Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 30.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Wz
In der kommenden Nacht in Nordwestdeutschland und im Süden Deutschlands vereinzelt starke Gewitter mit stürmischen Böen, vor allem im Süden auch mit Starkregen.
Am Montag im Norden und in der Mitte sowie im Westen und Südwesten lokal kräftige Gewitter.
Am Dienstag Wetterberuhigung.
Vor allem nach Norden und Westen hin steife, exponiert stürmische Böen, in Gipfellagen Sturmböen (Brocken teils Bft 10)
Am Dienstag weniger Wind.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Sonntag... In einer lebhaften West- bis Südwestlichen Höhenströmung schwenkt heute ein Kurzwellentrog unter Abschwächung nach Polen und zur mittleren Ostsee gefolgt von einem Höhenkeil, der abends bereits über Deutschland liegt. Am Boden ist der Trog gekoppelt an ein Tiefdruckgebiet, welches von Südwestdänemark unter Abschwächung nach Südschweden zieht. Zwischen der Hochdruckzone im Alpenraum und dem Tief ist der Gradient bis zum Nachmittag recht kräftig, so dass mit dem Tagesgang im Norddeutschen Tiefland und im nördlichen Mittelgebirgsraum steife Windböen, vor allem an der Nordsee auch stürmische Windböen auftreten können, auf dem Brocken Sturmböen.
In der atlantischen Luftmasse, die mit PPW-Werten zwischen 20 und 30 mm daher kommt, entwickelt sich etwas ML-Cape, jedoch bildet sich im Tagesverlauf eine Sperrschicht in 650 hPa, so dass Gewitter nicht sehr wahrscheinlich sind, sondern lediglich meist leichte Schauer.
Bei 850-hPa-Temperaturen zwischen 9 Grad im Nordwesten und 13 Grad ganz im Süden werden heute Höchstwerte zwischen 21 Grad auf den Nordfriesischen Inseln und 28 Grad am Oberrhein sowie in der Lausitz erwartet.
In der Nacht zum Montag nähert sich von den Britischen Inseln her ein Trog, wobei das eingebettete kleine Höhentief von Irland zur ostenglischen Küste zieht. In der zunehmend zyklonalen südwestlichen Höhenströmung ist bereits ein erster markanter Kurzwellentrog eingelagert, der den Westen unseres Landes erreicht und von Westen her für kräftige Hebung durch PVA sorgt.
Bodennah zieht das zugehörige Tief Tessa in die westliche Nordsee und sorgt für zunehmenden Gradienten hierzulande, so dass der Wind vor allem in der Westhälfte im Nachtverlauf wieder etwas aus südlichen Richtungen auffrischt.
Durch die kräftige Hebung auf der Trogvorderseite wird eine zunächst kaum aktive Kaltfront im Süden wieder aktiviert. An ihr soll sich nach den konvektionserlaubenden Modellen in der zweiten Nachthälfte eine Gewitterlinie entwickeln, die den Süden Deutschlands überqueren soll. Viel CAPE steht zwar nicht zur Verfügung, die hochreichende Scherung nimmt aber wieder deutlich zu auf gut 20 m/s von 0 bis 6 km im Bereich der Konvektion, so dass stürmische Böen oder Sturmböen auch in den Nachtstunden durchaus vorstellbar sind. SuperHD liefert in den Frühstunden über Bayern auch entsprechende Hinweise, ICON-D2-EPS ist diesbezüglich noch sehr zurückhaltend. Hagel ist bei den niedrigen CAPE-Werten kein großes Thema, auch etwaiger Starkregen sollte sich bei PPWs von immerhin um 35 l/qm, aber flotten Zuggeschwindigkeiten, auf den markanten Bereich beschränken, was auch vom ICON-D2-EPS in der 2. Nachthälfte unterstützt wird.
Ebenso sollen in der zweiten Nachthälfte auch schauerartige Regenfälle auf die Gebiete vom nördlichen NRW bis nach Schleswig-Holstein übergreifen, hier ist aber noch weniger CAPE vorhanden und die Luftmasse trockener, so dass es hier nur vereinzelt zu Gewittern kommen soll. Dementsprechend gibt es dort aktuell kaum Hinweise auf stärkere Entwicklungen, obwohl die Scherung ähnlich ausgeprägt ist wie im Süden. Eine stürmische Böe kann allerdings auch nicht ausgeschlossen
Da sich die Konvektionen recht flott nach Osten bewegen, soll es nur im Nordosten des Landes noch flächendeckend trocken bleiben. Im Südwesten lockern dagegen die Wolken nach Abzug des Gewitterkomplexes schon wieder auf.
Die nächtlichen Minima liegen zwischen 16°C an der Nordsee und 10°C im Vogtland.
Montag... überquert unser Höhentrog mit seinem Drehzentrum die Nordsee langsam ostwärts und erreicht abends die Westküste Schleswig-Holsteins. Die Hauptachse des Troges greift dabei von Westen her auf Deutschland über. Das korrespondierende Bodentief zieht langsam nach Jütland und schwächt sich ab. Gleichzeitig etabliert sich ein weiteres Tief über Südnorwegen. Die Kaltfront kommt erst mit Annäherung der Trogachse weiter ostsüdostwärts voran, abends hat sie dann auch weite Teile der Osthälfte und der Mitte überquert. Die Frontpassage erfolgt mehr oder weniger staffelweise mit dem Durchzug von oft linienartig organisierten Schauern und Gewittern, die von Nordwesten her bis zum Abend auch den Nordosten, Teile der Mitte und den Westen erfassen. Gebietsweise können im Bereich der Front und dahinter 300 bis 600 J/kg ML-Cape generiert werden bei teilweise weiterhin markanter Scherung. Somit werden die ausgelösten Gewitter von kleinkörnigem Hagel, Starkregen um 20 l/m² und aufgrund der Scherung vor allem auch von stürmischen Böen, vereinzelt von Sturmböen begleitet sein. Erneut können sehr lokal eng begrenzt auch schadensträchtigere Windereignisse nicht ausgeschlossen werden, vor allem bei organisierten Systemen.
Im Süden und Südosten stellt sich nach Abzug der nächtlichen Schauer und Gewitter eine gewisse Wetterberuhigung ein. Vor allem von Baden-Württemberg bis zur Lausitz und weiter südostwärts scheint im Tagesverlauf häufig die Sonne, ehe mit Annäherung der Front zum Abend hin auch dort dichtere Wolken aufziehen. Eventuell reicht es im Alpenraum für einzelne Schauer oder Gewitter, ansonsten bleibt es dort aber trocken.
Von Warnrelevanz ist auf jeden Fall der Wind. An der Südflanke des Tiefs bleibt ein recht scharfer Gradient aufrecht, der sich vorübergehend sogar noch ein wenig verschärfen kann, da sich der nach Süddeutschland gerichtete Hochkeil etwas intensiviert. Mit dem Tagesgang reicht das vor allem im Westen und Nordwesten bis in die mittleren Landesteile recht verbreitet für steife, exponiert, in den Kammlagen der Mittelgebirge verbreitet, sogar für stürmische Böen aus Südwest. Im Nordosten, Osten und Südosten dürfte der Wind dagegen warntechnisch keine Rolle spielen.
Mit der mehr auf West kippenden Strömung gelangt nunmehr etwas frischere Meeresluft nach Deutschland mit 850 hPa-Temperaturen zwischen 7 Grad im Nordwesten und 12 Grad im Südosten. Die Höchsttemperaturen erreichen somit Werte zwischen 19 und 23 Grad im Westen und Norden sowie zwischen 22 und 26, vielleicht 27 Grad im Süden und Osten.
In der Nacht zum Dienstag schwenkt der Höhentrog langsam Polen und unser Bodentief zieht ins Seegebiet zwischen Alandinseln und Gotland. Gleichzeitig schiebt sich von Frankreich her ein Hochkeil nach Südwest- und Süddeutschland, so dass sich die langsam südwärts schwenkende Kaltfront mehr oder weniger auflöst. Somit klingen die Schauer in der Mitte rasch ab, im Süden und Südosten bleibt es zumeist trocken. Dort ist der Himmel teilweise gering bewölkt oder klar, stellenweise breitet sich Nebel aus.
Im Norden, insbesondere an den Küsten, gibt es aber vor allem mit dem durchschwenkenden Bodentrog die ganze Nacht über hinweg einzelne Schauer, auch Gewitter sind dort anfangs noch möglich. An den Küsten bleibt es windig mit steifen Böen aus West bis Südwest, auf dem Brocken kann es noch Sturmböen geben, im Rest des Landes nimmt der Wind rasch ab.
Von Nordwesten gelangt maritim erwärmte Polarluft ins Vorhersagegebiet mit T850 hPa zwischen 6 Grad im Westen und 10 Grad an den Alpen. Vor allem dort, wo es aufklart, fällt die Nacht recht frisch aus mit teils einstelligen Minima in en süddeutschen und zentralen Mittelgebirgstälern. Sonst bewegen sich die Tiefstwerte zwischen 15 und 10 Grad.
Dienstag... Der dem Höhentrog folgende Höhenkeil erreicht bereits morgens den Westen Deutschlands und schwenkt bis zum Nachmittag nach Polen. In die lebhafte Westströmung ist ein weiterer Höhentrog eingelagert, der auf den Westen übergreift und abends über dem zentralen Deutschland liegt. Da die Trogvorderseite von Kaltluftadvektion überlagert ist, bringt der Trog kaum Hebung und so ist zumindest im Süden und in der Mitte die von den Azoren über die Alpen bis zum nördlichen Balkan reichende Hochdruckbrücke wirksam, die zwischen den Quellwolken auch für sonnige Abschnitte sorgt, vor allem südlich des Mains. Im Norden sind die Wolken etwas kompakter und vor allem im Küstenbereich können Schauer auftreten.
Vereinzelte Gewitter können ganz im Norden nicht ausgeschlossen werden (vor allem von Super HD gezeigt).
Der Wind ist gegenüber dem Vortag etwas schwächer, im Küstenbereich kann es aber steife Windböen geben, ähnlich wie bei Gewittern im Landesinneren. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 Grad an der Nordsee und 26 Grad in Niederbayern.
Der Wind weht zeitweise mäßig, in Böen frisch aus westlichen Richtungen.
In der Nacht zum Mittwoch zieht der flache Höhentrog nach Polen ab und es folgt eine recht glatte westliche bis nordwestliche Höhenströmung. Insofern fehlen Hebungsimpulse, so dass im größten Teil Deutschlands die Nacht meist trocken und ruhig verläuft.
Lediglich im Küstenbereich bleibt noch im Bereich eines Bodentroges eine gewisse Restlabilität vorhanden mit einzelnen Schauern und Gewittern, die aber meist nicht signifikant ausfallen dürften. Die Tiefsttemperaturen liegen meist zwischen 13 Grad im Nordwesten und 8 Grad in der Oberpfalz, an der Nordsee um 15 Grad. Mit dem Bodentrog bleibt der Südwestwind an der See noch stark böig.
Modellvergleich und -einschätzung
Die synoptischen Basisfelder werden großräumig ähnlich simuliert. Im Hinblick auf das Warnmanagement gibt es keine großen Differenzen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 30.08.2026 um 10.30 UTC
Im Norden wechselhaft, zeitweilig Regen, lokal Gewitter, windig bis stürmisch. Im Süden störungsfrei, sommerlich warm. Ab Sonntag auch im Süden zunehmende Regenwahrscheinlichkeit, lokal kräftige Gewitter.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 06.09.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch liegt die Achse eines Langwellentroges bereits östlich von Deutschland, über den Norden laufen kurzwellige Anteile ostwärts. Dabei schleift ein Frontensystem mit zeitweiligem Regen über die nördlichen Landesteile, im Zusammenhang mit Kurzwellentrögen sowie einem Randtief, das im Tagesverlauf von den Britischen Inseln über die südliche Nordsee Richtung Dänemark zieht, nimmt die Niederschlagsintensität zeitweise zu, lokal schauerartig verstärkt, vereinzelt gewittrig. Außerdem nimmt der Gradient zu und der Westwind weht auf der Südflanke des Randtiefs abends und nachts in Böen stark bis stürmisch, im Küstenumfeld (und auf dem Brocken) teils auch mit Sturmböen. Von Südwesten her wölbt sich ein Höhenkeil auf, auch der Bodendruck steigt im Süden durch die Ausdehnung eines Keils vom Hoch über der Biskaya. Abgesehen von ein paar Quellwolken im Tagesverlauf überwiegt störungsfreies, freundliches Wetter. Bei schwachem Wind bildet sich nachts gebietsweise Nebel. Bei 850 hPa-Temperaturen um 10 Grad ist es im Süden sommerlich warm bei 23 bis 27 Grad, bei geringen Sonnenanteilen im Norden und 850 hPa-Temperaturen von 5 bis 7 Grad sind Höchstwerte zwischen 19 und 22 Grad zu erwarten.
Von Donnerstag bis Samstag ändert sich dann wenig an der grundsätzlichen Geopotenzial- und Luftdruckverteilung: Es hat sich eine westliche Höhenströmung eingestellt, in der die nördlichen Landesteile auf der Südflanke des umfangreichen Tiefkomplexes über Nordeuropa liegt. Dabei streifen wiederholt Frontensysteme mit zeitweiligem, teils auch andauerndem Regen. Niederschlagsschwerpunkte deuten sich aus heutiger Sicht dabei in der Nacht zum Donnerstag und am Freitag an. Ob dabei Warnschellen hinsichtlich Dauerregen überschritten werden, bleibt abzuwarten, geringe Signale sind dafür sowohl in der Deterministik als auch in der Probabilistik vorhanden. Außerdem ist der Luftdruckgradient über den nördlichen Landesteilen etwas stärker ausgeprägt, so dass der Westwind zeitweise böig auffrischt, insbesondere am Freitag im Zusammenhang mit einem Randtief. Insbesondere auf See und in den küstennahen Gebieten sowie im nördlichen Bergland sind starke bis stürmische Böen zu erwarten, exponiert auch mal Sturmböen nicht ganz ausgeschlossen. Im Süden dominiert hoher Luftdruck und störungsfreies, freundliches Wetter. Die Temperaturverhältnisse bilden nach wie vor ein Nord-Süd-Gefälle mit 5 bis 10 Grad in 850 hPa im Norden und um 15 Grad im Süden. Im Norden bleibt es daher eher mäßig warm, im Süden setzen sich die überwiegend sommerlichen Temperaturen fort, Richtung Oberrhein sind zum Ende der Woche auch Höchstwerte um oder leicht über 30 Grad möglich. Über den mittleren Landesteilen liegt irgendwo der Übergangsbereich zwischen tief- und hochdruckdominierter Witterung, wo genau, ist leicht unsicher.
Am Sonntag steilt die Strömung vorderseitig einer zunehmenden Austrogung über dem Ostatlantik/Westeuropa auf. Kurzeitig kann sich ein Höhenkeil aufwölben und auch ein Zwischenhoch über weiten Teilen des Landes bemerkbar machen. Voraussichtlich wird aber irgendwann im Tagesverlauf von Westen her der Langwellentrog oder auch ein sich andeutender, vorlaufender Kurzwellentrog auf Deutschland übergreifen und den Zwischenhocheinfluss beenden. In der sich aufwölbenden Strömung gelangt von Südwesten eine subtropische Luftmasse in den Südwesten, die 850 hPa-Temperaturen können wohl auf Werte um 20 Grad ansteigen und damit können Höchsttemperaturen im Südwesten leicht über 30 Grad erwartet werden. Im Zusammenhang mit dem Kurzwellentrog kann sich vorderseitig des eigentlichen Frontensystems eines Tiefs mit Zentrum bei Irland im Tagesverlauf eine Tiefdruckrinne bilden. Zunächst im Westen und Südwesten, eventuell allgemein im Süden bilden sich dann Schauer und Gewitter, die lokal wohl auch mal kräftig ausfallen können. Die Kaltfront greift dann mit weiterem Regen voraussichtlich in der Nacht zum Montag von Westen über.
In der erweiterten Mittelfrist sind die Unsicherheiten noch sehr groß. Zum Teil deutet sich eine leicht südlichere Frontalzone an als zuvor, so dass sich allgemein (auch im Süden) eher wechselhafte Witterung einstellen dürfte. In wie weit von Südwesten Luftdruck- und Geopotenzial wieder ansteigen und wieder zu einer Wetterberuhigung führen, ist ebenfalls unsicher. Hinsichtlich des Temperaturniveaus deuten sich wenig Änderungen und keine Extrema an.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe ist zunächst gut mit Tiefdruckeinfluss im Norden und wahrscheinlich der Mitte, Hochdruckeinfluss im Süden.
Im Laufe des Wochenendes deutet sich eine zunehmende Austrogung über dem Ostatlantik an, dabei nehmen auch die Unsicherheiten in den vorliegenden Modellläufen zu und die Konsistenz etwas ab.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Zu Beginn deuten sich auch in anderen Globalmodellen wenig Unterschiede an. Ab Freitag ist vor allem das GFS dann aber progressiver und zeigt bereits einen Trog über Mitteleuropa, der dann auch im Süden bereits zu einer höheren Regenwahrscheinlichkeit führt. Bereits zum Sonntag dann aber mit Aufwölbung eines signifikanten Troges ein deutlich antizyklonaleres Umfeld im Prinzip für das gesamte Vorhersagegebiet. ICON zeigt im Vergleich zum IFS abgesehen von kleineren Phasen-/Amplitudendifferenzen ein sehr ähnliches Muster.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFs zeigt für den ersten Zeitraum von Mittwoch 00 UTC bis Donnerstag 00 UTC (+72 bis +96 h) fünf Cluster, dabei ist für Mitteleuropa keine Prognoserelevanz erkennbar. Von Südwesten wölbt sich der flache Keil auf, der im Süden für zunehmend störungsfreies Wetter sorgt. Der Norden verbleibt im Einflussbereich der Frontalzone. Im Folgezeitraum von Freitag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+120 bis +168 h) sind sechs Cluster im Angebot, der Kontrolllauf mit insgesamt 15 Membern in Cluster 1. Es zeigen sich gewisse Unterschiede in Timing und Amplitude der Kurzwellentröge, die über den Norden schwenken. Somit zeigen sich leichte Unsicherheiten, wie weit die wechselhafte Witterung auch die mittleren Landesteile beeinflusst. Cluster 5 und 6 zeigen ein deutlich antizyklonaleres Muster bis weit in die nördlichen Landesteile Deutschlands, allerdings werden diese Cluster nur von 6 bzw. 2 Membern repräsentiert, so dass das eher als Außenseiterlösung zu betrachten ist. Cluster 5 ähnelt dabei eher dem GFS, dass das Aufwölben vor dem Ostatlantiktrog und dessen Übergreifen früher simuliert (Zwischenhocheinfluss eher schon Freitag als Samstag). Cluster 6 zeigt insgesamt eher antizyklonale Muster für unser Vorhersagegebiet. Für die erweiterte Mittelfrist von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+192 bis + 240 h) sind drei Cluster vorhanden, die doch recht unterschiedliche Varianten zeigen: Cluster 1 mit insgesamt 21 Membern und inklusive Kontrolllauf etabliert eine zyklonale West- bis Südwestströmung. Cluster 2 mit 16 Membern lässt den Trog recht langsam durchschwenken und ist Mitte der Folgewoche noch recht indifferent, von Südwesten mit Andeutungen von Geopotenzialanstieg. Cluster 3 mit 14 Membern entwickelt die antizyklonalste Variante mit einer allmählichen Aufwölbung eines Keils über Mitteleuropa nach Durchschwenken eines recht flachen Troges.
Die Rauchfahnen des IFS zeigen hinsichtlich der Niederschlagssignale ein klares Nord-Süd-Gefälle, im Süden nehmen die Regensignale insbesondere ab der erweiterten Mittelfrist zu, in Einzellösungen ab Freitag/Samstag. Die Temperaturkurve in 850 hPa sind bis Donnerstag, im Süden bis Freitag gut gebündelt, dann nimmt der Spread deutlich zu, im Norden mit Wichtung eher auf niedrigerem Temperaturniveau und wenigen Ausreißern nach oben, im Süden eher mit Fokus auf höhere Werte und Einzellösungen auf niedrigerem Temperaturniveau. Auch die Kurvenschar des Geopotenzials zeigt eine recht gute Bündelung bis einschließlich Donnerstag, im Süden Freitag. Nachfolgend gibt es mit größerem Spread offensichtlich Timing- und Amplitudenunsicherheiten im Zusammenhang mit dem Trog, wobei im Süden die Wahrscheinlichkeit sogar recht hoch ist, dass das Geopotenzial auf recht hohem Niveau bleibt und erst in der erweiterten Mittelfrist sukzessive zurückgeht. Wobei in der erweiterten Mittelfrist der Spread zwischen den Einzellösungen recht groß ist und sich auch keine gute Wichtung hin zu einem Regime mehr erkennen lässt.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
Im Norden im Zusammenhang mit Kurzwellentrögen Mittwoch bis Freitag gewisses Gewitterrisiko: CAPE vorhanden, aber nicht sonderlich hoch, erhöhte Scherung (vor allem Geschwindigkeitsscherung), ppws erhöht um 25 bis 30. Insgesamt aber Hauptfokus bei Begleiterscheinung auf Wind mit potenziellen Sturmböen. Am Sonntag von Westen/Südwesten örtlich Gewitter, lokal markant (geringere Verlagerung, angefeuchtete Luftmasse). Bis dato aber keine Hinweise auf Unwetter.
WIND:
Im Norden zeitweise stark bis stürmisch auflebender Westwind, Mittwoch bis Freitag vor allem im Küstenumfeld sowie im Bergland (vor allem Brocken) zeitweise Sturmböen (Bft 8, vereinzelt 9).
DAUERREGEN(?):
Im Norden wiederholt Regen, dabei deuten sich akkumuliert teils höhere Niederschlagsmengen im Grenzbereich zu den Dauerregenkriterien an, ob dann tatsächlich eine Warnung nötig ist, bleibt abzuwarten. Zudem sind im Norden ja auch konvektive Verstärkungen bzw. lokal Gewitter dabei, von daher schwierig mit Dauerregen und möglicherweise eher lokaler Starkregen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





