Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Samstag, den 23.05.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
B M, Übergang zu H M
Ruhiges Hochdruckwetter, weitgehend ohne markante Wettererscheinungen.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag... liegt Deutschland unter einem Höhenkeil, der sich vom westlichen Mittelmeer bis nach Skandinavien erstreckt. Durch diesen Keil wird eine Hochbrücke gestützt, die vom Seegebiet knapp südlich der Azoren über England und Polen hinweg ostwärts reicht. Absinken in deren Bereich lässt, abgesehen vom äußersten Norden, keine nennenswerte Wolkenbildung zu. Die über dem Atlantik relativ zonal verlaufende Frontalzone erstreckt sich über Schottland hinweg nordostwärts und fächert über Nordskandinavien auf. In Nordseenähe macht sich die Frontalzone in Form von mehrschichtigen Wolkenfeldern bemerkbar, geringe Niederschläge kommen allenfalls zur dänischen Grenze hin zustande, sonst bleibt es deutschlandweit trocken. Diese Wolkenfelder resultieren aus einem schwachen Trog, der ab Mittag von der Nordsee her auf den Norden Deutschlands übergreift und rasch ostwärts gesteuert wird. Zwar ist die Schichtung weiter landeinwärts bereits labil, aber die Deckelung ist zu ausgeprägt; auch liefert der sich abschwächende Trog kaum Hebung, so dass Gewitter ausbleiben dürften. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 27 bis 33, unmittelbar an der See Werte um 23 Grad.

In der Nacht zum Sonntag greift eine schwache Kaltfront auf den Nordwesten und den äußersten Norden Deutschlands über. Diese Front wurde zuvor bereits vom o.g. Trog überlaufen, ist daher kaum wetterwirksam und gelangt zusehends unter antizyklonalen Einfluss. Daher beschränkt sich die Wetterwirksamkeit dieser Front auf mehrschichtige Wolkenfelder, die den Nordwesten und Norden Deutschlands erfassen und bis in die mittleren Regionen vordringen. Nach Süden hin bleibt der Himmel klar, dort sind in Tal- und Muldenlagen einstellige Temperaturminima zu erwarten.

Sonntag... sorgt kräftige Warmluftadvektion zwischen Island und Schottlande für Geopotentialgewinn, wodurch sich der Höhenkeil umso stärker aufwölbt, sich in einen breiten Höhenrücken umwandelt und somit auf eine breitere Basis gestellt wird. Das korrespondierende Bodenhoch etabliert sich dann über der südlichen Nordsee, wobei die o.g. Hochbrücke nach wie vor zu finden ist. Am Rande dieses Hochs sickert in den Nordwesten und Norden Deutschlands feuchtere Luft ein, was sich in Form von St-Feldern äußert, die im Tagesverlauf in Sc-Bewölkung übergehen.
Die Kaltfront arbeitet sich im Tagesverlauf bis etwa zur Mittelgebirgsschwelle vor. Präfrontal ist die Schichtung sehr labil, dank Einstrahlung können bis über 1000 J/kg MU-CAPE generiert werden, wobei eine Deckelung kaum noch vorhanden ist. Zudem liegt der Gehalt an niederschlagbarem Wasser zwischen 25 und knapp 30 mm. Da aber im Randbereich des wetterbestimmenden Hochs Absinken erfolgt, ist für die Auslösung orografische Unterstützung erforderlich. Dies ist am ehesten über dem Bergland der Fall, wobei selbst dort die Wahrscheinlichkeit für einzelne Gewitter sehr gering ist. Da keine Scherung vorhanden ist, dürfte es sich dabei um Einzelzellen handeln, die zum Abend hin alsbald in sich zusammenfallen.
In der Mitte und im Süden Deutschlands ändern sich gegenüber heute die Temperaturen nur unwesentlich, in tieferen Lagen Süddeutschlands kann es vielleicht noch 1 bis 2 Grad wärmer werden. Im Norden werden in Abhängigkeit von der Entfernung zur Küste und der Auflösung des Nordsee-Stratus 21 bis 26 Grad erreicht, unmittelbar an der See sind kaum 19 Grad zu erwarten.

In der Nacht zum Montag verlagert sich der Schwerpunkt des Bodenhochs in den Norden Deutschlands. Absinken in dessen Bereich sorgt größtenteils für einen sternenklaren Himmel. Die Luftdruckgegensätze sind gering, aufgrund der weiter fortschreitenden Austrocknung sollte Nebel ausbleiben. Die auf der Rückseite der Kaltfront eingeflossene kühlere Luft macht sich im nördlichen und nordöstlichen Binnenland in Form einstelliger Temperaturminima bemerkbar.

Montag... bleibt der antizyklonale Einfluss in Form eines breiten Höhenrückens bestehen. Das darin eingelagerte Höhenhoch liegt mit seinem Schwerpunkt über Nordfrankreich, das korrespondierende Bodenhoch über der südlichen Nordsee. Im Bereich dieses Hochs und rückseitig der inzwischen verschwundenen schwachen Kaltfront ist trockenere und stabilere Luft eingeflossen, die sich dank weitgehend ungehinderter Einstrahlung auf hochsommerliche 28 bis 33 Grad erwärmt. In Nordseenähe und im Nordosten werden 23 bis 27, unmittelbar an der See Werte um 20 Grad erreicht.

In der Nacht zum Dienstag wölbt sich, ausgehend vom o.g. Höhenrücken, ein Keil in Richtung Nordwesten, d.h. zum mittleren Nordatlantik, auf. Stromabwärts rutscht die Frontalzone etwas nach Süden, was durch Kaltluftadvektion über der Nordsee und Südskandinavien bedingt ist. Zur dänischen Grenze hin können sich dann wieder Wolkenfelder bemerkbar machen, ohne dass Niederschlag fällt. In den anderen Gebieten bleibt es klar, wobei einstellige Temperaturminima auf Tal- und Muldenlagen der mittleren Regionen beschränkt sind.

Modellvergleich und -einschätzung

Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Thomas Schumann