Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Dienstag, den 10.02.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Ws (südliche Westlage)
Im Norden/Nordosten noch recht kalt, kommende Nacht dort örtlich Glatteis (Unwetter nicht ausgeschlossen.
Sonst mild und häufig Regen, bis in höchste Lagen Tauwetter, vor allem im Schwarzwald und im Oberallgäu Dauerregen.
In den Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen zeitweise Sturmböen, exponiert schwere Sturmböen.
Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC
Dienstag... steht wettertechnisch ganz im Zeichen der Umstellung auf eine südliche Westlage, womit nach längerer Zeit mal wieder Tauwetter bis in höchste Lagen und vor allem auch nahezu flächendeckende häufige Regenfälle zu erwarten sind.
Das bisher noch blockierende Hochdruckgebiet "EMMERAM" hat sich inzwischen weit nach Südost- bzw. Osteuropa zurückgezogen und macht den Weg frei für atlantische Tiefdruckgebiete bzw. Frontensysteme, die aufgrund einer nach wie vor vorhanden Blockadesituation über Grönland bzw. dem Nordmeer auf recht weit nach Süden verschobener Zugbahn (die Frontalzone bleibt vom Atlantik nach Südwesteuropa bzw. in den westlichen Mittelmeerraum gerichtet. Aktuell reicht eine Zone niedrigen Geopotenzials mit eingelagerten Höhentiefs vom mittleren Nordatlantik bis zur nördlichen Nordsee. An dessen Südflanke hat sich über Mitteleuropa eine noch relativ flaue und "flatternde" westliche Höhenströmung eingestellt, darin eingebettet, werden flache und kurzwellige Troganteile über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts geführt.
Im Bodenfeld greift heute im Tagesverlauf eine an einen solchen Kurzwellentrog gekoppelte Okklusion von Frankreich her auf Deutschland über und überquert bis zum Abend weite Teile der West- und Südhälfte, ehe sie - wie auch der zugehörige Trog - eindeutige Auflösungstendenzen aufweist. Im Vorfeld haben im Südwesten bereits leichte Regenfälle eingesetzt (in einigen Mittelgebirgstälern kann die gefrierende Phase bis zum Vormittag nicht ausgeschlossen werden), die bis zum Abend auch die mittleren Landesteile und den Norden/Nordwesten erfassen, in der Osthälfte bleibt es noch überwiegend trocken. In Staulagen des Schwarzwaldes können vor allem heute Vormittag örtlich mehr als 5 l/m² fallen, sonst sind die Mengen kaum nennenswert, in Leelagen bleibt es auch teilweise trocken. Präfrontal wird es an den Alpen leicht föhnig (tagsüber aber noch ohne warnrelevante Böen) und vor allem dort sowie (nachdem sich dort die Hochnebelfelder aufgelöst haben) auch an den ostbayerischen Mittelgebirgen sowie in weiten Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts steht noch einmal ein gebietsweise recht sonniger Tag ins Haus.
Mit Durschwenken der Okklusion verschärft sich der Gradient etwas, was zwar vom Wind her zwar kaum Warnrelevanz aufweist (lediglich in einigen exponierten Gipfellagen kann es stürmische Böen bzw. Sturmböen aus Süd bis Südwest geben), jedoch ist somit eine bessere Durchmischung gewährleistet. Die 850 hPa-Temperatur steigt bis zum Abend auf Werte zwischen -2 Grad im äußersten Nordosten und knapp +4 Grad an den Alpen. Präfrontal bleibt es bodennah im Nordosten und Norden bei auffrischendem Wind aus Ost bis Südost, ebenso, wie in einigen Regionen Süddeutschlands mit beständigem Nebel/Hochnebel mit Maxima zwischen 0 und +4 Grad somit noch recht frisch, während die Höchsttemperaturen ansonsten Werte zwischen 5 und 10 Grad erreichen, am Rhein und westlich davon sowie im höheren Alpenvorland gebietsweise auch bis 12 Grad.
In der Nacht zum Mittwoch kommt die Okklusion langsam nordostwärts voran, erfasst auch den äußersten Nordosten Deutschlands und bekommt immer mehr den Charakter einer (Höhen)warmfront. Sie kann in der ersten Nachthälfte günstig mit einem kurzwelligen Troganteil interagieren, so dass sich die Niederschläge vorübergehend geringfügig intensivieren. Mehr als 1 bis 5 l/m² in sechs Stunden kommen aber kaum zusammen.
Allerdings kühlt es vor Eintreffen der Niederschläge im Nordosten noch in den leichten Frostbereich ab, so dass es dort - nicht zuletzt auch aufgrund der tiefgefrorenen Böden - erneut Glatteis durch gefrierenden Regen geben kann, Unwetter nicht ausgeschlossen. An der Grenze zu Dänemark sowie rund um Rügen ist auch die feste Phase denkbar mit wenigen Zentimetern Neuschnee. Postfrontal klingen die Niederschläge nur vorübergehend ab bzw. im Südosten kommen sie erst gar nicht an. Auch dort kann es bei aufgelockerter Bewölkung nochmals leichten Frost geben.
Dann aber gilt es, den Blick gen Westen zu richten. Im Laufe der Nacht greift ein zwar nur flacher, aber breit angelegter Höhentrog auf Frankeich über und erreicht morgens bei weiterem Konturverlust den Westen Deutschlands. Korrespondierend dazu kommt das Frontensystem des quasistationären Tiefs "TAMARA" mit Drehzentrum unmittelbar nordwestlich von Irland bei fortschreitendem Okklusionsprozess über Frankreich und Belgien rasch ostnordostwärts voran und greift im Laufe der zweiten Nachthälfte auf West- und Süddeutschland über, wobei sich über der südlichen Nordsee ein Teiltief entwickelt. Im Vorfeld weiten sich im Laufe der Nacht von Westen her rasch Regenfälle auf West- und Südwestdeutschland aus und erreichen morgens die mittleren Landesteile und auch weite Teile Bayerns. Auch dort kann nach Osten zu in einigen "Kältelöchern" die gefrierende Phase nicht ausgeschlossen werden. In den Staulagen des Schwarzwaldes fallen die Niederschläge recht ergiebig aus, bis Mittwochfrüh kommen dort gebietsweise mehr als 25 l/m² zusammen, zudem herrscht bis in höchste Lagen Tauwetter. Somit stellt sich zumindest dort und wohl auch im Oberallgäu eine länger anhaltende Tauwetter-/Dauerregenlage ein, bis zur Nacht zum Freitag kommen - mit schwankenden Intensitäten - etwa 30 bis 50 l/m², in exponierten Staulagen auch mehr (ICON-EU in Südschwarzwald sehr kleinräumig sogar um die 100 l/m²) zusammen, wobei die höchsten Mengen wohl bereits im Zeitraum Mittwoch 00 bis 12 UTC fallen. Zusammen mit dem Tauwetter erreichen die Abflussmengen somit noch etwas höhere Werte, wobei es in exponierten Staulagen somit an die Warnschwellen für Unwetter geht. Auch in den ostbayerischen sowie in den zentralen Mittelgebirgen erreichen Regen- und Abflussmengen über einen längeren Zeitraum hinweg (meistens 36 bis 48 Stunden) Werte nahe der Warnschwellen.
Von Warnrelevanz ist zudem der Wind. In den Kamm- und Gipfellagen der süddeutschen Mittelgebirge und der Alpen gibt es im Laufe der Nacht erste stürmische Böen, exponiert auch Sturmböen (Feldberg im Schwarzwald eventuell schwere Sturmböen) aus Süd, nach Passage der Okklusion aus Südwest. Mit Ausnahme des Nord- und Südostens bleibt es frostfrei und im Westen bei Minima über 5 Grad auch ziemlich mild.
Mittwoch... schwenkt der breit angelegte und nur noch flache Höhentrog langsam über das Vorhersagegebiet hinweg ostwärts. Das Teiltief über der südlichen Nordsee kommt allmählich ostwärts zur Norddeutschen Tiefebene voran, wobei sich eine langgestreckte, zonal ausgerichtete, vom Tief bei Irland über die Nordsee und Norddeutschland bis nach Nordostpolen reichende Tiefdruckrinne etabliert. Darin eingebettet, kommt die Okklusion mit Regenfällen allmählich abnehmender Intensität bis nach Norddeutschland voran und wird dort dann quasistationär. Auch postfrontal regnet es vielerorts, wobei im Lee der Mittelgebirge nur geringe, in deren Stau aber höhere Mengen zusammenkommen. Im Fokus stehen nach wie vor der Schwarzwald und das westliche Oberallgäu mit Mengen zwischen 25 und 30 l/m² bis zum Abend in Staulagen, in den übrigen Mittelgebirgen reicht es dagegen meist nur für 10 bis 20 l/m².
Nördlich der Rinne gelangt von Osten her nach wie vor recht kalte Luft nach Norddeutschland, so dass die Maxima dort nur Werte zwischen knapp über 0 und +4 Grad erreichen. Vor allem im Nordosten kann die Glatteissituation och etwas länger andauern, an der Grenze zu Dänemark und auf Rügen ist nach wie vor auch die feste Phase denkbar mit wenigen Zentimetern Neuschnee. Ansonsten bleibt es aber bei guter Durchmischung sehr mild, die 850 hPa-Temperaturen liegen meist zwischen +1 und +4 Grad. Somit dürfte es im Westen und Süden vielerorts für zweistellige Höchstwerte reichen, auch, wenn man die Sonne so gut wie nirgendwo (am ehesten noch am Alpenrand und im Lee einiger Mittelgebirge) zu Gesicht bekommt. Dazu frischt der Wind an der Südflanke der Rinne weiter auf. In den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen gibt es Sturm-, exponiert auch schwere Sturmböen aus Südwest, orkanartige Böen auf dem Feldberg und auf den höchsten Alpengipfeln nicht ausgeschlossen. Im Südwesten und im Alpenvorland kann es auch in den Niederungen steife, exponiert stürmische Böen geben.
In der Nacht zum Donnerstag greift ein weiterer, markanter Randtrog von Westen her auf Frankreich und Belgien über. Das korrespondierende Bodentief ("ULRIKE") liegt zunächst entwicklungstechnisch günstig auf dessen Vorderseite und kann sich aufgrund aus markanter PBVA resultierenden dynamischen Hebungsantriebs weiter vertiefen, erreicht im Laufe der Nacht mit einem Kerndruck knapp über 970 hPa über dem Ärmelkanal den Höhepunkt seiner Entwicklung und schlägt morgens über Belgien bzw. dem Süden der Niederlande auf. Somit klingen die Regenfälle nur vorübergehend ab, im Laufe der zweiten nachthälfte intensivieren sie sich dann im Westen und Südwesten erneut und in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge kommen bis Donnerstagfrüh weitere 5 bis knapp über 10 l/m² zusammen. Die Tiefdruckrinne und Luftmassengrenze über Norddeutschland bleibt weiterhin quasistationär, und an deren Nordflanke fällt bei Minima um 0 Grad im Nordosten erneut gebietsweise gefrierender Regen, im Norden von Schleswig-Holstein und Vorpommerns eventuell auch etwas Schnee, wobei die Mengen dort gering bleiben.
Im großen Rest des Landes bleibt es mild und frostfrei, lediglich im Südosten Bayerns, wo von den Niederschlägen kaum mehr was ankommt, kann es in einigen "Kältelöchern" nochmals auf Werte um den Gefrierpunkt abkühlen. Der Wind in der Südhälfte schwächt sich vorübergehend ab, frischt dann aber mit Annäherung des neues Tiefs wieder aus Südwest auf und bleibt in den Hochlagen warnrelevant. Nördlich der Tiefdruckrinne lebt er dagegen aus Ost auf, eventuell reicht es morgens über der offenen Nordsee für einzelne steife Böen.
Donnerstag... schwenkt der Höhentrog von Frankreich und Belgien her über die Südhälfte Deutschlands hinweg ostwärts und verliert dabei an Kontur. Weitere kurzwellige Troganteile erfassen im Tagesverlauf die Britischen Inseln und die südliche Nordsee.
Das Bodentief "ULRIKE" zieht bis zum Abend in die Tiefdruckrinne über Norddeutschland und füllt sich langsam auf einen Kerndruck von ca. 980 hPa irgendwo im Bereich Sachsen-Anhalt/östliches Niedersachsen auf. Somit gibt es nahezu landesweit weitere Regenfälle, vor allem in den Staulagen der west- und südwestdeutschen Mittelgebirge fallen bis zum Abend weitere 10 bis 15, vereinzelt bis nahe 20 l/m², zudem dauert das Tauwetter weiter an, wobei bis dahin das meiste wohl schon weggetaut sein dürfte. An der Nordflanke der Rinne nimmt dagegen mit sich verschärfenden Gradienten die Advektion bodennah kalter Luftmassen von Osten her zu, vor allem in Teilen von Schleswig-Holstein sowie in Vorpommern fällt bei Höchstwerten um 0 Grad somit auch Schnee mit 1 bis 5 cm Neuschnee, stellenweise auch mehr. Dazu gesellt sich an den Küsten ein weiter auffrischender Ost- bis Nordostwind mit einzelnen steifen Böen zumindest an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind bzw. über der offenen See. Für Verwehungen dürfte der Schnee allerdings zu feucht sein. Warnrelevanz weist der Wind auch südlich der Rinne auf mit stürmischen Böen bzw. Sturmböen, exponiert auch schweren St7urmböen (Feldberg/exponierte Alpengipfel eventuell orkanartige Böen) aus Südwest bis West, später kurzzeitig aus West bis Nordwest, im Westen bzw. Südwesten kann es vorübergehend auch in tiefen Lagen steife Böen geben.
Während die Höchstwerte im Norden und Nordosten lediglich zwischen 0 und +4 Grad schwanken, bleibt es in der Mitte und im Süden mit Maxima zwischen 7 und 12 Grad, am Oberrhein und im südlichen Alpenvorland bis 14 Grad sehr mild.
In der Nacht zum Freitag zieht das Tief langsam weiter Richtung Nordwestpolen. An dessen Nordflanke kann es im Nordosten gebietsweise auch kurzzeitig mal kräftiger schneien. Die Tiefdruckrinne über Norddeutschland ändert sich nach Lesart des ICON-EU ansonsten zunächst kaum in Lage und Ausrichtung, zumal ein weiteres Bodentief über der südlichen Nordsee nur wenig nach Osten vorankommt. An deren Nordflanke dauert die Kaltluftadvektion weiter an und von Schleswig-Holstein bis nach Vorpommern gibt es bei nach wie vor frischem, an den Küsten in Böen steifem, exponiert stürmischem Ostwind verbreitet leichten Frost. Neben einigen Zentimetern Neuschnee kann es nun stellenweise auch Verwehungen geben.
Südlich der Rinne gibt es weitere Regenfälle, wenngleich meist nur leichter Intensität, lediglich in einigen Weststaulagen dauern diese etwas länger an und können höhere Mengen bringen, wobei es diesbezüglich noch Modelldifferenzen gibt. Der Wind bleibt insbesondere in den Hochlagen weiterhin warnrelevant mit Böen Bft 8 bis 10, exponiert Bft 11, in den Niederungen West- und Südwestdeutschlands sind einige Böen Bft 7 ebenfalls möglich. In der Mitte und im Süden bleibt es bis ins höhere Bergland weiterhin recht mild und frostfrei.
Modellvergleich und -einschätzung
Der grobe Fahrplan steht, im Detail ergeben sich aber vor allem bzgl. der Regenmengen in Staulagen noch Modelldifferenzen, die teilweise aber auch der unterschiedlichen Modellauflösung geschuldet sind. So simulieren ICON-EU, I-D2 und SuperHD in exponierten Staulagen des Südschwarzwaldes Mengen, die zusammen mit dem Tauwasser Warnschwellen für Unwetter überschreiten würden. Zunächst einmal wird aber von einer solchen Warnung abgesehen und die markante Warnung ausgereizt. Mit den Modellläufen heute Abend wird noch einmal neu darüber nachgedacht.
Auch im Oberallgäu werden die Warnschwellen für markanten Dauerregen erreicht, in den übrigen Mittelgebirgen ist die Situation grenzwertig. In Franken gibt es aktuell schon vielerorts Hochwasser, allerdings ist der Schnee dort schon fast komplett geschmolzen und die Regenmengen alleine reichen nicht mehr für eine Warnung. In anderen Mittelgebirgen (Bayerischer Wald, eventuell Vogelsberg, Thüringer Wald) könnte es aber reichen. Auch darüber muss nachmittags/abends neu "verhandelt" werden.
Bzgl. Dauerregen im Nordosten in der kommenden Nacht erfolgt wohl zunächst eine markante Warnung.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 10.02.2026 um 10.30 UTC
Wiederholt Niederschläge. Dabei vorübergehend kälter mit Schneefall teils bis in tiefe Lagen, an den Alpen teils markante Schneefälle wahrscheinlich.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 17.02.2026
Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Freitag liegt Deutschland unter einem breiten Höhentrog, der in seiner West-Ost Ausdehnung von den Britischen Inseln bis nach Osteuropa reicht. In seiner Ausdehnung Richtung Süden weist er zwei Hauptäste auf, einer in Richtung Iberische Halbinsel und ein zweiter in Richtung Ionisches Meer gerichtet. Korrespondierend dazu befindet sich im Bodendruckfeld eine umfangreiche Tiefdruckzone mit mehreren eingelagerten Tiefkernen. Für unser Wetter sind ein Tiefkern über dem Baltikum und Polen sowie ein weiterer über Frankreich bzw. den Pyrenäen entscheidend. Im Laufe des Freitags und Samstags schwenkt der Trogkomplex weiter ostwärts und gleichzeitig schiebt sich vom nahen Nordostatlantik ein breiter Höhenrücken in Richtung West-/Südwesteuropa vor. Entsprechend ändert sich auch die Lage der Tiefkerne am Boden, sodass das eine Tief Samstagmittag über dem äußersten Nordwesten Polens und das Weitere über dem Tyrrhenischen Meer zu finden ist. Im Zusammenspiel mit einem Hochkeil über den Britischen Inseln und der Nordsee dreht die Strömung vermehrt auf Nordost, mit der kältere Luft zunächst in den Norden gelangt und im Laufe des Samstags schließlich auch die Alpen erreicht. Dabei sinkt die Temperatur in 850 hPa auf Werte zwischen minus 6 und minus 13 Grad ab. Entsprechend gehen die weiter auftretenden Niederschläge von Norden in die Mischphase, ab der Nacht zum Samstag dort aber teils bis in tiefe Lagen in Schnee über. In der Mitte und im Süden fällt etwa oberhalb von 400 bis 600 m Schnee. Durch den weiter Richtung Deutschland vorstoßenden Hochkeil ziehen sich die Niederschläge auf Basis des IFS aber zunehmend in den Süden des Landes zurück. An den Alpen und im Vorland kann es jedoch staubedingt bis Sonntagvormittag schneien, sodass dort 10 bis 15, in einigen Staulagen auch über 20 cm Neuschnee zusammenkommen. Sonst kommt die eingeflossene Kaltluft unter dem Einfluss des Hochkeils zur Ruhe, teils klart es in der Nacht zum Sonntag auf und es gibt verbreitet leichten bis mäßigen Frost.
Am Sonntag ist zunächst noch der Einfluss des Höhenrückens respektive Hochkeils dominant, bevor zum Abend ein neuer Trog von den Britischen Inseln Richtung Nordsee und schließlich auch Deutschland vorstößt. Er korrespondiert mit einem Tief bei Schottland. Dessen teilokkludiertes Frontensystem überquert uns in der Nacht zum Montag und am Montag (Rosenmontag) allmählich ostwärts. Damit geht zwar eine leichte Milderung einher, dennoch werden die Niederschläge anfangs größtenteils als Schnee fallen, bevor dann die Schneefallgrenze auf etwa 600 bis 800 m ansteigt. In einigen Staulagen der Mittelgebirge und an den Alpen sind bis 10 cm Schnee möglich.
Im weiteren Verlauf der Woche sorgen weitere Trogpassagen weiterhin für wechselhaftes Wetter. Dabei dreht die Strömung durch ein Tief über Skandinavien auf Nordwest und es gelangt erneut ein Schwall kälterer Luft zu uns, aufgrund des maritimen Charakters fällt der Rückgang der Temperatur aber nicht so markant aus, wie am Wochenende. Im Bergland, an den Alpen und im Alpenvorland bleibt es winterlich. An den Alpen sind auch nochmal kräftigere Schneefälle möglich. In der erweiterten Mittelfrist sorgt dann ein Hoch vorübergehend für eine Wetterberuhigung. __________________________________________________________
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis Montag kann die Konsistenz des EZMW-Modells als weitgehend gut bezeichnet werden. Kleinere Unterschiede sind nicht prognoserelevant. In der neuen Woche lässt die Konsistenz nach. Das Übergreifen des ersten Frontensystems ab Sonntagabend wird noch übereinstimmend prognostiziert. Während sich aber nach dem gestrigen 00 UTC Lauf erneut eine südliche Westlage mit deutlicher und nachhaltiger Milderung einstellen sollte, baut sich nun wie beschrieben das Tief über Skandinavien auf. Insofern ist noch unsicher, ob und in welcher Ausprägung ab Dienstag weitere Niederschläge übergreifen und wo dann die Schneefallgrenze liegen wird.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Der Modellvergleich zeigt bereits zu Beginn der Mittelfrist erste Unterschiede. Während die Niederschläge bei IFS hauptsächlich durch das Tief über dem Tyrrhenischen Meer getriggert werden, lassen ICON und UK10, in Ansätzen auch GFS ausgehend von dem Tief über Nordosteuropa noch eine Rinne über den Norden Deutschlands hinweg verlaufen. Entsprechend werden dort für Samstag Schneefälle prognostiziert, während es nach IFS dort bereits trocken ist. Das Einströmen der Kaltluft wird von den Modellen ähnlich gezeigt, bei ICON sogar etwas rascher nach Süden vorankommend. Entsprechend wird auch das Übergreifen des Hochkeils und somit die Wetterberuhigung von Norden bei IFS schneller gezeigt, als bei den anderen Modellen.
Dieser Phasenunterschied setzt sich in der Folge fort und verstärkt sich sogar noch. Während IFS das nächste Frontensystem bereits ab Sonntagabend übergreifen lässt, passiert dies bei UK 10 erst im Laufe der Nacht, bei GFS erst Montagvormittag und bei ICON sogar erst in der Nacht zum Dienstag. Die zeitliche Abfolge wiederum hat natürlich Einfluss auf die Niederschlagsphase. Auch die Niederschlagsschwerpunkte werden dann unterschiedlich gesetzt, sodass die Entwicklung in der neuen Woche noch sehr unsicher ist.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Rauchfahnen des EZMW-EPS zeigen für ausgewählte Stationen in Deutschland für die Temperatur in 850 hPa zwar ab Freitag eine leichte Zunahme des Spreads, insgesamt folgen aber alle Member dem Hauptlauf und zeigen den Rückgang der Temperatur, gefolgt von einer leichten Milderung zum Montag hin. Beim Niederschlag gibt es am Samstag im Norden sehr wenige Member, die noch auf Niederschlag hindeuten. Die Mehrheit und auch der Median folgen dem Hauptlauf. Bei dem Frontensystem in der neuen Woche, deutet tatsächlich die Mehrheit der Member darauf hin, dass die Niederschläge beispielswiese in der Narrenhochburg Mainz bereits in der Nacht zum Montag einsetzen und somit der Lösung des HRES folgen. Zwar gibt es auch einige Ausreißer, die der zeitlich späteren GFS oder ICON Lösung entsprechen würden, diese scheint aus heutiger Sicht aber unwahrscheinlich, auch wenn es den Narren und Jecken zu wünschen wäre.
Die Clusterung des EZMW besitzt für den Zeitraum t+72 bis 96 fünf Cluster. Für Mitteleuropa ergeben sich aber keine signifikanten Unterschiede. Für den Zeitraum von Sonntag 00 bis Dienstag 00 UTC gibt es drei Cluster. Dabei liegt die deutliche Mehrheit der Member in Cluster 1, in der auch die Version des heutigen Hauptlaufs enthalten ist.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Freitag sind im höheren Bergland Sturmböen Bft 8 bis 9 aus Südwest wahrscheinlich. Sonst treten voraussichtlich keine signifikanten Wettererscheinungen auf.
Am Samstag und in der Nacht zum Sonntag kommt es an den Alpen und im Alpenvorland zu länger andauerndem Schneefall. Dabei sind vor allem am östlichen Alpenrand Neuschneemengen zwischen 10 und 15, in Staulagen um 20 cm in 12 bis 18 Stunden wahrscheinlich.
Am Sonntag tagsüber gibt es wahrscheinlich keine markanten Wettergefahren.
In der Nacht zum Montag kommt es mit den von Westen übergreifenden Niederschlägen zunächst zu Schneefall, in den Frühstunden und am Montag geht dieser von Westen in tieferen Lagen in Regen über. Dabei besteht teils Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen. In einigen Staulagen der Mittelgebirge und an den Alpen sind markante Neuschneemengen nicht ausgeschlossen. Insgesamt ist die Entwicklung in der neuen Woche aber noch sehr unsicher.
Basis für Mittelfristvorhersage
Zunächst MOS-Mix, ab Montag MOS-EZMW, EZMW-EPS
VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger





