Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 18.08.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Nachts nur vereinzelte Gewitter. Am Mittwoch zunächst im Norden und in der Mitte gebietsweise Gewitter und Starkregen.
Ab dem späten Nachmittag bis in die Nacht zum Donnerstag in der Südhälfte (eher südliche Mitte) teils kräftige Gewitter, Unwetter möglich.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC
Aktuell ... liegt Deutschland an der Südflanke eines Höhentrogkomplexes mit Drehzentren (in 500 hPa) nordwestlich von Schottland bzw. über Mittelschweden unterhalb einer recht kräftigen westnordwestlichen Höhenströmung. Diese ist aufgrund persistenter WLA zunächst noch leicht antizyklonal konturiert, wobei im Laufe der Nacht ein flacher Rücken über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts schwenkt. Dahinter dreht die Höhenströmung mehr auf West und ein kurzwelliger Troganteil erreicht morgens den Nordwesten des Landes. Im Bodenfeld reicht eine mehrkernige Tiefdruckzone vom Seegebiet zwischen Island und Schottland über die nördliche Nordsee und Süd- bzw. Mittelskandinavien bis zum Westen Russlands. Ein darin eingebettetes zentralsteuerndes Tief ("NORA I") verlagert im Laufe der Nacht sein Drehzentrum vom Seegebiet nordwestlich von Schottland etwas nach Süden, dessen teilokkludiertes Frontensystem hat inzwischen auf Mitteleuropa übergegriffen, wobei sich am Okklusionspunkt ein Teiltief ("NORA II") entwickelt hat, das sich im Laufe der Nacht langsam von der nördlichen Nordsee Richtung Jütland verlagert. Dessen Warmfront hat inzwischen, abgesehen von Nordosten und Osten, weite Teile des Landes überquert und vor allem in einem breiten Streifen von NRW bis nach Südostbayern für eine leichte Linderung der Trockenheit gesorgt. Die Luftmasse im Warmsektor entstammt in etwa dem Seegebiet rund um die Biskaya und ist entsprechend hochreichend feucht mit PPWs zwischen 30 und nahe 40 mm und potenziell instabil geschichtet (gebietsweise 50 bis 300 J/kg ML-Cape), so dass es auch nach Passage der Warmfront gebietsweise noch weitere, mangels dynamischer Hebungskomponente allerdings meist nur wenig ergiebige Schauer gibt. Immerhin hat sich am späteren Nachmittag und Abend entlang einer schwachen Konvergenz eine vom Saarland und der Südpfalz über Nordbaden bis nach Südbayern reichende Schauerstraße etabliert, innerhalb derer es sogar für einzelne Gewitter reicht. Ergiebigere Niederschläge gab es durch Stau auch in den Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen, für diese Regionen läuft aktuell sogar noch eine Dauerregenwarnung. Im Laufe der Nacht überquert die Warmfront auch die Osthälfte des Vorhersagegebietes, während die Kaltfront den Nordwesten bzw. Norden erfasst und dort mangels Schubkomponente ins Schleifen gerät. Mit der Warmfront verlagern sich auch die leichten schauerartigen Regenfälle ostwärts und klingen von Westen und Südwesten her wieder ab. Mit Annäherung des oben erwähnten kurzwelligen Troganteils lebt die Schaueraktivität später allerdings im Nordwesten, vor allem im Bereich der schleifenden Kaltfront, wieder ein wenig auf, kurze Gewitter nicht ausgeschlossen.
Trocken bleibt es hingegen vom Südwesten bis in die Mitte und auch im Süden sind später keine Niederschläge mehr zu erwarten. Dort lockern die Wolken stärker auf, teilweise ist es gering bewölkt.
Der im Warmsektor anfangs vor allem im Südwesten und Westen noch böige Westwind lässt im Laufe der ersten Nachthälfte rasch nach und ist nicht mehr warnrelevant. Dafür frischt der Wind vor allem mit Kaltfrontpassage im Norden auf. An den Küsten, insbesondere an der Nordsee, gibt es später einzelne steife Böen aus West bis Nordwest.
Ganz im Südwesten bleibt es nachts mit Minima zwischen nahe 20 und 16 Grad sehr mild, aber auch sonst wird es mit 17 bis 12 Grad nicht allzu frisch.
Mittwoch ... passiert der flache Kurzwellentrog Norddeutschland ostwärts, "drückt" die Kaltfront bis in die mittleren Landesteile und überläuft diese, so dass sie im weiteren Tagesverlauf an Wetterwirksamkeit einbüßt. Vor allem morgens und vormittags kann sie aber vorübergehend aktiviert werden und insbesondere in einem schmalen Streifen vom Niederrhein über das Münsterland und Ostwestfalen bis ins südöstliche Niedersachsen werden in erster Linie von den Konvektion erlaubenden Modelle für einige Stunden schauerartig verstärkte, teils mit Gewittern durchsetzte Regenfälle simuliert mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten für (mehrstündigen) Starkregen im I-D2-EPS. Das Ganze ist mengenmäßig grenzwertig (SuperHD simuliert etwas höhere Mengen als I-D2) und weist auch aufgrund der trockenen Vorgeschichte wohl keinen relevanten Impact auf, so dass sich großflächigere Warnungen im Vorfeld nicht wirklich anbieten. Kräftigere Schauerstraßen mit eingelagerten Gewittern haben SuperHD, AROME und I-D2 mit Trogpassage am Vormittag auch entlang der ostfriesischen Küste, der Elbmündung und im Südwesten von Schleswig-Holstein im Programm. Dort wirkt auch die "warme Unterlage" (Oberflächenwasser Nordsee, also Lake Effekt) sicherlich förderlich für Konvektion, so dass ein- bzw. mehrstündiger Starkregen nicht ausgeschlossen ist.
Nach Passage des Troges klingen die Schauer am Nachmittag in der Nordhälfte und in der (nördlichen) Mitte auf ihrem Weg Richtung Osten/Südosten zwar insgesamt ab, kommen aber wohl nicht ganz zum Erliegen. Zudem bleibt die Luftmasse labil geschichtet, so dass auch dann neben kurzen Schauern auch einzelne Gewitter (bei markanter Scherung mit Böen Bft 7 bis 8) nicht ausgeschlossen sind, am ehesten im Nordwesten.
Das Bodentief zieht bis zum Abend langsam über Jütland nach Südschweden, ohne sich weiter zu vertiefen. An dessen Südflanke streift das Windfeld die Küsten von Nord- und Ostsee und es gibt dort auch außerhalb der Schauere und Gewitter einzelne steife Böen (Bft 7) aus West, an der Nordsee aus Nordwest. Postfrontal gelangt maritim erwärmte Subpolarluft in den Norden und in die Mitte des Landes mit T850 zwischen 7 und 10 Grad. Somit erreichen die Höchsttemperaturen dort Werte zwischen 18 Grad dort, wo sich die Sonne kaum zeigt und 23, vielleicht 24 Grad mit mehr Sonne.
Dann gilt es, den Blick gen Westen zu richten. Der westliche Teil des Höhentrogkomplexes kommt im Tagesverlauf langsam nach Süden voran und greift auf Schottland über, wodurch die Höhenströmung über Mitteleuropa langsam beginnt, auf Westsüdwest zurückzudrehen. Ein darin eingebetteter weiterer Kurzwellentrog interagiert dabei über Nordfrankreich mit der Kaltfront, so dass sich dort im Tagesverlauf eine weitere, flache Frontalwelle entwickeln kann. Auf deren Vorderseite wird nach Süddeutschland von Südwesten her eine sehr warme und potenziell instabile Luftmasse subtropischen Ursprungs eingesteuert, die 850 hPa-Temperatur steigt auf etwa 14 Grad entlang von Mosel und Main und bis 19 Grad mit schwachem (West)föhn im Alpenvorland.
Durch recht kräftige mitteltroposphärische WLA und den Föhn ist die Luftmasse aber zunächst ziemlich gedeckelt, so dass konvektive Umlagerungen erst einmal weitgehend unterbunden werden. Lediglich entlang einer etwa vom Saarland und der Südpfalz bis nach Oberfranken reichenden Feuchteflusskonvergenz mit PPWs über 35 mm simulieren die Konvektion erlaubenden Modelle bereits mittags und nachmittags einzelne Schauer, für Gewitter dürfte die Labilitätsfläche nicht hochreichend genug sein, zudem kann mangels Einstrahlung auch kaum Cape aufgebaut werden. Spannender wird es dann ab dem späten Nachmittag/Abend mit Annäherung der Frontalwelle und dem damit einhergehenden Hebungsinput. Von Nordfrankreich bzw. Belgien her ziehen dann schauerartig verstärkte Regenfälle nach Rheinland-Pfalz, vielleicht auch noch ins südliche NRW und kommen rasch nach Osten voran. An deren Südflanke können sich nach Lesart der Konvektion erlaubenden Modelle einzelne kräftige Gewitter entwickeln, wobei die Modelle unterschiedliche Szenarien auf der Agenda haben: I-D2 simuliert erst im Laufe des Abends, vor allem aber deutlich später, in der Nacht zum Donnerstag kräftige Einzelentwicklungen, die bei beeindruckenden Scherungswerten (DLS 25 bis über 30 m/s, LLS um 15 m/s 0 bis 1 km, dazu lange, teilweise gekurfte Hodografen) als langlebige Superzellen auf jeden Fall Unwetterpotenzial erreichen dürften, trotz der eher ungünstigen Tageszeit. Betroffen wäre die Region Südpfalz/Nordbaden bis Oberfranken/Oberpfalz. SuperHD hat im aktuellen Lauf erneut (wie bereits zwei Läufe vorher) bereits am früheren Abend eine isolierte, langlebige Superzelle auf der Agenda, die über das nördliche BaWü und Mittelfranken zum Oberpfälzer Wald ziehen soll.
Wie auch immer das am Ende aussieht: Diese Lage bietet angesichts der beeindruckenden Scherung trotz eher nur mäßiger Cape durchaus Potenzial für unwetterartige Entwicklungen; vor allem der Wind steht dann im Fokus (für 3 cm Hagel und 30 l/m² dürfte es auch reichen), insbesondere, wenn es bereits am Abend zu derartigen Entwicklungen kommen sollten. Auch Tornados können nicht ausgeschlossen werden.
Abgesehen von den Entwicklungen an deren Südflanke fällt mit Passage der Welle gebietsweise mit einzelnen Gewittern durchsetzter schauerartiger Regen, wobei dann auch ein- oder mehrstündig Starkregen möglich ist. Die aktuellen Modelle simulieren bis Donnerstagfrüh die höchsten Mengen mit 10 bis 30 l/m² in 6 bis 12 Stunden in etwa vom Saarland/südliches Rheinland-Pfalz über Südhessen bis nach Franken bzw. zum Vogtland.
Vor Eintreffen der Welle wird es tagsüber in der Südhälfte im Einflussbereich der Subtropikluft noch einmal sehr warm bis heiß mit Maxima zwischen 25 und 32 Grad, die höchsten Werte im südlichen Oberrheingraben und am Hochrhein. Dazu frischt der Wind zeitweise böig aus westlichen Richtungen auf, in freien und höheren Lagen reicht es eventuell sogar für einzelne steife Böen.
In der Nacht zum Donnerstag setzt sich die Austrogung über den Britischen Inseln weiter fort, so dass die relativ glatte, aber leicht "flatternde" Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet noch etwas aufsteilt.
Der darin eingebettete Kurzwellentrog zieht samt Frontalwelle rasch nach Osten ab, die Kaltfront kommt über Süddeutschland aber kaum weiter nach Süden voran. Auch nach Abzug der kräftigsten Gewitter kann es entlang der nach Süden ausgreifenden Outflow-Boundary noch zu Neuentwicklungen kommen, vor allem I-D2 hat solche entlang und südlich der Donau auf der Agenda. Diese fallen dann aber bei Weitem nicht mehr so heftig aus.
Im Frontbereich klingen die Niederschläge nach Abzug der Welle dagegen rasch ab.
Auch im Norden und in der Mitte lässt die Schaueraktivität im Laufe des Abends und der ersten Nachthälfte rasch nach, der Wind an den Küsten schwächt sich ab und ist alsbald nicht mehr warnrelevant.
Mit Annäherung eines weiteren Kurzwellentroges und einem vorlaufenden Bodentrog, der sich morgens über der Deutschen Bucht befindet, lebt die Schauertätigkeit im Laufe der zweiten Nachthälfte im Nordseeumfeld wieder auf, über der Nordsee können sich dann auch kräftige Gewitter mit Starkregen entwickeln, die die Küste aber wohl noch nicht erreichen. Im Süden liegen die Minima bei milden 19 bis 15 Grad, sonst kühlt es auf 16 bis 11 Grad ab.
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Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC
Donnerstag ... hat sich gegenüber den Ausführungen in der Frühübersicht nichts Wesentliches geändert, die Unklarheiten wurden nicht wirklich beseitig. Mit Durchschwenken des Bodentroges gibt es im Nordwesten und Norden weitere Schauer und Gewitter, die vereinzelt auch kräftiger ausfallen können und dann mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und stürmischen Böen daherkommen. Die Kaltfront schleift über Süddeutschland und wird vielleicht wieder etwas aktiviert, so dass es in ihrem Einflussbereich einzelne, teils kräftige Gewitter geben kann, das SuperHD ist allerdings diesbezüglich recht defensiv aufgestellt. Im Warmsektor kann es im Süden/Südosten Bayerns bei hoher potenzieller Instabilität und markanter Scherung dagegen durchaus noch zu unwetterartigen Entwicklungen kommen, das zeigt z.B. auch das SuperHD mit einer Superzelle, die entlang des Bayerischen Alpenrandes nach Osten ziehen soll. In dem breiten Streifen zwischen den Schauern im Norden und den kräftigen Gewittern im Süden/Südosten passiert dagegen nicht viel.
Modellvergleich und -einschätzung
Der grobe Fahrplan steht zwar und auch die wetteraktiven Zonen lassen sich relativ gut herausarbeiten. Im Detail gibt es dann aber doch noch größere Differenzen, insbesondere, was die konvektive Aktivität ab dem späten Mittwochnachmittag an der Südflanke der Frontalwelle angeht. Die Zutaten lassen vor allem aufgrund der beeindruckenden Scherung auf jeden Fall auch einzelne Superzellen mit Unwetterpotenzial erwarten. Die Frage stellt sich, ob es schon am frühen Abend zur Auslöse reichen könnte, was deutlich stärkere Entwicklungen erwarten lässt, als wenn es erst in der Nacht dazu kommt.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 18.08.2026 um 10.30 UTC
Bei wenig Temperaturänderungen meist wechselhaft, vom Süden bis zur Mitte gebietsweise gewittrige Starkregenfälle.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 25.08.2026
Am Freitag, dem Beginn der heutigen Mittelfristbetrachtung, wird die großräumige Zirkulation in der Höhe durch ein umfangreiches mehrkerniges Höhentief mit positiver Achsenneigung bestimmt, dass sich von den Britischen Inseln über Skandinavien bis zur Barentssee erstreckt. In dessen Randbereich liegen wir in einer mehrheitlich zyklonal geprägten südwestlichen Höhenströmung, in der immer wieder flache Randtröge eingelagert sind. Auch wenn die Frontalzone in 850 hPa über Deutschland schon ziemlich verwaschen ist und kein scharfer sondern vielmehr kontinuierlicher Übergang zwischen kühler Meeresluft polaren Ursprungs im Nordwesten (mP) zu schwül-warmer Subtropikluft im Südosten (mSp) vorhanden ist, so sorgen die Kurzwellentröge immer wieder für eine kleinräumige Reaktivierungen und vorübergehende Drängungen im Thetafeld.
Auch wenn die genauen räumlichen und zeitlichen Details aufgrund der beschriebenen Konstellation bereits am Freitag mit größeren Unsicherheiten behaftet sind, deutet sich eine Dreiteilung des Wettergeschehens über Deutschland an:
Im Nordwesten sorgt ein Bodentrog vermehrt für Schauer und vereinzelt kurze Gewitter.
Im Südosten - primär südlich der Donau - sorgt die Interaktion von KWT und Frontenresten über dem Alpenraum für länger anhaltende, teils kräftige Regenfälle, im Falle eingelagerter Gewitter potentiell sogar bis in die Nähe des Unwetterbereichs mit mehr als 50 l/qm binnen 6 Stunden. Sonst sind im Bereich kompensatorischen Absinkens bei einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken kaum Schauer zu verzeichnen. Die Temperaturspanne liegt zwischen 20 und 26°C mit den höchsten Werten zwischen Oberrhein und Lausitz.
Am Samstag stößt die Achse des Landwellentroges weiter südlich bis ins Seegebiet westlich von Portugal vor. An der südwestlichen Höhenströmung über Deutschland ändert das wenig, sie kommt lediglich etwas glatter als noch am Vortag daher, strömungsparallel darunter liegt nach wie vor die aufgeweichte Luftmassengrenze. Bodennah kann sich aber ein flacher Keil vom Hoch westlich von Irland bis zur nördlichen Landesmitte schieben. Das Wetter über Deutschland ist somit nicht "astrein", einzelne Schauer aber insgesamt selten. Von den Alpen bis nach Niederbayern kann es zeitweise auch noch länger regnen. Inwieweit zum Abend eine flache über dem Zentralmassiv ansetzende Welle im Südwesten wirksam wird, ist noch sehr unsicher. Bei den Temperaturen gibt es wenig Bewegung.
Am Sonntag kommt der Trog in seinem Südteil etwas weiter ostwärts voran, im Bereich Kap Finisterre ist voraussichtlich ein eigenes Drehzentrum eingelagert, wodurch die Strömung hierzulande etwas aufsteilt. Dadurch, dass mittlerweile am Rande des Großbritannienhochkeils über der Nordsee die bodennahe Strömung bei uns mehrheitlich auf Nordwest bis Nord gekippt ist, erhöhen sich in der Folge die Tendenzen zu einer Gegenstromsituation und Aufgleitvorgängen, die sich auch in der Feuchtezunahme in 700 hPa äußern. Die unmittelbaren Folgen sind nicht nur Schauer, sondern gebietsweise schauerartige Regenfälle mit Schwerpunkt voraussichtlich eher in der Südhälfte.
Zur neuen Woche zieht das erwähnte Höhentief von der Iberischen Halbinsel über den Alpenraum hinweg ostwärts und entfacht dadurch eine Vb-artige Entwicklung mit allerdings - Stand jetzt - sehr östlicher Zugbahn. In diesem Zusammenhang sind zeit- und gebietsweise vom Süden bis in die Mitte Deutschlands mindestens markante, eventuell auch unwetterartige Starkregenfälle zu erwarten. Ob diese vorübergehend auch bis in den Norden vorankommen, ist wie die genaue zeitliche und räumliche Einordnung noch sehr unsicher. Tendenziell bleibt es von den Küsten bis zu zentralen Mittelgebirgen aber am Rande des Rückens, der sich von Nordsee bis nach Ostgrönland ausweitet, ruhiger und oft trocken. Trogreste des übrig gebliebenen Residuums des Langwellentroges ziehen sich derweil zur Ostsee zurück. Bei den Temperaturen passiert generell wenig.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Grundsätzlich ist die Konsistenz recht hoch, die synoptisch-skaligen Strukturen laufübergreifend ähnlich simuliert. Problem bei der Wetterlage ist, dass kleinste Änderungen enorme Auswirkungen haben können. Vor allem stellt sich die Frage zum Wochenstart mit Übergreifen des eigenständigen Höhentiefs von Frankreich. Wie diffluent ist die Vorderseite? Wie weit südlich setzt es an? Inwieweit werden hochenergetische Luftmassen von der Adria mit einbezogen? Der Trend im aktuellen Lauf geht hin zu einer südlichen Lösung, womit der Norden Deutschlands weitgehend außen vor wäre, was aktuell noch nichts heißen muss.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Unabhängig von der leicht flatternden Südwestströmung, die bis zum Ende der Woche mal mehr, mal weniger Schaueraktivität nach sich zieht, liegt das Hauptaugenmerk und auch der maßgebliche Modellunterschied auch bei anderen Globalmodellen bei der Einschätzung der Tiefzugbahn zum Wochenanfang.
ICON und UK10 favorisieren bei ihren 00z Läufen nach wie vor eine nördliche Variante. Im Süden und Südosten würde es bei einer kräftigen Föhnlage zunächst nochmals heiß, bevor im Verlauf schwere Gewitter drohen würden. Länger anhaltende, teils kräftige Niederschläge könnten dann potentiell landesweit und somit auch in Küstennähe auftreten.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Obschon eine gewissen Bandbreite der Temperaturkurven schon gegeben ist (wenig verwunderlich bei einer aufgeweichten Luftmassengrenze), so ist die Bündelung doch noch recht dicht beieinander und schwankt bis einschließlich Sonntag meist zwischen rund 5°C in 850 hPa im Nordwesten und knapp 15°C im Südosten des Landes. Damit ist auch klar, dass bei nur kleinerer Aufsteilung der Strömung hin zu etwas mehr Antizyklonalität (heiter und trocken) die 30°C-Marke im Süden und Südosten rasch wieder in Sichtweite gerät.
Zum Wochenwechsel geht die Spreizung extrem auseinander. Selbst im Norden gibt es wieder Varianten bis 15°C in 850 hPa, wenngleich der Median noch vielfach unter 10°C verbleibt.
Zudem gibt es Erfreuliches von den RR-ENs zu berichten, die auch in der erweiterten Mittelfrist immer wieder einzelne Spitzen anbieten. Insofern ist, trotz extrem inhomogener Verteilung der Niederschläge zumindest erstmal keine weitere Trockenperiode absehbar.
CLUSTER:
Satte 6 Cluster werden im Zeitraum 120-168h (So-Di) bereits angeboten. Das sieht man auch nicht alle Tage. Es verdeutlicht bereits, welch große Probleme die Modelle mit der Bewertung der bevorstehenden Lage haben. Interessanterweise wird in der Mehrzahl der Ens der Bodenhochkeil sehr stark betont, ein Ausgreifen bis in den Norden scheint demnach sehr unwahrscheinlich.
In der erweiterten Mittelfrist dominieren die Lösungen mit dem Regime NAO-, bei denen sich ein negativ geneigter Trog von UK und Frankreich kommenden langsam bis nach Deutschland bohrt. Eine Wetterberuhigung wäre somit nur von kurzer Dauer.
FAZIT:
Bei wenig Temperaturänderung zunächst wechselhaft mit einzelnen Schauern und Gewittern, die zum Wochenende im Norden allmählich abklingen. Im Süden und der Mitte zunächst latentes, zum Anfang der kommenden Woche erhöhtes Starkregenpotential bis in den Unwetterbereich hinein. Zeitliche und räumliche Details aber noch sehr unsicher! Nachfolgend voraussichtlich nur kurze Wetterberuhigung.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER/STARKREGEN:
Am Freitag gibt es im Bereich der Frontenreste von der Probabilistik geringe Signale (< 20%) für mehr als 30 l/qm binnen 24h von den Alpen bis nach Niederbayern.
Die beteiligte Luftmasse in der Südhälfte mit niederschlagbarem Wassergehalt von 30-40 mm, dazu (endlich) großräumiger synoptisch-skaliger Antrieb, hochreichende Sättigung und eine Gegenstromsituation mit langlebigem Aufgleiten. Die Rahmenbedingungen für eine Starkregenlage bis in den Unwetterbereich hinein zum Wochenwechsel und Beginn der neuen Woche sind zweifelsohne gegeben, die Signale im EFI/Ens bis dato aber noch sehr überschaubar. Auch einer kurzzeitigen Föhnlage wird aktuell noch nicht allzu viel Gewicht beibemessen. Hier heißt es einfach noch Abwarten und Tee trinken...eventuell spielt die Hauptmusik dann letzten Endes auch weiter südlich und östlich des Vorhersagebereiches.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, Mos-Mix
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen





