Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 25.04.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HNA
Heute im Nordosten windig, in der Nacht zum Sonntag wieder nachlassend. Sonst Hochdruckeinfluss, in den Nächten gebietsweise leichter Frost
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... gibt sich das unter Blockierung entstandene Betonhoch ULI die Blöße und schwächelt allmählich. Möglich wird das durch einen vom Nordmeer nach Skandinavien gerichteten Kaltluftvorstoß, der bis zum heutigen Samstagabend einen Höhentrog bis in die Ostsee amplifizieren lässt (um dort Timmy etwas Abkühlung zu verschaffen?). Dieser Prozess führt Bodentief YLVI mit Zentrum heute früh über dem Bottnischen Meerbusen langsam nach Finnland weiter. YLVI hat aber natürlich nicht ihren Spielgefährten Wickie im Schlepptau, sondern eine Kaltfront, die entgegen der eigentlichen Stärke von Wikingern eher schwach daherkommt und somit kaum "starkes" Wetter bringt. Bevor die Front dann etwa heute Mittag im Norden von Deutschland aufschlägt, haben sich postfrontal in der nordwestlichen Strömung bereits einige Feuchtefelder von der Nordsee nach Deutschland geschoben, die an der Nordkante der Mittelgebirge mittelhohes Gewölk, in der norddeutschen Tiefebene vielfach dichten SC mitgebracht haben. Im Tagesverlauf driftet das mittelhohe Zeugs noch ein wenig nach Süden, bevor es sich am Nachmittag größtenteils auflöst und die die 90 bis 100 % relativen Sonnenschein kaum vermindert. Der SC im Norden wird durch den Tagesgang bzw. der Sonneneinstrahlung von Süden her angeknabbert, einige Modelle deuten allerdings keine vollständige Auflösung an, vor allem im Bereich der nachmittags hereinziehenden Kaltfront (insbesondere nördliches Emsland bis ins nördliche Brandenburg), an der schwache Hebung simuliert wird. Diese wird von PVA erzeugt, aber auch von KLA überlaufen. Da zudem die Inversion bei rund 900 hPa weiterhin eine trockene Sperrschicht bildet, sind kaum Niederschläge zu erwarten. Allenfalls im nördlichen Schleswig-Holstein werden ein paar wenige Tropfen angedeutet (unter 0,1 l/m2). Die relative Sonnenscheindauer liegt im Norden meist bei 10 bis 50 %. Etwas "Starkes" kann man bei YLVI dann aber doch entdecken: auffrischenden Wind. Mit dem Tief verstärkt sich der Gradient im Randbereich zum Hoch ULI vorübergehend, sodass im Nordosten frischer, zur Ostsee hin starker West bis Nordwestwind weht, der von der schleswig-holsteinischen Nordseeküste über Schleswig-Holstein, das nördliche Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bis ins nördliche Brandenburg für steife bis stürmische Böen zwischen 55 und 70 km/h (Bft 7 bis 8) gut ist. Direkt an der Ostsee sind von Fehmarn bis in den Norden Vorpommerns einzelne Sturmböen bis 80 km/h (Bft 9) nicht ausgeschlossen, die im Bereich eines Low-Level-Jets bei rund 950 hPa unterhalb der Inversion und möglicher turbulenter Durchmischung bei Auflockerungen in leicht labiler Grundschicht bis zum Boden durchschlagen können. Im Rest des Landes weht meist mäßiger, teils etwas böig auffrischender Wind.
Bei den Temperaturen wird der Einfluss der Kaltfront etwas deutlicher: Im Norden bei einströmender Kaltluft polaren Ursprungs 10 bis 17 Grad, sonst in gealteter milderer Luft kontinentalen Typs 18 bis 25 Grad.
In der Nacht zum Sonntag schwenkt der Trog rasch zum Baltikum weiter, sodass sich von Westen her wieder mehr der Höhenrücken bei uns durchsetzt. Tief YLVI kommt allerdings nur langsam Richtung Russland voran, während die Kaltfront über Deutschland in den Bodenwetterkarten im antizyklonalen (frontolytischen) Umfeld kaum noch zu analysieren ist. Spuren davon finden sich aber trotzdem: Ein Band Restfeuchte, das morgens eine Linie Rheinland bis Niederbayern einnimmt und im Westteil fast schon wieder rückläufig wird, sowie die kühlere Luft, die nordöstlich davon einströmt. Entlang der auflösenden Kaltfront sind gebietsweise tiefe Wolken mit hier und da vielleicht wenigen Tropfen unterwegs (unter 0,1 l/m2), südwestlich davon auch mittelhohe bis hohe Wolken. In Vorpommern deuten die Modelle in der Nähe zum Trog vereinzelt schwache Schauer an (maximal 1 l/m2). Ansonsten ist der Himmel gering bewölkt oder klar, Nebel ist höchstens im windschwachen Südwesten ganz vereinzelt möglich, voraussichtlich jedoch nicht warnwürdig.
Der Wind schwächt sich desnachts mit dem abziehenden Tief wieder ab, vor allem in der ersten Nachthälfte treten aber an der See noch steife Böen, direkt an der Ostsee stürmische Böen aus Nordwest auf. Etwas auffrischenden Wind gibt es dann auch im Erzgebirge, der dem Fichtelberg einzelne stürmische Böen verschaffen könnte. Dass der Brocken dann ebenfalls mitspielen will, ist obsolet. Im Rest des Landes weht mäßiger West- bis Nordwestwind, der im Nachtverlauf vor allem im Westen und Südwesten mehr und mehr einschläft.
Die Temperaturen sinken auf 6 bis 0 Grad, vereinzelter leichter Frost wird im nördlichen Schleswig-Holstein und in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs angedeutet.
Sonntag... verstärkt sich mit dem hereindriftenden Höhenrücken der Hochdruckeinfluss erneut. Damit kann sich über der Nordsee das neue Hoch VOLKER breitmachen, das dem Sonntag meist sehr viel Sonnenschein beschert (80-100 % relative Sonnenscheindauer). Daran können auch gebietsweise mittelhohe und hohe Wolken, die vom Westen und Südwesten tagsüber nach Osten und Nordosten ziehen, nicht viel ändern.
Der Wind ist bei immer mehr nachlassendem Gradienten weiter auf dem absteigenden Ast, sodass selbst im Osten nur noch vormittags starke Böen um 45 km/h (Bft 6) aus Nordwest simuliert werden. Ansonsten weht schwacher bis mäßiger Wind aus Nordost.
Die im Nordosten eingeströmte kalte Luft mit T850 hPa unter 0 Grad ist mit Abzug des Trogs bereits auf dem Rückzug, zumal von Südwesten die mildere Luft wieder Fortschritte nach Nordosten hin machen will. Auf dem Tableau bedeutet das Höchsttemperaturen von 10 bis 17 Grad in der Nordosthälfte und von 17 bis 24 Grad sonst.
In der Nacht zum Montag flacht der über Deutschland hinwegschwenkende Rücken durch einen schwachen, in die nördlichen Nordsee ziehenden Randtrog ein wenig ab, Hoch VOLKER mit Schwerpunkten über Norwegen und dem Nordmeer wird aber anhaltend gestützt. Über der Deutschen Bucht soll sich zudem ein Ableger des Hochs bilden.
So ist zunächst eine gering bewölkte oder klare Nacht zu erwarten, in der das Nebelthema weiterhin eher untergeordnet ist.
In der zweiten Nachthälfte tauchen im Nordwesten allmählich etwas mehr Wolken auf, die im Zusammenhang mit feuchterer Luft im Bereich des Randtrogs stehen (anfangs vielleicht auch noch mit Okklusion). Regen fällt daraus allerdings nicht.
Der Wind schläft im nun gradientschwachen Umfeld immer weiter ein. Die Temperaturen sinken auf 6 bis 0 Grad im Westen, Süden und direkt an der See, sonst auf 3 bis -3 Grad.
Montag... kapselt sich der Randtrog als Höhentief von der nordwestlichen Höhenströmung über Nordosteuropa ab und zieht in südliche Richtung bis in die mittlere Nordsee. Hebung und Feuchte touchieren den Nordwesten Deutschlands, können aber außer mehr tiefe Bewölkung im Nordwesten und sonst viel mittelhohe Bewölkung kaum Akzente setzen. Direkt an der Nordsee scheint ein schwacher Schauer nicht völlig ausgeschlossen.
Mit der etwas vermehrten Bewölkung sind im Nordwesten 30 bis 60, sonst 70 bis 90 % relativer Sonnenschein zu erwarten, am meisten gibt es ganz im Süden. Der Wind weht schwach bis mäßig um Nord und kann mit dem Tagesgang zuweilen leicht auffrischen.
Die Temperaturen steigen in der sich wieder durchsetzenden milderen Luft auf 11 bis 20 Grad im Norden und Osten und auf 17 bis 24 Grad sonst.
In der Nacht zum Montag zieht das Höhentief in den östlichen Ausgang des Ärmelkanals, womit sich gebietsweise feuchtere Luft über Deutschland ausbreitet. Der mit positiver Achsneigung nördlich der Britischen Inseln liegende Höhenrücken setzt allerdings mit Unterstützung eines Hochs mit Kerndruck über 1030 hPa über den Britischen Inseln und dem daraus resultierenden Absinken auch über Deutschland dagegen. So gibt es im Westen und Südwesten eventuell örtlich einen schwachen Schauer. Im Rest des Landes ist es wechselnd bewölkt, im Norden teils auch klar. Nebel ist bei diesen Rahmenbedingungen kein großes Thema, örtlich aber nicht ausgeschlossen.
Der Wind weht schwach bis mäßig, meist aus Nordost. Die Tiefstwerte liegen zwischen 9 und 0 Grad, im nah an die Ostsee angrenzendem Binnenland ist hier und da leichter Frost möglich.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren sehr ähnlich. MOSMIX scheint bei den Böen teilweise zu hoch, die NWV's ziehen nicht mit. So wurden die Warnungen eher an den NWV's orientiert. Etwas Uneinigkeit herrscht auch bei der Schauertätigkeit in der Nacht zum Dienstag, wobei insbesondere GFS mehr Niederschlag liefert. Die meisten anderen Modelle sind jedoch zurückhaltender. Darüber hinaus wurden die Niederschläge in den letzten Läufen immer weiter zurückgerechnet.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Simon Trippler
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 24.04.2026 um 10.30 UTC
Andauernder Hochdruckeinfluss mit ruhigem Wetter, am Dienstag durch einen Randtrog vorübergehend erhöhte Schauerneigung
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 01.05.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Montag befindet sich ein mit Kaltluft angereichertes hochreiches Tief östlich des Baltikums und dreht sich dort ein. Der von den Azoren ausgehende Höhenrücken wölbt sich in Richtung Nordmeer auf. Ein darin befindliches Höhenhoch wandert vom Seegebiet westlich der Biskaya nordwärts in das Seegebiet westlich von Irland. Eine zweite Achse des Rückens reicht über Frankreich zur Nordsee und schwenkt über Deutschland südwärts. Nach dem aktuellen IFS-Lauf verlagert sich ein Höhentief aus dem Seegebiet zwischen Island und Schottland über die westliche Nordsee in den Ärmelkanal. Neben ein paar dichteren Wolken und einer örtlich leicht ansteigenden Schauerneigung fällt dieser Randtrog aber recht schwach aus. Bodennah befinden wir uns unter Hochdruckeinfluss, der sich vorübergehend aber etwas abschwächt. Vorübergehend fließen in den Südwesten mildere Luftmassen bis 9 Grad Celsius in 850 hPa ein, im Norden und Nordosten wirkt kältere Luft mit einer 850 hPa-Temperatur knapp unter 0 Grad.
Am Dienstag wölbt sich der Höhenrücken noch etwas weiter in Richtung Nordmeer. Das Höhenhoch verlagert sich dabei nach Schottland. Das Höhentief zieht vom Ärmelkanal hinweg und tropft in der Nacht zum Mittwoch schließlich über der Biskaya ab. Gleichzeitig schwenkt von der Ostsee und dem Baltikum ein Höhentrog südwärts nach Ostpolen. Nach dem aktuellen IFS-Lauf ziehen gebietsweise dichtere Wolken auf und die Schauerneigung steigt an. Am Boden befindet sich Deutschland südöstlich einer Hochdruckbrücke, deren Schwerpunkt sich von den Britischen Inseln bis ins Europäische Nordmeer erstreckt. Dabei wird mit einer nördlichen Strömung kältere Luft nach Deutschland geführt. Die 850 hPa-Temperatur liegt im Südwesten bei 9 Grad Celsius, im äußersten Nordosten sinkt die Temperatur in der Nacht zum Mittwoch auf -3 Grad ab. Nach dem IFS-Lauf ist es am Dienstag wechselnd bewölkt mit einer besonders im Süden ausgeprägten Schauerneigung.
Am Mittwoch schwenkt der Trog von Ostpolen südostwärts. Vom Baltikum aus folgt der nächste Trog nach und im Tagesverlauf tropft von dort ein Tief über Litauen zur Tatra ab. Nach Süden schwenkende Kurzwellentröge reichen dabei bis in die Südosthälfte Deutschlands. Das Höhentief über Biskaya dreht sich dort ein und schwächt sich leicht ab. Gleichzeitig verlagert sich ein hochreichendes Hoch von Schottland in die Nordsee und führt zu einer blockierenden Omega-Lage. Entsprechend befinden wir uns zunehmend in einer nordöstlichen bis östlichen Strömung, wobei sich die kalte Luft in der Nordosthälfte ausbreitet. Im Südwesten geht die 850 hPa-Temperatur auf 6 Grad zurück, während sie in der Osthälfte bei -3 Grad liegt. Nach dem IFS-Lauf ist es am Mittwoch wechselnd bewölkt mit einer besonders im Süden etwas höher ausgeprägten Schauerneigung.
Am Donnerstag zieht das Höhentief von der Tatra zum Balkan, ist aber nur wenig wetterwirksam. Das Hoch ändert seinen Schwerpunkt in der Höhe kaum und verlagert sich am Boden Richtung Südskandinavien und Dänemark. Damit fließt bei uns weiterhin kältere Luft von Nordosten her ein. Die 850 hPa-Temperatur liegt zwischen 4 Grad im Westen und -1 Grad im Osten. Nach dem IFS-Lauf ist es am Mittwoch wechselnd bewölkt mit einer besonders im Süden etwas höher ausgeprägten Schauerneigung.
Am Freitag ändert sich die Position des Hochs über der Nordsee kaum. Die Achse des Höhenrückens schwenkt von der Nordsee nach Mittelschweden. Tröge befinden sich weit westlich der Britischen Inseln und vom nahen Osteuropa bis nach Libyen. Am Boden befindet sich ein Hoch mit Schwerpunkt über Dänemark. Die eingeflossene Luftmasse kann sich im 850 hPa-Niveau etwas erwärmen auf 3 Grad in der Osthälfte bis 9 Grad im Westen.
In der erweiterten Mittelfrist von Samstag bis Montag schwächt sich das Höhenhoch ab und verlagert sich über Estland ostwärts. Vom Seegebiet südlich von Island zeiht ein Höhentief mit eingelagerter Kaltluft über die Britischen Inseln in die Nordsee. Die Kaltluft wird nach Südosten abgedrängt und von Südwesten folgen vorübergehend mildere Luftmassen. Zum Montag kühlt es im Nordesten wieder etwas ab.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Am Montag ist die Konsistenz zunächst noch recht gut, wobei es leichte Unterschiede mit dem Ausziehen des Randtiefs von Norden her ergeben. Beide Vorläufe zeigen zwei Randtröge, die südwärts durchschwenken und später abtropfen, wie das im aktuellen Lauf der Fall ist. Der gestrige 00 UTC-Lauf zeigt in der Nacht zum Dienstag einen ein Höhentief über der Nordsee, während der aktuelle Lauf dieses über dem Ärmelkanal rechnet. Nach dem gestrigen 12 UTC-Lauf erreicht der erste Randtrog bereits
am Montagabend den Norden, am Dienstag folgt ein zweiter, schwächer ausgeprägter Randtrog von Norden her. Der neue IFS-Lauf lässt ab Dienstag von Norden her den Einfluss antizyklonaler gestalten. Am Mittwoch ist das Höhentief nun über der Biskaya, in den gestrigen Läufen über Frankreich gerechnet. Zum Donnerstag nimmt die Konsistenz weiter ab. Der heutige 0-UTC-Lauf weist Ähnlichkeiten mit dem gestrigen 0-UTC lauf auf mit einem blockierenden Hoch über der Nordsee. Im gestrigen 12-UTC-Lauf wird ein Trog zwischen Polen und Frankreich simuliert Lauf. Nun kann wärmere Luft wieder zur Nordsee vordringen und bleibt nicht an den Alpen hängen. Am Freitag dominiert nun ein Höhenrücken über Deutschland. In den gestrigen Vorläufen war ein Höhentief über Norditalien bzw. Süddeutschland gerechnet, was nun über dem Balkan liegt.
Die Konsistenz nimmt in der erweiterten Mittelfrist weiter ab. Während im gestrigen 00 UTC-Lauf das abgetropfte Tief nur sehr schwach ausgeprägt ist und ins zentrale Mittelmeer zieht, simuliert der gestrige 12 UTC-Lauf eine deutlich ausgeprägtere Höhenzyklone über Norddeutschland, die nach Südschweden zieht. Der aktuelle IFS-Lauf rechnet zum Wochenende das Überqueren einer Rückachse über Deutschland verbunden mit gutem Wetter. Das Höhentief westlich der Britischen Inseln zieht zum Wochenende ostwärts zu diesen und nicht mehr südwärts wie im gestrigen 12-Uhr-Lauf.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Zu Beginn der Mittelfrist stimmen auch die weiteren Mittelfristmodelle mit der IFS-Variante gut überein. Aber wie schon bei den IFS-Vorläufen zeigen sich ab Montag dann bereits Unterschiede der von Norden her übergreifenden Randtröge. Ab Dienstag simuliert ICON den Trog über Deutschland deutlich und belässt das Höhentief über Frankreich. Nachfolgend zieht dieses über die Alpen an die Südflanke des von Polen kommenden Höhentiefs. Deutschland liegt nach ICON in deutlich zyklonalerem Einfluss mit erhöhter Schauerneigung am Dienstag. Bis Freitag wird bei ICON ein Trog bzw. Höhentief im Bereich der Alpen gerechnet mit ansteigender Schauerneigung in Süddeutschland. GFS und UK10 rechnen die Grundstruktur im Wesentlichen wie IFS. In der erweiterten Mittelfrist simuliert GFS ein Samstag ein Kurzwellentrog über der Nordsee bei flacher ausgeprägtem Höhenrücken über Norddeutschland. Ab Sonntag zieht ein umfangreiches Höhentief von Island in den Südteil der Norwegischen See. An seiner Südflanke würde milde Luft nach Deutschland transportiert werden.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen gehen zu Beginn am Montag auseinander. Dabei wird die 850 hPa-Temperaturkurve im Kontrolllauf weitestgehend im unteren Drittel, ab Donnerstag in der unteren Hälfte der Streuung gerechnet. Insbesondere im Norden und Nordosten ist sie negativ und simuliert schön die eingeflossene Kaltluft. Die Niederschlagssignale sind zu Beginn am Montag schwach ausgeprägt, nehmen jedoch ab der Nacht zum Dienstag zu. Der Kontrolllauf rechnet die Niederschlagssignale überwiegend im unteren Drittel. Ab Dienstag werden im Süden und Südosten tendenziell stärkere Niederschlagssignale simuliert als in den übrigen Gebieten, was dort auf eine erhöhte Schauerneigung schließen lässt. Die Streuung der Rauchfahne des Geopotentials geht ab Dienstag auseinander. Zum Mittwoch nimmt die Streuung nochmals zu, was die Unsicherheiten in der Modellprognose unterstreicht. Tendenziell simuliert der Kontrolllauf ein abnehmendes Geopotential, besonders ab Freitag.
Die Clusteranalysen zeigen von Mittwoch bis Freitag (t+120 h bis t+168 h) lediglich ein Cluster, wobei tendenziell über Osteuropa tiefer Luftdruck wirkt und sich ein Höhenrücken vom Seegebiet nördlich der Azoren über Nordwesteuropa erstreckt - klimatologisch ein Blocking-Szenario.
Im Zeitschritt Samstag bis Montag (t+192 h bis t+240 h) sind es dann vier Cluster. Diese unterscheiden sich hauptsächlich im Abtropfprozess über dem nahen Osteuropa und dessen Einfluss auf Deutschland. Haupt- und Kontrolllauf werden dabei dem Cluster 3 mit 11 Mitgliedern zugeordnet werden, das zusammen mit Cluster 2 mit 15 Mitgliedern weiterhin ein Blocking-Szenario zeigt. Cluster 1 mit 17 Mitgliedern zeigt einen Höhentrog hingegen genau über Deutschland und schwenkt um auf atlantischer Rücken. Cluster 4 mit 8 Mitgliedern und Cluster 4 mit 8 Mitgliedern zeigen einen sich abschwächenden atlantischen Höhenrücken und nachfolgend tiefes Geopotential von Nordwest- bis Mitteleuropa. Über Blocking und atlantischer Rücken kommt es hier am letzten Tag zu einem positiven NAO-Szenario.
FAZIT:
Unterm Strich deutet sich eine recht stabile blockierte Lage an: Ein Höhenrücken über Nordwesteuropa hält die atlantischen Tiefs meist auf Abstand, während über Osteuropa eher tiefdruckgeprägte Strukturen rumdümpeln. Für Deutschland heißt das: oft ruhiges, eher trockenes Wetter, aber mit einer spürbaren Zweiteilung - in der Osthälfte kühler, nach Westen zu milder. Zwischendurch können ein paar Randtröge durchrutschen und etwas mehr Wolken oder einzelne Schauer bringen: Dies ist besonders auf den Dienstag bzw. in den Folgetagen auf die Südosthälfte konzentriert.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
In der Mittelfrist zeigen sich aktuell keine markanten Wettergefahren.
Allerdings könnte der leichte Frost in Bodennähe insbesondere für die bereits fortgeschrittene Vegetation ein nicht zu vernachlässigendes Thema sein. Anfangs besteht auch in ungünstigen Lagen der östlichen Mittelgebirge Gefahr von leichtem Luftfrost.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOS-MIX
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried





