Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 12.08.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Hochdruck, Trockenheit und aus Südwesten wieder zunehmende Hitze.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Aktuell ... nähert sich aus Westen unaufhaltsam die Achse des zugegebenermaßen vergleichsweise flachen Höhenrückens an. Dieser wird im Norden von flachen Randstörungen überlaufen (Mindestmaß an PVA und WLA), die sich aber hierzulande bestenfalls in Form zeitweise dichterer mehrschichtiger Bewölkung in Küstennähe äußern.
Das dazugehörige Bodenhoch RALF hat inzwischen unserer Landesgrenzen schon wieder ostwärts verlassen und hangelt sich die polnische Ostseeküste entlang zum Raum Danzig. Damit bleibt die bodennahe Strömung bei uns vielfach schwach und vorwiegend aus Ost bis Südost.
Die Nacht verläuft sonst ruhig und klar, so dass man sich ganz dem Spektakel der Sonnenfinsternis und Sternschnuppen (Perseiden) widmen kann. Allerdings sollte man zu später Abendstunde ein Jäckchen parat haben, die Taupunkte sind vielfach einstellig, über der südlichen Mitte gar um die 0°C. Waibstadt nördlich von Stuttgart um 18 Uhr MESZ mit 31,0°C über -3,5°C - entspricht 11 Prozent relativer Feuchte!
Entsprechend kühlt es bis Mitternacht rasch auf unter 20°C ab, im Osten und Norden stellenweise schon bis 12°C. In den Städten im Süden, Südwesten und Westen Deutschlands bleibt es dagegen noch länger warm bei 24 bis 20°C. In den Frühstunden liegen die Temperaturen zwischen 16°C Grad entlang des Rheins und bis örtlich 7°C in der Lüneburger Heide, dem Baruther Urstromtal oder auch in Tallagen des Nordhessischen Berglandes.
Donnerstag ... schiebt sich die Achse des Höhenrückens, der sich im Nordteil durch WLA über Südnorwegen etwas kräftigen kann, langsam nach Mitteleuropa. Hoch RALF bleibt mit etwas über 1030 hPa nahezu ortsfest im Raum Danzig liegen. Oberhalb der Grenzschicht dreht die Strömung langsam auf Südost bis Süd, womit neben beständigem Absinken und permanenter Einstrahlung auch advektiv die Heißluft über Frankreich und der Schweiz zunehmend angezapft wird (T850 > 20°C).
Dadurch legen die Höchstwerte allmählich wieder zu und überschreiten von Südwesten bis etwas zur Elbe wieder vermehrt die 30°C-Marke. An Rhein, Mosel und Nebenflüssen sind Maxima zwischen 35 und 37°C zu erwarten. Etwas angenehmer bleibt es noch im Nordosten bei 25 bis 29°C, wobei direkt an der Ostseeküste vereinzelt noch ein dichteres mittelhohes Wolkenfeld dabei sein kann.
Sonst scheint landesweit von früh bis spät die Sonne. Über den Alpengipfeln gibt es am Nachmittag lockere Quellwolken, für einen Schauer reicht es aber nur südlich des Hauptkamms.
In der Nacht zum Freitag schiebt sich die Hochachse langsam in den Osten Deutschlands und macht damit den Westen anfällig für erste Randtröge. Und in der Tat erreicht ein erster, zwischen 500 und 700 hPa sogar recht scharfer Randtrog den Westen und Nordwesten Deutschlands ausgangs der Nacht, der aber (quasi als Abziehbild dieses Sommers) mit der darunter befindlichen, knochentrockenen Luftmasse nicht viel anfangen kann. Deren seichtes Anheben bewirkt allenfalls die Bildung ein paar harmloser, versprenkelter hoher oder mittelhoher Wolkenfelder. Der Ansatz einer bodennahen Tiefdruckrinne folgt erst verzögert über der Doggerbank nach.
Somit bleibt es häufig klar und es kühlt auf meist 18 bis 13, im östlichen Bergland teils nochmals bis 8°C ab. In den Ballungsräumen im Westen und Südwesten droht eine Tropennacht mit etwas über 20°C im Minimum.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... zwar keilrückseitig, aber noch immer sehr antizyklonal geprägt und weitgehend störungsfrei. Erst in der Nacht zum Samstag vereinzelte abgehobene Gewitter im Westen und Nordwesten nicht gänzlich ausgeschlossen. Dazu tagsüber noch Steigerung der Hitze auf vielerorts 33 bis 38°C.
Mehr Details in der heutigen Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
Nichts Erwähnenswertes.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 12.08.2026 um 10.30 UTC
Wetterwende: Nach heißem Start am Samstag von Westen aufkommend teils kräftige Schauer und Gewitter. Nachfolgend Abkühlung und wechselhaft.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 19.08.2026
Die Hitze geht zu Ende! Und es gibt sogar die Möglichkeit auf Niederschläge! Tatsächlich manifestiert sich der Wetterwechsel zum kommenden Wochenende auch im neuesten Lauf des EZMW.
Zum Beginn der Mittelfrist am kommenden Samstag gibt es jedoch noch einen Tag mit außer im Norden verbreiteter, in der Mitte und im Südwesten regional teils großer Hitze mit Temperaturen zwischen 30 und 38 Grad. Möglich wird das durch einen blockierenden Rücken, der sich vom zentralen Mittelmeer bis zum Baltikum erstreckt und der ein Hoch über Osteuropa stützt. An der Westflanke davon strömt aus Süden sehr warme bis heiße Subtropikluft mit T850 hPa von 15 bis 23 Grad nach Deutschland. Im Tagesverlauf wird allerdings auch schon die Wetterwende eingeläutet. Diese resultiert aus einem Trog, der vom Nordmeer ausgehend bis zur Iberischen Halbinsel verläuft und der auf Ostkurs unterwegs ist. Er bringt ein Tief über Skandinavien in Stellung, welches wiederum von Nordwesten eine Kaltfront nach Deutschland vordringen lässt. Damit steigt das Schauer- und Gewitterrisiko in der Westhälfte an.
Am Sonntag erreicht der Trog den Westen Deutschlands, sodass die Kaltfront des Skandinavientiefs bis zum Abend den Osten überquert und bis zu den Alpen vorstößt. Die T850 hPa sinken bei Drehung auf Nordwest postfrontal auf 4 Grad im Norden bis 11 Grad im Süden.
Am Montag bringt ein flacher Rücken Zwischenhocheinfluss, bevor in der Nacht zum Dienstag der nun über Skandinavien liegende Trog sich mit einem weiteren Trog über dem Nordostatlantik verbindet. Damit können die Ausläufer eines Tiefs nahe der Britischen Inseln Deutschland erfassen.
Im weiteren Verlauf der Woche bzw. bis in die Mittelfrist hinein bis zum übernächsten Wochenende geht aus dem Zusammenschluss ein mächtiger Trog hervor, der dann weite Teile von den Britischen Inseln bis nach Island und bis nach Skandinavien überdeckt. Das Tief zieht im Verlauf dessen über Deutschland und das Baltikum in den Nordwesten Russlands und gestaltet das Wetter wechselhaft mit gebietsweisen Regenfällen, Schauern und Gewittern. In westlicher Strömung liegen die T850 hPa bei 5 Grad im Norden bis 11 Grad im Süden.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die in den Vorläufen propagierte Wetterwende mit dem Ende der Hitze und aufkommenden Niederschlägen bestätigt sich auch im neuen 0 UTC-Lauf vom heutigen Mittwoch. Die Muster werden dabei weiterhin ähnlich gezeigt, allerdings ist der Trog in der neuen Woche nun noch kräftiger. Die Abkühlung ist daher ziemlich sicher, zudem könnten mehr Niederschläge auftreten als es der gestrige 0 UTC-Lauf noch prognostizierte. Der gestrige 12 UTC-Lauf ging auch schon in diese Richtung.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
ICON, GFS und UK10 bestätigen den Wetterwechsel ebenfalls, auch wenn insbesondere beim Trog in der kommenden Woche einige Unterschiede zutage treten. In Konsequenz betrifft das dann aber vor allem die zeitlich-räumliche Verteilungen der in allen 3 Modellen vorhandenen Niederschläge.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen bestätigen für diverse deutsche Städte den Hauptlauf. Ab Montag öffnen sich die Kurven zwar ein wenig, Hauptlauf und Median bleiben aber gut gebündelt. Beim Geopot 500 hPa läuft der Hauptlauf ab der Wochenmitte allerdings an den unteren Rand, sodass die Stärke des Trogeinflusses und damit verbunden auch die Niederschläge etwas unsicher sind. Immerhin tauchen seit langer Zeit wieder vermehrt Niederschlagspeaks auf, vor allem am Samstag/Sonntag und Dienstag/Mittwoch.
CLUSTER:
4 Cluster werden im zweiten Zeitschritt von Montag 0 UTC bis Mittwoch 0 UTC benötigt. Bei den meisten wird der Wechsel von der Blockierung zum atlantischen Rücken vollzogen. Der Trog zeigt sich in teils unterschiedlicher Geometrie, ist aber bei allen Clustern an ähnlicher Position zu sehen. Im dritten Zeitschritt zwischen Donnerstag 0 UTC und Samstag 0 UTC gibt es nur noch 3 Cluster, alle mit atlantischem Rücken. C1 mit 26 Mitgliedern entspricht dem Hauptlauf, in C2 mit 17 Mitgliedern ist der Trog deutlich schwächer und wird sogar von einem flachen Rücken unterlaufen. In C3 mit 8 Mitgliedern zieht der Trog ab Donnerstag ostwärts ab, sodass sich erneut Hochdruckeinfluss durchsetzen könnte.
Die Clusteranalyse bestätigt also das eher unsichere Troggeschehen in der neuen Woche.
FAZIT:
Klar ist: Ab Samstag wird von Nordwesten und Westen her die Wetterwende eingeläutet, sodass die Hitze geht und die Niederschläge kommen. Dabei sind am Wochenende teils auch kräftige Gewitter möglich. Nicht ganz klar ist dagegen, wieviel Nass es von oben in Summe bis in die erweiterte Mittelfrist gibt. Der neueste EZMW-Lauf forciert den Trogeinfluss und die Niederschläge in der neuen Woche, das Ensemble und andere globale Modelle streuen allerdings Zweifel daran. Bleibt für die Natur zu hoffen, dass der Hauptlauf des EZMW Recht behält.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
Am Samstag erreicht MU-CAPE in der Westhälfte moderate Werte bis etwa 1000 J/kg. Dort sind lokal Gewitter mit Sturmböen, Hagel und Starkregen denkbar, Unwetter drängen sich derzeit nicht unbedingt auf. Bei EFI zeigen sich im Nordwesten aber erhöhte CAPE-SHEAR Werte, sodass dort die Organisation von Gewittern etwas besser sein kann und vereinzelte Unwetter möglich sind. Am Sonntag erreicht MU-CAPE präfrontal von der Mitte bis in den Süden 500 bis 1000, im Südosten lokal bis 2000 J/kg. Damit sind erneut eher markante Gewitter zu erwarten, die vor allem im Südosten nachmittags vereinzelt auch unwetterartig ausfallen können. Die Scherung bleibt dann allerdings eher mau. In der neuen Woche nimmt das Gewitterpotenzial zunächst ab, ab Mitte der Woche wieder ein wenig zu. Dann sind aber höchstens lokal markante Gewitter zu erwarten.
DAUERREGEN:
COSMO-LEPS hat für Sonntag am Alpenrand und am Harz Wahrscheinlichkeiten bis 30 % für mehr als 30 l/qm in 24 Stunden im Programm, was aber durch den neuesten Lauf des EZMW-Ensembles nicht bestätigt wird. Ob es daher tatsächlich zu Dauerregen kommt, bleibt noch abzuwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler





