Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 05.11.2026 um 08 UTC
Schlagzeile:
Ruhige Hochdruckrandlage mit der üblichen Grenzschichtproblematik (Nebel, Frost). Keine markanten Wettererscheinungen.
GWL und markante Wettererscheinungen:
SEa
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
Donnerstag, den 05.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am heutigen Donnerstag befindet sich Deutschland nach wie vor im Einflussbereich eines breiten Höhenrückens, der vom zentralen Mittelmeerraum über Mitteleuropa und der Nordsee bis ins Nordmeer bzw. ins Seegebiet zwischen Island und Schottland reicht. Flankiert wird dieser einerseits von einem sich durch Kaltluftvorstöße immer wieder regenerierenden Langwellentrog über Nordost- und Osteuropa und andererseits von einem Höhentief über Südwesteuropa (mehrere kleinräumige Drehzentren über Nordspanien und der Biskaya), das sich tendenziell ein wenig nach Norden verlagert und Richtung Osten ausweitet. Der Rücken stützt weiterhin die langgestreckte und quasistationäre Hochdruckzone "KLAUS", deren Divergenzachse sich in etwa über dem Nordosten Deutschlands befindet. Mit der Ostausweitung des Höhentiefs setzt im Vorhersagegebiet von Südwesten her zwar leichter Druckfall ein, das ändert aber zunächst nur wenig an der antizyklonalen Gemengelage hierzulande.
Mit der Advektion trockenerer Festlandsluft von Osten her ging vor allem gestern auch eine gewisse Abtrocknung der Grenzschicht einher, so dass sich in der vergangenen Nacht die Ausbreitung von Nebel und Hochnebel sehr in Grenzen hielten. Einige Ausnahmen gab es aber dennoch: Mit dem zeitweise spürbaren Ost- bis Nordostwind wurde und wird ein kompaktes Hochnebelfeld ins höhere Alpenvorland sowie in die Regionen zwischen Alb und Schwarzwald gedrückt, von Südbaden und dem Bodenseeraum bis ins Schweizer Mittelland hat sich eine (allerdings nur schwache) Bisenlage eingestellt. In diesen Regionen blieb es die Nacht über unterhalb der in etwa 900 hPa befindlichen Inversion bedeckt durch Hochnebel. In den Nordosten sickerte von der Ostsee her bodennah eine etwas feuchtere bzw. aerosolhaltigere Luftmasse, so dass sich dort recht verbreitet teilweise dichte und warnrelevante (Sicht unter 150 m) Nebelfelder ausgebreitet haben.
Ansonsten gibt es zwar hier und dort, insbesondere in einigen Flussniederungen, Nebel, vielerorts beginnt der Tag aber sonnig bzw. gering bewölkt. Tagsüber lösen sich diese Nebelfelder meist auf und auch der Hochnebel im Südwesten wird "angeknabbert", gebietsweise (vor allem vom Hochrhein/Bodenseeraum bis nach Oberschwaben, ins Unterallgäu und ins südwestliche Oberbayern) bleibt es dort aber ganztägig trüb. Auch im Nordosten hat es der Nebel schwer, sich aufzulösen und geht in Hochnebel über. Dort dreht der Wind nachmittags/abends mehr auf Nordost, so dass der Feuchteinput von der Ostsee her sogar etwas zunimmt. Im Rest des Landes steht aber ein recht sonniger Tag ins Haus. Lediglich im Südwesten tauchen am Nachmittag/Abend ein paar hohe Wolkenfelder auf, die der WLA vorderseitig des Höhentiefs geschuldet sind. Die Höchsttemperaturen erreichen in den Hochnebelregionen im Südwesten kaum 5 Grad und auch im Nordosten wird es bei beständigem Nebel kaum milder. Sonst werden Werte zwischen 7 und 11 Grad erreicht, im Lee einiger Mittelgebirge (vor allem in NRW) auch bis knapp 13 Grad.
Der Wind weht in einigen Höhenlagen im Bereich der Absinkinversion weiterhin teils lebhaft aus Ost bis Südost mit Böen Bft 6 bis 7, ganz vereinzelt auf exponierten Gipfeln auch Bft 8.
In der Nacht zum Freitag wandert das Drehzentrum des Höhentiefs ein wenig nach Norden, zum Westausgang des Ärmelkanals. Dabei wird es "in die Länge gezogen" mit einem amplifizierenden Kurzwellentrog an dessen Südflanke, der sich von der südlichen Biskaya nach Südwestfrankreich verlagert. Gleichzeitig kommt es über dem Baltikum und Weißrussland zu einem weiteren Kaltluft- bzw. Trogvorstoß, so dass der Höhenrücken ein wenig in die Zange genommen wird. Er bleibt aber robust und stützt nach wie vor die vom Nordmeer über das östliche Mitteleuropa bis zum Balkan reichende Hochdruckzone, die allerdings ein wenig schmaler wird. Im Bodenfeld weitet sich derweil eine flache Tiefdruckrinne über Frankreich nach Nordosten, Richtung Benelux aus. Somit verschärft sich der Gradient insbesondere über dem Nordwesten des Landes etwas und der Wind frischt über der Nordsee aus Ost bis Südost auf, bleibt aber unterhalb der Warnschwellen. Auch im Nordosten verstärkt sich die bodennahe Advektion recht feuchter und aerosolhaltiger Luft von der Ostsee her. Nebel und Hochnebel können sich somit weiter nach Westen und Süden ausweiten; wie weit genau, ist noch unklar, aber neben Vorpommern dürften wohl zumindest weite Teile Brandenburgs und Schleswig-Holsteins betroffen sein, eventuell schwappt der Hochnebel auch noch ins nördliche Sachsen-Anhalt und bis weit nach Niedersachsen.
Ansonsten beginnt die Nacht, abgesehen vom Hochnebel im Südwesten, der sich nachts ebenfalls etwas ausweitet, vielerorts gering bewölkt oder klar, später können sich insbesondere in Flussniederungen wieder gebietsweise dichte Bodennebelfelder ausbreiten. Über den Südwesten und Westen ziehen im Laufe der Nacht mit Annäherung der flachen Rinne und schwacher WLA zeitweise hohe Wolkenfelder hinweg, die morgens langsam dichter werden. Bei längerem Aufklaren muss vor allem von Sachsen bis in die mittleren Landesteile sowie im Südosten mit leichtem Frost gerechnet werden. In den Hochlagen weht nach wie vor lebhafter Wind aus Ost bis Südost, der mit verstärkter Abkopplung der Grundschicht tendenziell noch ein wenig zunimmt, aber wohl - abgesehen von exponierten Lagen - unterhalb der Warnschwellen bleibt.
Potentielle Warnelemente:
Außer Nebel und Frost in der kommenden Nacht ist nichts Warnrelevantes zu erwarten.
Modellvergleich:
Abgesehen von der üblichen Grenzschichtproblematik zeigen die Modelle keine warn- und prognoserelevanten Unterschiede.
Konsistenz:
Keine signifikanten Unterschiede.
Freitag, den 06.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Freitag amplifiziert der Höhentrog über Frankreich weiter Richtung Löwengolf und kommt mit seinem Südteil etwas nach Osten voran, während sich das kleinräumige Höhentief ein wenig nach Norden verlagert. Der vorgelagerte Höhenrücken verliert dadurch noch etwas an Substanz und wird auch von Norden her abgebaut, bleibt aber robust und erstreckt sich nach wie vor vom zentralen Mittelmeerraum über das östliche Mitteleuropa bis zur Nordsee bzw. Südskandinavien. Er stützt weiterhin die Hochdruckzone im Bodenfeld, die sich tendenziell ein wenig nach Osten verlagert, während sich die flache Tiefdruckrinne über Frankreich und Benelux nach Südwest- und Westdeutschland ausweitet. Dort verdichten sich die Wolken im Tagesverlauf langsam weiter, lassen aber noch zeitweise die Sonne durch und es bleibt - abgesehen vielleicht von ein paar Tropfen in den Abendstunden an den Grenzen zur Schweiz und nach Frankreich - weitgehend trocken.
Im Nordosten können sich die Nebel- und Hochnebelfelder mit beständiger Advektion der etwas feuchteren und aerosolhaltigeren Luftmasse von der Ostsee her unterhalb der sich sogar noch etwas verstärkenden Absinkinversion (in etwa 950 hPa) sogar noch etwas nach Westen und Süden ausweiten. Dabei erfassen sie noch weite Teile Sachsens und Sachsen-Anhalts, das Thüringer Becken und zumindest das östliche und nördliche, eventuell auch noch das mittlere Niedersachsen. Hier und da bekommt die Hochnebeldecke im Tagesverlauf zwar mal größere Lücken, gebietsweise bleibt es aber auch ganztägig trüb. Auch im Südwesten bleibt der Hochnebel - ähnlich wie am Vortag, eventuell sogar noch ein wenig großflächiger, da es mit Aufzug der mittelhohen Bewölkung an Einstrahlung fehlt - teilweise kompakt. Mit Annäherung der Rinne wird er sogar noch etwas angehoben, so dass es gebietsweise leicht nieseln kann. In den Regionen dazwischen, also vor allem vom Westen/Nordwesten (dort ziehen die Wolken erst am Nachmittag auf) über die Mitte des Landes bis in den Südosten, scheint dagegen nach meist rascher Auflösung der morgendlichen Nebelfelder häufig die Sonne.
Unter dem Nebel/Hochnebel im Südwesten und Süden werden erneut kaum 5 Grad erreicht, auch im Nordosten bleibt es unter dem Hochnebel mit 4 bis 7 Grad recht frisch. Sonst liegen die Höchstwerte meist zwischen 6 und 11 Grad, am Nordrand einiger Mittelgebirge im Westen auch knapp darüber. In der Nacht zum Samstag bleibt unser kleinräumiges Höhentief in etwa über Wales quasistationär, während der zugehörige Trog aufgrund der blockierenden Wirkung des vorgelagerten Rückens über dem Norden Italiens erneut austropft. Der Höhenrücken selbst büßt zwar weiterhin etwas an Substanz ein, bleibt aber, ebenso wie die quasistationäre Hochdruckzone, robust. Die Bodenrinne kommt somit über dem Süden und Westen Deutschlands kaum mehr weiter nach Nordosten voran, ähnlich wie die sich noch etwas verdichtenden hohen und mittelhohen Wolkenfelder. Im Südwesten, etwa vom Schwarzwald bis ins Allgäu, simulieren die Modelle auch etwas Niederschlag, insbesondere das GFS gebietsweise auch mehrere mm, was aber etwas übertrieben erscheint. Zumindest wird dort der Hochnebel weiter angehoben, was die Tendenz zu leichtem Nieselregen etwas erhöht.
Der Nebel und Hochnebel im Norden und Osten kommen tendenziell noch ein wenig nach Südwesten voran, gleichzeitig dreht der Wind im Nordosten aber wieder mehr auf Ostsüdost, so dass die Zufuhr der feuchteren Ostseeluft gekappt wird. Dort lockern die Wolken von Polen her wieder auf, teilweise klar es auf. Ansonsten ändert sich nur wenig, insgesamt nimmt mit weiterer Alterung der Luftmasse die Tendenz zu Nebel und Hochnebel etwas zu. Leichten Frost gibt es somit vor allem in den mittleren und östlichen Landesteilen, also dort, wo es klar bleibt bzw. aufklart.
Erwähnenswert am Rande ist noch, dass der Böhmische Wind an den östlichen Mittelgebirgen etwas auflebt. Ob dieser aber warnrelevant wird, ist aber noch fraglich.
Potentielle Warnelemente:
Nach wie vor stehen Nebel und Nachtfrost im Fokus der Warntätigkeit.
Modellvergleich:
Die Modelle simulieren die Großwetterlage einheitlich. Im Detail gibt es noch kleinere Differenzen, die Wetterwirksamkeit der Tiefdruckrinne im Südwesten betreffend. Vor allem GFS simuliert dort sogar messbaren Niederschlag, die anderen Modelle dagegen meist weniger als 0,5 mm in 12 Stunden.
Konsistenz:
Keine signifikanten Unterschiede.
Samstag, den 07.11.2026
Synoptische Entwicklung:
Am Samstag nimmt das Höhentief über dem Süden der Britischen Inseln ein wenig an Fahrt auf und verlagert sein Drehzentrum nach Lesart des ICON bis zum Abend in etwa nach Mittelengland. An dessen Ostflanke schwenkt ein flacher Randtrog über Frankreich nordostwärts und erreicht abends Belgien bzw. den Nordosten Frankreichs. Der nach wie vor robuste Höhenrücken zieht sich ein wenig nach Südosten zurück, so dass die Höhenströmung über dem Westen Deutschlands auf südliche Richtungen dreht und eine leicht zyklonale Kontur annimmt. Die Hochdruckzone im Bodenfeld wirkt aber nach wie vor blockierend, die flache Tiefdruckrinne über dem westlichen Mitteleuropa kann somit nicht weiter nach Osten vorankommen und schwenkt stattdessen nach Norden, Richtung Niederlande und Nordsee. Ihre Wetterwirksamkeit beschränkt sich weiterhin auf den Durchzug hoher und mittelhoher Wolkenfelder über der Westhälfte des Landes, nennenswerte Niederschläge werden keine simuliert, lediglich GFS hat noch wenige Zehntel mm am Vormittag im Südwesten auf der Agenda.
Insgesamt wird die Grenzschicht aber etwas angehoben, so dass die Neigung zu beständigem Hochnebel ein wenig zunimmt. Vor allem im Südwesten bleibt es somit wieder teilweise ganztägig trüb, aber auch im Westen und in der Mitte kann das gebietsweise der Fall sein. In die Osthälfte sickert dagegen nach wie vor trockene Festlandsluft, so dass dort überwiegend die Sonne scheint. Das wird auch dort der Fall sein, wo sich Nebel und Hochnebel auflösen, insbesondere im Lee, also an den Nordhängen einiger Mittelgebirge. An den Höchstwerten ändert sich kaum etwas; in den Nebel-/Hochnebelregionen werden kaum 5 Grad, sonst 6 bis 10, am Nordrand einiger Mittelgebirge bis 12 Grad erreicht. An den östlichen Mittelgebirgen lebt nach wie vor der Böhmischer Wind zeitweise böig auf, voraussichtlich werden aber keine Warnschwellen gerissen. In der Nacht zum Sonntag zieht das Höhentief zur westlichen Nordsee und im Bodenfeld verstärkt sich die Tiefdruckrinne, die bis nach Nordwestdeutschland reicht. Vor allem im Westen und Nordwesten verdichten sich somit die Wolken und kommen langsam nach Nordosten voran. Eventuell fällt vom Niederrhein über das Emsland bis zur Nordsee in der zweiten Nachthälfte hier und da ein paar Regentropfen, meist sollte es aber auch dort trocken bleiben. Für die übrigen Regionen ändert sich kaum etwas. Nebel- und Hochnebelfelder verdichten sich wieder bzw. breiten sich aus. Vor allem in der Osthälfte bleibt es dagegen meist gering bewölkt oder klar. Somit gibt es dort am ehesten nochmals leichten Frost.
Potentielle Warnelemente:
Im Osten leichter Nachtfrost, strichweise Nebel.
Modellvergleich:
Kleinere Differenzen bzgl. der Lage und Zugbahn des Höhentiefs und der Ausrichtung der flachen Tiefdruckrinne im Bodenfeld haben keine warn- und prognoserelevanten Auswirkungen auf das Vorhersagegebiet.
Konsistenz:
Konsistenz gut.
___________________________
Fazit:
Nach wie vor ruhige Hochdruckrandlage mit der üblichen Grenzschichtproblematik, aber ohne signifikante Wetterereignisse.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 05.11.2026 um 10.30 UTC
Schlagzeile: Kommende Woche Milderung und zunehmend regnerisch, aber noch große Unsicherheiten.
Synoptische Entwicklung: Am Montag soll nach IFS das Höhentief mit wenig Wetteraktivität langsam über Norddeutschland hinwegziehen. Lediglich über Süddeutschland soll es etwas stärker regnen. Nachfolgend soll sich am Dienstag noch einmal Hochdruckeinfluss durchsetzen, bevor am Mittwoch auf der Vorderseite eines Troges von Südwesten allmählich mildere und feuchtere Luftmassen mit Regenfällen übergreifen. Diese setzen sich am Donnerstag in ganz Deutschland durch. Gleichzeitig kommt es dann auf der Rückseite eines kräftigen Tiefs über dem Nordmeer zu einem Vorstoß polarer Kaltluft bis in die nördlich Nordsee, verbunden mit einem sich südwärts ausweitenden Trog. Dieser dürfte von Norden her für zunehmende Hebung durch PVA sorgen.
Sämtliche übrigen Modelle sind mit dem Vorstoß der milderen und feuchten Luft (unter antizyklonalen Verhältnissen, aber trotzdem mit Regen) wesentlich forscher und schneller als IFS. Vor allem ICON und UK10 zeigen bereits ab Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch Regen bis in den Nordosten des Landes. GFS hat dort noch ein Hoch, das den Regen abhält.
Der nachfolgende Vorstoß der Kaltluft von Norden her wird von ICON und GEM auch gezeigt und von UK10 angedeutet, von GFS dagegen nicht. Das betrifft Deutschland dann aber erst in der erweiterten Mittelfrist.
Potentielle Warnelemente:
Nach aktuellem Stand wird es nächste Woche zwar etwas windiger und regnerisch, allerdings sieht es weder (von einzelnen exponierten Lagen abgesehen) nach einer signifikanten Windlage noch nach Dauerregen aus. Entsprechende Hinweise aus den EPS-Verfahren liegen durchwegs im unter-10%-Bereich.
Nebel wird im Verlauf der nächsten Woche zunehmend unwahrscheinlich, Frost ist dann kein Thema mehr.
Modellvergleich:
Zwischen den Modellen bestehen zwar erhebliche Detailunterschiede, signifikante Wettergefahren erscheinen aber nach allen Szenarien unwahrscheinlich. Lediglich zu Beginn der Woche ist potentieller Dauerregen (um 40 l/qm innert 48 Stunden) im südlichen Bergland nicht ganz ausgeschlossen, IFS-EPS zeigt die entsprechenden Signale.
Etwas ruppiger zur Sache könnte es nächste Woche am Freitag und Samstag werden, wenn nach IFS von Norden her ein Kaltlufteinbruch erfolgt. Dann wären im Vorfeld regional signifikante Regenfälle möglich, vor allem erscheint aber eine Sturmlage nicht unwahrscheinlich.
Konsistenz:
Die Konsistenz ist in der kommenden Woche über alle Modelle hinweg ziemlich schlecht. Deswegen erscheint die Prognose auch noch sehr unsicher. Signifikante Wettergefahren sind aber nach den verschiedenen Entwicklungen nicht wahrscheinlich.
Clusteranalyse:
Das IFS-EPS verteilt sich im Zeitraum von Dienstag bis Donnerstag auf zwei Cluster, die zunächst stark ähnlich sind. Beiden ist eine starke positive Geopotentialanomalie im Bereich Nordwesteuropas bis nach Grönland hin gemein. Damit ist eine starke Westströmung über den Atlantik hinweg geblockt und die Meeresluftmassen kommen entweder auf der Vorderseite des weit südlichen liegenden Troges von Südwesten her (beide Cluster bis Mittwoch), oder bei C1 (27 Mitglieder incl. Kontrolllauf) dann ab Donnerstag zunehmend von Nordwesten her, wo der Trog vorstoßen soll. Hier unterscheiden sich die Cluster, denn bei C2 (24 Mitglieder) blockiert noch ein schwacher Rücken über uns diesen Trog.
Die Rauchfahnen für verschiedene Städte Deutschlands zeigen zunächst den Temperaturrückgang im Norden zu Beginn der Woche. Danach zeigt sich im Lauf der Woche ein allmählicher Temperaturanstieg in allen Regionen, allerdings mit erheblichen Unsicherheiten. Des Geopotential soll dabei nur kurz ansteigen und in der zweiten Wochenhälfte wieder fallen. Zum Wochenende zeigt sich beim Hauptlauf ein markanter Temperatureinbruch, das Ensemble spaltet sich dann in einen kalten und einen weiterhin milden Ast. Hier nimmt also die Unsicherheit weiter zu. Niederschlagssignale gibt es in der kommenden Woche reichlich, im Süden sind sie stärker als im Norden.
Fazit: Kommende Woche zunehmend milder und unbeständig, wahrscheinlich kein signifikantes Wetter. Ende nächster Woche Kaltlufteinbruch aus Norden möglich.
Basis für Mittelfristvorhersage:
ICON, IFS-EPS. IFS det. (00 UTC) ist Außenseiter und nicht zu empfehlen.
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Peter Hartmann





