Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 05.04.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Am Ostermontag im Nordosten noch sehr windig bis stürmisch, sonst unter Hochdruckeinfluss (QUIRIN) Wetterberuhigung mit bis Dienstag immer größeren Sonnenanteilen.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Aktuell ... geht der erste Tag des zweitägigen Osterwochenendes so allmählich in die Crunchtime. Bis Mitternacht werden aber noch knapp 6 Stunden "nachgespielt", in denen durchaus noch was passieren kann. Allerdings, während beim Fußball die Nachspielzeit häufig durch Hektik, zunehmende Giftereien der Protagonisten und mitunter auch sonst ganz komische Sachen geprägt ist, lässt sich beim heutigen Osterwetter eher eine gewisse Abklingtendenz konstatierten. Nun gut, der heutige Sonntag hatte ja durchaus was zu bieten, insbesondere auf dem Sektor Wind/Sturm (leider mit Negativschlagzeilen aus dem Raum Flensburg). Kein Wunder, standen und stehen wir doch immer noch unter der Ägide eines äußerst prominent aufgestellten Sturm- respektive Orkantiefs, das bei uns RAPUNZEL heißt, international aber den Namen Dave trägt. RAPUNZEL hat heute Morgen die nördliche Nordsee Richtung Südnorwegen gekreuzt, wobei es mit knapp über 970 hPa im Kern den Höhepunkt seiner Entwicklung erreicht hatte. Mittlerweile ist das Tief in Südschweden angekommen und hat sich auf etwa 980 hPa aufgefüllt. Weiter geht's in den nächsten Stunden in Richtung Bottnischer Meerbusen und schlussendlich finnisches Festland, wobei der Auffüllprozess weitere Fortschritte macht.
Mit jedem Kilometer mehr, den RAPUNZEL zwischen sich und den Vorhersageraum legt, steigen die Chancen von QUIRIN, von Beruf Hochdruckgebiet, von Frankreich her bei uns Fuß zu fassen. Schon seit geraumer Zeit steigt der Luftdruck, was von Südwesten her eine allmähliche Auffächerung des Gradienten und mithin eine beginnende Abnahme des lebhaften, zeitweise recht ruppigen Südwest- bis Westwinds zur Folge hat. Die Kaltfront, die es tagsüber bis in die Mitte geschafft hat, dabei aber von einer flachen Welle aufgehalten wurde, überquert mit Mühe noch den zentralen Mittelgebirgsraum südwärts, wo es ihr durch den überlagerten Druckanstieg aber zusehends an den Kragen geht. Oder anders ausgedrückt, sie beginnt sich von Westen her aufzulösen. Dass ganz im Süden anfangs noch einige Schauer und Gewitter unterwegs sind, ist weniger der Kaltfront als vielmehr einer vorlaufenden Konvergenz geschuldet, die sich in der präfrontalen subtropischen Warmluft (xS) gebildet hat. Bis zum Morgen sollte das Thema aber durch sein, weil sich die Schauer/Gewitter entweder abschwächen oder in die Alpen verziehen.
(Elektrische) Schauer treten anfangs auch noch in der Nordhälfte auf, wo ein flacher, sich nur langsam amplifizierender Potenzialtrog ostwärts schwenkt. Ansonsten aber lockern die Wolken in der stark abgetrockneten maritimen Polarluft (mP) bis zum Morgen vielerorts auf. Im Bergland tritt lokal leichter Luftfrost auf, Frost in Bodennähe dürfte etwas öfter beobachtet werden (Westen, Nordwesten, Mitte). Wolkig bis stark bewölkt bleibt es meist südlich der Donau. Und was geht beim Wind? War da weiter oben nicht von Austrudeln, von Abklingen die Rede? Antwort ja, allerdings mit einem klassischen Aber. Im größten Teil des Landes sorgen weiterer Druckanstieg plus Tagesgang für eine nachhaltige Windabnahme. Selbst in den fast chronisch windigen Hochlagen des Berglands wird es immer weniger, auch wenn man jetzt nicht direkt von Einschlafen sprechen kann. Windig bis stürmisch geben sich nach wie vor die Küsten mit Böen 7-8, anfangs vereinzelt 9 Bft um West, auch wenn gerade an der Nordsee gewisse Abschwächungstendenzen nicht zu negieren sind.
Montag ... schlägt RAPUNZEL über Südfinnland einen Haken, indem sie einer inneren Eingabe folgend (schuld ist natürlich die Drehung der steuernden Höhenströmung von Südwest auf Nordwest) über den Finnischen Meerbusen hinweg südostwärts driftet. Uns hier vor Ort kann das aber ziemlich schnuppe sein, weil sich der Druckanstieg weiter fortsetzt und auch das Potenzial Gewinne verzeichnet. So wird aus der heute noch weitgehend zonal konfigurierten Strömungskonstellation ein stark meridional geprägtes Muster mit einem vom westlichen Mittelmeer bis hoch zur Grönlandsee reichenden Rücken. Dieser wird flankiert von einem schmalen, dem Cut-Off (Dienstag) geweihten Potenzialminimum über den nahen Ostatlantik sowie dem o.e., sich östlich von uns weiter amplifizierenden Trog. Das Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt von etwa 1027 hPa bis zum Abend in die Nähe des Ijsselmeers.
Der zunehmende antizyklonale Einschlag sorgt für Absinken und weiteres Abtrocknen der maritimen Polarluft (T850 0 bis -5°C, nur ganz im Süden, wo die KF gar nicht mehr richtig hingekommen ist, etwas wärmer) von oben her. Die Inversion wird auf 800 bis 850 hPa heruntergedrückt. Aus der darunterliegenden labilen Grundschicht entwickeln sich zwar einige Quellungen, trotzdem bekommt die Sonne genügend Möglichkeiten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Ganz im Süden (Alpenvorland/Alpenrand) kann es allerdings etwas dauern, bis die zähen Wolkenreste aus der Nacht aufgedröselt, zerstückelt und final aufgelöst werden. Trocken bleibt es auch, lediglich im Nordosten sind ein paar wenige schwache Schauer nicht ganz ausgeschlossen.
Ganz los sind wir den Wind auch morgen noch nicht, was ein wenig dem Haken des Tiefs, vor allem aber dem kräftigen Druckanstieg von Südwesten geschuldet ist, der im Nordosten einen mer als leidlichen Gradienten aufrechthält. Insbesondere von Schleswig-Holstein bis hinunter zur Lausitz frischt der West-Nordwestwind angetrieben durch den Tagesgang spürbar und stark böig auf mit Spitzen der Stärke 7-8 Bft. In Teilen Vorpommerns ist sogar die Wahrscheinlichkeit für Sturmböen 9 Bft sehr hoch, was weniger auf den Gradienten als vielmehr auf den prominenten Höhenwind zurückgeht. Maxima von rund 45 Kt sowohl auf 925 als auch 850 hPa können über Land durch die Tageslabilisierung relativ problemlos trockenadiabatisch runtergemischt werden, während über See der kalte "Fuß" hinderlich wirkt. Wie auch immer, es nicht ausgeschlossen, dass in den Regionen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald nicht sogar eine schwere Sturmböe 10 Bft den Weg in die Wetterchroniken findet. Zum Abend hin nimmt der Wind gerade im Binnenland aber merklich ab.
Bliebe zum Schluss nur noch der Blick auf die Temperatur, die morgen in weiten Landesteilen einen gewissen Dämpfer erfährt. In der Nordosthälfte werden es maximal 9 bis 15°C, sonst 14 bis 19°C, ganz im Südwesten stellenweise um 20°C.
In der Nacht zum Dienstag wölben sich Rücken und Bodenhoch weiter auf bei gleichzeitig leichter Progression gen Ost. Während die Hauptachse des Rückens noch 200 bis 300 km westlich von uns verbleibt (Referenz 500 hPa), schiebt sich die Divergenzachse des länglich konfigurierten Bodenhochs direkt zu uns rein. Am Morgen verläuft sie etwa vom Dollart bis hinunter zum Fichtelgebirge (+/- versteht sich) und markiert dabei eine Art virtueller Luftmassengrenze im nicht-klassischen Sinne, die die weiterhin in den Norden und Osten einströmende Polarluft (T850 -2 bis +1°C) von deutlich milderen Luftmassen im Südwesten trennt (T850 in Südbaden und dem westlichen Alpenrand am Morgen bis zu +9°C).
Im Großen und Ganzen präsentiert sich die Nacht in Deutschland gering bewölkt oder klar ohne große Nebelambitionen. Einzig im äußersten Nordosten könnten von der Ostsee her tiefe Wolken landeinwärts driften. Der West-Nordwestwind an der Ostsee verliert peu a peu an Fahrt, gerade im Raum Rügen und Darß sind aber selbst am Morgen noch ein paar steife Böen 7 Bft denkbar. Es verwundert nicht, dass angesichts der genannten Rahmenbedingungen die Frostwahrscheinlichkeit wieder zunimmt, wenn auch nicht überall. So dürften die unmittelbare Küstenregion und der Nordosten (Wind, gebietsweise Wolken) sowie Teile West- und Südwestdeutschlands (mildere Luft) weitgehend luftfrostfrei bleiben, während Bodenfrost durchaus ins Kalkül gezogen werden muss.
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Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC
Dienstag ... behalten die Aussagen der Frühübersicht ihre Gültigkeit. Es wird z.T. sehr sonnig (wolkenlos) mit großen Temperaturunterschieden zwischen Nordost und Südwest.
Modellvergleich und -einschätzung
Den Aussagen des Haupttextes kann an dieser Stelle nichts Substanzielles hinzugefügt werden.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Sonntag, den 05.04.2026 um 10.30 UTC
Zunächst trocken und teils warm, Donnerstag mit Gewittern Abkühlung, danach wieder viel Sonne, aber in den Nächten verbreitet Frost oder Bodenfrost.
Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 12.04.2026
Am Mittwoch liegt Deutschland an der Ostflanke eines Höhenkeils, der sich von Frankreich bis ins Nordmeer erstreckt. Durch diesen Keil wird ein Bodenhoch mit Schwerpunkt über Lappland gestützt. Ausgehend von diesem Hoch reicht ein Keil über den Nordosten Deutschlands hinweg bis zum Bosporus. Mit einer schwachen östlichen bodennahen Strömung fließt trockene gealterte Polarluft ein, die sich im Westen und Südwesten Deutschlands zusehends erwärmt. Am Donnerstag verlagert sich der Keil mit seiner Achse unter Verkürzung der Wellenlänge nach Deutschland. Ein nachfolgender Trog überquert bis zum Abend bereits die Britischen Inseln, wobei die vorgelagerte Tiefdruckrinne auf den Westen Deutschlands übergreift. Vorderseitig kann dank Einstrahlung und einfließender feuchterer Luft etwas CAPE generiert werden; zudem erreicht die niedertroposphärische Scherung signifikante Werte. Allerdings greift bis weit in die Tiefdruckrinne hinein Kaltluftadvektion über, was die Wetterwirksamkeit möglicher Entwicklungen dämpft. Dennoch können sich ab dem Abend im Westen und Südwesten Gewitter entwickeln, wobei Gefahr von Sturmböen besteht. Gegenüber dem gestrigen Modelllauf wird diese Entwicklung insgesamt verzögert simuliert. Die anderen Landesteile verbleiben noch unter Hochdruckeinfluss. In der Nacht zum Freitag tropft der Trog rasch nach Südwestdeutschland aus. Im Bereich des Cut-Off-Tiefs können zwar die Niederschläge, die anfangs im Süden noch von Gewittern durchsetzt sein können, etwas in Richtung Mitte ausweiten. Bedingt durch die gesamttroposphärische Abkühlung im Bereich dieses Höhentiefs gehen die Niederschläge oberhalb 600 bis 800 m in Schnee über. Wahrscheinlich bliebt es östlich der Weser und in den östlichen Mittelgebirgen noch weitgehend trocken.
Am Freitag verlagert sich das Cut-Off-Tief über die Westalpen hinweg in den Golf von Genua. Damit wird der Weg frei für einen Höhenkeil, der sich von der Nordsee bis nach Nordwestrussland ausweitet und das dort liegende Bodenhoch stützt, das mit einem Keil bis nach Südengland reicht. An dessen Südflanke setzt sich von Norden her wieder antizyklonaler Einfluss durch. Die Niederschläge ziehen sich daher in den Süden Deutschlands zurück, wobei oberhalb von 800 m noch meist Schnee fällt. An den Alpen sind mehr als 10 cm Neuschnee vorstellbar. Zudem kann in den kamm- und Gipfellagen der östlichen Mittelgebirge und auf Alpengipfeln der Wind mit Böen bis Sturmstärke auffrischen. In der Nacht zum Samstag lässt der Schneefall auch an den Alpen alsbald nach. In der einfließenden kühleren Luft werden auch bei kräftiger Einstrahlung tagsüber nur wenig mehr als 15 Grad erreicht. In den Nächten ist dann verbreitet mit leichtem Frost oder zumindest Frost in Bodennähe zu rechnen.
Am Samstag macht sich der Einfluss eines sich zur nördlichen Adria ziehenden Höhentiefs bemerkbar, was vor allem am östlichen Alpenrand weitere leichte Schneefälle zustande kommen lässt. Am Sonntag kommt ein weiteres Höhentief ins Spiel, das sich nach Tschechien verlagert und im äußersten Osten Deutschlands geringe Niederschläge aufkommen lässt. Ansonsten hält sich an der Südflanke einer Hochbrücke, die von einem Hoch nördlich der Azoren bis zu einem weiteren Hoch über Westrussland reicht, antizyklonaler Einfluss. Im Westen und Südwesten Deutschlands ist dann ein leichter Temperaturanstieg vorstellbar, ohne dass jedoch die 20 Grad-Marke erreicht wird. Im Nordosten sowie im Bergland sind kaum mehr als 10 Grad zu erwarten. In den Nächten besteht weiterhin Frostgefahr. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum spaltet sich die Frontalzone vor Westeuropa auf. Während der nördliche Ast in Richtung Nordmeer gerichtet ist, erstreckt sich der südlichere Ast in den Mittelmeerraum. Die über Fennoskandien, wie sie von den gestrigen Modellläufen gezeigt wurde, wird daher schwächer simuliert. Vielmehr stellt sich dann ein eher wechselhafter Wettercharakter ein, wobei die Temperaturen tagsüber aufgrund mangelnder Einstrahlung eher etwas zurückgehen. Bei längerem Aufklaren muss jedoch weiterhin mit leichtem Frost oder zumindest Frost in Bodennähe gerechnet werden.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Donnerstag wird die oben beschriebene Entwicklung auch von den gestrigen Modellläufen gestützt. Danach simulieren die aktuelleren Modellläufe den Cut-Off-Prozess des Troges über den Britischen Inseln etwas weiter westlich, wodurch die damit einhergehenden Niederschläge gegenüber dem gestrigen 00 UTC-Lauf nicht so weit nach Osten ausgreifen. Freitagmittag ergibt sich hinsichtlich der Lage des Höhentiefs bzgl. des 00 UTC-Laufes des Vortages bereits ein Phasenunterschied von knapp 1000 km. Demzufolge setzt sich danach auch wieder rascher antizyklonaler Einfluss durch. Von länger andauernden Schneefällen an den Alpen kann dann keine Rede mehr sein. Das betrifft auch die Blockierung über Fennoskandien, die vom aktuellsten Modelllauf nur noch in abgeschwächter Form gesehen wird.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis Donnerstagmittag wird die oben beschriebene Entwicklung von allen Modellen ähnlich simuliert. Danach wird der die Britischen Inseln überquerende Trog unterschiedlich behandelt. Während dieser nach EZMW rasch zum Golf von Genua austropft, erfolgt nach UK10 dieser Cut-Off-Prozess in Richtung Tirol und nach ICON noch weiter östlich etwa entlang der Oder. Hierdurch wird auch die Windentwicklung an der Rückseite der korrespondierenden Tiefdruckrinne unterschiedlich gezeigt. Nach ICON und UK10 wären demnach Sturmböen im östlichen Bergland die Folge. GFS hat wie am Vortag diesen Trog und auch dessen Austropfen nicht im Programm, das Modell des kanadischen Wetterdienstes zeigt den Trog schwächer und verlagert diesen über die Nordsee hinweg am Freitag bis nach Nordostdeutschland. Am Wochenende ergibt sich dann wieder bei allen Modellen ein ähnliches Bild, wobei EZMW noch am zyklonalsten geprägt ist. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum zeigt sich gegenüber der oben beschriebenen Version bei GFS und auch beim kanadischen Modell wieder eine ausgeprägte Blockierung mit einem kräftigen Hoch über Nordskandinavien (kanadisches Modell) oder einer Hochbrücke, die von den Britischen Inseln über Südschweden bis nach Westrussland reicht, wie bei GFS zu sehen ist. Beide Modelle setzen daher ab dem Wochenende auf Erhaltungsneigung.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des GFS favorisiert eine Blockierung über Südskandinavien und dem Ostseeraum, die nicht so weit nach Westen reicht wie beim deterministischen Lauf. Von einem Austropfprozess wie oben beschrieben lassen sich auch beim EPS keine Indizien finden. Hierfür gab es lediglich bei weiter zurückliegenden Modellläufen schwache Signale. Der Spread ist insgesamt gering und wird erst ab dem zweiten Aprilwochenende etwas größer, wobei auch dann selbst für GFS Niederschlagssignale nur sehr spärlich ausgeprägt sind. Das EPS des EZMW zeigt gegenüber dem hauseigenen deterministischen Lauf bis weit über das zweite Aprilwochenende hinaus noch Signale für eine Blockierung über Fennoskandien und zudem bis nach Mitteleuropa hinein nur einen geringen Spread. Dies ergibt sich auch beim Clustering gemäß Großwetterlagen, wo Troglagen über Mitteleuropa nur bei Einzelmembern zu sehen sind. Nahezu durchweg wird eine östliche Strömung simuliert, die jedoch ab dem zweiten Aprilwochenende zusehends zyklonaler geprägt ist. Wie beim EPS des GFS divergieren die Einzellösungen auch hier erst ab dem zweiten Aprilwochenende merklich. Bemerkenswert ist im Westen und Süden Deutschlands der in der Nacht zum Freitag erfolgende Temperatursturz, der von nahezu allen EPS-Membern mitgetragen wird. Abgesehen von Donnerstagabend und Freitag bleiben nennenswerte Niederschläge aus, so dass die Trockenheit andauern dürfte.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Unter Hochdruckeinfluss sind zunächst keine markanten Wetterereignisse zu erwarten. Ab Donnerstagabend ziehen von Westen und nachfolgend von Südwesten her Gewitter auf, die mit Sturmböen einhergehen können. Nachfolgend erfolgt eine markante Abkühlung, wobei die Niederschläge oberhalb 600 bis 800 m in Schnee übergehen. Mehr als 10 cm Neuschnee sind jedoch selbst in Staulagen unwahrscheinlich.
Am Freitag können sich die Niederschläge an den Alpen staubedingt verstärken, wobei dort oberhalb von etwa 800 m um 10 cm Neuschnee nicht auszuschließen sind. Zudem frischt im Osten der Wind auf, in den Kamm- und Gipfellagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge sowie auf Alpengipfeln und bedingt durch den Leitplankeneffekt in deren Vorland muss mit Sturmböen Bft 8/9 gerechnet werden. Diese Entwicklung ist jedoch noch nicht sicher.
Da sich ab Freitag spürbar kühlere Luft durchsetzt, muss in den Nächten dann wieder nahezu deutschlandweit mit leichtem Frost oder zumindest Frost in Bodennähe gerechnet werden.
Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann





