Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 25.04.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
05er aus Meenz verpassen Sensation vs. Super-FCB - und das Wetter? Am Sonntag Hochdruckeinfluss (VOLKER) mit viel Sonnenschein, dabei weiterhin trocken (wie sollte es bei Sonne auch anders sein).
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Aktuell ... befindet sich Deutschland sozusagen zwischen den Stühlen, auch wenn man das beim Wetter, vor allem aber bei der Verteilung der Wolken gar nicht so wahrnimmt. Außer im äußersten Norden scheint überall die Sonne von einem nahezu wolkenlosen Himmel. Sowohl das dafür verantwortliche Hochdruckgebiet - zweiteilig bestehend aus den Herren VOLKER (Nordmeer, Nordsee, UK/Irland) und WILFRIED (weiter westlich) - als auch der korrespondierende Potenzialrücken befinden sich auf bzw. über dem Ost-Nordostatlantik. Der Keil, der die letzten Tage über den Vorhersageraum südostwärts gerichtet war, hat sich etwas nach Westen zurückgezogen. Dafür war Druckfall verantwortlich, womit wir beim zweiten "Stuhl" wären. Die Rede ist von YLVI (kein Ikea-Stuhl!), einem nordischen Tief, das heute Abend mit knapp unter 990 hPa im Kern den Ostteil des Finnischen Meerbusens in Richtung Karelien passiert. Zwischen dem Tief und der Hochdruckzone auf dem Atlantik (1020+x, im Nordteil 1025+x hPa) hat sich ein veritabler Gradient entwickelt, der für einen lebhaften West-Nordwestwind verantwortlich zeichnet. Auf deutscher Seite war und ist vor allem ein Korridor betroffen, der von der Nordseeküste zwischen Butjadingen und Sylt bis hinüber nach MV, ins nördliche BB sowie den Großraum Berlin reicht. Böen 7, Richtung Küste auch 8, vereinzelt 9 Bft sind das, worüber wir hier reden, im Großen und Ganzen alles wie geplant.
In der nun folgenden Nacht zum Sonntag kommt es bei unseren polnischen Nachbarn zu einer Austrogung, die tendenziell nach Südosten gerichtet ist, so dass wir davon so gut wie gar nicht betroffen sind. Mehr als eine indifferente, nach Südwesten leicht antizyklonal konturierte nordwestliche Höhenströmung springt dabei nicht heraus. Etwaige dynamische Impulse sind nicht zu erwarten. Auch die initialisierende hochreichende und labil geschichtete Kaltluft stößt wenige hundert Kilometer weiter östlich nach Süden vor, wodurch die Schichtung auf deutscher Seite stabil bleibt. Das einzige zyklonale Element, das bei uns noch mitspielt, ist die Kaltfront von YLVI, die aber alles andere als ein Ungeheuer ist. Sie kommt in ihrem Ostteil bis zum Morgen in die mittleren Landesteile voran, während sie nach Westen hin zurückhängt bzw. in stark frontolytischer Umgebung alsbald von der Bildfläche verschwindet. Ohnehin hat die Kaltfront nicht mehr zu bieten hat als ein fragiles Band tiefer Bewölkung, die bei etwa 900 hPa durch eine scharfe Inversion in ihrer vertikalen Mächtigkeit beschränkt ist. Immerhin, das muss man der Front dann doch lassen, erfüllt sie ihre Funktion als Luftmassengrenze. So führt sie rückseitig eine Portion trockener Polarluft (xP; Rückgang T850 auf 0 bis -5°C) in die Nordosthälfte, in der es verbreitet aufklart. Für Luftfrost wird es aber kaum reichen, weil der Nordwestwind zwar nachlässt, aber nicht completto tutto einschläft.
Dafür kann es im präfrontalen Süden unter klarem Himmel in der inzwischen urgealterten Polarluft bevorzugt in Senken und Mulden stellenweise leichten Luftfrost geben. Frost in Bodennähe ist häufiger anzutreffen, übrigens auch weiter nördlich.
Sonntag ... beginnt der Höhenrücken sich über dem nahen Atlantik zu regenerieren, während gleichzeitig der o.e. Trog mit seinem Südrand das Schwarze Meer erreicht. Für den Vorhersageraum bedeutet das weiterhin eine nordwestliche, in ihrer Intensität recht schwache Höhenströmung, in die sogar ein ganz flacher Sekundärtrog eingelagert ist. Abgesehen von hohen Wolkenfeldern, die vornehmlich über den Westen und Süden hinwegziehen, wird das Trögelchen aber nichts bewerkstelligen können, weil die Luftmasse im Land knochentrocken und gänzlich ungeeignet für nennenswerte Wolkenbildung, geschweige denn für irgendwelchen Niederschlag ist. Hinzu kommt Druckanstieg und Refresh des Bodenkeils, der sich einmal mehr mit nordwest-südost-exponierter Divergenzachse genau über Deutschland legt.
So wird der morgige Sonntag seinem Namen alle Ehre machen, indem nämlich die Sonne dem Tag über weite Strecken ihren Stempel aufdrückt. Zwar halten sich in einem von der Nordsee bis zur östlichen Mitte verlaufenden Korridor noch einige Restwolken der ehemaligen Kaltfront oder es bilden sich aus der bis ca. 850 hPa reichenden labilen Grundschicht einige flache Cum hum. Dass dadurch aber nachhaltig die Tagesbilanz der Sonnenscheindauer versaut wird, kann man nicht behaupten. Interessant dabei die Temperaturentwicklung gegenüber heute: Während sich der Norden trotz frisch eingeflossener Polarluft aufgrund erhöhter Einstrahlung auf höhere Temperatur freuen kann (12 bis 17°C, nur direkt an der See bei auflandigem Wind weiterhin frischer), müssen die anderen Landesteile leichte, aber akzeptable Einbußen hinnehmen. So fließt ganz flach auch in weite Teile Süd- und Westdeutschlands etwas frischere Luft ein, was in Höchstwerte zwischen 16 und 21°C mündet. Lediglich im äußersten Südwesten (Saarland, Vorderpfalz, südlicher Oberrheingraben) ändert sich nicht viel mit erneut 21 bis 24°C.
Der Wind kommt je nach Lage zur Divergenzachse aus den Sektoren Nordwest bis Nordost und lebt mitunter leicht böig auf (sogenannte Sonnenböigkeit), ohne aber das Interesse der Warnmeteorologen zu wecken.
In der Nacht zum Montag ändert sich wenig an der Großwetterlage. Bei überwiegend klarem oder nur gering bewölkten Himmel kommt die trockene Luftmasse zur Ruhe, was erneut das Thema Frost auf den Plan ruft. Gebietsweise in der Luft, flächendeckend am Boden, im Norden und Osten z.T. sogar mäßig (Boden). Ausgenommen vom Frost die Ballungszentren und größeren Flusstäler West- und Südwestdeutschlands, der unmittelbare Küstensaum sowie etwas höher gelegene Gebiete. Aufgrund der Tatsache, dass die scharfe Inversion meist direkt aufliegt, reichen schon wenige Dekameter in der Höhe, um aus einer negativen eine positive Tiefsttemperatur zu machen. Noch nicht ganz klar ist, ob von der Nordsee wieder mal tiefe Bewölkung reindriftet (wenn, dann dürfte sie aber nicht weit kommen) oder ob nur etwas Feuchte advehiert wird, welche die Bildung von Strahlungsnebel begünstigt oder ob am Ende überhaupt nichts passiert.
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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... gibt es den Ausführungen der heutigen Frühübersicht nichts Substanzielles hinzuzufügen. Trotz einer sich anbahnenden Störung von der Nordsee her, sollte sich die Erwartung im Hinblick etwaigen Regen in Grenzen halten. Wobei das fast euphemistisch formuliert ist. Wahrscheinlich wird so gut wie nichts passieren, weil schlichtweg die Luftmasse nicht passt. Berücksichtigen wir die mittelfristigen Prognosen bis nächsten Donnerstag (30.4.), dann zeichnet sich in weiten Landesteilen ein deutlich zu trockener Monat ab. Lediglich im Osten und Nordosten wird die Bilanz aufgrund des Stark-/Dauerregenereignis vom vergangen Sonntag und Montag positiv ausfallen.
Modellvergleich und -einschätzung
Keine Ergänzungen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 25.04.2026 um 10.30 UTC
Andauernder Hochdruckeinfluss mit ruhigem Wetter, am Dienstag durch einen Randtrog vorübergehend erhöhte Schauerneigung, zum Wochenende leicht unbeständig
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 02.05.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag befindet sich ein mit Kaltluft angereichertes hochreiches Tief über Osteuropa und dreht sich dort ein. Ein Trog reicht von dort über den Ostseeraum zu einem Höhentief über der Südwestlichen Nordsee, das sich im Tagesverlauf zur Bretagne verlagert. Schwach ausgeprägte Randtröge schwenken über Polen und der Osthälfte Deutschlands südwärts. Ein Höhenhoch befindet sich westlich von Irland. Sein Rücken wölbt sich über dem Europäischen Nordmeer auf. Eine zweite Achse reicht zur Bretagne. Am Boden befindet sich der Schwerpunkt des Hochs über Schottland. An seiner Südflanke werden mit einer nordöstlichen Anströmung feuchtere Luftmassen nach Norddeutschland geführt und es kann gebietsweise den ein oder anderen Schauer geben. Im Süden hält sich noch mildere Luft mit einer 850 hPa-Temperatur von 9 Grad, im Nordosten wirkt kältere Luft mit einer 850 hPa-Temperatur von -2 Grad. Diese kältere Luft breitet sich im Tagesverlauf über die gesamte Osthälfte aus.
Am Mittwoch erreicht ein neuer Trog von der Ostsee kommend Polen und schwenkt südwärts über die Tatra nach Ungarn. Das Höhentief über der Bretagne verlagert sich nordwestwärts über die Biskaya ins Seegebiet südwestlich von Irland. Gleichzeitig verlagert sich ein hochreichendes Hoch von Schottland in die Nordsee und führt zu einer blockierenden Omega-Lage. Entsprechend befinden wir uns zunehmend in einer nordöstlichen bis östlichen Strömung, wobei sich die kalte Luft in der Osthälfte nach Sachsen zurückzieht. Im Südwesten geht die 850 hPa-Temperatur auf 6 Grad zurück, während sie in der Osthälfte bei -2 Grad liegt. An der Ostflanke des Hochs über Schottland wird etwas feuchtere und mildere Luft in den Norden Deutschlands gelenkt. Die 850 hPa-Temperatur steigt im Nordwesten auf 5 Grad an. Nach dem IFS-Lauf ist es am Mittwoch in der Osthälfte wechselnd bewölkt. An den Alpen ist der ein oder andere Schauer nicht ausgeschlossen. Besonders in Hochlagen im Südwesten frischt der Wind aus östlichen Richtungen vorübergehend auf.
Am Donnerstag verlagert sich das Hoch über die Nordsee ostwärts. Die nach Frankreich gerichtete Rückenachse verbindet sich mit einer von Nordafrika nordwärts reichenden. Der von Ungarn aus südwärts schwenkende Trog verhindert mit einem Abtropfvorgang über Süditalien, dass sich der Rücken von Frankreich aus ostwärts bewegen kann. Das Höhentief südwestlich von Irland verlagert sich wenig nordwärts. Die blockierende Omega-Lage dauert damit an. Während in die Westhälfte wieder mildere Luftmassen mit einer 850 hPa-Temperatur von 11 Grad vordringen, erwärmt sich die Luft im Südosten auf etwa 3 Grad im 850 hPa-Niveau. Es zeigen sich nur wenige Wolken am Himmel.
Am Freitag zieht ein neu ausgebildetes Höhentief von Süditalien nach Griechenland. Das Hoch wandert ostwärts und sein Schwerpunkt wird in der Höhe über Polen und am Boden über den Karpaten gerechnet. Die Achse reicht über Deutschland und Frankreich ins westliche Mittelmeer. Ein hochreichendes Tief bei Irland verlagert sich nordostwärts in den nördlichen Teil der Nordsee. Deutschland gelangt nun endgültig auf die wärmere Seite. Von Südwesten strömt mildere Luft ein, die 850 hPa-Temperatur liegt verbreitet bei 11 Grad. Im Verlauf des Tages nähert sich im Nordwesten ein Trog an. Damit nimmt in der Nordwesthälfte die Bewölkung zu, es bleibt aber noch trocken.
Am Samstag verlagert sich die Achse des Höhenrückens von der Mitte Deutschlands südostwärts nach Österreich. Das Höhenhoch wandert zur Westukraine. Das Höhentief über der nördlichen Nordsee wird von einem Höhentrog eingefangen, der von Westen auf die Britischen Inseln zuläuft. Am Boden zieht ein Tief von der nördlichen Nordsee nordostwärts. Ein Ausläufer schwenkt von der Deutschen Bucht nach Deutschland. Hebungsprozesse und ansteigende Labilität führen zu Schauern. Die Temperaturdifferenz von rund 23 Kelvin zwischen dem 850- und dem 500-hPa-Niveau sprechen nach derzeitigem Stand gegen Gewitter. Im Südosten wirkt der Einfluss des Bodenhochs über den Karpaten und sorgt dort freundliches Wetter. Dort bleibt die 850 hPa-Temperatur bei rund 11 Grad, während rückseitig des Troges kältere Luftmassen in den Nordwesten einsickern. Dort geht die 850 hPa-Temperatur auf 4 Grad zurück.
In der erweiterten Mittelfrist von Sonntag bis Dienstag verlagert sich ein umfangreiches mit Kaltluft angereichertes Höhentief von Island zur Nordsee. Die mildere Luft wird nach Süden und Südosten abgedrängt und von Nordwesten kommen kältere Luftmassen nach. Die 850 hPa-Temperatur geht im Norden auf -2 Grad zurück. Von Frankreich aus erreicht ein Kurzwellentrog den Südwesten und Süden und lässt das Schauerrisiko deutlich ansteigen. Sonst bleibt die Niederschlagsneigung weitestgehend gering.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der aktuelle IFS-Lauf simuliert den Dienstag sehr ähnlich zu den beiden gestrigen Modellläufen. Erst zum Mittwoch zeigen sich kleine Unterschiede. Der Kaltlufttropfen über der Biskaya liegt nach aktuellem IFS-Lauf etwas nördlicher als in beiden Vorläufen. Die Lösung mit zwei Kaltlufttropfen die vom Höhentief über Osteuropa abgetropft sind und im gestrigen 0-UTC-Lauf simuliert wurde, fehlte schon beim 12-Uhr Lauf gestern und fehlt auch beim aktuellen IFS-Lauf. Beide sehen einen Kaltlufttropfen über der Ukraine und Trog über Österreich nach Bayern, der südwärts schwenkt. Diese Unterschiede setzen sich so auch am Donnerstag fort. Keine signifikanten Unterscheide gibt es beim Höhenhoch über der Nordsee. Der westliche Kaltlufttropfen bei Irland läuft schneller als in den Vorläufen Richtung Schottland (bzw. war bei gestrigen 0-Uhr Lauf noch gar nicht da). Größere Unsicherheiten stellt der von Nordwesten her hereinschwenkende Trog dar, der schneller und etwas intensiver im aktuellen IFS-Lauf gerechnet wird.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Am Dienstag ist die Grundstruktur in allen Modellen abgebildet, auch wenn bei GFS das Höhentief im Bereich der Südwestlichen Nordsee lediglich als Trog simuliert wird. Im Tagesverlauf bildet sich bei GFS ein Höhentief im Bereich der Alpen, auch UK lässt sein Höhentief Richtung Westalpen ziehen. IFS und ICON lassen das Höhentief als Kaltlufttropfen zur Bretagne oder in die Biskaya verlagern. Das Höhenhoch über Schottland wird überall in ähnlicher Position gerechnet. Am Mittwoch lassen alle Modelle dieses in die Nordsee wandern. Unterschiede gibt es bezüglich des Kaltlufttropfens, der bei GFS und UK nicht abgebildet ist und dort stattdessen ein Trog nach Südfrankreich oder darüber hinaus simuliert wird. In beiden Varianten stellt sich die blockierende Lage weniger stark dar. Am Freitag sieht die Grundstruktur wieder bei allen Modellen besser dar. Das nach Osten wandernde Höhenhoch reicht mit seiner Achse nach Nordwestafrika. Bei GFS ist diese Achse und das Höhenhoch deutlich westlicher gerechnet. Dort fehlt auch ein Trog, der bei anderen Modellen von Island aus südwärts in den nahen Ostatlantik reicht. Diese Unterschiede setzen sich auch am Samstag fort.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen beim Geopotential sind recht gut gerechnet mit nur geringer Streuung. Von Dienstag bis Donnerstag steigt das Geopotential überall an, was mit zunehmendem Einfluss des Höhenhochs gut korreliert. Ab Freitag sinkt das Geopotential und ab Samstag nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Die Streuung der Temperaturkurve ist stärker ausgeprägt. Bis Freitag steigt sie an, danach geht sie zurück. Der Kontrolllauf sinkt zu Wochenbeginn im Nordwesten in das untere Drittel, was bedeutet, dass der Kaltluftvorstoß eventuell doch nicht so stark ausfallen würde. Die Ensembles bei den Niederschlägen zeigen kaum oder keine Niederschlagssignale bis Freitag. Ab Samstag gibt es Niederschlagssignale, der Kontrolllauf ist auch hier im unteren Drittel der Streuung abgebildet. Wie schon beim Geopotential nehmen die Unsicherheiten zu.
Die Clusteranalysen zeigen von Donnerstag bis Samstag (t+120 h bis t+168 h) lediglich drei Cluster. Tendenziell wirkt über Osteuropa tiefer Luftdruck und ein Höhenhoch sitzt im Bereich der Britischen Inseln - klimatologisch ein Blocking-Szenario. Zum Samstag setzt sich in Cluster 1 mit 23 Mitgliedern tiefes Geopotential vom Europäischen Nordsee ins nördliche Osteuropa durch, während sich südlich von Grönland ein umfangreiches Höhenhoch positioniert - klimatologisch ein atlantischer Rücken. Cluster 2 mit deterministischem und Kontrolllauf besteht aus 16 Mitgliedern und Cluster 3 mit 12 Mitgliedern rechnen am Samstag weiter ein Blocking-Szenario mit leicht unterschiedlicher Intensität. Im Zeitschritt Sonntag bis Dienstag (t+192 h bis t+240 h) wird lediglich ein Cluster angeboten.
Am Sonntag herrscht tiefes Geopotential über Nord- und Westeuropa - klimatologisch ein positives NAO-Szenario. Am Montag reicht das tiefe Geopotential von Nordosteuropa nach Mitteleuropa. Demgegenüber steht hohes Geopotential über dem Atlantik - klimatologisch ein atlantischer Rücken. Am Dienstag wird tiefes Geopotential vom Atlantik bis zum Nordmeer angeboten - klimatologisch ein positives NAO-Szenario.
FAZIT:
Unterm Strich deutet sich eine recht stabile blockierte Lage an: Ein Höhenrücken über Nordwesteuropa hält die atlantischen Tiefs meist auf Abstand, während über Osteuropa eher tiefdruckgeprägte Strukturen vorherrschen. Für Deutschland heißt das: oft ruhiges, eher trockenes Wetter, aber mit einer spürbaren Zweiteilung - in der Osthälfte kühler, nach Westen zu milder. Zwischendurch können ein paar Randtröge durchrutschen und etwas mehr Wolken oder einzelne Schauer bringen:
Dies ist besonders auf den Dienstag bzw. am Mittwoch auf die Südosthälfte konzentriert. Zum Wochenende gerät Deutschland auf die Rückseite der nach Osten schwenkenden Rückenachse und damit in den Zustrombereich milderer Luftmassen. Ein Trog von der Nordsee kommend wird wetterwirksam mit leicht unbeständigem Schauerwetter. In der nächsten Woche deutet sich von Norden her ein neuer Kaltluftvorstoß an - hier sind die Unsicherheiten jedoch noch groß.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
In der Mittelfrist zeigen sich aktuell mit einer Ausnahme keine markanten Wettergefahren. Und selbst diese bezieht sich nur auf vorübergehend auffrischenden Wind am Mittwoch in höheren Lagen des Schwarzwalds, wo Sturmböen auftreten können. Allerdings könnte der leichte Frost in Bodennähe zu Beginn der Mittelfrist insbesondere für die bereits fortgeschrittene Vegetation ein nicht zu vernachlässigendes Thema sein.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOS-MIX, GFS, UK-10
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried





