Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 30.03.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
An den Alpen bis Mittwoch anhaltender Schneefall. Sonst nachts nachlassende Schauer- und Gewittertätigkeit. Am Dienstag vor allem im Osten nochmals einzelne Gewitter.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Aktuell ... liegt Deutschland unter einem mit Höhenkaltluft angefüllten Höhentrog, der vom Nordmeer über Mitteleuropa hinweg bis in den zentralen Mittelmeerraum reicht. Er kommt in der Nacht durch ein blockierendes Hoch über Osteuropa nur wenig weiter ostwärts voran, stattdessen wird er durch einen weiteren Höhenrücken über Westeuropa in die Zange genommen und beginnt in Richtung Italien abzutropfen.
Unter dem Einfluss des Troges haben sich heute in der rückseitig einer Okklusion eingeflossenen maritimen Polarluft zahlreiche Schauer und bei Temperaturen in 500 hPa bis -35°C auch einzelne Gewitter entwickelt. Diese Schauertätigkeit wird sich in der Nacht einerseits durch den sich etwas weiter vorschiebenden Höhenrücken und steigendem Luftdruck am Boden und andererseits der sich Richtung Süden verabschiedenden höhenkältesten Luft von Nordwesten nachlassen. Vor allem vom Erzgebirge bis zum Schwarzwald und den Alpen muss aber weiterhin mit Schauern gerechnet werden. Die Schneefallgrenze sinkt von 600 bis 800 m heute tagsüber in der Nacht auf etwa 400 m ab, sodass es teils auch bis in die Niederungen Süddeutschlands etwas Schnee geben kann. Neuschneemengen mit wenigen Zentimetern wird es aber nur im höheren Bergland oberhalb von etwa 600 m geben.

An den Alpen setzt sich die Staulage mit länger anhaltenden Schneefällen weiter fort und dauert voraussichtlich bis Mittwochmittag an. Entsprechende Warnungen sind bereits seit gestern aktiv. Dort sind im gesamten Warnzeitraum oberhalb von 1000 m 20 bis 40 cm Neuschnee in 48 Stunden wahrscheinlich, in einzelnen Staulagen auch bis 50 cm. Oberhalb von 600 bis 800 m fallen bis Dienstagnachmittag meist 5 bis 10, lokal bis 20 cm Neuschnee. Der Wind lässt deutlich nach. Am Rande eines weiteren Bodentroges über Südskandinavien sind aber vor allem im Nordseeumfeld weiterhin einzelne Böen Bft 7 aus Nordwest wahrscheinlich.
In Verbindung damit und dem Trogresiduum über der Ostsee zeigt sich vor allem in der zweiten Nachthälfte nochmal eine auflebende Schauertätigkeit im Ostseeküstenumfeld.
Die Bewölkung bleibt in der Nacht meist dicht. Die Temperatur sinkt auf 5 bis 1°C ab. In Lagen ab etwa 600 m muss mit Tiefstwerten um den Gefrierpunkt mit entsprechender Glättegefahr gerechnet werden, südlich der Donau tritt Frost mit -1 bis -3°C auf.

Dienstag ... weitet sich der Höhenrücken von Großbritannien weiter in Richtung Südskandinavien aus. Er stützt weiterhin ein Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt westlich der Biskaya von dem aus ein Keil Richtung Mitteleuropa gerichtet ist. In der Höhe dominiert nach wie vor Tiefdruckeinfluss. Dabei gibt es zwei Höhentiefs, die aus dem Abtropfprozess hervorgegangen sind. Zum einen das Richtung Italien ziehende und zum anderen ein kleinräumiges, das von der Ostsee Richtung Ostdeutschland zieht. Somit facht die Schauertätigkeit auch in der Mitte und im Norden wieder auf. Einzelne Gewitter sind im Bereich der labilsten Luft vor allem über dem Nordosten und Osten zu erwarten. Der Höhenwind hat im Vergleich zu heute nachgelassen, sodass stärkere Böen in Verbindung mit Konvektion unwahrscheinlich sind. Oberhalb von 600 bis 800 m kann sich erneut etwas Schnee untermischen. Mit einer Schneedecke ist aber nicht zu rechnen. Am Nachmittag lässt die Schauertätigkeit im Nordwesten und Norden nach. Unabhängig davon stauen die Niederschläge an den Alpen weiter an und bringen vor allem oberhalb von 1000 m weiteren Neuschnee.
Am Rande des von Südskandinavien über die Ostsee Richtung Polen ziehenden Bodentroges kann der Wind auch im norddeutschen Binnenland vorübergehend auffrischen und dort für einzelne Böen Bft 7 sorgen. Am Nachmittag schwächt sich der Wind aber schon wieder ab.
Die Maxima liegen zwischen 7 und 12 Grad, an den Alpen und im Vorland darunter.

In der Nacht zum Mittwoch zieht das kleine Höhentief vom Osten über den Süden hinweg in Richtung Alpenraum. Entsprechend gibt es dort weitere Schauer und an den Alpen halten die Schneefälle weiter an. Die Schneefallgrenze liegt etwa bei 400 bis 600 m, sodass im Bergland, teils auch in einigen Niederungen Süddeutschlands Glätte auftreten kann. In den weiteren Landesteilen macht sich schwacher Hochdruckeinfluss bemerkbar und die Bewölkung lockert gebietsweise stärker auf. Nachfolgend bildet sich oft Nebel.
Die Temperatur sinkt auf +2 bis -2 Grad ab, in Richtung Alpen auch darunter.

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Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch ... ergeben sich keine signifikanten Änderungen zur Frühübersicht. Das Höhentief verlässt uns in Richtung Mittelmeer. Entsprechend lassen die Niederschläge auch im Süden nach und an den Alpen endet der Dauerschneefall spätestens am Nachmittag.

Modellvergleich und -einschätzung

Der Modellvergleich zeigt keine signifikanten Unterschiede. Einzig der Bodentrog kommende Nacht und am Dienstag im Norden wird von IFS nach wie vor etwas kräftiger und wetteraktiver gezeigt als von den anderen Modellen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Johanna Anger