Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 05.11.2026 um 18 UTC
Schlagzeile:
Hochdruckrandlage mit Grenzschichtproblematik
GWL und markante Wettererscheinungen:
SEa
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC
Freitag, den 06.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am heutigen Nachmittag und Abend sowie in der kommenden Nacht zum Freitag keine Änderung zur Frühübersicht. Viel Sonnenschein, von der Schwäbischen Alb bis zum Bodensee und Richtung Allgäu Hochnebel, lokal auch Bodennebel und trocken. Abendliche Werte 9 bis 3 Grad.
In der Nacht zum Freitag meist klar und trocken. Im Nachtverlauf im Nordosten und in den genannten Regionen Süddeutschlands sowie lokal im Thüringer Becken teils dichter Nebel mit Sichtweiten von unter 150 m. Tiefstwerte +4 bis -4 Grad.
Potentielle Warnelemente:
Außer Nebel und Frost in der kommenden Nacht ist nichts Warnrelevantes zu erwarten.
Modellvergleich:
Abgesehen von der üblichen Grenzschichtproblematik zeigen die Modelle keine warn- und prognoserelevanten Unterschiede.
Konsistenz:
Keine signifikanten Unterschiede.
Samstag, den 07.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Auch am Freitag ergeben sich mit Blick zur Frühübersicht keine nennenswerten Diskrepanzen. In einem Streifen von den Niederlanden bis nach Bayern bleibt es wolkenlos und trocken. Im Nordosten beginnt der Tag mit dichtem Hochnebel, oder aber auch mit teils dichtem Bodennebel. Im weiteren Verlauf breitet sich der Hochnebel westwärts aus und erreicht zum Abend in etwa die Linie Bremen - Dresden. Im Nachmittagsverlauf lockert der Hochnebel in MV und im Osten von Brandenburg zeitweise auf. Außer örtlichem Sprühregen unter dem (vertikal mächtigsten) Hochnebel bleibt es auch hier meist trocken. Ähnliches im Süden. Wir starten hier mit dichtem Boden- und Hochnebel in den Tag, wobei dieser nahtlos in dichte, mehrschichtige Aufgleitbewölkung übergeht, aus der es zum späten Nachmittag in Richtung Breisgau/Hegau zeitweise leicht regnet.
Meist schwacher Ostwind, auf Kammniveau der Mittelgebirge zeitweise böig auffrischend (Bft 6 bis 7).
Maxima milde 6 bis 11 Grad, im Dauergrau (z.B. Schwäbische Alb bis ins Alpenvorland) um 3 oder 4 Grad.
In der Nacht zum Samstag bleibt ein meist klarer Streifen vom Emsland über Franken bis zum Bayerischen Wald bestehen und auch im gesamten Nordosten und Osten klart es im Nachtverlauf von Polen (wenigstens zeitweise) auf. Ansonsten dominiert teils dichter Hochnebel, an dessen Rändern auch Bodennebel und im Südwesten mehrschichtige Bewölkung, wobei nur im äußersten Südwesten etwas Nass fällt.
Dies alles bei Minima (bewölkungsabhängig) zwischen +5 und -4 Grad.
Potentielle Warnelemente:
Nach wie vor stehen Nebel und Nachtfrost im Fokus der Warntätigkeit.
Modellvergleich:
Die Modelle simulieren die Großwetterlage einheitlich. Im Detail gibt es noch kleinere Differenzen, die Wetterwirksamkeit der Tiefdruckrinne im Südwesten betreffend, doch mittlerweile erwarten die meisten Modelle etwas Nass im Südwesten (bis 5 mm/12h). ID2 ist sehr optimistisch beim Aufklaren von Osten (Nacht zum Samstag), während die meisten anderen Modelle dies um teils 12h verzögern (erst im Verlauf des Samstags). ICM UW teilt hingegen die Herangehensweise von ID2 und auch mit Blick auf die synoptische Skala macht die Advektion trockenerer Festlandsluft durchaus Sinn.
Konsistenz:
Keine signifikanten Unterschiede.
Sonntag, den 08.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Samstag Fortdauer der Advektion trockener Festlandsluft aus Osten, sodass in weiten Bereichen Ostdeutschlands die Sonne scheint. Man muss allerdings regional hartnäckige Nebel-/Hochnebelhochburgen wie z.B. vom Thüringer Becken bis in die Leipziger Tieflandsbucht bzw. die Donau entlang ins Kalkül ziehen. Ansonsten dominiert im Westen meist eine Mischung aus dichtem Hochnebel, anfangs regional auch mit Bodennebel und gelegentliche Auflockerungen - besonders in Leelagen auch stärker ausgeprägt (z.B. Norden von NRW betreffend teils mit viel Sonnenschein). Abgesehen von einzelnen Tropfen im Südwesten bleibt es trocken und das bei Maxima von 6 bis 10 Grad, bei anhaltendem Nebel um 3 Grad. Schwacher Südostwind, auf dem Kamm der östlichen zentralen Mittelgebirge teils böig auffrischend.
In der Nacht zum Sonntag im Westen meist bedeckt und etwas Nass (unbedeutende Mengen), sonst im gesamten Osten erst klar, im Nachtverlauf mit überregional dichtem Nebel und teils mit Sichtweiten von unter 150 m. Die Minima liegen von West nach Ost zwischen +5 und -4 Grad.
Potentielle Warnelemente:
Im Osten leichter Nachtfrost, gebietsweise Nebel.
Modellvergleich:
Kleinere Differenzen bzgl. der Lage und Zugbahn des Höhentiefs und der Ausrichtung der flachen Tiefdruckrinne im Bodenfeld haben keine warn- und prognoserelevanten Auswirkungen auf das Vorhersagegebiet.
Konsistenz:
Konsistenz gut.
___________________________
Fazit:
Ruhige Hochdruckrandlage mit anhaltender Grenzschichtdynamik ohne signifikante Wettergefahren.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 05.11.2026 um 10.30 UTC
Schlagzeile: Kommende Woche Milderung und zunehmend regnerisch, aber noch große Unsicherheiten.
Synoptische Entwicklung: Am Montag soll nach IFS das Höhentief mit wenig Wetteraktivität langsam über Norddeutschland hinwegziehen. Lediglich über Süddeutschland soll es etwas stärker regnen. Nachfolgend soll sich am Dienstag noch einmal Hochdruckeinfluss durchsetzen, bevor am Mittwoch auf der Vorderseite eines Troges von Südwesten allmählich mildere und feuchtere Luftmassen mit Regenfällen übergreifen. Diese setzen sich am Donnerstag in ganz Deutschland durch. Gleichzeitig kommt es dann auf der Rückseite eines kräftigen Tiefs über dem Nordmeer zu einem Vorstoß polarer Kaltluft bis in die nördlich Nordsee, verbunden mit einem sich südwärts ausweitenden Trog. Dieser dürfte von Norden her für zunehmende Hebung durch PVA sorgen.
Sämtliche übrigen Modelle sind mit dem Vorstoß der milderen und feuchten Luft (unter antizyklonalen Verhältnissen, aber trotzdem mit Regen) wesentlich forscher und schneller als IFS. Vor allem ICON und UK10 zeigen bereits ab Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch Regen bis in den Nordosten des Landes. GFS hat dort noch ein Hoch, das den Regen abhält.
Der nachfolgende Vorstoß der Kaltluft von Norden her wird von ICON und GEM auch gezeigt und von UK10 angedeutet, von GFS dagegen nicht. Das betrifft Deutschland dann aber erst in der erweiterten Mittelfrist.
Potentielle Warnelemente:
Nach aktuellem Stand wird es nächste Woche zwar etwas windiger und regnerisch, allerdings sieht es weder (von einzelnen exponierten Lagen abgesehen) nach einer signifikanten Windlage noch nach Dauerregen aus. Entsprechende Hinweise aus den EPS-Verfahren liegen durchwegs im unter-10%-Bereich.
Nebel wird im Verlauf der nächsten Woche zunehmend unwahrscheinlich, Frost ist dann kein Thema mehr.
Modellvergleich:
Zwischen den Modellen bestehen zwar erhebliche Detailunterschiede, signifikante Wettergefahren erscheinen aber nach allen Szenarien unwahrscheinlich. Lediglich zu Beginn der Woche ist potentieller Dauerregen (um 40 l/qm innert 48 Stunden) im südlichen Bergland nicht ganz ausgeschlossen, IFS-EPS zeigt die entsprechenden Signale.
Etwas ruppiger zur Sache könnte es nächste Woche am Freitag und Samstag werden, wenn nach IFS von Norden her ein Kaltlufteinbruch erfolgt. Dann wären im Vorfeld regional signifikante Regenfälle möglich, vor allem erscheint aber eine Sturmlage nicht unwahrscheinlich.
Konsistenz:
Die Konsistenz ist in der kommenden Woche über alle Modelle hinweg ziemlich schlecht. Deswegen erscheint die Prognose auch noch sehr unsicher. Signifikante Wettergefahren sind aber nach den verschiedenen Entwicklungen nicht wahrscheinlich.
Clusteranalyse:
Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag auf zwei Cluster, die zunächst stark ähnlich sind. Beiden ist eine starke positive Geopotentialanomalie im Bereich Nordwesteuropas bis nach Grönland hin gemein. Damit ist eine starke Westströmung über den Atlantik hinweg geblockt und die Meeresluftmassen kommen entweder auf der Vorderseite des weit südlichen liegenden Troges von Südwesten her (beide Cluster bis Mittwoch), oder bei C1 (27 Mitglieder incl. Kontrolllauf) dann ab Donnerstag zunehmend von Nordwesten her, wo der Trog vorstoßen soll. Hier unterscheiden sich die Cluster, denn bei C2 (24 Mitglieder) blockiert noch ein schwacher Rücken über uns diesen Trog.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen zunächst den Temperaturrückgang im Norden zu Beginn der Woche. Danach zeigt sich im Lauf der Woche ein allmählicher Temperaturanstieg in allen Regionen, allerdings mit erheblichen Unsicherheiten. Des Geopotential soll dabei nur kurz ansteigen und in der zweiten Wochenhälfte wieder fallen. Zum Wochenende zeigt sich beim Hauptlauf ein markanter Temperatureinbruch, das Ensemble spaltet sich dann in einen kalten und einen weiterhin milden Ast. Hier nimmt also die Unsicherheit weiter zu. Niederschlagssignale gibt es in der kommenden Woche reichlich, im Süden sind sie stärker als im Norden.
Fazit: Kommende Woche zunehmend milder und unbeständig, wahrscheinlich kein signifikantes Wetter. Ende nächster Woche Kaltlufteinbruch aus Norden möglich.
Basis für Mittelfristvorhersage:
ICON, IFS-EPS. IFS det. (00 UTC) ist Außenseiter und nicht zu empfehlen.
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann





