Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 28.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Südwest zyklonal (SWz)
Wetter: Heute verbreitet Gewitter mit erhöhtem Unwetterpotential. Vor allem im Südosten Böen bis Orkanstärke möglich. Vor allem im Nordwesten Tornados nicht ausgeschlossen. In den Folgetagen meist ruhigeres Wetter, aber zeitweise recht windig.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Am heutigen Freitag... liegt Deutschland auf der diffluenten Vorderseite eines Langwellentroges. Dieser greift mit mehreren kurzwelligen Anteilen heute auf Deutschland über. Zudem schwenkt auch ein Jetstream vom Westen in die Mitte des Landes, so dass am Nachmittag Teile des Nordwestens in den Bereich des linken Ausgangs geraten, wo ebenso Hebung generiert wird. Bodennah liegt Tief Raphaela im Seegebiet östlich Schottlands, wo es sich heute deutlich vertieft. Ein Hoch liegt dagegen über dem Osten Europas. Ausgehend von dem Tief schwenkt heute eine Kaltfront über größere Teile Deutschlands ostwärts, in der Warmluft bleibt heute bis zum Abend noch der äußerste Nordosten und der Südosten des Landes. Dabei bildet sich durch die Überströmung der Alpen heute tagsüber im Vorfeld der Kaltfront noch ein Leetief am östlichen Alpenrand, das aber zum Spätnachmittag bereits nach Oberösterreich abzieht.
Für die Windverhältnisse bedeutet dies: Anfangs weht der Wind im Osten und Nordosten noch aus südöstlichen Richtungen, auf Rügen auch mit steifen Böen. Ansonsten dreht der Wind spätestens rückseitig der Front allgemein meist auf Südwest bis West, wobei er durchaus zeit- und gebietsweise mäßig bis frisch sein kann. Böen ab 7 Bft sollte es - abseits von Gewittern, - dazu später mehr - allenfalls ganz vereinzelt bzw. auf in höheren Berglagen geben. Auf den Alpengipfeln gibt es bis zum frühen Nachmittag noch Sturmböen aus Südwest, vereinzelt auch schwere Sturmböen.
Die Luftmasse, die vor der Kaltfront liegt, ist mit 16 bis 20°C in 850 hPa eine maritime Subtropikluft, in der heute Nachmittag Taupunkte um 17°C erwartet werden. Auch rückseitig, in der einfließenden stark erwärmten Polarluft mit immer noch 10 bis 14°C gehen die Taupunkte nur wenig zurück. Im Südosten Bayerns, in der Föhnluft sollen heute sehr hohe CAPE-Werte bis 2000 J/kg erreicht werden, die dadurch erreicht werden, dass unterhalb der stark föhnig erwärmten und trockenen Luft eine feuchtwarme Luft liegen bleibt. Diese sind durch eine schwache Inversion voneinander getrennt, die von etwaiger Konvektion erst einmal durchstoßen werden müsste. Dann steht aber heftiger Konvektion nicht um Wege. Dies könnte am ehesten an der Grenze zur vom Föhn durchmischten Luft passieren. Die Scherung liegt landesweit bei 20 bis 35 m/s zwischen 0 und 6 km, zudem sind die Hodographen im Südosten stark gekrümmt. Damit besteht das Potential von Superzellen mit Böen bis Orkanstärke, großem Hagel und heftigem Starkregen. Dafür bringt auch ICON-D2-EPS Signale. Abgesehen davon stehen in vielen Landesteilen oftmals 500 bis 700 J/kg CAPE zur Verfügung. Die hochreichende Scherung wurde oben schon erwähnt, allerdings handelt es sich meistens hauptsächlich um Geschwindigkeitsscherung. Es reicht aber für organisierte Systeme, die Hagel, Sturmböen oder schwere Sturmböen und Starkregen bringen können. Letzterer kann vor allem im Nordwesten, wo die Hebung durch den linken Jetausgang verstärkt wird, auch unwetterartig ausfallen. Dort kann sich nach ICON-D2 (03 UTC) auch ein flaches Bodentief bilden, dass nochmal ein Rückdrehen des Windes auf Südost verursacht. Durch die damit verbundene stärkere Richtungsscherung in Bodennähe und auch niedrige HKNs um 600 m besteht dort auch ein gewisses Tornadopotential. Ansonsten sind von den Gewittern zunächst der Süden des Landes, später dann der Osten und wieder der Westen und am Abend wieder verstärkt der Südosten, auch wenn dort aber keine so guten Bedingungen wie zuvor mehr herrschen. Dort kann eine Druckanstiegswelle auch stürmische Böen abseits der Gewitter bringen.
Als Höchstwerte können im Südosten heute noch einmal bis 32°C erreicht werden, sonst sind es vielfach sommerliche 24 bis 28°C, im Nordwesten teils nur noch 22°C.
In der Nacht zum Samstag schwenkt die Hauptachse des Langwellentroges von Westen nach Deutschland. Damit ist kräftige PVA verbunden, die aber von Kaltluftadvektion unterlaufen wird und damit kaum Hebung bringt. Die Kaltfront zieht relativ rasch nach Osten ab. In der ersten Nachthälfte gibt es im Südosten Bayerns noch starke Gewitter, die aber an Intensität verlieren. Diese ziehen nordostwärts und können später noch den Osten Sachsens treffen. Nachfolgend ist es zwar nicht gewitterfrei, die Gewitter werden aber weniger und schwächer. Vereinzelt sind noch Starkregen, kleinkörniger Hagel und stürmische Böen dabei. Insbesondere im Südwesten kann es auf der Rückseite der Kaltfront auch stärker auflockern, dort setzt sich schwacher Zwischenhocheinfluss durch. Ansonsten bleibt es vielfach wolkig.
Der Wind weht dabei im Süden meist nur noch schwach, nach Norden zu mäßig aus Südwest und an der Nordsee kann es in der zweiten Nachthälfte bei auflandigem Wind an der Westküste Schleswig-Holsteins auch steife Böen geben. Die Temperatur geht auf Werte zwischen 17°C im Osten und 12°C im Westen zurück.
Am Samstag... schwenkt auf der Rückseite des Langwellentroges bei deutlich niedrigerem Geopotential als zuvor ein kurzwelliger Rücken nach Deutschland, zum Abend nähert sich aber schon wieder der nächste Kurzwellentrog. Die bei uns einfließende erwärmte polare Meeresluft weist in 850 hPa dann meist noch 10 bis 12°C auf. Am Rande des nach Südnorwegen ziehenden Tiefs Raphaela herrscht immer noch ein mäßiger Gradient vor allem in der Nordwesthälfte des Landes. Während der Wind tagsüber an der Nordsee etwas nachlässt, kann es dann verbreitet zu starken und einzelnen steifen Böen aus Südwest kommen. Im Süden ist der Wind etwas schwächer.
Gegen Abend zieht zusammen mit dem Kurzwellentrog ein kleines, aber kräftiges Tief (Sina) über Südengland. Es macht sich bei uns vor allem dadurch bemerkbar, dass am Abend im Westen der Wind nicht wie im übrigen Land abflaut, sondern gleich stark bleibt und etwas Richtung Süd dreht.
Wettermäßig ist nicht allzu viel los am Samstag: In der Früh ziehen die letzten Schauer aus dem Osten ab. Dann gibt es vor allem im Nordseeumfeld Schauer und einzelne Gewitter. Später greifen diese auch auf das nordwestliche Binnenland über, allerdings sorgt eine recht stabile Schichtung bei etwa 600 hPa, dass es wohl kaum einen Blitz geben wird. Mit Annäherung des Tiefs am Abend, wird es dort generell etwas unbeständiger.
Ansonsten verläuft der Samstag vielfach wolkig und trocken, wobei es im Südosten mehr Sonnenanteile geben soll als im Nordwesten, wo es zeitweise auch in Richtung stark bewölkt geht. In der immer noch recht warmen Luftmasse pendeln sich die Höchstwerte zwischen 22 und 27°C ein, wobei es im Süden und Osten wärmer ist als im Nordwesten. Auf höheren Bergen werden es teils nur um 20°C.
In der Nacht zum Sonntag zieht das kleine, aber giftige Tief über die südliche Nordsee ins Seegebiet vor den Ostfriesischen Inseln. Es schwächt sich allerdings etwas ab, da der Kurzwellentrog dem Tief zunehmend vorausläuft und schon den Osten Deutschlands erreicht. Dennoch frischt im Nordwesten der Wind etwas auf, wobei er zunächst bis Süd rückdreht, dann wieder auf Südwest dreht. Im Nordwesten sind dabei einzelne steife Böen zu erwarten. Auch im höheren Bergland des Westens und der Mitte macht sich der Wind bemerkbar mit einzelnen stürmischen Böen, auf dem Brocken könnten es auch Sturmböen oder schwere Sturmböen werden.
Mit dem Tief ziehen meist schwache schauerartige Regenfälle über ganz Deutschland von West nach Ost. Etwas stärker regnet es im Nordwesten. Starke konvektive Regenfälle bleiben auf den Tiefkern beschränkt und gehen damit über der Nordsee nieder.
Insgesamt herrscht in der Nacht wieder viel Bewölkung vor, dazwischen gibt es aber auch kurze Auflockerungen. Die Temperatur geht auf 17 bis 12°C zurück.
Am Sonntag... stellt sich nach Abzug des Kurzwellentroges eine leicht diffluente westsüdwestliche Höhenströmung ein. Ein neuer Langwellentrog zieht vom Atlantik her nach Westfrankreich. Damit wird bei uns - weit auf der Vorderseite gelegen - die Strömung im Tagesverlauf noch etwas antizyklonaler. Dementsprechend wundert es, dass das kleine Tief sich nicht schneller auflöst. Es soll nach ICON-EU nämlich erst am Abend über Seeland von den Wetterkarten verschwinden, nachdem es zuvor im Südschleswig gezogen ist. Andere Modelle sehen den Tiefkern weiter nördlich.
Auf jeden Fall soll es bei Durchzug des Tiefs an dessen Südflanke vom Norden bis in die Mitte steife Böen geben, ganz im Norden und im Bergland auch stürmische Böen. Dabei dreht der Wind von Südwest auf West. Der Brocken ist weiterhin teils mit schweren Sturmböen dabei, am Nachmittag schwächt sich aber dort der Wind ab. Im Süden ist der Gradient schwächer, dort dreht der meist mäßige, in freien Lagen aber auch mal frische Wind im Tagesverlauf ebenso auf West.
Mit dem Tief ziehen schauerartige Regenfälle über den äußersten Norden des Landes, Regensummen über 10 l/qm sind aber nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. Dies könnte höchstens lokal an einzelnen Gewittern passieren. Bereits in Richtung Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommersches Binnenland hin soll es nur einzelne schwache Schauer sein. In der Mitte und im Süden ist es wolkig mit längeren Sonnenanteilen.
Die Temperatur erreicht Höchstwerte zwischen 21°C im Nordwesten und bis zu 28°C im Südosten.
In der Nacht zum Montag nähert sich der Langwellentrog unserem Land an. An dessen Vorderseite läuft bereits ein erster Kurzwellentrog in der zweiten Nachthälfte nach Deutschland hinein. Bodennah zieht ein Tief über Schottland hinweg. Nach einer Windabschwächung in der ersten Nachthälfte, der mit einem Bodenhochkeil verbunden ist, dreht der Wind in der zweiten Nachthälfte wieder auf Süd rück und frischt vor allem im Westen etwas auf. Erste steife bis stürmische Böen kann es dabei schon wieder im Bergland geben. Auf dem Brocken reicht es vielleicht schon wieder für Sturmböen gegen Morgen.
Zudem greifen ab Mitternacht schauerartige und teils gewitterige Regenfälle auf den Westen über und weiten sich rasch aus, so dass sie am Morgen schon die Elbe erreichen. Damir verbunden können bei dem recht starken Grundwind vielleicht einige stürmische Böen sein, örtlicher Starkregen ist ebenso möglich.
Die Temperatur geht meist auf 16 bis 11°C zurück.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Wetterlage birgt noch eine Reihe von Unsicherheiten: Im Südosten beginnt sich der Föhn auch im südlichen Alpenvorland bis zum Boden durchzusetzen, was dafür spricht, dass sich starke Zellen am ehesten an der "Dryline" zu der bodennah feuchten Luft bilden können. Dann sollten aber die HKNs einigermaßen hoch sein, das Orkanböenpotential in der Föhnluft durchaus gegeben. Die aktuell von ICON-RUC vom Südwesten bis zur Mitte simulierten Gewitter erscheinen für die Tageszeit sehr heftig. Insgesamt springen die Modelle auch gerne von Lauf zu Lauf. Das kleine Tief bei ICON-D2, was oben beschrieben wurde und für verstärkte Richtungsscherung im Nordwesten sorgen sollte, ist schon wieder rausgerechnet. Sollte etwas dieser Art kommen, müsste man sich durchaus auf Tornados einstellen.
Somit ist heute sehr viel Nowcasting gefordert und man muss auf alles gefasst sein.
Auch für die Folgetage gibt es noch Unsicherheiten: So wird das Tief am Sonntag bei den externen Modellen weiter nördlich gerechnet, was dann natürlich auch Auswirkungen auf die Wind- und Niederschlagsprognosen hat.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl.-Met. Peter Hartmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 28.08.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft mit wiederholten Niederschlägen. Dabei meist mäßig warm bis warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 04.09.2026
Im mittelfristigen Vorhersagezeitraum liegt Deutschland am Rande eines umfangreichen Höhentroges über Nord- und Nordwesteuropa in einer südwestlichen bis westlichen Höhenströmung. Korrespondierend dazu befindet sich auch im Bodendruckfeld eine umfangreiche Zone tiefen Luftdrucks mit mehreren eingelagerten Tiefdruckzentren, die von der Irminger-See über die Britischen Inseln bis nach Skandinavien reicht. Davon ausgehend und eingebettet in kurzwellige Trogstrukturen ziehen von Westen
wiederholt Frontensysteme heran.
Zu Beginn der Mittelfrist am Montag befindet sich ein hochreichendes Tief im Bereich der Britischen Inseln, das bis zum Tageswechsel nach Südskandinavien zieht. Von Westen greift ein Randtrog auf Deutschland über. Dadurch kommt es über dem Süden zu einer Reaktivierung der dort noch liegenden Front und somit zu Niederschlägen, die schließlich bis in den Osten ausgreifen. Zum anderen greift das okkludierte Frontensystem des Randtiefs mit Regen auf den Nordwesten und Norden über. Dabei können sowohl im Süden als auch im Norden einzelne Gewitter, teils in Verbindung mit Starkregen und Sturmböen bis Bft 9 auftreten. Im Tagesverlauf zieht der Trog allmählich über uns ostwärts hinweg und das Bodentief verlagert sich von der Nordsee Richtung Südskandinavien. An dessen Südrand nimmt der Druckgradient etwas zu und vor allem im Norden und in der Mitte frischt der Südwestwind teils stark böig auf. Vor allem an der Nordsee und im höheren
Bergland sind auch stürmische Böen Bft 8 zu erwarten. Das Frontensystem zieht ostwärts ab. Im Trogbereich kommt es vor allem im Norden zu weiteren Schauern und Gewittern. Größere Sonnenscheinanteile sind am ehesten im Süden möglich. Dort und im Osten werden bis 26 Grad erreicht, im Nordwesten sind es um die 20 Grad.
Während sich im Süden das Wetter beruhigt, greift im Norden ein neuer Kurzwellentrog von der Nordsee auf die Vorhersageregion über. Dieser schwenkt im Tagesverlauf ostwärts über Norddeutschland durch und sorgt für teils gewittrige Schauer und vorübergehend auffrischenden Wind mit stürmischen Böen an der Nordsee. Dadurch kommt die über dem Alpenraum liegende Luftmassengrenze wieder etwas nach Norden voran und am Alpenrand setzen in der Nacht zum Mittwoch Niederschläge ein. In einem breiten Streifen vom Südwesten bis in den Osten bleibt es dagegen oft trocken. Das Temperaturniveau ist dabei recht ähnlich zum Vortag.
Am Mittwoch gerät Norddeutschland langsam auf die Vorderseite des nächsten von Westen herannahenden Troges, während die Trogachse noch über die Mitte reicht und im Tagesverlauf ostwärts durchschwenkt. Besonders im Küstenumfeld muss noch mit Schauern gerechnet werden. Insbesondere in südlichen Teilen der Mitte und im Süden mit Ausnahme des Alpenvorlandes zeigen sich freundliche Abschnitte. Die über dem Alpenrand liegende Luftmassengrenze kann sich etwas nordwärts verlagern und der Regen sich ins Alpenvorland ausbreiten, dabei sind warnwürdige Niederschlagsmengen derzeit nicht wahrscheinlich.
Im weiteren Verlauf der Mittelfrist am Donnerstag und Freitag wird der Trog durch weitere kurzwellige Anteile regeneriert, so dass im Norden zyklonaler Einfluss mit entsprechenden Niederschlägen andauert. Im Süden rückt die Achse eines Höhenrückens näher und am Boden setzt sich Hochdruck durch. Dadurch werden die Niederschläge über der Mitte abgebremst und können nur lokal und temporär in die nördlichen Teile Süddeutschlands vorrücken. Verbreitet bleibt es dort bei einem Sonne-Wolken-Mix trocken. Das Temperaturniveau ändert sich nicht wesentlich.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des IFS kann über nahezu den gesamten Vorhersagezeitraum als gut bezeichnet werden, ab Mitte des Mittelfristzeitraums nehmen die Unterschiede leicht zu. So wurde in den gestrigen Läufen zum Ende der Mittelfrist der von Süden zunehmende Hochdruckeinfluss stärker gezeigt. Mit dem heutigen Lauf bleibt es insgesamt überwiegend wechselhaft.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Modellvergleich zeigt zu Beginn der Mittelfrist keine wesentlichen Unterschiede. Ab Mittwoch nehmen die Unterschiede zu. So vollzieht sich die Trogpassage in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwoch unterschiedlich schnell, was Phasenverschiebungen des Niederschlagsmusters zur Folge hat. Nach Abzug des Troges wird über Westeuropa bei GFS und IFS eine eher zonal ausgerichtete Höhenströmung mit weiteren eingelagerten kurzwelligen Anteilen simuliert. Der neueste ICON-Modellauf rechnet dagegen am Donnerstag einen ausgeprägten Trog über der Nordsee, der sich zum Freitag zu den Karpaten verlagert und über Polen eine Höhentiefneubildung simuliert. Dies stellt derzeit eine Einzellösung dar. Damit werden simulierte Niederschlagsmengen ab Mittwoch unsicher, bei der Temperatur zeigen sich ab Donnerstag leichte Unsicherheiten.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen für ausgewählte Stationen in Deutschland zeigen bis etwa Mittwoch sowohl für die Temperatur als auch für das Geopotential einen sehr geringen bis geringen Spread und somit eine hohe Prognosesicherheit. Danach geht der Spread deutlich auseinander und die Prognosesicherheit nimmt ab. Wiederholte Niederschlagssignale stützen zudem den zyklonalen Charakter, wenngleich die Mengen meist im geringen Bereich liegen. Zum Ende der Mittelfrist nimmt der Spread deutlich zu, die Mehrheit der Member stimmt aber mit dem Kontrolllauf überein.
Die Clusterung des EZMW zeigt für die Zeiträume t+96h fünf Cluster. Dabei gibt es zu der zyklonal geprägten Wetterlage keine anderen Szenarien. Für den Zeitraum t+168 Stunden gibt es fünf Cluster. Der Kontrolllauf befindet sich in Cluster, in dem auch die meisten Member enthalten sind. Dieser simuliert am Donnerstag das Szenario atlantischer Rücken mit deutlich ansteigendem antizyklonalen Charakter über Frankreich. In der erweiterten Mittelfrist werden sechs Cluster geboten, wobei der Kontrolllauf in Cluster 3 mit nur acht Membern simuliert wird. In der Mehrheit wird mit dem Szenario NAO-positiv mit zyklonalem Einfluss gerechnet, ansonsten nimmt der Anteil des Szenarios atlantischer Rücken mit höheren antizyklonalen Anteilen zu.
FAZIT: Der zyklonale Einfluss und damit das wechselhafte Wetter dauert weiter an, wobei im Süden zum Ende der Mittelfrist Tendenzen in Richtung antizyklonalem Wettercharakter und damit einer Wetterberuhigung zunehmen. Allerdings nehmen in diesem Zeitraum auch Modellunsicherheiten signifikant zu. Am Temperaturniveau wird sich erstmal nicht viel ändern - an der See im Norden bleibt es bei etwa 20 Grad mäßig warm, im Südwesten bei um 26 Grad warm oder sehr warm.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Montag treten im Norden einzelne Gewitter auf, teils in Verbindung mit Stürmischen Böen Bft 8 oder Sturmböen Bft 9.
Zudem frischt der Südwestwind am Montag an den Küsten und im höheren Bergland stark auf mit stürmischen Böen Bft 8.
Am Dienstag sowie am Donnerstag an der Küste Potential für stürmische Böen Bft 8.
Sonst sind keine markanten Wettererscheinungen zu erwarten.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, ICON, GFS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried





