Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 02.05.2026 um 18 UTC
SCHLAGZEILE:
Letzter Heidenheim mit Fast-Sensation in Fröttmaning - und beim Wetter? Verbreitet (hoch)sommerlich und Opening der konvektiven Saison
Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC
Aktuell ... Viel fehlte nicht und die Heidenheimer Jungs von Kulttrainer Frank Schmidt hätten heute als Tabellenletzter bei den hochgepreisten Bayern in München gewonnen. Eigentlich wäre es ja mal Zeit gewesen, die Jungs von Hannover 96 abzulösen, die das vor knapp 20 Jahren (8. November 2006) mit einem 1:0 zum letzten Mal geschafft haben. Nun gut, es sollte nicht sein und somit können wir und dem eigentlichen Thema dieses Bulletins widmen, dem Wetter. Da befinden wir uns aktuell auf der Zielgeraden des ersten richtigen Sommertags im Jahr 2026. Zwar wurden schon Anfang April in Regensburg knapp über 25°C gemessen und auch am gestrigen Maifeiertag haben eine Handvoll Stationen im Westen und Südwesten das erforderliche Kriterium knapp erfüllt. In der Fläche allerdings ist der heutige Samstag der erste Tag mit verbreitet 25+x°C. Verwunderlich ist das nicht, schien und scheint doch von wenigen Ausnahmen abgesehen einmal mehr die Sonne. Doch nicht nur das, auch die Wetterlage oder besser die Änderung der Wetterlage spielen der Erwärmung in die Karten. So wandert das bis dato wetterbestimmende Hoch WINFRIED langsam nach Osten ab, was uns unweigerlich auf seine warme Westflanke bringt. Dort wird von Südwesten her zunehmend warme, in Teilen (zunächst im Westen/Nordwesten) aber auch feuchtere Luft südwesteuropäischer Herkunft in den Vorhersageraum advehiert (T850 heute Abend zwischen 9°C im nordwestlichen NDS und bis zu 14°C am Alpenrand sowie an der Grenze zur Schweiz), die leichter zu erwärmen ist als die nachtkühle, kontinental geprägte Polarluft der vergangenen Tage.
Zweiter Aspekt neben der Erwärmung ist die damit einhergehende erhöhte Wahrscheinlichkeit für konvektive Umlagerungen. Und tatsächlich hat es am frühen Nachmittag im Westen ausgehend von der Eifel angefangen zu zünden. Zwar ist es fast symptomatisch, dass der Erstschlag von einem Mittelgebirge ausging. Gleichwohl muss man konstatieren, dass auch das Druck- und Potenzialmuster seinen Beitrag leistet. Dass das Hoch weicht, wurde schon erwähnt. Den freiwerdenden Platz nimmt eine Tiefruckrinne mit eingelagerter Kaltfront ein (ZUHAL), die aktuell zwar noch etwas westlich von uns liegt, in naher Zukunft aber bis zu uns ausdehnen wird. Und auch in der Höhe wird das Setup ganz allmählich zyklonaler, insbesondere am westlichen Rand der Republik, der auf die Rückseite des in großen Teilen noch immer wetterbestimmenden, nun aber langsam südostwärts abkippenden Höhenrückens gelangt. Wo eine Rück-, da auch eine Vorderseite und richtig, der dazu erforderliche Trog befindet sich über dem nahen Atlantik respektive UK/Irland, von wo aus er bei uns ein seichte südwestliche Höhenströmung mit eingelagerten flachen Wellen induziert.
In den nun folgenden Nachtstunden nimmt die z.Zt. noch recht rege Gewitteraktivität im Westen und Nordwesten kontinuierlich ab. Übrig bleiben teil-verclusterte Schauer, die sich unter Abschwächung über das westliche NDS zur Nordsee raus bzw. hinüber nach HH und SH verlagern. Darüber hinaus ziehen über den Westen und Nordwesten immer mal wieder Wolkenfelder hinweg, während die Nacht im großen Rest gering bewölkt (Cirren) oder klar verläuft. Eine Entkopplung der Grundschicht findet eigentlich nur noch im Südosten schwerpunktmäßig in Bayern statt, wo es gebietsweise auf unter 5°C abkühlt und lokal sogar für kurze Zeit leichter Frost in Bodennähe möglich ist. Ansonsten aber bleibt es mit Tiefstwerten, die häufig zwischen 15 und 8°C liegen, vergleichsweise mild wie schon lange nicht mehr.
Sonntag ... gibt es den nächsten Anlauf, die konvektive Saison in Deutschland anzuschieben und gleichzeitig den Hochdruckeinfluss zu beenden. Bodendrucktechnisch gelingt das schon ganz gut, weitet sich die o.e. Rinne doch immer weiter nach Osten aus, wobei sie in Norddeutschland eine zunehmend zonale Ausrichtung annimmt. Hapern tut es zunächst noch in der Höhe, wo es der Potenzialrücken nicht ganz so eilig hat und auch die Progression des Troges mit integriertem Höhentief alles andere als forsch ist. So bleiben wir zwar unter einer südwestlichen Höhenströmung, die zunächst aber leicht antizyklonal konturiert ist und erst zum Nachmittag/Abend hin in den indifferenten bis zyklonalen Zustand wechselt. Dann nähert sich auch die Kaltfront an, wenn auch schleifend bis wellend und somit äußerst pomadig. Im Vorfeld strömt feuchte und potenziell instabile Subtropikluft ein (mS), in der im Tagesverlauf im Nordwesten trotz gehandicapter Einstrahlung (immer wieder durchziehende Wolken) einige hundert Joule pro Kilogramm CAPE generieret werden können.
Am Morgen und am Vormittag gilt es rund um die Nordsee sowie in SH noch die Regenreste aus der Nacht zu tilgen. Ob dabei auch ein paar elektrische Entladungen zutage treten, wie von einigen Modellen angezeigt, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher sind Gewitter am Nachmittag, wobei sich zwei Zonen herauskristallisieren. Zone #1 liegt im Nordwesten, wo das PPW bis zu 30 mm ansteigt. Da die Organisationsform der Gewitter weitgehend strömungsparallel angeordnet ist und die Grundschicht nicht mehr ganz so trocken wie heute, nimmt die Wahrscheinlichkeit für Starkregen (markant) zu, während sie für Sturmböen abnimmt. Gleichwohl, aufgrund leidlicher Scherung können die Zellen z.T. ganz gut organisiert sein, so dass Böen 7-8 Bft ebenso ins Kalkül zu ziehen sind wie kleiner Hagel (Erbse bis etwa 2 cm Durchmesser). Im Laufe des Abends breiten sich die Gewitter im äußersten Norden langsam ostwärts aus. Mit Annäherung der wellenden Kaltfront kann der Südwestwind im Westen und Nordwesten auch außerhalb der Konvektion mitunter böig aufleben (Böen 6-7 Bft). Für eine Warnung dürfte das aber zu dünn sein.
Baustelle #2 befindet sich im Südwesten, namentlich über dem Schwarzwald, wo die Wahrscheinlichkeit für eine Auslöse leicht erhöht ist. Zwar ist die Luft trockener und energieärmer als im Nordwesten, trotzdem signalisieren viele Modelle die ein oder andere Überentwicklung. Starkregen ist weniger wahrscheinlich, dafür ist durch die trockene Grundschicht (inkl. inverser V-Struktur) die Sturmgefahr höher (8-9 Bft, worst case 10 Bft). Hagel bis 2 cm sind ebenfalls drin.
Darüber hinaus gilt es zu konstatieren, dass sich die gesamte Osthälfte sowie weite Teile Süddeutschlands hochsommerlich und weitgehend unbeeindruckt der der Geschehnisse weiter westlich präsentieren. Zwar ziehen zusehends hohe, nach Westen hin auch mittelhohe Wolken auf. Trotzdem scheint noch für längere Zeit die Sonne, welche die Temperatur in für Anfang Mai bemerkenswerte Sphären zwischen 25 und 30,x°C ansteigen lässt. Heißt auch, dass die Chancen für den ersten heißen Tag des Jahres gutstehen, wobei die Wettquoten dafür im Osten BBs + Lausitz sowie in Ostbayern am niedrigsten liegen. Ganz im Westen sowie Richtung Nordsee und SH bleiben die Tageshöchstwerte unterhalb der 25°C-Marke.
In der Nacht zum Montag nimmt die Gewitterwahrscheinlichkeit wieder deutlich ab. Reste der Tageskonvektion ziehen aber noch nordostwärts, wobei der meiste Regen rund um die Nordsee inkl. SH fällt. In Nachthälfte #2 ist auch dort eine deutliche Abschwächung zu erkennen.
----------------------------------------------------------------
Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC
Montag ... Es gelten im Großen und Ganzen die Ausführungen der heutigen Frühübersicht.
Modellvergleich und -einschätzung
Wie so oft bei vergleichbaren Lagen: Die Basisfelder passen, die Details zur Konvektion schwimmen leicht und erfordern zeitnahes Warnmanagement.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Hoffmann
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 02.05.2026 um 10.30 UTC
Wechselhaft, kühl bis mäßig warm. Dienstag und Mittwoch über der nördlichen Mitte regional Stark- oder Dauerregen, im Süden kräftige Schauer und Gewitter. In den Nächten im Norden regional leichter Frost in Bodennähe.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 09.05.2026
Bevor wir uns heute mit der aktuellen Mittelfrist beschäftigen (Dienstag, der 5 Mai bis Samstag, der 09. Mai 2026) wagen wir, anknüpfend an den zuletzt verfassten Winterrückblick 2025/26, einen kurzen Ausblick auf den Sommer 2026 mit Blick auf die treibenden Kräfte. Sollte nur die uns betreffende aktuelle Mittelfrist von Interesse sein, dann kann der folgende Abschnitt übersprungen werden.
Nach der Ende März aufgetretenen dynamisch angetriebenen finalen Stratosphärenerwärmung ist deren Abdruck im Geopotenzialfeld (zonal gemittelt/normalisierte Geopotenzialanomalie) weiterhin innerhalb der Troposphäre auszumachen. Allerdings haben die jüngsten Tage gezeigt, dass die Numerik ihre Probleme hat, wie lange dieser "Nachhall" nun noch wirklich andauern soll. Nach dem letzten Stand sollte sich bis zur Monatsmitte ein erneuter "Puls" ausbilden, der die zonal gemittelten Zonalwinde auch innerhalb der Troposphäre erneut abschwächt. Diese Entwicklung kann im Zeit-Längendiagramm des IFS-ENS (Geopotenzialanomalien) schön nachvollzogen werden, da sich nun ein recht stationäres Wellenmuster mit 5 Amplituden bzw. Wellenzahl 5 (Nordhemisphäre) etabliert. Dieses Muster ist im nordatlantischen/europäischen Sektor nahezu um 180 Grad zum bisherigen Muster verschoben, was nun die Blockierung von Skandinavien in Richtung Nordatlantik verschiebt. Somit kann sich ein nach Europa ausweitender Langwellentrog nun erstmal bei uns festsetzen. Dies zeigt die Problematik mit den Auswirkungen/Nachwirkungen des Polarwirbels in der Stratosphäre, da häufig unsicher ist, wo genau die Blockierung ansetzt (abseits statistisch nennenswerter Schwerpunkte des wiederholten Auftretens). Mit diesem "Nachhall" haben wir noch bis weit in den Mai zu agieren, wenngleich dessen Auswirkungen nun immer weiter nachlassen und u.a. von synoptisch-dynamischen bzw. tropischen Vorgängen überlagert werden. Dennoch kann mit diesem "background" die Entwicklung sommerlicher Blockierungslagen angeregt werden (und die Häufigkeitsverteilung der unterschiedlichen Wetterregime im IFS-ENS heben in Richtung Juni wieder eine Dominanz der Blockierung hervor).
Dieser "Stratosphärenweg" der Telekonnektion verliert nun weiter an Einfluss, während der tropische für diesen Sommer nun zügig und nachhaltig an Bedeutung gewinnt. Das große Thema ist der sich entwickelnde El Nino im östlichen Nordpazifik. Zwar befinden wir uns noch in der prognostisch ungünstigen Zeit der "spring predictability barrier", einer Phase, wo die numerische Vorhersagegüte mit Blick auf die Vorhersage der El Nino-Southern Oszillation vergleichsweise unsicher/fehleranfällig ausfällt. Doch die Zeichen (u.a. in den tropischen Gewässern des Pazifiks) mehren sich, dass sich im Verlauf diesen Jahres ein kräftiger El Nino entwickeln dürfte. Wenngleich sich die positive Oszillation nun erst entwickelt, so nehmen die Anzeichen eines zumindest kräftigen Ereignisses stetig zu.
Wenngleich die Auswirkungen dieser Anomalie mehr im asiatischen, indo-pazifischen und amerikanischen Sektor deutlich zu spüren sein dürften, so sorgt diese Entwicklung auch global durch Fernwirkung für Einflüsse weit abseits des Geschehens und daher auch bei uns. Durch den raschen Aufbau der Anomalie mit großer Amplitude können daher bereits in diesem Sommer trotz einer jahreszeiten-typischen Schwächephase des Rossby-Wellen-Dynamik auch im europäischen Sektor Fernwirkungen auftreten.
Die Art der Fernwirkung hängt allerdings sehr stark von der zeitlichen Entwicklung des El Nino ab, wo dessen Schwerpunkt sein wird, wir kräftig dieser ausfällt und wie der daraus resultierende Rossby-Wellenzug mit anderen tropischen und außertropischen Zirkulationen interagiert. Diese Entwicklung heißt es in den kommenden Monaten im Auge zu behalten und beschreibt den tropischen Weg (z.B. über die Karibik in das sich nun bald etablierende Sommer-Ostatlantik (SOA) Muster mündend). Die Frage wird sein, welcher Antrieb dominieren wird - eher die NAO, oder über tropischem Weg die SOA. Mit den Anzeichen eines sich rasch und markant entwickelnden El Ninos wäre aus ähnlichen (zeitlichen) Verläufen eine dominierende negative Geopotenzialanomalie vor Westeuropa zu erwarten mit positiven Anomaliewerten über Ost/Nordosteuropa. Einhergehend wäre es über Südeuropa zu nass mit zu trockenen Verhältnissen von Mittel- bis Osteuropa mit insgesamt häufig positiven Temperaturanomalien dank der dominant südwestlichen bis südlichen Strömung.
All dies hebt für diesen Sommer die Blockierungstendenz besonders für das östliche Mitteleuropa/Osteuropa etwas stärker hervor, sei es durch häufig nach Europa ausgreifende warme Förderbänder peripher der negativen Geopotenzialanomalie (negative PV Bildung und Advektion in eine Antizyklone), oder durch einen Art feedback der aktuell bereits teils zu trockenen Verhältnisse in Skandinavien/Osteuropa (fehlende Verdunstung erhöht sensible Wärmeflüsse) oder aber ggf. auch durch den Nachhall der dynamischen finalen Erwärmung aus der Stratosphäre. Diese Konstellation wäre wiederum für uns im Übergangsbereich der dominanten Geopotenzialzentren liegend ein guter Nährboden für gewitter- und starkregenträchtige Lagen, letzteres ggf. auch durch in die Blockierung hineinlaufende Abtropfprozesse forciert, allerdings abhängig davon, wie weit nach Westen die Blockierung ausgreifen kann.
All dies sind aber nur Tendenzen, die von der nun stattfindenden Entwicklung im östlichen Nordpazifik abhängen und in den kommenden Wochen weiter angepasst werden müssen (auch mit Blick auf die Entwicklung der marinen Hitzewelle vor dem Südwesten der USA, die aktuell den Ostpazifik großflächig aufheizt).
AKTUELLE MITTELFRIST:
Die Mittelfrist beginnt nach langer Zeit mal wieder mit den Warnelementen "Starkregen". Eine in der Höhe von leicht antizyklonalen Verhältnissen überlagerte und von Polen nach Deutschland reichende Bodentiefdruckrinne ist gefüllt mit einer labil geschichteten und feuchten Luftmasse. Der Feuchtegehalt ist nicht überbordend, liegt aber etwas oberhalb der Hintergrundklimatologie und wird auch im EFI CAPE mit geringen positiven Abweichungen (indirekt) hervorgehoben. Die diffuse Front mit einer thermisch beding verstärkten frontalen Querzirkulation dürften am Dienstag in einem breiten Streifen über der Mitte für eine Mischung aus regional länger anhaltendem (mehrstündigen) Starkregen und Schauern/einzelnen Gewittern gut sein, während vom Südrand der Front in den Warmsektor über Süddeutschland reichend sowohl am Dienstag wie auch am Mittwoch eher die dem Tagesgang folgende Konvektion in Form teils kräftiger Schauer und Gewitter dominiert. Die peripher der schleifenden Front teils länger anhaltenden Regenfälle dauern auch die Nacht zum Mittwoch und Mittwoch tagsüber weiter an, wenngleich die Intensitäten beim Niederschlag allmählich nachlassen. Aus heutiger Sicht legt EZ (inklusive dem Gros der Numerik) die Hauptniederschläge über die nördliche Mitte (Nordhessen, südliches Niedersachsen bis nach Sachsen-Anhalt und Thüringen), wo 24-36 std. (bei noch zeitlich variablen Schwerpunkten) Niederschlagsmengen von 30 bis 50 l/qm zu erwarten sind (bei noch eher schwachen/diffusen Signalen innerhalb der EPS Verfahren). Sonst fallen die Flächenmittel geringer aus, im äußersten Norden bleibt es gar trocken. Und ja, einige Member in den Ensembles zeigen im oberen Bergland der östlichen zentralen Mittelgebirge gar etwas Neuschnee (Mittwoch zum Donnerstag).
Ab Donnerstag setzt sich dann vorübergehend Zwischenhocheinfluss durch, der am Donnerstag abseits einzelner Schauer entlang der Orografie meist freundliches und trockenes Wetter zur Folge hat, bevor zum Freitag und Samstag von Südwesten das Schauer- und Gewitterrisiko wieder zunimmt.
Die Höchstwerte liegen am Dienstag über der nördlichen Mitte bei viel Nass zwischen 10 und 13 Grad, sonst im Norden um 15 Grad und im Süden zwischen 16 und 22 Grad. Zum Mittwoch sorgt zunehmende KLA am Nordrand des skaligen Niederschlaggebietes für teils einstellige Maxima im Regen, während sonst im Norden bis 15 Grad, im Süden 15 bis 19 Grad zu erwarten sind. In der Folge kommt es dann deutschlandweit zu einem allmählichen Erwärmungstrend auf mäßig warme 17 bis 22 Grad.
Die Minima liegen im Süden und Westen meist zwischen 10 und 4 Grad und im Norden zwischen 6 und 1 Grad (örtlich Luftfrost nicht ausgeschlossen). Regional ist zudem im Norden/Nordosten leichter Frost in Bodennähe möglich.
Der von Südwest über Nord bis Ost drehende Bodenwind spielt warntechnisch keine Rolle (abseits konvektiver Umlagerungen).
In der erweiterten Mittelfrist verbleiben wir auf der Trogvorderseite, sodass die mäßig warme und wechselhafte Witterung andauert, während sich derweilen über dem östlichen Mittelmeer eine kräftige Hitzewelle andeutet.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die Mittelfrist wird innerhalb der jüngsten Modellläufe von EZ durchweg von einem stationären Langwellentrog beeinflusst, dessen Hauptenergie über die Biskaya nach Südwesten vorstößt und uns im Verlauf der Mittelfrist mit zahlreichen Wellen geringer Amplitude beeinflusst. Daher verwundert auch nicht, dass die anfangs (Dienstag/Mittwoch) noch gute Übereinstimmung der jüngsten EZ-Läufe im Verlauf rasch aufweicht, mit einer Zunahme der Unsicherheiten (vor allem mit Blick auf die Entwicklung des Langwellentroges westlich von uns mit der Frage, ab wann und ob dieser endgültig nach Osten schwenkt). Mit dem Durchschwenken eines erstes Troganteils gestaltet sich der erste Teil der Mittelfrist bis Donnerstag im Zusammenspiel mit einer bei uns schleifenden Front sehr wechselhaft, bevor sich in der Folge vorübergehend hohes Geopotenzial wetterberuhigend auswirkt. Da wir aber weiterhin stromab des Haupttroges liegen, wird es nicht lange dauern, bis erneut labile Luftmassen von Südwesten auf Deutschland übergreifen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch bei den anderen Globalmodellen ergibt sich im Vergleich zu EZ ein homogenes Bild (sicher beginnend, dann rasch unsicherer werdend), wobei zum Ende der Mittelfrist nur EZ und ICON den Langwellentrog recht übereinstimmend mit seiner Achse über Nordwest-/Westeuropa sehen. Bei allen Modellen verbleiben wir durchweg auf der Trogvorderseite und werden durch die Passage zahlreicher kurzwelliger Anteile beeinflusst.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse beginnt am Dienstag mit einem Cluster und mit dem klimatologischen Regime eines "Atlantikrückens". Deutschland befindet sich dabei in einer eher gradientarmen südwestlichen Höhenströmung. Das für uns an dem Tag warnrelevante Element (eine schleifende Bodenfront) wird hier natürlich nicht erfasst. Ein Abgleich der probabilistischen Frontenprognose im IFS-ENS konnte wegen technischer Probleme nicht durchgeführt werden.
Auch in weiterer Folge (Mittwoch bis Freitag) wird nur ein Cluster angeboten (positive NAO), wobei das einzig Progressive die den Langwellentrog ost-, nordostwärts ablaufenden kurzwelligen Anteile sind. Ansonsten verbleiben wir durchweg stromab der Trogachse in einer gradientarmen südwestlichen Höhenströmung.
Innerhalb der erweiterten Mittelfrist werden zwei Cluster angeboten, der erste mit dem klimat. Regime der positiven NAO, der zweite mit wechselnden Regime-Prognosen (dominant blockierend). Die größte Diskrepanz ergibt sich aber bei der Geometrie des Keils über dem Nordostatlantik und der stromab noch etwas unsicheren Lage des Langwellentroges bzw. wie kompakt dieser dort verbleibt. Im zweiten Cluster erfolgt ein Aufspalten in einen kurzwelligen/progressiveren Anteil, der in Richtung Ostsee driftet und einen Abtropfprozess über Südwesteuropa, während der erste Cluster den Trog kompakt über Nordwest-/Westeuropa belässt. Wir würden bei beiden Optionen entweder in einer südwestlichen oder eher westlichen und leicht wechselhaften Höhenströmung verbleiben. In der Folge nehmen die Unsicherheiten weiter rasch zu.
Auch die Meteogramme zeigen diesen kühlen, teils auch sehr kühlen Abschnitt zur Wochenmitte mit einer zögernden Milderung in der Folge und das bei einer insgesamt wechselhaften Witterung (mit einer vorübergehend antizyklonal geprägten Phase zum Donnerstag/Freitag).
Die Rauchfahnen beim 500 hPa Geopotenzial zeigen eng gebündelt den Abfall zur Wochenmitte mit einem zögernden Anstieg in der Folge, dann allerdings mit einer deutlichen Aufspreizung der Einzelmember. Dies hebt die Unsicherheit hervor, wie genau/ob der Trog zeitweise in kurzwellige Komponenten fragmentiert, bevor er sich wieder regeneriert. Der Kontrolllauf ist dabei recht gut in die Memberschar eingebettet. Bei der Rauchfahne in 850 hPa wird die Abkühlung zur Wochenmitte besonders im Norden bis zur Mitte im Kontrolllauf teils am unteren Rand der Memberschar gezeigt, bevor in der Folge die meisten Modelle eine Milderung unterstützen. Die Streuung der Einzelmember nimmt zwar zu, der Großteil stützt aber eine erneute Trogvorderseite.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Markante Wettergefahren fallen überschaubar aus und beschränken sich beim Niederschlag am Dienstag und Mittwoch entweder auf mehrere regional begrenzte mehrstündige Starkregen-, oder ein die nördliche Mitte betreffendes markantes Dauerregenereignis. Überschaubare Dynamik und Feuchteanomalien sollten dieses Ereignis allerdings überwiegend im markanten Bereich belassen. Zeitweise konvektiv verstärkte Phasen bzw. die Front ostwärts ablaufende Kurzwellen (mit lokaler Unwettergefahr "Starkregen") lassen sich hier noch nicht herausarbeiten.
Markant fällt ebenfalls der Starkregen bei den teils kräftigen Schauern und Gewittern aus, die südlich der Luftmassengrenze entstehen. Lokal sind hier unwetterartige Mengen um 25 l/qm/h nicht ausgeschlossen (neben Hagel und markanten Böen).
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX mit Modifikationen
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy





