Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 06.03.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Überwiegend Hochdruckwetter mit regionalen Schönheitsfehlern, warnarm
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... und kurzfristig bleibt Hochdruckwetter weitgehend Trumpf. Vor allem in der Höhe liegt ein Rücken über Mittel- sowie Teilen West- und Südeuropas mit einem Schwerpunkt über Deutschland. Zwar schwächelt das hohe Geopotential im Verlauf der Kurzfrist, Tröge schaffen es aber bis Montag nicht zwingend das Wetterzepter hierzulande zu übernehmen. Allenfalls der Norden des Landes wird von einem Kaltlufttropfen von Samstagnachmittag bis Montagmorgen gestreift. Bodennah ist die Lage zwar nicht so einfach, aber dennoch aus Wettersicht wenig intensiv. Anfangs, etwa bis Sonntag wird der hohe Luftdruck über dem Atlantik und den Britischen Inseln sowie über dem östlichen Mitteleuropa und Osteuropa von einer schwachen Tiefdruckrinne über Westdeutschland und Westeuropa getrennt, in die ein schwächelndes Frontensystem eingelagert ist. Gleichzeitig wandert in der Höhe eine kleines Höhentief (Kaltlufttropfen) von der Nordsee nach Schweden. Die frontogenetischen Hebungsimpulse mit resultierenden Niederschlägen beschränken sich dabei überwiegend auf Frankreich, die Nordsee, England, Teilen von Benelux und Dänemark. Hierzulande könnten dabei allenfalls Schleswig-Holstein und vielleicht Hamburg, Mecklenburg und der äußerste Nordwesten Niedersachsens einen Streifschuss abbekommen. Die Wolken im Westen und Nordwesten sorgen aber dafür, dass die Temperaturen nachts nicht in en Frostbereich sinken. Und damit wären wir auch schon bei dem einzigen warnwürdigen Parameter in der Kurzfrist, dem Frost. Dieser wird in den kommenden Nächsten vor allem weiter die Osthälfte beschäftigen. Vom Wind gibt es kaum eine Spur. Regional ist höchstens mal eine willkommene leichte Brise zu spüren. Bei Höchsttemperaturen abseits der Küsten von 15 und 21 Grad bleibt es auch verbreitet frühlingshaft warm. Der aufgrund von Saharastaub teils milchige Himmel reduziert die Einstrahlung, kann aber die bestehenden Frühlingsgefühle in der Biosphäre nicht einschränken.
Samstag ... siehe oben sowie Frühübersicht
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... siehe oben oder Frühübersicht
Modellvergleich und -einschätzung
Vor allem UK10 und GFS stützen die Prognose von ICON und zeigen eine vergleichbare Geopotential- und Luftdruckverteilung inklusive Zugbahn des kleinen Höhentiefs. Allenfalls der 00UTC-Lauf des IFS simuliert die Zugbahn abweichend, indem das kleine Höhentief von Dänemark in die südwestliche Ostseewandert und dort herumeiert. Dabei prognostiziert das IFS auch den korrelierenden Trog markanter, was dazu führt, dass die Hebungsimpulse stärker und großräumiger ausfallen. Fraglich bleibt aber auch beim IFS, wo das Modell die Feuchteanreicherung für Niederschlagsmengen von bis zu 25 l/qm/6h generiert. Da das IFS bisher eine Einzellösung darstellt, wird diese nicht priorisiert behandelt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Lars Kirchhübel
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 06.03.2026 um 10.30 UTC
Wechselhafter, aber weiter mild
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 13.03.2026
Wir starten in die Mittelfrist am Montag mit einem sich langsam nach Südosteuropa zurückziehendem Hochdruckgebiet und nur sehr zögerlich von Westen her übergreifendem Tiefdruckeinfluss. In nur marginal feuchterer Luft ist es weitgehend niederschlagsfrei. Nur im Südwesten kann ein kleiner Randtrog für etwas Hebung und einzelne Schauer sorgen. Bei 3 bis 6 Grad in 850 hPa und mindestens mal zeitweise sonnigem Wetter wird es ein weiteres Mal sehr mild bei 14 bis 18 Grad. Nur an den Küsten ist es aufgrund der kalten See deutlich kühler. Dafür bildet sich in der Nacht häufiger Nebel oder Hochnebel. Damit fehlt die Ausstrahlung für starke nächtliche Abkühlung und leichter Frost ist nur noch regional zu erwarten.
Dienstag und Mittwoch liegen wir zwischen einem umfangreichen Tiefkomplex über Westeuropa und dem Nordatlantik und dem Hochdruckgebiet über Südosteuropa in einer südwestlichen Strömung. Die Luft wird von Tag zu Tag feuchter und die Schauerwahrscheinlichkeit nimmt zu. Mit zunehmender Bewölkung reduziert sich die Auskühlung in den Nächten und die Frostgefahr geht zurück.
In der Nacht zum Donnerstag greift ein schwächelnder Randtrog von Nordwesten her auf uns über. Die Strömung wird aber schnell wieder zonal. Mehr als ein paar Schauer und mit Glück ein kurzes Gewitter ist nicht drin. Der auffrischende Wind löst nicht mal auf der freien Nordsee stürmische Böen aus. Tagsüber liegen wir auf der Vorderseite eines weiteren Troges über Westeuropa, der es im Laufe des Freitags zu uns schaffen soll. Eingelagert darin zieht eine Kaltfront in der zweiten Tageshälfte von Nordwesten herein und in der Nacht zum Samstag an die Alpen. Wie bei Kaltfronten üblich, strömt kühlere Luft ein (bis -3 Grad in 850 hPa). Damit wird auch die Tageshöchsttemperatur gedämpft. Im Zuge des Trogdurchgangs frischt auch der Wind auf, mehr als steife, im Bergland vielleicht stürmisch Böen sind aber nicht zu erwarten.
Zumindest vorübergehend wird es also von Freitagmittag bis Samstagfrüh mal überall nass. Bevor am Samstag sich von Frankreich her ausdehnender Hochdruck wieder für rasche Abtrocknung sorgt. Nur im äußersten Norden und Nordwesten Deutschlands macht sich die Nähe zum Tief über dem Nordatlantik bzw. Skandinavien am Wochenende durch dichte Wolken und etwas Regen bemerkbar. Nach Süden hin dominiert hoher Luftdruck.
Fazit: Es wird vorübergehend wechselhafter mit zumindest etwas Regen, aber weiterhin milder Temperatur. Die Nachtfrostgefahr geht zurück.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle IFS-Lauf ist in der Grundsache lange Zeit zu seinen Vorläufen konsistent: Die Hochdrucklage endet und das Wetter wird wechselhafter. Wann genau uns Randtröge passieren, bleibt offen. Das gestern noch für Freitag und Samstag berechnete Sturmtief bei den Britischen Inseln, wird heute nicht mehr simuliert.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch der Vergleich mit anderen Modellen belegt meist das Ende der Hochdruckphase. Nur ICON hält im Osten und Südosten bis über die Wochenmitte hinaus daran fest. Dann gewinnt aber das Tief über dem Nordatlantik.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse liefert im ersten Zeitschritt sechs Lösungen, mehrheitlich mit blockierendem Hoch und keine Varianz für Deutschland. Im zweiten Zeitschritt (Mittwoch bis Freitag) gibt es vier Lösungen, alle NAO+. Haupt- und Kontrolllauf liegen in Cluster zwei, der wie Cluster drei und vier den Trog im Westen flacher simulieren. Cluster eins (18 Member) hat den Trog etwas schärfer drin, was wohl auf die Simulation des Sturmtiefs gestern zurückzuführen ist. Die erweiterte Mittelfrist liefert leider keine echte Erkenntnis. Cluster eins (inklusive Haupt- und Kontrolllauf) und zwei simulieren steigenden Luftdruck für Deutschland. Cluster drei und vier (zusammen 19 Member) setzen hingegen auf Trog oder Trogvorderseite.
Die Ensembles sind wie auch gestern schon recht eng beieinander und simulieren einen leichten und stetigen Rückgang sowohl in Temperatur als auch in Geopotenzial. Beim Niederschlag gibt es nach längerer Trockenheit über den gesamten Mittelfristzeitraum Ausschläge, die jedoch großen Schwankungen unterliegen.
Die Ensembles anderer Modelle sind grundsätzlich ähnlich. Beim GFS fällt die Unsicherheit von Haupt- und Kontrolllauf im Norden Deutschlands zum Ende der kommenden Woche auf. Der zeitliche Rahmen der Tröge/Fronten scheint noch ungewiss. ICON hat den abnehmenden Trend von Temperatur und Druck ebenfalls drin, allerdings zeitliche Verzögerungen beim Niederschlag.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
In der Mittelfrist gibt es keine signifikanten Wettererscheinungen. Die Gewitterneigung steigt zwar leicht an, markante Warnungen sind aber unwahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, MOS-IFS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jacqueline Kernn





