Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 27.02.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Leicht wechselhaft, Samstag im Westen und Norden windig, Brocken Sturmböen. Nächte besonders im Süden zunehmend frostig. Mild bis sehr mild.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... gibt es im Abgleich mit der Frühübersicht nichts Nennenswertes hinzuzufügen. Unter HEIKO scheint bzw. schien meist die Sonne und mit Spitzenwerten von über 20 Grad an vielen Orten (u.a. Ohlsbach mit vorläufig gemessenen 23.0 Grad) wurde es ungewöhnlich mild. Einzig dem äußersten Nordwesten bringt ein schleifender Frontenzug etwas Regen.
Und so geht es dann auch in eine meist sternklare Nacht, nur im Westen und Norden dominieren peripher einer seichten Wellenpassage dichte Wolkenfelder und es fällt teils länger anhaltend Regen, ohne dabei jegliche Warnschwellen zu erreichen. Das Nass erreicht nach Mitternacht auch Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Nach abendlichen Werten von 19 bis 12 Grad (küstennah um 7 Grad) werden dank häufig effektiver Ausstrahlung Minima von 7 bis 0 Grad erwartet, unter dichter Bewölkung im Nordwesten um 11 Grad. Die regional erhöhte Luftfrostgefahr beschränkt sich auf den Süden und Osten von Bayern, dort kann sich auch lokal dichter Nebel ausbreiten.
Samstag ... passiert ein recht scharf konturierter Bodentrog die südliche Nordsee und erreicht in der Folgenacht Schweden. Dabei wird eine wetterinaktive Kaltfront ostwärts über Deutschland geführt.
Dabei frischt der Südwestwind im Westen/Nordwesten im Vormittagsverlauf deutlich auf und sorgt mit Bft 7/8 Böen für einen sehr windigen Gesamtcharakter. Zum Abend schwächt sich der Wind über NRW wieder ab, während er im westlichen Niedersachsen, über der Deutschen Bucht und in Schleswig-Holstein unverändert Warnrelevanz aufweist (Bft 7/8). Auf dem Brocken treten teils schwere Sturmböen aus Südwest auf (Bft 10) und auch auf einigen exponierten Abschnitten der zentralen westlichen Mittelgebirge sind Böen Bft 7/8 zu erwarten. Im Süden und Osten spielt der Wind keine Rolle.
Das Wetter gestaltet sich im Osten sehr freundlich, vielerorts, besonders in Richtung Lausitz, auch ganztags sonnig und trocken. Sonst dominieren dichte Wolkenfelder den Himmel, die aber regional auch stärker auflockern. Dabei regnet es anfangs im Norden noch, bevor der Niederschlag zum Mittag nordwärts abzieht. Ab dem Nachmittag treten im Südwesten und Westen einige Schauer auf. In der Fläche gesehen bleibt es aber meist trocken.
Die Maxima liegen von West nach Ost zwischen 8 und 19 Grad (mit den höchsten Werten im südlichen Brandenburg).
In der Nacht zum Sonntag passiert die Bodentrogspitze Norddeutschland ostwärts und sorgt von der Deutschen Bucht bis zur Ostsee für eine windige Nacht (Bft 7 bis 8 aus Südwest) und auch die Sturmböen auf dem Brocken schwächen sich nur allmählich ab. Dabei treten über dem Norden einzelne Schauer auf. Sonst spielt der schwache Wind aus Südwest bis West keine Warnrelevanz.
Im Süden wird die an die Alpen geführte Kaltfront durch Druckfall südlich der Alpen etwas agiler und ruft zahlreicher Schauer hervor. Sonst bleibt es unter Hochdruckeinfluss trocken und besonders über der westlichen Mitte verläuft die Nacht meist klar.
Die Minima liegen zwischen 7 und -1 Grad mit den tiefsten Werten über der Mitte.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... wurde ebenfalls alles zur Genüge beschrieben. Unter Hochdruckeinfluss wird der Sonntag vom Saarland bis zur Oder freundlich oder sonnig und es bleibt trocken. Im Süden halten sich dichte Wolkenfelder bis weit in den Tag, besonders in Richtung Niederbayern wohl auch ganztags. Im Süden kann es zeitweise etwas regnen. Die Niederschläge schwächen sich zum Abend hin weiter ab.
Im Norden beginnt der Tag freundlich, bevor zum Nachmittag im Nordwesten dichte Aufgleitbewölkung ein neues Frontensystem ankündigt, dessen Niederschlag bis zum Abend aber noch nicht unser Vorhersagegebiet erreicht.
Die Maxima liegen in der eingeflossenen subpolaren Meeresluft zwischen 9 und 14 Grad (küstennah und in Niederbayern um 6 Grad). Der Südwestwind weht im Westen und Norden mäßig, sonst schwach und kommt im Süden zunehmend aus Südost bis Ost.
Im Verlauf der Nacht zum Montag streift eine Warmfront Norddeutschland und bringt dort neben dichten Wolkenfeldern auch etwas Regen. Im Süden bilden sich teils ausgedehnte Nebelfelder und es ziehen in der Höhe noch einige Wolkenfelder durch. Es bleibt jedoch trocken. Sonst verläuft die Nacht klar und besonders über der Mitte und dem Süden mit +4 bis -3 Grad wieder vielerorts leicht frostig. Im Nordwesten bleibt es mit +4 bis +7 Grad frostfrei.
Modellvergleich und -einschätzung
Innerhalb der Numerik ergeben sich keine nennenswerten Diskrepanzen. Feinheiten, wie die noch leicht variabel gezeigte Geometrie des Bodentroges wurden im Text besprochen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 27.02.2026 um 10.30 UTC
Meist ruhiges und mildes bis sehr mildes Frühlingswetter, sehr wahrscheinlich ohne markante Wettergefahren.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 06.03.2026
Am Montag greift ein Höhenkeil auf Deutschland über. Das korrespondierende Bodenhoch liegt mit seinem Schwerpunkt über dem südöstlichen Mitteleuropa und weist einen nach Lappland gerichteten Keil auf. Der Nordosten wird noch von Wolkenfeldern einer über Polen liegenden Warmfront gestreift, ansonsten stellen sich längere sonnige Abschnitte ein.
Der nachfolgende Trog rückt zwar nach Schottland vor, tropft aber in Richtung Marokko aus. Die korrespondierende und ohnehin nur flache Tiefdruckrinne, die sich von den Britischen Inseln in die Biskaya erstreckt, wird zugeschüttet, so dass in der Nacht zum Dienstag der antizyklonale Einfluss bei geringen Luftdruckgegensätzen bestehen bleibt. Reste dieser Tiefdruckrinne arbeiten sich bis Dienstag in den Westen Deutschlands vor, wodurch sich dort vor allem über dem Bergland einzelne Schauer entwickeln können. Ansonsten bleibt es trocken. Kräftige, ins Nordmeer gerichtete Warmluftadvektion bewirkt in der Nacht zum Mittwoch über Westeuropa und der Nordsee Geopotentialgewinn, wodurch der mittlerweile über Polen liegende Höhenrücken auf eine breitere Basis gestellt wird. Das Trog-Residuum wird bis dahin vollends zugeschüttet, Reste davon machen sich am Mittwoch im Tagesverlauf nur noch in Form von Wolkenfeldern und über den mittleren Regionen einzelnen Schauern bemerkbar. Dabei verlagert sich der Rücken nach Mitteleuropa und weitet sich in der Nacht zum Donnerstag in Richtung Karelien aus.
Am Donnerstag nähert sich ein weiterer Trog den Britischen Inseln, der sich wie der vorherige Trog in das Seegebiet westlich der Iberischen Halbinsel ausweitet. Die hierzu korrespondierende Tiefdruckrinne überquert zwar die Britischen Inseln, füllt sich aber über der Nordsee und Frankreich alsbald auf, so dass sich deren Wetterwirksamkeit auf Wolkenfelder beschränkt, die in der Nacht zum Freitag den Westen Deutschlands erfassen. Zwischen dieser Rinne und einem kräftigen Hoch über Westrussland und den Baltischen Staaten wird mit einer südöstlichen bodennahen Windkomponente trockene Luft herangeführt. Am Freitag setzt sich die Frontalzone über Nord- und Mittelskandinavien hinweg bis zum Ural durch. Der Höhenkeil wird hierdurch nach Westrussland gedrückt, wobei sich das Höhenhoch, von welchem dieser Keil ausgeht, über dem südöstlichen Mitteleuropa festsetzt. Hierdurch bleibt antizyklonaler Einfluss bestehen, wobei weiterhin die Luftdruckgegensätze gering sind.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich der Schwerpunkt des wetterbestimmenden Höhenhochs über Süddeutschland hinweg allmählich westwärts. Von diesem Hoch ausgehend wölbt sich erneut ein breiter Rücken bis nach Lappland auf. Frontale Prozesse werden hierdurch von Mitteleuropa ferngehalten. Da der Schwerpunkt des korrespondierenden Bodenhochs dann über dem Ostseeraum zu finden ist, dürfte mit einer, wenngleich auch schwachen nordöstlichen bodennahen Windkomponente etwas kältere Luft einsickern. Bei längerem Aufklaren wäre dann leichter Frost nicht nur auf die südlichen und südöstlichen Landesteile beschränkt.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Donnerstag ist der aktuelle Modelllauf zu den gestrigen Simulationen konsistent. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten.
Am Freitag ließ der 00 UTC-Lauf des Vortages einen Trog auf Mitteleuropa übergreifen. Dieser ist bei der neuesten Modellrechnung nicht mehr zu finden. Auch wird der am Wochenende sich etablierende Höhenrücken vom heutigen 00 UTC-Lauf wesentlich kräftiger und auch breiter simuliert als dass dies bei den gestrigen Modellläufen der Fall war. Ein Ende des ruhigen Frühlingswetters ist daher nicht in Sicht.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Donnerstag wird die oben beschriebene Entwicklung von den verfügbaren Modellen gestützt. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten.
Am Freitag ist dies bei ICON und bei Modell des kanadischen Wetterdienstes der Fall, GFS simuliert das wetterbestimmende Hoch etwas kräftiger und zudem nicht über Westrussland, sondern über dem südlichen Ostseeraum. Von Frankreich auf Süddeutschland übergreifender Druckfall bewirkt bei GFS eine Gradientzunahme und somit zumindest im Bergland ein Auffrischen des Windes bis in den warnrelevanten Bereich hinein.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum bleibt der antizyklonale Einfluss über dem Vorhersagegebiet bestehen. Während EZMW über Westeuropa dann erneut ein Bodenhoch positioniert, zeigt GFS dort eine straffe südwestliche Strömung. Nach dem kanadischen Modell dürfte dann auf Westeuropa ein schwacher, aber relativ breiter Trog übergreifen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des GFS zeigt deutliche Signale für eine Blockierung mit Schwerpunkt über dem südlichen Ostseeraum, was dem hauseigenen deterministischen Modell nahekommt. Dabei ist der Spread relativ gering. Gegenüber weiter zurückliegenden Modellläufen wurde nach der aktuellsten Modellrechnung die Anzahl der "Ausreißer" hin zur kalten Seite der Verteilung reduziert. Niederschlagssignale in schwacher Ausprägung sind nur bei Einzellösungen zu finden. Der deterministische Lauf tendiert vor allem im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum eher hin zur warmen Seite der Verteilung der Einzellösungen bzw. zu hohem Geopotential oder hohen Luftdruck.
Das EPS des EZMW zeigt ebenfalls im Bereich des über Mitteleuropa liegenden Höhenrückens einen geringen Spread. Die Einzellösungen werden in 5 Cluster untergliedert, wobei bei dreien hiervon keine signifikanten Unterschiede erkennbar sind. Als wahrscheinlichste Lösung dürfte die Frontalzone weiterhin über Mittel- und Nordskandinavien zu finden sein. Allerdings zeigen im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum 2 Cluster (mit 16 Einzellösungen) ein Austropfen von Nordosten oder Osten her, was zu einem signifikanten Temperaturrückgang führen würde. In diese Richtung tendiert auch der Kontrolllauf des AIFS. Dieser stellt jedoch selbst beim EPS des AIFS eine Außenseiterlösung dar.
Beim Clustering gemäß Großwetterlagen wird diese Version jedoch nur durch Einzellösungen (Hoch (Nordmeer) Fennoskandien) abgedeckt. Als wahrscheinlichstes Szenario dürfte sich hier eine antizyklonale Südostlage einstellen, gefolgt von einem Hoch bzw. einer Brücke über Mitteleuropa. Für einen erneuten Wintereinbruch ergeben sich keine belastbaren Signale.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Signifikante Wettererscheinungen sind aufgrund der ruhigen Hochdruckrandlage nicht zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann





