteilen. Da es sich um nächtliches Geschehen handelt, sprich, sich die Grundschicht ein Stück weit stabilisiert hat, dürfte der KW-Trog die Hauptrolle spielen. So oder so sollten die Nachtdienste diese Region aufmerksam im Auge behalten.
Noch zu erwähnen, dass postfrontal mit nördlicher bis östlicher Strömung eine weniger warme/heiße und auch trockenere Luftmasse in den Norden gelangt. T850 geht auf rund 10°C zurück (zum Vergleich, im äußersten Südwesten liegt sie bei 20°C), die Taupunkt gebietsweise auf unter 15°C. Äußerst komfortable Rahmenbedingungen für nächtliches Lüften, geht doch die Temperatur bei Aufklaren auf unter 15, im schleswig-holsteinischen Binnenland punktuell bis auf 10°C zurück. Da kann man weiter südlich nur neidisch werden, insbesondere im Südwesten, wo vielerorts einmal mehr eine Tropennacht mit über 20°C Minimum ansteht.
Montag ... ändert sich gar nicht mal so viel an der Gesamtkonstellation. In der Höhe der Rücken mit Achse über Westeuropa, was bei uns eine vergleichsweise schwache west-nordwestliche Höhenströmung mit antizyklonaler Kontur zur Folge hat. Am Boden Hoch HARTMUT mit Zentrum über der Nordsee und Keil bis zur westlichen Ostsee respektive Nordostdeutschland. Auf seiner Südflanke kommt die Kaltfront noch etwas in Richtung Landesmitte voran, bevor sie im Tagesverlauf mangels ausreichend Baroklinität und auch sonstiger schwacher Marker möglicherweise der Frontolyse zum Opfer fällt.
Front hin, Frontolyse her, Fakt ist, dass der Norden in den Genuss einer thermisch moderaten, nicht ganz so feuchten und zudem stabilen Luftmasse kommt, in der die Temperatur trotz ausreichend Sonnenschein unterhalb der 30°C-, ganz hoch im Norden sogar unterhalb der 25°C-Marke bleibt. Direkt an der Küste stehen bei nördlichen Wind z.T. nur rund 20°C auf der Karte.
Die Mitte und der Süden hingegen verbleiben weiterhin in der sehr warmen bis heißen "tropical airmass". Am feuchtesten ist die Luft in der Mitte und im Südosten (PPW über 30, gebietsweise über 35 mm, spez. Grundschichtfeuchte um 13 g/kg), am labilsten ist sie im Südwesten. Auf alle Fälle wird wieder ordentlich CAPE generiert, ML-CAPE z.T. bis 1500 J/kg, wobei zwischen Alpenrand/südlichem Vorland und Oberrheingraben wegen der trockenen Grundschicht ein Minimum auszumachen ist. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch dort ebenso wie in den anderen Regionen - vornehmlich ausgelöst durch die Orografie, die ein oder andere Überentwicklung in die Höhe schießt. Scherung ist, sieht man mal von kleinräumiger, durch die Topographie induzierter ab, kaum vorhanden. Heißt im Umkehrschluss, dass die Gewitter häufig in Form pulsierender, langsam süd-südostwärts ziehender Einzelzellen auftreten. Möglich, dass diese nach Südosten hin hier und da mal zu einer nicht allzu großen Multizelle zusammenwachsen. In der Basis wird in der markanten Liga gespielt (SR 15 bis 25 l/m² innert kurzer Zeit, kleiner Hagel und Böen 8 Bft). Unwetter durch SR > 25 l/m² und etwas größeren Hagel bis zu 3 cm (aufgrund der hohen Energiewerte) sind nicht ausgeschlossen und auch stärkere Böen 9 (10) sind im Südwesten aufgrund der inversen V-Struktur mit erhöhtem DCAPE nicht gänzlich von der Hand zu weisen.
Ebenso wenig kann negiert werden, dass es ein heißer, in Teilen verdammt heißer Wochenanfang wird mit Tageshöchstwerten zwischen 29 und 35°C, im Südwesten 34 bis 38°C. Für Ende Juni schon sehr ungewöhnlich, sowohl von den hohen Werten her, aber auch von der Andauer der Hitze auf diesem Niveau.
Kurz noch in die Nacht zum Dienstag, wo sich der Rücken etwas nach Südwesten zurückzieht, während das Bodenhoch unter leichter Abschwächung von der Deutschen Bucht auf deutsche Festland wechselt. Die Modelle simulieren übereinstimmend ein Nachlassen bzw. sogar gänzliches Einschlafen der Konvektion. Auf der Suche nach den Gründen findet man neben dem Tagesgang (der aber nicht immer ein Garant ist) ein leichte Abtrocknungstendenz innerhalb der Luftmasse sowie - trotz Rückzug des Rückens - eine leichte Sperrschicht bei etwas 600 hPa, die als potenzieller Deckel fungiert. Außerdem deuten sich keine Importgewitter von unseren unmittelbaren Nachbarn an, so dass die Nachtdienste optimistisch in ihre Schichten einsteigen können - wohlwissend, dass man auf dem Sektor Konvektion, vor allem nächtlicher Konvektion nie vor Überraschungen gefeit ist.
Wenig Neues von der Temperatur. Während das mit der Abkühlungsrate hoch im Norden zumindest abseits des unmittelbaren Küstensaums hervorragend funktioniert (wir reden hier von Tiefstwerten bis 10°C, in SH lokal vielleicht sogar einstellig), bleibt es gerade im Südwesten sehr, sehr mollig mit über 20°C.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... liegen keine substanziellen Ergänzungen oder Unterschiede zur Frühübersicht vor.
Modellvergleich und -einschätzung
Die grundlegenden Muster werden sehr ähnlich simuliert. Wie so oft liegt der Teufel im Detail und dass wir da mal mehr, mal weniger in die Irre geführt werden, haben die letzten Tage und Nächte gezeigt. Von daher gilt: Blaumann an, Nowcast-Handwerkskoffer raus und in situ warnen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 21.06.2026 um 10.30 UTC
Bis fast zum Monatswechsel anhaltende und sich weiter verschärfende Hitzewelle mit hohem "impact". Zum Wochenende zunehmende Gewitterneigung, lokal mit Unwetterpotenzial.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 28.06.2026
Auch diese Mittelfrist steht die anhaltende Hitzewelle mit großem "impact" weiterhin im Fokus. Zu deren Entstehung und Eigendynamik wurde ja letzte Woche genug geschrieben, sodass nach einem kurzen Überblick zügig in die uns betreffende Mittelfrist eingestiegen werden kann.
Der bis dato vorherrschende, zonale Energietransfers vom Nordpazifik über Nordamerika und nachfolgend in die Antizyklone über Südwesteuropa konvergierend dauert noch weiter an, wenngleich es mittlerweile zu einer Amplifizierung dank eines kräftigen Troges über Kanada/dem Nordosten der USA kam. Interessant ist, dass ein Großteil dieser Energie nicht Richtung Grönland, sondern in Richtung subtropischer Nordatlantik transferiert wurde, sodass sich in diesen Bereichen das Geopotenzial weiter stärken konnte. Diese Entwicklung wiederum könnte für unsere Mittelfrist von Interesse sein, denn mit dem allgemein nahe am monatlichen Rekord analysierten Geopotenzial in 500 hPa über dem subtropischen Nordatlantik ist der Grundstein gelegt, dass sich über dem Nordatlantik ggf. anormal kräftige Antizyklonen aufbauen können, was die Frontalzone etwas "pushen" würde, was wiederum in der leicht positiv tendierenden NAO Vorhersage auszumachen ist. Gleichzeitig würde die wiederholte Regeneration der negativen Geopotenzialanomalie vor der Biskaya/Portugal vorübergehend unterbunden werden, was grundsätzlich den Beginn einer Schwächephase unserer Blockierungslage darstellen würde. Allerdings wird entscheidend sein, wie weit westlich diese Antizyklone über dem Nordatlantik ansetzt, da bei einer westlichen Platzierung erneut tiefes Geopotenzial vor Westeuropa die Folge wäre. Diese Entwicklung würde zum Beginn der erweiterten Mittelfrist (Anfang nächste Woche) greifen.
Es spielt aber nicht nur der dynamische, sondern auch der thermodynamische Antrieb eine Rolle. Zum Beginn dieser Mittelfrist hat sich über Westeuropa ein barotrop strukturierter und mit tropischen Luftmassen gespeister Keil mit negative PV-Werte auf der 320 K isentropen Fläche etabliert, mit für diese Jahreszeit teils rekordverdächtigen Werten beim Geopotenzial in 500 hPa. Wenngleich eine geringe Ostverschiebung der Rossbywellen (v.a. mit Auffüllen des Troges vor der Biskaya) zu erwarten ist, so verbleibt diese Luftmasse wohl in der Folge über Süd-/Osteuropa und kann dort die Blockierung ggf. jederzeit erneut in Gang setzen. Sprich, die von Westen einsetzenden Wellenflüsse können je nach Ausrichtung und Intensität den Abbau des Keils mit Blick auf die erweiterte Mittelfrist verzögern bzw. stark abschwächen, sodass die Unsicherheiten noch sehr groß sind, wie nachhaltig die blockierende Antizyklone bei uns zum kommenden Wochenende abgebaut wird. Sollte sich das Geopotenzial über dem Nordatlantik aber stärker anpassen (Geopotenzialanstieg), dann wäre die Option für einen nachhaltigeren Witterungswechsel gegeben.
Die Hintergrundbedingungen sehen derweilen immer noch sehr förderlich für quasi-stationäre, teils auch retrograd verlagernde Rossbywellen aus, dank einer beim IFS-ENS hinterlegten sehr geringen zonalen Windgeschwindigkeit (gemittelt bei 60 Grad Nord für 150 hPa), was bei der NASA auch mit deutlich unter dem Median vorhergesagten Windgeschwindigkeiten gezeigt wird. Zugleich verbleibt die NAM negativ mit sehr kräftigen, positiven Anomalien des Geopotentials innerhalb der Troposphäre und unteren Stratosphäre.
Auch beim Zeit-Längendiagramm des 500 hPa Geopotenzials (IFS-ENS) ergibt sich vorerst nur eine schwache Energiezufuhr von Westen. Erst zum Monatswechsel deuten IFS und auch NCEP mit einer positiven PNA (Pazifik-Nordamerikamuster) das Potenzial für einen kräftigeren Rossbywellenzug an, der uns Anfang Juli erreichen könnte - dann wird es spannend sein, wo aus diesem Wellenzug eine mögliche kräftige Antizyklone über dem Nordatlantik aufgespannt wird (je westlicher, umso eher mit erneut absinkendem Geopotenzial vor Westeuropa). Stand heue im IFS 00Z wäre die Platzierung über den Azoren zu verorten, was uns zum Ende des Monats erst einmal aus der Hitzewelle drücken würde.
Was erwartet uns nun aber während der AKTUELLEN MITTELFRIST, die sich vom Mittwoch, den 24. Juni bis Sonntag, den 28. Juni 2026 erstreckt?
Die am letzten Donnerstag in der Mittelfrist angedeutete extreme Hitze für den Dienstag und Mittwoch für den Südwesten der Republik wurde dank einer etwas westlicher ansetzenden Advektion der tropischen Luftmassen stromab eines kräftigeren Langwellentroges mehr nach Frankreich/Nordwesteuropa verschoben. Diese Hitze betrifft uns nun dafür aber dank der geringen Ostverschiebung der Rossbywellenzuges während dieser Mittelfrist.
Am Mittwoch liegen wir noch am östlichen Rand des Keils, wobei der Bodenhochdruckschwerpunkt allmählich weiter nach Osten driftet. In der Folge nistet sich dann von Donnerstag bis Sonntag dieser hochreichend mit tropischen Luftmassen gefüllte Keil direkt über Mitteleuropa ein. Einzig den Westen/Nordwesten tangieren zum Ende der Mittelfrist zeitweise Fronten in abgeschwächter Form.
Diese Entwicklung hat für Mittwoch bis Freitag meist freundliches oder sonniges Wetter zur Folge, mit einer Gewitterneigung, die erst zum Freitag von Westen etwas ansteigt und am Wochenende auf ganz Deutschland übergreift. Wie stark die Gewitterneigung ausfällt, hängt aber von der Intensität der Front und der Geometrie des Keils ab. In Verbindung mit Gewittern besteht lokal Unwettergefahr durch Hagel und Starkregen sowie das Potenzial teils schwerer Sturmböen (sehr gut durchmische Grenzschicht).
Das größte Thema ist und bleibt aber die Hitze, die sich die Mittelfrist über weiter steigert. Während die Maxima im Norden mit 27 bis 33 Grad in einem hochsommerlich warmen bis heißen (bei Taupunkten meist über 15 Grad aber auch drückend schwülen) Niveau verharren, wird es sonst mit 33 bis 39 Grad extrem heiß. Hier und da kann man auch die 40 oder 41 Grad nicht ausschließen, was aber stark von der dann vorherrschenden thermischen Schichtung, den sich immer weiter aufheizenden/abtrocknenden Bodenflächen, der Durchmischung und Einstrahlung abhängt. Inwieweit es am kommenden Wochenende im Nordwesten etwas weniger heiß (dafür umso schwüler) wird, hängt maßgeblich von der Gewitterneigung ab. Küstennah bleibt es bei auflandigem Wind deutlich kühler und am Mittwoch/Donnerstag reicht es im äußersten Norden/Nordosten noch nicht für das Überschreiten der 30 Grad-Marke.
Der Staubanteil nimmt zwar weiter zu, allerdings sollte sich dessen wolkenbildende Aktivität mehr auf den direkten Einflussbereich des warmen Förderbandes und dessen Interaktion mit einer über Nordwesteuropa verbleibenden TPW-Anomalie (gesamtes ausfällbares Wasser) von mehr als 200% zur Hintergrundklimatologie beschränken, was die Biskaya und Nordwesteuropa betreffen würde.
Trockenheit und Waldbrandgefahr nehmen während der Mittelfrist weiter zu.
Für die erweiterte Mittelfrist würde sich Stand heute von Westen eine deutlichere und nachhaltige Abkühlung andeuten. Die Folge wären Maxima von 26 bis 32 Grad, bei einer sich weiter intensivierenden Gewitterneigung.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die jüngsten Modellläufe von EZ heben eine recht gut vorhergesagte Mittelfrist hervor. Kein Wunder, dominiert doch beinahe durchweg eine kräftige Antizyklone über West- und in der Folge dann auch über Mitteleuropa. Geringe Diskrepanzen ergeben sich nur, wie zügig ein Trog über Nordwesteuropa nach Osten in Richtung Mitteleuropa vorankommt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch beim Vergleich mit den weiteren internationalen Modellen ergibt sich ein sehr homogenes Bild mit einer blockierenden Antizyklone über Westeuropa, die sukzessive ostwärts nach Mitteleuropa wandert.
Es fällt auf, dass in der erweiterten Mittelfrist die AI-Modelle die östlichere Variante der Antizyklone über dem Nordatlantik favorisieren, was uns in gemäßigtere Atlantikluft bringen würde.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt mit zwei Clustern und dem klimatologischen Regime der Blockierung. Über Nordwest- und Mitteleuropa sitzt ein solider Keil, der unser Wetter mit einer sommerlich heißen und trockenen Witterung beeinflusst.
In der Folge (Donnerstag bis Samstag) zeigen vier Cluster durchweg eine Blockierung mit dem Kontrolllauf im ersten Cluster. Deutschland liegt mittig unter der blockierenden Antizyklone und gelangt zunehmend auf die sehr heiße Westflanke.
Im Übergangsbereich zur erweiterten Mittelfrist schwächt sich die blockierende Antizyklone nur sehr zögernd ab, bevor Anfang Juli bei zwei Clustern eine durchgreifende Abschwächung der Antizyklone auszumachen ist. Bei steigendem Geopotenzial westlich/nordwestlich von uns würden wir tendenziell in eine südwestlich bis westlich Strömung gelangen. Die Unsicherheiten mit Blick auf den Abbau dieser Antizyklone sind zum Monatswechsel aber noch als groß zu bezeichnen.
Bei den Meteogrammen in Deutschland ist ein stetiger Temperaturanstieg auszumachen, mit einem Höhepunkt am kommenden Wochenende, wo wir vielerorts Medianwerte um 38 oder 39 Grad im Ensemble entdecken. Dabei geht die zunehmende Hitze erst trocken und zum kommenden Wochenende mit steigendem Gewitterrisiko einher. In der erweiterten Mittelfrist geht der Kontrolllauf dramatisch bis unter den jeweiligen Interdezilbereich zurück, was entweder darauf hindeutet, dass das ENS die dynamische Komponente unterschätzt, oder dass der Kontrolllauf die Stabilität der Antizyklone unterschätzt.
Die bis zum kommenden Wochenende eng gebündelten Rauchfahnen zeigen hohes Geopotenzial und 850 hPa Werte, die zum kommenden Wochenende zwischen 20 und 24 Grad, im Süden vielleicht auch mal bei rund 25 Grad verweilen. In der erweiterten Mittelfrist nimmt die Streuung der Member rasch zu und auch hier fällt auf, dass der Kontrolllauf rasch in den unteren Bereich der Memberschar zurückgeht.
Beim GEFS dauert die Hitzewelle bis zum Ende der Mittelfrist mit einer eng verlaufenden Memberschar mit hoher Gewissheit weiter an, bevor in der Folge bei rasch zunehmender Streuung der Member mit einer (temporären?) Abkühlung gerechnet werden kann. Die Meteogramme heben mit einem zunehmenden Sinusverlauf ein progressiveres Keil-/Trogmuster hervor, allerdings mit tieferem Geopotenzial vor Westeuropa und somit anhaltender Zufuhr schwül-warmer Luftmassen in den jeweils aufgespannten Warmsektor der passierenden Tiefdruckgebiete (gewitterträchtig).
Es verwundert nicht bei der unterschiedlichen Handhabe der Antizyklone über dem Nordatlantik (NCEP westlicher als IFS-ENS), dass die EZ Member Anfang Juli deutlich kühlere Werte aufweisen als die von NCEP. Hier ist noch mit weiteren Anpassungen zu rechnen, je nachdem, wo genau sich die Antizyklone aufbauen wird.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Die HITZE intensiviert sich die Mittelfrist über von Westen, was auch beim EFI "Temperatur" durch eine Zunahme der Anomalien und SOT-Werte abgebildet wird. Dasselbe gilt für die Minima. Bei teils rekordverdächtigen Geopotenzialwerten in 500 hPa für Juni und einer tagtäglich zunehmenden Schichtdicke hat das bei Temperaturwerten in 850 hPa von zunehmend über 20 Grad sowie beim aktuellen Sonnenhöchsttand eine teils extreme Hitze zur Folge. Innerhalb der subsaisonalen Vorhersage steigen die wöchentlichen Anomalien der 2m Temperatur in weiten Bereichen Frankreichs und lokal bis in den äußersten Westen Deutschlands reichend teils auf über 10 Kelvin an, was als extrem eingestuft werden darf.
Von Mittwoch bis Freitag breiten sich Maxima jenseits der 35 Grad sukzessive von Südwesten auf ganz Deutschland aus, sodass wir von Freitag bis Sonntag fast deutschlandweit Tageshöchstwerte zwischen 33 und 39 Grad aushalten müssen. Den Oberrhein entlang bedeutet das z.B. Höchstwerte, die während der gesamten Mittelfrist über 35 Grad verweilen. Im Zusammenspiel mit weiterer Abtrocknung und meist windschwachen Verhältnissen sind ab Freitag lokal Maxima um 40 Grad nicht ausgeschlossen. Stand heute kann im Verlauf des Wochenendes im Nordwesten eine allmähliche Abkühlung nicht ausgeschlossen werden. Wie schnell die Abkühlung ostwärts vorankommt ist noch unsicher. Küstennah bleibt es bei auflandigem Wind deutlich kühler und am Mittwoch/Donnerstag sind im äußersten Norden/Nordosten noch Maxima von unter 30 Grad zu erwarten, bevor sich die heiße Luft auch dahin ausbreitet.
Unter dem Strich wird diese Mittelfrist von einer meist hohen bis sehr hohen Wärmebelastung geprägt, was auch durch nächtliche Minima zwischen 24 und 16 Grad gesteigert wird.
GEWITTER sind ab Freitag im Westen und in der Folge deutschlandweit regional ein Thema, wobei deren Verbreitung noch unsicher ist. In Verbindung mit allmählich zunehmender Dynamik und hohen CAPE-Werten besteht dabei lokal/regional Unwettergefahr durch Hagel, Starkregen und (vom impact her) auch durch teils schwere Sturmböen. Eine überregionale Unwetterlage ist, Stand heute, (noch?) nicht auszumachen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS und angepasst das MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





