Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Freitag, den 26.06.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
Hoch Mitteleuropa (HM), Übergang zu Südwest antizyklonal (SWa) mit ersten kleineren Störungen ...
, die bei dieser Luftmasse jedoch fatale Auswirkungen haben können. Vor allem ab Samstagabend im Nordwesten erhöhte UNWETTERgefahr, am Sonntag nahezu landesweit. Bis dahin verbreitet starke, oft auch extreme Wärmebelastung bei Höchstwerten um 40°C und Nächten mit immer schwächerer Abkühlung.
Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC
Freitag... neben Fußball WM und Tropennächten ist es dieser Tage nicht gerade leicht auf genügend Schlaf zu kommen. Doch Höhepunkt steht erst noch bevor und die inzwischen historische Junihitzewelle setzt bis zum Ende der Kurzfrist zum finalen Paukenschlag an. Die Rahmenbedingungen dafür sind hinlänglich beschrieben und aus den vergangenen Tagen bereits bestens bekannt. Ein kräftiges Höhenhoch (Heatdome) umspannt noch immer weite Teile Südwest-, West- und Mitteleuropas, wobei nun gaaaanz allmählich das Höhentief dicht westlich der Biskaya und Portugals diesem von Westen auf die Pelle rückt. Heute Abend liegt das Hoch mit Schwerpunkt über Süddeutschland und dem Alpenraum und weist wenig überraschend sehr hohe Werte im Geopotential über 592 gpdm in 500 hPa auf. Dessen breit angelegte Achse an der Nordflanke reicht bis nach Südschweden, was im Umkehrschluss auch bedeutet, dass die Westhälfte Deutschlands bereits auf der Rückseite liegt und damit potentiell anfällig für erste kleinere Störungen ist.
Am Boden zeigt sich ein unspektakuläre, sehr flache Druckverteilung, wobei das aufgespaltene Hoch HARTMUT (Teil I über dem Alpenraum, Teil II über der Ostsee noch den Haupteinfluss stellt. Gerade der nördliche Part sorgt mit Ausfließen einer sehr trockenen, kontinental geprägten Luftmasse im Norden und Osten Deutschlands für einen blankgeputzten Himmel und zumindest noch halbwegs erträgliche Nachttemperaturen. So gab es von Niedersachsen bis nach Vorpommern und zum Baruther Urstromtal hin doch etliche Stationen mit einem Tmin unter 15°C vergangene Nacht.
Südwestlich der Elbe ist die Luftmasse zwar insgesamt etwas feuchter, wobei "feucht" an sich auch nicht wirklich der passende Begriff dafür ist. Sagen wir mal so: Sie ist nicht ganz so staubtrocken. Gleichwohl gibt es noch zahlreiche trockene Einschübe, die sich sowohl in der Grundschicht, als auch in weiten Teilen der mittleren Troposphäre wiederfinden. So steht zwar gerade zum späten Nachmittag und Abend im Nordwesten mit Annäherung einer flachen Bodenrinne mitsamt konvergenter Windstruktur reichlich ML CAPE mit > 1000, teils > 2000 J/kg zur Verfügung, das aber bei CIN Werten oft > 50 J/kg ebenfalls auch noch stark gedeckelt ist. Bis auf einzelne hohe Wolkenfelder und wenige hochbasige Quellungen wird es auch dort ein weitgehender sonniger Tag. Nicht ganz ausgeschlossen, dass über den westlichen Mittelgebirgen zum Abend ein vereinzelter kurzlebiger Schauer oder ein lokales Gewitter entsteht, dass durch das überlagerte Absinken und trockene Entrainment aber in der Regel rasch auch wieder in sich zusammenfallen dürfte - zumal die Scherung auch noch komplett fehlt.
So schaut man gebannt auf die Temperaturen, die mutmaßlich erneut verbreitet neue Junirekorde produzieren werden. Am gestrigen Donnerstag legte Waghäusel-Kirrlach mit 39.0°C vor, dicht gefolgt von Perl-Nennig im Saarland mit 38.8°C und Ohlsbach (ebenfalls BaWü) mit 38.7°C. Heute werden wir in dieser Gegend mit hoher Wahrscheinlichkeit einige 40er (laut Definition: Extrem Heißer Tag) sehen. Die 850er Temperaturen gehen nochmal 1-2K höher und erreiche im Südwesten gebietsweise nahe 25°C. Da brauchts dann nicht mal großartige Überadiabaten für. Auch im Nordosten werden bei rund 20°C in 850 hPa vielfach 35°C (laut Definition: Sehr Heißer Tag) erreicht. Lediglich an den Küsten, vor allem an der häufig auflandigen Komponente mit Ostwind an der Ostsee bleibt es mit 25 bis 30°C angenehmer.
In der Nacht zum Samstag schwenkt in 700 hPa ein flacher Randtrog über den Nordwesten Deutschland hinweg ostwärts. Stromauf kann sich der Rücken im Südwesten ein Stück weit nochmals regenerieren, in seiner Gesamtstruktur wird er aber schon ein kleines Stück weiter ostwärts abgedrängt. Dennoch sucht man nennenswerte Hebungsimpulse bis dato vergebens.
Aus der Eigendynamik heraus kann man in dieser hochenergetischen Luftmasse dennoch nicht wirklich vereinzelte Überentwicklungen ausschließen. Die konvektionserlaubenden Modelle bewerten die Lage mehrheitlich aber noch sehr defensiv. Das bei der Lage vergangene Woche gut performende ICON-RUC simuliert lediglich im Bereich des Hunsrücks einzelne Zellen, ICON-D2 und SuperHD kaum einmal das. Aller Voraussicht nach zu offensiv aufgestellt ist das AROME, das schon eine Art mesoskaligen Komplex von der Eifel auf NRW und zum Morgen auch auf das westliche Niedersachsen übergreifen lässt, teils schwere Sturmböen inklusive.
Abgesehen von teils etwas kompaktere hohen, mittelhohen Wolkenfeldern in der Westhälfte verläuft die Nacht damit noch mehrheitlich ruhig. Allerdings halten gerade diese Wolkenfelder die Hitze ein Stück weit zusätzlich am Boden und verhindern zum gewissen Maße die langwellige Ausstrahlung. So geht es in den Ballungsräumen entlang des Rheins und seinen Nebenflüssen kaum einmal unter die 25°C-Marke zurück. In den östlichen Landesteilen geht es zumindest in den ländlichen Regionen noch auf etwas unter 20°C runter.
Samstag... arbeitet der Atlantiktrog in Form zweier markanter Randtröge (Schottland und dicht westlich der Bretagne) weiterhin schleppend, aber dennoch kontinuierlich an der Verdrängung oder zumindest Abflachung des Rückens über Mitteleuropa. Über der Iberischen Halbinsel und Frankreich gelingt das auch schon in Teilen, hierzulande noch nicht wirklich, wenngleich die Achse allmählich in die Gebiete östlich der Oder vorangeschoben wird und wir dadurch immer mehr auf die Trogvorderseite rutschen. Markante durchschwenkende Kurzwellentröge lassen sich tagsüber noch nicht ausmachen, die südwestliche Höhenströmung beginnt aber leicht zu flattern. Am Boden kommt die bereits erwähnte Rinne in den Großraum Hamburg voran, wobei man sagen muss, dass die Luftdruckgegensätze kaum existent und die Strukturen sehr amorph sind.
Von nun an sind nächtliche "Überraschungen" von entscheidender Bedeutung für die Abläufe am Tage, da somit unter Umständen ein Großteil der zur Verfügung stehenden Energie bereits getilgt sein könnte und gar nicht mehr neu aufgebaut werden kann. Als wahrscheinlichstes Szenario starten wir erstmal erneut vielfach sonnig in den Tag. Im Westen und Nordwesten könnte es aus den klassischen Gewittervorboten in Form konvektiver Bewölkung in mittleren und höheren Niveaus den ein oder anderen abgehobenen Schauer oder zumindest Fallstreifen geben.
Im Laufe des Naschmittag entstehen dann auch vom Boden ausgelöst einzelne Schauer und Gewitter, wo es primär der Unterstützung des Berglands (vorrangig westlichen Mittelgebirge) oder aber der konvergenten Windstruktur der Rinne in Norddeutschland bedarf. Dabei reden wir mitnichten von großräumiger Auslöse. Es werden zumeist noch sehr diskrete Entwicklungen sein, die Scherung nimmt gleichwohl langsam zu, im Nordwesten gar auf moderate Werte (DLS um 15 m/s). Angesichts der Luftmasseneigenschaften (PPW's teils jenseits von 40 mm, CAPE über 4000 J/kg, inverted V) ist unstrittig, dass man bei sämtlichen Begleiterscheinungen potentiell rasend schnell im (extremen) Unwetterbereich angelangt ist mit großem Hagel, heftigem Starkregen und schweren Sturmböen/orkanartigen Böen.
Bis dahin heißt es weiterhin durchzuhalten bezüglich der nahezu landesweiten extremen Hitze, die gerade in der Nordwesthälfte bei zunehmender Schwüle (Taupunkte um oder etwas über 20°C!) an die Grenze zur Unerträglichkeit rutscht. Die Höchstwerte liegen verbreitet bei 37 bis 41°C. Ein Mesohoch über der Deutschen Bucht bringt lediglich der Nordseeküste Abkühlung aus Nordwest mit Temperaturen deutlich unter 30°C, auf den Inseln eher 22 bis 25°C.
In der Nacht zum Sonntag kommt ansatzweise ein erster, besser definierter Randtrog mit ins Spiel, der von Nordfrankreich über den Englischen Kanal über Benelux zur Deutschen Bucht ausgreift und diesen in den Morgenstunden erreicht. Die bodennahe Rinne verbleibt mehr oder weniger über Norddeutschland im Bereich der Lüneburger Heide, wo sich unmittelbar nordwestlich davon eine massive Feuchteflusskonvergenz anschließt, die etwa von der Eifel über NRW und große Teile Niedersachsens bis nach Schleswig-Holstein reicht.
Das ist dann auch der Bereich, der wahrscheinlich von der Bildung eines MCS betroffen sein dürfte. Die vergangene Woche hat dabei eindrucksvoll gelehrt, dass bei derartigem Setup selbst in der zweiten Nachthälfte problemlos Böen bis Orkanstärke möglich sind. Auch größerer Hagel und heftiger Starkregen sind ein Thema. Sollte sich das in den nächsten Modellläufen bestätigen, ist die Ausgabe einer Vorabinformation für den Nordwesten am Samstagvormittag sehr wahrscheinlich.
Durch die Outflowboundaries in die Warmluft ost- und südostwärts hinein, kann es ebenfalls weit abgesetzt des MCS zu starken Böen bis Sturmstärke und lokal zur neuen (leicht abgehobenen) Auslöse kommen. Das alles aber deutlich vereinzelter. Wirklich sicher außen vor bleibt man eigentlich lediglich noch von der Lausitz bis nach Niederbayern.
Je nach Bewölkung nimmt auch die nächtliche Temperaturbelastung weiter zu. Deutschlandweit steht relativ verbreitet eine Tropennacht, in den Städten häufig klebrige Tropennacht mit über 25°C ins Haus.
Sonntag... ist im Detail noch sehr unsicher, da die nächtlichen Prozesse maßgebenden Einfluss auf das Konvektionsgeschehen tagsüber haben werden. Der nächtliche Randtrog zieht nordostwärts ab, unterdessen stößt die Haupttrogachse des steuernden Tiefs bei Island Richtung Westeuropa vor. Bei uns hat die südwestliche, leicht flatternde Höhenströmung damit einen indifferenten, wenn nicht weiterhin eher schwach antizyklonalen Touch. Die Rinne arbeitet sich unterdessen auch bis in den Osten und Südosten Deutschlands voran. Von Nordwesten erreicht eine erste schwache Kaltfrontstaffel das Vorhersagegebiet, wenngleich die Luft postfrontal nur wenig kühler, dafür aber umso feuchter wird. Deshalb reagiert auch Theta 850 kaum mit einer Abnahme, dafür aber T850. Daher macht sich der "Luftmassenwechsel" unterm Strich kaum bemerkbar, lediglich in den 2m Temperaturen samt Hitzerekorden.
Da noch immer kaum nennenswerte Antriebe aus der Höhe mitwirken, bleiben die gerade von den Globalmodellen angebotenen Niederschlagssummen angesichts einer hochgradigen Unwetterlage insgesamt sehr überschaubar mit meist 1 bis 5 l/qm in der Fläche binnen 6-12h. Man braucht jedoch nicht viel Vorstellungskraft um sich auszumalen, dass lokal deutlich über 50 l/qm binnen einer Stunde mehr als plausibel sind. Die große Frage wird sein, wie verbreitet mit diesen teils extremen Unwettern zu rechnen ist, die auch großen Hagel über 5 cm und schwere Sturm- bis Orkanböen produzieren können. Auch hier gilt es wieder Outflowboundaries genau zu beobachten und ggfs. auch die Böen weit im Vorfeld eines Gewitters ausreichend abzuwarnen.
Zuvor werden im Osten und Südosten bei um die 40°C oder wenig darüber neue Junirekorde aufgestellt.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Basisfelder sehen alle ähnlich aus. Bezüglich der Einschätzung der Konvektionsschwerpunkte ist man aufgrund der antriebsschwachen Lage stark von den hochaufgelösten Modellen und des Nowcastings abhängig. ICON-RUC sieht im aktuellen 07z Lauf bis Sa Mittag erstmal sehr plausibel aus, AROME wohl zu offensiv.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Robert Hausen
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Freitag, den 26.06.2026 um 10.30 UTC
Anfangs im Südosten heiß, sonst meist jahreszeitlich typisches Temperaturniveau. Vor allem in der Südosthälfte zunächst deutlich erhöhtes Gewitterpotenzial.
Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 03.07.2026
Die Mittelfrist startet nicht nur mit einer neuen Woche, auch die Wetterlage bringt Änderungen mit sich.
Am Montag liegt der "Heat Dome" über dem östlichen Mitteleuropa. Deutschland gelangt auf die Vorderseite eines Troges über den Britischen Inseln. Die Kaltfront eines Tiefs über der Norwegischen See schwenkt langsam über den Osten und Süden des Landes nach Osten. Anfangs liegt im Südosten noch extrem heiße und feuchte Luftmassen von zum Teil mehr als 20 Grad in 850 hPa und PPWs über 40 mm. Vor und im Umfeld der Kaltfront sind teils schwere Gewitter wahrscheinlich, wobei alle Begleiterscheinungen das Unwetterkriterium erreichen können. Im Laufe des Tages und der Nacht wird die heißeste Luft nach Osten verdrängt. Dienstagfrüh liegt die Temperatur in 850 hPa von Nordwest nach Südost zwischen 8 und 14 Grad.
Am Dienstag verbleibt Deutschland auf der Vorderseite eines Troges über den Britischen Inseln. Im Norden ist gemäßigtere Meeresluft eingeflossen. Im Süden hält sich im Bereich einer Tiefdruckrinne eine Mischluft, die wärmer (15 Grad in 850 hPa) und vor allem deutlich feuchter (25 bis 40 mm PPW) ist. Dort kommt es verbreitet zur Auslöse, wobei bei fehlender Verlagerung vor allem der Starkregen ein Thema ist. Auch im Nordwesten und Westen kommt es an der Trogvorderseite zur Auslösung, die Luftmasse bietet dort aber deutlich weniger Energie.
Am Mittwoch schwenkt der Trog unter Amplifizierung nach Deutschland. Vor allem im Osten und Südosten kommt es in Resten der feuchten Warmluft zu zahlreichen Schauern und Gewittern, die teils zu größeren Niederschlagsgebieten zusammenwachsen und bei nördlichem Wind am östlichen Alpenrand zu länger andauerndem Regen führen können. Weniger Konvektion gibt es im Nordwesten, wo trockenere Luft einfließt, die zudem unter den Einfluss eines Bodenhochs gerät. Bei Temperaturen um 10 Grad in 850 hPa ist Hitze kein Thema mehr.
Am Donnerstag ist ein kleiner Teil des Troges nach Italien abgetropft, der Rest nach Osten geschwenkt und Deutschland gerät unter einen flachen Azorenhochkeil. Von Nordwesten nähert sich aber rasch ein Trog mit einem okkludierten Frontensystem an, das bis Freitagfrüh den Osten und Süden Deutschlands erreicht. An den Alpen fällt anfangs noch Regen, sonst herrscht recht freundliches Wetter ehe von Nordwesten der Regen der Okklusion einsetzt, nachfolgend gibt es örtlich Schauer. Vor der Okklusion werden 10 bis 14 Grad in 850 hPa erreicht, nachfolgend fließt vor allem in den Norden kühle Meeresluft mit Werten um 5 Grad in 850 hPa ein.
Am Freitag sowie am Wochenende setzt sich der Wechsel aus okkludierenden Frontensystemen aus Nordwesten und Zwischenhocheinfluss fort. Grundsätzlich ist der zyklonale Einfluss im Nordosten größer als im Südwesten und die Temperaturen im Süden sind etwas höher als im Norden. Im Norden werden meist keine 25 Grad erreicht, im Süden dagegen häufig 25 bis 30 Grad. So oder so ist Hitze kein Thema, reicht es doch allenfalls am Oberrhein lokal für einen knappen Hitzetag.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Zu Beginn der Woche liegt das kräftige Höhenhoch ("Heat Dome") über dem östlichen Mitteleuropa. Über Deutschland etabliert sich in der Höhe eine südwestliche Strömung. Am Boden strömt am Rande eines Hochs über der Biskaya kühlere Luft nach Deutschland. Eine Kaltfront liegt über dem Osten und Südosten und schwenkt ostwärts, in ihrem Umfeld ist mit teils schweren Gewittern zu rechnen. Die Konsistenz zu den Vorläufen ist gut.
Im Laufe der Woche wandert das Höhenhoch weiter ostwärts. Zum Mittwoch erreicht uns von Westen ein Trog, der in den 00-UTC-Läufen Tendenzen zum Abtropfen über Mitteleuropa zeigt. Die Konsistenz zum gestrigen 00-UTC-Lauf ist mäßig gut, zum gestrigen 12-UTC-Lauf eher schlecht zu Wochenmitte. Das Temperaturniveau sinkt auf ein Normalmaß für diese Jahreszeit.
In der zweiten Wochenhälfte etabliert sich eine West- bis Nordwestströmung mit der an der Ostflanke eines Hochs westlich der Britischen Inseln Fronten nach Mitteleuropa vorstoßen. Dieses Muster zeigen auch die Vorläufe, allerdings gibt es größere Unterschiede im genauen Ablauf der Fronten und Zwischenhochphasen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
ICON, GFS und UK10 zeigen grundsätzlich eine ähnliche Entwicklung. Hinsichtlich der Konvektion ist übereinstimmend der Montag und Dienstag von besonderem Interesse, wenn noch Reste der Heißluft mit im Spiel sind. Der Trog am Mittwoch wird in seiner Stärke und Kontur unterschiedlich simuliert. Übereinstimmend wird danach eine im Temperaturniveau und bezüglich markanter Wettererscheinungen deutlich gemäßigtere West- bis Nordwestströmung simuliert.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
RAUCHFAHNEN:
Deutschlandweit zeigt sich für die Temperatur von Montag bis Samstag ein mehr oder weniger kontinuierliches Sinken. Ein erneutes "Aufflammen" der Hitze wird im Norden von keinem und im Süden von nur sehr wenigen Membern gezeigt.
Für das Geopotenzial in 500 hPa zeigt sich ein ähnliches Bild. Im Norden sinkt das Geopotenzial kontinuierlich ab, im Süden wird am Mittwoch ein Minimum erreicht, bevor eine leichte Erholung einsetzt.
CLUSTER:
Für Montag und Dienstag ergeben sich fünf Cluster, wobei der Hauptlauf im mit Abstand größten Cluster 1 sich befindet. Für Deutschland sind die sich ergebenden Unterschiede gering. Alle Cluster zeigen das Wandern des extrem hohen Geopotenzials nach Osten und von Westen eine allmählich nach Mitteleuropa vorankommende Frontalzone.
Zur Wochenmitte gibt es weiterhin fünf Cluster, die fast alle dem Regime "Blocking" zugeordnet werden. Für Deutschland ergeben sich dahingehend Unterschiede wie zyklonal oder antizyklonal die westliche Strömung ausgeprägt ist. Der Hauptlauf gehört dem Cluster 1 an, das diesbezüglich eine mittlere Variante zeigt.
Zum Ende der Woche gibt es vier Cluster, wobei der Hauptlauf dem Cluster 1 angehört und dem Regime "Atlantischer Rücken" zugeordnet wird. Alle Cluster zeigen hohes Geopotenzial südwestlich der Britischen Inseln und eine West- bis Nordwestströmung über Deutschland. Unterschiede ergeben sich in der Stärke und der zyklonalen Prägung dieser Strömung.
FAZIT:
Die Hitzewelle endet für die meisten mit Ende des Sonntags, im Süden und Südosten hält sich auch am Montag und abgeschwächt am Dienstag ein Rest der feuchtheißen Luftmasse inklusive des Potenzials für schwere Gewitter. Im Laufe der kommenden Woche gehen die Temperaturen auf ein jahreszeitlich übliches Niveau zurück. Dabei ist es vor allem in der Nordosthälfte wechselhaft.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
EFI:
Niederschlag:
Besonders am Mittwoch gibt es für den Alpenrand und das Alpenvorland geringe Signale vom EFI.
Temperatur:
Am Montag gibt es im Osten und Südosten deutliche Signale für überdurchschnittliche Temperaturen, diese Signale nehmen am Dienstag ab und sind ab Mittwoch verschwunden.
CAPE und Cape shear:
Beide Parameter zeigen deutliche Signale am Montag im Osten und für CAPE am Dienstag im Süden.
EPS vom ECMWF:
Niederschlag:
Montag und Dienstag "versprenkelte" geringe Wahrscheinlichkeiten. Nachvollziehbar durch die Konvektion. Mittwoch niedrige bis mittlere Wahrscheinlichkeiten am Alpenrand für mehr als 30 mm in 24 Stunden.
Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, IFS, IFS-EPS
VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen





