Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Samstag, den 07.03.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE:
Fortdauer der antizyklonalen Südostlage (SEa) mit viel Sonne, einigen Wolken (Norden/Osten), wenig Regen, einen Haufen Saharastaub weiter oben und ungewöhnlich hohen Tagestemperaturen.

Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Aktuell ... gehen wir ins letzte Viertel eines Tages, dem siebten im Monat März, der uns zum wiederholten Mal in dieser Woche mit hochgradig frühlingshaftem Ambiente versorgt hat. Sonne satt und für Anfang März vielerorts außergewöhnlich hohe Temperaturen sorgen für gute Laune und nun wieder verstärkt in den Fokus rückende Freiluftaktivitäten. Okay, ein bisschen was gibt es zu bemängeln, aber wo findet man heutzutage noch uneingeschränkte Perfektion. Hier und da ein paar Nebelfelder (aber viel weniger als noch vor ein paar Tagen/Nächten), dort ein paar schleiernde Cirren, dann natürlich Saharastaub und so manchem wird es morgens auch noch zu frisch sein, was aber ganz normal ist Anfang März (Stichwort große Tagesgänge in der Übergangsjahreszeit).

Verantwortlich für das Frühlingswetter zeichnet ein breiter, weite Teile West- und Mitteleuropas überspannender und im Norden mit einem Keil bis zum Nordpolarmeer reichender Potenzialrücken, der mit einer umfangreichen Bodenhochdruckzone verheiratet ist. Keine Chancen für dicke fette Tiefs, die sich andere Aktionsräume und -flächen suchen müssen. Konkret sind das die Seegebiete um Grönland herum, aber auch über Südwesteuropa findet man ein allerdings flaches (knapp unter 1020 hPa), dafür hochreichendes Tief. Bei so viel hohem Druck und Potenzial kann man schnell mal was übersehen und tatsächlich befindet sich ein kleines Höhentief über der Nordsee, das aus einem kleinen Sekundärtrog abgetropft ist, welcher sich regelrecht in den Rücken hineingebohrt hat. Aufgrund fehlender Konnektion in die bodennahen Luftschichten kann man das kleine Tief durchaus als Kaltlufttropfen (KLT) bezeichnen, wenn auch sicherlich nicht als Vorzeigeathlet seiner Zunft. Egal, Fakt ist, dass der KLT bis morgen früh bis vor die Westküste Nordjütlands zieht. Leichte Hebungsprozesse am Südrand (vornehmlich etwas PVA) sorgen nicht nur für mehrschichtige Bewölkung im äußersten Norden, sondern hier und da auch für etwas Regen. Und da tagsüber durch den Nordwestwind etwas feuchtere Luft in den Nordwesten eingeströmt ist, kann sich dort, wo die Wolken nicht so richtig hinkommen, ebenso teils dichter Nebel bilden wie das im Süden an der Donau und südlich davon der Fall ist.

Im größten Teil des Landes aber verläuft die Nacht gering bewölkt (Cirrenschleier) oder klar mit leichtem Frost in der Luft und gebietsweise mäßigem Frost am Boden, wobei der Süden, die Mitte und der Osten deutlich anfälliger sind als der Westen und Nordwesten. Wie schon die ganze Woche über sollte man aber noch hinzufügen, dass Plus und Minus aufgrund der scharfen, ganz flach aufliegenden Inversion sowie topografischer Begebenheiten (Täler, Mulden, Senken vs. Hänge, Kuppen und Höhenlagen) z.T. nicht weit auseinanderliegen.

Sonntag ... setzt sich das hochdruckgeprägte Frühlingswetter im Grunde nahtlos fort. Der Rücken bleibt das Maß der Dinge, auch wenn er immer mal wieder von kleinen Störungen gepiesackt wird. Zwar zieht der KLT in Richtung Südskandinavien ab, dafür nähert sich ein weiterer Sekundärtrog aus dem östlichen Mitteleuropa dem Vorhersageraum an. Kaum zu glauben, was sich alles in so ´nem Höhenrücken herumtreibt. Zwar hält sich der Wirkungsgrad des Troges in Grenzen, für einige hohe und mittelhohe Wolken insbesondere in den östlichen Landesteilen ist er aber gut genug, so dass die Sonne zusätzlich zum noch immer im antizyklonalen "Käfig" gefangenen Saharastaub mal mehr, mal weniger gedämpft wird.

Wolken, vor allem auch tiefe Wolken tummeln sich anfangs auch noch in Norddeutschland, da und dort ein paar Spritzer Regen gratis dazu. Weil sich der höchste Druck mit etwas über 1030 hPa aber östlich von uns positioniert (vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer), dreht der Wind auf Ost bis Südost, an der Nordsee mit Seewindkomponente teils auf Nordost mit der Folge, dass die tiefen Wolken raus auf die Nordsee sowie nach Dänemark wegverfrachtet werden. Der große Rest der Republik ist über jeden Zweifel erhaben, sprich, nach Nebelauflösung (dürfte bis allerspätestens Mittag erledigt sein) scheint die Sonne von einem allerdings nicht ganz ungetrübten Himmel (Saharastaub, ganz dünne Schleierwolken). Dazu 14 bis 20°C Höchsttemperatur mit den höchsten Werten im Westen und Südwesten. Nur an Küstenabschnitten sowie auf Inseln mit auflandigem Wind bleibt es wie üblich in dieser Jahreszeit frischer.

Die Nacht zum Montag bringt keine bahnbrechenden Neuigkeiten: Hochrandlage mit überlagertem Rücken bedeutet einen klaren oder gering bewölkten Himmel mit Cirren insbesondere in der Osthälfte. Dazu im Süden, mit Abstrichen auch in der Mitte in Flussniederungen und -tälern Nebelfelder. Die Frostgefahr nimmt zwar etwas ab, was die flächige Ausbreitung betrifft. Gerade im Süden und Osten sowie in der Mitte muss aber weiterhin zumindest stellenweise mit leicht negativen Tiefstwerten gerechnet werden.

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Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Montag ... lässt sich den Ausführungen des Frühdienstes nichts Nahrhaftes hinzufügen. Etwas mehr Wolken im Süden und Südwesten, dabei zaghafte konvektive Annäherungsversuche und nach wie vor weit überdurchschnittliche Tagestemperaturen. Mal sehen, wann sich das nachhaltig ändert.

Modellvergleich und -einschätzung

Nichts von Belang, mit einer Ausnahme. Schon seit Tagen simuliert IFS wiederholt, aber jeweils immer anders positioniert für die Nacht zum und den Sonntag selbst regional eng begrenzte Starkregenereignisse, die so gar nicht ins antizyklonale und relativ trockene Umfeld passen. Zur Ursachenforschung wurden die Simulationen an die Evaluierungsgruppe und den Kontaktkollegen für das ECMF weitergeleitet.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann