Synoptische Übersicht

Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Donnerstag, den 26.04.2018 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
W z, Übergang zu Tr W
Heute abgesehen vom Süden wiederholt Schauer und kurze Gewitter, teils mit Graupel und mit Böen, vereinzelt bis Sturmstärke. Danach vorerst keine markant zu bewarnenden Wetterereignisse. Wahrscheinlich erst ab Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag wieder aufkommende Gewitterneigung, dann Gefahr von Starkregen.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag... liegt Deutschland im Bereich der Frontalzone unter einer zyklonalen Westströmung. In dieser wird ein Trog unter leichter Verschärfung rasch über Deutschland hinweg ostwärts gesteuert, so dass dessen Achse bereits in der zweiten Tageshälfte den Osten erreicht. Im Bereich dieses Troges geht im Norden die Temperatur im 500 hPa-Niveau unter -30 Grad zurück, was mit einer beachtlichen Labilisierung einhergeht. Hierdurch dürfte sich im Norden und in der Mitte sowie bis etwa zur Mainlinie typisches Aprilwetter (hatten wir in diesem Jahr noch nicht) einstellen, wobei ein rascher Wechsel zwischen kurzen Schauern, die mit Gewittern einhergehen und sonnigen Abschnitten typisch ist. In Verbindung mit kräftigeren Schauern und kurzen Gewittern sind stürmische, vereinzelt auch Sturmböen, nicht auszuschließen. Da aber die Scherung sehr gering ist, sollten sich eher keine staffelartigen und langlebigen Strukturen ausbilden; vielmehr dürfte es sich um Einzelzellen handeln. Erst im späteren Tagesverlauf nimmt die niedertroposphärische Scherung etwas zu, für organisiertere oder gar rotierende Strukturen wird es wahrscheinlich nicht reichen. Abgesehen vom Nordosten sollte aber bis zum Abend eine weitgehende Wetterberuhigung erfolgen.
Im Bereich des Troges bleibt ein kräftiger Gradient bestehen, so dass auch außerhalb von Schauern und Gewittern im Norden und in der Mitte weiterhin Windböen und im Bergland stürmische Böen auftreten. Im Süden sind noch Niederschläge zu erwarten, die an die zu den Alpen abziehende Kaltfront gekoppelt sind. In einem breiten Bereich dazwischen, d.h. von den mittleren Gebieten bis etwa zur Donauregion, stellen sich größere Auflockerungen ein.
In der einfließenden maritimen Polarluft bewegen sich die Temperaturen nur noch zwischen 12 und 18 Grad, an den Küsten und im höheren Bergland um 10 Grad. In der Nacht zum Freitag wird ein in der Frontalzone eingelagerter Rücken nach Mitteleuropa gesteuert. Durch diesen kann sich das Bodenhoch noch kräftigen, das sich von Süddeutschland bis Freitagfrüh etwa zu den Ostalpen verlagert. Allerdings wird dieser Rücken von Warmluftadvektion überlaufen, so dass hohe und ein paar mittelhohe Wolkenfelder eine allzu kräftige Ausstrahlung unterbinden. Dennoch ist ein Temperaturrückgang in den niedrigen einstelligen Bereich zu erwarten. In ungünstigen Lagen ist leichter Bodenfrost nicht ganz auszuschließen. Mit dem Kälteeinbruch Ende April vergangenen Jahres ist diese Entwicklung jedoch keinesfalls vergleichbar.

Freitag... wird der sich noch etwas aufwölbende Höhenrücken über Deutschland hinweg nordostwärts geführt. Ein weiterer, in der danach folgenden südwestlichen Strömung eingelagerter Kurzwellentrog erreicht am Abend den Nordwesten Deutschlands. An dessen Vorderseite verstärkt sich über Mitteleuropa die Warmluftadvektion. Derweil zeichnet sich über dem nahen Ostatlantik eine kräftigere Austrogung ab, was die Strömung zusehends auf Südwest drehen lässt. Hierdurch gelangt zumindest in die südlichen und mittleren Teile Deutschlands wieder wärmere Luft.
Wenn auch der antizyklonale Einfluss im Bodendruckfeld mit der weiteren Verlagerung des Bodenhochs nach Südosteuropa allmählich nachlässt und ein allmählich in den Ärmelkanal ziehende Bodentief die Oberhand gewinnt, so sollte es im Osten, Süden und in Teilen der Mitte für Aufheiterungen und längere sonnige Abschnitte reichen. In diesen Gebieten wird es mit 18 bis 23 Grad wärmer als an den beiden Tagen zuvor. Im Norden und Nordwesten überwiegt starke Bewölkung, die aus o.g. Warmluftadvektion resultiert. Nennenswerte und vielleicht auch schauerartige Niederschläge kommen allenfalls in Nordseenähe auf. Dort sind 13 bis 17 und unmittelbar an der See nur wenig mehr als 10 Grad zu erwarten.
In der Nacht zum Samstag bildet sich, ausgehend von einem flachen Tief, das sich vom Ärmelkanal ostwärts verlagert, eine Tiefdruckrinne über Norddeutschland aus, die bis zur unteren Oder ausweitet. Diese wird durch den nach Nordosten durchschwenkenden Kurzwellentrog noch etwas aktiviert, aber aufgrund kaum vorhandener Labilität sind Gewitter eher unwahrscheinlich. In den anderen Gebieten dürfte im Bereich des breiten, nach wie vor wetterbestimmenden Höhenrückens Absinken dominieren, so dass es längere Zeit aufklaren kann. Da zuvor bereits wärmere Luft advehiert wurde, sollten die Temperaturen nicht mehr so weit zurückgehen wie in der Nacht zuvor, so dass Tiefstwerte zwischen 10 und 5 Grad zu erwarten sind.

Samstag... weitet sich der sich der Iberischen Halbinsel nähernde Trog eher nach Süden aus als dass er nach Osten vorankommt. Dies lässt die südwestliche Strömung über Mitteleuropa noch etwas aufsteilen. Mit dieser Strömung gelangt in den Süden und Osten Deutschlands zusehends wärmere Luft, wogegen im Nordwesten kaum ein Temperaturanstieg erfolgt. Dies lässt eine "diagonal" über Deutschland hinweg verlaufende Luftmassengrenze entstehen. Dabei wird im Südosten, wo die Erwärmung am ausgeprägtesten ist, die Luftmasse rasch instabil. Allerdings macht sich in diesen Gebieten infolge der Überströmung der Alpen Austrocknung bemerkbar; möglicherweise kann sich dort auch leichter Föhn einstellen. Zudem ist die Strömung noch sehr antizyklonal gekrümmt. Diese Faktoren sollten hoch reichende Konvektion weitgehend unterbinden.
Ganz im Norden und Nordwesten macht sich ein weiterer Kurzwellentrog bemerkbar, der vor allem in Nordseenähe einzelne Schauer auslösen kann. Für ein paar Wolkenlücken sollte es aber auch dort sowie ganz im Westen reichen. Die Bewölkung dämpft jedoch die Temperaturentwicklung, so dass in diesen Gebieten nur 13 bis 18 Grad zu erwarten sind.
Im Osten, Süden und zum Teil auch in den mittleren Gebieten sorgt der vor allem durch die mitteltropopspärische Situation bedingte Absinken für Aufheiterungen und auch längere sonnige Phasen, was dort die Temperatur auf 19 bis 24, am östlichen Alpenrand und in Teilen von Niederbayern auf Werte um 25 Grad steigen lässt.
In der Nacht zum Sonntag weitet sich der o.g. Trog zur Iberischen Halbinsel aus, wodurch nördlich der Pyrenäen eine Zyklogenese induziert wird. An der Nordostflanke des sich entwickelnden Bodentiefs setzt Warmluftadvektion ein, die ausgangs der Nacht auch den Westen und Südwesten Deutschlands erfasst und sich von dort bis in die mittleren Gebiete ausweiten kann. Die hierdurch induzierte, wenn auch schwache Hebung könnte ausreichen, um entlang der nach wie vor diagonal über Deutschland liegenden Luftmassengrenze schauerartige und zum Teil gewittrige Niederschläge auszulösen. Wo an dieser Luftmassengrenze die kräftigsten Niederschläge auftreten und ob sich ein derartiges Szenario einstellt, ist noch einigermaßen unsicher.
Abseits dieser Luftmassengrenze, d.h. im Südosten sowie nach Nordwesten hin, sind infolge von Absinken, das aus der nach wie vor antizyklonal gekrümmten Strömung und auch aus leichter Kaltluftadvektion resultiert, Auflockerungen zu erwarten.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle zeigen eine weitgehend ähnliche Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Auch hinsichtlich der sich am Samstag und in der Nacht zum Sonntag ausbildenden flachen Tiefdruckrinne haben sich die Modelle mittlerweile weitgehend angeglichen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann

Synoptische Übersicht Mittelfrist

Synoptische Übersicht Mittelfrist

ausgegeben am Donnerstag, den 26.04.2018 um 10.30 UTC

Wechselhaft, dabei am Sonntag noch vielerorts warm, am Montag dann Kaltfrontpassage und nachfolgend zögernder Hochdruckeinfluss.

Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 03.05.2018

Zu Beginn des mittelfristigen Prognosezeitraums am kommenden Sonntag befindet sich Deutschland auf der Vorderseite eines LW-Troges über dem nahen Ostatlantik, der seinen Einfluss im Tagesverlauf langsam aber sich nach Osten ausdehnt. Dabei steilt sich die südwestliche Höhenströmung bei uns nicht nur auf, sie verliert auch zunehmend von ihrer anfänglich noch stark ausgeprägten antizyklonalen Krümmung, insbesondere nach Westen hin. Bodennah befinden wir uns innerhalb einer von Südwest- bis nach Mitteleuropa gerichteten Tiefdruckrinne, in der sich über Frankreich ein kleines eigenständiges Tief bildet. Es zieht bis Tagesende in den äußersten Norden des Landes, wobei es sich auf etwas unter 995 hPa vertieft. Bei uns wird dadurch potenziell instabile Warmluft nach Norden verfrachtet, am Abend liegt die 10°C-Isotherme in 850 hPa über der Norddeutschen Tiefebene (zonal) bzw. an der Grenze zu F und Benelux (meridional). Im Süden steigt die Temperatur mit föhniger Unterstützung z.T. auf etwas über 15°C. Die Abgrenzung zu kühleren Luftmassen wird im Norden durch eine Warmfront, im Westen durch eine schleifende Kaltfront markiert. Dort deuten sich (gewittrige) Regenfälle an, und auch an der Warmfront kann es gebietsweise (Nordosten) etwas regnen. Die Gefahr konvektiver Umlagerungen in der Warmluft wird von der Numerik summa summarum als gering eingeschätzt, was möglicherweise mit der föhnbedingten Abtrocknung (=> Deckelung) und der über weite Strecken des Tages antizyklonal konturierten Höhenströmung zusammenhängt.

Am Montag zieht das kleine Sturmtief auf die Nordsee knapp nördlich des Ijsselmeers (24 UTC), wobei es sich mehr und mehr bis hoch in die mittlere und höhere Troposphäre bohrt. Gleichzeitig schwenkt ein ausgewiesener Randtrog von Frankreich her nord-nordostwärts, der die o.e. Kaltfront "anstößt". Sie überquert Deutschland bis zum Abend ostwärts, wobei sich ihre Wetterwirksamkeit stark in Grenzen halten soll (wenig Regen, wenig präfrontale Konvektion). Die Haupthebungsprozesse spielen sich im Norden in der um das Tief Osten herumgeholten Warmluft ab, wo es zu schauerartig verstärkten und möglicherweise auch gewittrigen Regenfällen kommt, die im Tagesverlauf nach Norden abziehen. Postfrontal strömt ein Schwall subpolarer Meeresluft in den Vorhersageraum, in der die 850-hPa-Temperatur bis Tagesende auf rund +6°C in und um Sachsen und bis zu -5°C im Westen zurückgeht. Hinzu kommt besonders in der Westhälfte ein stark auffrischender, in Böen bis Sturmstärke reichender südwestlicher Wind. Ein Stück weit erinnern die synoptischen Merkmale (z.B. Feuchteverteilung, relativ schwache Kaltfront) an eine Shapiro-Keyser-Zyklone, allerdings spricht der Verlauf der Frontalzone (kommt trogvorderseitig von Süden, der klassische trockene Oberstrom von Nordwesten her findet nicht statt) eher dagegen.

Am Dienstag zieht das Tief via Jütland gen Skagerrak, wodurch der Luftdruck bei uns beginnt zu steigen. Es bildet sich ein schmaler Hochkeil, der als verlängerter Arm des Azorenhochs interpretiert werden kann und in dem die eingeflossene Meeresluft mit Ausnahme Norddeutschlands (Gradient am Südrand des Tiefs) zur Ruhe kommt. Da der LW-Trog über der Iberischen Halbinsel abtropft und das nördliche Residuum unter Abschwächung in den Norden und Westen zieht, gestaltet sich der Wetterablauf besonders im Norden und Nordwesten wechselhaft mit schauerartigen, vereinzelt auch gewittrigen Regenfällen.

Zur Wochenmitte verstärkt sich der Hochkeil zu einer echten Brücke, die das relativ weit nach Westen verschobene Azorenhoch mit einem Hoch über Russland verbindet. Die Luftmasse kann sich allmählich erwärmen, was sie aber recht ungleichmäßig tut. So bleibt es im Norden mit 850iger-Temperaturen um 0°C ziemlich frisch, wohingegen südlich der Donau ein Anstieg auf Werte um oder sogar etwas über 10°C erfolgt.
Am Donnerstag bleiben die Brückensituation und das thermische Süd-Nord-Gefälle bestehen. Zwar schwenkt über den Norden ein flacher Höhentrog hinweg, seine Wetterwirksamkeit soll sich aber auf wenige schwache Schauer beschränken.

Die Zeichen in der erweiterten Mittelfrist bis Sonntag stehen laut IFS ganz klar auf Hochdruckeinfluss, ausgehend von einem sich über Mitteleuropa aufplusternden Höhenhoch. Die Folge wäre häufig sonniges und trockenes Wetter bei deutlich steigenden Temperaturen. Lediglich der unmittelbare Alpenrand wäre demnach noch mit einer geringen Schauer- und Gewitterneigung ausgestattet.

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs

Betrachtet man den Modelllauf des IFS (ECMF) von heute 00 UTC, so findet man alle wesentlichen synoptischen Bestandteile der gestrigen Läufe an ähnlichen Stellen wieder. Das ist insofern beruhigend, als dass ein Ausscheren in eine ganz andere Prognoserichtung eher unwahrscheinlich ist. Gleichwohl offenbaren sich ein paar Unterschiede, von denen im Folgenden die vermeintlich wichtigsten angesprochen werden sollen. Zunächst mal soll sich das kleine Sturmtief am Sonntag über Frankreich etwas weiter südlich bilden, ein längeres Leben bekommen und dieses auf einer etwas nach Osten verschobenen Zugbahn verbringen. Die Folge wären u.a. deutlich mehr Wind in den westlichen Landesteilen und mehr Regen am Dienstag im Norden und Nordwesten. Als nächstes wird die weiterhin für Montag avisierte Kaltfrontpassage etwas schwächer gerechnet, was die Gefahr schwerer Gewitter im Süden und Osten (also vor der Front) verringern würde. Aber Vorsicht, es wäre nicht das erste Mal, dass die Numerik die Gewittertätigkeit in Verbindung mit einer Frontpassage unterschätzt.
Letztlich sei noch erwähnt, dass das Zwischenhoch am Mittwoch etwas stärker sein soll (=> weniger oder sogar überhaupt keine Schauer) bzw. sich letztlich sogar zu nachhaltigem Hochdruckeinfluss mausern soll.

Vergleich mit anderen globalen Modellen

Die anderen etablierten Globalmodelle simulieren zunächst keine substanziell vom IFS abweichenden Entwicklungen. Dass es dabei im Kleinen Unschärfen gibt, ist normal. Zum Ende hin (Mittwoch/Donnerstag) fällt auf, dass GFS, bedingt auch GEM auf eine zyklonalere Variante setzen. Vor allem bei GFS fällt im Zuge einer Vb-ähnlichen Entwicklung im Süden und Osten teils länger andauernder und gebietsweise kräftiger Regen.
In der erweiterten Mittelfrist setzt dann aber auch GFS auf Hochdruckeinfluss, während GEM das Hoch weiter in den Norden setzt.

FAZIT: Der Generalkurs steht, zum Ende hin nehmen die anfänglich kleinen Unsicherheiten allerdings zu.

Bewertung der Ensemblevorhersagen

Der Kurvenverlauf der EPS-Rauchfahnen von IFS ist vergleichsweise eindeutig, auch wenn die Streuung im Laufe der nächsten Woche zunimmt. Die Trends sind aber eindeutig, d.h. nach dem Temperatur- und Potenzialmaximum am Sonntag folgt unweigerlich er "Absturz" am Montag (bei T850 markanter als bei Pot500), Danach zeigt der Kompass wieder eindeutig nach oben, bevor es zum nächsten Wochenende uneinheitlich wird. Bemerkenswert der Verlauf von Haupt- und Kontrolllauf im Kontext zum Ensemble: Während der Anstieg bei der Temperatur gemächlicher erfolgt als bei den meisten EPS-Kurven, ist es bei POT500 genau umgekehrt. Dort schießen die deterministischen Läufe zum Ende hin aus der Kurvenschar nach oben raus, was gegen die oben beschriebene Lösung mit dem Höhenhoch über Mitteleuropa spricht.
Die Clusterung wartet für T+120...168h (Dienstag bis Donnerstag) mit der Höchstzahl sechs auf, die sich für unseren Raum gar nicht so stark unterscheiden (weswegen hier auch auf die Besetzungszahlen verzichtet wird). Letztlich setzen alle Muster auf zunehmenden Hochdruckeinfluss, allerdings mit leicht variierender Intensität.
Von Freitag bis Sonntag (T+192...240h) verringert sich die Zahl der Cluster zwar auf fünf, die Streuung nimmt aber zu. CL 2, mit 11 Fällen und HL/KL besetzt, setzt mit CL 1(14 Fälle) und CL5 (7 Fälle) Hochdruckeinfluss, während die anderen beiden Cluster (11 und 9 Fälle) zyklonaler strukturiert sind. Die GFS-EPS-Rauchfahnen sind ähnlich gestrickt wie die von IFS-EPS. Die Kaltfrontpassage wird nun eindeutiger gezeigt als das gestern noch der Fall war. Die Niederschläge am Mittwoch und Donnerstag werden nur bedingt supportetd.

FAZIT: Die Ensembles stützen weitgehend die Vorschläge des Hauptlaufs. Der zunehmende Hochdruckeinfluss zum Ende hin ist allerdings etwas wackelig.

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen

Am Sonntag besteht in den westlichen Landesteilen die Gefahr gewittriger Starkregenfälle oder einzelner kräftiger Gewitter. Vor allem GFS liefert Hinweise darauf, während IFS und ICON etwas, aber nicht wesentlich weiter westlich sehen. Im Gegensatz zu den deterministischen Prognosen operiert die Probabilistik (bisher) deutlich zurückhaltender. In der eigentlichen Warmluft weiter östlich wird die Gewitterwahrscheinlichkeit insgesamt als gering eingeschätzt. Das gilt übrigens auch für den Montag, wenn die Kaltfrontpassage ansteht. Gleichwohl sollte man dieses Thema noch nicht von der Agenda streichen sondern weitere Modellläufe bzw. die kurzfristige Entwicklung beobachten. Im Norden und Nordwesten besteht zu Wochenbeginn noch eine geringe Wahrscheinlichkeit für Stark- oder Dauerregen, am Dienstag dann nur noch für kurze Kaltluftgewitter.

Zweites Thema neben Regen/Gewitter ist der Wind, der mit Verlagerung des o.e. Tiefs von Frankreich zur Nordsee insbesondere am Montag in Teilen der Westhälfte merklich auffrischt. Vor allem IFS-EPS zeigt hohe Wahrscheinlichkeiten für das Überschreiten der 8-Bft-Schwelle und moderate Anzeichen für 9er-Böen. Es gilt aber zu bedenken, dass die Wirkung des Sturmtiefs zwar groß sein kann, der eigentliche Radius (also die flächenmäßige Ausdehnung des Starkwindfelds) aber limitiert ist. Ergo, sollte die Zugbahn nur etwas von der beschriebenen abweichen, sieht die Angelegenheit schon anders aus. Weitermonitoren heißt die Devise!
Am Anfang tritt auf den Alpengipfeln Föhnsturm auf.

Basis für Mittelfristvorhersage

MOS-Mix mit ECMF-EPS.

VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann

Boden Analyse DWD

Quelle: © Deutscher Wetterdienst, Offenbach

Höhenkarten 200-850 hPa

Höhenkarte 850 hPa

Höhenkarte 700 hPa

Höhenkarte 500 hPa

Höhenkarte 400 hPa

Höhenkarte 300 hPa

Höhenkarte 200 hPa