Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 30.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Von Westen her allmählich Ende des außergewöhnlich warmen Spätsommers mit teils gewittrigen (Stark)Regenfällen, die im Osten sehr wahrscheinlich aber nicht ankommen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Aktuell ... befindet sich Deutschland nach wie vor zwischen dem kernigen Sturm- bzw. Orkantief EVA, das gerade dabei ist, entlang von 20° West nordwärts in Richtung Island zu ziehen. Dabei weist es noch immer einen Kerndruck zwischen 950 und 955 hPa auf, was eine sehr bemerkenswerte Hausnummer darstellt. Auf der anderen, der kontinentalen Seite haben wir ARNO und BORCHERT, ihres Zeichens Hochdruckgebiete, die inzwischen zu einem System verschmolzen sind, wobei der ältere ARNO dem jüngeren BORCHERT mehr und mehr die Regentschaft überlässt. Das Zentrum ist heute Abend über Finnland zu finden, wo der Maximalluftdruck etwa bei 1038 hPa liegt. Es versteht sich von selbst, dass solche Alphatiere auch in der mittleren und oberen Troposphäre ihre Fußabdrücke hinterlassen. So hat sich das Sturmtief schon sehr weit nach oben geschraubt, wo inmitten eines ausgewiesenen Potenzialtrogs über dem Ostatlantik mehrere abgeschlossene Isohypsen zu finden sind. Das Hoch wiederum wird von einem wuchtigen Rücken gestützt, der sich von NW-Afrika bis hoch nach Fennoskandien erstreckt mit dem Hang, knapp ost-nordöstlich von uns eine abgeschlossene Höhenantizyklone zu formieren.
Es verwundert nicht wirklich, dass es mit der Progression in dieser fast schon als lehrbuchartig zu bezeichnenden Low-Index-Zirkulation nicht allzu fortschrittlich bestellt ist. Zumal auf der Südwestflanke des atlantischen Troges respektive des Sturmtiefs auch noch das Azorenhoch thront, das der gesamten Strömungskonfiguration noch mehr Festigkeit verleiht. Trotzdem und obwohl die gute EVA nach Norden abdriftet, schafft es die zugehörige Kaltfront soweit Boden nach Osten hin gutzumachen, dass wir davon profitieren und sich das Wetter zumindest in Teilen des Landes ändert. Der entscheidende Push kommt dabei von einem Randtrog, der sich aus dem Hauptsystem löst, in der Nacht und am Donnerstagvormittag UK/Irland passiert, um danach die Nordsee, Benelux und Frankreich anzuvisieren.
Vorderseitig wurde und wird nochmal warme bis sehr warme, in den Westen und Südwesten z.T. sogar heiße Subtropikluft advehiert (dort stellenweise 30°C oder etwas darüber). Wie die letzten Tage auch war es tagsüber noch eine trockene Warmluft (xS mit Hang zu cS), was sich im Westen nun aber rasch ändern wird (=> mS). Dort nimmt der Wasserdampfgehalt in den nächsten Stunden signifikant zu auf bis zu 35/40 mm PPW am Morgen. Das ist ´ne Menge Holz, mit dem man durchaus was anfangen kann. Allerdings mangelt es zunächst noch an substanziellen Hebungsimpulsen, weil die sich nähernde Front keinerlei Support aus der Höhe erfährt und die Rinne bzw. der Bodentrog, wo sie eingelagert ist, noch westlich von uns verbleibt. Kurzum, neben dichter Bewölkung greifen auch die ersten Schauer bzw. schauerartigen Regenfälle über (vor allem westliches NDS bis hinunter zum Saarland/Pfalz), die von ihrer Intensität aber noch recht schwach skaliert sind. Ob es sogar für ein kurzes Gewitter reicht, ist angesichts stark limitierter und abgehobener Labilität (nur ganz wenig MU-CAPE) mehr als fraglich.
Weniger fraglich hingegen die Tatsache, dass die Nacht in weiten Landesteilen trocken und vornehmlich nach Osten hin auch gering bewölkt oder klar über die Bühne geht. Im Südosten sind hier und da ein paar flache Nebelfelder denkbar, für die dicke und ausgedehnte "Suppe" ist die Luft aber nach wie vor zu trocken. Das erklärt auch (neben fehlender Bewölkung), warum der Südosten morgen früh wieder mal die kälteste Ecke im Deutschlandvergleich darstellt. So dürfte im östlichen und nordöstlichen Bayern abermals die 5°C-Marke punktuell unterschritten werden, während im Westen gleichzeitig Minima von 17, 18 oder gar 19°C auf dem Zettel stehen.
Donnerstag ... greift die Front noch am Vormittag auf Deutschland, genau genommen auf West- und Nordwestdeutschland über, während sie im Süden etwas zurückhängt. Bedeutet vor allem für die Gebiete zwischen Nordsee und RP/Saarland schauerartig verstärkte Regenfälle unterschiedlicher Intensität, während BaWü bis zum Mittag noch gar nicht oder nur peripher und abgeschwächt (Westen) betroffen ist. AROME und auch SuperHD simulieren dabei schon am Vormittag ein paar Starkregenhotspots in unterschiedlichen Regionen, wohingegen ICON incl. EPS noch zurückhaltend bezüglich der (mehr)stündlichen Regenraten agiert. Erst im Laufe des Nachmittags und Abends nehmen die die Signale diesbezüglich auch in der deutschen Modellkette zu - synoptisch absolut nachvollziehbar angesichts der Tatsache, dass der o.e. Randtrog immer näher kommt und fruchtbaren Kontakt zur Front aufnimmt (veritables PVA-Maximum auf der Vorderseite).
Unschärfen respektive Modellunterschiede bleiben aber weiterhin bestehen. Sie betreffen einerseits die genauen regionalen Schwerpunkte mit erhöhtem Starkregenpotenzial (sei es einstündig mit 15 bis 25 l/m² oder mehrstündig mit 20 bis 35 l/m², lokal noch höhere Mengen (Unwetter) nicht ausgeschlossen), andererseits das Auftreten potenzieller Gewitter. Zu Punkt 1 lässt sich sagen, dass die hochaufgelösten Modelle von Lauf zu Lauf die Maxima etwas verschieben, das Bundesland RP sowie Teile von Hessen und NRW aber immer wieder (auch bei externen Modellen) betroffen sind. Zu Punkt 2 lässt sich sagen, dass die Luftmasse knapp vor bzw. im Frontbereich weiterhin sehr, sehr feucht, aber nur überschaubar labil ist. Konvektive Verstärkungen bzw. Hotspots wird es sicher geben, jedoch müssen diese nicht zwingend elektrisch sein. Einzelne in den Regen eingelagerte Gewitter mit Starkregen sollte man aber trotzdem ins Kalkül ziehen, insbesondere zum Abend hin. Bei aller Diskussion und Friemelei über die morgigen Ereignisse, wie sie denn ablaufen könnten, dürfen wir Warnmeteorologen uns nicht zu wichtig nehmen und vor allem die Mengen nicht auf die Goldwaage legen. Klar, wenn´s richtig fett schüttet, muss ´ne Warnung ausgegeben werden, notfalls auch in der Farbe Rot. Ansonsten sollten wir uns aber freuen, dass es in diesen trockenen Zeiten endlich mal wieder regnet, bevor nämlich schon bald das nächste Hoch - Gott zum Gruße CORTE - übernimmt.
Fakt ist, dass weite Teile der Osthälfte sowie nahezu ganz Süddeutschland vom frontalen Niederschlagsgeschehen tagsüber nicht betroffen sein werden. Dort pustet der Südost- bis Ostwind weiterhin trockene und ziemlich warme Luft heran (T850 12 bis 15°C => Tmax 23 bis 27°C), in der für lange Zeit die Sonne scheint. Allerdings machen sich im westlichen Teil der Osthälfte im Tagesverlauf dann zumindest hohe und mittelhohe Wolken bemerkbar. Ach ja, apropos Westen, nicht wenige Hinweise deuten darauf hin, dass es im äußersten Westen und Nordwesten (grob Niederrhein bis Ostfriesland) ab dem Nachmittag bereits beginnt abzutrocknen. Mit Winddrehung auf West strömt postfrontal allmählich wieder trockenere und stabile Subpolarluft ein (mPs; T850 knapp unter 10°C), in der die Regen-/Schauerwahrscheinlichkeit abnimmt. Allgemein werden im Westen und Nordwesten nur noch 18 bis 22°C Höchsttemperatur erwartet.
In der Nacht zum Freitag kommt die Front noch etwas weiter nach Osten voran, wobei eine Wellenbildung nicht ausgeschlossen scheint. Wie und wo genau lässt sich aber noch nicht belastbar sagen. Auf alle Fälle kommt es in einem von Norddeutschland bis in den Südwesten verlaufenden Streifen zu weiteren Regenfällen/Schauern mit vor allem in der ersten Nachthälfte regional begrenzter Starkregengefahr. In der zweiten Nachthälfte sind dann schon abnehmende Tendenzen erkennbar, was wohl im Wesentlichen der schlechter werdenden Zusammenarbeit zwischen Front und dem langsam nordwärts abdriftenden Randtrog geschuldet ist. Gleichwohl offerieren einige Modelle auch nach Mitternacht noch ein paar wenige Maxima in Starkregennähe, wobei sich u.a. das Allgäu und Umgebung herauszukristallisieren scheinen. Summa summarum lässt sich konstatieren, dass akkumuliert über 24 Stunden (Starkregenhotspots mal ausgeklammert) in Teilen der Westhälfte Flächenniederschläge zwischen 10 und 30 l/m² zusammenkommen - erfreulich, aber bei Weitem nicht genug.
Nicht regnen wird es in der Nacht sehr wahrscheinlich von Vorpommern über Sachsen bis hinunter nach Oberbayern, wo nach wie vor die ost-nordosteuropäische Blockade den frontalen Expansionsbemühungen den Zahn zieht. Und auch ganz im Westen bzw. Nordwesten passiert nicht mehr viel, weil zu der neuen Luftmasse (siehe oben) auch noch Druckanstieg dazukommt. Meister CORTE, als Azorenhochkeil gestartet, macht sich über Frankreich selbstständig (1030+X-hPa-Parzelle) und bereitet sich auf den Zusammenschluss mit Blocking-BORCHERT vor. Na denn mal los...
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... wird´s frontolytisch. Druck von hinten (CORTE), Druck von vorne (BORCHERT) machen es der Front sowie der Rinne, in der diese liegt, schwer zu überleben. Und so kommt es wie es kommen muss: Die Front löst sich sukzessive auf, die Rinne wird zugeschüttet und die beiden Hochs vereinigen sich respektive bilden eine Brücke Azorenhoch-Kontinentalhoch. Die Regenwahrscheinlichkeit geht deutlich zurück, im Westen und Nordwesten lockert die Wolkendecke zunehmend auf. Thermisch reicht´s dann allerdings nur noch für 17 bis 23°C.
Modellvergleich und -einschätzung
Im Grunde wurde alles angesprochen, was aber mitnichten alle Fragen beantwortet. Gerade die Detailabläufe morgen tagsüber sowie in der Nacht zum Freitag lassen noch die ein oder andere Variante offen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 30.09.2026 um 10.30 UTC
Vor allem im Norden leicht wechselhaft, im Süden nach Nebel freundlicher, überwiegend trocken. Zur Wochenmitte allgemein wechselhafter und kühler.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 07.10.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag liegt Deutschland in einem relativ gradientschwachen, diffusen Umfeld. Über den Norden streift ein Kurzwellentrog und die recht schwachen Frontreste eines Nordmeertiefs. Bei wechselnder Bewölkung kann gelegentlich etwas Regen fallen. Wie weit genau die leichten Niederschläge und die dichtere Bewölkung in die mittleren Landesteile ausgreift, ist etwas unsicher. Nach Süden hin dominiert voraussichtlich leichter Hochdruckeinfluss, so dass es nach Auflösung nächtlicher Nebelfelder, das kann in Anbetracht der Jahreszeit aber schon mal länger dauern, zeitweise die Sonne scheint und es meist trocken bleibt. Ein geringes Schauer-/Gewitterrisiko besteht eventuell über dem süddeutschen Bergland (vor allem Alpen). In der Nacht zum Sonntag in der Mitte und im Süden Nebelausbreitung, im Norden wolkiger, vereinzelt geringer Regen im Zusammenhang mit einem kurzwelligen, recht flachen Trog.
Vor allem ICON zeigt einen markanteren Trogdurchgang in der Nacht zum Sonntag bis in den Sonntag hinein mit gebietsweisen Schauern/Gewittern, GFS leicht verzögert in den Sonntag. Da allerdings die IFS Modellläufe (inkl. Ensemble) mehrheitlich eher geringe Niederschlagssignale und einen eher flachen Kurzwellentrog über dem Norden simulieren, wird die IFS-Lösung für wahrscheinlicher erachtet. Auch UK10 stützt die IFS-Lösung.
Am Sonntag erreicht den Norden ein weiterer, relativ flacher Kurzwellentrog samt Frontensystem eines weiteren Nordmeertiefs. Dieses Frontensystem schleift mit Bewölkung und zeitweiligem Regen im späteren Tagesverlauf und in der Nacht zum Montag in den Norden Deutschlands. Dabei nimmt der Gradient etwas zu und insbesondere im Nord- und Ostseeumfeld lebt der Wind auf. Dort zeitweise starke, exponiert vereinzelt stürmische Böe um West, insbesondere in der Nacht zum Montag. Im Süden leicht höher Luftdruck, relativ gradientschwach. Daher teils zögernde Nebelauflösung, sonst tendenziell gering bewölkt und meist trocken. Im südlichen Bergland, vor allem im Alpenraum leicht labil mit potenziell leichtem Hebungsantrieb aus der Höhe, im Tagesverlauf daher Quellbewölkung mit leichtem Schauer- oder Gewitterrisiko.
Am Montag zieht der Kurzwellentrog über den Norden ostwärts ab. Westlich der Iberischen Halbinsel hat sich ein Cut-Off-Tief etabliert. Dazwischen wölbt sich ein Keil mit Achse über Westeuropa auf, von dem auch Deutschland langsam profitiert. Der Bodendruck steigt insgesamt leicht an, die Frontreste mit zeitweiligem Regen über dem Norden/Nordosten kommen in die mittleren Landesteile voran, schwächen sich dabei aber ab. Im Norden und der Mitte bleibt es recht bewölkt. Im Süden dominiert nach teils zähem Nebel geringe Bewölkung, ein paar Quellwolken bilden sich im Alpenraum, das Schauerrisiko ist aber relativ gering.
Am Dienstag verbleibt der Norden im Randbereich zur Frontalzone, bei den Britischen Inseln amplifiziert der Langwellentrog allmählich und nähert sich dem Nordwesten. Ab dem Abend bzw. in der Nacht zum Mittwoch schleift dann auch allmählich das wellende Frontensystem der skandinavischen Tiefdruckzone in den Norden Deutschland und es kann etwas regnen. Sonst dominiert leichter Hochdruckeinfluss mit wechselnder, nach Süden hin geringer Bewölkung und nächtlichen Nebelfeldern.
Am Mittwoch greift der Trog über Westeuropa zunehmend nach Süden aus und greift von Nordwesten auf Deutschland über. Das wellende Frontensystem liegt mit zeitweiligen Regenfällen über dem Norden des Landes, das Wellentief verlagert sich von Nordwestdeutschland ost-/nordostwärts in Richtung Nordpolen. Die Kaltfront verlagert sich mit teils schauerartig verstärktem Regen südostwärts, erreicht in der Nacht zum Donnerstag allmählich den Alpenrand. Rückseitig der Kaltfront labilisiert die Luftmasse, der trog folgt noch mit höhenkalter Luft, und es folgen von Nordwesten Schauer und Gewitter.
Das Temperaturniveau ist zunächst relativ konstant mit 850 hPa-Temperaturen von 5 bis 8 Grad im Norden und um 10 bis 12 Grad im Süden. Bei Höchstwerten je nach Sonnenanteilen um 18 bis 23 Grad bleibt es also weiterhin eher mild. Rückseitig der Kaltfront zum Ende der Mittelfrist bzw. im Übergang zur erweiterten Mittelfrist dreht die Strömung voraussichtlich auf Nordwest bis Nord und es kann eine kühlere Luftmasse mit 850-hPa-Temperaturen um 0 Grad von Nordwesten einsickern. Das Temperaturniveau geht als allmählich zurück.
In der erweiterten Mittelfrist voraussichtlich zyklonal geprägte Witterung (Trog Mitteleuropa) und damit voraussichtlich insgesamt wechselhafteres Wetter mit zeitweiligem Regen, an den Alpen eventuell auch etwas mehr Regen durch Staueffekte.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe kann man als gut bezeichnen. Die grundlegenden Strömungsverhältnisse werden bis einschließlich Sonntag recht einheitlich simuliert, wonach sich das Wetter im Norden in der Nähe der Frontalzone leicht wechselhaft gestaltet. Der Süden profitiert überwiegend vom Keil eines Hochs auf dem Ostatlantik mit Schwerpunkt westlich der Normandie/südwestlich der Britischen Inseln, der sich bis nach Mitteleuropa erstreckt. Ab Montag zeigen die neueren Modellläufe für unser Vorhersagegebiet ein antizyklonaleres Muster, da ein Abtropfprozess bei der Iberischen Halbinseln weiter westlich simuliert wird als zuvor und sich dementsprechend vorderseitig ein Keil über Mitteleuropa deutlicher aufwölben kann. Zum Mittwoch und in der erweiterten Mittelfrist zeigt sich mit entsprechenden Amplituden- und Timingunterschieden der Modellläufe von Nordwesten das Übergreifen eines atlantischen Troges und damit allgemein eher wechselhafteres Wetter mit zeitweiligem Regen, der Deutschland von Nordwest nach Südost überqueren soll.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Andere Globalmodelle wie ICON und GFS simulieren ähnliche Strömungsverhältnisse, allerdings überwiegend etwas zyklonaler als das IFS mit einem etwas markanteren Kurzwellentrog am Sonntag, der zumindest nicht nur den Norden, sondern auch eher die mittleren Landesteile betreffen könnte. Und auch der Montag/Dienstag vom IFS gezeigte Keil über Mitteleuropa wird deutlich schwächer vorhergesagt bzw. anders positioniert und Deutschland würde recht verbreitet eher im Bereich der Frontalzone mit durchschwenkenden Trögen verbleiben, damit würde eher wechselhafteres Wetter auch im Süden dominieren. Auch der zum Mittwoch bzw. Übergang zur erweiterten Mittelfrist simulierte Trog von Nordwesten wird sowohl vom GFS als auch vom ICON markanter simuliert.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Samstag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+72 bis +96 h) drei Cluster (alle Regime "Blocking") mit 27, 16 und 8 Membern, Kontrolllauf in Cluster 1. Dabei werden die Kurzwellentröge über dem nördlichen Mitteleuropa und damit auch im Norden unseres Vorhersagegebietes leicht unterschiedlich markant bzw. "nach Süden" ausgreifend simuliert, insgesamt aber eher flach, so dass nicht von einer wesentlichen Prognoserelevanz ausgegangen wird. Im Folgezeitraum von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+120 bis +168 h) werden zwei Cluster mit 33 bzw. 18 Membern im Regime "Atlantic Ridge" angeboten. Im etwas schwächer besetzten Cluster 2 wird das Trog-Keil-Muster etwas konturiert gezeigt, der Keil am Dienstag greift bis nach Südnordwegen/Südschweden aus und das Übergreifen des Troges zum Mittwoch scheint etwas verzögert zu erfolgen. Für die erweiterte Mittelfrist ab Donnerstag 00 UTC (+192 h) sind es fünf Cluster mit 15, 14, 8, 7 und 7 Membern, Kontrolllauf in Cluster 2. Allen gemein ist zunächst der Durchgang eines (unterschiedlich) markanten Troges, Unterschiede ergeben sich rückseitig mit einem mehr oder weniger zügigem Durchgang und dem sich nachfolgend unterschiedlich markanten, positionierten und orientierten Keil, der dann nur den Süden/Südwesten oder teils auch ganz Deutschland dominieren könnte. Nach dem Wechselhaften Abschnitt im Übergang zur erweiterten Mittelfrist ist also die weitere Entwicklung noch eher unsicher.
Das zeigen im Prinzip auch die Rauchfahnen: relativ konstantes Temperaturniveau in 850 hPa mit wahrscheinlich sinkendem Niveau zur erweiterten Mittelfrist (Spread dann deutlich zunehmend, mehrheitlich Rückgang); eher geringe Niederschlagssignale, im Norden leicht höher als in der Mitte und im Süden, insgesamt zunehmend Richtung Mittwoch/Donnerstag kommender Woche; Geopotenzial in 500 hPa zunächst recht konstant mit geringem Spread, im Norden etwas geringeres Niveau und leicht höherer Spread, allgemein zunehmende Unsicherheiten (Spread) zum Ende der Mittelfrist, tendenziell dann abnehmend - zumindest vorübergehend.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Warnwürdige Wetterereignisse in Form von Gewittern sind zumindest nach ICON zum/am Sonntag nicht ausgeschlossen, nach IFS in eher diffusem/schwach gradientigem Umfeld allerdings recht unwahrscheinlich - abgesehen von einzelnen möglichen Entwicklungen im süddeutschen Bergland, vor allem im Alpenraum. Hinweise dafür insgesamt aber gering.
Im Norden kann der Wind am Südrand der Tiefdruckzone über Nordeuropa mal auffrischen, warnwürdige Böen deuten sich höchsten an der/auf See an. Vor allem in der Nacht zum Montag und am Montag.
Nach den Niederschlägen aus der Kurzfrist ist wahrscheinlich bodennah recht viel Feuchte vorhanden, so dass wiederholt Nebel auftritt, der sich in Anbetracht der Jahreszeit vor allem im gradientschwachen Umfeld im Süden teils länger halten kann.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





