Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 08.07.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: NWz, Übergang zu NW/Na
Ruhige Hochdruckrandlage mit anfangs noch großen Temperaturkontrast zwischen der (sehr warmen bis heißen) Südwest- und (teils nur mäßig warmen) Nordosthälfte. Ab Freitag auch im Nordosten wärmer.
Dabei so gut wie keine markanten Wettererscheinungen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... befindet sich Deutschland zwischen einem kleinräumigen, inzwischen aber hochreichenden Sturmtief über dem Baltikum und einem flachen, aber breiten Höhenrücken, der inzwischen vom westlichen Mittelmeerraum über Süd- und Westfrankreich und GB bis ins Nordmeer reicht, unterhalb einer kräftigen, aber relativ glatten nordwestlichen Höhenströmung. Das Sturmtief hat inzwischen Litauen erreicht und füllt sich im Tagesverlauf langsam auf, wobei es bei Landgang heute Früh gegen 03 UTC einen für diese Jahreszeit bemerkenswerten Kerndruck von ca. 984 hPa aufwies.
Der zugehörige Höhentrog weist mehrere Drehzentren auf, überdeckt quasi ganz Skandinavien bzw. Osteuropa und weist kaum Verlagerungstendenz auf, wobei der südliche Part im Laufe der kommenden Nacht über dem Baltikum austropft. Auch der durch beständige WLA vorderseitig eines Langwellentroges über dem mittleren Nordatlantik gestützte Rücken kommt lediglich in infinitesimalen Schritten nach Osten voran und wirkt blockierend. An dieser Geopotenzialverteilung über dem nordostatlantisch-europäischen Raum wird sich auch in den kommenden Tagen nur wenig ändern.
Die Kaltfront des Sturmtiefs hat inzwischen den Nordosten Deutschlands überquert, ist aber zunehmend höhenströmungsparallel exponiert und kommt kaum mehr nach Süden voran, sondern wird in weiterer Folge als Warmfront über die Mitte und den Westen des Landes nach Nordwesten zurückgeführt, ehe sie im Laufe der kommenden Nacht in einem insgesamt frontolytischen Umfeld (Absinken vorderseitig des Rückens) mehr und mehr Auflösungstendenzen aufweist. Aktuell ist es in der Peripherie der Front, also in einem breiten Streifen vom Emsland/NRW bis nach Westsachsen/Bayern und dem nördlichen bzw. östlichen BaWü überwiegend stark bewölkt bis bedeckt, nennenswerte Niederschläge treten mangels dynamischen Hebungsinput aber kaum auf. Lediglich an den Alpen und im Vorland regnet es etwas verbreiteter - dort kommt die Staukomponente zum Tragen (selbst in 300 hPa ist der Jet fast senkrecht gegen die Alpen gerichtet, vor allem aber auch der Höhenwind in 700 hPa). Vor allem nach Osten zu regnet es noch bis weit in die kommende Nacht hinein, die Mengen bleiben aber übersichtlich mit 1 bis 5 l/m², lediglich im Stau der Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen können es gebietsweise mehr als 10 l/m² werden. Während sich über dem Westen und der Mitte des Landes in etwa 700 bis 800 hPa im Tagesverlauf eine recht markante Absinkinversion etabliert, ist im Südosten die Luftmasse bis ca. 600 hPa leicht labil geschichtet und es kann auch etwas Cape generiert werden. Somit bekommen die Niederschläge dort einen teils konvektiven Charakter, für Gewitter ist die Labilitätsfläche aber wohl nicht hochreichend genug (selbst in 600 hPa beträgt die Temperatur noch ca. -4 Grad), dennoch kann man sie nicht hundertprozentig ausschließen.
Nordöstlich und südwestlich des Wolkenbandes scheint dagegen häufiger die Sonne, vor allem in Vorpommern und Brandenburg, während von der Nordsee her zeitweise flaches CU- bzw. SC-Gewölk (Absinkinversion bei 900 hPa) in die Norddeutsche Tiefebene geführt wird.
Von Warnrelevanz bleibt eigentlich nur der Wind, wenngleich auch deutlich defensiver aufgestellt als gestern. Vor allem an den Küsten und in Schleswig-Holstein gibt es mit dem Tagesgang erneut steife, auf dem Brocken und dem Fichtelberg vereinzelt auch stürmische Böen aus Nordwest. Auch weiter landeinwärts ist in freien Lagen noch die ein oder andere steife Böe möglich, was sich warntechnisch aber wohl nicht wirklich abbilden lässt. Erst zum Abend hin nimmt der Wind weiter ab, eingangs der Nacht reicht es höchstens noch entlang der vorpommerschen Küste für steife Böen. Thermisch ist die Front noch gut aufgestellt: Postfrontal gelangt ein Schwall maritimer Polarluft in den Norden und Osten Deutschlands mit T850 hPa zwischen 5 und 9 Grad (ehe sich die Luftmasse durch das Absinken auch in diesem Niveau beginnt zu erwärmen), während die warme und trockene, ehemals subtropische Luftmasse im Südwesten mit T850 hPa zwischen 11 und 15, in Südbaden um 16 Grad kaum verdrängt werden kann. Somit reicht es in der Nordosthälfte auch in den sonnigen Regionen lediglich für Maxima zwischen 20 und 24 Grad, Richtung Küsten für 18 bis 21 Grad. Im Südwesten bleibt es sommerlich warm mit 24 bis 29, im südlichen Oberrheingraben und in Südbaden bis 32 Grad. Lediglich an den Alpen und im südlichen Vorland werden bei dichterer Bewölkung nur etwa 20 bis 23 Grad erreicht.
In der Nacht zum Donnerstag erreicht die Achse des Höhenrückens die Nordsee und die Norwegische See, so dass die nordwestliche Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet von Westen her etwas auffächert. Landesweit dominiert nach wie vor Absinken und auch im Bodenfeld fächert der Gradient noch etwas auf, wobei sich ein schwacher Hochkeil von den Britischen Inseln und von der Nordsee bis ins Vorhersagegebiet schiebt. Die Absinkinversion reicht am Alpenrand bis etwa 700 hPa, dort fällt vor allem in den Staulagen auch noch etwas Regen. Sonst schwankt sie meist zwischen 900 und 800 hPa, wobei sich von der Nordsee her nach Lesart der meisten Modelle dichte Stratus- bzw. Stratocumulusbewölkung in weite Teile der Norddeutschen Tiefebene, ja teilweise sogar bis zu den nördlichen und östlichen Mittelgebirgen ausbreiten soll.
Der Wind weht vor allem an den Küsten noch spürbar aus Nordwest, erreicht aber wohl keine Warnschwellen mehr. Lediglich in Kuppen- und Gipfellagen der nördlichen und östlichen Mittelgebirge sind - gestützt durch lokale Low Level Jets - einige steife bis stürmische Böen nicht ausgeschlossen. Im Südwesten verläuft die Nacht wohl überwiegend locker bis gering bewölkt und auch im Nordosten bleibt es wohl aufgelockert bewölkt. Bodennah kommt die trockene und nicht mehr ganz so warme Luftmasse noch etwas nach Südwesten voran, so dass es auch dort etwas angenehmer wird als in der vergangenen Nacht. Meist liegen die Minima zwischen 18 Grad in einigen Ballungszentren im Südwesten und 9 Grad in der Lausitz.
Donnerstag... stößt ein Höhentrog Richtung Island vor und drückt die Achse des Höhenrückens in ihrem Nordteil etwas stärker nach Osten, so dass er nun von Frankreich über die Nordsee bis nach Skandinavien reicht. Das hochreichende Cut-Off-Tief über dem Baltikum zeigt nur wenig Verlagerungstendenz, so dass sich über dem Vorhersagegebiet kaum etwas an der nordwestlichen Höhenströmung ändert.
Die ehemalige schleifende Front über dem Vorhersagegebiet hat sich inzwischen vollends aufgelöst, übrig bleibt aber die Luftmassengrenze, die bei zunehmend schwachen Luftdruckgegensätzen bodennah von Nordwesten einströmende mäßig warme bis warme Nordseeluft im Norden und Osten von nach wie vor deutlich wärmerer Luft über der Südwesthälfte trennt. Vor allem in einem breiten Streifen von der Deutschen Bucht über Niedersachsen bis zu den zentralen und östlichen Mittelgebirgen hat es die tiefe Bewölkung unterhalb der Absinkinversion schwer, sich aufzulösen, da nach wie vor ein beständiger Feuchteinput von der Nordsee her erhalten bleibt. In Teilen Niedersachsens bekommt die Sonne selbst am Nachmittag nur wenig Spielanteile, während es sonst wohl für zunehmend größere Lücken reichen sollte. Hier und da fällt sogar etwas Nieselregen, am ehesten im Stau einiger Mittelgebirge, für messbaren Niederschlag reicht es aber kaum. Sowohl im Nordosten (Ostsee bis Lausitz) als auch im Westen und Südwesten scheint dagegen zunehmend die Sonne, ganz im Südwesten dürfte es ab dem Mittag sogar vielerorts wolkenlos bleiben. Der Temperaturgegensatz bleibt nach wie vor aufrecht: Im Norden und Osten erreichen die Höchsttemperaturen bei mit dem Tagesgang wieder etwas auffrischendem Nordwestwind Werte zwischen 20 und 24, in der Lausitz maximal 25 Grad, direkt an der Nordsee bei auflandigem Wind dagegen kaum 20 Grad. Im Westen und Süden wird es bei nur schwachen Winden aus Nord bis Nordost gegenüber dem Vortag sogar wieder wärmer mit Maxima zwischen 25 und 31 Grad, an Oberrhein, Saar und Mosel sogar bis 33 Grad.
In der Nacht zum Freitag ändert sich an der großräumigen Konstellation nur wenig. Somit bleibt es im Westen und Süden oft gering bewölkt oder wolkenlos. Auch im Nordosten zeigen sich nur wenige Wolken. Im Korridor dazwischen, also vor allem von der Deutschen Bucht bis zum Erzgebirge, halten sich dagegen nach wie vor die gebietsweise stärkere Stratusbewölkung, die sich nachts sogar eher wieder verdichtet, insbesondere über Teilen der Norddeutschen Tiefebene. Die Temperaturen sinken im Norden und Osten auf angenehme 16 bis 10 Grad (bei Aufklaren in einigen Tälern der östlichen Mittelgebirge auch darunter), während es im Westen und Süden mit 18 bis 12 Grad milder bleibt, in einigen Ballungszentren bzw. mittleren Höhenlagen werden die 20 Grad kaum unterschritten.
Freitag... bewegt sich unser Cut-Off-Tief über dem Baltikum kaum von der Stelle und kommt nur geringfügig nach Süden voran. Es blockiert nach wie vor den breiten, aber flachen Rückenüber Südwest- und Westeuropa, von dem aus weiterhin ein schmaler Höhenkeil über Skandinavien hinweg nordostwärts reicht. Somit bleibt der Zugriff für atlantische Frontensysteme auf Kontinentaleuropa nach wie vor verschlossen, der Höhentrog über Island wird nach Nordosten, Richtung Nordpolarmeer abgedrängt.
An dessen Südflanke kann sich die von den Azoren über das Seegebiet nordwestlich von Schottland bis zur Norwegische See reichende Hochdruckzone weiter verstärken, ebenso wie ein von dort aus über die Nordsee bis in den Nordwesten des Landes gerichteter Keil. Die bodennahe Strömung über Nord- und Ostdeutschland dreht mehr und mehr auf nördliche Richtungen, die Advektion feuchter Nordseeluft wird somit langsam gekappt. Somit löst sich auch über der Norddeutschen Tiefebene die Stratus- bzw. Stratocumulusbewölkung mehr und mehr auf bzw. geht in flache Quellbewölkung über. Mit Passage von ein/zwei in die nordwestliche Höhenströmung eingebetteten flachen kurzwelligen Troganteilen (die hauptsächlich im IPV-Feld auszumachen sind) wird die Absinkinversion dort zwar etwas angehoben, dennoch reicht die vertikale Mächtigkeit der Quellwolken wohl kaum für einen Schauer.
Insgesamt gewinnt die Sonne also gegenüber dem Vortag in vielen Regionen Norddeutschlands größere Spielanteile und kann die Luftmasse weiter erwärmen. In 850 hPa steigt die Temperatur über dem Norden und Osten des Landes auf 10 bis 13 Grad, entsprechend wird es auch dort meist sommerlich warm mit 23 bis 28 Grad. Lediglich an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind bleibt es mit 20 bis 23 Grad etwas kühler.
In der Südwesthälfte scheint dagegen wohl den ganzen Tag über die Sonne. Vor allem im äußersten Südwesten/Süden wird eine potenziell instabile Luftmasse eingesteuert und es kann auch Cape generiert werden. Starkes Absinken vorderseitig des Rückens dürfte Konvektion aber noch unterdrücken, so dass es auch im Schwarzwald und an den Alpen voraussichtlich nicht für Gewitter reicht, wenngleich man das nicht kategorisch ausschließen sollte. Eben dieses Absinken führt auch zu einer weiteren niedertroposphärischen Erwärmung, in 850 hPa steigt die Temperatur auf 14 Grad in den mittleren Landesteilen und 20, vielleicht 21 Grad über Südbaden. Somit wird es in der gesamten Südwesthälfte bis zur Landesmitte sehr warm bis heiß mit Maxima zwischen 28 und 33, am Oberrhein vielleicht bis nahe 35 Grad.
In der Nacht zum Samstag weitet sich der von der Hochdruckzone weiter nördlich ausgehende Keil über dem Vorhersagegebiet weiter nach Süden aus, so dass eine ruhige, im Norden und Osten gebietsweise locker, sonst meist gering bewölkte oder wolkenlose Nacht ins Haus steht mit Minima zwischen 20 Grad in einigen Ballungszentren im Südwesten und 11 Grad in einigen Mittelgebirgstälern.
Modellvergleich und -einschätzung
Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine warn- und prognoserelevanten Modellunterschiede ausmachen. Lediglich bzgl. der Wolkenprognose insbesondere in der kommenden Nacht und morgen gibt es noch kleinere Differenzen, die wohl hauptsächlich der Modellphysik geschuldet sind.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 07.07.2026 um 10.30 UTC
Blockade ohne Ende - überwiegend ruhiges Hochdruckwetter mit leicht zyklonalen Einschüben allenfalls im Nordosten. Dort warm bis sehr warm, im Südwesten dagegen durchgehend heiß.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 14.07.2026
Im gesamten Mittelfristzeitraum befindet sich Deutschland quasi durchgehend an der Ostflanke eines sich ständig regenerierenden Höhenrückens, der sich in etwa vom westlichen Mittelmeerraum über Frankreich bis zu den Britischen Inseln, in Form von Höhenkeilen zeitweise auch Richtung Skandinavien (anfangs) bzw. Nordmeer (im Verlauf) erstreckt.
Positiv zu bemerken sei an dieser Stelle, dass die Rückenachse voraussichtlich bis in die erweiterte Mittelfrist so weit westlich von uns positioniert bleibt, dass uns die größte Hitze wohl nicht tangiert - dennoch steht vor allem im Südwesten durchaus eine mehrtägige Hitzewelle ins Haus. Nur eben nicht mit Maxima von 35 bis über 40 Grad, sondern im Mittel etwa 5 K weniger. Negativer Aspekt dieser Konstellation ist natürlich die Dürre, die vor allem im Südwesten (der Nordosten bekommt ja zumindest in der Kurzfrist noch einige, wenn auch wenig ergiebige Niederschläge spendiert) Probleme bereiten dürfte.
Nun denn, beginnen wir mit einem Blick auf die Geopotenzialverteilung zu Beginn des Mittelfristzeitraumes, am kommenden Freitag. Unser Höhenrücken reicht vom westlichen/zentralen Mittelmeerraum über Frankreich und Benelux bis nach England bzw. zur Nordsee, während gleichzeitig ein recht markanter Höhentrog vom Raum Island zum Nordmeer vorstößt. Auf dessen Vorderseite kann sich durch WLA vorübergehend ein kräftiger Höhenkeil nach Skandinavien ausweiten. Rücken und Keil stützen eine von den Azoren bis nach Skandinavien reichende Hochdruckzone, innerhalb derer sich eine eigenständige, vom Seegebiet westlich von Schottland bis zur Norwegischen See reichende Hochdruckparzelle etabliert. Davon ausgehend, reicht ein Hochkeil über die Nordsee hinweg südostwärts und weitet sich langsam Richtung Mitteleuropa aus. An deren Ostflanke gelangt trockene und mäßig warme bis warme Luft aus dem skandinavischen Raum in den Norden und Osten Deutschlands (T850 hPa 10 bis 14 Grad), während sich die ebenfalls recht trockene Luft im Südwesten des Landes durch Absinken in Rückennähe deutlich erwärmen kann auf Werte zwischen 16 und 20 Grad in 850 hPa, im äußersten Südwesten eventuell auch darüber. Dort scheint quasi durchgehend die Sonne, selbst im Schwarzwald und an den Alpen dürfte es kaum mal für einen Schauer oder ein Gewitter reichen. Es wird heiß mit 29 bis 34 Grad. Über den Norden und Osten ziehen dagegen ab und zu mal Wolkenfelder, es sollte aber weitgehend trocken bleiben bei angenehmen 24 bis 28 Grad, an den Küsten bei auflandigem Wind um 20 Grad.
Am Wochenende stößt der Höhentrog vom Nordmeer nach Skandinavien vor, verliert dabei aber an Kontur. Der vorgelagerte Keil wird rasch abgebaut, dafür wird der Rücken über den Britischen Insel regeneriert mit einem am Sonntag bis ins Seegebiet östlich von Island gerichteten Höhenkeil. Die nach wie vor antizyklonale Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet dreht mehr auf Nordwest, wobei ein flacher Randtrog knapp östlich des Vorhersagegebietes, über Polen hinweg, südostwärts geführt wird.
Das Bodenhoch kann sich über dem Seegebiet nördlich von Schottland, über der Norwegischen See und der Nordsee weiter verstärken (nahe 1035 hPa), ebenso wie der ins Vorhersagegebiet gerichtete Keil. Gleichzeitig etabliert sich durch das Überströmen des Norwegischen Küstengebirges ein Bodentrog über Südskandinavien und schwenkt langsam südwärts Richtung Polen und Nordostdeutschland. Mit diesem gelangen zwar zeitweise lockere Wolkenfelder in den Norden und Osten des Landes (am Sonntag mehr als am Samstag), es bleibt aber weitgehend trocken. In den Südwesten und Süden sickert dagegen eine etwas feuchtere und potenziell instabile Luftmasse. An der Ostflanke des Rückens gelegen dominiert aber weiterhin großräumig Absinken, so dass es höchstens an den Alpen bzw. im Schwarzwald eventuell für einzelne Gewitter reicht, die dann kräftig ausfallen können. Meist bleibt es dort aber trocken und sonnig. An der Temperaturverteilung ändert sich an beiden Tagen nur wenig. Nach wie vor bleibt es im Westen und Süden heiß mit 29 bis 34, am Oberrhein vielleicht auch 35 Grad, während im Norden und Osten 24 bis 28 Grad, an den Küsten bei auflandigem Wind etwas mehr als 20 Grad erreicht werden. Wie weit genau die 30 Grad-Isotherme nach Nordosten reicht, ist noch unklar. Die Nächte bleiben im Norden und Osten angenehm frisch. Auch im Süden und Westen fallen sie nicht so flächendeckend warm aus wie bei der letzten Hitzewelle, dazu ist die Luft zu trocken. Dennoch werden dort in mittleren Höhenlagen und in einigen Ballungszentren die 20 Grad kaum unterschritten.
Zu Beginn kommender Woche ändert sich an der großräumigen Konstellation kaum etwas. Insgesamt ist der Höhenrücken über Westeuropa nicht mehr ganz so robust aufgestellt und wird von kurzwelligen Troganteilen bzw. kleinen Höhentiefs quasi umlaufen, ehe er sich zu Wochenmitte über dem Nordmeer und Westeuropa wieder regeneriert. Somit bleibt es bei der überwiegend antizyklonal konturierten nordwestlichen Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet. Auch unser Bodenhoch über der Norwegischen See bzw. nördlich von Schottland zeigt wenig Verlagerungstendenz. Am Dienstag simuliert der aktuelle IFS-Lauf die Passage eines etwas schärfer konturierten Kurzwellentroges über der südlichen Ostsee, der über Polen abtropfen soll. Nach wie vor bleibt der Einfluss dieser Gebilde auf die Wetterentwicklung hierzulande aber gering, außer Wolkenfelder und nicht mehr ganz so warme Luft ist nicht viel zu erwarten, Niederschläge hat kein Modell auf der Agenda.
Allerdings simuliert IFS am Montag und Dienstag im Nordosten vorübergehend 850 hPa-Temperaturen von unter 10 Grad.
Im Südwesten bleibt dagegen alles beim Alten. T850 hPa bleibt dort über 15 Grad, im äußersten Südwesten zeitweise auch um 20 Grad, dazu beschränken sich einzelne kräftige Gewitter - so sie denn überhaupt auftreten - wohl auf den Alpenrand und den Schwarzwald. Ansonsten scheint dort überwiegend die Sonne.
Nichts Neues auch in der erweiterten Mittelfrist. Allerdings zeigen Höhenrücken und Bodenhoch eine leicht retrograde Verlagerungstendenz und nach Lesart des aktuellen IFS-Laufes soll am Donnerstag ein etwas schärfer konturierter Randtrog sogar auf den Nordosten Deutschlands übergreifen. Wirklich nennenswerte Niederschläge hätte aber auch der nicht im Gepäck und für den Rest des Landes wäre der sowieso fast irrelevant.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die letzten IFS-Läufe unterscheiden sich kaum voneinander und bieten bis in die erweiterte Mittelfrist keine Alternativlösungen. Lediglich der zeitliche Ablauf und die Wetterwirksamkeit eventueller Randtröge, die vor allem ab Wochenbeginn meist knapp östlich des Vorhersagegebietes nach Südosten geführt werden, werden mit geringen Differenzen simuliert, die aber kaum Auswirkungen auf die Niederschlagsprognosen haben, sondern eher auf die Wolken- und Temperaturprognosen insbesondere im Norden und Osten des Landes.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die vorliegenden Globalmodelle bieten keine Alternativlösungen und unterscheiden sich bis zu Beginn kommender Woche nur um Nuancen, was die Temperatur- und Wolkenprognosen angeht.
In der erweiterten Mittelfrist ab Mitte kommender Woche werden die Differenzen zwischen GFS, IFS und GEM dann ein wenig größer. Insgesamt sind GEM und GFS dann etwas antizyklonaler aufgestellt als IFS und haben die Passage eines etwas wetterwirksameren Randtroges am Donnerstag - der auch die größte Hitze im Südwesten vorübergehend etwas abdrängen würde, so nicht auf der Agenda. Im Gegenteil - vor allem GFS simuliert im Südwesten/Süden sogar eine Verschärfung der Hitzewelle (bis 25 Grad in 850 hPa) und auch im Norden bzw. Osten etwas höhere 850 hPa-Temperaturen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Im Zeitraum 72 bis 96 Stunden sind die ENS-Member erstaunlicherweise in fünf Cluster unterteilt, die allesamt ein sehr ähnliches Muster mit blockierenden Hochs über Nordwesteuropa und einem Trog bzw. Höhentief über Osteuropa aufweisen (Regime: "Blocking"). Für die Wetterentwicklung hierzulande sind die marginalen Unterschiede jedenfalls nicht von Belang.
Der nächstfolgende Zeitraum (120 bis 168 Stunden) hat dagegen erwartungsgemäß nur noch einen Cluster auf der Agenda mit einem dominanten Rücken über West-/Nordwesteuropa und dem dafür klassischen Nordmeerhoch (Regime weiterhin "Blocking").
Wie bereits in den vorherigen Abschnitten besprochen, lassen sich alternative Lösungen zum Hauptlauf erst in der erweiterten Mittelfrist (Zeitraum 192 bis 240 Stunden) finden. 3 Cluster sind dann im Angebot: CL 1 (21 Member) fährt nach wie vor eine eher antizyklonale Variante, wobei sich die Achse des Rückens nun dem Vorhersagegebiet annähert und dem Südwesten starke Hitze (35 Grad und mehr) bescheren könnte, ähnlich wie die GFS-Lösung.
CL 2 (18 Member) zeigt eine deutlich retrograde Verlagerung des blockierenden Rückens (Regime nun sogar "atlantic Ridge") und einen Trogvorstoß Richtung Südskandinavien/südliche Ostsee. Von Nordwesten her würden dann zumindest in den Norden und Osten deutlich kühlere Luftmassen vordringen und auch aus dem Südwesten wird die Hitze zumindest abgemildert. Für wirklich nennenswerte Niederschläge haben diese Luftmassen allerdings einen zu geringen Gehalt an niederschlagbarem Wasser.
CL 3 (12 Member) hat ebenfalls eine leicht retrograde Verlagerung des Rückens auf der Agenda, allerdings bleibt das Grundmuster bei uns eher antizyklonal. Der Hauptlauf lässt sich somit wohl am ehesten zwischen CL 2 und 3 einordnen.
Die Kurvenschar der 850 hPa-Temperatur der einzelnen Member in den Rauchfahnen für verschiedene Gitterpunkte verläuft generell bis zum Wochenende in einem engen Spread. Bei vor allem im Norden leicht zurückgehenden Median wird der Spread dann zu Beginn kommender Woche etwas größer und einige Member liefern vor allem im Nordosten (meist allerdings spärliche) Niederschlagssignale. Ab Wochenmitte tauchen dann auch in den süddeutschen Gitterpunkten hier und da mal wenige Niederschläge auf. Vor allem aber wird der Spread der 850 hPa-Temperatur dann deutlich größer. Einige wenige Member haben im Norden und Osten durchaus auch recht kühle Varianten auf der Agenda mit unter 5 Grad in 850 hPa, die meisten Member bündeln sich aber im Bereich zwischen 8 und 12 Grad. Nach Südwesten zu bleibt es wärmer mit sehr heißen Einzellösungen zwischen 20 und 24 Grad, im Median aber meist zwischen 13 und 17 Grad.
FAZIT:
Blockade bleibt Trumpf, wohl auch bis in die erweiterte Mittelfrist. Die anhaltende Trockenheit dürfte vor allem im Westen und Süden problematisch werden, zudem bleibt es dort heiß, wenngleich uns die größte Hitze erspart bleibt.
Im Norden und Osten steht dagegen meist angenehmes Sommerwetter ins Haus, allerdings auch dort wohl ohne nennenswerte Niederschläge.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Mal abgesehen von einer erhöhten Wärmebelastung in der Südwesthälfte stehen kaum signifikante Wettererscheinungen auf der Agenda.
Lediglich am Alpenrand und im Schwarzwald ist zum Wochenende und wohl auch zu Beginn kommender Woche von einer leicht erhöhten Gewitterwahrscheinlichkeit auszugehen. Diese Gewitter fallen dann meist markant aus, bzgl. Hagel und Starkregen sind Unwetter aber nicht ausgeschlossen.
Die anhaltende Trockenheit und die damit einhergehende, hohe, im Südwesten wohl auch extreme Waldbrandgefahr dürfte da eher Probleme bereiten. Ein Ende ist weit und breit nicht in Sicht.
Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, MOSMIX
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Winninghoff





