Synoptische Übersicht

Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Donnerstag, den 17.01.2019 um 18 UTC

Markante Wettererscheinungen:
In der Nacht nach Südosten abziehende Schneefälle, nachlassender Wind, verbreitet Frost mit Glätte. Ab dem morgigen Freitag zunehmender Hochdruckeinfluss, allmählich kälter.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 12 UTC

Aktuell ... schreitet die Umstellung der Wetterlage von einem windigen und teils niederschlagsreichen Witterungsabschnitt hin zu einer hochdruckgeprägten Wetterlage voran. Dabei überqueren uns aktuell zwei Frontensysteme, die zu einem mehrkernigen Tiefdruckkomplex über Nordeuropa gehören. Dabei lassen sich um 18 UTC laut ICON zwei Kerne erkennen, einer im russisch-finnischen Grenzgebiet und einer über Nordrussland. Das erste der beiden Frontensysteme, das inzwischen den Süden Deutschlands erreicht hat, ist dabei mit dem "Finnland-Tief" gekoppelt, seine Niederschläge betreffen nur noch den äußersten Südosten unseres Landes und ziehen allmählich ab. Ausgangspunkt bzw. Teil der zweiten Front ist ein (bzw. je nach Sichtweise zwei) markante(r) Bodentrog(-tröge) mit eigelagertem kleinräumigem Tief, welches sich in der nördlichen Strömung im Lee der Skanden gebildet hat und von der westlichen zur zentralen Ostsee zieht. Es wird ausgangs der Nacht das Baltikum erreicht haben. Der Bodentrog (hier die Betrachtung mit einem Trog) ist in südlicher bis südwestlicher Richtung orientiert, er weist aktuell etwa vom Stettiner Haff bis zu den Alpen, ausgangs der Nacht dann vom Baltikum nach Ungarn. An den Bodentrog schließt sich nach Westen ein Rücken an, der von der Biskaya in Richtung Norden weist. Die Frontensysteme, die auch in der 700er Feuchte als bandförmige Strukturen auszumachen sind (und von denen das zweiten, legt man den Windsprung als klassische Frontendefinition zugrunde, das dominierende ist), führen allmählich kühlere und trockenere Luftmassen nach Deutschland. So sinken hinter dem Bodentrog die 850er Temperaturen auf bis zu -7, ausgangs der Nacht sogar auf unter -10 Grad ab, während sie vorderseitig noch um oder knapp unter null liegen. In den Taupunkten macht sich dies erst in der Nacht unter Absinken bemerkbar, liegen die entsprechenden Werte aktuell noch meist leicht über null Grad, sinken sie in der Nacht in den Bereich um -3, lokal sogar bis -5 Grad.

Die markante Struktur des Bodentroges ist auch eine Folge der Geopotentialstrukturen, denn dem Bodentrog folgt in der Höhe unmittelbar ein Langwellentrog, in den ein massiver Kaltluftkörper mit Temperaturen im 500 hPa-Niveau von bis zu -38 Grad eingelagert ist, der bis zum Morgen as deutsch-polnische Grenzgebiet erreicht. Die einfließende Kaltluft sorgt nicht nur für einen raschen Druckanstieg auf der Rückseite und damit für die deutliche Kontur des Bodentroges, sie bedeutet auch eine deutliche Zunahme der Labilität. So ist bis in die Nacht hinein (im Osten sogar die gesamte Nacht hindurch) im Norden und in der Mitte mit konvektiven Umlagerungen zu rechnen, die sogar vereinzelt mit Kaltluftgewittern einhergehen können. Da der Gradient im Umfeld des Bodentroges recht scharf ausgeprägt ist, wobei die Höhenwinde im 900-hPa-Niveau durchaus 35 kn, lokal auch über 40 kn erreichen, können durch Gewitter auch von stürmischen Böen oder, im schlimmsten Fall, von Sturmböen begleitet sein, was dann nach der Warn-Nomenklatur eine markante Warnung zur Folge hätte. Abseits der konvektiven Spitzenböen weht der Wind auch in tiefen Lagen verbreitet lebhaft mit steifen Böen in der Spitze, in höheren Berglagen sind Sturmböen die Regel. Mehr dann aber auch nicht, weil die Höhenkaltluft nicht bis in den Süden mit seinen windaffinen Hochlagen ausgreift und dort somit auch nicht für konvektive Durchmischung sorgt. Der Wind lässt von Nordwest nach Südost im Laufe der Nacht nach (zum Morgen beschränken sich steife Böen und Sturmböen) auf Hochlagen in den Alpen und im östlichen und nördlichen Mittelgebirgsraum), da sich von Südwesten her der Keil eines Azorenhochs nach Süddeutschland schiebt, wobei zum Morgen über Ostfrankreich schon eine abgeschlossene 1020er Isobare dessen regionalen Schwerpunkt markiert.

Die einfließende Kaltluft sorgt auch für ein Absinken der Schneefallgrenze, die aktuell im Nordwesten schon in tiefsten Lagen, im Südosten aber noch bei etwa 800 m liegt. Schon im Laufe der ersten Nachthälfte sinkt sie allgemein bis in tiefste Lagen ab, und da die Strömung auf der Rückseite des Troges auf Nordwest dreht, sind die entsprechenden Staulagen am prädestiniertesten für einige wenige cm Neuschnee, in höheren Mittelgebirgen sind bis 5 cm und an den Alpen bis 10 cm Neuschnee möglich (Änderung Schneedecke ICON, das SNOW-Modell kann sich an den Alpen auch bis zu 15 cm Neuschnee vorstellen). Ob der Schnee im Tiefland liegen bleibt ist fraglich. Am ehesten kann es in kräftigeren Schneeschauern in Vorpommern und der Uckermark für eine dünne Nassschneedecke reichen (ebenfalls Änderung Schneedecke ICON). Meist gibt es dagegen in den Schauern etwas Schneematsch, und/oder mit den folgenden Auflockerungen bzw. den Regenschauern des Tages Glätte durch gefrierende Nässe. Technisch gesehen reichen die Schneemengen mit dem böigen Wind für Verwehungswarnungen, es scheint aus jetziger Sicht ob der geringen Schneemengen aber als sehr unwahrscheinlich, dass zu diesem Mittel gegriffen wird.

Mit dem Abzug von Boden- und Höhentrog lassen die Niederschläge im Laufe der Nacht von Nordwesten her mehr und mehr nach und mit dem zunehmenden Absinken lockern die Wolken stärker auf, über dem Norden und Westen kann es auch aufklaren. Außer in einigen tiefen Lagen im Südwesten und direkt an der See gibt es leichten, vereinzelt im Bergland auch schon mal mäßigen Frost.

Freitag ... zieht der Langwellentrog nach Ostpolen ab, auf seiner Rückseite kommt Deutschland unter eine nordwestliche Höhenströmung, die über dem Nordosten recht glatt, über dem Rest des Landes sogar leicht konvergent und vor einem neuen Kurzwellentrog sogar leicht antizykonal konturiert ist. Dies sowie die zunehmende Erwärmung in 500 hPa sorgen für eine Stabilisierung der Atmosphäre sowie ein machlassen der Niederschläge. Im Bodendruckfeld verlagert das Ostfrankreich-Hoch seinen Schwerpunkt über Süddeutschland hinweg nach Osten, am Abend sollte dieser über Nieder- und Oberbayern liegen. Von ihm ausgehend weist ein niedertroposphärischer Rücken über die Nordsee hinweg nach Island. Auf seiner Westflanke setzt im Tagesverlauf im 850er Niveau eine zögerliche Erwärmung ein, die allerdings nicht über ein bis zwei Grad hinausgeht (von etwa -8 auf etwa -6). Da im Bereich des Hochs die Durchmischung limitiert ist, ist in seinem Bereich ein nennenswerter Temperaturanstieg am Tage nicht zu erwarten, zumal an einer Inversion in etwa 850/900 hPa hochnebelartige Bewölkung die Einstrahlung dämpft. In der Folge liegen die Höchstwerte nur noch bei -1 bis 5 Grad mit den höchsten Werten am Niederrhein und allgemein höheren Werten im Norden und Westen, also in einem gewissen Respektabstand zum Hoch und bei fehlender Inversion. Im Bergland oberhalb von etwa 600 bis 800 m herrscht Dauerfrost.

Letzte stärkere Böen im höheren Bergland des Südostens und an der Ostsee sind besonders noch vormittags im Bereich des abziehenden Bodentrogs zu erwarten, ab mittags passiert windtechnisch auch dort nichts mehr. Die letzten schwachen Schneefälle klingen bald ab. Laut SNOW sind nur im Bereich Niederbayern, laut ICON6_Nest an den Alpen wenig ergiebige Schneefälle zu erwarten.

Auf der Nordostflanke des Rückens läuft ein sehr flacher Trog nach Südosten ab, dessen Achse zum Abend auf einer Linie mittlere Ostsee - Mecklenburg liegt. Dieser sorgt in Norddeutschland im Zusammenspiel mit leichter WLA für etwas Hebung, so dass es dort zu leichten Niederschlägen kommt. Diese sind zwar ebenfalls wenig ergiebig, sollten bei 850er Temperaturen um -7 Grad und einer Schneefallgrenze in Höhe des Meeresniveaus meist in der festen Phase fallen. Durch die etwas zyklonalere Isobarenkrümmung und einen leicht schärferen Gradienten lebt besonders an der Ostsee der Wind wieder ein wenig auf, für steife Böen reicht es aber voraussichtlich nicht. Sonst ist es meist ruhig, trocken, und dies bei aufgelockerter Bewölkung, so sich im Süden an der Inversion die hochnebelartige Bewölkung auflöst.

In der Nacht zum Samstag zieht der Schwerpunkt des Hochs weiter nach Osten, laut ICON soll sein Schwerpunkt am Morgen über der Westukraine, laut EZMW über der Slowakei liegen. Es behält aber mit seinem nach Deutschland und zur Nordsee gerichteten Keil seinen Einfluss auf unser Wetter. Vorderseitig eines Troges über Frankreich greift schwache Hebung von Südwesten her auf uns über, löst aber lediglich hohe und mittelhohe Bewölkung aus, wobei die mittelhohe bis nach Schwaben, die hohe je nach Modell (GFS, EURO4) bis nach Mitteldeutschland ausgreifen soll. Auch im Norden hält sich wegen des kleinen Troges teils starke Bewölkung, aus der auch geringe Niederschläge fallen können. Dieser schafft es bis zum Morgen allerdings bis nach Polen. An der Nordsee sind, der trogvorderseitigen Hebung und einer Küstenkonvergenz geschuldet, schwache Regen- oder Schneeregenschauer möglich, sonst fällt geringer Schnee, der für vereinzelte Glätte gut sein kann. Außer unmittelbar an der Küste geht die Temperatur in den leichten Frostbereich zurück. Über der Mitte und nach Süden zu dürfte häufiger der mäßige Frost vertreten sein und über Schnee und im Bergland wird dann auch strenger Frost ein Thema. Die Nebelneigung ist gering; auch Glätte sollte (abgesehen von der im Norden) kaum eine Rolle spielen.

Samstag ... zeigt sich das Geopotentialfeld etwas diffus, ein kleinräumiges Höhentief verlagert sich über den Britischen Inseln sehr zögerlich nach Südosten, wobei der zugehörige Trog zwei Achsen aufweist, wovon einer auf den Atlantik weist und in der Nacht zu Sonntag auf die Iberische Halbinsel übergreift, und der andere zu Tagesbeginn ins westliche, in der Nacht dann ins zentrale Mittelmeer weist. Insbesondere zu Tagesbeginn ist über Deutschland noch ein schwacher, zur Nordsee gerichteter Rücken zu erkennen, der nach Norden ausgreift, aber an Einfluss auf das Wetter in Deutschland verliert. In dieser Gemengelage ist der Geopotentialgradient durchweg weit aufgefächert, so dass sich aus der Höhe keine dynamischen Wetterimpulse ableiten lassen. Im Bodendruckfeld ist anfangs noch der Hochdruckkeil wetterbestimmend, er wird aber allmählich nach Nordosten abgedrängt. Die Luftmasse ist insbesondere im Bereich des Keils Alterungsprozessen unterworfen und kühlt etwas ab, teils zeigt sich hohe und mittelhohe Bewölkung. Das mit dem Langwellentrog korrespondierende Bodentief zieht von Irland nach Nordfrankreich, wo es ausgangs der Nacht zu Sonntag laut ICON zu finden sein soll (EZMW: Bretagne). In der Folge ziehen in den Südwesten erst hohe, dann mittelhohe und tiefe Wolken. Die in der Nacht (laut EZMW von der Saar bis zum Bodensee, laut ICON vom Oberrhein bis zum Bodensee) nachfolgenden Niederschläge fallen bei 850er Temperaturen um -5 Grad meist als Schnee, die Niederschläge sind aber insgesamt wenig ergiebig.

Während es im Südosten und in höheren Lagen dauerfrostig ist, liegen die Werte im Westen und Norden bei 0 bis 3 Grad. Der Wind spielt bei der schwachgradientigen Lage kaum eine Rolle, im Norden weht er anfangs aus westlichen Richtungen, sonst kommt er meist aus Südost bis Ost, ohne dass Warnschwellen in Gefahr wären. Die Tiefstwerte liegen meist im leichten bis mäßigen, gebietsweise im strengen Frostbereich bei eher geringer Nebelneigung (Taupunkte im Küstenbereich um -4, sonst -7 bis -9 Grad). Nur im Norden, wo feuchtere Luft von der Nordsee her einsickern kann, ist die Nebelneigung größer. Glätte sollte kaum eine Rolle spielen, Reif gibt es höchstens vereinzelt.

Sonntag ... steht einem atlantischen Rücken über den Azoren ein breiter Trogkomplex über Europa gegenüber. Die häufig als "first guess" mit der Frontalzone gekoppelte 552 gpdm Isohypse verläuft dabei vom Seegebiet westlich von Irland über die Balearen und das Ionische Meer hinweg, um dann wieder nordwärts zum Schwarzen Meer abzubiegen. Damit wird ersichtlich, dass die Frontalzone (für die Wintermonate typisch und endlich auch mal vorhanden) weit nach Süden ausweicht. Deutschland ist damit in 500 hPa von Temperaturen knapp unterhalb der -30 Grad Marke geflutet. Ein flacher Keil "bohrt" sich dabei von den Britischen Inseln über die Nordsee bis zur Norwegischen See und stützt ein flaches, kaum wahrnehmbares Hoch über Nordostdeutschland. Vielmehr handelt es sich dabei um die Relikte der
Hochdruckbrücke zwischen dem kräftigen Azorenhoch und einem nicht ganz so stark ausgeprägten Hoch über der Ukraine. Sei's drum, letztlich ist in einer schwachen bodennahen östlichen Strömung eine mäßig kalte und recht trockene Kontinentalluft (T850 hPa um -5 Grad) wetterwirksam mit viel Sonnenschein vor allem über der Mitte des Landes. Ein Tief über Frankreich, das an einen flachen Kurzwellentrog in der Höhe gekoppelt ist, sorgt von der Mosel bis nach Schwaben für leichte Aufgleitschneefälle. Bei 1 bis 3 cm, in Staulagen des Schwarzwaldes und der Alb bis 5 cm sollte aber schon Schluss sein. Die Höchsttemperaturen liegen verbreitet bei Werten um den Gefrierpunkt, vom Niederrhein bis zur Küste bei maximal 4 Grad.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren die Abläufe insgesamt sehr ähnlich. Unterschiede in den Niederschlagssummen zu Beginn des Zeitraums dieser Übersicht sind in einem erwartbaren, aber geringen Rahmen vorhanden, der insbesondere aber keine Auswirkungen auf das Warnmanagement hat. Das in der Folge zu erwartende insgesamt ruhige Wetter ist ohnehin prädestiniert für geringe Modelunterschiede.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Martin Jonas

Synoptische Übersicht Mittelfrist

Synoptische Übersicht Mittelfrist

ausgegeben am Donnerstag, den 17.01.2019 um 10.30 UTC

Kaltes Hochdruckwetter, kaum Niederschläge. Im Osten und Süden zunehmend Dauerfrost.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 24.01.2019

Am kommenden Sonntag, dem Beginn der heutigen Mittelfrist, steht einem atlantischen Rücken über den Azoren ein breiter Trogkomplex über Europa gegenüber. Die häufig als "first guess" mit der Frontalzone gekoppelte 552 gpdm Isohypse verläuft dabei vom Seegebiet westlich von Irland über die Balearen und das Ionische Meer hinweg, um dann wieder nordwärts zum Schwarzen Meer abzubiegen. Damit wird ersichtlich, dass die Frontalzone (für die Wintermonate typisch und endlich auch mal vorhanden) weit nach Süden ausweicht. Deutschland ist damit in 500 hPa von Temperaturen knapp unterhalb der -30 Grad Marke geflutet. Ein flacher Keil "bohrt" sich dabei von den Britischen Inseln über die Nordsee bis zur Norwegischen See und stützt ein flaches, kaum wahrnehmbares Hoch über Nordostdeutschland. Vielmehr handelt es sich dabei um die Relikte der Hochdruckbrücke zwischen dem kräftigen Azorenhoch und einem nicht ganz so stark ausgeprägten Hoch über der Ukraine. Sei's drum, letztlich ist in einer schwachen bodennahen östlichen Strömung eine mäßig kalte und recht trockene Kontinentalluft (T850 hPa um -5 Grad) wetterwirksam mit viel Sonnenschein vor allem über der Mitte des Landes. Ein Tief über Frankreich, das an einen flachen Kurzwellentrog in der Höhe gekoppelt ist, sorgt von der Mosel bis nach Schwaben für leichte Aufgleitschneefälle. Bei 1 bis 3 cm, in Staulagen des Schwarzwaldes und der Alb bis 5 cm sollte aber schon Schluss sein. Die Höchsttemperaturen liegen verbreitet bei Werten um den Gefrierpunkt, vom Niederrhein bis zur Küste bei maximal 4 Grad.

Am Montag ändert sich an den grundlegenden Zirkulationsmustern kaum etwas. Vielfach ist schwacher Hochdruckeinfluss wetterwirksam. Über dem Löwengolf bleibt der Kurwellentrog in der Höhe stationär, womit über Ostfrankreich und der Schweiz bis nach Südwestdeutschland hinein immer noch schwache Aufgleitprozesse wirksam sind (bodennah Nordost gegen südliche Winde in der Höhe). Signifikante Neuschneemengen sind damit aber kaum verbunden. Das Temperaturniveau bleibt winterlich. Im Osten und Süden herrscht teils leichter Dauerfrost. Bei Aufklaren muss in den Nächten verbreitet mit mäßigen, über Schnee auch mit strengen Frösten unter -10 Grad gerechnet werden.

Am Dienstag tropft von Island ein neues Höhentief Richtung Biskaya ab. Die damit verbunden Niederschläge sind aufgrund der bodennahen trockenen Ostströmung im Vorfeld recht stark auf die unmittelbare Nähe zum Tief begrenzt, zumal auch in der Höhe kaum präfrontale WLA wetterwirksam ist. Dadurch bleibt die blockierende Wetterlage (wenn auch ohne fettem Hoch über Skandinavien) erhalten. Gleichzeitiger Potentialanstieg über Südfrankreich lässt die schwachen Schneefälle im Südwesten abklingen. Aus dem ehemaligen Kurzwellentrog über dem Löwengolf ist in der Zwischenzeit aber auch ein eigenes Cut-Off Tief über Italien entstanden, das vorderseitige Aufgleitniederschläge unter Einbeziehung warmer Mittelmeerluft hervorruft. Dabei ist noch unklar, ob sich diese auch bis ins Berchtesgadener Land oder gar noch weiter nördlich ausweiten. Sonst bleibt der teils wolkige, zeitweise aber auch freundliche und winterlich kalte Wettercharakter bestehen.

Am Mittwoch und Donnerstag wird der Trog über dem westlichen und zentralen Mittelmeer durch einen erneuten Abtropfvorgang ausgehend von den Britischen Inseln südwärts regeneriert. Dadurch etabliert sich im Bereich der Balearen ein umfangreiches Zentraltief dem hoher Luftdruck zwischen Island und Schottland gegenübersteht. In der resultierenden nordöstlichen Grundströmung dieser High-over-Low Lage hält die Advektion trocken-kalter Festlandluft an (T850 hPa Rückgang sukzessive auf -10 Grad). Auch wenn großräumig keine signifikanten synoptisch-skaligen Hebungsvorgänge auszumachen sind (vielfach trockenes Winterwetter), können trotzdem schwache WLA Felder von Österreich und Tschechien im Grenzbereich immer mal wieder schwache Schneefälle hervorrufen. Zugleich muss man bei der Anströmungsrichtung Lakeeffekte an der Ostsee im Auge behalten, die mit Wassertemperaturen von immerhin noch 3 bis 5 Grad einiges an diabatischem Wärmeaustausch zu bieten hat. Passend dazu gehen die Temperaturen auch im 500 hPa Niveau auf -35 Grad zurück (macht 40K zwischen Boden und 5 km = labile Schichtung).

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Bezüglich der Konsistenz lassen sich im Vergleich zur gestrigen Mittelfristübersicht ähnliche Zusammenhänge feststellen. Obschon teilweise gravierende Unterschiede in den absoluten Druckwerten sowie in der Konturierung der Höhenströmung festzustellen sind, halten sich die Auswirkungen auf die Wetterabläufe hierzulande in Grenzen. An der winterlich geprägten und eher hochdruckbehafteten Wetterlage bestehen jedenfalls keine großen Zweifel. Die Tendenz geht allerdings aktuell zu einer größeren Betonung etwaiger Aufgleitoptionen aus Südosten Mitte nächster Woche.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Im Großen und Ganzen konform, im Detail aber mit Unterschieden. Was auf die Konsistenzbetrachtung zutrifft, spiegelt sich auch im Vergleich mit anderen Modellen wieder. Bereits am Montag kommt es zu markanten Unterschieden beim GFS, das den Trog nicht über Südfrankreich, sondern über Westdeutschland rechnet. Stärkere Schneefälle im gesamten Westen und Süden (entlang von Rhein und Mosel teils Regen) wären die Folge. Eine derartige Ausdehnung ist aber unwahrscheinlich. Am Dienstag und Mittwoch sind die gängigen Globalmodelle dann in Bezug auf Deutschland wieder weitgehend unisono. In der erweiterten Mittelfrist sieht einzig das GEM eine rasche Zonalisierung und Milderung aus Nordwesten, ICON deutet es beim Endzeitpunkt +180h (nächste Woche Do) zumindest in Ansätzen an.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Die Rauchfahnen zeigen bis Mitte nächster Woche ein weitgehend gebündeltes Verhalten mit gleichgearteten Verläufen in Geopotential und 850 hPa Temperatur von Haupt- und Kontrolllauf. Dabei sind landesweit die oben beschriebenen Tendenzen (T850hPa Abfall von -5 auf -10 Grad sowie Geopotentialabfall von 540 auf 520 gpdm) zu beobachten.

Zum Ende der Mittelfrist nehmen die Niederschlagssignale allmählich zu, bleiben aber durchweg bei nur schwachen Intensitäten.

In der erweiterten Mittelfrist finden sich Haupt- und Kontrolllauf mit Temperaturen bis -15 Grad zwar am unteren Ende der Memberschar wieder, finden aber noch Mehrheiten von 10-30% aller Member und sind somit keine Außenseiterlösungen. Von daher kann man auch in der zweiten Wochenhälfte von einer Fortsetzung des Winterwetters ausgehen, wobei dann auch im Norden und Westen Dauerfrost zunehmend ein Thema wird. Flächendeckende signifikante Schneefälle sind dabei fürs Erste aber unwahrscheinlich (Tendenz geht also zu Kahlfrost).

Tiefergehende Erkenntnisse liefert auch die Clusterung keine. Die 5 gebildeten Cluster im Zeitraum 120-168h arbeiten sich vor allem an der Positionierung und Deformierung des abtropfenden Troges von den Britischen Inseln ins westliche Mittelmeer ab, ohne signifikante Unterschiede auf den Wetterablauf in Deutschland heraufzubeschwören.

In der erweiterten Mittelfrist sieht der Mehrheit der Cluster ebenfalls den (wackligen) Fortbestand des überwiegend antizyklonal geprägten Winterwetters. Durch die wenig manifestierte Position und nur schwache Ausprägung des Hochs über Nordeuropa ist ein südwärtiges Durchrutschen der Keilachse mit Winddrehung und Milderung aus Nordwesten aber nicht auszuschließen.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Wettertechnisch turbulent dürfte es mit dem massiven Cut-Off über dem westlichen Mittelmeer vor allem über der Iberischen Halbinsel, den Balearen bis nach Italien zugehen. Dabei stehen laut EFI-Signalen voraussichtliche Schneefälle samt Verwehungen im spanischen Bergland, schwere Sturmböen von der Iberischen Halbinsel bis zur nordafrikanischen Küste, sowie gebietsweise gewittrige Starkregenfälle zwischen Korsika/Sardinien und der Adria auf der Karte.

Hierzulande sind keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten. Lediglich der sich einstellende Dauerfrost (zunächst bevorzugt im Osten und Süden, später immer mehr auch im Norden und Westen) ist erwähnenswert. In den Nächten muss verbreitet mit mäßigen Frösten, bei Aufklaren über Schnee mit strengen Frösten gerechnet werden. Die zunehmend (dünne) Vereisung flacherer, kleiner Seen in Ost- und Süddeutschland ist infolge der Dauerfrostperiode bis Ende nächster Woche zu erwarten.

Basis für Mittelfristvorhersage

EZ, EZ-EPS, Mos-Mix

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen

Boden Analyse DWD

Quelle: © Deutscher Wetterdienst, Offenbach

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