Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Sonntag, den 17.05.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Trog Mitteleuropa (TrM)
Wetter: Heute einzelne Schauer, kaum Gewitter. In der Nacht im Osten nochmal Frost möglich. Dienstag und Mittwoch von West nach Ost Gewitter mit Starkregengefahr. In den Nächten vereinzelt Nebel möglich.
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
Am heutigen Sonntag... bestimmt weiterhin recht niedriges Geopotential, respektive ein Langwellentrog, unser Wettergeschehen. Dieser erstreckt sich von Grönland und der Ostgrönlandsee südostwärts bis zu uns und dann weiter südostwärts bis ins Schwarze Meer, wobei ein kräftiges Höhentief über den Balkan zum Schwarzen Meer zieht, an dessen Südflanke sich derzeit der kräftigste Jetstream im europäischen Raum befindet. Ein weiteres Höhentief liegt nordwestlich von Schottland. Kleinräumig betrachtet befindet sich noch ein Kurzwellentrog im Osten unseres Landes, der sich heute nur wenig verlagert und in den sogar ein kleines Höhentief eingelagert ist, das je nach Höhe so im Bereich über Sachsen oder Brandenburg zu finden ist. Südlich des schottischen Höhentiefs amplifiziert sich ein weiterer eingelagerter Trog, dieser kommt heute auch nicht allzu flott ostwärts voran, so dass über dem Westen unseres Landes ein schwacher Rücken wirksam ist.
Demzufolge ist bei uns sogar ein schwaches Hoch zu finden, das den Namen Ygglev trägt und sich von der Ostsee bis zu den Alpen erstreckt. Da sich Deutschland an der Westseite desselben befindet, weht der Wind meist schwach, im Nordwesten stärker aus West bis Süd.
Die bei uns liegende Luftmasse ist eine gealterte, also leicht erwärmte und abgetrocknete Polarluft (xPs), die in 850 hPa Temperaturen zwischen 0°C über der Ostsee und 4°C an den Alpen aufweist. Diese Luftmasse ist in weiten Teilen des Landes in den unteren Schichten recht labil geschichtet, weist aber eine deutliche Absinkinversion zwischen 700 und 600 hPa auf. Lediglich nach Westen und Nordwesten hin ist die Schichtung in den unteren Niveaus weniger labil, es fehlt aber auch die Inversion. Die Auslösetemperaturen von meist 10 bis 14°C sind im Laufe des Vormittags erreicht, so dass der Himmel sich dann zunehmend wolkig bis stark bewölkt präsentiert. Im Westen zeigt sich schon am Morgen dichtere Bewölkung, die sich im Tagesverlauf langsam ostwärts ausbreitet, so dass im Westen und Nordwesten die Sonnenanteile recht gering bleiben werden.
Nun zum Niederschlagsgeschehen: Im Osten können sich unter Einfluss des Kurzwellentroges/Höhentiefs in einem breiten Streifen von Vorpommern bis zu den Alpen einzelne Schauer bilden. Die CAPE-Werte sind recht gering, in der Nähe des Höhentiefs im Raum Oberfranken/Ostthüringen/Sachsen liegt die oben erwähnte Inversion aber bei etwa 600 hPa, so dass die Schauer in etwa -16°C erreichen können, was den einen oder anderen Blitz nicht ausschließt. Diese sollten heute aber wirklich die Ausnahme bleiben, und wenn eine Warnung nötig wird, dann wird diese "gelb" sein. In den Westen und Nordwesten dringen im Tagesverlauf mit den dichten Wolken leichte Regenfälle ein, die zunächst stratiformer Natur sind, im Laufe des Tages aber etwas konvektiv durchsetzt. Am Abend ist dann im Umfeld einer eindringenden schwachen Okklusion auch etwas CAPE zu finden. Dann sind vom Niederrhein bis ins Emsland einzelne Gewitter ebenso nicht ausgeschlossen, aber auch dort sollten die Blitze die Ausnahme sein und die etwaigen Gewitter sollten "gelb" bleiben.
Die Höchstwerte legen im Vergleich zu gestern etwas zu. Im Flachland sollten allgemein wieder 15 bis 19°C erreicht werden, mit den höheren Werten im Osten.
In der Nacht zum Dienstag weitet sich der Trog westlich unseres Landes deutlich nach Süden aus und kommt auch etwas nach Osten voran. Dabei wird dieser zum dominierenden System des gesamten Langwellentrogkomplexes. Der Kurzwellentrog im Osten unseres Landes dissipiert auf der Vorderseite des neuen Troges und damit verschwindet auch unser kleiner Rücken dazwischen. Ergo: Wir gelangen auf die Vorderseite, wobei der Westen des Landes von PVA erfasst wird. Dort befindet sich bekanntermaßen auch die schwache Okklusion, die zunehmend auch in eine Rinne eingelagert ist und die in der aufkommenden südlichen Höhenströmung stationär wird. Weil aber zunehmend die PVA greift, wandeln sich die zunächst recht schwachen Regenfälle an unserer Westgrenze zu etwas stärkeren Regenfällen, wobei der Schwerpunkt außerhalb unseres Landes verbleibt. Die Labilität wird in der Nacht recht rasch abgebaut, so dass ab dem späteren Abend keine Blitze mehr auftreten sollten und die Regenfälle wieder zunehmend stratiform werden. Die Schauer im Osten fallen am Abend sehr schnell zusammen.
Da sich auch die Quellbewölkung wieder auflöst, verläuft die Nacht in der Osthälfte wolkenarm, während im Westen die hochreichende Bewölkung dominiert. Dies hat auch Auswirkungen auf das Temperaturniveau. Im Osten und Südosten kühlt es bei nur schwachem Wind (jetzt aus Südost) allgemein auf 5 bis 0°C ab, so dass wieder vielfach Frost in Bodennähe auftreten kann. In 2 m Höhe sollte dagegen nur vereinzelt leichter Frost auftreten, vor allem in Tallagen des östlichen Berglandes und vereinzelt an sehr frostanfälligen Orten. Hier und da sind bei den schwachwindigen Verhältnissen auch ein paar flache Nebelfelder möglich. Generell milder bleibt es im Norden und Westen mit 10 bis 5°C.
Am Montag... nähert sich der Trog unserem Land und erreicht am Nachmittag die westlichen Landesteile. In seinen Rücken erfolgt recht starke Warmluftadvektion, so dass der Trog an seiner Westflanke sehr leidet, gleichzeitig aber auch immer langsamer vorankommt und somit immer schmaler wird, während sich über der Biskaya und Großbritannien ein Rücken ausbildet. Deutschland liegt dabei in der südlichen bis südwestlichen Höhenströmung, wobei die Stärke der PVA etwas nachlässt, eben wegen der sich verzögernden Progression. Auch die schwache Okklusion kommt nur langsam ostwärts voran, wobei die Tiefdruckrinne immerhin bis zum Abend zur Elbe vorankommt. Die Feuchte hinkt aber etwas zurück und das deutet schon darauf hin, dass die Okklusion ein recht verwaschenes Objekt ist.
Immerhin sorgen aber der herannahende Trog mit etwas Höhenkaltluft und etwas Einstrahlung für eine Labilisierung der Atmosphäre, so dass in weiten Landesteilen (abgesehen von den Gebieten in etwa nordöstlich der Elbe und in Ostbayern) etwas CAPE aufgebaut werden kann, meist wenige 100 J/kg. Somit entwickeln sich aus den wieder entstehenden Quellwolken bald Schauer und auch zunehmend einzelne Gewitter, die sich im Tagesverlauf ostwärts ausweiten (bis auf die oben erwähnten Regionen). Im Umfeld des Troges ist auch schwache Scherung da, insgesamt ist die Dynamik aber mau. Somit dürfte es vielfach wieder zu den "gelben" Gewittern kommen, vereinzelt sind aber auch ein paar stärke Entwicklungen dabei, wo es mal kleinkörnigen Hagel oder Starkregen geben kann, letzteres vor allem auch wegen geringen Zuggeschwindigkeiten. Insbesondere an den Alpen erscheint das Starkregenpotential leicht erhöht.
Im Osten bleibt es noch niederschlagsfrei, dort ziehen neben den obligatorischen Quellwolken auch Schichtwolken über den Himmel. Trotzdem kann es in den östlichen Landesteilen noch für 6 bis 9 Stunden Sonne reichen, während es im Westen teils nicht einmal 2 werden sollen.
In 850 hPa pendeln sich die Temperaturen allgemein um 4°C ein, im Süden wird es sogar noch etwas milder. Damit bewegen sich die Temperaturen wieder zunehmend in frühlingshaften Bereichen und die Höchstwerte liegen zwischen meist 16°C im trüben Westen und 22°C im sonnigen Osten, im Bergland bleibt es freilich noch etwas kühler.
In der Nacht zum Dienstag wird der Trog noch etwas schmaler und schwenkt über Deutschland, wobei seine Achse in den Frühstunden in den östlichen Landesteilen zu finden ist. Der nachfolgende Rücken, induziert durch starke WLA, erreicht schon Benelux und Ostfrankreich. Die bodennahe Rinne kommt nur noch wenig voran und liegt am Morgen zwischen Lübecker Bucht und der Uckermark. Nordöstlich davon gibt es noch schwachen Südostwind, sonst dreht der Wind auf Westen, ganz im Westen aber schon wieder auf Süd, da bodennah nur ein schmaler Hochkeil hereinschwenkt und das dominierende Druckgebilde ein Tief nordwestlich von Irland ist. Insgesamt sind bei uns die Druckgegensätze sehr schwach und damit auch der Wind.
Die Gewitterei lässt am Abend rasch nach und in der Nacht fokussieren sich schauerartige Regenfälle auf das Gebiet mit dem Feuchtemaximum, das westlich der Rinne liegt. Somit fällt vor allem von Schleswig-Holstein bis nach Sachsen-Anhalt gebietsweise Regen, der langsam nach Osten vorankommt. Zudem regnet es an den Alpen in der Nacht teilweise recht kräftig, wobei die Regenfälle im Nachtverlauf ihren Schwerpunkt ostwärts verlagern. Es scheint aber nach dem Ende der Gewitter kaum mehr für Starkregenwarnungen zu reichen, auch wenn ICON-D2-EPS entsprechende Signale zeigt. Bei einer 850-hPa-Temperatur, die von Ost nach West von etwa 6°C auf 3°C fällt, dürfte vor allem in Lagen oberhalb 1800 m eine erwähnenswerte Neuschneeauflage zu erwarten sein.
Abseits der erwähnten Regenfälle ist es ganz im Nordosten teils noch aufgelockert bewölkt. Auch im Westen zeigen sich nach Durchzug des Troges größere Wolkenauflockerungen. Ganz im Westen kann die aufkommende WLA schon wieder für hohe Wolken sorgen. Insgesamt ist es aber in der Westhälfte lange genug klar, dass es im Bereich des Zwischenhochkeils in der feuchten Luftmasse und über den noch einmal frisch bewässerten Böden gebietsweise Nebel geben kann. Ganz im Nordosten und in der Westhälfte gehen die Temperaturen auf 6 bis 2°C zurück, in ungünstigen Lagen ist auch noch einmal geringer Frost in Bodennähe drin. In den stärker bewölkten Streifen dazwischen liegen die Tiefstwerte meist bei 9 bis 5°C.
Am Dienstag... kommt der sehr schmale Höhentrog über dem Nordosten nur sehr langsam ostwärts voran. Während er in 300 hPa im Tagesverlauf Polen erreicht, hängt er in 500 hPa, wo auch der Schwerpunkt eines Höhenkaltluftrestes zu finden ist, bis zum Abend über dem Nordosten des Landes. Die bodennahe Rinne verlässt dagegen im Tagesverlauf ebenso unser Land. Westlich davon liegt ein schmaler Höhenrücken, während ein weiterer kräftiger Trog schon Frankreich erreicht. Bodennah liegt ein schwacher Hochkeil über der Mitte des Landes, während im Nordwesten der Druck hin zu dem Tief nördlich Irlands abfällt. Im Nordwesten weht somit mäßiger Südwind, nach Osten hin nach Abzug der Rinne leichter Westwind, im Süden ist es windschwach.
Die Regenfälle aus dem Norden ziehen am Vormittag auf eine Linie von Mecklenburg-Vorpommern bis Ostsachsen. Dort wird im Bereich eines Feuchtemaximums, das unter dem Bereich der Höhenkaltluft liegt, im Tagesverlauf CAPE generiert, das auch mal Werte über 500 J/kg erreichen kann. Da der CAPE-Schwerpunkt aber unter der Trogachse liegt, korreliert er nicht allzu gut mit den höheren Scherungswerte abseits der Trogachse. Allerdings können sich trotzdem kräftigere Gewitterzellen bilden, die zu Multizellen verclustern und bei denen durchaus erhöhte Starkregengefahr besteht, auch kleinkörniger Hagel muss in Betracht gezogen werden. Sturm sollte nicht das Problem sein.
Auch weiter nach Westen hin kann sich aus Quellbewölkung noch der eine oder andere Schauer bilden, Gewitter sind dort nicht mehr wahrscheinlich. Ganz im Westen bleibt es zunächst trocken, die Region wird aber im Tagesverlauf von Warmluftadvektion erfasst, so dass schon wieder mehrschichtige Bewölkung aufzieht, aus der ganz im Westen im Tagesverlauf etwas Regen fällt.
Ansonsten kommt bei wechselnder Bewölkung auch mal die Sonne durch und es kann (abseits der Schauer) ein ganz netter Frühlingstag werden, wenn auch bei sehr unaufgeräumten Bewölkungsbild. Auch das Temperaturniveau ist mit 17 bis 21°C der Jahreszeit entsprechend, im Bergland bleibt es noch etwas kühler.
In der Nacht zum Mittwoch zieht der Trog aus dem Nordosten ab. Der Langwellentrog aus dem Westen nähert sich weiter an und auf seiner Vorderseite läuft schon ein Kurzwellentrog heraus. Zwischen recht hohem Druck südöstlich unseres Landes und dem schon mehrfach erwähnten Tief weht der Wind schwach aus Südost bis Süd.
Die Gewitter im Nordosten fallen in der Nacht recht schnell zusammen bzw. ziehen nach Osten ab. Von Westen ziehen die meist stratiformen Regenfälle weiter ostwärts und erreichen gegen Morgen schon die Elbe. Nach Westen zu werden sie zunehmend leicht konvektiv. Die Mengen bleiben weit jenseits irgendwelcher Warnschwellen.
Im Nordosten kann der Himmel zeitweise aufklaren, dort ist auch mal ein Nebelfeld möglich. Sonst bleibt der Himmel meist stark bewölkt bis bedeckt. Die Tiefstwerte liegen meist zwischen 12 und 7°C, im östlichen Bergland bis 4°C.
Modellvergleich und -einschätzung
Die vorliegenden Modelle simulieren die Lage in den kommenden Tagen sehr ähnlich. Warnrelevante Unterschiede sind kaum vorhanden. Erwähnen kann man noch, dass die Entwicklung der Niederschlagssumme am Alpenrand am Montag und in der Nacht zum Dienstag deutlich unterschiedlich simuliert wird. Insbesondere UK10 simuliert überraschend wenig Niederschlag.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 16.05.2026 um 10.30 UTC
Anfangs unbeständig örtlichen Gewittern, ab Donnerstag zunehmender Hochdruckeinfluss mit steigenden Temperaturen
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 23.05.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag liegt ein Trog mit Temperaturen bis -24 Grad in 500 hPa über Deutschland, der kaum noch ostwärts vorankommt und von Westen zugeschüttet wird. Im Westen herrscht schwacher Zwischenhocheinfluss, generell gibt es kaum Druckgegensätze über Deutschland. Bei Temperaturen zwischen 3 und 6 Grad in 850 hPa ist es weiterhin kühl für die Jahreszeit. Im Osten ist die Labilität ausreichend für kurze Gewitter. Von Westen nähert sich ein okkludierendes Frontensystem, das in der Nacht zum Mittwoch die Westhälfte erreicht.
Am Mittwoch kommt die Okklusion langsam in den Osten Deutschlands voran, von Westen folgt ein Trog mit Temperaturen um -20 Grad in 500 hPa. In der erwärmten Meeresluft (5 bis 8 Grad in 850 hPa) reicht es vor allem im Westen und Süden für örtliche Gewitter, die aufgrund ihrer langsamen Verlagerung örtlich zu Starkregen führen können. Von Warmluftadvektion gestützt beginnt sich über Westeuropa ein breiter Keil aufzuwölben, der in der Nacht zum Donnerstag mit seiner Achse bis auf eine Linie Pyrenäen-Niederlande vorankommt. Am Boden bildet sich über Frankreich und Süddeutschland ein Hoch.
Am Donnerstag schwenkt der Trog aus dem Nordosten Deutschlands heraus, von Westen folgt der breite Keil nach. Vor allem in der Osthälfte bilden sich dennoch noch einmal einige Schauer, im Nordosten auch nochmals vereinzelt Gewitter. Unter dem Hoch kommt es vor allem im Südwesten zu einer Erwärmung der unteren Troposphäre. Am Abend liegt die Temperatur in 850 hPa zwischen 5 Grad in Flensburg und 11 Grad in Freiburg.
Am Freitag kommt der Keil mit seiner Achse nach West- und Norddeutschland voran. Die Abtrocknung sowie die Erwärmung der Troposphäre machen weitere Fortschritte. Schauer sind die absolute Ausnahme und zum Abend liegt die Temperatur in 850 hPa zwischen 6 Grad an der Oder und 13 Grad im Breisgau. In der Nacht zum Samstag kann an der Nordsee teils dichter Nebel über den kalten Wasserflächen entstehen.
Am Samstag ändert sich an der großräumigen Konstellation wenig. Der Keil mit seiner Achse über Westdeutschland sorgt für ruhiges und zunehmend sommerlich warmes Wetter. An Nord- und Ostsee kann sich teils dichter Nebel über den kalten Wasserflächen bilden. Die Temperatur in 850 hPa erreicht verbreitet Werte um 10 Grad. In der Nacht zum Sonntag erreicht eine schwache Kaltfront den äußersten Norden, weist aber kaum Wetterwirksamkeit auf.
Die erweiterte Mittelfrist bis zur Nacht zum Dienstag zeigt keine signifikante Änderung der Großwetterlage. Unter einem von Südwest- nach Mitteleuropa reichenden Keil macht die Erwärmung weitere Fortschritte und zu Wochenbeginn werden im Westen Werte um 15 Grad in 850 hPa erreicht. Ein in der Nacht zum Dienstag zur Nordsee vorstoßender Trog und eine vorgelagerte Kaltfront haben noch keine Auswirkungen auf das Wetter in Deutschland.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Mittelfrist schwenkt ein Trog über Mitteleuropa ostwärts, bzw. wird zugeschüttet. Westdeutschland nähert sich zum Abend ein okkludierendes Frontensystem. Dieses kommt am Mittwoch bis nach Ostdeutschland voran und löst sich dort auf. Die Konsistenz zu den Vorläufen ist gut. In der Folge steigt von Frankreich her das Geopotenzial deutlich an, über Mitteleuropa bildet sich ein Bodenhoch und es kommt zu einer Erwärmung. Unterschiede ergeben sich bezüglich der genauen Position des Bodenhochs und damit auch bezüglich der niedertroposphärischen Warmluftadvektion. Der 12-UTC-Lauf zeigte zum Wochenende ein Höhentief, das von Norden nach Mitteleuropa zieht. Die 00-UTC-Läufe zeigen das so nicht und sind deutlich antizyklonaler aufgestellt. Ab dem Wochenende ist die Konsistenz nur noch mäßig gut.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Modelle zeigen die Entwicklung zunächst bis auf kleine Unterschiede sehr ähnlich. GFS zeigt zum Wochenende eine zunehmende Zonalisierung und von Westen das Übergreifen von Fronten. Am Sonntag liegt bei GFS über den Britischen Inseln gar ein Sturmtief. Ein Höhentief, das am Wochenende von Norden oder Osten das Wetter beeinflussen könnte, gibt es bei den anderen Modellen nicht.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Deutschlandweit steigen das Geopotenzial in 500 hPa und die Temperatur in 850 hPa bis zum Wochenende kontinuierlich an. Der Hauptlauf liegt nahe am Mittel für das Geopotenzial und für die Temperatur in 850 hPa nimmt er am Wochenende eine der wärmeren Lösungen ein.
Die Niederschlagssignale sind vor allem am anfangs zahlreich, bevor sie am Freitag und Samstag gegen null gehen und im Anschluss wieder etwas zunehmen. Dieses Bild wird von den ENS vom GFS gestützt. Der Kaltfrontdurchgang des Hauptlaufs wird vom eigenen Ensemble nicht gestützt.
CLUSTER:
Über den gesamten Mittelfristzeitraum werden zwar teils mehrere Cluster, aber alle Cluster werden dem Regime "Blocking" zugeordnet. Interessant wird es am Ende der Mittelfrist. Dann gibt es zwei Cluster, wobei der Hauptlauf dem etwas kleineren Cluster 2 angehört. Cluster 1 zeigt den in den Vorläufen auch im Hauptlauf simulierten Kaltlufttropfen über dem Südteil der Ostsee, der durchaus Einfluss auf das Wetter im Osten Deutschlands nehmen könnte.
FAZIT:
Bis zur Wochenmitte dominiert überwiegend Tiefdruckeinfluss mit eher kühler Meeresluft. Nachfolgend setzt sich von Westen Hochdruckeinfluss durch. Dieser sorgt nicht nur für zunehmende Sonnenscheinanteile, sondern auch für steigende Temperaturen. Hitze ist aber vorerst nicht zu erwarten. Ab Sonntag nehmen die Unsicherheiten zu. Wahrscheinlich ist es aber auch zu Wochenbeginn noch meist freundlich und warm.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
IFS als auch EPS liefern keine Hinweise auf markante Wettererscheinungen.
Lokal kann es am Dienstag (Streifen vom Norden über die Mitte in den Südosten) und Mittwoch (Süden) zu Gewittern mit Starkregen über 15 l/m² kommen.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen





