Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 11.05.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:

der Nacht Schneefall. Im Schwarzwald kräftiger Regen. Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
---------------------------------------------------------------- Aktuell ... gelangt Deutschland in den Einflussbereich eines markanten Troges, der sich über der Nordsee und Benelux hinweg nach Ostfrankreich südwärts ausweitet und in der Folge langsam ostwärts schwenkt. Dabei tropft ein Höhentief ab und verlagert sich von der Deutschen Bucht nach Norddeutschland. Die Achse des Troges reicht Dienstag Morgen über Schweizer Alpen südwärts. Im Bereich dieses Höhentiefs gehen die Temperaturen im 850 hPa-Niveau großflächig auf Werte um -5 Grad zurück. Schauerartige Niederschläge fallen dann oberhalb 600 bis 800 m als Schnee (was lokal zu Glätte führen kann, weitestgehend wird der Schnee nicht liegen bleiben).
Durch diese Entwicklung wird die Kaltfront eines von der Südlichen Ostsee nach Öland ziehenden Tiefs, die von Westpolen über Tschechien in den Südwesten Deutschlands reicht, nach Süden gedrückt, wodurch sich das Niederschlagsgeschehen am Alpenrand sowie im Vorland der Alpen konzentriert. Im Südosten hält sich anfangs in der ersten Nachthälfte noch eine wärmere und labilere Luftmasse, wodurch in Bayern noch mit einzelnen Gewittern mit Windböen Bft 7 gerechnet werden muss. Im Schwarzwald lassen dagegen die Niederschläge in der zweiten Nachthälfte alsbald nach.
Über der Deutschen Bucht hat sich auch am Boden ein kleinräumiges Tief gebildet, das im Laufe der Nacht zum Dienstag südostwärts nach Niedersachsen zieht, sich dort auffüllt und dessen Reste in einen Trog übergehen, der ausgangs der Nacht über Sachsen-Anhalt liegen wird. An der Rückseite kommen vor allem an der Ostfriesischen Küste weiterhin Windböen Bft 7 und in der ersten Nachthälfte auch einzelne stürmische Böen Bft 8 zustande. Im Nordwesten und direkt an der Nordsee können auch einzelne kurze Kaltluftgewitter auftreten mit Graupel und Windböen Bft 7, direkt an der Nordsee auch mit stürmischen Böen Bft 8. In einem breiten Streifen vom Westen Deutschlands bis in den Nordosten hinein klart es gebietsweise auf. In höher gelegenen und zudem windgeschützten Mittelgebirgstälern ist daher leichter Frost oder zumindest Bodenfrost möglich.

Dienstag ... verlagert sich o.g. Cut-Off-Tief von der Mitte Deutschlands in die Lausitz. Der hiervon ausgehende Trog schwenkt über die Adria hinweg ostwärts. Die rückseitige nordwestliche Strömung wird vorübergehend etwas antizyklonaler. Allerdings wird der flache Rücken von Warmluftadvektion überlaufen, zudem beginnt die Strömung zu flattern, so dass mit weiteren schauerartigen Niederschlägen zu rechnen ist. Diese ergeben in der relativ wasserdampfarmen maritimen Polarluft jedoch nur noch geringe Regenmengen. Allenfalls in Staulagen können in Verbindung mit wiederholten Schauern (Schauerstraßen) mehr als 10 mm zusammenkommen. An und in den Alpen fällt staubedingt längere Zeit Schnee. Oberhalb 1000 m können einige, in Lagen oberhalb 1500 m bis über 10 cm Schnee zusammenkommen, so dass dort entsprechende Warnungen erforderlich werden. Im Allgäu können staubedingt die Neuschneemengen oberhalb von 1000 m auch über 10 cm liegen.
Darüber hinaus frischt in einem breiten Streifen von der Nordsee bis in den östlichen Mittelgebirgsraum hinein und bis zu den Alpen und zudem gestützt durch den Tagesgang, der Wind aus Nordwest, in freien Lagen mit Böen Bft 7 auf. In höheren Berg- und insbesondere Gipfellagen und an der Nordseeküste sind einzelne stürmische Böen nicht auszuschließen. Gegenüber weiter zurückliegenden Modellläufen wurde der Wind ein wenig abgeschwächt. Zwischen den Schauerwolken sind Auflockerungen vorstellbar. Längere sonnige Abschnitte sind jedoch auf den Südwesten beschränkt. Dort macht sich noch am ehesten der schwache Hochdruckeinfluss bemerkbar.
Im Nordosten und ganz im Osten ist die Schichtung im Bereich und an der Südflanke des Cut-Off-Tiefs noch leicht labil, so dass es in diesen Gebieten noch einmal für kurze Kaltluftgewitter mit Graupel und Windböen Bft 7 reichen kann. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen deutschlandweit nur noch 8 bis 15 Grad.

In der Nacht zum Mittwoch greift vom Nordmeer kommend ein weiterer, aber relativ breiter Trog auf die Britischen Inseln und die Nordsee über, der ausgangs der Nacht auch Norddeutschland erreicht. An dessen Ostflanke dreht die Strömung auf West-Südwest zurück. Im Nordwesten und Norden macht sich ein nach Osten ablaufender Kurzwellentrog mit labiler Schichtung in Form von Schauern bemerkbar. Im Nordosten ist es bei anfangs noch labiler Schichtung auf der Rückseite des nach Polen abgezogenen Cot-Off-Tiefs bedeckt und regnerisch. Diese Niederschläge ziehen nach Polen ab, während der Kurzwellentrog von Nordwesten her heranrückt.
Ansonsten erfolgt eine Wetterberuhigung, südlich der Mittelgebirgsschwelle klart es verbreitet auf. Dort und auch im östlichen Mittelgebirgsraum stellt sich leichter Bodenfrost ein, in ungünstigen Lagen ist auch leichter Luftfrost nicht auszuschließen.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... weitet sich der Trog von Norddeutschland her weiter nach Mitteleuropa aus. Dabei zeichnen sich zwei Teilachsen ab. Die östliche Achse schwenkt über den Nordosten Deutschlands hinweg nach Nordwestpolen und im weiteren Verlauf dann wenig nordwärts über die Südliche Ostsee, die Hauptachse dieses Troges, die sich auch im Bodendruckfeld abzeichnet, greift auf die Benelux-Staaten über. Abgesehen vom Süden, wo sich leichter Hochdruckeinfluss hält und sich hieraus auch größere Auflockerungen ergeben, stellt sich kühles Schauerwetter bis hin zu kurzen Kaltluftgewittern ein. Diese können im Tagesverlauf vor allem im Westen sowie im zentralen Mittelgebirgsraum mit Böen bis Sturmstärke einhergehen. Die Scherung erreicht sowohl niedertroposphärisch als auch hoch reichend signifikante Werte, so dass durchaus auch organisiertere und möglicherweise auch staffelartige konvektive Strukturen zustande kommen können. Bedingt durch die gut ausgeprägte Durchmischung sind zwischen den Schauerwolken auch einige Auflockerungen vorstellbar. Mit der Annäherung des Bodentroges frischt, gestützt zudem durch den Tagesgang, im Westen Deutschlands auch abseits von Schauern und Gewittern der Wind mit Böen Bft 7 auf. In den dortigen Berglagen muss mit stürmischen Böen gerechnet werden. Zum Abend hin flaut der Wind jedoch kaum ab.
Gegenüber Dienstag ändern sich die Temperaturen nur unwesentlich. Allenfalls in einigen tieferen Lagen, besonders an Rhein und Donau, sind dann Maxima um 15 Grad möglich. Im Bergland werden jedoch kaum 10 Grad erreicht.

In der Nacht zum Donnerstag weitet sich der o.g. Trog über der Westhälfte Deutschland hinweg weiter nach Süden aus, wodurch dann auch in den südlichen Landesteilen wiederholt Schauer und aufgrund der labilen Schichtung vereinzelt auch kurze Gewitter zustande kommen. An der Südflanke des mit dem Trog korrespondierenden Tiefs, das sich von der Nordsee nur wenig nach Südskandinavien bewegt, bleibt ein kräftiger Gradient bestehen, so dass in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge weiterhin Wind- und stürmische Böen vorstellbar sind. In tieferen Lagen ist der Wind zwar nicht warnrelevant, verhindert aber selbst bei Aufklaren eine Abkühlung in den Bereich leichten Frostes. Dieser ist allenfalls noch in geschützten höheren Lagen im Bereich der Alpen und des Bayerischen Waldes möglich.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Markus Eifried