Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Sonntag, den 04.10.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
BM

Kommende Nacht und morgen Vormittag von den Alpen bis zur Schwäbischen Alb vereinzelt Starkregen, teils mit Blitz und Donner möglich. Morgen Nachmittag abklingend.
Sonst keine markanten Wettererscheinungen.
Nachts gebietsweise dichter Nebel.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC

Sonntag... Deutschland liegt im Einflussbereich einer Hochdruckzone, die sich vom Balkan und der westlichen Ukraine über Deutschland bis zum Hoch über Südengland und dem Seegebiet westlich der Biskaya erstreckt. In der Höhe reicht die Westdrift bis nach Mittelfrankreich und Süddeutschland. Darin eingelagert ist ein eher schwach ausgeprägter Kurzwellentrog, der aber ein Drehzentrum an der Rheinmündung besitzt. Dieses wird zum Tagesende über der Kurpfalz und morgen früh über der Schwäbischen Alb erwartet, wobei sich im Bodendruckfeld kaum Auswirkungen zeigen.
Es bringt aber Südwestdeutschland feuchtere Luft, so dass die PPWs dort auf rund 30 mm ansteigen und Cape-ML auf 50 bis 150 J/Kg ansteigt. Die Modelle reagieren mit einzelnen Schauern im südlichen Baden-Württemberg. Ein Gewitter kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, da keine Sperrschicht auszumachen ist. Für die Auslösung muss aber wahrscheinlich die Orographie herhalten. Im Norden löst sich die noch nachts analysierte Kaltfront auf der Rückseite des ostwärts schwenkenden Kurzwellentroges auf.
Abgesehen vom Südwesten erwartet uns eine meist freundliche Mischung aus Sonne und Wolken bei Höchsttemperaturen von 17 Grad ganz im Norden und bis 23 Grad im Süden.
Der Wind weht an der Küste schwach bis mäßig mit frischen Böen aus Südwest. Sonst ist es abgesehen von Schauerböen schwachwindig.

In der Nacht zum Montag sorgt das oben beschriebene kleine Höhentief von den Alpen bis zur Schwäbischen Alb für weitere Schauer. Cape-MU steigt dort auf 200 bis 400 J/Kg und so simulieren die feinmaschigen Modelle, aber auch die Globalmodelle einzelne Gewitter vor allem in den Frühstunden. Auch die Starkregengefahr nimmt im Allgäu und im südlichen Württemberg nach ICON-D2 zu (>20 l/qm in wenigen Stunden).
Im Rest des Landes herrscht Hochdruckeinfluss, da sich hinter dem Höhentief ein neuer Höhenrücken aufwölbt. Dann stellt sich ein Gemisch ein aus lockeren, im Osten teils noch dichteren Wolken sowie Nebel und Hochnebel, außer vielleicht im Nordosten.
An den Küsten bleibt der Südwestwind erhalten, wird an der Nordfriesischen Küste sogar etwas stärker (einzelne 6er Böen). Sonst bleibt es abgesehen von Schauerböen ganz im Süden schwachwindig.
Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 12 Grad an der Nordsee und 4 Grad örtlich im Osten sowie in einigen Mittelgebirgstälern.

Montag... zieht das Höhentief über die Alpen weiter nach Oberitalien und verliert seinen Einfluss auf unser Wetter. Letzte Schauer und Gewitter ziehen damit über dem Südosten Bayerns bis zum frühen Nachmittag ab. Der Höhenkeil über Benelux kann dadurch nach Deutschland schwenken und der Druck steigt, wobei sich über den Alpen ein neues Hoch bildet.
Nach Auflösung etwaiger Nebel- und Hochnebelfelder scheint folglich wieder zeitweise die Sonne, wobei im Norden und im Alpenraum 3 bis 5, sonst 6 bis 9 Stunden Sonnenschein zusammenkommen.
Der Wind weht schwach, im Norden teils mäßig und an den Küsten in Böen frisch bis steif aus Südwest (Bft. 7 vor allem in Nordfriesland. Dort ist in der Nähe zur Frontalzone und zu einem Sturmtief über dem Nordmeer der Gradient etwas erhöht.
Die Temperaturen erreichen 18 Grad im Norden bis 24 Grad an der Weinstraße.

In der Nacht zum Dienstag bleibt der Rücken zusammen mit der mitteleuropäischen Bodenhochdruckzone wirksam. Damit gibt es erneut die bekannten Grenzschichtprobleme mit der Bildung von Nebel und Hochnebel. Im Norden hingegen nimmt die Bewölkung zu und hier und da regnet es geringfügig. Ursache hierfür ist die Annäherung des Frontensystems eines zum Nordkap ziehenden Sturmtiefs. Dieses Frontensystem wird mit dem sich allmählich wieder abflachenden bzw. nach Osten abkippenden Rücken und der damit verbundenen Annäherung der Frontalzone nach Süden gedrückt, ohne Deutschland bis in die Morgenstunden schon zu erreichen.
Der Wind weht allgemein schwach, im Norden teils mäßig und an der See in Böen frisch bis steif (Bft. 6, Nordfriesland vereinzelt 7). Die Temperaturen sinken auf 15 bis 9 Grad im Norden unter den Wolken und auf 9 bis 3 Grad sonst.

Dienstag... Der Höhenrücken schwenkt langsam nach Rumänien, wobei sich dort sogar ein flaches Höhenhoch bildet. Vom Atlantik zieht ein kräftiger Höhentrog zu den Britischen Inseln und ein flaches Höhentief vor Portugal findet zum Tagesende Anschluss an diesen Trog. Die Kaltfront des zur Barentssee ziehenden Tiefs kommt durch Wellenbildung über der Nordsee kaum noch weiter nach Süden voran, aber die Bewölkung im Vorfeld der Front überdeckt das Gebiet vom Emsland und der Deutschen Bucht bis nach Vorpommern. Vereinzelt kann es dabei regnen, wobei die Regensummen über Tag meist unter 2 l/qm bleiben. Ansonsten ist noch der Hochdruckeinfluss wirksam, wobei aber über Deutschland und Frankreich der Luftdruck sinkt und sich ein flaches Tief an der französischen Biskayaküste bildet auf der Vorderseite des nach Portugal ziehenden Höhentroges. Das Temperaturniveau in 850 hPa bleibt relativ hoch mit Werten zwischen 8 Grad im Norden und 12 Grad im Süden. Wir erreichen aber nicht mehr die volle Durchmischung, so dass wir Höchstwerte zwischen 18 Grad auf Sylt und 24 Grad örtlich in Süddeutschland erwarten können.
Der Wind weht im Küstenbereich schwach bis mäßig, in Böen frisch aus Südwest. Ansonsten ist es meist schwachwindig.
In der Nacht zum Mittwoch ändert sich noch nicht viel. Die Wolkendecke im Norden wird mit der Südströmung eventuell etwas nach Norden geschoben, so dass die Nebelgefahr in Teilen Norddeutschlands zunimmt. Auch in der Mitte und im Süden gibt es gebietsweise Nebel bei Tiefstwerten zwischen 10 Grad im Norden und 3 Grad im östlichen Bergland. Im Küstenbereich ist es mit Werten um 12 Grad milder.

Modellvergleich und -einschätzung

Hinsichtlich des Warnmanagements ergeben sich bei den externen Modellen keine anderen Ergebnisse.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden