Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 28.10.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Ruhiges Hochdruckwetter ohne markante Wetterereignisse.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Aktuell ... schwenkt, eingezwängt zwischen einem umfangreichen Hochdruckgebiet über Osteuropa und einem breiten Höhenrücken, der sich im Laufe der Nacht über die Britischen Inseln hinweg nordwärts aufwölbt, ein flacher Höhentrog über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts. Rückseitig stellt sich eine zunehmend antizyklonal konturierte nordnordwestliche Höhenströmung ein. Die mit dem Trog interagierende Kaltfront des Nordmeertiefs "NAOMI" hat inzwischen auch den Südosten des Landes überquert. Mit der sich postfrontal vorübergehend einstellenden nord- bis nordwestlichen Grundströmung stauen sich noch die Restniederschläge an die Alpen, anfangs auch an die östlichen Mittelgebirge. Vor allem in Südostbayern regnet es noch bis in die Frühstunden gebietsweise leicht, nennenswerte Menge kommen aber nicht mehr zusammen. Dabei sinkt die 850 hPa-Temperatur noch auf nahe 0 Grad, entsprechend kann es vor allem nach Osten zu nachts noch kurzzeitig bis auf etwa 1500 m herab schneien. Ansonsten dominiert Absinken, und entsprechend kommt es zu weiterem Druckanstieg über dem Vorhersagegebiet, bis Donnerstagfrüh verlagert sich der Schwerpunkt des sich verstärkenden Hochdruckgebietes mit über 1030 hPa nach Süddeutschland. An dessen Nordflanke greift aktuell noch ein flacher Bodentrog auf Norddeutschland über und zieht im Laufe der Nacht langsam über den Nordosten des Landes hinweg ostsüdostwärts. Die Luftmasse im Bereich des Troges ist anfangs noch bis über 700 hPa reichend nahezu feuchtegesättigt, erst darüber beginnt sie, durch das Absinken langsam abzutrocknen. Bis Donnerstagfrüh weitet sich die den Trog begleitende kompakte und dichte Bewölkung auf die gesamte Nordwesthälfte aus (etwa von der Eifel bis nach Vorpommern) und vor allem im Nordseeumfeld sowie in Schleswig-Holstein fällt gebietsweise auch etwas Regen oder Nieselregen. Zudem weht mit Durchschwenken des Troges im Nordseeumfeld anfangs noch lebhafter westlicher Wind mit einzelnen steifen Böen (Bft 7) auf Helgoland und über der offenen See, im Laufe der Nacht nimmt er aber ab. Während sich von der Lausitz bis nach Südostbayern noch längere Zeit die dichte Bewölkung der abziehenden Front hält, startet die Nacht ansonsten (also vor allem vom Südwesten über die Mitte bis in den Osten/Nordosten) aufgelockert bis gering bewölkt, gebietsweise sogar wolkenlos. Mit der Entkopplung der Grundschicht breiten sich insbesondere in der Mitte und im Süden in den Niederungen vielerorts Nebel und Hochnebelfelder aus, teilweise mit Sichten von unter 150 m. Dort, wo es länger klar bleibt, kann es in Senken, Mulden und Mittelgebirgstälern stellenweise leichten Frost, häufig aber Frost in Bodennähe geben. Recht mild bleibt es dagegen unter den dichten Wolken im Nordwesten, wo die einströmende Nordseeluft mangels Ausstrahlung nur langsam auskühlt. An der Nordsee liegen die Minima teilweise knapp über 10 Grad, sonst überwiegend darunter.
Donnerstag ... bleibt der Höhenrücken westlich von uns, wobei kräftige WLA vorderseitig eines über das Seegebiet südlich von Grönland vorstoßenden Höhentroges zu weiterem Geopotenzialgewinn führt und der dann breite Rücken abends von der Iberischen Halbinsel über GB und die westliche Nordsee bis weit ins Nordmeer reicht.
Somit dominiert nach wie vor Absinken über Mitteleuropa und das Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über dem Vorhersagegebiet kann sich sogar noch etwas verstärken. An dessen Nordflanke sickert die feuchte Luftmasse in der Grundschicht über dem Nordwesten noch etwas nach Süden und Südosten, wobei sie nur langsam von oben weiter abtrocknet. In Teilen der Norddeutschen Tiefebene sowie am Nordrand der Mittelgebirge (vor allem von Ostwestfalen und Nordhessen über das südliche Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt und Brandenburg) bleibt es gebietsweise ganztägig bedeckt bzw. trüb, hier und da kann es auch etwas nieseln. Lediglich an den Küsten, im angrenzenden Binnenland sowie ganz im Westen gibt es im Tagesverlauf auch mal größere Lücken.
Weiter südlich reicht die Grundschicht bei Weitem nicht so hoch, im Süden lediglich bis etwa 900 hPa. Allerdings gibt es auch dort Regionen, wo sich die nächtlichen Nebel- und Hochnebelfelder nicht mehr in Gänze auflösen. In mittleren Höhenlagen, an den Alpen sowie im höheren südlichen Alpenvorland und im Südwesten scheint dagegen häufig die Sonne.
In den Regionen Süddeutschlands mit beständigem Nebel/Hochnebel steigen die Temperaturen nur auf 5 bis 9 Grad. Ansonsten werden Maxima zwischen 10 und 15 Grad erreicht, im Westen mit Sonne auch etwas darüber. Im Südwesten Deutschlands, an der Südwestflanke des Hochs verschärft sich der Gradient ab den Nachmittagsstunden allmählich. Das macht sich oberhalb der Grenzschicht durch ein Auffrischen des Ost- bis Südostwindes insbesondere auf den Schwarzwaldgipfeln bemerkbar. Warnrelevant sind diese Böen aber eher nicht.
Das Hochdruckgebiet bleibt auch in der Nacht zum Freitag nahezu ortsfest und kann sich sogar noch etwas verstärken. Zusammen mit der zunehmenden Entkopplung der Grenzschicht und nächtlichen Low Level Jets kann es dann im Hochschwarzwald in einigen Kamm- und Gipfellagen steife bis stürmische Böen aus Ost bis Südost geben, ob es sogar für Sturmböen reicht und diese warnrelevant werden, ist aber noch mehr als fraglich.
Ansonsten stehen Grenzschichtphänomene im Fokus der Prognose- und Warntätigkeit. Im Norden und Osten bis in die nördliche Mitte kühlt die kompakte und nach wie vor höher reichende feuchte Luftmasse mangels Ausstrahlung nur langsam aus, die Minima liegen meist zwischen 9 und 4 Grad, an der Nordsee auch darüber. Dort gibt es auch seltener Nebel (lediglich dort, wo die Nacht aufgelockert bzw. gering bewölkt beginnt) und die Hochnebel- bzw. Stratusfelder weiten sich tendenziell eher noch aus.
Im Süden und Südwesten, vor allem dort, wo die Nacht gering bewölkt beginnt, steigt gegenüber der Vornacht die Wahrscheinlichkeit für leichten Frost bzw. Frost in Bodennähe etwas an. Aber auch dort weiten sich Nebel- und Hochnebelfelder aus. Allgemein sinken die Temperaturen in diesen Regionen aber auf unter 5 Grad.
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Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC
Freitag ... ist den Ausführungen in der Frühübersicht nichts hinzuzufügen.
Modellvergleich und -einschätzung
Im Fokus der Warn- und Prognosetätigkeit gelangt in den kommenden Tagen eindeutig die Grenzschichtproblematik. Abgesehen davon simulieren die Modelle die Entwicklung ohne nennenswerte Differenzen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 28.10.2026 um 10.30 UTC
Ruhiges Hochdruckwetter. In der Osthälfte gelegentlich schwache Tiefausläufer.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 04.11.2026
Am Samstag reicht der Trog eines Höhentief vom Ostteil der Barentssee bis ins Baltikum, wo ein neues Höhentief abgetropft. Dieses verlagert sich weiter südwestwärts nach Polen. Die Relevanz für uns hält sich arg in Grenzen, weil ein Bodenhoch über Mitteleuropa liegt. Der Schwerpunkt verschiebt sich über Norddeutschland in die Nordsee. Leichte Niederschlagssignale deuten sich im Tagesverlauf für die Osthälfte und im Südosten an. Da sich die Lage der Druckgebilde etwas ändert und die Strömung in der Höhe nach Nordost kippt, kann etwas kühlere Luft in die östlichen Landesteile einsickern. An den Folgetagen bis zum Dienstag wird der Keil nach Osten hin von mehreren Trögen abgeschliffen, regeneriert sich dafür aber über dem nahen Ostatlantik über die Britischen Inseln bis ins Nordmeer. Der Schwerpunkt des Bodenhochs folgt dem und findet sich zum Ende über den Britischen Inseln und der Nordsee wieder. Am Rand des Hochs liegen wir unter einer nördlichen Strömung im Übergangsbereich zum Trog über
Osteuropa. Darin nach Süden ziehende schwache Tiefausläufer und Tröge streifen vor allem die nördlichen und östlichen Landesteile. Hin und wieder kommt es dort zu leichten Niederschlägen. In der unteren Troposphäre (850 hPa) sickert dann etwas kältere Luft ein, der Temperaturrückgang in 2m Höhe fällt gering aus. In der erweiterten Mittelfrist kann sich der Hochschwerpunkt wieder Richtung Mitteleuropa bewegen. Allerdings zieht nach dem neuesten IFS-Lauf zur Wochenmitte von Tschechien kommend ein Höhentief über Süddeutschland westwärts, was am Alpenrand für etwas Niederschlag sorgen kann. Vergleichen mit anderen Modellen stellt dies zum derzeitigen Zeitpunkt eine Einzelfalllösung dar und ist in anderen Modellen und Modellläufen nicht abgebildet.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der letzten Läufe des europäischen Modells ist eigentlich recht gut, abgesehen von Abweichungen, die den Trog östlich von uns betreffen. Damit gibt es auch noch leichte Unsicherheiten, in welchem Maße wir von schwachen Tiefausläufern mit etwas Niederschlag nach Osten
gestreift werden. Die Grundaussage Hochdruckeinfluss mit retrograder Tendenz war meist gegeben. Der heutige 00-Uhr-Lauf rechnet zur Wochenmitte ein Höhentief, das von Tschechien kommend westwärts über Süddeutschland nach Frankreich zieht. In den weiter zurückliegenden Modellläufen ist diese Entwicklung nicht abgebildet.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Globalmodelle bieten keine grundsätzlichen Alternativen. Lediglich der Trog und das Höhentief östlich von uns wird in den anderen Modellen etwas weiter östlich simuliert, was die potentiell schwachen Niederschläge über der Osthälfte und im Südosten weiter abschwächen würde. Das Hoch verlagert sich im Laufe der Mittelfrist westwärts zu den Britischen Inseln. Das sehen die Modelle im Wesentlich gleich. Wie genau dann die Strömung über Mitteleuropa aussieht, ist etwas unsicher. Streifschüsse von Trögen mit kälterer Luft zeigen alle Modelle; Wetteraktivität und Timing sind dabei - wie erwähnt - fraglich.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles anhand der Rauchfahnen stützen die zuvor getroffenen Aussagen weitgehend. Die Kurven der verschiedenen Member und des Kontrolllaufs verlaufen bis zum Wochenende eng gebündelt. Das setzt sich fürs Geopotential 500 hPa nächste Woche fort, mit leicht fallender Tendenz. Die Temperatur 850 hPa ist ab Sonntag mit größeren Unsicherheiten behaftet. Der Spread wird größer, wohl als Resultat der Unsicherheiten, wie nahe uns die Tiefausläufer und Kurzwellen-Tröge kommen. Vor allem für die östlichen und nördlichen Landesteile gibt es Niederschlagssignale, aber nur auf sehr geringem Level. Aus Sicht der Clusterung stehen die Zeichen ganz auf Blocking. Alle Cluster bis 240h werden so einsortiert. Die sechs Cluster zu Beginn, Samstag und Sonntag, unterscheiden sich nicht viel. Eine starke positive Geopotentialanomalie überdeckt West-, Mittel-, und Nordeuropa.
Das ist auch im Zeitraum bis +168h so. Die 2 Cluster unterscheiden sich vor allem im Trog über Osteuropa. Beide Cluster simulieren ein abgetropftes Höhentief, das ins Mittelmeer zieht. In Cluster 1, in welchem der Kontrolllauf gerechnet wird, zieht zur Wochenmitte ein kleinräumiges Höhentief über Süddeutschland westwärts.
Auch für die erweiterte Mittelfrist (1 Cluster) gibt es nichts als Hochdruckeinfluss.
FAZIT:
Hochdruck ist über die gesamte Mittelfrist wetterbestimmend. Lediglich in der Ost- und Südosthälfte besteht besonders am Wochenende Potential für etwas Niederschlag bedingt durch schwache Tiefausläufer, die an einen Trog über Ost- und Ostmitteleuropa gekoppelt sind. Hier gibt es allerdings noch Unsicherheiten über den Verlauf. Mit einer nördlichen Strömung sickert etwas kältere Luft ein.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Keine signifikanten Wettererscheinungen.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos Mix, IFS, ENS, ICON, GFS, UK10
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried





