Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 03.04.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Wa
Zeitweise windig mit Böen Bft 7, an den Küsten und im höheren Bergland auch stürmischen Böen Bft 8, auf dem Brocken Sturmböen. Sonst keine warnwürdigen Ereignisse.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag... gelangt Deutschland von Westen unter einen flachen Höhenrücken. Er stützt im Bodendruckfeld einen Hochkeil, der sich ausgehend vom Azorenhoch über Frankreich hinweg bis nach Mitteleuropa erstreckt. So ziehen Reste der Kaltfront des Tiefs PHYLLIS mit Kern über Südschweden rasch ostwärts ab, vor allem am Vormittag kann es aber von Ostsachsen bis etwa zum Thüringer Wald noch vereinzelt etwas Regen geben. Nachfolgend lockert die Bewölkung unter Absinken auf, sodass sich gebietsweise auch mal längere Zeit die Sonne zeigen kann. Am freundlichsten wird es etwa südlich der Donau, wo der Tag bereits mit wenig Wolken gestartet ist.
Abseits des Südens sind die Wolkenlücken aber nur von kurzer Dauer. Zunächst sorgt ein kaum auszumachender Kurzwellentrog heute Vormittag im Nordwesten für dichtere Bewölkung und vereinzelt etwas Regen. Später greift schließlich von Westen und Nordwesten kräftige WLA auf uns über. Diese steht im Zusammenhang mit der Warmfront des Tiefs QUIANA mit Kern über der Norwegischen See, die am späten Nachmittag auch den äußersten Westen und Nordwesten Deutschlands erreicht. Im Vorfeld zieht mehrschichtige Bewölkung auf, bevor dann am späten Nachmittag und zum Abend hin von der Eifel bis zur Nordsee etwas Regen aufkommt. Die damit verbundenen Regenmengen sind äußerst gering, einzig in Nordfriesland können 1 bis 2 mm fallen.
Mit Annäherung der Warmfront nimmt zudem der Druckgradient zu und auf den Nordseeinseln sind am Abend erste Böen Bft 7 aus Südwest zu erwarten. Auf den Nordfriesischen Inseln sind auch einzelne stürmische Böen Bft 8 nicht ausgeschlossen.
Mit der südwestlichen Strömung wird zunehmend mildere Luft herangeführt. So steigt die Temperatur in 850 hPa im Tagesverlauf etwas an auf Werte zwischen minus 5 und null Grad im Osten und Nordosten und auf null bis plus 2 Grad in den weiteren Landesteilen. So erwarten uns Höchstwerte um 9 Grad im Nordosten und bis 14 Grad im Westen und Süden. Im Süden kann es mithilfe der Sonne lokal auch bis 16 Grad mild werden.
In der Nacht zum Karsamstag kommt die Warmfront über Deutschland weiter ostwärts voran und erreicht in der zweiten Nachthälfte auch die östlichen und südlichen Landesteile. Auch die nachfolgende Kaltfront greift bereits in der zweiten Nachthälfte von Nordwesten über. Sie kommt zunächst relativ rasch bis zur Landesmitte voran. Dort wird sie rückläufig und geht schließlich in die Warmfront eines weiteren Tiefs westlich von Irland über. Entsprechend fällt in der Nacht zunächst an der Warmfront zeit- und gebietsweise leichter Regen, später dann vereinzelt auch in Verbindung mit der Kaltfront, wobei diese wettertechnisch nur schwach ausgeprägt ist. Postfrontal gelangt in den Nordwesten und Norden nochmal ein Schwall maritimer Kaltluft. Am Okklusionspunkt des Frontensystems bildet sich entwicklungsgünstig knapp vorderseitig eines flachen Höhentroges in der Nacht über der Südspitze Norwegens ein Teiltief aus. Es zieht unter leichter Intensivierung über den Oslofjord nach Südschweden. Dadurch verschärft sich der Druckgradient über Deutschland noch etwas. Bedingt dadurch kommen dann auch im Schleswig-Holsteinischen Binnenland und im höheren Bergland, sowie ausgangs der Nacht an der Ostseeküste einzelne Windböen Bft 7 auf. Dabei dreht der Wind von Südwest auf West bis Nordwest. Auf dem Brockenplateau sind auch Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten. Unter der meist dichten Bewölkung bleibt es frostfrei bei Tiefstwerten zwischen 10 und 2 Grad.
Samstag... ziehen Bodentief und Höhentrog über Südschweden hinweg ostwärts in Richtung Baltikum. Ihm folgt von Westen ein Höhenrücken, der sich bis zum Abend vom Südwesten Europas über Deutschland hinweg bis nach Skandinavien aufwölbt. Dadurch gestützt wird ein Hoch mit Schwerpunkt über dem Alpenraum. Der Druckgradient ist zu Tagesbeginn im Norden und Nordosten noch erhöht, sodass am Vormittag von der Nordsee bis nach Vorpommern noch einzelne Böen Bft 7 aus Nordwest auftreten. Rund um Rügen sind auch einzelne stürmische Böen Bft 8 nicht ausgeschlossen. Am Nachmittag fächert der Gradient aber deutlich auf und der Wind lässt rasch nach.
Über dem Osten ist die Warmfront abgezogen, im äußersten Süden bringt sie noch wenige Millimeter, an den Alpen durch den Anstau auch 5 bis 10 mm Regen. Die Kaltfront über der Mitte bleibt schwach ausgeprägt, sodass es in deren Umfeld nur vereinzelt zu Schauern kommt. Mit Vorankommen des Tiefs bei den Britischen Inseln kommt sie am Nachmittag als Warmfront wieder bis in den Nordwesten voran.
Im Bereich der Fronten bleibt es oft dicht bewölkt. Größere Auflockerungen und mehr Sonne gibt es im Norden, am Nachmittag auch wieder im Südwesten. Am Nachmittag werden oft milde 14 bis 18, im Küstenumfeld, im höheren Bergland sowie am Alpenrand 8 bis 13 Grad erreicht.
In der Osternacht wird das Tief bei Schottland, das sich mittlerweile zu einem Sturmtief gemausert hat, für uns interessanter. Es zieht unter weiterer Intensivierung über die Shetlands hinweg in Richtung Nordwegen. Dadurch nimmt auch hierzulande der Gradient zwischen dem weiterhin hohen Luftdruck über dem Alpenraum und dem Tief zu. Wenngleich das eigentliche Sturmfeld des Tiefs uns nicht erreicht, frischt doch der Wind auch hierzulande in Laufe der Nacht merklich auf. So kommt es im Nordwesten und bis nach Schleswig-Holstein zu Böen Bft 7, in Nordfriesland auch zu stürmischen Böen Bft 8 aus Südwest. Auf dem Brocken gibt es Sturmböen Bft 9, ausgangs der Nacht auch schwere Sturmböen Bft 10 oder orkanartige Böen Bft 11.
Die Warmfront zieht über die Nordhälfte hinweg ostwärts, zeigt aber im antizyklonalen Umfeld abgesehen von dichteren Wolken kaum Wetteraktivität. Die nachfolgende Kaltfront erreicht in den Frühstunden den äußersten Nordwesten. Entsprechend fällt dort etwas Regen. Sonst bleibt es trocken, im Osten und Süden stellen sich auch größere Auflockerungen ein. Die Temperatur sinkt auf 12 Grad am Niederrhein und bis 2 Grad im Osten und Südosten ab.
Sonntag... kommt der Osterhase und bringt neben Eiern und Schokolade auch windiges, zumindest in Teilen aber auch sehr mildes Wetter mit. Unser Sturmtief zieht vor die Norwegische Küste, wo es sich einnistet. Präfrontal gelangt mit dem lebhaften Südwestwind sehr milde Luft zu uns mit Werten in T850 hPa im Süden bis 9 Grad. So steigt die Temperatur im Osten und Süden auf Werte zwischen 19 und 23 Grad an.
Die Kaltfront erreicht bis zum Abend etwa eine Linie Berlin-Eifel. Im Frontbereich liegen die Temperaturen am Nachmittag meist zwischen 15 und 19 Grad, rückseitig im Nordwesten im Bereich erneut einfließender Meereskaltluft werden nur 9 bis 15 Grad erreicht.
Nicht überall verläuft der Ostersonntag trocken. Im Norden und später auch in der Mitte fällt zeitweise leichter Regen. Im Süden bleibt es überwiegend trocken. Ob sich dort im Tagesverlauf ausgehend vom Bergland einzelne Schauer oder gar Gewitter (ICON-EU) entwickeln (etwas CAPE wird simuliert), bleibt abzuwarten. Aus heutiger Sicht ist dies eher unwahrscheinlich, da die Schichtung zu trocken erscheint. Zudem liegt teilweise noch Schnee, der das Ganze zusätzlich dämpft.
Der erhöhte Druckgradient sorgt dafür, dass im Norden und in der Mitte verbreitet Böen Bft 7 aufkommen, im äußersten Norden sowie im höheren Bergland treten stürmische Böen Bft 8, auf dem Brocken schwere Sturmböen Bft 10 aus Südwest bis West auf. Am Nachmittag fächert der Gradient mit Abzug des Bodentroges und Annäherung eines neuen Hochs von Frankreich wieder auf und der Wind lässt langsam wieder nach.
Viel Sonne gibt es vor allem im Süden und auch noch längere Zeit im Osten. Sonst ist es eher dicht bewölkt, bevor es am Nachmittag im Norden wieder auflockert.
In der Nacht zum Ostermontag kommt die Kaltfront bis in den Süden voran. Der nachfolgende Höhentrog schwenkt über Deutschland hinweg ostwärts und nachfolgend baut sich über Westeuropa und den Britischen Inseln ein neuer Rücken auf. Er stützt im Bodendruckfeld ein umfangreiches Hoch mit Schwerpunkt über Nordostfrankreich und dem äußersten Westen Deutschlands. In der Mitte und im Süden fällt gebietsweise leichter Regen, im Norden können im Trogbereich einzelne Schauer auftreten.
Der erhöhte Druckgradient bleibt im Norden und Nordosten noch erhalten, vor allem an den Küsten treten weiterhin Böen Bft 7 bis 8 um West auf. In der einfließenden Meereskaltluft lockert die Bewölkung von Norden auf und die Temperatur sinkt auf 6 bis 1 Grad ab. Im äußersten Südosten bleibt es unter dichteren Wolken etwas milder.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle zeigen die Wetterentwicklung weitegehend übereinstimmend. Signifikante Unterschiede gibt es nicht.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 03.04.2026 um 10.30 UTC
Anfangs der Woche einige Tage Hochdruckeinfluss mit großen Temperaturunterschieden zwischen Nordost und Südwest.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 10.04.2026
Zum Beginn der Mittelfrist stellt sich ein omega-ähnliches Strömungsmuster ein mit einem langgestreckten, zunehmend schmaler werdenden Rücken, dessen Achse von Tunesien über die Westhälfte Deutschlands bis in den Raum Spitzbergen verläuft. Flankiert wird der Rücken von einem Trog über Osteuropa sowie einem abtropfenden Trog über dem nahen Atlantik. Leicht nach Osten versetzt erstreckt sich eine vom Nordpolarmeer bis zum zentralen Mittelmeer reichende Hochdruckzone, die das Wettergeschehen in Deutschland bis einschließlich Mittwoch bestimmt. Es stellt sich verbreitet störungsfreies und trockenes Wetter mit viel Sonnenschein ein.
Bemerkenswert sind die ausgeprägten Temperaturgegensätze zwischen Nordost und Südwest: Während die Temperatur in 850 hPa (T850) am Mittwoch zwischen Vorpommern und Lausitz bei rund -4 °C liegt, werden an der Grenze zur Schweiz Werte bis +12 °C erreicht. Entsprechend werden im Osten lediglich 11 bis 15 °C erwartet, während im Westen sehr milde 19 bis 24 °C erreicht werden. In den Nächten tritt in der Osthälfte leichter Frost auf, während es im Westen trotz klaren Himmels frostfrei bleibt und Tiefstwerte bis etwa 9 °C erreicht werden. Der Wind weht im Nordosten anfangs frisch aus nördlichen Richtungen, wobei an der Ostsee sowie im angrenzenden Binnenland starke bis stürmische Böen (Bft 7 bis 8) auftreten können. Im weiteren Verlauf dreht der Wind zunehmend auf östliche Richtungen.
Am Donnerstag ändert sich zunächst nur wenig. Deutschland verbleibt weiterhin unter Hochdruckeinfluss mit Schwerpunkt über Skandinavien. Allerdings greift von Westen her ein okkludierendes Frontensystem auf Westdeutschland über, das mit einem abtropfenden Trog verbunden ist. Das blockierende Hoch dürfte jedoch noch stark genug sein, um ein weiteres Vordringen zunächst zu verhindern.
Erst am Freitag tropft das zugehörige Tief ab und beeinflusst vor allem den Westen Deutschlands. Dort kommt es zu schauerartigen Niederschlägen, während der übrige Landesteil weiterhin unter Hochdruckeinfluss verbleibt. Die zuvor bestehenden Temperaturgegensätze werden dabei allmählich abgebaut, da mit dem abgetropften Tief auch kühlere Luft in den Westen geführt wird.
Gegen Ende der nächsten Woche verlagert sich der Schwerpunkt des Hochs weiter nach Norden und macht den Weg frei für einen erneuten Trogvorstoß von Westen, der über Deutschland abtropfen kann. Damit verbunden wären eine Abkühlung sowie zunehmende Niederschläge, im Bergland auch Schnee. Aber diese Entwicklung steht noch auf wackligen Füssen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des IFS-Modells des ECMWF kann bis einschließlich Donnerstag als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Demnach stellt sich Hochdruckeinfluss mit steigenden Temperaturen ein. Grund dafür ist ein Hochkeil, der sich vom Mittelmeerraum bis nach Skandinavien aufwölbt und sich zu einem abgeschlossenen Höhenhoch entwickelt. Dieses wird von einem osteuropäischen Trog bzw. Höhentief sowie einem Trog über Westeuropa flankiert, der sich in zwei abgeschlossene Höhentiefs (Cut-offs) aufspaltet. Eines davon soll am Donnerstag nach Deutschland ziehen. Diese Entwicklung ist jedoch mit großer Unsicherheit behaftet. Nach einer Erwärmung zu Beginn der Woche folgt eine erneute Abkühlung, wobei sowohl deren Intensität und Nachhaltigkeit als auch das damit verbundene Niederschlagsgeschehen noch offen sind.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis Mittwoch zeigen die anderen Globalmodelle eine weitgehend ähnliche Entwicklung: die Aufwölbung eines Hochkeils, der über Skandinavien ein Drehzentrum aufweist. Während IFS, GFS und UK10 für Donnerstag ein Abtropfen eines Troges über Frankreich bzw. den Britischen Inseln simulieren, nimmt ICON eine Sonderrolle ein und lässt den Trog über dem Nordmeer durchschwenken. Dadurch bleibt die Hochachse über Deutschland erhalten.
In der Folge nimmt die Prognoseunsicherheit ab Donnerstag deutlich zu, sodass belastbare Aussagen derzeit nur eingeschränkt möglich sind. Wahrscheinlich ist, dass nach einigen Tagen ruhigen Wetters wieder eine zunehmend wechselhafte Witterung einsetzt, insbesondere gegen Ende der kommenden Woche.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen verschiedener Städte sind bis Mittwoch eng gebündelt und zeigen ein Temperaturminimum zum Montag sowie eine markante Erwärmung mit einem Maximum zum Mittwoch. Dieser Temperaturanstieg geht mit einer trockenen Phase und zunehmendem Geopotenzial einher, entsprechend zunehmendem Hochdruckeinfluss. Ab Mittwoch nimmt die Streuung deutlich zu: Ein Teil der Member favorisiert weiterhin milde und hochdruckgeprägte Verhältnisse, während andere einen erneuten Temperaturrückgang sowie sinkendes Geopotenzial mit ersten Niederschlagssignalen andeuten.
Die Clusteranalyse zeigt im Zeitraum t+72 bis t+96 h nur ein Cluster mit einem aufwölbenden Rücken, der sich vom Mittelmeerraum bis nach Skandinavien erstreckt. Im Zeitraum t+120 bis t+168 h ergeben sich zwei Cluster, wobei Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 2 liegen. Beide Cluster zeigen eine Blockinglage mit einem Rücken über Mitteleuropa und einem Geopotenzialmaximum über Skandinavien, flankiert von zwei Trögen. In der erweiterten Mittelfrist werden weiterhin zwei Cluster berechnet, ebenfalls mit Haupt- und Kontrolllauf in Cluster 2. Unterschiede bestehen jedoch in der Ausprägung: Während Cluster 1 die Hochachse über Deutschland belässt, etabliert sich in Cluster 2 stärker ein abgeschlossenes Höhenhoch über Skandinavien. Dadurch können sich die Tröge über West- und Osteuropa einander annähern und sich über Mitteleuropa verbinden, womit der Hochdruckeinfluss beendet wäre.
Fazit:
Bis Mittwoch gestaltet sich das Wetter in Deutschland ruhig. In der Folge ist sowohl eine Fortdauer der stabilen Wetterlage als auch ein Übergang zu einer wechselhafteren und wahrscheinlich wieder kühleren Witterungsphase möglich, insbesondere gegen Ende der kommenden Woche.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
WIND:
Nur am Montag gibt es markanten Wettererscheinungen mit stürmischen Böen (Bft 7-8, exponiert bis 9) im Nordosten und vor allem an der Ostsee aus Nordwest.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix mit IFS-EPS sowie ICON/IFS.
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marco Manitta





