Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 10.06.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: TrM, Freitag: NWz
Heute und am Donnerstag mit langsamer Trogpassage wechselhaft, dabei neben Schauern auch einzelne Gewitter mit Graupel und Böen Bft 7 bis 8, Starkregen nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.
An den Alpen östlich des Karwendels bis in die kommende Nacht hinein Dauerregen (ab 2000 m Schnee).
Am Freitag Warmfront aus Nordwest mit auffrischendem Wind, in einigen Gipfellagen Böen Bft 8 bis 9, am Alpenrand eventuell wieder Dauerregen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... befindet sich Deutschland im Einflussbereich eines breiten Langwellentroges, der weite Teile West- und Nordwesteuropas überdeckt und mit seiner "Hauptachse" im Begriff ist, auf Mitteleuropa, also auch auf das Vorhersagegebiet überzugreifen. Dabei lassen sich drei in die südwestliche Höhenströmung eingebettete kurzwellige Troganteile ausmachen, die den Wetterablauf hierzulande heute maßgeblich beeinflussen: Der erste schwenkt aktuell bereits über die Nordsee und den äußersten Norden Deutschlands hinweg nordostwärts; entsprechend treten vor allem über der Deutschen Bucht und in Schleswig-Holstein einzelne Schauer auf, die über der Nordsee bzw. mit zunehmender Einstrahlung und Labilisierung der Grundschicht am Vormittag dann auch über dem Binnenland von einzelnen kurzen Gewittern begleitet werden können. Die von Westen her advehierte maritim erwärmte Polarluftmasse ist hochreichend labil geschichtet mit etwa -25 Grad in 500 hPa und knapp 2 Grad in 850 hPa, und entsprechend können auch wenige 100 J/kg ML-Cape generiert werden. Vom Wetterablauf interessanter gestalten sich dann allerdings die nächstfolgenden Kurzwellentröge: Der südlichere über Frankreich markiert aktuell die Hauptachse des Troges und greift am Mittag bzw. Nachmittag auf den Westen und Südwesten Deutschlands über. Er zeichnet sich durch ein markantes PVA-Maximum auf seiner Vorderseite aus, das nur teilweise durch KLA kompensiert wird und bereits aktuell zur Aktivierung der nach wie vor über dem Alpenraum schleifenden Front des mit mehreren Drehzentren ausgestatteten Tiefs "ROSI" über Island bzw. der Norwegischen See beiträgt. Gleichzeitig hat sich im Bodenfeld ein flacher Hochkeil von Frankreich der nach Südwestdeutschland und zum Alpenrand hin ausgeweitet, so dass sich über dem Südosten des Landes eine Gegenstromlage (Nordwest, fast schon Nord am Boden, aufsteilende Südwestströmung in der Höhe) eingestellt hat. Die Folge sind länger anhaltende Aufgleitniederschläge am Alpenrand und im Alpenvorland, die vor allem nach Osten zu bis weit in die kommende Nacht anhalten. Für die Regionen ab dem Karwendel ostwärts läuft entsprechend auch eine Dauerregenwarnung, da bis etwa Mitternacht noch durchaus 30 bis 50 l/m² zusammenkommen können. Die Schneefallgrenze sinkt dabei auf knapp unter 2000 m.
Ein weiterer Kurzwellentrog schwenkt von England her bis zum Abend zur Deutschen Bucht. Mit Annäherung beider Tröge verstärkt sich die Advektion höhenkalter Luftmassen nun nicht nur im Nordwesten, sondern auch in den mittleren Landesteilen. Unterstützt durch den Tagesgang führt das nun in weiten Landesteilen zu einer deutlichen Labilisierung der Luft und es können vielerorts etwa 50 bis 200 J/kg ML-Cape generiert werden. Bereits aktuell lassen sich über Frankreich und auch über Belgien und den Niederlanden erste "Schauerstraßen" ausmachen, auch getriggert durch den Hebungsantrieb auf der Vorderseite beider Kurzwellentröge. Somit lebt sowohl im Westen und Nordwesten als auch vom Südwesten bis zur südlichen Mitte etwa ab der Mittagszeit die Schauertätigkeit deutlich auf. Die Prognosetemps zeigen nur eine schmale Labilitätsfläche, dennoch reicht es auch für einzelne Gewitter. Diese wiederum können von steifen, vereinzelt stürmischen Böen (einige Temps zeigen ein "Inverted V"-Muster) und auch Graupel begleitet werden. Starkregen dürfte dagegen bei PPWs von unter 20 mm und einer gewissen Zuggeschwindigkeit kaum Thema sein. Vor allem im Nordwesten deuten die Konvektion erlaubenden Modelle bei ansonsten eher schwacher Scherung immerhin zu Linien organisierte Multizellensysteme an. Außen vor von der Gewitteraktivität bleibt der Südosten, aber auch in einem, breiten Streifen von der Mitte bis in die Osthälfte gibt es aufgrund schwachen kompensatorischen Absinkens nur wenige Schauer und kaum Gewitter. Während es im Südosten ganztägig bedeckt bleibt, scheint vor allem Richtung Ostsee länger die Sonne und auch sonst reicht es bei insgesamt guter Durchmischung zwischen den Schauern immer mal wieder für längere Aufheiterungen. In 850 hPa schwanken die Werte am Nachmittag zwischen 2 Grad im Nordwesten bzw. an den Alpen und 5 Grad über der Osthälfte. Entsprechend liegen die Maxima meist zwischen 16 und 21, vielleicht 22 Grad, mit den höchsten Werten in Brandenburg. Kühler bleibt es dagegen bei Dauerregen im Südosten mit 12 bis 15 Grad. Die Schauer/Gewitter gehen im Nordwesten/Norden mit einem Bodentrog einher, so dass sich dort der Gradient etwas verschärft und der Wind auch außerhalb der Schauer lebhaft aus Südwest bis West weht. Für warnrelevante Böen reicht es aber wohl nur an einigen Küstenabschnitten der Nordsee mit auflandigem Wind. Nachmittags nimmt er dort aber bereits wieder ab.
In der Nacht zum Donnerstag schwenkt der Höhentrog mit seiner Hauptachse unter leichter Amplifizierung ins Vorhersagegebiet. Entsprechend kommt die Gegenstromlage im Südosten zum Erliegen und die Niederschläge klingen dort ab. Auch sonst werden die Schauer und Gewitter tagesgangbedingt weniger, ganz zum Erliegen kommen sie jedoch nicht, da nun das gesamte Vorhersagegebiet von hochreichend kalter Luft (-22 bis -27 Grad in 500 hPa) geflutet wird und die Luftmasse entsprechend hochreichend labil geschichtet bleibt. Durchschwenkende kurzwellige Troganteile bieten zudem noch etwas Hebungsantrieb, zunächst vor allem in den mittleren Landesteilen, später dann wieder im Westen/Nordwesten. Vor allem dort sind also nach wie vor auch kurze Gewitter möglich. Dennoch bleibt es vor allem im Osten/Nordosten, im Südwesten und - nach Abklingen der Regenfälle - auch im Süden vielerorts trocken. Der dorthin gerichtete Hochkeil kann sich im Laufe der Nacht noch etwas verstärken. Insgesamt steht im Einflussbereich der advehierten maritimen Polarluft eine frische Nacht ins Haus mit Minima zwischen 11 und 6 Grad. Bei Aufklaren vor allem in den süddeutschen Mittelgebirgen kann es auch auf örtlich unter 5 Grad abkühlen, während es an den Küsten etwas milder bleibt.
Donnerstag... schwenkt der Höhentrog bei weiterer Amplifizierung bis zum Nachmittag/Abend langsam über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts, dahinter dreht die Höhenströmung vorderseitig eines Richtung Britische Inseln schwenkenden breiten Höhenkeiles auf Nordwest und vor allem im Westen kann die Luftmasse mit beginnender WLA am Nachmittag/Abend deutlich stabilisieren. Im Bodenfeld verstärkt sich die von den Azoren über Frankreich bis nach Süddeutschland reichende Hochdruckzone im Tagesverlauf weiter. Insgesamt bleibt die Luftmasse aber zunächst noch nahezu landesweit hochreichend labil geschichtet (-24 bis -27 Grad in 500 hPa, 2 bis 5 Grad in 850 hPa), so dass, unterstützt durch den Tagesgang, rasch eine rege Schauertätigkeit einsetzt. Bei erneut 50 bis örtlich 200 J/kg ML-Cape und PPWs um 15 mm sind auch wieder einzelne kurze Gewitter am Start - noch weniger organisiert als am Vortag und begleitet von etwas Graupel bzw. Böen Bft 7, vereinzelt Bft 8. Lediglich der Südwesten und äußerste Westen bleiben gewittertechnisch wohl aufgrund der frühzeitig einsetzenden Stabilisierung außen vor, dort reicht es, wenn überhaupt, lediglich noch für einzelne Schauer. Für längere Aufheiterungen reicht es dort allerdings nicht, lediglich im Südwesten bis in die Regionen vom nördlichen Alpenvorland bis zum Main kann sich - im Einflussbereich des Hochkeils - länger die Sonne durchsetzen. Im Westen ziehen mit beginnender WLA und Annäherung einer Warmfront, die abends den Osten Englands erreicht, im Tagesverlauf bereits wieder dichtere Wolken auf, abends fällt von der Eifel bis ins Emsland eventuell auch wieder etwas Regen.
Im Rest des Landes zeigt sich zwischen den Schauern aber durchaus ab und zu mal die Sonne, am längsten wohl an den Küsten.
Der Wind frischt zwar mit dem Tagesgang etwas auf, für warnrelevante Böen sollte es aber nicht reichen. Allenfalls gibt es auf höheren Alpengipfeln mal stürmische Böen aus West.
Die Höchsttemperaturen erreichen zumeist Werte zwischen 15 und 19 Grad, entlang des Oberrheins können es mit etwas mehr Sonne auch 20 bis 21 Grad werden.
In der Nacht zum Freitag schwenkt der flache, aber breite Höhenkeil langsam Richtung Nordsee, wird aber mit Annäherung eines weiteren Höhentroges mit Drehzentrum morgens südwestlich von Island rasch "abgehobelt", so dass sich über dem Vorhersagegebiet eine recht glatte diffluente westnordwestliche Höhenströmung einstellt. Landesweit macht sich nun kräftige WLA bemerkbar, während im Bodenfeld ein weiteres Tiefdruckgebiet ins Seegebiet südwestlich von Island zieht und mit dem Tief "ROSI", das sich gleichzeitig etwas retrograd vom Nordmeer bzw. der nördlichen Norwegischen See ins Seegebiet südöstlich von Island verlagert, einen Dipol bildet. Das Frontensystem des Tiefs greift auf die Britischen Inseln über, die Warmfront erweist sich dabei als recht progressiv und erreicht bereits in der zweiten Nachthälfte den Westen Deutschlands. Somit klingen die Schauer zwar rasch ab, von Westen her verdichten sich aber auch in der Osthälfte und im Süden die Wolken alsbald und es weiten sich leichte Regenfälle südostwärts aus. Trocken bleibt es bis zum Morgen wohl lediglich von Vorpommern bis nach Sachsen, auch im Lee einiger Mittelgebirge kommt nur wenig Regen an. Die Mengen bleiben überschaubar, lediglich im Stau der westlichen Mittelgebirge und des Schwarzwaldes fallen über 10 l/m² in 12 Stunden. Mit Annäherung und Passage der Warmfront verschärft sich der Gradient, was sich aber wohl nur in höheren Lagen bemerkbar macht; auf dem Brocken kann es morgens stürmische Böen bzw. Sturmböen aus West bis Südwest geben. Die Nacht fällt aufgrund der dichten Wolken und der WLA milder als die Vornacht aus mit Minima zwischen 13 Grad im äußersten Westen und 6 Grad in den östlichen Mittelgebirgen.
Freitag... nähert sich der nur flache Höhentrog über dem mittleren Nordatlantik langsam den Britischen Inseln an, während der ehemals für uns wetterbestimmende Höhentrog durch einen Keil über Ost- und Nordosteuropa blockiert wird und nur zögernd über Polen Richtung Baltikum vorankommt. Südwestlich davon reicht ein breiter Höhenrücken von der Iberischen Halbinsel zum Ostatlantik. Somit bleibt das Vorhersagegebiet unterhalb einer kräftigen und leicht diffluent konturierten nordwestlichen Höhenströmung.
Darin eingebettet, kommt die Warmfront des seinen Schwerpunkt langsam Richtung Norwegische See verlagernden Tiefdruckkomplexes über dem Vorhersagegebiet relativ rasch nach Ostsüdost voran, während die Kaltfront mangels Schubkomponente ins Schleifen gerät und bis zum Abend maximal die Landesmitte erreicht. Die im Warmsektor advehierte Luftmasse ist teilweise subtropischen Ursprungs und zeichnet sich entsprechend durch hohe PPW-Werte von über 30 mm aus. Entsprechend bleibt vom Westen über die Landesmitte bis in den Südosten bedeckt und regnerisch, lediglich ganz im Südwesten, etwa vom Saarland über die Pfalz bis nach Südbaden, fällt kaum Regen. Hier zeigt der sich noch etwas verstärkende Keil eines vom Seegebiet westlich der Biskaya bis nach Frankreich reichenden Hochdruckgebietes seine Wirkung, vor allem an Ober- und Hochrhein kann sich im Tagesverlauf auch die Sonne durchsetzen. Vor allem in den Staulagen einiger zentraler Mittelgebirge und in weiten Teilen Bayerns regnet es dagegen teils bis weit in die Nacht hinein länger anhaltend, verbreitet mit Mengen zwischen 10 und 20 l/m², gebietsweise auch mehr. Zumindest nach Lesart des ICON-EU stellt sich am Alpenrand, etwa ab dem Werdenfelser Land ostwärts, erneut eine Dauerregenlage ein, die auch noch in der Nacht zum Samstag anhält und dort Mengen zwischen 25 und 50 l/m² in 18 bis 24 Stunden bringen können. Andere Modelle sind diesbezüglich aber teils deutlich defensiver aufgestellt.
Im Norden und Osten lockern die Wolken dagegen nach Passage der Kaltfront bzw. Okklusion die Wolken auf, wobei sich in mäßig und nicht sonderlich hochreichend labil geschichteter Luftmasse noch einzelne Schauer entwickeln können. SuperHD hat sogar ganz vereinzelte Gewitter auf der Agenda, was aber eher fraglich ist. Anzusprechen bleibt noch der Wind. Insgesamt verschärft sich der Gradient nämlich noch etwas, allerdings beschränken sich warnrelevante Böen im breiten Warmsektor wohl meistens auf die höheren Lagen mit Böen Bft 8 bis 9 aus West in den Gipfellagen. Lediglich im Lee einiger Mittelgebirge reicht es für steife Böen (Bft 7) bis in tiefere Lagen.
Im Nordwesten frischt der Wind dagegen vor allem postfrontal etwas stärker auf und im Nordseeumfeld sowie in Teilen der Norddeutschen Tiefebene gibt es steife, an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind eventuell auch stürmische Böen aus West bis Nordwest.
Die herangeführte Luftmasse ist recht mild mit Temperaturen in 850 hPa zwischen 8 und 10 Grad im Warmsektor und 5 bis 7 Grad im Norden und Nordosten. Entsprechend liegen die Höchstwerte trotz oft dichter Bewölkung zwischen 15 und 19 Grad, im Harzlee um 20 Grad und im Südwesten wird es mit etwas Sonne sogar 20 bis 23 Grad warm.
In der Nacht zum Samstag kommt die Kaltfront nur langsam weiter nach Süden voran, wobei sie mit sich von Südwesten her verstärkenden Hochdruckeinfluss an Wetterwirksamkeit verliert. Vor allem nach Südosten zu dauern die Regenfälle noch länger an, ansonsten lassen sie von Westen her langsam nach. Eventuell lassen ein/zwei in die nordwestliche Höhenströmung eingebettete kurzwellige Troganteile die Schauertätigkeit postfrontal im Norden oder in der Mitte noch etwas aufleben, ansonsten lockern die Wolken vor allem dort sowie im Südwesten zeitweise auf. Auf den Bergen weht weiterhin lebhafter West- bis Nordwestwind mit Sturmböen in den Gipfellagen, auch an den Küsten kann es noch einzelne steife Böen geben, ansonsten lässt der Wind aber nach. Mit Minima zwischen 16 und 10 Grad bleibt es relativ mild.
Modellvergleich und -einschätzung
Insgesamt simulieren die Modelle eine sehr ähnliche Wetterentwicklung im Kurzfristzeitraum. Erst zum Freitag/Nacht zum Samstag werden die Differenzen etwas größer, insbesondere, was die Niederschlagsmengen im Warmsektor, vor allem am Alpenrand, angeht. ICON-EU hat dort eine Dauerregenlage auf der Agenda, ebenso wie ICON-EU-EPS, GFS und IFS (von 12 UTC) simulieren dagegen deutlich geringere Mengen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 09.06.2026 um 10.30 UTC
Langwellen oder auch Randtröge sorgen für eine unsichere Wetterprognose.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 16.06.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Freitag befindet sich Mitteleuropa im Einflussbereich eines umfangreichen Langwellentrogs, der sich von Spitzbergen über Skandinavien und der Ostsee bis nach Ungarn erstreckt. Über Südwesteuropa und den Azoren gibt es dagegen eine umfangreiche Hochdruckzone, die sich zur Nordsee zu leicht aufwölbt. Deutschland befindet sich dabei auf der Westflanke des Troges, bei der relativ kühle Luftmassen mit 850 hPa Temperaturen um 2 Grad heranadvehiert werden. Im Südwesten aber macht sich bodennah Hochdruckeinfluss bemerkbar. Jedoch nähert sich vom Atlantik her ein weiterer Trog mit zugehörigen Bodentief, der an der Nordflanke des Hochs ostwärts zieht. Ein zugehöriges Frontensystem greift im Laufe des Freitags auf Deutschland über und verlagert sich langsam nach Osten. Dabei gelangen feuchte-milder Luftmassen mit 850 hPa Temperaturen bis 8 Grad in die Südwesthälfte. Entlang der Luftmassengrenze kommt es zumeist zu skaligen Hebungsprozessen, die bei nur langsamer Verlagerung strichweise zu kräftigeren Regen führen. Meist werden nur Mengen 5 und 10 l/qm erwartet, strichweise aber auch bis 20 l/qm, im Berchtesgadener Land mit entsprechender Staukomponente gibt es aber auch Signale um 35 l/qm. Bei ICON auch bis 60 l/qm in 24 Stunden.
Am Samstag befindet sich der atlantische Randtrog über Skandinavien und hinter der zugehörigen Kaltfront kann wieder etwas kühlere und trockener Luftmassen in den Norden einfließen. Im Süden hält sich weiterhin die feucht-milde Luft, und bei anhaltendem Nordwestwind kann es vor allem am östlichen Alpenrand noch länger regnen. Die Intensität lässt aber mit zunehmendem Aufwölben des Azorenhochs nach Norden nach. In der Nacht zu Sonntag verlagert sich der Randtrog nach Polen, wobei sich in der Höhe eine diagonale Tiefdruckrinne etabliert, sie sich von der Grönlandsee über Skandinavien bis nach Osteuropa bzw. Südosteuropa erstreckt. Die trockenere und kühlere Luftmasse (850 hPa Temperatur um 2 Grad) kann bis zum Alpenvorland vorstoßen.
Am Sonntag nähert sich von Atlantik her eine kräftige und hochreichend kalte Zyklone Westeuropa an. Auf dessen Vorderseite kann sich das Azorenhoch nun endlich bis nach Groß-Britannien richtig aufwölben. Es entsteht eine Art Omega Struktur, wobei sich Deutschland zunächst noch auf der kalten Seite des Hochs befindet.
Am Montag indes greift der Höhenkeil auf Mitteleuropa über und ganz Deutschland gerät unter Hochdruckeinfluss. Nach und nach gelangen von Südwesten her auch mildere Luftmassen mit 850 hPa Temperaturen bis 13 Grad in die West- und Südwesthälfte, in der Nacht zu Dienstag auch zunehmend in den Osten. Am Dienstag bleibt der Rücken zunächst über Deutschland wetterwirksam, die hochreichende atlantische Zyklone jedoch nähert sich Irland an, dabei steilt die Strömung noch etwas auf, so dass nun 850 hPa Temperaturen bis nahe 20 Grad in den äußersten Südwesten strömen. Gleichzeitig nähert sich von Westen die zugehörige Frontalzone an. Dienstagabend, evtl. auch in der Nacht zu Mittwoch könnten dann schon wieder die ersten evtl. unwetterträchtigen Gewitter vor der Türe stehen. Die Vorhersage ob und wie genau sich die Frontalzone an Deutschland annähert, ist aktuell aber noch völlig unsicher.
Ab Mittwoch und damit in der erweiterten Mittelfrist soll die Antizyklone vor allem im Süden weiterhin Wetterbestimmend sein, in der Nordhälfte sorgen Tröge, bzw. Rangtroge für einen unbeständigeren und teils gewittrigen Witterungsabschnitt.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der Abzug des Langwellentrogs am Freitag nach Osten wird im aktuellen IFS-Lauf etwas langsamer simuliert, auch nachfolgende Randtröge sorgen dafür, dass der Hochkeil von Südwesten her erst zum Montag richtig auf Mitteleuropa übergreifen kann. Montag und Dienstag stehen im Zeichen des Hochkeils, ab Mittwoch soll sich ein neuer atlantischer Zyklone Europa und die dazugehörige Luftmassengrenze von Westen annähern, entlang dieser sind kräftige Gewitterentwicklung potenziell möglich.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die großen Druckgebilde simulieren zwar alle Globalmodelle ähnlich, jedoch wann und wo welcher Trog/Keil Einfluss auf Deutschland hat ist ab Freitag schon relativ unsicher. Sicher ist jedoch, dass es vorallem im Norden und Nordosten mehr Varianzen gibt als im Südwesten und Süden, wo die Mehrheit der Modelle den Hochdruckeinfluss gewinnen lassen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Auch in den Rauchfahnen wird die Unsicherheit der Vorhersage ab dem kommenden Wochenende recht deutlich. Im 850 hPa Temperatur, sowie im 500 GeoPot Feld gibt es ab Samstag einen sehr großen Spread innerhalb des Ensembles. Ein vergleichbares Bild ist auch im Ensemble des GFS zu erkennen.
In der Clusteranalyse gibt es im Zeitbereich von 120 bis 168 h 5 verschiedene Cluster. Dabei gibt es nur zwei vorherrschende Regimes Blocking oder Atlantic Ridge, wobei der Atlantic Ridge etwas häufiger auftritt als das Blocking.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Dauerregen
Am Freitag und bis in den Samstag hinein gibt es geringe Anzeichen für markanten Dauerregen bis 40 l/qm im Berchtesgadener Land.
Wind
An den Küsten und auf den Alpengipfeln gibt es immer mal wieder stürmische Böen.
Gewitter:
Zum Ende der Mittelfrist nimmt das Risiko wieder zu, dass sich kräftige Gewitter entwickeln.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher





