Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 02.09.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Im Norden wechselhaft, zeitweise windig, Küsten und Bergland teils stürmisch. Am Freitag markante Wellenpassage über Norddeutschland. Im Süden meist trocken und sommerlich warm bzw. heiß.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Aktuell ... ergeben sich keine signifikanten Änderungen zur Frühübersicht, sodass hier nur ein Update der Entwicklung erfolgt.
Heute Nachmittag und Abend dauert die westliche Strömung weiter an und eine Trogpassage sorgt besonders vom Emsland bis nach Schleswig-Holstein für einige Schauer, lokal für einzelne Gewitter. Diese bringen punktuell einen kräftigen Platzregen und Böen (Bft 7) aus West. Auch im Osten können sich zum Abend einzelne Schauer entwickeln.
Ansonsten verläuft der Nachmittag und Abend über der Mitte wechselnd bewölkt, im Süden teils auch länger sonnig und trocken. Die abendlichen Werte liegen zwischen 18 und 26 Grad, mit den höchsten Werten entlang des südlichen Oberrheins.
In der Nacht zum Donnerstag erfolgt von Westen eine Warmfrontpassage, die den Norden betrifft und dort etwas Niederschlag bringt. Im Umfeld der Deutschen Bucht fallen 5 bis 10 l/qm/12h, je weiter im Binnenland, desto weniger Nass wird erwartet. Über der Deutschen Bucht sind ausgangs der Nacht auch einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen. Im Süden und Osten bleibt es meist klar, zeitweise ziehen ausgedehnte Wolkenfelder durch und es bleibt trocken (abseits eines örtlichen Schauerrisikos in Richtung Lausitz). Die Minima liegen von Nordwest nach Südost zwischen 16 und 8 Grad.
Donnerstag ... erfolgt die Warmfront-, zum Nachmittag von Nordwesten auch die Kaltfrontpassage einer Welle, die über die Nordsee ostwärts zieht. Somit verlagert sich der skalige Niederschlag der Warmfront zügig in den Nordosten der Republik, bevor dieser nachfolgend einen konvektiven Charakter erhält in Form zahlreicher Schauer und einzelner Gewitter. Das Gewitterrisiko betrifft aus heutiger Sicht vor allem Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern. Hier stehen 200-500 J/kg MUCAPE mit ausreichend Scherung zur Verfügung, sodass besonders hier einzelne kräftige Gewitter nicht ausgeschlossen sind. Die Hauptgefahr liegt bei einzelnen stürmischen Böen oder Sturmböen (Bft 8 bis 9). Grundsätzlich sehen die Hodographen interessant aus für ein örtliches Tornadopotenzial, allerdings reagiert die Numerik sehr zurückhaltend bei der Entwicklung der Gewitter, was auch Absinken rückseitig der Welle geschuldet sein dürfte. Akkumuliert in 12h werden die höchsten Mengen (um 10 l/qm) im Nordosten erwartet, sonst fallen die Mengen bis zu den zentralen Mittelgebirgen nur strichweise nennenswert aus. Im Süden bleibt es bei viel Sonnenschein trocken.
Die Maxima liegen zwischen 19 und 24 Grad im Norden und Osten, während im Südwesten mit viel Sonnenschein 24 bis 28 Grad zu erwarten sind.
Der Westwind weht mit Passage der Welle besonders im Norden bis zu den zentralen Mittelgebirgen stark böig (Bft 6 bis 7), im Umfeld der Deutschen Bucht stark böig bis stürmisch (Bft 7 bis 8). Im exponierten Bergland treten markante Böen auf (Bft 8 bis 9), auf dem Brocken teils auch schwere Sturmböen (Bft 10).
In der Nacht zum Freitag erwartet uns eine Keilpassage, sodass in der ersten Nachthälfte im Osten/Nordosten letzte Schauer in sich zusammenfallen und sich das Wetter vorübergehend beruhigt.
Bereits nach Mitternacht nähert sich von Westen die nächste Welle, die über die Nordsee ostwärts zieht und die die über der Mitte Deutschlands liegende Kaltfront vorderseitig erneut nach Norden drückt. Somit verdichtet sich die Bewölkung im Norden im Nachtverlauf von Westen und nachfolgend setzt Regen ein, teils gewittrig durchsetzt. Dies betrifft vor allem die Region vom Emsland bis nach Schleswig-Holstein.
Ansonsten verläuft die Nacht teils bewölkt, teils klar, im Süden überwiegend klar und trocken.
Der Südwestwind schwächt sich im Binnenland unter die Warnschwellen ab, exponiert im Bergland und im Umfeld der Küsten sind aber weiterhin stürmische Böen oder Sturmböen aus Südwest nicht ausgeschlossen, auf dem Brocken mit schweren Sturmböen.
Die Minima liegen zwischen 20 und 13 Grad.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... erfolgt die genannte Wellenpassage über Norddeutschland von West nach Ost, allerdings weiterhin mit unterschiedlichen Erwartungen bezüglich der Zugbahn und Intensität der Welle (wohl aus einer sich abschwächenden diabatischen Rossbywelle hervorgehend). Diese Welle fällt mit einem maximierten integrierten Feuchtetransport von TPWs um 35 mm zusammen sowie mit extremer Scherung (hochreichend um 35 m/s, 0-3 km Scherung 20 bis 30 m/s und teils stark erhöhter Richtungsscherung). All diese Zutaten sorgen für ein hohes Überraschungspotenzial, was den Wind und den Niederschlag angeht (Mengen bzw. Gewitter?). Im IFS-ENS ist die Streuung beim Bodendruck ebenfalls noch enorm. Daher macht es noch keinen Sinn Feinheiten herauszuarbeiten.
Wind:
Eine markante Gradientverschärfung während der Wellenpassage auf rund 16 hPa von Nord nach Süd mit 850 hPa Windgeschwindigkeiten im Norden zwischen 40 und 60 kt sorgt rein aus dem Gradienten heraus für markante Böen (Bft 8 bis 9). Jede konvektive Verstärkung (z.B. durch Gewitter) kann uns dabei schnell lokal in den Bft 10/11 Bereich bringen. Im exponierten Bergland treten durchweg markante Böen auf (Bft 9 bis 10, auf dem Brocken Bft 11). Sollte sich eine Bodentiefentwicklung herauskristallisieren, dann wäre auch eine unwetterartige Windentwicklung aus dem Gradienten heraus peripher des Tiefs nicht ausgeschlossen (Norddeutschland betreffend). Dieses beschriebene Windmaximum betrifft aber nur die südliche Peripherie der Welle, während polseitig ein Minimum beim Wind auftritt. Der Wind frischt bis zur Mitte stark böig, zeitweise stürmisch auf, wobei aber die variable Zugbahn noch höhere Unsicherheiten zur Folge hat, wie weit südlich das Windfeld ausgreift.
Regen:
Maximierte Feuchteadvektion mit PWs nahe von Rekordwerten bei der Modellklimatologie könnten besonders entlang des Wellenscheitels markante bis strichweise unwetterartige 12 std. Niederschlagsmengen hervorrufen. ICON zeigt dies aktuell mit bis zu 35 l/qm/12h, IFS bis 70 l/qm/12h im Umfeld von Bremen/Hamburg.
Gewitter:
Je nach Geometrie der Welle sind auch organisierte Gewitter nicht ausgeschlossen, wobei das Potenzial zunimmt, sollte sich die Welle stärker intensivieren. Markante bis unwetterartige Böen sowie ein örtliches Tornadopotenzial wären dann zu besprechen.
Über der Mitte und dem Süden sorgt hohes Geopotenzial und kräftige Warmluftadvektion für viel Sonnenschein und hochsommerliche Werte von 27 bis 33 Grad, polseitig der Welle liegen diese je nach Niederschlag zwischen 18 und 22 Grad.
In der Nacht zum Samstag verlagert sich die Kaltfront rückseitig der Welle/des sich entwickelnden Bodentiefs über die Mitte in den Süden der Republik und bringt dort noch regional 5 bis 10 l/qm Nass in 12h. Im Norden bleibt es besonders im Umfeld der Küsten leicht wechselhaft mit einigen Schauern bzw. einzelnen Gewittern.
Der Westwind bleibt mäßig bis frisch, im Bergland sowie im Umfeld der Küsten markant und das bei Minima zwischen 20 und 13 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Numerik erfasst die Entwicklung während der Kurzfrist sehr gut, bevor zum Freitag die Unsicherheiten im Zuge einer markanten Wellenpassage deutlich zunehmen. Hier kann sich auch im Norden regional eine markante Lage mit Blick auf Wind, Regen und Gewitter entwickeln, was aber noch sehr unsicher ist.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 02.09.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft, zeit- und gebietsweise Regen, im Norden zeitweise windig. Sonntag Zwischenhocheinfluss. Montag im Westen lokal Gewitter. Im Süden sommerlich warm bis heiß, im Norden meist nur mäßig warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 09.09.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag wird Deutschland von einem wenig markanten, breiten Trog überquert. Die Kaltfront eines Tiefs mit Zentrum über dem Baltikum/Nordwestrussland verlagert sich von den mittleren Landesteilen südwärts. Im Tagesverlauf steigt der Luftdruck von Westen an, so dass die Wetterwirksamkeit der Front zumindest im Westen/Südwesten nachlassen dürfte. Von der Mitte bis in den Südosten bzw. zum Alpenrand regnet es dagegen zeitweise. Rückseitig lockert die Bewölkung auf, im Norden bilden sich in Trognähe einige Schauer, das Gewitterrisiko ist relativ gering. Zudem ist der Gradient vor allem im Nordosten recht kräftig, der West bis Nordwestwind weht daher ganz im Norden stark bis stürmisch, vor allem in exponierten Lagen der Ostseeküste teils auch mit Sturmböen. Die 10-Grad-Isoterme in 850 hPa liegt über dem Süden Deutschlands, dort sind sommerliche Höchstwerte von 25 bis 27 Grad zu erwartet, je nach Sonne im Südwesten auf etwas darüber. In der Mitte nur mäßig warm (850 hPa-Temperatur bei 7 Grad), im Norden um 20 Grad (um 5 Grad in 850 hPa). In der Nacht zum Sonntag klingen mit weiter ansteigendem Druck sowohl die Schauer im Norden als auch der Regen im Südosten meist ab, die Bewölkung lockert auf, gebietsweise kann sich Nebel bilden. Der stark böige bis stürmische Wind im Nordosten lässt nur langsam nach.
Am Sonntag stützt ein sich aufwölbender Höhenkeil das sich etablierende Bodenhoch über Deutschland, das seinen Schwerpunkt im Tagesverlauf aber bereits wieder nach Osten verlagert. Die Keilachse liegt noch über Deutschland, die Strömung dreht aber zunehmend auf Südwest, so dass von Südwesten wieder zunehmend wärmere Luft angezapft wird. Die 850 hPa-Temperaturen steigen auf etwa 18 Grad im äußersten Südwesten und um 10 Grad auch im Norden. Abgesehen von lokalen Restschauern ganz im Nordosten zu Tagesbeginn und einem ganz geringen Schauerrisiko im westlichen Bergland im späteren Tagesverlauf ist es überwiegend heiter und meist trocken. In der Nacht zum Montag mit langsamer Ostverlagerung der Trog-Keil-Struktur nach Osten, einem sich andeutenden Kurzwellentrog über Nordfrankreich und fallendem Bodendruck von Westen eventuell einzelne Schauer von bzw. im Westen. Bisher ohne Andeutungen von kräftigen Entwicklungen in der Deterministik (Luftmasse allerdings potenziell recht instabil und feucht, allerdings wohl noch recht gut gedeckelt).
Am Montag bildet sich über Deutschland eine Bodentrog aus, der angesprochene, recht kurzwellige Troganteil überquert das Vorhersagegebiet ostwärts. Darin eingelagert ist das Frontensystem des Tiefkomplexes über dem Nordmeer bzw. Nordskandinavien. Der breit angelegte Langwellentrog verbleibt mit seiner Achse noch weit auf dem Atlantik. Die subtropische Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen um 15 Grad liegt zunächst über fast ganz Deutschland, im Tagesverlauf zunehmend über der Südosthälfte. Bei wechselnder Bewölkung treten von Westen her gebietsweise Schauer und Gewitter auf, die lokal auch kräftiger ausfallen können. Nachts ziehen Schauer und/oder Gewitter ostwärts und klingen häufig ab.
Am Dienstag zwischen dem abziehenden Kurzwellentrog und dem sich zunehmend amplifizierenden Trog westlich der Britischen Inseln Aufsteilung der Strömung und leichter Zwischenhocheinfluss. Dabei im Süden nach wie vor sommerlich warm bis heiß (850 hPa-Temperaturen 15 bis 20 Grad). Gegen Abend bzw. in der Nacht zum Mittwoch greift der Trog von den Britischen Inseln her auf Deutschland über, das korrespondierende, relativ markante Bodentief liegt über der Nordsee östlich von Schottland, sein Frontensystem greift von Nordwesten auf den Nordwesten. Dabei kommt von Nordwesten Regen auf, der sich nachts bis in die mittleren Landesteile ausbreitet.
Am Mittwoch zieht das Tief über die südlich Nordsee ostwärts, das Frontensystem verlagert sich mit zeitweiligem Regen in die Südosthälfte und kommt über dem Alpenraum/Südostbayern zum Schleifen. Vorderseitig eines markanten Kurzwellenanteils, der den Haupttrog vom Kanal kommend in Richtung Alpenraum umläuft, könnte es zum Abend/in der Nacht zum Donnerstag zu verstärkter Hebung und einer Leezyklogenese südlich der Alpen kommen, was zu einer deutlichen Intensivierung der Niederschläge im Bereich der Alpen/Alpenvorland führen würde. Das ist jedoch noch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Der Nordwesten gelangt in den Bereich des Höhentiefs über der Nordsee und auf den Südrand des Bodentiefs. Dabei treten wiederholt weitere, teils schauerartig verstärkte, lokal gewittrige Niederschläge auf. Zudem nimmt der Gradient zu, der von Südwest auf West drehende Wind weht stürmisch, auf offener See und an exponierten Küstenabschnitten der Nordsee mit Sturmböen. Insgesamt dreht die Strömung zunehmend auf West bis Nordwest, die wärmste Luft wird ostwärts abgedrängt und es sickert zunehmend eine deutlich kühlere Luftmasse mit 850 hPa-Temperaturen um 6 Grad ein.
Für die erweiterte Mittelfrist deutet sich eine zyklonal geprägte West- bis Nordwestströmung und damit eher Herbst als Spätsommer an.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe ist im Prinzip zunächst gut, die großräumigen Strukturen werden recht ähnlich simuliert. Es werden allerdings bereits zu Beginn der Mittelfrist am Samstag kleinere Differenzen in der Amplitude der Trog-Keil-Struktur gezeigt, die für unseren Vorhersageraum potenziell auch etwas Prognoserelevanz haben könnten (Position/Stärke des schleifenden Frontensystems und Wetterwirksamkeit nach Süden). Diese kleineren Unsicherheiten/Differenzen zeigten sich bereits in den vergangenen Tagen. Insgesamt zeigt sich der aktuellste IFS-Lauf etwas markanter mit einer leicht markanteren Trog-Keil-Struktur und zum Sonntag einem etwas kräftigerem Bodenhoch über Deutschland. Im Vergleich zu den Vorläufen würde dies auch bedeuten, dass sich das Übergreifen des nachfolgenden (eher flachen) Troges von Westen samt korrespondierendem Frontensystem eines Tiefs über Nordeuropa (Position mit aktuelleren Läufen nördlicher) verzögern würde - nicht mehr Sonntag, sondern eher Montag. Zu Beginn der kommenden Woche setzen sich diese Differenzen in Amplitude und Timing fort.
Die Differenzen in Amplitude und Timing nehmen in der erweiterten Mittelfrist naturgemäß weiter zu, insgesamt deutet sich aber eine zyklonal geprägte West- bis Nordwestströmung und damit eher Herbst als Spätsommer an.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Zu Beginn der Mittelfrist simulieren andere Globalmodelle wie ICON und GFS sehr ähnliche Strömungsmuster, auch hier zeigen sich aber recht bald kleinere Differenzen in Amplitude und Timing. Ab Beginn der kommenden Woche nehmen die Differenzen weiter zu, insbesondere im Timing, in Richtung Wochenmitte zeigen sich dann auch zunehmenden Differenzen in der Position und Amplitude der Drehzentren. Insgesamt herrscht aber Übereinstimmung, dass ab Dienstag/Mittwoch die Zyklonalität deutlich zunimmt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Samstag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+72 bis + 96 h) fünf Cluster, wobei für Mitteleuropa hier keine prognoserelevanten Differenzen auszumachen sind. Im Folgezeitraum von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+120 bis + 168 h) sind es ebenfalls fünf Cluster mit 14, 13, 10, 8 und 6 Membern, Kontrolllauf in Cluster 1. Hier zeigt sich eine recht unterschiedliche Behandlung des Atlantiktroges, der in Cluster 2 schneller und z.B. in Cluster 3 und 4 langsamer bzw. deutlich weniger markant auf Deutschland übergreift. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass ab Beginn der kommenden Woche die Unsicherheiten hinsichtlich des genauen Ablaufes noch recht groß sind und auch eine Regenerierung des Hochdruckeinflusses im Südosten/Süden (Cluster 5) noch nicht gänzlich aus dem Spiel ist. Für die erweiterte Mittelfrist (+192 bis +240 h) werden sechs Cluster geliefert, die gänzlich unterschiedliche Regime zeigen. Sie reichen von Blocking knapp westlich von uns bis zu einer Nordwestlage für Mitteleuropa, wie sie auch der aktuelle IFS-Lauf favorisiert. Dieser sortiert sich mit dem Kontrolllauf in den recht schwach besetzten Cluster 5 ein (7 Member).
Die Rauchfahnen zeigen sich bis einschließlich Montag doch recht gut gebündelt auf relativ hohem Geopotenzial in 500 hPa, nachfolgend nimmt der Spread stark zu, mit Fokus überwiegend auf zurückgehendem Geopotenzial. Es gibt aber auch Lösungen mit höherem Geopotenzial und in der erweiterten Mittelfrist deutet sich von der Mehrzahl der Member ein wieder leicht ansteigendes Geopotenzial an. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Temperaturverlauf in 850 hPa: im Süden höheres Niveau als im Norden, aber auch dort ansteigend, Peak allgemein am Montag und im Süden in Richtung Dienstag noch weiter ansteigend, nachfolgend zunehmender Spread, aber doch recht wahrscheinlich insgesamt zurückgehendes Temperaturniveau. Am Samstag einige Niederschlagssignale vor allem nach Südosten hin, Minimum allgemein am Sonntag, ab Montag wieder allgemein zunehmend, im Süden Richtung Mittwoch/Donnerstag mit erhöhten Regensignalen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND:
Am Samstag im Norden/Nordosten stürmische Böen Bft 7 bis 8 um West, exponiert vor allem an der Ostseeküste teils Sturmböen Bft 9. Am Mittwoch zunächst im exponierten Bergland (Brocken) Sturmböen Bft 9 aus Südwest, später West. Im Tagesverlauf auf der Nordsee stark böig auffrischend, dann vor allem auf See und an der Küste stürmische Böen, teils Sturmböen (Bft 8 bis 9), von Südwest auf West drehend.
GEWITTER:
In der Nacht zum Montag im Westen zunächst geringes Gewitterrisiko. Am Montag vom Westen bis in die Alpen örtlich Gewitter, lokal kräftige Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Potenziell mit Hagel, Starkregen und Sturmböen, bisher aber keine direkten Signale in der Deterministik.
DAUERREGEN:
Ab Mittwochabend bzw. der Nacht zum Donnerstag im Zusammenhang mit einer potenziellen Leezyklogenese südlich der Alpen Niederschlagsintensivierung am Alpenrand möglich. Dabei auch Mengen jenseits der Dauerregenwarnschwelle (eventuell sogar Unwetter) nicht ausgeschlossen, aber noch sehr unsicher.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





