Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 22.03.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Brücke Mitteleuropa (BM)
Ruhiges und vielfach sonniges Frühlingswetter. Kommende Nacht allerdings verbreitet leichter, lokal vielleicht auch mäßiger Frost. Zur Wochenmitte und damit zum Übergang in die Mittelfrist markante Wetterumstellung!
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Sonntag... dominiert Hochdruckeinfluss am Randbereich einer High-over-Low Lage mit den Protagonisten einer zonal langgestreckten Antizyklone mit Schwerpunkt über dem Baltikum und einem südwestwärts abgezogenen Höhentiefkomplex über den Westalpen und Oberitalien. Über dem nahen Ostatlantik schließt sich ein weiteres mächtiges Höhenhoch an mit für die Jahreszeit ungewöhnlich milden Temperaturen nahe -10°C in 500 hPa nicht nur entlang des 40. Breitengrades, sondern sogar nordwärts bis zu den Grand Banks bis nahe 50°N ausgreifend. Es ist gewissermaßen der zweite kräftige Wellenscheitel nach der Hitzeglocke über dem Südwesten der USA, der bereits massenweise Rekorde und Temperaturen jenseits der 40°C schon im März produziert hat.
Doch zurück nach Deutschland, wo es in Süddeutschland noch am wettertechnisch am interessantesten bleibt. Nach Abzug des Höhentiefs und westwärts wegschwenkenden Randtroges glättet die östliche Höhenströmung einmal durch, bevor (und man erkennt es bereits im Remote Sensing) von Österreich und dem Böhmischen Becken her ein weiterer, aber deutlich flacherer Randtrog auf Bayern - ja, in der Höhe sogar bis nach Mecklenburg-Vorpommern aus Osten übergreift. Die Luftmasse ist im Osten und Nordosten punktuell leidlich, im Süden des Landes noch recht ansehnlich labil geschichtet. Und doch macht das Entrainment trockener Luft aus Osten dermaßen Fortschritte (Taupunkte östlich der Elbe heute Morgen schon bis -4°C), dass nicht nur der Hochnebel über Schwaben und der anfängliche Nebel in Teilen Schleswig-Holsteins rasch aufgelöst werden, auch hinsichtlich konvektiver Umlagerungen sollte heute nicht mehr allzu viel gehen. Die Auslösetemperaturen zwischen 8 und 14°C sind in der Südhälfte Deutschlands bis zum Mittag vielfach erreicht, ML CAPE wird aber bei den trockenen Einschüben kaum noch generiert. Am wahrscheinlichsten ist ein lokaler kurzer Schauer noch über den östlichen Mittelgebirgen (insbesondere Bayerischer Wald), an den Alpen und über dem Schwarzwald. Die Schneefallgrenze liegt dabei jenseits von 1500 m.
Durch die leicht föhnige Überströmung der Alpen wird der Leetrog im Tagesverlauf noch etwas ausgepumpt, was zusätzlich zur tagesgangbedingten Durchmischung vom Fichtelgebirge bis nach Niederbayern zeitweise für Böen bis 60 km/h aus Ost reicht. Auf den Gipfeln sind bei Höhenwinden in 850 hPa um 35 Knoten auch mal stürmische Böen um 70 km/h mit dabei.
Sonst scheint verbreitet die Sonne und die trockene Luftmasse packt die im Frühjahr gewohnt großen Tagesgänge aus. Nach vielfach leichtem Frost in de Osthälfte heute Morgen sind am Nachmittag verbreitet 13 bis 17°C drin. In Hochlagen sowie an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind bleibt es teilweise bei einstelligen Temperaturen.
In der Nacht zum Montag greift ein sich amplifizierender Trog aus der weit im Norden verlaufenden Frontalzone von der Norwegischen See auf Skandinavien über. Dem Trog antriebslos und weit vorgelagert ist eine schwache Kaltfront, die zum Morgen aus Nordwesten die Deutsche Bucht erreicht. Präfrontaler schwacher Druckfall sorgt für eine minimale Schwachstelle der Hochdruckbrücke, die weite Teile Osteuropas bis zu den Britischen Inseln und Azoren umspannt.
Außer ein paar hohen/mittelhohen Wolkenfeldern ausgangs der Nacht im Nordwesten, die die Frostgefahr und ohnehin nur geringe Nebelneigung zusätzlich hemmen, ist aber nix zu wollen. In der kontinental geprägten Luftmasse geht es bei idealen Ausstrahlungsbedingungen (verbreitet windstill und klar) aber bei den Temperaturen ordentlich in den Keller. Mos-Mix macht bei -4°C Stopp, aber man kann sich durchaus vorstellen, dass exponierte Kältelöcher auch in den mäßigen Frostbereich rutschen (Barth, Faßberg, Sohland/Spree, Gilserberg-Moischeid, Nürnberg-Netzstall u.v.m.). Die Nebelneigung ist nur gering, in der Regel wird es sich auf flache Nebelbänke über Wiesen und entlang der Flusstäler beschränken.
Montag... verabschiedet sich die Antizyklone über dem Baltikum ostwärts und gibt den Staffelstab quasi nahtlos an seinen Kompagnon über dem Atlantik weiter, dessen Keilachse sich von der Bretagne bis nach Mitteleuropa erstreckt. In Namen der Berliner Wetterkarte übersetzt bedeutet das: "Norbert" ersetzt "Max". So ganz reibungslos funktioniert das aber nicht. Der Staffelstab fällt zwar nicht runter, es muss aber nochmal nachgegriffen werden, um im Bilde der Leichtathletik zu bleiben.
So ist der Himmel landesweit betrachtet nicht mehr ganz so blankgeputzt wie noch am Vortag, was mehrere Gründe hat. Zum einen sei da die bereits erwähnte Kaltfront zu nennen, die sich zwar auf die Keilachse zusteuernd beginnt aufzulösen, dem Nordwesten mitunter kompaktere Wolkenfelder in sämtlichen Niveaus beschert. Dazwischen schafft es die Sonne aber wiederholt, sich durchzukämpfen. Zum anderen ist da die Drehung der bodennahen Strömung auf Nord bis Nordwest, womit wie so oft auch niedertroposphärisch die Luftsäule etwas angefeuchtet wird. Das passiert vor allem im Grenzschichtniveau, was doch die ein oder andere Quellungen (vor allem über dem Bergland initiiert) auslöst, die sich dann unterhalb der Inversion bei rund 2 km gerade zum Abend hin etwas ausbreiten können. Ein latentes Schauerrisiko mit Spuren von CAPE ist noch immer vom Südschwarzwald und Hochrhein bis ins Alpenvorland vorhanden, meist bleibt es aber trocken. Unterm Strich steht demnach noch immer ein sehr freundlicher Tag mit hohen Sonnenanteilen ins Haus.
Die Lage ist weiterhin von großen Tagesgängen der Temperatur gekennzeichnet, der Griff zum Zwiebellook mit Entledigung der wärmeren Kleidungsschichten bis zum Nachmittag ist weiterhin das Mittel der Wahl. Erneut werden verbreitet 14 bis 18°C angepeilt, im Bergland und flächendeckend an der See bleibt es bei rund 10°C kühler. Der Wind spielt warntechnisch keine Rolle mehr.
In der Nacht zum Dienstag rutscht die Keilachse ein Stück weiter nach Süden, die Frontalzone beginnt sich ihren Weg südwärts zu bahnen. Den Grundstein liefert ein markanter Kurzwellentrog westlich von Irland, der in einem hochbaroklinen Umfeld zunehmende Schnittflächen zwischen Isohypsen und Isothermen ausbildet. Die Warmfront eines Sturmtiefs mit Kerndruck um 960 hPa dicht östlich von Island erreicht im Laufe der Nacht die Deutsche Bucht. Schwache, in Küstennähe mäßige WLA erfasst die gesamte Nordhälfte Deutschlands und es breitet sich kompakte mehrschichtige Bewölkung aus, deren Untergrenzen immer mehr absinken, meist aber noch in mittleren Niveaus verbleiben. Mit nennenswerten Regenfällen ist bis zum Morgen noch nicht zu rechnen.
Gleichzeitig dreht der Wind im Vorfeld rück auf Südwest und frischt im Nordwesten allmählich auf (noch nicht warnwürdig). Allesamt Faktoren, die die Frostgefahr erheblich dämpfen, so dass "nur" noch - grob gesprochen - die Südosthälfte betroffen ist, wo die Bewölkung noch dünner und bezüglich der Untergrenzen höher ausfällt. Die Nebelneigung bleibt aber auch dort vergleichsweise gering.
Dienstag... bricht der bereits erwähnte markante Randtrog südwärts zu den Britischen Inseln aus, wodurch die Strömung im Vorfeld bei uns nochmal leicht auf West bis Südwest in der Höhe aufsteilen kann. Die Warmfront des Sturmtiefs "Livia" streift uns dadurch nur im Norden. Die nachfolgende Kaltfront bildet eine Welle aus, die zum Abend die Doggerbank erreicht.
Somit bleibt dieser Übergangstag, der eine deutlich wechselhaftere, windige und kühle Witterung in der Mittelfrist einleitet noch vergleichsweise unspektakulär mit gelegentlichen leichten Regenfällen in Küstennähe. Sonst bleibt uns die teils mehrschichtige hohe und mittelhohe Bewölkung erhalten, die vor allem südlich von Main und Mosel in der Nähe zum Hoch über dem Alpenraum löchrig daherkommt und noch reichlich Sonnenschein zulässt.
Im Warmsektor gelangt mit der auffrischenden südwestlichen Strömung niedertroposphärisch nochmal ein Schwall etwas milderer, gealterter Meeresluft (xSp) zu uns, in der 15 bis 19°C, lokal vielleicht auch 20°C möglich sind. Unter den Wolken im Norden bleibt es mit 8 bis 14°C kühler. Der Wind reißt von der Nordsee bis zum Münsterland und am Nordrand der Eifel gebietsweise in Böen schon die Bft 7.
In der Nacht zum Mittwoch amplifiziert sich der Trog weiter und stößt nach Nordfrankreich und Benelux vor. Er ist mit massiver Höhenkaltluft verbreitet unter -35°C angereichert. Die angesprochene Welle zieht auf der Trogvorderseite nordostwärts und biegt zum Oslofjord ab. Im Gegenzug stößt die rückseitige Kaltfront bis nach Paris und zur südlichen Biskaya vor und erreicht damit hierzulande nach dem Norden und Westen bis zum Morgen auch die Landesmitte mit schauerartigen Regenfällen. Dabei fallen lokal 5 bis 10 l/qm binnen weniger Stunden.
Gemeinsam mit dem stationären steuernden Tief südwestlich der Lofoten etabliert sich eine stramme nördliche Strömung, die von der Framstraße bis zu den Britischen Inseln reicht und Luftmassen arktischen Ursprungs (mit entsprechender Modifizierung bis sie uns erreichen) anzapfen. Als ersten "Vorgeschmack" gehen die Temperaturen in 850 hPa postfrontal zunächst erst einmal auf 0 bis -3°C zurück. Auf dem Kahlen Asten und dem Brocken wird sich somit bei Erreichen der Niederschläge rasch Schnee beimischen.
Weitaus entscheidender für das Warnmanagement ist jedoch der Wind, der mit Frontpassage Sturmböen (Bft 8, vereinzelt 9) bis ins Flachland bringt. Am Mittwoch selbst ist davon nahezu das gesamte Land betroffen und viele werden sich nach diesem Frühlingsauftakt verwundert die Augen reiben und nochmal in den tiefsten Herbst zurückkatapultiert fühlen.
Modellvergleich und -einschätzung
Nennenswerte Modellunterschiede sind nicht auszumachen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 22.03.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft und zeitweise sehr windig, bei Gewittern und exponiert (schwere) Sturmböen. Im Bergland, teils bis in mittlere Lagen Schneefall. Häufig leichter Nachtfrost. Zum Wochenende eventuell leichte Wetterberuhigung.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 29.03.2026
Insgesamt dominiert voraussichtlich zyklonal geprägt Witterung mit zeitweiligen Niederschlägen bei gedämpftem Temperaturniveau, so dass im Bergland zeitweise Schnee fällt und Nachtfrost weiterhin ein Thema ist. Ab dem kommenden Wochenende Chancen auf Wetterberuhigung von Westen, wie verbreitet und nachhaltig diese ist, ist aber noch unsicher.
Zu Beginn der Mittelfrist am Mittwoch greift ein sich weiter amplifizierender Langwellentrog von Westen auf Deutschland über. Dieser ist mit markanter Höhenkaltluft gefüllt. Dabei überquert uns das Frontensystem eines Tiefdruckgebietes mit Kern über Südskandinavien. Niederschläge breiten sich von Nordwest nach Südost aus. Die zunehmende Labilisierung im Trogbereich sorgt für den zunehmenden Übergang in Schauer, auch Gewitter treten dabei auf. Die Strömung dreht zunehmend auf West bis Nordwesten, so dass zunehmend eine subpolare Luftmasse einsickern kann. Die Temperaturen in 850 hPa fallen recht rasch auf 0 bis -5 Grad. Damit sinkt die Schneefallgrenze, im Bergland oberhalb etwa 400 bis 600 m fällt eist Schnee, in Schauern/Gewittern teils auch noch etwas darunter. Vor allem im Bergland kann sich daher eine dünne Schneedecke akkumulieren. Im Tagesverlauf erreicht die Front auch den Alpenrand, dort setzen dann zunächst eher leichte, aber anhaltende Schneefälle ein. Auf der Südflanke des Skandinavientiefs nimmt der Gradient bereits im Laufe der Nacht zum Mittwoch zu, am Mittwoch selbst werden recht verbreitet stürmische Böen, gebietsweise Sturmböen (Bft 8 bis 9) erwartet. Insbesondere bei Frontdurchgang und rückseitig in der labilen, höhenkalten Luftmasse treten wiederholt Sturmböen, exponiert und bei Gewittern teils auch schwere Sturmböen (Bft 10) auf. In der Nacht zum Donnerstag fächert der Gradient wieder auf.
Am Donnerstag liegt der Höhentrog mit seiner Achse von Nord nach Süd über der Mitte des Landes, streckt sich weiter nach Süden und tropft allmählich Richtung Adria/Balkan ab. Über Deutschland dominiert weiter die Höhenkaltluft, kurzwellige Troganteile können für Hebung sorgen. Daher treten im Tagesverlauf weiter Schauer auf, die in mittleren bi höheren Lagen in Form von Schnee fallen. Die 850 hPa-Temperaturen liegen meist zwischen -4 und -7 Grad. Vereinzelt Gewitter. Am Alpenrand halten in der nördlichen Anströmung die Niederschläge, genauer Schneefälle, staubedingt an. Gebietsweise können daher auch markante Neuschneemengen erreicht werden. Im Norden/Nordwesten ist der Gradient noch stärker, dort lebt der Nordwestwind im Tagesverlauf erneut stark bis stürmisch auf, insbesondere auf der Nordsee und in deren Umfeld sorgt ein recht großer Fetch für stürmische Böen oder auch Sturmböen (Bft 8 bis 9). Mit dem Abtropfen des Troges ergibt sich ein Bereich höheren Geopotenzials über der Mitte des Landes, auch der Bodendruck steigt von Westen/Südwesten etwas an. Insgesamt lassen die Niederschläge daher nach, vor allem am Alpenrand dauern sie in Form von Schneefall aber weiterhin an.
Am Freitag liegt über der Mitte und dem Norden eher die Geopotenzialbrücke zwischen dem Cut-off-Tief über Südosteuropa, das seinen Einfluss auf den Süden und Osten des Landes aber voraussichtlich behält, und dem nordostwärts abziehenden Trogresiduum im Norden. Am Boden steigt der Luftdruck ebenfalls. Die Schauertätigkeit geht vor allem in der Mitte und im Norden daher gegenüber den Vortagen zurück, einzelne Schauer sind aber nicht ausgeschlossen. Anders sieht es vor allem am Alpenrand aus. Dort kann das Höhentief südlich von uns weiterhin für Hebungsantriebe sorgen. Zusammen mit der bodennah nördlichen Anströmung setzen sich die Niederschläge/Schneefälle fort. An den Alpen sind damit weitere Zentimeter Neuschnee zu erwarten, teils sind auch markante Mengen nicht ausgeschlossen. In der Nacht zum Samstag verlagert sich das Südosteuropa-Höhentief etwas nach Osten, damit konzentrieren sich die Niederschläge am Alpenrand zunehmend auf die östlichen Bereiche und klingen von Westen allmählich ab. Im Rest des Landes lässt der Zwischenhocheinfluss bereits wieder nach. Von Westen greift ein kurzwelligerer Trog über. Damit einhergehend erreicht uns von Westen ab dem Abend auch ein okkludierendes Frontensystem mit Regen, im Bergland Schnee, und breitet sich etwa bis zur Mitte aus. Die Temperaturen in 850 hPa steigen nachts leicht an, auf Werte um -3 Grad. Damit steigt auch die Schneefallgrenze im Westen etwas an.
Am Samstag verlagert sich der Trog knapp westlich von uns kaum noch, sondern tropft in Richtung Südfrankreich/Pyrenäen ab. Die okkludierende Front liegt über der Westhälfte, zeitweise fällt etwas Regen, im höheren Bergland Schnee. Am östlichen Alpenrand reicht wohl der Einfluss des Höhentiefs über Südosteuropa oder eines umlaufenden Kurzwellenanteils noch aus, um weiterhin noch für leichte Niederschläge, häufig Schnee (850 hPa-Temperaturen weiter bei Werten um -5 bis -6 Grad), zu sorgen. In den übrigen Landesteilen, vor allem im Osten/Nordosten, überwiegt voraussichtlich kompensatorisches Absinken, es bleibt weitgehend trocken. Im späteren Tagesverlauf und in der Nacht steigt insgesamt der Luftdruck und das Geopotenzial von Westen etwas an, so dass die Niederschläge über den westlichen Landesteilen eher nachlassen.
Am Sonntag verlagert sich das Höhentief über Südfrankreich weiter ins westliche Mittelmeer und nimmt Kontakt zum Höhentief über Südosteuropa auf. Über Deutschland wird die Geopotenzialbrücke gestärkt, der Bodendruck nimmt von Südwesten ebenfalls noch etwas zu. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass vor allem im Osten/Südosten noch leichte Niederschläge im Zusammenhang mit Höhentiefkomplex auftreten. Insgesamt sollte aber ruhiges und weitgehend störungsfreies Wetter vorherrschen. In der Nacht zum Montag deutet sich aber bereits ein weiteres Frontensystem im Nordwesten an, der korrespondierende Bodentief lieg allerdings voraussichtlich recht weit nördlich über der Nordsee, auch der Höhentrog zieht eher über der nördlichen Nordsee ostwärts, so dass unter dem leicht höheren Druck die Wetterwirksamkeit für Deutschland eher schwach aussieht. Nach Norden hin sind leichte Niederschläge zu erwarten, sonst bleibt es voraussichtlich noch trocken. Am östlichen Alpenrand sin nach wie vor leichte Stauniederschläge (Schnee) möglich. Dort hält die leichte Gegenstromsituation zwischen einer nördlichen/nordwestlichen Bodenströmung und einer vom Höhentief über Südosteuropa ausgehenden südöstlichen Höhenströmung an.
In der erweiterten Mittelfrist ab Montag in der Osterwoche sind die Unsicherheiten recht groß: Der aktuellste IFS-Lauf belässt die Hochdruckzone deutlich weiter westlichen und ist für unser Vorhersagegebiet zyklonaler und unbeständiger aufgestellt. Voraussichtlich leicht ansteigendes Temperaturniveau. Die Vorläufe beließen die Frontalzone deutlich weiter nördlich und zeigten damit für Deutschland noch auf hochdruckdominiertes und damit niederschlagsfreies Wetter.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe ist zunächst gut und weist nur geringe Unterschiede in der genauen Ausgestaltung der Trog-Keil-Strukturen auf. Das Wetter gestaltet sich wechselhaft. Die Unsicherheiten nehmen ab Freitag zu und damit die Konsistenz ab. Tendenziell deutet sich dann zwar von Westen eher zunehmender Bodendruck und zunehmendes Geopotenzial an, ob diese aber in allen Landesteilen für Wetterberuhigung sorgen können, ist noch unsicher: Der aktuellste IFS-Lauf zeigt hier das Übergreifen eines Frontensystems mit Niederschlägen wohingegen die Vorläufe die Frontalzone deutlich weiter nördlich beließen und damit für Deutschland noch auf hochdruckdominiertes und damit niederschlagsfreies Wetter gesetzt haben.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Andere Globalmodelle zeigen zu Beginn der Mittelfrist ein recht ähnliches Bild mit geringen Abweichungen in Timing und Amplitude. Die Unterschiede nehmen im Verlauf des Freitages zu. Prinzipiell gehen die anderen Globalmodelle wie ICON und GFS aber ebenfalls eher in die Richtung es aktuellsten IFS-Laufes. Der Luftdruckanstieg und damit die Wetterberuhigung greift nicht ausreichend auf unser Vorhersagegebiet über, das Wettergeschehen bleibt eher zyklonal geprägt mit weiteren Niederschlägen. In einer überwiegend nördlichen bis nordwestlichen Strömung bleibt das Temperaturniveau eher gedämpft.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS-Ensemble zeigt für den ersten Zeitraum von Mittwoch 00 UTC bis Donnerstag 00 UTC (+72 bis +96 h) drei Cluster mit 22, 19 und 10 Membern, Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 2. Das Regime wechselt bei allen von NAO positiv zu Atlantischer Rücken. Für unseren Vorhersageraum ergeben sich bei der Geopotenzialverteilung kaum prognoserelevante Unterschiede. Der Trog dominiert das Wettergeschehen. Für den Folgezeitraum von Freitag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+120 bis +168 h) werden sechse Cluster angeboten (18, 8,8,6,6 bzw. 5 Member), Haupt- und Kontrolllauf sind im Cluster 1 zu finden. Es überwiegt der Umbau des Regimes zum Blocking, da aber doch häufig unseren Vorhersagebereich nur streift. Der Süden bleibt bei eigentlich allen Lösungen eher im Einflussbereich des Höhentiefkomplexes über Südeuropa. Der Norden liegt meist im Randbereich höheren Geopotenzials das sich vom Atlantik über Skandinavien n Richtung Nordwestrussland erstreckt. Cluster 2 (8 Member) zeigt eine insgesamt zyklonale Variante mit trog über Mitteleuropa und weicht dabei grundlegend von allen anderen Clustern ab.
Auch die Rauchfahnen zeigen den überwiegend zyklonalen Einfluss und die deutlich zunehmenden Unsicherheiten ab Freitag. Der Spread des Geopotenzials nimmt deutlich zu und steigt im Mittelfristverlauf tendenziell leicht an. Die Temperaturen bleiben über die gesamte Mittelfrist in einem recht ähnlichen Niveau, der Spread bleibt relativ gering und nimmt erst zur erweiterten Mittelfrist am Montag stärker zu. Es gibt eigentlich über die gesamte Mittelfrist Niederschlagssignale mit Peak zu Beginn am Mittwoch/Donnerstag. Auch in der erweiterten Mittelfrist sind einige Niederschlagssignale vorhanden, die Spannbreite wird größere, Ausreißer nach oben sind mindestens in einzelnen Membern weiter vorhanden und nach Süden hin etwas zahlreicher als im Norden.
Fazit:
Insgesamt sehr wahrscheinlich relativ unbeständigen, Niederschlagsschwerpunkt vor allem zu Beginn der Mittelfrist, nachfolgend aber wahrscheinlich auch weitere, wenngleich auch nicht ganz so verbreitete Niederschläge. Mittwoch deutlicher Temperaturrückgang, dann eher gedämpftes Temperaturniveau, erst in der Mittelfrist leicht ansteigend.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND/STURM:
Am Mittwoch lebt der auf West bis Nordwest drehende Wind in Böen stark bis stürmisch (Bft 7 bis 8) auf, vor allem im Bergland und im Nordseeumfeld sowie bei Schauern und lokalen Gewittern muss mit Sturmböen (Bft 9) gerechnet werden. In exponierten Lagen können einzelne schwere Sturmböen (Bft 10) nicht ganz ausgeschlossen werden.
Am Donnerstag im Norden zeit- und gebietsweise Windböen (Bft 7), vor allem an exponierten Küstenabschnitten und insbesondere auf der Nordsee und in deren Umfeld stürmische Böen (Bft 8) aus Nordwest.
GEWITTER:
Am Mittwoch Übergang der Niederschläge zunehmend in Schauer, dabei dann auch örtlich Gewitter. Dabei vor allem auch Gefahr von Sturmböen (Bft 9). Auch am Donnerstag lokal Gewitter.
REGEN/SCHNEE:
Die Niederschläge fallen gebietsweise stärker aus, insbesondere in Nordweststaulagen der westlichen und zentralen Mittelgebirge (vor allem am Mittwoch, nachlassend am Donnerstag) und an den Alpen (geringe EFI-Signale am Mittwoch, Donnerstag zunehmend, Freitag auf den östlichen Alpenrand zurückziehend und nachfolgend abklingend). Aktuell deutet sich dabei aber keine hydrologische Relevanz, also keine Überschreitung von Dauerregenwarnschwellen an.
Das liegt auch daran, dass ein Teil dieser Niederschläge oberhalb etwa 400 bis 600 m als Schnee fällt, in Schauern teils auch etwas darunter. Dabei werden überwiegend leichte Schneefälle zu erwarten sein, am Alpenrand sind im Zeitraum von Mittwochabend bis in den Freitag/Nacht zum Samstag hinein gebietsweise auch markante Neuschneemengen nicht ausgeschlossen.
FROST:
Nachts muss recht verbreitet weiterhin mit leichtem Frost gerechnet werden, lediglich im Westen und Nordwesten bleibt es teils frostfrei. Darauf deutet auch der EFI hin, der bei den Tiefstwerten ab Donnerstag Signale für leicht unterdurchschnittliche Temperaturen zeigt.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





