Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 11.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Übergang zu Wz. Am Sonntag vereinzelt kräftige Gewitter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Aktuell ... zieht der bisher wetterbestimmende Trog nach Osten ab. Rückseitig stellt sich eine westnordwestliche Höhenströmung ein, in der von Nordwesten bereits ein weiterer Kurzwellentrog mit vorgelagerter Okklusion auf Deutschland übergreift. Die damit verbundenen leichten Regenfälle breiten sich vom Nordwesten bis etwa nach Nordhessen und Ostniedersachsen aus. Mit dem Tiefausläufer frischt der Südwestwind vor allem über der Nordsee vorübergehend auf, exponiert sind einzelne Böen um Bft 7 nicht ausgeschlossen.
In der Nacht zum Samstag zieht der Kurzwellentrog weiter nach Polen ab. Gleichzeitig folgt von Westen ein Höhenrücken nach und die Hochdruckbrücke über Mitteleuropa kräftigt sich. Die Okklusion kommt zwar noch etwas nach Osten und Südosten voran, schwächt sich dabei aber zunehmend ab und bringt nur noch vereinzelt leichten Regen. Von Nordwesten lockert die Bewölkung wieder auf, im Süden bleibt es weitgehend trocken. In der bodennah feuchten Luft kann sich stellenweise Nebel bilden.
Samstag ... schwenkt der Höhenrücken über Deutschland ostwärts. Damit hält sich vor allem im Süden und in der Mitte zunächst der Einfluss der Hochbrücke mit längerem Sonnenschein. Südlich der westlichen Mittelgebirge werden nochmals Werte um oder etwas über 25 Grad erreicht. Im Nordwesten macht sich dagegen bereits das nächste Frontensystem bemerkbar. Vorderseitig der Warmfront greift Warmluftadvektion mit dichter Bewölkung über, am Nachmittag und Abend setzt von der Nordsee her leichter Regen ein. Gleichzeitig frischt an der Nordsee der Süd- bis Südwestwind auf, mit einzelnen Böen um Bft 7.
In der Nacht zum Sonntag formiert sich über den Britischen Inseln ein neuer Trog und greift in Richtung Nordsee aus. Dadurch werden die Tiefausläufer aktiviert und kommen ost- bis südostwärts voran. Die Warmfront zieht über den Nordosten hinweg, während sich die Regenfälle bis in die Mitte ausbreiten. Im Nordwesten und Westen können dabei 5 bis 10 l/qm in 12 Stunden, stellenweise auch etwas mehr fallen.
Zum Morgen folgt von Nordwesten die Kaltfront, wobei die Niederschläge zunehmend schauerartigen Charakter annehmen. Die genaue Niederschlagsverteilung wird von den Modellen allerdings noch unterschiedlich simuliert. Weiter nach Süden hält sich dagegen der Einfluss der Hochbrücke, sodass es dort weitgehend trocken bleibt.
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Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Sonntag ... ziehen die Tiefausläufer, gestützt durch einen Kurzwellentrog, ost- bis südostwärts über Deutschland hinweg. Die Kaltfront kommt bis in die Mitte voran und gerät dort etwas ins Schleifen, wobei auch die Bildung einer flachen Welle möglich ist.
Die Regenfälle breiten sich im Tagesverlauf bis nach Süddeutschland aus. Unter dem nachfolgenden Trog nehmen die Niederschläge vor allem im Norden und Westen zunehmend schauerartigen Charakter an. Auch einzelne Gewitter sind möglich. Trotz geringer CAPE-Werte können diese in der sehr feuchten Luftmasse und bei etwas Scherung mit Starkregen einhergehen und lokal die markanten Warnschwellen überschreiten. Die Gewittersignale der Modelle sind allerdings noch schwach.
Ein Schwerpunkt der länger anhaltenden Regenfälle zeichnet sich über der Mitte ab. Dort werden verbreitet 10 bis 20 l/qm in 12 Stunden, im Zeitraum von Sonntag 00 UTC bis Montag 00 UTC lokal um 25 l/qm simuliert. Signifikante Wahrscheinlichkeiten für überregional warnwürdige Mengen bestehen derzeit jedoch nicht.
In der Nacht zum Montag zieht der Trog ostwärts ab, während sich von Westeuropa ein kräftiger Höhenrücken nach Deutschland ausweitet. Damit ziehen auch die Regenfälle weitgehend nach Polen, Tschechien und Österreich ab. Am längsten regnet es noch in den Staulagen der Ostalpen und des Erzgebirges, im Südosten sind regional 10 bis 15 l/qm in 12 Stunden möglich. Von Westen lockert die Bewölkung zunehmend auf, bei nachlassendem Wind kann sich stellenweise dichter Nebel bilden.
Modellvergleich und -einschätzung
Die großräumige Entwicklung wird von den Modellen weitgehend übereinstimmend simuliert. Leichte Unterschiede bestehen am Sonntag bei der Passage der Tiefausläufer. Eine relevante Warnlage lässt sich daraus derzeit jedoch nicht ableiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Marco Manitta
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 11.09.2026 um 10.30 UTC
Am Dienstag von Nordwest bis auf den Süden Gewitter mit Sturmböen. Nachfolgend an den Alpen Starkregen. Danach Wetterberuhigung und kühler.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 18.09.2026
Am Montag liegt Deutschland unter einer Hochbrücke, die von einem Hoch nördlich der Azoren bis ins südöstliche Mitteleuropa reicht. Diese Brücke wird durch einen Höhenkeil gestützt, der sich von der Iberischen Halbinsel nach Südskandinavien erstreckt. Geringe Niederschläge kommen noch durch die schwache Warmfront eines Islandtiefs zustande, danach lässt Absinken die Bewölkung mehr und mehr auflockern, vor allem nach Südwesten hin kann die 25 Grad-Marke überschritten werden. Ein nachfolgender, kräftiger Trog greift bereits in der Nacht zum Dienstag auf die Britischen Inseln über. Mit einer auf Südwest drehenden Strömung gelangt Subtropikluft nach Deutschland, die sich am Dienstag auch in den nordöstlichen Landesteilen durchsetzt. In der wärmsten Luft lässt Druckfall eine flache Tiefdruckrinne entstehen, in der sich am Dienstag Schauer und kräftige Gewitter entwickeln. Diese greifen im Tagesverlauf vom Nordwesten Deutschlands bis auf die mittleren Regionen über. Die Entwicklung konvektiver Umlagerungen wird an der diffluenten Vorderseite des über Westeuropa liegenden Troges begünstigt. Auch wenn die Labilität nicht sehr ausgeprägt ist, so erreicht jedoch die Scherung sowohl niedertroposphärisch als auch hochreichend signifikante Werte, was als Indiz für organisiertere Konvektion zu sehen ist. Dabei besteht Gefahr von (schweren) Sturmböen; aufgrund des hohen Flüssigwassergehalts von 30 bis über 40 mm ist auch Starkregen nicht auszuschließen. Zuvor zeichnet sich noch ein weiterer Temperaturanstieg ab, im Südwesten sind Temperaturmaxima bis nahe 30 Grad möglich. In der Nacht zum Mittwoch verlagern sich mit dem auf den Nordwesten Deutschlands übergreifenden Trog die schauerartigen und von Gewittern durchsetzten Niederschläge in den Süden und Südosten Deutschlands, wobei weiterhin mit Starkregen gerechnet werden muss. Die Kaltfront, die dem Trog vorgelagert ist, kommt von der Nordseeküste bis etwa zu einer Linie Lausitz - Schwarzwald voran.
Am Mittwoch stellt sich im Bereich des Troges, der allmählich Deutschland überquert, kühles Schauerwetter ein. Im Norden und vor allem an der Küste sind kurze Gewitter mit stürmischen Böen nicht ganz auszuschließen. Bedingt über durch ein leichtes Schleifen der Kaltfront sind vor allem in den östlichen Mittelgebirgen und in Richtung Alpen weitere kräftige Niederschläge zu erwarten, die staubedingt auch länger andauern können. In exponierten Lagen können Warnschwellen für Dauerregen überschritten werden. In der Nacht zum Donnerstag setzt sich mit einem von Frankreich über die Alpen hinweg ostwärts ausweitenden Hochkeil Wetterberuhigung ein, so dass die Niederschläge, abgesehen vom Küstenbereich, alsbald nachlassen. Am Donnerstag zeichnet sich Zwischenhocheinfluss ab, im Tagesverlauf kommen von der Nordsee her mit einem bis dahin okkludierten Frontensystem erneut Niederschläge auf. Zudem legt an der Südflanke eines Tiefs, das sich nördlich von Schottland ostwärts verlagert, der Gradient an, so dass es an der Nordsee dann für Wind- und einzelne stürmische Böen reichen kann. In der Nacht zum Freitag gelangt dann Deutschland in den Einflussbereich eines breiten Troges, der von dem Tief nordöstlich von Schottland ausgeht. Mit dem schleifend weiter südostwärts vordringenden Frontensystem setzen dann auch im Mittelgebirgsraum Niederschläge ein, im Süden bleibt es wahrscheinlich noch trocken. Am Freitag setzt sich auch in den südlichen Landesteilen der Einfluss des breiten Troges mit einzelnen Schauern durch. An der Küste fällt dann schauerartig verstärkter Regen, begleitet von stürmischen Böen. Im Norden und zum Teil auch in der Mitte wird dann die 20 Grad-Marke nicht mehr erreicht. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum bleibt die Troglage bestehen. Während am Samstag im Süden noch größere Auflockerungen ohne nennenswerte Niederschläge zu erwarten sind, setzt sich unmittelbar auf der Rückseite des Troges am Sonntag auch dort kühles Schauerwetter durch. Abgesehen vom Westen und Südwesten Deutschlands frischt der Wind merklich auf, zumindest an der Küste und im Bergland erreicht der Wind dann in Böen Sturmstärke. Im Bereich eines sich von Frankreich nach Süddeutschland ausweitenden Hochkeils bleibt am Montag eine Wetterberuhigung wahrscheinlich auf den Westen und Südwesten Deutschlands beschränkt. Gegenüber den Vortagen erfolgt ein weiterer Temperaturrückgang. Die 20 Grad-Marke wird ab Sonntag wahrscheinlich auch in den südlichen Landesteilen nicht mehr erreicht.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Unterschiede ergeben sich bereits ab Mittwoch im Hinblick auf den auf Mitteleuropa übergreifenden Trog. Dieser wurde vom gestrigen 12 UTC-Lauf noch über Ostfrankreich erwartet, die nachfolgende Modellrechnung zeigte diesen Trog ca. 800 km weiter östlich und somit über Westpolen, die aktuellste Simulation liegt dazwischen. Danach gleichen sich die Modellläufe weitgehend an, bevor im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum die Konsistenz erneut geringer wird. Übereinstimmend lässt sich ein breiter Trog herausarbeiten, der von einem Tief über dem Nordmeer ausgeht. Dessen Achse liegt nach dem gestrigen 12 UTC-Lauf über Westeuropa, nach den anderen beiden Modellrechnungen weiter östlich. Der kräftigste Gradient wird jedoch von der aktuellsten Simulation gezeigt.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bereits ab Mittwoch zeigen sich Unterschiede zwischen den verfügbaren Modellen. So lässt GFS den Trog in seinem südlichen Teil über Frankreich zurückhängen, wobei die anderen Modelle dann die Achse dieses Troges bereits nach Westpolen verlagert haben. Dies erklärt auch die kräftigeren Niederschläge, die GFS im Südosten Deutschlands simuliert und ähnelt der Version des Modells des kanadischen Wetterdienstes. Die amerikanischen Modelle lassen dann diesen Trog auch zum westlichen Mittelmeer hin austropfen, wogegen ansonsten ein Cut-Off in Richtung Balkan gezeigt wird. Die Troglage am Freitag ist nach ICON am schwächsten ausgeprägt; stürmische Böen wären demnach an der Küste nicht zu erwarten.
Ein gegensätzliches Verhalten ergibt sich im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum. Dort, wo EZMW einen kräftigen Trog zu bieten hat, kommt nach GFS eine ausgewachsene Blockierung zustande, die auch weiter zurückliegende Läufe des GFS nicht so im Angebot hatten. Dieses Szenario ist daher als weniger wahrscheinlich anzusehen.
Antizyklonaler Einfluss kommt auch nach dem kanadischen Modell zustande, der sich jedoch von einem Hoch westlich der Biskaya nach Mitteleuropa ausweitet. Der Norden und Nordosten Deutschlands verbleibt demnach noch am Rande der Frontalzone.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Bis einschließlich Samstag folgt das EPS des GFS bei relativ geringem Spread der oben beschriebenen Entwicklung. Danach divergieren die Einzellösungen stärker, wobei hinsichtlich des Geopotentials 500 hPa wie auch der Temperaturen im 850 hPa-Niveau der deterministische wie auch der Kontrolllauf am oberen Rand (und zum Teil darüber)! der Einzellösungen liegt. Bei weiter zurückliegenden Modellläufen war dies noch nicht der Fall. Dies zeigt sich auch beim EPS-Mittel, das das Maximum des Geopotentials 500 hPa eher westlich der Biskaya sieht. Das EPS des EZMW stützt die Ergebnisse des deterministischen Laufs, zeigt aber zum Ende des erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraumes hin ähnlich wie beim EPS des GFS antizyklonalen Einfluss, der sich von der Biskaya ausgehend kräftigt. Demnach würde der Norden und Nordosten Deutschlands im Einflussbereich der Frontalzone verbleiben. In diese Richtung tendiert auch das EPS des AIFS, wobei hier der antizyklonale Einfluss etwas rascher einsetzen könnte. Auch beim Clustering nach EZMW-Web ergeben sich keine Hinweise, die die deterministische Version des GFS stützen könnten. Bei den Clustern, die auf den Großwetterlagen basieren, halten sich zyklonale und antizyklonale Member etwa die Waage. Etwa 90 Prozent der Lösungen setzen jedoch auf die Andauer der Westlage.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Montag hält sich Zwischenhocheinfluss, sehr wahrscheinlich sind keine markant zu bewarnenden Wetterereignisse zu erwarten.
Am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch greifen an der Vorderseite einer Kaltfront von Nordwest nach Südost Gewitter über, dabei sind Sturmböen wahrscheinlich, auch Starkregen ist nicht auszuschließen. Am Mittwoch besteht an den Alpen zunächst noch die Gefahr von Starkregen, im Nordwesten und in Ostseenähe entwickeln sich im Randbereich eines Troges kurze Gewitter mit geringer Wahrscheinlichkeit für stürmische Böen. Am Donnerstag erfolgt mit einem sich allmählich südwärts ausweitendem Trog im Norden und in der Mitte ein Übergang zu kühlem Schauerwetter mit einzelnen stürmischen Böen an der See und im westlichen Bergland, die in der Nacht zum Freitag vermehrt dann auch in den Hochlagen der nördlichen Mittelgebirge einsetzen.
Am Freitag bleibt die Troglage bestehen, im Norden und zum Teil auch in der Mitte entwickeln sich wiederholt Schauer und kurze Gewitter, die im Norden und im Bergland mit stürmischen Böen, an der Nordsee auch mit Böen bis Sturmstärke einhergehen können.
Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS, zum dritten Septemberwochenende vorsichtige Korrektur der
Temperaturen etwas hin zu tieferen Werten
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann





