Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 07.11.2026 um 18 UTC
Schlagzeile:
Meist grau oder blau. Abseits vom Nebel mild. Am Montagabend im Südwesten einsetzender Regen, bis weit in den Dienstag anhaltend.
GWL und markante Wettererscheinungen:
SEa
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Sonntag, den 08.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Heute Nachmittag und Abend fällt das Geopotenzial von Westen im Zuge eines Kaltlufttropfens, der nach England zieht. Dieser ist eingebettet in eine umfangreiche IPV Schliere mit hohen PVU Werten, die sich von Großbritannien in Richtung Italien erstreckt. Bodennah bleibt jedoch vergleichsweise hoher Luftdruck dominant, sodass sich am ruhigen Herbstwetter wenig ändert. Zwischen Ostsee und Erzgebirge scheint häufig die Sonne, nur regional mit etwas Hochnebel im Westen und Süden von Brandenburg garniert. Auch in weiten Bereichen NRWs scheint bis zum Abend häufig die Sonne. Sonst ziert dichter Hochnebel den Himmel, im Bergland herrscht nicht selten Nebel durch aufliegende Wolken und peripher der IPV Rinne driftet mehrschichtige Bewölkung in den Westen und Süden der Republik, wo hier und da etwas Nass fällt. Dank der schwachen Hebung zerbröselt das Hebungsfeld im Süden aber zum Abend. Die abendlichen Werte liegen zwischen 1 Grad im Nordosten und 9 Grad im Südwesten. Es weht meist schwacher, im Nordosten zeitweise mäßiger Südostwind. Nach Südwesten hin kommt der Wind schwach aus unterschiedlichen Richtungen. In der Nacht zum Sonntag schiebt sich der Höhentrog weiter in den Westen der Republik und bringt dem Westen nicht nur dichte Bewölkung, sondern auch etwas Nass (Schwerpunkt Niederrhein-Emsland und Siegerland mit 1-3 mm/12h). Sonst teilen sich dichter Hochnebel und besonders nach Osten zu auch größere, klare Abschnitte den Nachthimmel und es bleibt abseits lokaler Nebelnässe meist trocken. In der feuchten Grenzschicht können sich besonders im Süden, über der Mitte und auch im Nordosten (dort vor allem wegen der effektiven Ausstrahlung) überregional warnrelevante Bodennebelfelder mit Sichtweiten von unter 150 m ausbilden.
Die Minima liegen von West nach Ost je nach Bewölkung zwischen +6 (Niederrhein) und lokal um -5°C (an der Oder bzw. im Erzgebirge).
Potentielle Warnelemente:
Osthälfte leichter, im Nordosten lokal auch mäßiger Nachtfrost, gebietsweise Nebel und Hochnebel.
Modellvergleich:
Kleinere Differenzen bzgl. der Lage und Zugbahn des Höhentiefs und des zugehörigen Troges haben kaum warn- und prognoserelevanten Auswirkungen.
Konsistenz:
Konsistenz gut.
Montag, den 09.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Sonntag erreicht die Trogachse in etwas eine Linie Emsland-Franken, die vergleichsweise kräftigste Hebung beschränkt sich aber eher auf die Niederlande und die Deutsche Bucht, wo es zeitweise regnet. Sonst fällt nur örtlich etwas Nass, nach ID2 kann es auch vom östlichen Niedersachsen bis nach Thüringen zeitweise leicht regnen. Die Mengen fallen aber überall unbedeutend aus. Besonders in einem Streifen von der Nordsee bis zum Bayerischen Wald bleibt es ganztags meist hochnebelartig bedeckt. Im Nordosten scheint längere Zeit die Sonne (besonders das Oderumfeld betreffend) und zum Nachmittag lockert die dichte Bewölkung auch von Südwesten auf. Im Alpenvorland verläuft der Sonntag regional ebenfalls mit viel Sonnenschein.
Die Höchstwerte weisen eine Zweiteilung auf. Während in den Westen und Süden recht milde Luftmassen einsickern (Maxima von 8 bis 12 Grad), bleibt es im Osten mit 3 bis 7 Grad kälter. Der Südostwind weht schwach. Die Nacht zum Montag geht unter ähnlichen Vorzeichen über die Bühne wie die Vornächte, bei überregional dichtem Bodennebel und Minima zwischen +4 und vereinzelt -5°C (von West nach Ost). Über und im direkten Umfeld der Deutschen Bucht regnet es zeitweise leicht.
Potentielle Warnelemente:
Wieder Nebel und Frost. Frost vor allem im Osten und Südosten, den dichten Nebel kann es landesweit geben.
Modellvergleich:
Die Modellunterschiede sind gering.
Konsistenz:
Nichts Relevantes.
Dienstag, den 10.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Montag hat der Kaltlufttropfen Kontakt zur Frontalzone aufgenommen (über Norwegen/Schweden) und wandelt sich bei uns in einen zunehmend progressiven Trog um, während eine kräftige Zyklone vor der Biskaya (PIA, international BRUNA) zunehmend feuchte und milde Luftmassen in den Südwesten der Republik advehiert. Daher verläuft der Montag im Norden und über der Mitte weiterhin unspektakulär - im Norden mit dichtem Hochnebel, während über der nördlichen Mitte (NRW bis ins südliche Brandenburg) die Sonne häufig und längere Zeit scheint (abseits lokaler Nebelhochburgen, wie z.B. in Richtung Eichsfeld) und es bleibt meist trocken (etwas Sprühregen im Umfeld der Ostsee).
Auf den Süden greift hingegen im Tagesverlauf Warmluftadvektion an der Warmfront von PIA über, sodass sich hier im Tagesverlauf die Bewölkung verdichtet. Nachfolgend setzen im Süden, etwa von Südbaden bis ins Alpenvorland Regenfälle ein. Sie breiten sich wenig nach Norden aus, weil blockiert durch das Höhentief, und halten bis Dienstag an. Dabei ist an der WF die Bildung einer Welle möglich und im Hochschwarzwald markanter Dauerregen wahrscheinlich. Dazu frischt der Wind in Hochlagen der Alpen stärker auf mit stürmischen Böen aus Südwest.
Neben dem regnerischen Süden bietet die Nacht zum Dienstag über der Mitte und dem Norden ebenfalls teils dichte Bewölkung, teils Nebel und Hochnebel. Im Bergland, über der Mitte und häufiger nach Nordosten hin sind Auflockerungen dabei und leichter Frost mit Werten nur noch knapp unter 0°C.
Potentielle Warnelemente:
Frost und Nebel stehen in den Regionen mit nächtlichem Aufklaren auf der Agenda. Der Frost scheint insgesamt auf dem Rückzug. Dazu kommt die Dauerregenoption über ca. 24 Stunden, von Montagnachmittag bis Dienstagnachmittag/abend. Im Süden/Südwesten fallen gebietsweise 10 bis 20 l/m². Vor allem rund um den Südschwarzwald und zum Allgäu hin sind 30 bis 40 l/m² möglich.
Modellvergleich:
Die großräumige Wetterentwicklung wird von allen Modellen sehr ähnlich simuliert. Im Detail gibt es Differenzen, die Auswirkungen der WLA im Südwesten/Süden betreffend. Dabei lässt ICON die Regenfälle weiter nach Norden ausbreiten, als die externen Lösungen. Hinweise auf Dauerregen im Schwarzwald haben nun alle Modelle im Programm, die von den ENS gestützt werden. Hier gibt es geringe Wahrscheinlichkeiten für Mengen im Unwetterbereich >50 l/m² in 24h.
Konsistenz:
Die Modelle erweisen sich von den Basisfeldern her als relativ konsistent. Die Niederschlagsprognosen sind eher schwankend in der Ausbreitung nach Norden und bei den Mengen. Der neue Lauf des IFS lässt den Regen wieder stärker nordwärts ausbreiten und verschiebt das Niederschlagsmaximum Richtung Oberschwaben und Westallgäu.
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Fazit:
Erst Grenzschichtdynamik, am Montagabend von Südwesten anhaltender Regen. Markanter Dauerregen im Hochschwarzwald nicht ausgeschlossen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 07.11.2026 um 10.30 UTC
Schlagzeile: Ende der Hochdrucklage, wechselhaft und vergleichsweise mild, ende der Woche Troglage mit Polarluft und Schnee im Bergland möglich
Synoptische Entwicklung: Am Mittwoch kommt die Warmfront bis etwa zur nördlichen Mitte voran. Die Temperatur in 850 hPa steigt am Alpenrand auf bis zu 10 °C an. In der subtropischen Luftmasse kommt es im Warmsektor dabei wiederholt zu Regen.
Am Donnerstag beginnt sich der Grönlandblock in Richtung Island zu bewegen. Stromabwärts entwickelt sich ein Trog über Westeuropa, der rasch nach Deutschland hereinzieht. Mit ihm verbunden ist ein Tief über Skandinavien. Die Kaltfront dieses Tiefs überquert Deutschland je nach Modell in der Nacht zum Freitag oder am Freitag. Rückseitig fließt maritime Polarluft mit 850-hPa-Temperaturen um -4 °C ein. Dabei könnte es bei Kaltfrontdurchgang in den Mittelgebirgen je nach Modelllösung den ersten Schnee geben. Allerdings hält ein Cut-Off über dem Atlantik, dessen Drehzentrum sich voraussichtlich nordwestlich der Iberischen Halbinsel befindet, dagegen. Dadurch ergibt sich in Bezug auf die Trogentwicklung und das Vorankommen der Kaltfront eine unsichere Situation für Mitteleuropa.
Im weiteren Verlauf schwenkt der Trog nach den meisten Lösungen nach Osten durch, wobei von Westen rasch ein Hochdruckkeil nachrückt, der zu dem Hoch über Großbritannien gehört. Dieses hat sich letztendlich von Island dorthin verlagert.
Zum Wochenende soll sich das Hoch dann über Mitteleuropa legen und die eingeflossene Kaltluft dort konservieren. Zu Beginn der neuen Woche könnten wir dann wieder auf die Vorderseite eines neuen, mächtigen Atlantiktroges gelangen.
Potentielle Warnelemente:
Abgesehen von Frost, Nebel und zum Wochenende auch Glätte, sowie potenziellen leichten Schneefall am Freitag in den Mittegebirgen, sowie einzelnen Sturmböen in exponierten Lagen, bietet diese Wetterlage kaum Potenzial für signifikantes Wetter.
Modellvergleich:
Im Wesentlichen wird die Situation von allen Globalmodellen ähnlich berechnet. Unsicherheiten ergeben sich ab Donnerstag im Zusammenspiel mit dem Atlantik-Cut-Off und dem sich stromabwärts entwickelnden Trog. So bleibt noch unsicher wie weit und wie schnell die Kaltfront nach Süden durchzieht. Obwohl alle neueren Modell den Kaltfrontdurchgang berechnen.
Konsistenz:
Selbiges wie oben gilt auch für die Konsistenz.
Clusteranalyse:
Die IFS-Ensembles zeigen bis Donnerstag nur geringe Streuung. Danach simuliert im Norden die deutliche Mehrheit einen Rückgang von Geopotenzial und Temperatur. Im Süden ist dieser allerdings nicht so eindeutig zu sehen. Mittlerweile ist die Mehrheit der Ensemblemitglieder auch dort auf den kalten Zweig umgesprungen, es gibt aber immer noch einige warme Lösungen. Der Spread ist somit ab Freitag dort erheblich.
Zum Wochenende hin nimmt der Spread dann überall zu. Dennoch lässt sich ein Trend zu einem Anstieg des Geopotenzials mit im Mittel steigenden 850-hPa-Temperaturen erkennen.
Ähnlich sehen die GFS- und AIFS-ENS aus.
Die Clusteranalysen zeigen in der erweiterten Mittelfrist im Wesentlichen die Fortsetzung des Trog-Keil-Musters. Ein Cluster mit nur acht Mitgliedern sieht hingegen eine größere Blockade über Mitteleuropa.
Fazit: Der Verlauf bis Donnerstag mit einer unbeständigen Südhälfte und einer deutlichen Erwärmung auf 850 hPa, vor allem im Süden, scheint sicher. Die genaue Position der Warmfront ist hingegen unsicher. Zum Ende der Woche hin scheint ein Trogdurchgang sehr wahrscheinlich. Inwieweit die Kaltluft dabei nach Süden voran kommt, hängt entscheidend von der Interaktion des Troges mit dem Cut-Off über dem Atlantik zusammen und somit noch unsicher. Ein rasches Durchschwenken der Kaltfront nach Süden mit etwas Schnee im Mittelgebirgsraum ist nach den neuesten Läufen jedoch wahrscheinlicher geworden.
Zum Wochenende hin scheint sich dann wieder rasch Hochdruck durchzusetzen, wobei die potenzielle bodennahe Kaltluft zunächst konserviert werden würde. Eine erneute Vorderseite deutet sich dann zur neuen Woche hin an.
Basis für Mittelfristvorhersage:
IFS, ICON-MOSMIX ab Freitag ENS-Mittel
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christian Herold





