Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 08.01.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Tr M
Am Freitag im Norden und im Südwesten Sturm, teils schwer. Dazu von Südwesten starke Schneefälle, vor allem im Norden und Osten mit starken Verwehungen, Unwetter. Im Teilen Bayerns Glatteis mit Unwettergefahr. In der Folge weitere, teils starke Schneefälle vor allem im Bergland.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... entwickelt sich aus einer Welle, die entwicklungsgünstig zu einem folgenden Kurzwellentrog und dem Höhenjet liegt südwestlich Englands ein Sturmtief, das abends etwa Cornwall oder den Westausgang des Ärmelkanals Erreicht und in der Nacht bis Belgien vorankommt. Der sich davor aufwölbende Höhenrücken bewegt sich über uns nach
Osten. Er wird auf der Vorderseite der Warmfront des Sturms, die Nordfrankreich erreicht und mit den Resten einer schleifend übergreifenden Okklusion von Warmluftadvektion überlaufen.
Der Wind in der unteren Troposphäre dreht auf südliche Richtungen, bodennah oft noch Südost, womit vor allem in den Westen und Südwesten langsam mildere Meeresluft geführt wird.
Außer im Nordosten, wo die trockenkalte Südostströmung noch Aufheiterungen (Vorpommern-Lausitz) bringt, hält sich dabei starke Bewölkung. Die leichten Schneefälle über großen Landesteilen lassen dabei zunächst nach. Etwa südwestlich einer Linie vom Rheinland bis zum östlichen Alpenrand kommen aber im Tagesverlauf erneut Niederschläge auf, die dann aber ganz im Westen und Südwesten bis 600m, im Südschwarzwald bis 1000m in Regen übergehen. Vorübergehend ist dabei Glatteis möglich. Laut der deutschen Modelle vor allem im Südwesten. Auch im Norden sind regional schauerartige, kurzzeitig kräftige Schneefälle (um 5 cm in kurzer Zeit) an einem KW Trog zu erwarten, während die Niederschläge im Südwesten meist nicht sehr intensiv sind. Dort sind vor allem in Staulagen am Schwarzwald und an den Alpen durch die nordwestliche Anströmung etwas höhere Mengen möglich.
Der bodennahe Wind dreht etwas zurück, auf Ost bis Südost, wobei dann lediglich exponiert an den Küsten und im Bergland einzelne 7er Böen drin sind. Lediglich im Hochschwarzwald dreht der Wind auf Südwest und frischt bis Sturmstärke auf. In der Nordosthälfte liegt die Temperatur im Frostbereich von -6 bis 0°C, dort wird von Polen noch etwas kältere Luft angesaugt, sonst werden 0 bis +6°C, die höchsten Werte um Oberrhein, am kältesten ist der Nordosten mit regional mäßigem Dauerfrost.
In der Nacht zum Freitag schlägt der Sturm (Kerndruck: 970 bis 975 hPa) morgens irgendwo im Bereich der Belgischen Küste auf, wobei dann Unterschiede in den Simulationen deutlich werden. Das rasch okkludierende Frontensystem kommt bis auf eine Linie vom Münsterland bis zum Erzgebirge voran. Südwestlich davon wird mit stark bis stürmisch auffrischendem und auf Südwest drehendem Wind mildere Meeresluft herangeführt. Die Temperaturen steigen im Laufe der Nacht in den positiven Bereich bis 8°C am Oberrhein. Die 0°C Isotherme liegt morgens etwa vom südlichen Niedersachsen über Thüringen nach Niederbayern. Die Niederschläge, die im Südwesten teils schon als Regen beginnen, gehen ansonsten über der Mitte bis ca. 700m in Schnee über, im Süden steigt die Schneefallgrenze vorübergehend über 1000m in Regen. Vorher schneit es aber gebietsweise kräftig mit 5 bis 10, im Bergland teilweise 15 bis 20 cm Neuschnee. Schwerpunkte vom westlichen Niedersachsen bis Ostbayern. Hinzu kommen erste starke Schneeverwehungen im höheren Bergland (teils Unwetter) durch den teilweise stürmisch auffrischenden Wind.
Vor allem nach Südosten wo die Gradientzunahme auf sich warten lässt, hält sich kalte Luft bodennah, der Boden ist auch
noch gefroren, sodass das Glatteis bis Unwetter möglich ist. Nördlich der Okklusion bleibt es in der kalten Ostströmung bei teils starken Schneefällen (5 bis 15 cm Neuschnee) mit vor allem im Harz und über Niedersachsen der Gefahr starker Schneeverwehungen. Dabei geht die Temperatur an der Oder bis -8°C zurück. Die Gradientverschärfung betrifft mit Sturmböen, teils schwer, ansonsten vor allem den Südwesten und die Nordsee. Exponiert im Schwarzwald sind Orkanböen möglich.
Freitag... bewegt sich das Sturmtief nur langsam unter leichter Abschwächung (980 hPa im Kern) nach Nordwestdeutschland (NRW). Darum wickelt sich die Okklusion, die für verbreitete Niederschläge sorgt, die noch etwas nach Norden ausgreifen und im Süden postfrontal nachlassen. Dazu zeichnen sich zwei Sturmregionen ab. Im Südwesten und im Norden von den Küsten ausgreifend ins Binnenland.
Nördlich des Tiefs wird mit der östlichen, noch etwas zunehmenden Strömung kalte Frostluft nach Westen gesaugt. Dabei schneit es verbreitet (Schwerpunkt: im Streifen Niedersachsen bis Sachsen) mit 5 bis 15 cm Neuschnee, der durch den starken bis in Böen teils stürmischen Ostwind auch stark verweht wird. Zu den Küsten hin erreicht der eisige Ostwind dann vermehrt in Böen Sturmstärke, exponiert gibt es schwere Sturmböen bis orkanartige Böen. Dort fällt wahrscheinlich weniger, oder zur Ostsee hin kaum oder gar kein Schnee, aber der dort schon liegende lockere Schnee (gebietsweise Schneedecke 10 bis 20 cm) wird stark verweht, ebenfalls teils mit unwetterartigen Ausmaßen. Mit der anhaltenden KLA tritt Dauerfrost, im Nordosten auch mäßiger Dauerfrost auf.
Südlich der Okklusion, im Bereich des Tiefs bis in die östliche Mitte, steigt die Schneefallgrenze vorübergehend auf 500 bis 800m, bevor sie nachmittags von Westen her wieder (fast) bis in tiefe Lagen sinkt. Im Süden regnet es im anfangs geöffneten Warmsektor bis über 1000m, aber auch dort wird der Warmluftvorrat aufgezehrt.
In einigen Staulagen im Südwesten werden bei der Tauphase Niederschlagsdargebote bis 30 mm erwartet. Der trockene Schnee dürfte zunächst einiges abfangen, sodass sich Warnungen nicht aufdrängen.
Bei bis +8°C im Süden steigenden Temperaturen entspannt sich die Glättelage im Süden tagsüber deutlich, zumal es im Süden und Südosten zeitweise auflockert und die Regenfälle nachlassen und durch den stürmischen Wind gute Durchmischung ansteht. Vor allem im Südwesten, zeitweise ausgreifend bis ins westliche Bayern, weht der Südwest- bis Westwind in Böen mit Sturmstärke, auch einzelne schwere Sturmböen sind möglich und besonders im Schwarzwald sind Orkanböen dabei.
Ansonsten breiten sich über der Mitte, später auch wieder von Westen her über dem Süden rasch schauerartige Niederschläge aus, die dann mit der sinkenden Schneefallgrenze vor allem in Staulagen, der westlichen und zentralen Mittelgebirge, nachts im Schwarzwald nicht unerhebliche Neuschneemengen (10 bis 30 cm) bringen können. Entsprechend kommen dann auch wieder Schneeverwehungen hinzu.
In der Nacht zum Samstag weichen die Lösungen deutlicher ab. Es werden hier die Lösungen von IFS und UMKO bevorzugt die das Tief unter weiterer Abschwächung entweder über NRW fast stationär werden lassen, bzw. es langsam südwärts führen.
Dabei verliert die Okklusion an Kontur und deren Schneefällen verschmelzen mit den Schneefällen über der Mitte und dem Süden. Vor allem nach Norden und Nordosten hin sowie ansonsten oberhalb 300 bis 400 m fallen verbreitet 1 bis 5, in einigen Regionen 5 bis 10, in Staulagen 20 cm Neuschnee. In Lagen darunter, vor allem nach Südwesten hin akkumuliert sich kaum etwas, auch wenn teils Schneeregen oder nasser Schnee fällt, da die Temperaturen noch um oder etwas über 0°C liegen.
Der Wind lässt im Norddeutschen Tiefland und im Südwesten langsam nach, bleibt aber warnrelevant mit Windböen, anfangs Sturmböen, im Bergland (SW) Sturmböen. An den Küsten hält der Oststurm an. Dort und in Schleswig-Holstein sind auch einige, vereinzelt kräftige Schneeschauer (Lake Effect, -11°C in 850 hPa, OG 800 hPa)) zu erwarten.
Samstag... laufen die Modelle weiter auseinander. Aus dem Tief, das sich weiter abschwächt, bildet sich eine Rinne, die nach Süddeutschland zieht. An deren Nordseite breitet sich mit auf nördliche bis nordöstliche Richtungen drehendem Wind die kalte Frostluft (<-10°C in 850 hPa) bis in die Mitte aus. Dann fällt wieder durchweg Schnee, wobei die Schneefälle aber von Norden her nachlasen, oder ganz aufhören. Gebietsweise sind noch 1 bis 5, stellenweise, vor allem im Bergland 10 cm Neuschnee möglich. Im Süden bleibt der Wind auf West bis Nordwest und auch wenn in den tieferen Lagen teilweise Schnee fällt, es akkumuliert sich bei Werten etwas über 0°C zunächst nichts. Ab 400 bis 500 sieht das anders aus, dort sind in einigen Staulagen vor allem im Schwarzwald starke Schneefälle mit unwetterartigen Mengen möglich. Im Laufe des Tages sinkt die Temperatur auch im Süden auf Werte um 0°C und die Glättegefahr steigt. Im Norden tritt mäßiger Dauerfrost auf, das Maximum im Süden wird vormittags erreicht mit 1 bis +4°C. Im Südwesten und an den Küsten weht teils stürmischer Wind, mit weiter nachlassender Tendenz. Schneeverwehungen sind zunächst noch möglich, auch weil sich an den Küsten noch etwas Lake Effect Schnee andeutet.
In der Nacht zum Sonntag stauen sich die Schneefälle im Süden mit teils recht kräftigen Mengen, sonst sind vor allem im Osten Schneeschauer von der Ostsee her unterwegs. Ansonsten klart es auf und recht verbreitet tritt über dem Norden und der Mitte strenger Frost auf.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle divergieren mit der Sturmentwicklung, was im Text schon erwähnt wurde. Trotz verbleibender Unsicherheiten werden heute erste Unwetterwarnungen vor Schnee/Verwehungen im Norden und Vorabinfo Glatteis im Südosten Bayerns geschaltet. Ansonsten erfolgen zunächst markante Warnungen vor den kräftigen Schneefälle, die in situ angepasst werden müssen, da sich zunächst nur mit sehr großen Unsicherheiten auch Unwettermengen im Schneefall abzeichnen. Die Sturmentwicklung erreicht besonders im Hochschwarzwald Unwetter, sonst ist es halt eine markante Sturmlage im Norden, im Bergland und im Südwesten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 08.01.2026 um 10.30 UTC
Zu Beginn knackig-kalt, ab Montag von Südwest nach Nordost sukzessive milder, dabei markante Lage mit Schnee und Glatteisgefahr. In der zweiten Wochenhälfte dann Wetterberuhigung bei insgesamt vor allem im Westen sehr mildem Temperaturniveau.
Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 15.01.2026
Am Sonntag, zum Beginn des Mittelfristzeitraumes, liegt ein Höhenrücken über dem Südwesten Europas, von dem aus sich ein weiterer Rücken bis nach Skandinavien fortsetzt. Dieser stützt ein Hoch über Deutschland und Südskandinavien. Da sich im Tagesverlauf ein umfangreiches Sturmtief vom Atlantik her nähert, bewegt sich der Höhenrücken rasch nach Osten und das Bodenhoch zieht sich bis zum Montagmorgen schon bis nach Südbayern zurück. Über dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa liegt ein Langwellentrog, der vor allem niedertroposphärisch mit sehr kalter Luft ausgestattet ist. Dieser zieht sich auch langsam nach Osten zurück. Auch bei uns in Deutschland liegt niedertroposphärische Kaltluft mit 850-hPa-Temperaturen zwischen -12°C im Südosten bis -7°C im Nordwesten zur Mittagszeit, wobei im Verlauf die Temperatur im Westen schon ansteigt. Unter Hochdruckeinfluss herrscht überwiegend ruhiges Wetter mit schwachen umlaufenden Winden. Gebietsweise ist es sonnig, teils herrscht Hochnebel und vereinzelt kann etwas Schnee fallen. An den Alpen gibt es zu Beginn noch stärkeren Schneefall. Die Temperatur liegt nachts gebietsweise im strengen Frostbereich, tagsüber herrscht durchwegs Dauerfrost.
Am Montag schwenkt der Höhenrücken nach Deutschland herein, das Bodenhoch zieht sich etwas nach Osten zurück und bildet eine meridionale Brücke von Afrika über das östliche Mitteleuropa und Skandinavien bis in die Barentssee. Die erste Okklusionsfront des Sturmsystems greift im Tagesverlauf auf den Westen Deutschlands über. Damit kommen von Westen her Schneefälle auf, mit rascher Milderung der niederen Troposphäre gehen diese bald in Regen über. Allerdings wird trotz deutlich auflebenden Südwindes wohl die bodennahe Kaltluft nicht überall ausgeräumt, so dass selbst tagsüber schon erhöhtes Glatteisrisiko besteht. Im Vorfeld können aber durchaus regional auch 5 bis 10 cm Neuschnee fallen. In der Nacht zum Dienstag kommen die Niederschläge nach Osten voran, wobei dort die Regenphase immer weniger bedeutend sein wird. Dafür kann es verbreitet kräftig schneien. Lediglich im Südosten besteht noch höheres Glatteisrisiko.
Am Dienstag weitet sich über dem nahen Atlantik ein Langwellentrog weit nach Süden aus, im Gegenzug weitet sich von Südwesten her ein weiterer Höhenrücken zu uns aus, der seinen Vorgänger ersetzt. Das Bodenhoch zieht sich weiter nach Osteuropa zurück. Wir liegen dann in einer südwestlichen Strömung mit bodennahem Südwind, mit dem immer mildere Luft zu uns gelangt. Südwestlich der Elbe steigt in 850 hPa die Temperatur auf über -2°C (mit +4°C im Südwesten) und es wird auch bodennah deutlich milder. Im Nordosten bleibt es noch bei Dauerfrost. Eine weitere vom Südosten bis zur Mitte ziehende Front bringt nur noch Regen. Auch wenn der Frost teils noch im Boden steckt, sollt aufgrund der starken Milderung Glatteis kein Thema sein. Allerdings kann nach Abzug der Front in der Nacht zum Mittwoch bei Wolkenauflockerungen gefrierende Nässe ein Thema sein.
Am Mittwoch verabschiedet sich der Höhenrücken schon wieder allmählich nach Osten und ein neuer Kurzwellentrog mit einer vorlaufenden Kaltfront greift über. Diese bringt etwas Regen, aber erwärmte Polarluft, so dass keine markante Abkühlung stattfindet. Ganz im Gegenteil, mit Winddrehung auf Südwest wird auch im Nordosten der letzte Kaltluftrest ausgeräumt. Dort sowie im Südosten kann es aber noch einmal Glatteis geben.
Am Donnerstag bildet sich in der südwestlichen Höhenströmung auf der Vorderseite des atlantischen Troges ein neuer Rücken bei uns. Bei uns wird leichter Zwischenhocheinfluss wetterwirksam und von Süden können die Wolken etwas auflockern. Auch im trüben Norden bleibt es meist trocken und die Milderung setzt sich fort.
Im weiteren Verlauf bleiben wir auf der Vorderseite des atlantischen Troges, dann meist wieder in südlicher Strömung. Die niedertroposphärische Luftmasse ist zwar mild, allerdings wird es in den östlichen Landesteilen teils wieder gering bewölkt sein, so dass die Temperatur vor allem nachts wieder deutlich zurückgeht. Im Westen bleibt es dagegen unbeständig und milder.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle Lauf des IFS zeigt bis nächsten Donnerstag grob die gleiche Entwicklung wie seine beiden Vorgängerläufe, allerdings lohnt sich ein Blick in die Details. So greift die erste Warmfront am Montag (eigentlich Okklusion) beim jüngsten Lauf deutlich schneller auf Deutschland über und zieht bis zur Nacht zum Dienstag schon bis in den Nordosten. Die gestrigen Läufe waren hierbei langsamer, insbesondere der 12-UTC-Lauf. Das zeigt sich noch mehr bei der zweiten Warmfront am Dienstag. Nach den gestrigen Läufen sollte sich da im Nordosten noch einmal die Kaltluft regenerieren. Insbesondere die Kaltfront, die der jüngste Lauf am Mittwoch zeigt, sollte bei den gestrigen Läufen nicht so richtig in Gang kommen. Das Resultat der atlantischen Angriffe am Donnerstag ist bei den beiden 00-UTC-Läufen das gleiche. Beim gestrigen 12-UTC-Lauf liegt dagegen im Nordosten immer noch die Kaltluft.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die heute vorliegenden deterministischen Globalmodelle zeigen im Mittelfristzeitraum eine recht ähnliche Entwicklung. Allerdings geht der Angriff der Warmluft von Südwesten und Westen in unterschiedlicher Geschwindigkeit vonstatten. GFS ist dabei am forschesten, auch GEM ist recht forsch. IFS und UKMO spielen eher so im Mittelfeld, während ICON am längsten braucht, um überall die Kaltluft wieder auszuräumen, nämlich bis Donnerstag. Am markantesten dürfte aber die erste Okklusion am Montag und in der Nacht zum Dienstag ausfallen, insbesondere weil an dieser die stärksten Niederschläge gerechnet werden. Diesbezüglich sind die Modelle sich auch einig. Allerdings wird das Timing doch sehr unterschiedlich simuliert. So sieht UKMO den Niederschlag am Montagabend schon über der östlichen Mitte, während dieser bei IFS gerade erst übergreift. Bis Dienstagmorgen ist bei UKMO schon ein erstes starkes Schneefallgebiet über den Nordosten gezogen, während bei den anderen Modellen die Front im Nordosten kaputt geht. Nach den anderen Modellen soll sich eher ein Niederschlagsschwerpunkt im Süden entwickeln mit hoher Glatteisgefahr.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag auf fünf verschiedene Cluster, die zum Donnerstag deutliche Unterschiede aufweisen und teilweise bei uns mit Trögen, teils mit Rücken aufwarten. Die spannendere Frage wird aber sein, ob sich die Kaltluft restlos vertreiben lässt oder nicht, da gerade am Rande der Kaltluft das meiste markante Wetter zu erwarten ist. Hierbei hilft ein Blick auf den Bodendruck. Daran kann man erkennen, dass bei den Clustern 1 (16 Mitglieder, Kontrolllauf, Hauptlauf) und 3 (10 Mitglieder) der Wind auf Südwest gedreht hat und damit die Milderung im Nordosten angekommen sein sollte, wobei dies bei Cluster 1 sehr knapp ist und sich im Norden noch Südostwind andeutet. Bei Cluster 4 (7 Mitglieder) hat der Wind auf West gedreht. Cluster 2 (14 Mitglieder) lässt dagegen den Trog im Osten nicht abziehen und der Wind weht noch in größeren Landesteilen aus Ost. Demnach würde es in größeren Landesteilen noch kalt bleiben. Cluster 5 zeigt hingegen ein Hoch über Osteuropa, so dass bei Südostwind ebenso ein Ausräumen der Kaltluft ausbleiben würde. Nach diesem Szenario dürfte es in der Osthälfte bei Hochdruckeinfluss tagsüber milder werden, aber weiter mit recht frostigen Nächten. Das Ensemble verspricht also für den Osten und vor allem Nordosten weiterhin Unsicherheit. Blicken wir in den Zeitraum ab Freitag, so fallen bei allen drei Clustern hohes Potential über Fennoskandien auf (teils sehr weit im Norden) und Tröge knapp westlich von uns. Damit liegt Mitteleuropa weiterhin in einem Bereich, in dem milde Luft aus Südwesteuropa und kalte Luft aus Osteuropa zusammentreffen können.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen überall einen starken Geopotentialanstieg von Samstag bis Dienstag und dann ein recht konstantes Niveau bei mäßiger Streuung. Auch bei den Temperaturen in 850 hPa geht es rasch nach oben, wobei im Südwesten die Streuung etwas geringer ist und der Anstieg deutlich schneller. Dort wird teilweise schon am Montagabend die Nullgradmarke durchstoßen. Im Nordosten geht es langsamer und vor allem mit größerer Unsicherheit. Die Mehrheit der Läufe pendelt sich ab Mittwoch um 0°C sein, wobei es bis Donnerstag noch Ausreißer bis unter -10°C ab. Im Südwesten gibt es kaum noch Ausreißer in den richtig kalten Bereich, wobei natürlich festgestellt werden muss, dass es bei Hochdruckeinfluss durchaus bodennah noch kalt bleiben kann. Auf jeden Fall gibt es aber ab Mitte nächste Woche keine Anzeichen mehr für die Rückkehr hochreichend kalter arktischer Luftmassen. Niederschlagssignale finden sich durchaus reichlich.
Die Rauchfahnen des GFS zeigen in allen Landesteilen bei der Mehrheit der Ensembles einen noch schnelleren Anstieg der Temperaturen als beim IFS. Allerdings gibt es einsame Einzelmitglieder, die immer noch im tiefwinterlichen Bereich um -10°C in 850 hPa zu verbleiben. Vielleicht sind diese absichtlich so programmiert, um winterlüsterne Meteorologen bei Laune zu halten.
Das Fazit: Das Ende des Winterwetters setzt sich nächste Woche peu à peu nordostwärts durch. Dabei ist insbesondere zu Beginn der Woche eine markante Schnee- und Glatteislage zu erwarten. Im Nordosten, Osten und Südosten besteht die Möglichkeit, dass sich recht winterliche Witterung durchaus noch länger hält, ggf. unter Hochdruckeinfluss in flacher bodennaher Schicht.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
EFI:
Der EFI zeigt zu Beginn der Mittelfrist ein starkes Kältesignal über großen Teilen Deutschlands, insbesondere in den Küstennahen Regionen Nordwestdeutschlands.
Ansonsten liefert der EFI im Wochenverlauf keine Signale mehr.
Schnee:
An den Alpen und im Schwarzwald gibt es am Sonntagvormittag noch Hinweise seitens des IFS-EPS auf ein auslaufendes Schneefallereignis. Dabei sind 24-stündig an den Alpen 10 cm wahrscheinlich, im Allgäu und im Schwarzwald über 20 cm.
Am Montag und in der Nacht zum Dienstag sind von West nach Ost nach IFS-EPS durchaus 5 bis 10 cm Neuschnee wahrscheinlich, mehr als 10 cm Neuschnee aber nur an den Alpen. Da der Niederschlag aber oft innerhalb von 6 Stunden fallen soll, kann es durchaus ein markantes Ereignis werden.
Glatteis:
Mit der ersten Front ist von Südwest nach Nordost nach den Schneefällen Glatteis möglich. Vor allem im Südosten besteht auch Unwettergefahr. Im weiteren Verlauf ist bei den Folgefronten vor allem im Nordosten und im Südosten wieder Glatteis möglich, dann allerdings bei viel geringeren Niederschlagsintensitäten. Aufpassen muss man zum Ende der Frostperiode auch wegen gefrierender Nässe, da es bei Aufklaren am Abend bei noch nasser Straße sehr schnell glatt werden kann.
Sturm:
Signale für stürmische Böen zeigt das IFS-EPS am Montag, Mittwoch und Donnerstag im Nordseebereich (oftmals ablandig), am Montag auch im westlichen Bergland. Ansonsten spielt Wind in der Mittelfrist nicht die größte Rolle.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, IFS-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann





