Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 04.03.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Keine markanten Entwicklungen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Aktuell ... verschiebt eine Hochdruckzone ihre Achse über Mitteleuropa nach Osten. In der Höhe gestützt durch einen Keil über Deutschland. Zusammen mit trockenen Luftmassen, die mit einer aufkommenden, sehr schwachen südlichen Strömung zu uns gelangen, beschert uns das ereignisarmes, tagsüber oft sonniges Frühlingswetter.
Die Spanne der Temperaturen zwischen Tag und Nacht ist dabei groß und beträgt teilweise 20 K. Am Nachmittag lagen die Werte im Westen nahe 20°C, im Nordosten gebietsweise unter 10°C.
In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich der Schwerpunkt des hohen Druckes ins östliche Mitteleuropa. Am (Aus)Strahlungswetter ändert sich bei wolkenarmen Bedingungen nichts.
Die nächtlichen Temperaturen gehen auf Werte um 0°C zurück, im Westen eher darüber, sonst häufiger darunter. Im Osten ist im Bereich der trockensten Luft und wo der Wind komplett einschläft, mäßiger Frost bis -8°C laut Mos möglich. In 5 cm Höhe bis -10°C.
Besonders in der Osthälfte ist eine gewisse Nebelneigung vorhanden, vor allem im Südosten rund um die Donau ist häufiger dichter Nebel zu erwarten.
Donnerstag ... zeigt sich das großräumige Strömungsmuster einigermaßen träge. Die Hochdruckzone behält die Lage über dem östlichen Mitteleuropa bei, darüber thront in der Höhe ein Rücken vom zentralen Mittelmeerraum bis Skandinavien. Mit einer schwachen südöstlichen Strömung wird am Rande des Hochs trockene Festlandsluft nach Deutschland advehiert. Dank der, wenn auch nur leichten Strömung lösen sich die Nebelfelder besser auf, als an den Vortagen. Danach scheint die Sonne, oft im Rahmen des astronomisch Möglichen, und die Einstrahlung führt bei +3 bis +8°C in 850 hPa zu 2m Maxima von 13 bis 19°C, mit den höheren Werten im Westen und den Niedrigeren Richtung Vorpommern. Der Südostwind lebt tagsüber nur unwesentlich auf.
Über Frankreich ist etwas Saharastaub in der Luft. Bei uns aber wohl noch nicht. Dafür bringt leichte Warmluftadvektion im Südwesten ein paar dünne, hohe Wolken.
Ebenso kräftig wie die Temperatur tagsüber steigt, geht sie in der Nacht zum Freitag auch wieder zurück. Meist auf Werte um 0°C; in der Westhälfte wieder ein bisschen darüber, in der Osthälfte leicht darunter, wobei nach Nordosten hin lokal auch Minima um -5°C möglich sind. Die Nebelneigung nimmt auch im Süden ab.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... steht sonniges und tagsüber warmes Frühlingswetter an. Die Strömungsverhältnisse ändern sich so gut wie nicht. Im Südwesten kann etwas Saharastaub von Südwesteuropa her ankommen. Mehr Details gibt es in der Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Entwicklung ist klar.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 04.03.2026 um 10.30 UTC
Vielerorts Fortdauer des hochdruckdominanten Frühlingswetters. Kommende Woche in der Westhälfte langsam etwas wechselhafter.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 11.03.2026
Am Wochenende hält der Hochdruckeinfluss aus der Kurzfrist noch an, fängt allerdings schon langsam an zu bröckeln, da sich der Schwerpunkt des Höhenhochs zunehmend nach Skandinavien und zum Baltikum verlagert. Aus einer kompakten und stabilen Omegalage entwickelt sich somit eine schwache High over (Mini-)Low Lage, bei der ein kleines Höhentief den Rücken im Uhrzeigersinn umläuft und sich nach Norddeutschland verlagert. Wenn man so will, fungiert es am Sonntag als schwacher Kaltlufttropfen, kann aber mit der bodennah aus Osten einfließenden trockenen Kontinentalluft kaum vielversprechend interagieren, womit außer ein paar mittelhohen Wolkenfeldern nicht allzu viel davon übrig bleibt. Teils zähe Nebelfelder gibt es vor allem noch an Donau und Nebenflüssen sowie in Küstennähe. Die Tagesgänge sind nach wie vor groß mit nächtlichem lokalem Frost vor allem in der Südosthälfte sowie 15 bis 20°C in den Nachmittagsstunden, entlang des Rheins lokal knapp darüber.
In der neuen Woche scheint sich die festgefahrene Wetterlage dann doch sukzessive hin zu wechselhafterem Wetter umzustellen. Anfangs ist zwar noch ein Cut-Off über der westlichen Biskaya vorhanden, dessen Warmluftreserven auf der Vorderseite sind aber ziemlich aufgezerrt und zudem tropft dieser weiter südwärts ab. So findet kaum noch nennenswerte WLA statt, die den Rücken stabilisieren würde.
Im Gegenteil: Er wird im Gegenzug durch kräftige KLA, die von Ostgrönland Richtung Nordkap ausgreift aus Norden eher abgeflacht und ostwärts abgedrängt. So etabliert sich unterm Strich in der neuen Woche immer mehr eine zyklonale Südwestströmung in der Höhe mit eingelagerten Randtrögen. Nennenswerte organisierte Strukturen oder gar Fronten bleiben aber zunächst noch weitgehend außen vor, weshalb die Umstellung sehr zögernd vorangeht mit ersten zaghaften Schauern und vielleicht sogar kurzen Gewittern, die allmählich von Westen übergreifen. Flächendeckende Niederschläge bringen die bei weitem noch nicht.
Das Temperaturniveau ändert sich insgesamt kaum, durch die zögernde Anfeuchtung aus Westen nimmt die Frostgefahr aber alles in allem etwas ab, mit Übergang in die erweiterte Mittelfrist möglicherweise auch im äußersten Osten und Südosten.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistent des IFS ist insgesamt positiv zu bewerten. Kleinere Unschärfen beim Höhentief am Sonntag spielen nur eine untergeordnete Rolle, da sich die Wetteraktivität ohnehin in Grenzen hält.
Tempo und Konfiguration der Umstellung der Wetterlage in der kommenden Woche sind noch mit größeren Unsicherheiten verbunden. Der generelle Trend dazu setzt sich aber laufübergreifend fort. Bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass frontale Geschehnisse und nennenswerte Niederschläge auch in der Osthälfte frühestens in der erweiterten Mittelfrist sprich in der 2. Hälfte der kommenden Woche ein Thema sind.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die Grundidee und der entsprechend geschilderte Wetterablauf sind allesamt ähnlich. Leicht unterschiedlich simulierte (konvektive) Niederschlagsschwerpunkte in der kommenden Woche sind handelsüblich - fokussieren sich dennoch modellübergreifend eher auf die Westhälfte.
Interessant ist die unterschiedliche Intensität und Verlagerung des Cut-Offs von der Biskaya Richtung Iberische Halbinsel. Gerade wenn man UK10 einmal weiterspinnt, könnte sich durchaus auch die Option bieten, dass die sich regenerierende Frontalzone über dem Atlantik südwärts in den vorgefertigten Trog hinein ausbricht und sich somit der Rücken über Mitteleuropa doch nach kurzer Schwächephase wieder stabilisieren könnte. Entsprechend steht die Umstellung an sich und erst recht deren Ausprägungsgrad noch auf sehr wackligen Füßen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Ein schlapper Kaltfrontstreifschuss öffnet den Spread in den Temperaturkurven über Norddeutschland am Sonntag ein wenig. Sonst sind die Rauchfahnen der Temperatur in 850 hPa eng gebündelt mit einem leichten Abwärtstrend in der kommenden Woche von etwa +7 auf +4°C im Deutschlandmittel.
Gleiches gilt für die Geopotentialverteilungen. Ein wirklicher Absturz in Sphären der Polarfront (525 gpdm) ist selbst ganz im Westen bis zum Ende der erweiterten Mittelfrist nicht zu erkennen - eher ein kontinuierlicher leichter Rückgang von 570 gen 550 gpdm.
Gleichzeitig nehmen die Niederschlagssignale vor allem in der Westhälfte in der kommenden Woche etwas zu. Wie bei konvektiven Lagen üblich bewegen sich die Raten im EPS aber meist im deutlich einstelligen Bereich binnen 24h, meist sogar bei nur 1-2 mm.
CLUSTER:
Im Zeitraum +96h-120h (Mo-Mi) sind sämtliche 3 Cluster noch dem Blockingregime zugeordnet, das zumindest in der Osthälfte Deutschlands weiterhin bestimmend bleibt. Der Westen gerät derweil immer mehr auf die Vorderseite des Cut-Offs über der Biskaya respektive der Iberischen Halbinsel in ein schwach zyklonales Umfeld.
Im Folgezeitraum ist es ein Wechselspiel der 2 Cluster zwischen Süd antizyklonal und Südwest zyklonal. Dabei wird ersichtlich, dass die Osthälfte stark hochdruckdominiert bleibt. Auch wieviel letztlich im Westen ankommt, bleibt abzuwarten. Die Mehrheit des zyklonaleren Clusters 1 ist mit 27 (inklusive HL) zu 24 Membern marginal.
FAZIT:
Ja, der Hochdruckeinfluss bröckelt. Ja, es wird schrittweise aus Westen etwas wechselhafter. Aber wirklich nur in homöopathischer Dosis. Inwiefern flächendeckende Niederschläge übergreifen und dann auch die Osthälfte erreichen, bleibt äußerst fraglich und ist frühestens in der erweiterten Mittelfrist ein Thema. Bei den Temperaturen tut sich wenig.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
FROST:
Solange kein Luftmassenwechsel stattfindet und die Nächte klar bleiben, ist zumindest in der Südosthälfte gebietsweise mit weiteren leichten Nachtfrösten zu rechnen.
GEWITTER:
Zutaten und Vorhersagetemps sind prinzipiell in der kommenden Woche über der Westhälfte gewittererlaubend. Die große Nummer wird das aber voraussichtlich nicht, meist unterhalb markanter Schwellen und damit in der Kategorie gelb. Wenn's dumm läuft, gibt's an einer stehenden Zelle über dem Bergland mal an die 15 mm/h und eine stürmische Böe (Bft 8).
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, Mos-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen





