Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 25.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
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Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... wölbt sich vorderseitig eines Langwellentroges mit Drehzentrum bei Island ein ausgeprägter keil auf, dessen Achse von der Iberischen Halbinsel über Frankreich bis nach Dänemark reicht. Ein weiterer Langwellentrog liegt über Osteuropa. Im Bodendruckfeld hat sich zwischen dem Azorenhoch und einem Hoch über Russland eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa gebildet. In den Osten Deutschlands ist rückseitig des nach Osten abgezogenen Langwellentroges maritime Polarluft eingeflossen, die sich unter Absinken erwärmt. Mit einer nördlichen Strömung fließt aber bodennah ein feuchtere Luftmasse ein, die für Dichte Bewölkung einer Absinkinversion unterhalb von etwa 800 hPa sorgt. Die mittlere Luftschicht ist sehr trocken, wobei in höheren Schichten dichtere Cs/As-Bewölkung verursacht durch WLA und Aufgleiten durchzieht. Dabei fallen ein paar Tropfen Regen. Weiter westlich ist es am Abend unter der durch Absinken ausgetrockneten Luftmasse verbreitet sonnig. In der Nacht kippt die Achse des Langwellentroges weiter nach Osten, wodurch sich im Norden eine westsüdwestliche Höhenströmung ergibt. Dabei rückt eine Kaltfront von der Nordsee näher. Vorderseitig wird der Norden von hohen und mittelhohen Wolkenfeldern erfasst. Ansonsten ziehen die Wolken im Osten ab und es wird überall klar oder nur locker bewölkt. Bei aktuellen Taupunkten von -5 bis 5 °C über der Mitte und im Süden kann es nachts stark auskühlen, sodass es lokal wieder zu Frost kommt. In der trockenen Luft sollte Nebel eher die Ausnahme sein und sich auf einige Flussniederungen beschränken.
Samstag ... kippt die Trogachse weiter nach Osten und richtet sich zunehmend zonal aus, sodass an der Nordflanke des Höhenkeils Norddeutschland in eine zunehmend leicht wellende zonale Strömung gelangt. Dabei greift ein mit einer wenig wetteraktiven Kaltfront verbundenes Wolkenband auf den Norden über. Selbst ein eingelagerter, sehr flacher Kurzwellentrog kann die nahezu strömungsparallele Front nicht aktivieren, sodass Regen die Ausnahme bleibt. Weiter südlich bleibt es unter dem Höhenkeil sonnig. Dabei wird zunehmend subtropische Luft aus Nordwestafrika zu uns geführt. Diese lässt die 850-hPa-Temperatur am Alpenrand bis auf 15 °C steigen, sodass es im Südwesten einen Sommertag gibt.
Nachts kann es in der bodennahen, noch sehr trockenen Luftschicht deutlich auskühlen, sodass vor allem im Südosten wieder einstellige Werte erwartet werden. Das zur Front gehörende Wolkenband kommt bis etwa zur Mittelgebirgsschwelle voran. Postfrontal lockert es im Norden erneut auf, sodass sich in der feuchteren Meeresluft streckenweise Nebel bilden kann.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... amplifiziert sich der Trog über dem Atlantik und kommt ostwärts voran. Dadurch steilt die Strömung über Mitteleuropa erneut auf. Die Frontreste lösen sich über der nördlichen Mitte auf, sodass es meist nur locker bewölkt ist. Im Bodendruckfeld verlagert sich der Schwerpunkt des Hochs nach Osteuropa und verbindet sich mit dem Russlandhoch. Dadurch gelangen wir in eine südliche Strömung, wobei durch WLA die 850-hPa-Temperatur über 10 °C, im Süden über 15 °C steigt. Ganz so verbreitet wie die hohen 850-hPa-Temperaturen es erwarten ließen, steigt allerdings die Höchsttemperatur nicht. Eine starke nächtliche Ausstrahlung sorgt für eine ausgeprägte Strahlungsinversion, die tagsüber erst einmal bei kaum Durchmischung "weggeheizt" werden muss. Voraussichtlich werden daher nur am Oberrhein 30 °C erreicht.
Wegen möglicher Dekadenrekorde rückt eher der Montag ins Visier. Dabei war die Durchmischung bei vergangenen Lagen mit ähnlichen 850-hPa-Temperaturen deutlich besser.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modellsimulationen sind im Wesentlichen gleich
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Christian Herold
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 25.09.2026 um 10.30 UTC
Ruhiges und spätsommerlich warmes, örtlich heißes Wetter. Erst in der zweiten Wochenhälfte von Westen wieder etwas unbeständiger.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 02.10.2026
Mittelfristig setzt sich das spätsommerliche Wetter, das bereits im kurzfristigen Vorhersagezeitraum Anlauf nimmt, zunächst weiter fort. Die kommende Woche startet somit sehr warm, teils sogar heiß und ruhig. Erst im Laufe der zweiten Wochenhälfte könnte es von Westen her vorübergehend wieder etwas unbeständiger werden.
Schon zu Beginn der Mittelfrist am Montag (28. September) zeigt sich ein recht klassisches Muster für Warmluftvorstöße bis nach Mittel- und Nordeuropa. Ein umfangreicher, recht stark amplifizierter Langwellentrog liegt über dem nahen Nordostatlantik. Dieser befindet sich inmitten eines Regenerationsprozesses, an dessen Ende zur Wochenmitte ein ausgewachsenes Orkantief mit einem Kernluftdruck von wahrscheinlich knapp unter 950 hPa steht. Auf der Vorderseite kommt es zu massiver hochreichender, weit nach Norden ausgreifender Warmluftadvektion, die den vorgelagerten, vom westlichen Mittelmeer bis ins östliche Mitteleuropa reichenden Rücken stützt und intensiviert. Im Verlauf bildet sich darin sogar ein eigenständiges, blockierendes Höhenhoch mit Schwerpunkt im Bereich des Baltikums aus, das im Bodenfeld ein Hoch über Nordwestrussland stützt. Mit einem Kerndruck von nahezu 1040 hPa steht es dem atlantischen Orkantief in puncto Intensität in nichts nach.
Die Strömung über Mitteleuropa steilt in der Folge auf Süd auf. Dabei wird niedertroposphärisch subtropische Warmluft abgezapft, in der die Temperaturen auf 850 hPa bis Wochenmitte auf meist 12 bis 17 °C ansteigen. Damit bewegen wir uns teilweise im 99. Perzentil des gleitenden Modellklimas - also nahe an den Rekordwerten. Zwar erschwert der niedrige Sonnenstand das Durchheizen bis zur Grenzschicht, dennoch rückt in den bekannten Wärmehochburgen am Oberrhein sowie an den Nordrändern der Mittelgebirge die 30-Grad-Marke ins Visier und könnte an mehreren Tagen auch knapp überschritten werden. Gebietsweise bewegen wir uns damit nahe den Extremwerten für die letzte September- bzw. erste Oktoberdekade. Etwas weniger warm wird es im Südosten und Osten des Landes, wo bodennah eine stärkere ageostrophische Ostkomponente herrscht und sich Nebel und Hochnebel auch mal etwas länger halten können. Während der Nordwesten und Norden am Montag noch von einer schwachen Störung mit Wolkenfeldern und ein paar Spritzern Regen gestreift werden, dominiert ansonsten abseits etwaiger Nebelfelder bis Wochenmitte trockenes und sonniges Wetter.
In der zweiten Wochenhälfte ab Donnerstag scheint ein kurzwelliger Anteil aus dem Landwellentrog herauslaufen und auf Mitteleuropa übergreifen zu wollen. Mit der damit verbundenen Kaltfront wäre dann von Westen auch wieder mit Niederschlägen und einer gewissen Abkühlung zu rechnen. Einzelne Gewitter sind in der leicht labilen und sehr feuchten Luft durchaus möglich, mit geringer Wahrscheinlichkeit für lokalen Starkregen. Da sich das Grundmuster mit einem Blockadehoch über Russland und einem sich erneut regenerierenden Langwellentrog über dem Ostatlantik erst mal nicht grundlegend ändert, ist ein nachhaltiger Übergang zu niederschlagsreicher und deutlich kälterer Witterung vorerst eher unwahrscheinlich. Die Trockenheit wird sich also eher weiter verschärfen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der IFS-Modellsimulationen kann über weite Strecken der Mittelfrist als sehr gut bezeichnet werden. Erst der Trogvorstoß zum übernächsten Wochenende wird von Lauf zu Lauf noch leicht variabel gerechnet, aber ohne, dass ein Lauf gänzlich vom groben Fahrplan abweicht.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen Modelle zeigen zunächst kein wesentlich vom IFS abweichendes Bild.
Das ändert sich erst in der erweiterten Mittelfrist: Während IFS innerhalb des Langwellentroges über Westeuropa einen Abtropfvorgang rechnet (Skandi-Blockade) und das resultierende Cut-Off-Tief langsam nach Mitteleuropa steuert (unbeständiger & kühler), simuliert GFS zunächst wieder eine Trogvorderseite (wärmer) mit stärkeren Zonalisierungstendenzen im weiteren Verlauf (zyklonale Westlage?). Das AI-GFS sieht ähnlich aus, ist mit der Zonalisierung hinten raus aber antizyklonaler aufgestellt. Das AIFS rechnet wie das konventionelle Pendant einen Abtropfvorgang, aber später und weiter westlich, was für uns auch eher warmes und antizyklonales Wettergeschehen bedeuten würde.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles des IFS stützen die deterministischen Läufe. Die Rauchfahnen für die 850-hPa-Temperatur und das 500-hPa-Geopotenzial sind bis Mittwoch eng gebündelt und bewegen sich auf einem hohen Plateau. Donnerstag und Freitag nehmen die Unsicherheiten dann etwas zu. Allerdings simulieren fast alle einen mehr oder weniger starken Temperatur- und Geopotenzialrückgang, sodass der Trogvorstoß nebst Kaltfrontpassage relativ sicher zu sein scheint. Das Ganze geht auch mit einem leichten Aufflammen der Niederschlagssignale einher. Ab dem Wochenende blähen sich die Rauchfahnen weiter auf, sodass eine Aussage zunehmend schwierig wird. Man kann aber konstatieren, dass die Mehrheit der Member den Temperatur- und Geopotenzialrückgang stoppen und gar wieder einen leichten Anstieg rechnen. Gleichzeit nehmen die Niederschlagssignale schon wieder ab.
Bei den Clustern herrscht in den ersten drei Zeiträumen bis +240 h Einigkeit beim Wetterregime: Blocking! Im ersten Zeitraum +72-96 h werden zwar drei Cluster gebildet, die sich aber kaum sichtbar unterscheiden. Im Zeitraum +120-168 h stehen zwei Cluster zu Auswahl, auch hier fällt es schwer, für Mitteleuropa prognoserelevante Unterschiede auszumachen. Im Zeitraum +192-240 h werden erstaunlicherweise keine Cluster gebildet. Das einzige Szenario zeigt den bereits vom deterministischen Lauf vorgeschlagenen Abtropfvorgang. Im letzten Zeitraum +264-360 h werden wieder drei Cluster gebildet. C1 (21/51 Member) bleibt im Blocking-Regime. Es bildet sich ein Skandi-Hoch aus, dass das Cut-Off-Tief über Westeuropa zurückhält (vergleichbar mit der AIFS-Variante). In C2 und C3 (insg. 30/51 Member) erfolgt im Zuge einer Zonalisierung über dem Nordatlantik der Übergang zu NAO+ (GFS/AIGFS-Variante).
FAZIT:
Der Spätsommer kommt zurück! Die kommende Woche bringt zunächst ruhiges, oft sonniges und warmes bis sehr warmes, örtlich gar heißes Wetter. Erst in der zweiten Wochenhälfte wird es von Westen langsam wieder etwas unbeständiger. Eine Kaltfront sorgt bis zum übernächsten Wochenende dann auch für eine gewisse Abkühlung. Ein nachhaltiger Übergang zu niederschlagsreicher und deutlich kälterer Witterung scheint vorerst aber eher unwahrscheinlich. Die Trockenheit wird sich also eher weiter verschärfen!
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Im Vorfeld der von Westen übergreifenden Kaltfront ab Donnerstag sind einzelne Gewitter möglich. Aufgrund des hohen Gehaltes niederschlagbaren Wassers und des schleifenden Frontcharakter ist am ehesten lokaler Starkregen nicht auszuschließen.
Ansonsten stehen keine signifikanten Warnereignisse an.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS det.+EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Adrian Leyser Sturm





