Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 25.07.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Übergang zu NWz, zu Wochenbeginn NWa
Heute viel Sonne und sehr warm bis heiß, ganz im Süden geringes Gewitterrisiko. Am Sonntag und in der Nacht zum Montag mit langsamer Passage einer schleifenden Front in der Nordhälfte bis zur Mitte schauerartiger Regen, vereinzelt Gewitter, dabei am ehesten im Nordwesten gebietsweise Starkregen (auch mehrstündig). Sonntagnachmittag und -abend im äußersten Südosten einzelne kräftige Gewitter nicht ausgeschlossen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... stellt sich die Wetterlage um auf eine zumindest vorübergehend zyklonale Nordwestlage. Die Hauptprotagonisten sind ein Höhentrog über dem Nordmeer, der sich aktuell mit dem Vorstoß eines markanten Randtroges deutlich regeneriert und Richtung Nordsee amplifiziert, und ein Höhentief über der Biskaya. Während der Trog über der Nordsee langsam in die Breite läuft und an Kontur verliert, kommt das Höhentief langsam bis nach Westfrankreich, in der kommenden Nacht bis zur Schweiz voran, wobei es dann als verlängerter Randtrog in das Zirkulationssystem des Nordmeertroges eingebunden wird. Vorderseitig des Höhentiefs wölbt sich durch WLA ein flacher Höhenkeil auf, der heute im Tagesverlauf Süddeutschland ostwärts überquert. Ansonsten stellt sich über dem Vorhersagegebiet eine recht flaue, am Nachmittag und Abend dann vorderseitig des zur Nordsee vorstoßenden Troges sich etwas verschärfende, leicht rückdrehende und zunehmend diffluente westliche Höhenströmung ein. Im Bodenfeld hat sich die bisher wetterbestimmende, sowieso nur flache Hochdruckbrücke aus Mitteleuropa zurückgezogen und ist einem noch schwachgradientigeren Druckfeld gewichen, eine klassische Sumpflage also. Derweil hat das mit dem Trogvorstoß einhergehende Bodentief "EVELINE" das Seegebiet nördlich der Shetlands erreicht, kann sich im Tagesverlauf noch auf etwa 980 hPa oder knapp darunter vertiefen und zieht bis zum Abend ins Seegebiet unmittelbar westlich von Kap Svinöy. Das teilokkludierte Frontensystem des Tiefs überquert aktuell den Norden der Britischen Inseln und erreicht abends in etwa die mittlere Nordsee bzw. Südnorwegen.
Somit beginnt der Tag im Vorhersagegebiet im Einflussbereich der sich abbauenden Hochdruckbrücke ruhig und störungsfrei. Vielerorts zeigt sich der Himmel gering bewölkt oder wolkenlos, mit der zunehmenden WLA vorderseitig des Höhentiefs ziehen vor allem über den Westen und Süden ein paar hohe Cirrusfelder hinweg. Mit der westlichen Grundströmung werden von der Nordsee her ein paar dichtere ST/SC-Felder ins nördliche Niedersachsen, nach Schleswig-Holstein und nach Mecklenburg geführt, die sich in den kommenden Stunden mehr und mehr auflösen dürften, zumal mit Rückdrehung des Windes auf Südwest auch die Feuchtezufuhr von der Nordsee abgeschnitten wird.
Mit Annäherung der Front zieht von Nordwesten her allerdings zunehmend dichte mehrschichtige Wolkenfelder in den Nordwesten und Norden des Landes, eventuell fallen zum Abend hin hier und da schon erste Tropfen. Mit Durchschwenken des Höhenkeils dreht die niedertroposphärische Strömung über Süddeutschland mehr und mehr auf Südwest, so dass zunehmend Subtropikluft dorthin advehiert werden kann. T850 hPa steigt dort bis zum Abend auf 16 bis 20 Grad, während die Luftmasse über der Nordhälfte mit T850 hPa zwischen 9 und 14 Grad am Abend eher gemäßigter Natur bleibt. Mit der niedertroposphärischen Erwärmung geht eine deutliche Labilisierung der Luftmasse über Süddeutschland einher und von der Schweiz her findet zumindest im äußersten Süden (von Südbaden bis ins Alpenvorland) ein gewisser Feuchteeinschub statt mit PPWs von über 25 mm. Die Labilitätsfläche bleibt aber schmal, lediglich im Grenzgebiet zur Schweiz und zu Österreich können gebietsweise mehrere 100 J/kg ML-Cape generiert werden. Mit einem geringen dynamischen Hebungsinput rückseitig des Höhenrückens und mit Hilfe der Orographie dürfte es am Nachmittag und Abend dennoch für einzelne, teils gewittrige Schauer reichen, die im Laufe der ersten Nachthälfte noch ein wenig nordostwärts ins Alpenvorland ziehen. Starkregen und kleinkörniger Hagel sind vor allem nachmittags und abends lokal eng begrenzt nicht ganz ausgeschlossen, weisen die Schauer einen gewissen Organisationsgrad auf, kann es angesichts der trockenen Grundschicht - je nach Ausbildung eines Cold Pools - auch mal etwas flächiger steife bis stürmische Böen geben. Im Rest des Landes scheint dagegen bei nur wenigen Wolken die Sonne. Entsprechend kann sich die Luftmasse rasch erwärmen. Unter den etwas dichteren Wolken im äußersten Norden werden 20 bis 25 Grad erreicht, bei Seewind auch knapp darunter. Sonst liegen die Maxima zwischen 25 und 33, vielleicht 34 Grad, mit den höchsten Temperaturen in der Südhälfte.
In der Nacht zum Sonntag läuft der Höhentrog (Drehzentrum inzwischen über dem Seegebiet westlich der Haltenbank) vor allem über der Nordsee mehr und mehr in die Breite, amplifiziert aber noch ein wenig und findet somit Zugriff auf den Nordwesten des Vorhersagegebietes. Mit Annäherung eines in das Zirkulationssystem um den Höhentrog eingebundenen kurzwelligen Troganteiles nimmt vor allem ausgangs der Nacht der dynamische Hebungsinput aufgrund von PVA über Nordwestdeutschland zu.
Die teilokkludierte Kaltfront des nur langsam nordwärts ziehenden und unverändert kräftigen Tiefs "EVELINE" über der Norwegischen See wird dadurch etwas aktiviert, wird aber durch eine Wellentiefentwicklung weiter nordwestlich eingebremst und kommt nur langsam nach Süden voran. Morgens erreicht sie die Deutsche Bucht und den Norden Schleswig-Holsteins. Präfrontal greifen im Laufe der Nacht schauerartige Regenfälle auf den Nordwesten und Norden des Landes über, die Mengen bleiben aber mit meist weniger als 5mm übersichtlich und auch die Gewitterwahrscheinlichkeit ist bei kaum MU-Cape als sehr gering zu beziffern. Der Wind frischt unmittelbar präfrontal aus West bis Südwest auf, für Bft 6 bis 7 reicht es aber wohl nur über der offenen See, maximal noch auf den Nordfriesischen Inseln. Postfrontal dreht er dort morgens auf Nordwest und flaut bereits wieder ab.
Auch im äußersten Süden bleibt ein persistenter, wenngleich nur sehr schwacher dynamischer Hebungsinput wirksam. Verantwortlich dafür ist der Randtrog über der Schweiz. Etwa von Oberschwaben bis ins Bayerische Alpenvorland bleibt es somit bewölkt mit einzelnen Schauern, die Gewitterwahrscheinlichkeit nimmt in der Nacht aber deutlich ab.
Ansonsten verläuft die Nacht ruhig und vor allem von der Donau nordwärts bis zu den zentralen Mittelgebirgen oft auch gering bewölkt. Es bleibt milder als die Vornächte mit Minima zwischen 18 Grad in den Ballungszentren West- und Süddeutschlands und nahe 10 Grad in den östlichen bzw. ostbayerischen Mittelgebirgen.
Sonntag... schwenkt der kurzwellige Randtrog unter weiterer Amplifizierung südostwärts ins Vorhersagegebiet. Die teilokkludierte Kaltfront von "EVELINE", die über dem Seegebiet westlich der Haltenbank quasistationär bleibt und sich langsam beginnt, ein wenig aufzufüllen, wird nach wie vor durch das über den Nordteil der Deutschen Bucht ostwärts ziehende Wellentief zurückgehalten und schleift über Norddeutschland. Dort gibt es im Tagesverlauf recht verbreitet schauerartige Regenfälle, die sich über die Norddeutsche Tiefebene nach Osten, aber kaum nach Süden vorankommen. Diese sind mit Annäherung des Randtroges vor allem im Nordwesten im Tagesverlauf zunehmend konvektiv durchsetzt und können dann auch von einzelnen Gewittern begleitet werden. Inwieweit die Konvektion dort eventuell auch etwas isolierter auftritt, ist noch unklar, für kräftigere Entwicklungen fehlt es aufgrund der dichten Bewölkung allerdings an Cape. Dennoch lassen die hohen PPWs von über 30 mm durchaus Starkregen zu, auch mehrstündig. Die höchsten Wahrscheinlichkeiten dafür zeigt I-D2-EPS über dem nördlichen Niedersaschen bis ins südliche Schleswig-Holstein und den Hamburger Raum. Selbst unwetterartige Mengen werden, wenngleich mit nur sehr geringen Wahrscheinlichkeiten, gezeigt.
Vorlaufend zur Front kann sich im Tagesverlauf über der Mitte Deutschlands eine flache Druckwelle etablieren, die rasch südostwärts vorankommt und bereits abends den Süden Bayerns erreicht. Diese wird allerdings dynamisch kaum gestützt, so dass es mit Passage nur gebietsweise für etwas Regen bzw. einzelne Schauer reicht, am ehesten nach Osten zu. Allerdings frischt im Vorfeld und mit Frontpassage der Wind im Tagesverlauf aus West bis Nordwest auf, in freien Lagen kann es in den mittleren und südlichen Landesteilen einzelne steife Böen geben, in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge stürmische Böen, exponiert Sturmböen.
Südlich der Donau bleibt die Luftmasse vor Eintreffen der Druckwelle potenziell instabil geschichtet mit 200 bis 500 J/kg ML-Cape und PPWs über 25 mm. Zwar fehlt ein gewisser dynamischer Hebungsinput, dennoch reicht es mit Hilfe der Orographie wohl zur Auslöse und vor allem im südlichen Alpenvorland, in Oberschwaben und an den Alpen kann es nachmittags und abends einzelne Gewitter geben, deren Begleiterscheinungen in der Regel markant ausfallen. Während es im Nordwesten und Norden überwiegend wolkig bis stark bewölkt bleibt - lediglich Richtung Nordsee und an der Ostsee lockern die Wolken postfrontal mal stärker auf - zeigt sich vor allem im Südwesten sowie von der Donau bis zu den zentralen und östlichen Mittelgebirgen sowie bis zur Lausitz länger die Sonne. Dort bleibt es wohl auch überwiegend trocken und es wird mit 26 bis 31, am Oberrhein vielleicht 32 Grad sommerlich warm. In der Nordwesthälfte liegen die Höchstwerte dagegen meist zwischen 20 und 24 Grad, stellenweise, vor allem an der Nordsee, auch knapp darunter.
In der Nacht zum Montag überquert von Nordwesten her ein weiterer Randtrog das Vorhersagegebiet südostwärts, dahinter stellt sich eine nordwestliche Höhenströmung ein. Nach Abzug des Wellentiefs nimmt die Kaltfront nun deutlich an Fahrt auf und erreicht morgens bereits den Südosten Deutschlands. Rückseitig des Troges verliert sie allerdings mangels dynamischen Hebungsinput vor allem nach Südwesten zu und im Laufe der zweiten Nachthälfte deutlich an Wetteraktivität.
Die schauerartigen Regenfälle erfassen somit im Laufe der ersten Nachthälfte noch die mittleren Landesteile und die Osthälfte, auch im Südosten wird die Richtung Alpen laufende Druckwelle etwas aktiviert. Insbesondere in der Mitte und nach Osten zu treten noch verbreitet schauerartige, teils gewittrige Regenfälle auf, wobei die Starkregenwahrscheinlichkeit allerdings allmählich abnimmt. Im Südwesten kommt dagegen von den Niederschlägen kaum mehr etwas an, vielerorts bleibt es dort trocken. Auch im Südosten reicht es wohl kaum oder höchstens ganz vereinzelt für Gewitter.
Postfrontal lockern die Wolken im Nordwesten und Westen rasch wieder auf. Dort gibt es nur noch einzelne, im Nordosten dagegen im Einflussbereich des Troges mit mehr Höhenkaltluft dagegen noch häufigere und teils auch gewittrige Schauer.
Anzusprechen bleibt noch der Wind. In den Niederungen flaut er tagesgangbedingt eher ab und ist wohl meist nicht mehr warnrelevant. In den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen gibt es dagegen weiterhin stürmische Böen aus West, exponiert Sturmböen. Mit Durchschwenken eines Bodentroges frischt auch an den Küsten der Wind im Laufe der Nacht aus Nordwest auf mit Böen Bft 7, an der Ostsee nach Lesart des ICON-EU gebietsweise sogar Bft 8. Im Südwesten und Süden verläuft die Nacht mit Minima zwischen 19 und 14 Grad mild, in der Nordhälfte ist es im Einflussbereich der postfrontal advehierten maritim erwärmten Polarluft (6 bis 9 Grad in 850 hPa) mit 16 bis 12 Grad etwas frischer.
Montag... schwenkt die Trogachse rasch Richtung Polen und es stellt sich landesweit eine recht glatt konturierte nordwestliche Höhenströmung ein. Im Bodenfeld weitet sich von Frankreich her ein Hochkeil rasch in den Westen und Süden Deutschlands aus, die Reste der ehemaligen Kaltfront lösen sich über dem Südosten des Landes auf. Postfrontal flutet von Nordwesten her maritim erwärmte Polarluft vor allem den Norden und Osten des Landes mit T850 hPa zwischen 5 und 8 Grad, im Südwesten und Süden kann sie sich im Einflussbereich des Hochkeils bereits wieder auf 9 bis 13 Grad in 850 hPa erwärmen. Nach Abzug der nächtlichen und morgendlichen Schauer (bzw. vereinzelten Gewitter) etabliert sich in etwa 800 bis 700 hPa zumindest nach Lesart des ICON-EU auch über der Nordosthälfte des Landes eine durchaus markante Absinkinversion, so dass es kaum mehr für Neuentwicklungen reichen dürfte, lediglich an den Alpen werden am Nachmittag noch einzelne Schauer simuliert. IFS, GFS und auch UK10 haben dagegen noch in einem mehr oder weniger breiten Streifen von NRW und dem westlichen Niedersachsen bis nach Thüringen und Sachsen einzelne Schauer auf der Agenda.
Von Warnrelevanz ist somit eigentlich nur der Wind. Der Gradient bleibt vor allem nach Nordosten zu noch relativ scharf ausgeprägt und mit dem Tagesgang reicht es dort wohl auch im Binnenland gebietsweise für steife Böen aus Nordwest, an der nordfriesischen Küste und entlang der Ostsee auch etwas verbreiteter. In einigen Hochlagen (Brocken, östliche Mittelgebirge, Alpen) gibt es stürmische Böen, exponiert Sturmböen. Zum Abend hin und eingangs der Nacht flaut der Wind dann aber allgemein ab.
Während im Südwesten und auch im Süden häufig die Sonne scheint und nur zeitweise mal etwas dichtere Wolkenfelder durchziehen und auch an den Küsten die Sonne immer häufiger durchkommt, bleibt es in einem breiten Streifen dazwischen eher bewölkt. Im Norden und Osten werden Maxima zwischen 19 und 24 Grad erreicht, im Westen und Süden wird es dagegen sommerlich warm mit 24 bis 28 Grad.
In der Nacht zum Dienstag weitet sich der Hochkeil über der Südhälfte nach Osten aus, während der Norden und Nordosten des Landes an deren Nordflanke von einer schwachen Warmfront gestreift werden. Dort zieht mehrschichte Bewölkung auf, gebietsweise fällt auch etwas Regen. Im Westen und Süden sowie in teilen der Mitte verläuft die Nacht dagegen locker bis gering bewölkt, teils auch wolkenlos. Es wird angenehm frisch mit Minima zwischen 16 und 10 Grad, in einigen Senken- und Muldenlagen auch darunter.
Modellvergleich und -einschätzung
Der grobe Fahrplan steht. Differenzen gibt es im Detail noch, die konvektiv durchsetzten Regenfälle am morgigen Sonntag in der Nordhälfte betreffend. Die Konvektion erlaubenden Modelle und auch das ICON-EU-EPS zeigen die höchsten Wahrscheinlichkeiten für (mehrstündigen) Starkregen über dem nördlichen Niedersachsen, SuperHD simuliert dort ebenfalls die höchsten Mengen.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 24.07.2026 um 10.30 UTC
Nach kurzer Beruhigung Warmluftvorstoß mit Hitze und einzelnen kräftigen Gewittern
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 31.07.2026
Am kommenden Montag schwenkt zu Beginn der Mittelfrist die Achse eines bisher wirksamen Höhentrogs über Polen hinweg ostwärts. Ein Frontensystem, das zu einem Tief vor der Küste Norwegens gehört, bringt anfänglich schauerartigen Regen, zieht jedoch im Tagesverlauf aus Deutschland nach Polen ab. Gleichzeitig verlagert ein Tief südwestlich von Island seinen Kern in südöstlicher Richtung. Davon ausgehend greift eine Warmfront auf Großbritannien über. Diese wird allerdings von einem breiten Höhenrücken überlagert, dessen Achse sich Dienstagfrüh vom westlichen Mittelmeer über Frankreich bis in die Nordsee erstreckt und das Wettergeschehen in Deutschland allmählich beruhigt. Während im Norden Deutschlands rückseitig des Frontensystems kühlere Meeresluft mit 850 hPa-Temperaturen um 5 Grad Celsius einfließt, bleibt im Süden die wärmere Luft mit Werten knapp über 10 Grad Celsius erhalten.
Am Dienstag passiert die Achse des Höhenrückens, die sich vom zentralen Mittelmeer bis nach Skandinavien erstreckt, Deutschland ostwärts. Das Atlantiktief zieht hingegen knapp nördlich von Schottland auf. Die zugehörige Warmfront bringt dabei dem Norden und Nordosten Deutschlands dichte Wolken, aber kaum Regen. Von Südwesten wird dabei eine wärmere Luftmasse nach Deutschland geführt, die am Mittwochfrüh im Nordosten 10, im Südwesten 18 Grad erreicht.
Am Mittwoch und am Donnerstag erstreckt sich die Achse des Höhenrückens vom Mittelmeer über Polen bis in die Ostsee und nach Finnland. Deutschland gelangt dabei auf die Vorderseite des recht stationären Tiefs zwischen Schottland und Island in eine südwestliche Strömung, mit der zunehmend heiße Subtropikluft sowie ein Schwall Saharastaub zu uns geführt werden. Dabei werden am Mittwoch voraussichtlich 850 hPa-Temperaturen von 13 bis 20, am Donnerstag sogar 18 bis 25 Grad Celsius erreicht. Allerdings können eingelagerte Kurzwellentröge in der Höhe, am Donnerstag auch eine flache Tiefdruckrinne, regional etwas Hebung generieren, sodass es möglicherweise lokal für Schauer und teils kräftige Gewitter reicht - insbesondere im Süden und Südosten des Landes.
Am Freitag zeigt die Höhenströmung über Deutschland wieder antizyklonalere Konturen. Am Boden verlagert ein Hoch seinen Schwerpunkt über die Britischen Inseln hinweg in die Nordsee. Dabei fließt in den Norden wieder etwas kühlere Luft mit 850 hPa-Temperaturen von 12 Grad ein, im Süden bleibt die heiße Luft mit Werten bis 24 Grad wetterwirksam. Dort können sich mit Hilfe der Orographie noch einzelne kräftige Gewitter bilden.
In der erweiterten Mittelfrist verbleibt Deutschland in einer südwestlichen Strömung mit der möglicherweise sogar 850 hPa-Temperaturen von bis zu 26 Grad Celsius in den Südwesten einfließen können. Auch im Norden sollen die Temperaturen wieder auf Werte nahe 20 Grad ansteigen. Am Boden verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt von Dänemark in die Ostsee, wodurch mögliche Randtiefs über Frankreich und Benelux den Nordwesten Deutschlands beeinflussen könnten.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Konsistenz des aktuellen IFS-Laufs zu den beiden Vorläufen ist zumindest bis Donnerstag recht gut.
Zum Freitag gehen die Lösungen dann auseinander. Während in dem gestrigen 00 UTC-Lauf von Frankreich übergreifende Tiefdruckrinnen mit Schauern und Gewittern simuliert wurden, zeigte der gestrige 12 UTC-Lauf hingegen einen über Ostdeutschland regenerierenden Höhenrücken sowie 850 hPa-Temperaturen von 26 Grad im Südwesten. Der aktuelle Lauf liegt irgendwo dazwischen mit hohem Luftdruck im Norden und weiterhin heißen Temperaturen im Süden. In der erweiterten Mittelfrist setzen sich die Abweichungen zwischen den einzelnen Läufen fort, wenngleich in allen eine gewisse Tiefdruckaktivität zu erkennen ist sowie heiße 850 hPa-Temperaturen von über 20 Grad Celsius im Süden. Im gestrigen 12 UTC-Lauf flossen hingegen bereits wieder Temperaturen nahe 10 Grad in den Nordwesten ein.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis Mittwoch besteht auch im Vergleich mit weiteren Globalmodellen eine gute Konsistenz. Zum Donnerstag gehen die Lösungen dann allmählich etwas auseinander.
GFS stützt die Warmluftadvektion und liefert dabei die heißeste Lösung mit verbreitet 850 hPa-Temperaturen von 25/26 Grad. Aufgrund eines breiten Höhenrückens fällt die Tiefdruckaktivität dabei jedoch geringer aus. ICON lässt das Hoch dagegen am Freitag rasch Deutschland überqueren. Nachfolgend setzen sich dann zyklonale Verhältnisse durch.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen unterstützen die Bewertung der Konsistenz. Bis Donnerstag liegen die Ensemblemitglieder recht eng beieinander und gehen im Laufe des Donnerstags dann auseinander.
Beim Blick auf die Temperatur fällt ab Freitag der Kontrolllauf als Ausreißer nach oben aus. Das breit gelaufene Mittel liegt im Norden um 12, im Süden um 20 Grad Celsius.
Niederschlagssignale sind nahezu durchweg vorhanden, was auf ein anhaltendes konvektives Potenzial hindeutet. Lediglich am Dienstag und Mittwoch ist die Wahrscheinlichkeit für trockenes Wetter gebietsweise recht hoch. Die Rauchfahnen des Geopotenzials nehmen bis Dienstag rasch zu und oszillieren dann auf erhöhtem Niveau bis in die erweiterte Mittelfrist.
Die Clusteranalyse weist im Zeitschritt von Dienstag bis Donnerstag (t+120 h bis t+168 h) 6 verschiedene Cluster auf (13/9/9/8/7/5 Mitglieder), wobei 5 der 6 Cluster (45 von 50 Mitgliedern) dem Regime NAO+ zugeordnet werden, darunter Clusters 4 mit 8 Mitgliedern einschließlich des Kontrolllaufs. Lediglich das letzte Cluster mit 5 Mitgliedern zeigt einen atlantischen Trog. Die Unterschiede zwischen den Clustern fallen in Mitteleuropa jedoch nicht allzu groß aus und betreffen vor allem die Amplitude des Rückens über Mittel- bzw. Osteuropa sowie den Einfluss kurzwelliger Tröge von Westen. Somit kann die großräumige Wetterlage insgesamt als recht gut abgesichert angesehen werden.
Für den Zeitraum Freitag bis Sonntag (t+192 h bis t+240 h) nimmt die Unsicherheit erwartungsgemäß zu. Die Clusteranalyse liefert drei Lösungen (18/18/15 Mitglieder), die dem Regime NAO+ zugeordnet werden. Der Kontrolllauf findet sich im dritten Cluster wieder. Die Unterschiede betreffen vor allem den Einfluss atlantischer Tiefausläufer auf Deutschland, während der Warmluftvorstoß nach Mitteleuropa grundsätzlich von allen Lösungen gestützt wird.
FAZIT:
Bis Donnerstag ist die Mittelfristprognose recht sicher. Deutschland gelangt auf der Vorderseite eines Atlantiktiefs zunehmend in eine südwestliche Strömung, mit der ab Dienstag sehr warme bis heiße Subtropikluft nach Mitteleuropa geführt wird. Dabei steigt die Wärmebelastung deutlich an. Kleinere Störungen sorgen im Wochenverlauf regional für konvektives Potenzial mit einzelnen kräftigen Gewittern. Ab Freitag nimmt die Unsicherheit zu, wobei die Warmluftzufuhr mit heißer Subtropikluft zumindest in der Südosthälfte weiterhin wahrscheinlich ist.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
GEWITTER:
Am Montag im Osten und Südosten einzelne Gewitter mit Starkregen, stürmischen Böen und kleinkörnigem Hagel gering wahrscheinlich. Im Nachmittagsverlauf abziehend.
Am Mittwoch dann im Süden und Südosten, am Donnerstag vom Westen und Südwesten bis in den Nordosten einzelne starke Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel wahrscheinlich. Vereinzelt unwetterartige Gewitter mit lokal heftigem Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen wenig wahrscheinlich.
STURM:
Am Montag insbesondere in der Osthälfte böig auffrischender Wind. Dabei in einzelnen Gipfellagen sowie bei auflandigem Wind an der Ostsee stürmische Böen (Bft 8) aus Nordwest gering wahrscheinlich.
HITZE:
Voraussichtlich ab Mittwoch von Westen und Südwesten her zunehmend starke Wärmebelastung.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
VBZ Offenbach / M.Sc.-Met. Sebastian Schappert





