Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 22.08.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Zunehmender Hochdruckeinfluss, im Nordosten am Sonntag aber noch Schauer und Gewitter. An den Küsten anfangs windig.
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Aktuell ... befindet sich Deutschland noch im Einflussbereich eines Trogs, der sich vom Nordmeer und Skandinavien bis nach Deutschland und Polen erstreckt. An seiner westlichen Flanke hat sich in Verlängerung über die Britischen Inseln ein Höhentief nordwestlich der Iberischen Halbinsel abgespalten. Mit dem Trog ist Bodentief PRISKA mit Zentrum über Estland verbunden. Die Ausläufer des Tiefs haben Deutschland bereits überquert, rückseitig strömt aus Nordwesten kühle Meeresluft (mP) mit T850 hPa von 4 bis 9 Grad ein. Mit dem Trog bzw. darin ablaufenden Randtrögen haben sich tagsüber Schauer und Gewitter gebildet, die sich in den Nachtstunden zu den Küsten zurückziehen. In der zweiten Nachthälfte erhalten sie dann allerdings Unterstützung von einem innerhalb des Troges zum Skagerrak driftenden Höhentief. Im Binnenland reicht die lokal vorhandene PVA dagegen nicht aus, um den fehlenden Tagesgang auszugleichen, sodass keine weitere Konvektion generiert wird.
Darüber hinaus zeigt der Trog im Nachtverlauf eine langsame Nordostprogression. Bodennah kann sich dadurch ein Keil des Hochs STEFFEN mit Schwerpunkt über den Britischen Inseln in den Südwesten Deutschlands vorschieben. Damit sind einige Auflockerungen zu erwarten.
In der frischen Meeresluft sinkt die Temperatur auf 12 bis 6 Grad, an den Küsten bleibt es etwas milder. Da die Luft noch nicht gänzlich abtrocknet, bildet sich bei meist nur schwacher Luftbewegung in der Mitte und im Süden lokal Nebel. Im nördlichen Tiefland weht der West- bis Südwestwind teils mäßig, an den Küsten auch frisch und in Böen steif bis 60 km/h (Bft 7), exponiert vereinzelt stürmisch um 65 km/h (Bft 8).
Sonntag ... zieht das im Trog eingelagerte Höhentief vom Skagerrak in die zentrale Ostsee und beeinflusst dadurch den Norden und Nordosten Deutschlands. Dort kommt es folglich zu konvektiven Umlagerungen, die sich etwa bis auf eine Linie Niederrhein - Harz - Lausitz ausbreiten. Im Binnenland wirkt bereits der Keil dagegen, womit es nur lokal vom Norden bis in die Mitte schwache Schauer gibt. Anders sieht es zur Ostsee hin aus. Zum einen ist das Höhentief näher, zum anderen hilft aber auch das noch warme Meer bei der Konvektion. So können bei 100 bis 300 J/kg ML-CAPE und PPWs von 15 bis 25 mm Gewitter auftreten, die stellenweise Starkregen über 15 l/qm in kurzer Zeit oder steife bis stürmische Böen bis 65 km/h (Bft 8) bringen.
In der Landesmitte und im Süden wird der Keil von einem sich über dem westlichen Frankreich aufwölbenden Rücken gekräftigt, sodass der Hochdruckeinfluss sich weiter verstärkt. Damit trocknet die Luftmasse zusehends ab und die Sonnenscheinanteile nehmen bei harmloser Quellbewölkung, die bis in etwa 700 oder 800 hPa bis zur Inversion reicht, zu (50-80% relative Sonnenscheindauer. Der Wind weht allgemein schwach bis mäßig, im Norden und Nordosten teils frisch. An den Küsten sind weiterhin steife Böen bis 60 km/h dabei, die Gefahr für stürmische Böen lässt aber bereits nach.
Die Temperaturen steigen auf 18 Grad im Norden und bis 25 Grad im Südwesten, im Bergland werden 15 bis 20 Grad erreicht.
In der Nacht zum Montag wölbt sich der Rücken noch ein wenig zu den Britischen Inseln und in die westliche Nordsee auf und drängt den Trog mit inbegriffenen Höhentief allmählich nach Osten ab. Bodenhoch STEFFEN verlagert seinen Schwerpunkt damit in Richtung nördliche Nordsee und der Keil weitet sich bis ins östliche Mitteleuropa aus. Schauer und Gewitter ziehen sich entsprechend in den Nordosten zurück, in der zweiten Nachthälfte lassen sie weitgehend nach. Dann kommt es auch dort zu Auflockerungen.
Ansonsten ist es unter Hochdruckeinfluss locker bewölkt oder klar, vereinzelt bildet sich Nebel.
Im Süden kann sich allerdings allmählich wieder etwas feuchtere Luft ausbreiten, die mit Ausläufern eines Tiefs mit Zentrum westlich der Iberischen Halbinsel über die Alpen nach Deutschland gelangt. Niederschläge sind aber noch nicht dabei.
Der Wind weht nur schwach aus unterschiedlichen Richtungen, an der See teils mäßig, anfangs noch mit letzten starken Böen aus West bis Nordwest. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 12 und 6, im Bergland bis 4 Grad. In höchsten Lagen ist vereinzelt Frost in Bodennähe möglich. An der See bleibt es dagegen ein wenig milder.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... Der neueste Modelllauf von ICON13 von 12 UTC kann im Vergleich zur Frühübersicht keine neuen Erkenntnisse beisteuern. So gibt es meist einen heiteren Tag bei Höchsttemperaturen von 20 bis 28 Grad. Auch die Schauer und Gewitter in der Nacht zum Dienstag im äußersten Südwesten werden bestätigt. Die Temperaturen sinken dann auf 16 Grad unter Wolken im Südwesten bis 8 Grad bei geringer Bewölkung im Nordosten.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren sehr ähnlich, sodass die Vorhersage auf gesundem Fundament steht.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 22.08.2026 um 10.30 UTC
Dienstag teils wechselhaft, teils sonnig und trocken. Mittwoch und Donnerstag sommerlich warm, regional mit Schauern und Gewittern. Ab Donnerstagnachmittag von Westen her Kaltfront, verbreitet Gewitter, nachfolgend weniger warm und wechselhafter.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 29.08.2026
Dienstag ... der Beginn der Mittelfrist ist gekennzeichnet durch eine Omegastruktur im Geopotentialfeld mit Schwerpunkt über dem südlichen Skandinavien. Dadurch wird weiterhin das umfangreiche Bodenhoch über Nordeuropa gestützt. Seine Einflüsse reichen aber nur noch in die Nordosthälfte Deutschlands, denn das Wetter in der anderen Hälfte des Landes wird durch einen nun von fast allen Modellen (aber noch in unterschiedlicher Stärke) gezeigten Randtrog geprägt. Dieser passiert die Südflanke des Höhenhochs im Tages- und Nachtverlauf über die Mitte Deutschlands hinweg von West nach Ost und verliert dabei langsam an Kontur. Damit steht im Westen, Südwesten und Süden des Landes ein durch Schauer und einzelne Gewitter geprägter Tag bevor, während sonst häufig die Sonne scheint und es trocken bleibt. Das Temperaturniveau reicht von 21 bis 27 Grad.
Mittwoch ... stärkt sich der Höhenrücken von Süden her wieder, allerdings bleiben kurzwellige Anteile in der Nordwesthälfte des Landes deutlich erkennbar. Darauf reagieren nun die Modelle dort mit mehr Schauern und Gewittern als noch am Vortag simuliert. Am defensivsten ist die ICON-Kette aufgestellt, damit steht diese aber relativ alleine da. Diese Passivität hinsichtlich der Niederschläge reicht bis in die Nacht zum Donnerstag hinein. Mit der advehierten Mittelmeerluft wird es nochmal sommerlich warm, am Oberrhein ist der eine oder andere "30-er" möglich. Dazu ist es abseits des Westens und Teilen der Mitte häufig sonnig.
Donnerstag ... rückt das nunmehr abgetropfte atlantische Höhentief weiter ostwärts vor. Damit steilt die südliche Höhenströmung weiter auf und es gelangt nochmals etwas wärmere Meeresluft ins Bundesgebiet. Nach IFS überquert sogar die 23-Grad-Isotherme den Alpenrand knapp. Die anderen Modelle sind diesbezüglich defensiver. Damit sind im Süden etwas häufiger Höchstwerte über 30 Grad als am Vortag möglich. Die nachfolgende Kaltfront wird von IFS zeitlich weniger offensiv gerechnet als im Rest der Modellwelt. Damit wird dessen Lösung erstmal nicht stark propagiert, sondern in der Mittelfristprognose eher auf ICON, GFS und UK10 gesetzt. Diese simulieren zum Abend im Westen eine ausgeprägt Gewitterlage, die sich in der Nacht zum Freitag ostwärts ausweitet. Der äußerste Osten und Südosten wird aber während der Nacht noch nicht erreicht - dort bleibt es trocken.
Freitag und Samstag ... greift das Cut-Off-Tief auf Westeuropa über und weitet seinen Einfluss zunehmend auf Mitteleuropa aus. Damit wird ein wechselhafter und weniger warmer Witterungsabschnitt eingeleitet. Die regionale Verteilung der Niederschläge ist dabei wegen kurzwelliger Anteile aber noch ziemlich unsicher.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die letzten Modellläufe von IFS sind bei den großskaligen Strukturen ziemlich konsistent. Im Detail wird der Randtrog am Dienstag nun etwas stärker simuliert als beim gestrigen 00-Lauf (bereits im 12Z-Lauf angedeutet). Auch die Zyklonalität im Nordwesten am Mittwoch wird nun etwas offensiver propagiert. Die Passage der Kaltfront ab Donnerstagnachmittag wird allerdings wegen der leicht westlicheren Position des Höhentiefs nun von Lauf zu Lauf verzögert. Dies ist die markanteste Abweichung zu den anderen Modellgruppen und muss daher mit erhöhten Unsicherheiten beschrieben werden.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Unterschiede wurden bereits im Haupttext angesprochen, wobei das Hauptaugenmerk auf den zeitlichen Ablauf der Kaltfrontpassage gelegt werden sollte. In den Vorhersagetexten wird die langsamere IFS-Lösung etwas hinter die offensiveren Modelle zurückgestellt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
EPS:
Die Rauchfahnen für unterschiedliche deutsche Städte stützen im Wesentlichen die deterministischen Aussagen. Der Einfluss des Randtroges ist im Geopotentialverlauf sehr schön zu erkennen und führt in der Südwesthälfte zu entsprechenden Niederschlagssignalen. Anschließend steigt das Potential stetig an und erreicht am Donnerstag das Maximum, bevor durch das Cut-Off-Tief ein rasanter Abfall folgt. Besonders markant ist dieser "Absturz" beim Temperaturverlauf in 850 hPa zu erkennen: Im Süden geht die Luftmassentemperatur mit Kaltfrontdurchgang innerhalb weniger Stunden von knapp 24 Grad auf 13 Grad zurück, sonst werden die Werte bereits einstellig. Der nachfolgende Tiefdruckeinfluss führt zudem am Freitag und Samstag regional zu Niederschlagssignalen, bevor das Potential ab Sonntag wieder steigt.
CLUSTER:
+120...+168h: Es werden vier Cluster gerechnet, wobei C1 mit 24 Membern eindeutig dominant ist. Die weiteren Cluster sind annähernd gleichverteilt. Zugeordnet werden die Strömungsmuster "Blocking" oder "negative NAO". Große Unterschiede lassen sich für Mitteleuropa nicht ableiten, unser Wettergeschehen wird durch das abgetropfte Höhentief bestimmt. Hier gibt es allerdings kleine Unterschiede hinsichtlich seiner genauen Lage, die wahrscheinlich noch mehrere Läufe bestehen bleiben werden.
+192...+240h: Die Clusteranzahl verringert sich auf drei, wobei C1 wieder fast die Hälfte der Member umfasst. Dominant ist eindeutig "negative NAO". C1 propagiert zu Wochenbeginn eine flache positive Potentialanomalie, die sich am Dienstag über dem westlichen Mittelmeerraum und dem Alpenraum aufbaut. Bei C3 ist diese etwas ostwärts verschoben, C2 zeigt einen etwas progressiveren Randtrog. Es könnte daher übernächste Woche auf einen etwas wechselhafteren Norden und stärkeren Hochdruckeinfluss im Süden hinauslaufen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
Am Dienstag im Westen, Südwesten und Süden einzelne starke Gewitter mit Starkregen und kleinkörnigem Hagel sowie stürmischen Böen.
Am Mittwoch einzelne starke Gewitter mit ähnlichen Begleiterscheinungen über dem Nordwesten und Teilen der Mitte.
Ab Donnerstagnachmittag von Westen her vermehrt starke Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. In der Nacht ostwärts ausweitend. Unwetter durch heftigen Starkregen, schwere Sturmböen und Hagel regional wahrscheinlich.
Basis für Mittelfristvorhersage
ICON und IFS inkl. EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Mag.rer.nat. Florian Bilgeri





