Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Donnerstag, den 24.09.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Übergang von NWa zu HM/BM
Heute anfangs Böen Bft 8 bis 9 an der Nordsee und im Raum Fehmarn sowie auf dem Brocken.
Anschließend meist keine markanten Wettererscheinungen. Nachts gebietsweise Bodenfrost.
Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC
Donnerstag... zieht das Höhentief rasch von Vorpommern über Tschechien nach Ungarn. Das zugehörige Bodentief löst sich dabei über der Ostsee weitgehend auf. Ihm folgt ein Hochdruckgebiet, welches vom Ostausgang des Ärmelkanals nach Süddeutschland wandert. Dabei fließt mit einer straffen nordwestlichen Strömung Meeresluft subpolaren Ursprungs ein. Die 850-hPa-Temperatur sinkt dabei recht verbreitet auf rund 3°C, nur ganz im Südwesten auf 5 bis 9 °C. In der im Osten anfangs hochreichenden Kaltluft (unter -20°C) kommt es im Bereich des Höhentiefs örtlich zu Schauern, bis zum frühen Nachmittag vereinzelt auch mit Blitz und Donner. Abends kommt die Kaltluft in den Alpen an, so dass dort die Schneefallgrenze auf 2000 m sinken kann. Oberhalb von 2300 m können sich vorübergehend 1 bis 5 cm Schnee akkumulieren.
Dabei bleibt es in einem Streifen von der Nordsee bis nach Sachsen zunächst noch windig mit steifen Windböen, an der Nordsee und im Raum Fehmarn anfangs auch mit Böen Bft 8 bis 9. Im Tagesverlauf schwächt sich mit Annäherung des Hochdruckgebietes der Wind ab. Im Westen und Südwesten setzt sich das Absinken durch, wobei es längere sonnige Abschnitte gibt mit Höchstwerten zwischen 19 und 23 °C, während es sonst mit 15 bis 18 °C kühler bleibt.
In der Nacht zum Freitag folgt überall eine deutliche Wetterberuhigung. Das Hoch wandert langsam nach Ostbayern, während der Höhenkeil die Deutsche Bucht erreicht, so dass vorderseitig Absinken überwiegt. Einige Restwolken halten sich vor allem im Nordosten in der feuchten Grundschicht, sie bringen aber keinen nennenswerten Sprühregen. Ansonsten ist es zunächst teils gering bewölkt, bevor sich im Laufe der Nacht gebietsweise, teils dichter Nebel bildet. Es kühlt kräftig ab. Vom nördlichen NRW und dem südwestlichen Niedersachsen bis nach Bayern und Württemberg tritt gebietsweise Bodenfrost auf, ganz vereinzelt gibt es auch leichten Luftfrost um -1°C.
Der Wind weht anfangs an der Ostsee noch spürbar aus West bis Nordwest. Ansonsten ist es überwiegend schwachwindig.
Freitag... erstreckt sich ein Höhenkeil von Frankreich nach Skandinavien und schwenkt langsam nach Südosten. Flankiert wird er von einem Höhentiefkomplex über Osteuropa und einem Langwellentrog über dem Nordatlantik. Der Keil stützt ein Bodenhochdruckgebiet, das von Süddeutschland zum nordwestlichen Balkan reicht. Dabei kann sich die eingeströmte kühle Meeresluft langsam erwärmen. Im Nordosten ist anfangs die Grundschicht noch recht feucht mit viel tiefer Bewölkung und vereinzelt kann es ganz im Osten etwas nieseln. Sonst scheint oft die Sonne. Die Höchsttemperaturen erreichen Werte zwischen 16 Grad in Vorpommern und 24 Grad im Südwesten. An Saar und Hochrhein sind sogar 25 Grad möglich. Der Wind weht an der Ostsee zeitweise mäßig aus West bis Nordwest, an der Nordsee aus Südwest. Ansonsten ist es meist schwachwindig.
Die Nacht zum Samstag ist dann wieder geprägt von Grenzschichtwetter. Ganz im Osten und Nordosten gibt es zunächst noch Restbewölkung, während es sonst klar oder gering bewölkt ist. Es kühlt auf 7 bis 1 Grad ab mit Bodenfrostgefahr. In ungünstigen Muldenlagen ist auch Luftfrost nicht ausgeschlossen. Im Küstenbereich und ganz im Westen ist es mit 13 bis 8 Grad milder. Gebietsweise bildet sich teils dichter Nebel, vor allem im Norddeutschen Tiefland, in Mittelgebirgstälern und im Südosten. Gegen Morgen kündigt sich im äußersten Nordwesten die nächste schwache Kaltfront an in Form von dichter Bewölkung.
Samstag... Der über Südostdeutschland angelangt Höhenkeil schwenkt weiter zum nordwestlichen Balkan und stützt dort eine Hochdruckbrücke. An der Nordflanke des Höhenkeiles wandert ein Kurzwellentrog von der Nordsee zur östlichen Ostsee und reicht in abgeschwächter Form bis zum mittleren Deutschland. An den Trog ist eine schwache Kaltfront gebunden, die von der Deutschen Bucht im Tagesverlauf bis zum südlichen norddeutschen Tiefland vorankommt, aber nur sehr wenig Regen mitbringt. Während in der Mitte auch mittelhohe und hohe Wolkenfelder durchziehen, gibt es in Norddeutschland auch tiefe Bewölkung, so dass dort nicht besonders viel Sonnenschein zusammenkommt. In Süddeutschland sowie im Raum Sachsen ist es dagegen häufig sonnig und trocken. An die schwache Kaltfront ist zunächst eine Tiefdruckrinne gekoppelt, die von Norddeutschland nach Osten durchzieht und nach Zentralfrankreich reicht. Dahinter liegt schon das nächste Hoch bereit, welches sich vom Ärmelkanal zur südlichen Nordsee ausweitet und durch einen nach Nordwestdeutschland schwenkenden flachen Höhenkeil gestützt wird. Südlich der sich auflösenden Kaltfront sickert warme Luft ins mittlere und südliche Deutschland (Temperatur in 850 hPa 10 bis 15 Grad), so dass die Höchstwerte zwischen 23 und 29 Grad liegen mit den höchsten Werten am südlichen Oberrhein. Im Norden liegen die Nachmittagstemperaturen zwischen 18 und 22 Grad.
Der schwache, allenfalls mäßige Wind dreht im Norden auf nördliche Richtungen, während er im Süden aus östlichen oder unterschiedlichen Richtungen kommt.
In der Nacht zum Sonntag gliedert sich das Hoch über der südlichen Nordsee dem osteuropäischen Hoch an und schwenkt als Keil zur Ostsee. Damit resultiert in der unteren Troposphäre eine südliche Strömung, mit der die 10-Grad-Isotherme nach Norden bis fast zur Küste geführt wird (WLA). Während es in Süddeutschland klar oder gering bewölkt bleibt, gibt es sonst lockere, im Norden auch einige dichtere Wolkenfelder (Reste der Front). Entsprechend kühlt es im Süden auf 5 bis 1 Grad ab mit Bodenfrostgefahr, während es sonst mit 12 bis 6 Grad milder ist. Der Wind weht meist nur schwach und dreht auf Südost bis Ost.
Modellvergleich und -einschätzung
Die externen Modelle simulieren die Entwicklung recht ähnlich.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 23.09.2026 um 10.30 UTC
Leicht wechselhaft, meist stabiler im Osten und Südosten. Warm, teils sommerlich warm, am Oberrhein zeitweise heiß.
Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 30.09.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag verlagert sich der zum Ende der Kurzfrist dominierende Keil ost-/südostwärts und verliert damit allmählich seinen Einfluss auf Deutschland. Von Westen kann sich damit de Trogvorderseite langsam nähern. Im Bodenniveau greift von Westen eine tiefdruckrinne über, im Norden streift die Kaltfront eines Tiefs über Skandinavien mit teils schauerartigem Regen. Im Westen steigt im Bereich einer Tiefdruckrinne das Gewitterrisiko etwas - allerdings ist die Luftmasse insbesondere nach Süden hin noch recht trocken. Die Temperaturen in 850 hPa liegen zwischen 7 bis 8 Grad ganz im Norden und bis 15 Grad ganz im Südwesten. Im Süden ist es insgesamt meist gering bewölkt, teils sonnig und es können demnach sommerliche Höchstwerte erwartet werden, im Südwesten teils bis 29 oder knapp 30 Grad. In teils klarer Nacht zum Sonntag vor allem im Südosten niedrige, einstellige Tiefstwerte, gebietsweise auch Nebel.
Am Sonntag amplifiziert der Atlantiktrog etwas, so dass das gesamt Muster nur sehr langsam nach Osten vorankommt. Die Luftmasse wird aber wohl allmählich angefeuchtet, so dass im Westen/Nordwesten wohl im Tagesverlauf einige Quellwolken entstehen und weiterhin ein geringes Schauer-/Gewitterrisiko besteht. Im Norden/Nordosten schleifen noch Frontreste des Skandinavientiefs mit Bewölkung, kaum Regen. Im Süden, vor allem Südosten leichter antizyklonal geprägte Strömung und daher häufig gering bewölkt, teils sonnig, trocken. Die wärmste Luftmasse (850 hPa-Temperatur über 15 Grad) noch etwas nord- und ostwärts ausgreifend. Daher bis in die mittleren Landesteile häufig sommerlich warm mit Werten über 25 Grad, am Oberrhein eventuell um 30 Grad. In der Nacht zum Montag mit Annäherung des Frontensystems von Westen zunehmende Bewölkung, vereinzelt etwas Regen nicht ausgeschlossen.
Am Montag nähert sich ein Frontensystem von Westen allmählich weiter, allerdings wird diesem wohl durch eine markante Tiefentwicklung westlich der Britischen Inseln etwas das Wasser abgegraben. Über Deutschland steilt die Strömung sogar etwas auf und die Warmluftzufuhr verstärkt sich. Die 15-Grad-Isotherme in 850 hPa erreicht etwa die Mainlinie. Mit Ausnahme des Nordens können allgemein sommerliche Temperaturen über 25 Grad erwartet werden, am Oberrhein um 30 Grad. Allerdings wird die Luftmasse von Westen allmählich feuchter und in der Nähe der Trogvorderseite/im Bereich des schwächelnden Tiefausläufers kann es im Westen/Nordwesten örtlich Schauer oder mal ein Gewitter geben. Der Norden liegt sowieso näher an der Frontalzone, eventuell wird der Keil von einem flachen Kurzwellenanteil im Norden umlaufen und schwacher Fronteinfluss sorgt für mehr Bewölkung, eventuell stellenweise auch etwas Regen. das Bodendruckfeld ist relativ gradientschwach, tendenziell leicht zyklonal geprägt.
Am Dienstag zieht das markante Tief unter Intensivierung zu einem Sturmtief knapp westlich der Britischen Inseln nordnordostwärts. Das Windfeld streift Deutschland wahrscheinlich nur sehr peripher im Bereich der Nordsee, eine markante Windentwicklung deutet sich aktuell dabei nicht an. Das Frontensystem erreicht wohl knapp die westlichen Landesteile gegen Abend, wird aber durch eine neue Randtiefentwicklung über den südlichen Britischen Inseln ausgebremst. Die Strömung steilt weiter auf, die Warmluftzufuhr nimmt zum Mittwoch nochmals zu: Die subtropische Luftmasse mit mehr als 15 Grad in 850 hPa liegt über nahezu ganz Deutschland. Dabei gestaltet sich das Wetter zunächst überwiegend freundlich, im Tagesverlauf von Westen Bewölkungszunahme mit geringem Schauer-/Gewitterrisiko über dem westlichen Bergland, abends oder in der Nacht zum Mittwoch im Westen/Nordwesten etwas Regen. Sonst voraussichtlich niederschlagsfrei und von der Mitte bis in den Süden sommerlich warm, im Südwesten erneut um 30 Grad.
Am Mittwoch selbst liegt das Frontensystem wohl knapp westlich, da es durch die weitere Entwicklung des Randtiefs bei den Britischen Inseln in der Verlagerung behindert wird. In der angefeuchteten Luft und unter einer möglichen Tiefdruckrinne können sich im Westen im Tagesverlauf aber möglicherweise örtlich Schauer und Gewitter entwickeln. Erst im Laufe der Nacht zum Donnerstag greift das Frontensystem, genauer die Kaltfront, mit Regen auf den Westen über, da das Randtief dann ostwärts in Richtung Nordsee zieht. Sonst bleibt es meist niederschlagsfrei. Im Osten und Südosten ist es sowohl am Tage als auch noch in der Nacht überwiegend gering bewölkt oder sonnig.
In der erweiterten Mittelfrist zeigen sich sehr unterschiedliche Lösungen, allerdings alle zyklonal dominiert mit Durchgang von Frontensystem und zeitweiligem, eventuell auch nennenswertem Regen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz der vorliegenden IFS-Modellläufe ist zunächst ganz gut, erst ab Dienstag nehmen die Unsicherheiten mit größeren Differenzen hinsichtlich der Ausprägung und Position des atlantischen Troges bzw. Höhentiefs und dem korrespondierenden Bodentiefkomplex deutlich zu. Dabei nimmt der aktuellste IFS-Lauf die zyklonalste Variante für unser Vorhersagegebiet ein und simuliert ein sich potenziell entwickelndes Sturmtief am weitesten östlich im Bereich Schottland. Dieses greift voraussichtlich aber nicht auf unser Vorhersagegebiet über, sondern zieht im weiteren Verlauf nordwärts.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Montag simulieren auch andere Globalmodelle wie ICON und GFS die Wetterentwicklung sehr ähnlich. Mit der Tiefentwicklung über dem Atlantik zum Dienstag nehmen die Differenzen deutlich zu, wobei GFS eine verzögerte und südlichere Tiefentwicklung mit Verlagerung zunächst ostwärts simuliert. ICON zeigt ebenfalls eine Sturmtiefentwicklung, allerdings weiter westlich. Insgesamt ohne Einfluss auf unser Vorhersagegebiet. Vorderseitig dieser Tiefentwicklung wird von allen ein Aufsteilen der Strömung gezeigt, beim ICON am deutlichsten mit Keil direkt über Deutschland.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS zeigt für den ersten Zeitraum von Samstag 00 UTC bis Sonntag 00 UTC (+72 bis + 96 h) vier Cluster mit 20, 12, 11 und 8 Membern, Kontrolllauf in Cluster 1. für Mitteleuropa steht dabei die Abschwächung des Hochdruckeinflusses im Fokus, allerdings durchweg ohne zügigen Übergang zu zyklonalem Wettergeschehen (langsame Trogannäherung, aber kein Übergreifen). Daher ergeben sich keine prognoserelevanten Aspekte. Im Folgezeitraum von Montag 00 UTC bis Mittwoch 00 UTC (+120 bis +168 h) sind es zwei Cluster mit 34 bzw. 17 Membern, Kontrolllauf in Cluster 1. Der Hauptunterschied bezieht sich auf die Sturmtiefentwicklung/ Austrogung über dem Ostatlantik. Cluster 1 zeigt diese nördlicher, bei Cluster 2 könnte sich aus der südlicheren Position eventuell ein etwas größerer Einfluss des Windfeldes auf unser Vorhersagegebiet ergeben. Für die erweiterte Mittelfrist ab Donnerstag 00 UTC (+192 h) werden vier, tendenziell zyklonal dominierte Cluster gezeigt. Die Lösungen im Detail sind recht unterschiedlich, bei allen dominiert das Regime "Blocking", allerdings über Ost-/Nordosteuropa.
Die Rauchfahnen zeigen insgesamt ein relativ hohes Temperaturniveau, im Norden etwas weniger markant als in der Mitte und im Süden, vor allem im Süden im gesamten Mittelfristzeitraum mit geringem Spread. Der Spread nimmt zur erweiterten Mittelfrist deutlich zu und zeigt tendenziell ein eher abnehmendes Niveau. Es überwiegend im gesamten Mittelfristzeitraum leichte Niederschlagssignale in der Mitte und vor allem im Norden, im Süden eigentlichen erst zum Übergang in die erweiterte Mittelfrist. Zum Donnerstag/Freitag dann allgemein deutliche Niederschlagssignale. Das Geopotenzial in 500 hPa schwankt leicht, im Norden mehr als im Süden. Geopotenzialfall mit zunehmendem Spread deutet sich erst zur erweiterten Mittelfrist an, im Kontrolllauf allerdings markanter als bei der Mehrzahl der Member.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Insgesamt deuten sich im Mittelfristzeitraum kaum markante Wetterereignisse an. Zum Dienstag streift möglicherweise das Windfeld des Sturmtiefs bei den Britischen Inseln, markante Böen sind dann insbesondere im Bereich der Nordsee möglich, aber aktuell eher unwahrscheinlich. Ein gewisses Gewitterpotenzial besteht vor allem in den westlichen Landesteilen vielleicht am Sonntag, eher aber am Montag und Mittwoch. Die Entwicklung ist aber unsicher und bis dato deuten sich dabei keine markanten Entwicklungen an. Der EFI zeigt ganz geringe Signale für CAPE shear im Westen und Nordwesten am Montag und Dienstag.
Mit Ausnahme von Signalen für eher überdurchschnittliche Temperaturen ab Sonntag gibt es im Prinzip keine EFI-Signale für markante Wetterereignisse.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOS-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Sabine Krüger





