Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 17.07.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: HNz, Übergang zu Na
Heute - außer im Nordwesten/Westen - vielerorts kräftige, teils unwetterartige Gewitter (extreme Entwicklungen bzgl. Starkregen nicht ausgeschlossen). Am Samstag im Süden, am Sonntag im Süden/Südosten sowie im Nordosten/Norden weitere Gewitter, überwiegend markant.
An den Küsten am Samstag stürmische Böen möglich.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag... steht ganz im Zeichen einer grundlegenden Wetterumstellung: Die Hitze wird bis morgen nun endgültig landesweit verdrängt und weicht einer Nord- bis Nordwestlage mit maritim erwärmter Polarluft, die am Wochenende nach und nach das gesamt Vorhersagegebiet flutet. Die umgebenden Meere sind allesamt überwärmt, somit kommt diese Luftmasse auch nicht allzu frisch daher, entsprechend dürfte sich in den Folgetagen ein angenehmes, überwiegend der Jahreszeit entsprechendes bzw. maximal nur leicht unterdurchschnittliches Temperaturniveau einstellen.
Wie so oft (aber nicht immer), erfolgt die Umstellung nicht "geräuschlos"; bereits in den vergangenen Tagen war ja konvektionstechnisch schon einiges los, heute schließlich strebt die konvektive Aktivität ihrem Höhepunkt entgegen und es sind vielerorts unwetterartige, hier und da - wie immer, sehr kleinräumig, insbesondere bzgl. Starkregen auch extreme Entwicklungen zu erwarten. Doch nun zur Entwicklung im Detail:
Unser ehemaliges wetterbestimmendes Höhenhoch hat sich inzwischen in zwei Teile über dem Seegebiet südwestlich von Island und über Osteuropa gesplittet. Verantwortlich für diesen Vorgang waren einerseits ein Höhentiefdipol mit Drehzentren aktuell über der nördlichen Biskaya und knapp nördlich der Deutschen Bucht und andererseits ein Trogvorstoß über dem Nordmeer Richtung Süden. Dabei wird der Höhentiefdipol über der Nordsee mehr und mehr in den sich etablierenden Langwellentrog einbezogen und kommt bis zum Abend langsam nordwärts Richtung Skagerrak voran, während sich der Dipol nordwestlich der Biskaya allmählich auffüllt. Somit stellt sich über dem Vorhersagegebiet eine sich weiter amplifizierende, zyklonal konturierte westsüdwestliche Höhenströmung ein. Im Bodenfeld dominiert aktuell noch eine äußerst flache, amorphe Druckverteilung mit einer von Nordostfrankreich über Nordwestdeutschland bis zur südlichen Ostsee reichenden Rinne. Rückseitig dieser Rinne konnte bereits eine relativ trockene Luftmasse in weite Teile NRWs und Niedersachsens vordringen, so dass die Nacht dort mit Tiefstwerten von unter 15 Grad angenehm temperiert war. Im großen Rest des Landes dominiert dagegen eine deutlich feuchtere und auch potenziell instabil geschichtete Luftmasse subtropischen Ursprungs, innerhalb derer sich bereits gestern (und auch an den Vortagen) kräftige (in Südwest- und Süddeutschland auch unwetterartige) Gewitter entwickelten. Bei persistent vorhandener, wenngleich auch nicht überbordender dynamischer Hebung und natürlich aufgrund einer gewissen Eigendynamik bei vorhandener MU-Cape überlebten einige diese Gewittersysteme auch die vergangene Nacht, laufen aktuell aber in das typische vormittägliche Minimum. In den Vormittagsstunden betroffen sind noch Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen, der Osthälfte und bis vor Kurzem auch Nordfriesland in der unmittelbaren Peripherie des Höhentiefs. Aktuell weist die Rinne noch mehrere Tiefdruckzentren aus, im Tagesverlauf dürft sich aber ein dank nur schwacher Höhendivergenz ebenfalls nur flaches Bodentief ("CERRY") über dem nördlichen Niedersachsen etablieren (Kerndruck knapp unter 1010 hPa), das bis zum Abend langsam Richtung Oder zieht. Dabei bildet es frontale Strukturen aus, wobei vor allem die Kaltfront in den Fokus gelangt, trennt diese letztendlich doch die deutlich gemäßigtere Luftmasse im Nordwesten von der feuchtlabilen Subtropikluft. Am Abend erstreckt sie sich in einem Bogen etwa von Ostholstein über das östliche und südöstliche Niedersachsen und Ost- bzw. Südwestfalen bis zur Eifel. Postfrontal kann es zwar vor allem über dem Weser-Ems-Gebiet auch noch einzelne Schauer und Gewitter geben, diese werden aber angesichts der marginalen Zutaten maximal von markanten Begleiterscheinungen begleitet.
Präfrontal hingegen ist die Luftmasse, mal abgesehen vom Südosten Bayerns (dort findet durch das föhnige Überströmen der Alpen ein Trockeneinschub statt), hochreichend deutlich feuchter mit einem Gehalt an niederschlagbarem Wasser von 30 bis 40 mm, im Bereich lokaler Feuchteflusskonvergenzen auch mehr. Vor allem in Regionen mit längeren sonnigen Abschnitten können innerhalb der im Tagesverlauf verbreitet "ungedeckelten" Luftmasse durchaus auch mehr als 1000, in der Osthälfte gebietsweise auch um 1500 J/kg ML-Cape generiert werden. Als Trigger für neue Auslöse dienen dabei natürlich die bereits existierenden Systeme bzw. deren Outflow-Boundaries im Zusammenspiel mit der Orographie. Das erschwert die Detailprognosen natürlich ungemein. Dennoch lassen sich mehrere Schwerpunktsregionen konvektiver Aktivität herausarbeiten: Im Fokus steht dabei einerseits quasi die gesamte Osthälfte. Die Scherbedingungen sind dort eher schlecht für organisierte konvektive Aktivität, lediglich bodennahe Richtungsscherung ist mit den südöstlichen Winden vorhanden. Die aktuellen Schauer und Gewitter dort dürften sich in den kommenden Stunden erst einmal Richtung Polen verabschieden und zumindest für einige Stunden kommt dann die Sonne durch. Nach Lesart der ICON-RUC-Läufe wird dann das aktuell von Rheinland-Pfalz Richtung Hessen ziehende System ab dem frühen Nachmittag über Thüringen wieder deutlich aktiviert und kommt über Sachsen-Anhalt Richtung Sachsen und Brandenburg voran. Auch im Vorfeld bzw. nördlich des Systems simulieren die Konvektion erlaubenden Modelle ab den Nachmittagsstunden kräftige Neuentwicklungen. Überwiegend handelt es sich um rasch zu Multizellensystemen verclusternde Einzelzellen, wobei als Begleiterscheinung eindeutig der Starkregen im Fokus steht. Die Warnschwellen für Unwetter sind dabei rasch überschritten, bei Mehrfachtreffen sind auch extreme Unwetter mit mehr als 40 l/m² in kurzer Zeit durchaus in Betracht zu ziehen. Hagel spielt natürlich auch eine Rolle, vor allem bei frischen Entwicklungen sind auch Korngrößen um 2 bis 3 cm möglich und auch Sturmböen können hier und da auftreten. Es ist davon auszugehen, dass dort recht verbreitet unwetterartige Entwicklungen auftreten, so dass sich eine Vorabinformation quasi für die gesamte Osthälfte anbietet. Eine zweite Schwerpunktsregion stellen die südliche Mitte und der Südwesten, im Laufe des Abends dann auch der Süden dar. Nach Abzug der aktuellen Gewitter ist zumindest kurzzeitig mal Einstrahlung gegeben, ICON-D2 simuliert vor allem über Baden-Württemberg und Bayern bis in die Pfalz und nach Süd- und Osthessen recht verbreitet 500 bis 1000 J/kg ML-Cape. Ab dem frühen Nachmittag dürfte es dann rasch zu Neuentwicklungen kommen, vor allem vom Saarland bis zur Pfalz und in Baden-Württemberg. Diese kommen dann langsam ostnordostwärts voran. Erhöhte Wahrscheinlichkeiten für unwetterartige Entwicklungen in erster Linie bzgl. Starkregen - wenngleich auch nicht so verbreitet wie in der Osthälfte - zeigt I-D2-EPS in einem Streifen vom Saarland über Nordbaden, Süd- und Osthessen, Unterfranken bis nach Thüringen, aber auch weiter südlich von Südbaden bis nach Oberbayern. Vor allem entlang und südlich der Donau kommt zudem spätnachmittags und abends moderate Scherung ins Spiel (0 bis 6 km teils über 20 m/s bei 10 bis 15 m/s LLS). Somit kann es in diesen Regionen durchaus auch einzelne Superzellen mit größerem Hagel (3 bis 5 cm) und Sturm- bis Orkanböen geben. Die Konvektion erlaubenden Modelle simulieren allerdings nur vereinzelte, isolierte Entwicklungen, so dass sich eine Vorabinformation für diese Regionen zumindest am Vormittag noch nicht aufdrängt.
Vor allem im Nordwesten kann auch für längere Zeit die Sonne scheinen und die dorthin advehierte Luftmasse ist mit T850 hPa von etwa 10 bis 13 Grad noch so warm, dass es für Maxima zwischen 23 und 28 Grad reicht, lediglich an der Nordsee bleibt es bei auflandigem Nordwestwind kühler. Im Rest des Landes ist es sehr schwül bei Höchstwerten zwischen 25 und 29, mit etwas Sonne auch 30 bis 31 Grad.
In der Nacht zum Samstag wird unser Höhentief endgültig in den Langwellentrog mit einbezogen und dessen Trogachse schwenkt über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts. Dahinter stellt sich eine leicht flatternde westnordwestliche Höhenströmung ein, in die weitere kurzwellige Randtröge eingebettet sind. Das Bodentief zieht nordostwärts Richtung Südschweden und kann sich noch weiter vertiefen. Die Kaltfront kommt langsam südostwärts voran, überquert die Osthälfte komplett und gerät über Süddeutschland ins Schleifen. Präfrontal kommen die Gewitter nach Osten voran, in der Osthälfte dürfte das Gröbste bis zum späteren Abend raus sein. Länger dauert es noch im Süden, wo I-D2, aber auch die ICON-RUC-Läufe mit Durchschwenken der Trogachse im laufe der Nacht von Frankreich her noch einmal eine zweite "Gewitterwelle" auf der Agenda haben. Anfangs sind auch durchaus unwetterartige Entwicklungen mit von der Partie, in der zweiten Nachthälfte dürften diese eher die Ausnahme darstellen, wenngleich aber auch nicht ausgeschlossen. Ob dieser zweite Gewitterschwerpunkt auch noch Oberfranken oder gar das Vogtland und Erzgebirge erfasst, ist noch unklar. Zumindest Super-HD hat ein solches Szenario in petto. Ansonsten stellt sich eine rasche Wetterberuhigung ein; die Wolken lockern auf und es bleibt meist trocken. Vor allem über Norddeutschland etabliert sich eine recht markante Absinkinversion in etwa 850 hPa, so dass sich dort vielerorts Stratocumulusbewölkung ausbreitet. Gleichzeitig verschärft sich an der Südwestflanke des abziehenden und sich verstärkenden Bodentiefs der Gradient, morgens kann es im Nordseeumfeld steife Böen aus Nordwest geben. Im Osten und Süden bleibt es nachts noch mild mit Minima zwischen 19 und 15 Grad. Sonst wird es angenehm frisch mit Tiefstwerten zwischen 17 und 12 Grad.
Samstag... überquert an der Westflanke des Langwellentroges ein markanter Randtrog die Nordsee südwärts und erreicht abends den Nordteil der Deutschen Bucht. Im Zuge der Trogpassage kommt es in etwa über dem Skagerrak zu einem Cut-Off. Über dem Vorhersagegebiet dreht die Höhenströmung wieder zurück auf West bis Südwest, wodurch die Kaltfront des langsam zur mittleren Ostsee ziehenden Tiefs "CERRY" eine zunehmend höhenströmungsparallele Komponente bekommt und über Süddeutschland quasistationär bleibt. Vor allem entlang und südlich einer Linie Nordschwarzwald-Oberpfälzer Wald bleibt die Luftmasse instabil geschichtet, allerdings gehen die PPWs durch das zunehmende Entrainment trockenerer Luftmassen von Norden her auf unter 30 mm zurück. Ja nach Einstrahlung nach Abzug der nächtlichen Gewitter können dort gebietsweise nochmals mehr als 500 J/kg ML-Cape generiert werden und im Tagesverlauf kommt es innerhalb der kaum gedeckelten Luftmasse erneut recht verbreitet zu Gewittern. Diese fallen allerdings angesichts der nur noch moderaten Zutaten um ein/zwei Stufen schwächer als am Vortag aus mit meist markanten Begleiterscheinungen (Starkregen um 20 l/m², Hagel 1 bis 2 cm, stürmische Böen), einzelne Unwetter bzgl. Starkregen und Hagel können dennoch nicht komplett ausgeschlossen werden.
Postfrontal wird die maritim erwärmte Polarluft in mehreren Staffeln ins Vorhersagegebiet advehiert. Für Schauer oder gar Gewitter ist diese zumeist nicht hochreichend genug, lediglich in den mittleren Landesteilen, etwa von Rheinland-Pfalz bis ins Vogtland, simulieren einige Modelle noch kurze, überwiegend ungewittrige Schauer. Nach Norden zu bleibt nach wie vor eine recht markante Absinkinversion in etwa 800 hPa erhalten. Darunter hält sich vor allem im Nordwesten teils recht dichte Stratocumulusbewölkung, so dass die Sonne kaum zum Zuge kommt. Ansonsten lockern die Wolken auch mal stärker auf, im Bereich eines vorstoßenden Keils des kräftigen Hochs über dem Atlantik (über 1030 hPa südlich von Island) scheint vor allem im Südwesten auch länger die Sonne. Die 850 hPa-Temperatur sinkt auf Werte zwischen 5 Grad im Nordwesten und 12 Grad am Main, südlich davon noch etwas darüber. Somit bewegen sich die Maxima im Norden und Nordwesten meist zwischen 18 und 23 Grad, sonst zwischen 22 und 27 Grad, am Oberrhein vielleicht auch knapp darüber. Anzusprechen bleibt noch die Windentwicklung über Norddeutschland. Neben "Cerry" etabliert sich über Südschweden ein weiteres Bodentief, an dessen Westflanke ein markanter Bodentrog von Norden her langsam Richtung Dänemark und Kattegat geführt wird. Dadurch verschärft sich der Gradient über Norddeutschland weiter und es treten an den Küsten sowie im angrenzenden Binnenland, eventuell auch noch im Harzvorland recht verbreitet steife Böen aus West bis Nordwest auf. An exponierten Küstenabschnitten sowie auf dem Brocken kann es auch einzelne stürmische Böen geben, ebenso auf exponierten Alpengipfeln.
In der Nacht zum Sonntag zieht das Cut-Off-Tief langsam zum Kattegat und der zugehörige Trog schwenkt in den Nordwesten bzw. Westen Deutschlands. Das Bodentief über Südschweden kommt ein wenig nach Westen voran, an dessen Westflanke greift von Norden her Okklusion mit einem "abgehobenen" Warmluftkörper auf Schleswig-Holstein und die Deutsche Bucht über. Neben schauerartigen Regenfällen kann es dabei auch einzelne Gewitter geben, am ehesten im Nordseeumfeld bis in den Hamburger Raum, wobei lokal eng begrenzt auch Starkregen nicht ausgeschlossen ist. Der Gradient fächert nur langsam auf, im Binnenland nimmt der Wind aber rasch ab. An den Küsten, insbesondere der Nordsee kann es aber nach wie vor steife, exponiert stürmische Böen geben, auch abhängig von der noch unsicheren Geometrie des Bodentroges. Die Meeresluftmasse kommt im Laufe der Nacht zwar weiter nach Süden voran, so ganz kann sie aber die noch instabile Luftmasse über dem Süden bzw. Südosten des Landes nicht verdrängen und mit Annäherung der Trogachse kann dort auch etwas dynamische Hebung generiert werden. Somit wird die schleifende Kaltfront wieder etwas aktiviert und es treten dort bzw. präfrontal gebietsweise schauerartige Regenfälle auf (etwa von der Pfalz bis nach Oberfranken und Ostsachsen), dabei sind auch kurze Gewitter möglich.
Zwischen Kaltfront und der Okklusion im Norden bleibt es dagegen aufgelockert bewölkt und trocken, auch im Südosten Bayerns sowie an den Alpen sollte es weitgehend trocken bleiben. Die Nacht fällt überall angenehm temperiert aus mit Minima zwischen 16 und 10 Grad, im Südwesten vielleicht noch etwas milder, in einigen Tälern der zentralen Mittelgebirge dagegen etwas darunter.
Sonntag... verlagert sich unser Höhentief allmählich Richtung südliche Ostsee, das Bodentief über Südschweden kommt zum Kattegat voran und füllt sich langsam auf. Die Trogachse überquert im Tagesverlauf das gesamte Vorhersagegebiet südostwärts, dahinter stellt sich eine nordwestliche, im Norden eher nördliche Höhenströmung ein. An der Westflanke des Tiefs kommt die Okklusion mit schauerartigen, teils gewittrigen Regenfällen südostwärts voran und erfasst neben Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch noch weite Teile der Osthälfte des Vorhersagegebietes. Kleinräumig kann innerhalb der Gewitter auch mal Starkregen auftreten, in der Fläche kommen aber meist weniger als 10 l/m² bis zum Abend zusammen, am ehesten in Niedersachsen auch mehr. Der Wind frischt im Norden und Osten auch landeinwärts wieder auf, hier und da kann es steife Böen geben, an exponierten Küstenabschnitten auch stürmische Böen. Die räumliche Verteilung der Böen ist aber noch unklar, da die Geometrie des Bodentroges noch unterschiedlich simuliert wird.
Die nach wie vorm über dem Süden und Südosten des Landes schleifende Kaltfront nimmt erst mit Trogpassage an Fahrt auf und hat bis zum Abend nun endgültig auch den Südosten Bayerns überquert. Präfrontal und mit Frontpassage kann es dort neben Schauern auch wieder Gewitter geben, begleitet von Starkregen und kleinkörnigem Hagel. Bei nun sehr günstigen Scherungsbedingungen sind linienförmig organisierte Systeme vorstellbar, dann können durchaus auch Sturmböen auftreten.
Postfrontal sinkt die 850 hPa-Temperatur nun auch im Süden ab und schwankt abends zwischen 4 Grad im Nordwesten und 10 Grad an den Alpen. Im Westen und Südwesten sowie in den mittleren Landesteilen bleibt es meist trocken und vor allem im Südwesten bleibt der Hochkeil wirksam mit viel Sonnenschein, während es im Nordwesten und Norden meist stark bewölkt bleibt. Die Höchsttemperaturen erreichen entsprechend Werte zwischen 17 Grad im Nordseeumfeld und 24 Grad an Oberrhein und Neckar.
Modellvergleich und -einschätzung
Der grobe Fahrplan steht, die großräumige Entwicklung wird einheitlich simuliert.
Im Detail ergeben sich naturgemäß vor allem bzgl. der Verteilung und Intensität der konvektiven Niederschläge auch für heute noch gröbere Differenzen, wobei der Schwerpunkt bzgl. Unwetterpotenzial eindeutig in der Osthälfte liegt. Für diese Regionen wurde bereits eine Vorabinformation ausgegeben. Auch in der Mitte bzw. im Süden ist hier und da mit unwetterartigen Entwicklungen zu rechnen, jedoch nach Lesart der aktuell vorliegenden Modelle nicht so verbreitet. Sollten die I-D2- und vor allem auch die I-RUC-Läufe jedoch auch dort deutlichere Signale liefern, ist eine Ausweitung der Vorabinfo nicht ausgeschlossen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 17.07.2026 um 10.30 UTC
Leicht unbeständig bei durchschnittlichen Temperaturen.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 24.07.2026
Eingangs der Mittelfrist am nächsten Montag liegen wir unter einer zyklonalen nördlichen Strömung am Rand eines abgetropften Troges über der Ostsee und dem östlichen Mitteleuropa. Dabei gelangt über die Nordsee eine gemäßigte Luftmasse nach Deutschland, die bei 5 bis 10°C in 850 hPa etwa 20 bis 25°C als Tagesmaximum zulässt. Vor allem in der Nordosthälfte kommt zu teils schauerartigen Regenfällen und vereinzelten Gewittern, während die Südwesthälfte in trockener Luft freundlicher und trocken bleibt. Am Dienstag stellt sich auch im Nordosten Zwischenhocheinfluss ein, bei insgesamt kaum geänderter Großwetterlage.
Am Mittwoch wird der Trog durch einen in die Rückseite vorstoßenden Kurzwellentrog regeneriert. Ein zugehöriges Tief zieht nach Südschweden, und dessen Ausläufer lösen fast landesweit Hebung und Regenfälle aus. Vor allem an den Küsten und im höheren Bergland frischt der West- bis Nordwestwind lebhaft auf, zugleich labilisiert die Schichtung von Nordwesten her und es sind mit Passage der Kaltfront und des Troges einzelne Gewitter zu erwarten. Die Wetterlage und damit die Luftmasse sprechen nicht für allzu starke Entwicklungen.
Am Donnerstag tropft der Trog zu einem großen Höhentief über Mittel- und SE Europa ab. Damit hält das unbeständige Wetter mit Wolken und Regenfällen, sowie örtlichen Gewittern in großen Landesteilen an. Lediglich im Westen und Südwesten kann es beginnen abzutrocknen mit einsetzendem Druckanstieg von Westen her. Am Freitag entfernt sich der Trog nach Osten und im Bodendruckfeld schiebt sich ein Keil des atlantischen Hochs nach Mitteleuropa vor. Dabei beruhigt sich das Wetter und die Niederschlagsneigung nimmt ab. Anfangs der Osten und insgesamt der Norden (am Rand der Frontalzone) können zyklonaler beeinflusst sein.
In der erweiterten Mittelfrist geht der Trend eher wieder zu unbeständigem Wetter. Der Hochdruckeinfluss scheint diesmal nicht stabil zu sein und von Westen und Südwesten stehen bald wieder Tiefausläufer ins Haus, die erneut wärmere Luftmassen heranführen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des europäischen Modells ist mittelfristig gut. Es zeigt uns übereinstimmend in den letzten Läufen in der ersten Hälfte der kommenden Woche unter einer zyklonalen nördlichen Strömung am Westrand eines sich regenerierenden Troges über der Ostsee und dem östlichen Mitteleuropa. Danach dreht die Strömung etwas nach Nordwest, gleichzeitig bringt das sich nach Osten ausweitenden Hoch über dem Atlantik einen zunehmenden antizyklonalen Einschlag. Letzteres wird in den letzten Läufen etwas verzögert simuliert.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die beschriebene Entwicklung wird in groben Zügen auch von den anderen Globalmodellen GFS, ICON und UKMO gezeigt. Unterschiede beschränken sich auf kleinere Phasen- und Amplitudenunschärfen der kurzen Wellen. Zum Ende bleibt ICON zyklonaler als IFS und GFS.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Ensembles stützen im Wesentlichen die Aussagen des Kontrolllaufs.
Im ersten Zeitschritt gibt es 4 Cluster, die sich nicht groß unterscheiden und alle ins Blocking fallen. Von Mittwoch bis Freitag werden 3 Cluster gebildet, alle "atlantic ridge", wobei der Kontrolllauf im größten Cluster mit 23 Membern liegt. Aber auch hier treten keine wirklich großen Unterschiede unter den Clustern zutage.
Für die erweiterte Mittelfrist sind 5 Cluster vorhanden mit dem üblichen, größeren Lösungsraum. Cluster 1 und 5 (zusammen mit 21 Membern) deuten eine Zonalisierung an. Auch die anderen Lösungen gehen tendenziell zu wechselhaften Verhältnissen.
Die Rauchfahnen der Ensembles zeigen zunächst recht konstante Temperaturen von 5 bis 10 Grad in 850 hPa bei geringem Spread. Erst wenn sich am Ende der nächsten Woche die Kurven wieder nach oben bewegen, wird der Spread größer. Niederschlagssignale und die Schwingungen der Geopotentialkurven deuten den alles in allem unbeständigen Wettercharakter an.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Montag im Nordosten, um die Wochenmitte fast landesweit sind einzelne Gewitter zu erwarten. Die Luftmasse gibt keine Unwetterlage her. Hinweise sind u.a. in den Luftmasseneigenschaften, u.a. Cape zu finden.
Dazu frischt der Wind am ehesten an der See und exponiert im Bergland zeitweise mal etwas kräftiger auf.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS und EPS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner





