Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Samstag, den 21.02.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
W z

Gebietsweise windig, im Bergland stürmisch, besonders am Montag. Wiederholte Regenfälle und im Bergland Tauwetter.

Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC

Samstag... stellt sich die Wetterlage nachhaltig um. Ein markanter Kurzwellentrog zieht, verbunden mit einer Okklusion über Ostdeutschland ab nach Polen. Dahinter folgt ein breiter Höhenrücken, der im Tagesverlauf über die Nordsee und Benelux näherkommt. Dieser wird von Warmluftadvektion überlaufen, die in Verbindung mit der Warmfront eines Tiefs über dem Atlantik steht. Schon mit der Okklusion wird ein Schwall milder Meeresluft zu uns geführt, der die Reste der Kaltluft im Nordosten ausräumt. Mit der Übergreifenden Warmfront verstärkt sich die Zufuhr milder Meeresluft weiter. Im Nordosten ist bis in den Vormittag hinein leichter Regen oder Sprühregen zu erwarten, wobei sich von Westen her die mildere Luft dank des recht kräftigen Gradienten auch in diesen Gebieten rasch durchsetzt. Am Morgen ist anfangs Glatteis ganz im Nordosten mit dabei; allerdings entspannt sich die Glatteislage schon am zeitigen Vormittag bald.

Mit dieser kommt von Südwesten und Westen her erneut Regen auf, der bis auf die mittleren Regionen übergreift. Im südwestdeutschen Bergland und an den Alpen können in Staulagen lokal mehr als 20 mm innerhalb von 12 Stunden zusammenkommen, wobei die Schneefallgrenze bis über 1500 m, in den östlichen Mittelgebirgen bis in die Gipfellagen
ansteigt. Daher dürfte sich im Bergland das Tauwetter verstärken. In Lagen darüber schneit es teilweise kräftig, besonders in den Alpen.

In exponierten Höhenlagen sind Sturmböen Bft 8/9 (auf dem Brocken bis 10 Bft) aus Westsüdwest zu erwarten, an der See bleiben Windböen Bft 7 auf exponierte Küstenabschnitte beschränkt.
Mit der kräftigen westlichen Strömung setzt sich größtenteils milde Luft mit Temperaturen zwischen 7 und 12°C durch. In Ostseenähe wird es mit 3 bis 6°C noch nicht so mild.

In der Nacht zum Sonntag kommt der Höhenrücken bis Mitteleuropa voran. An der Warmfront eines Randtiefs nördlich von Schottland sind im Nachtverlauf von Westen her weitere Regenfälle zu erwarten. In Staulagen können erneut 10 bis 15 mm in 12 Stunden zusammenkommen. Dabei steigt auch an den Alpen die Schneefallgrenze auf mehr als 1500 m an, so dass das Tauwetter andauert. Gegenüber Samstag tagsüber zeigt sich die Windsituation kaum verändert. Dabei bleibt es frostfrei, abgesehen von ein paar Gipfellagen im Bayerischen Wald und in den Alpen.

Sonntag... gelangt Deutschland unter den breiten Warmsektors des an den Färöern vorbei ziehenden Randtiefs. Die nachfolgende Kaltfront greift schleifend auf Deutschland über und arbeitet sich zögernd bis in die mittleren Regionen voran. Dabei regnet es nach kurzer Pause erneut verbreitet und die Zufuhr sehr milder Meeresluft verstärkt sich in große Landesteile, T850 liegt bei +4°C. In Staulagen können wieder 10 bis 20 mm fallen, vereinzelt mehr, so dass die Schneereste in Hochlagen weiter schmelzen. Ein paar Auflockerungen kommen im Süden zustande und eventuell postfrontal im Nordwesten wo eine stark erwärmte Meereskaltluft einströmt. Ansonsten hält sich starke Bewölkung. Mit der kräftigen Strömung sind in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge Sturmböen Bft 8/9 und auf dem Brocken schwere Sturmböen zu erwarten. Im Westen, im Lee einiger Mittelgebirge sowie an den anfälligen Küstenabschnitten sind Windböen Bft 7 aus Südwest bis West möglich.
Die Tageshöchsttemperaturen erreichen bei guter Durchmischung 10 bis 15, im Nordosten und ganz im Norden 5 bis 9°C.

In der Nacht zum Montag sind im Bereich der schleifend bis Süddeutschland ausbreitenden Kaltfront weitere Regenfälle zu erwarten, die später von Nordwesten zwar nachlassen. Dann sind aber über der Nordhälfte in der einströmenden labilen Meeresluft und gestützt durch flache Tröge Schauer auf dem Programm. In den süddeutschen Gebirgen sind in Staulagen wieder 10 bis 15, lokal 20 l/m² an Regen möglich. Die Schneefallgrenze liegt weiterhin bei 1000 bis 1500 m.

Es bleibt frostfrei. Der Westsüdwestwind lässt zwar etwas nach, an der See und im Süden bleibt es aber windig (einzelne 7 Bft Böen) und im Bergland teilweise stürmisch, in Böen 8 bis 9 Bft.

Montag... nähert sich von Westen her wieder ein breiter Höhenrücken, während sich stromab ein Trog formiert hat, der nach Osteuropa abwandert. Dabei steigt der Druck von Südwesten und über Frankreich bringt sich ein Hochdruckgebiet mit mehr als 1025 hPa in Stellung, was ein seiner Nordostseite eine Gradientverschärfung zur Folge hat.
Wir liegen dabei unter einer nordwestlichen Höhenströmung, die zunächst zyklonal geprägt ist. In der erwärmten labilen Meeresluft gibt es in der Nordosthälfte teils recht kräftige Schauer und einzelne kurze Gewitter, teils mit Graupel und stürmischen Böen (in 1000m Höhe an die 40 kt).
Die Kaltfront im Süden kommt bis in den Alpenraum voran um dort wiederum stationär zu werden und in den Warmfront des nächsten Atlantiktiefs überzugehen. Auch die frontalen Regenfälle im Süden nehmen schauerartigen Charakter an und ziehen sich in die Regionen südlich der Donau zurück.

Durch den kräftigen Druckgradienten und die Konvektion treten recht verbreitet steife Böen aus West auf, an der Nordsee und im Bergland stürmische Böen und exponiert im Bergland Sturmböen.

Die Temperaturen liegen meist bei 10 bis 15°C, nur im Norden gebietsweise weniger und an der Ostsee teils nur bei 5°C.

In der Nacht zum Dienstag lassen Schauer und Regen nur kurz nach. Warmluftadvektion in Verbindung mit einer nächsten Warmfront bringt im Verlauf der Nacht in einem breiten Streifen von Westen und Nordwesten bis in den Südosten Deutschland längere Zeit Regen, gebietsweise auch wieder um 10 l/m². Der Südwest- bis Westwind lässt etwas nach. Vor allem im Bergland ist es aber weiter windig mit einzelnen stürmischen Böen oder Sturmböen in Gipfellagen.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren ähnlich.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner