Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Mittwoch, den 22.04.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
HN a
Keine markanten Entwicklungen.
Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC
Mittwoch... liegt ein Höhenkeil in einem Bogen von Westeuropa über das südliche Nordmeer zur Irminger See. Das Zugehörige Hochdruckgebiet im Bodendruckfeld reicht von Grönland über Mitteleuropa nach Südosten bis zum Balkan. Dabei hat sich kühle und sehr trockene Luft über Deutschland ausgebreitet.
Die Temperatur erholt sich dabei wieder. Anhaltendes Absinken und Einstrahlung erwärmen die untere Troposphäre und lassen die Temperatur in 850 hPa etwas über 0°C steigen, in 2m resultieren - nach kalter Nacht mit verbreitetem Frost, in 5 cm auch mäßiger Frost - Höchstwerte von 15 bis 20°C daraus. Dabei scheint anhaltend die Sonne. Für Quellbewölkung ist die Luft zu trocken.
Die Divergenzachse der Hochdruckzone verläuft tagsüber etwa vom Emsland zum Westerzgebirge. Demnach kommt der Wind im Norden aus Nordwest, nach Süden hin aus Ost bis Nordost und frischt tagsüber etwas auf. Warnschwellen werden meist nicht erreicht. Nur ganz im Südwesten, vor allem vom Allgäu, Bodensee und Oberschwaben bis zum Hochrhein hat sich eine Bisenlage eingestellt und es sind einzelne Böen 7 Bft möglich, im Hochschwarzwald stehen auf den Gipfeln Sturmböen auf dem Programm, die spätnachmittags weniger werden. Dafür frischt der Nordwestwind über der Nordsee auf, noch ohne warnwürdige Böen, dafür treibt er tiefe, hochnebelartige Bewölkung über die Nordsee zur Küste.
In der Nacht zum Donnerstag bleibt der Hochdruckeinfluss bestehen. Entsprechend geht die Nacht ruhig über die Bühne, mit gebietsweise klarem Himmel und regional Frost in 2m Höhe, vor allem über der Mitte und dem Süden, und recht verbreitet, zum Teil mäßigen Bodenfrost.
Ein im Lee der norwegischen Berge sich entwickelndes Tief lässt den Gradienten im Norden etwas anziehen mit Böen 7 Bft exponiert an der Nordsee, am ehesten an der nordfriesischen Küste. Dazu zieht von der Nordsee her tiefe Sc/St Bewölkung auf, von der Ostsee hohe und mittelhohe Bewölkung, die beides im Norden für eine oft frostfreie Nacht sorgt. Ein bisschen Nebel ist im Randbereich der Bewölkung/feuchteren Luft möglich, wo es länger klar bleibt. Die Bise im Südwesten geht zu Ende. Bevor es ganz aus ist, kann der Nordostwind auf einigen Gipfeln im Schwarzwald kurz noch mit stürmischen Böen und einzelnen Sturmböen 9 Bft anziehen.
Donnerstag... hält ein breiter Höhenrücken über Westeuropa die Stellung. Das zugehörige Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt mit Keil über Mitteleuropa nach Südosten. So viel ändert sich also erstmal gar nicht. Allerdings wandert die Divergenzachse in den Südwesten, was große Landesteile in den Genuss der Nordwestströmung kommen lässt. Das kleine Tief verschwindet zwar wieder, der Gradient zu tiefem Druck über Nordosteuropa ist aber dergestalt, dass sich ein Streifen mit kräftigem Nordwestwind von der Nordsee bis Sachsen abzeichnet und es an der Nordsee für 7 bis 8 Bft in Böen reicht, sowie auf dem Brocken und im Erzgebirge (Gipfel).
Die sehr flache Bewölkung mit einer Obergrenze von gerade mal 950 hPa wird etwas nach Südosten getrieben, bevor sie im Tagesverlauf mehr oder weniger zerbröselt oder ganz verschwindet. Die deutschen Modelle zeigen die Bewölkung hartnäckiger, bis zum Abend, als externe Lösungen, wo sie schnell weg ist. Wegen der sehr flachen feuchten Schicht, wird an dieser Stelle auf die rasche Auflösung der Wolken gesetzt.
Ansonsten scheint die Sonne teilweise wieder bis zum Anschlag. Im Norden werden je nach Sonne 14 bis 18°C erreicht, sonst 19 bis 23°C mit den höchsten Werten im Südwesten.
In der Nacht zum Freitag hält der Feuchtenachschub im Norden in flacher Schicht an. Dabei breitet sich vom Norden bis zu den Mittelgebirgen wieder hochnebelartige Bewölkung oder flache Sc Bewölkung aus. Nebel ist erneut da möglich, wo geringe Bewölkung und die feuchtere Luft am Rand des Hochnebels zusammenpassen.
Das trifft nicht auf die Südhälfte zu, wo es zwar klar bleibt, aber in trockener Luft. Dafür besteht hier Frostgefahr, während es in der Nordhälfte meist frostfrei bleibt.
Der Gradient fächert etwas auf, an der Nordsee kann es aber zu weiteren Böen 7 Bft (Sylt 8) aus Nordwest reichen, Brocken, Fichtelberg vielleicht noch 7 bis 8 Bft.
Freitag... flacht der Keil an seiner Nordostseite ab und die Frontalzone, die über Skandinavien von Nordwest nach Südost verläuft, breitet sich ein bisschen südwestwärts aus.
Der antiyklonalen Vorherrschaft über Deutschland tut das keinen Abbruch. Die blockierende Hochdruckzone über dem Nordostatlantik bleibt, der zu uns gerichtete Bodenhochkeil auch.
Dennoch kann sich vom Wettercharakter eine Zweitteilung einstellen, denn der St/Sc im Norden ist etwas mächtiger und kann sich zäher halten als am Vortag. So verbleiben tagsüber Wolkenfelder von Niedersachsen Richtung Lausitz. Sonst geht das heitere oder sonnige Wetter weiter. Bei zäher Bewölkung wird es knapp mit den 15°C, sonst gibt es meist 17 bis 22°C.
An der Nordsee kann es weitere steife Böen aus Nordwest geben, sonst spielt der Wind aus warntechnischer Sicht keine Rolle.
In der Nacht zum Samstag zieht der Gradient im Norden wieder an, weil sich ein Tief über der Ostsee bildet und dessen Kaltfront über Skandinavien Südkurs eingeschlagen hat. An der Nord- und Ostsee werden steife Böen aus Nordwest bis West häufiger, einzelne 8er Böen an der westlichen Ostsee und exponiert an der Nordsee sind auch mit dabei.
Dazu breitet sich im Norden und Westen wieder tiefe Bewölkung aus, im Süden bleibt es klar und gewissermaßen dazwischen gibt es wohl auch eine Region, in der eine gewisse Nebelneigung da ist. Im Süden ist stellenweise leichter Frost möglich, gebietsweise Bodenfrost. Alles in allem nimmt die Frostgefahr aber ab.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren ähnlich. Diskrepanzen z.B. bei der Bewölkungsprognose sind nur bedingt wichtig. Frostwarnungen können jahreszeitbedingt offensiver ausgegeben werden.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Dienstag, den 21.04.2026 um 10.30 UTC
Hochdruckeinfluss. Erst langsame Erwärmung, ab dem Wochenende wieder kälter.
Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 28.04.2026
Am Freitag liegt ein blockierendes Hoch über dem Nordostatlantik, gestützt von einem Höhenrücken, der von Südwesteuropa bis Grönland reicht. Im Randbereich zum Hoch liegt ein Bodenhochkeil von Nordwest nach Südost über Mitteleuropa. Die Frontalzone verläuft östlich davon vom Nordmeer zum Schwarzen Meer. Die trocken-kühle Luftmasse über Mitteleuropa erwärmt sich durch kräftige Einstrahlung und bringt es tagsüber auf mehr als 20°C im Südwesten, in den Nächten gibt es zumindest gebietsweise Frost in Bodennähe. Im Randbereich zur Frontalzone frischt der Nordwestwind an den Küsten zeitweise auf, auch mal mit warnwürdigen Böen an der Nordsee.
Am Samstag trogt es von Skandinavien südwärts aus. Das davor befindliche Tief zieht unter Verstärkung zum Baltikum, wobei auf dessen Rückseite die Kaltfront auf Norddeutschland übergreift. Postfrontal erreicht ein Schwall frischer, trocken-kalter Luft auch Mitteleuropa. Antizyklonal überlagert fällt dabei kaum Regen, lediglich der West bis Nordwestwind frischt in Norddeutschland kräftig auf. Präfrontal werden es in der erwärmten Luftmasse mehr als 20°C, dahinter werden teilweise kaum 15°C erreicht.
Am Sonntag zieht die Kaltfront nach Südosten ab, gefolgt von einem Trogvorstoß über Osteuropa. Bei uns gelangt die einfließende kalte Luft unter den Einfluss einer umfangreichen Hochdruckzone mit Schwerpunkt über der Nordsee. Dabei scheint häufig die Sonne, bei 0 bis -5°C in 850 hPa hält sich der Temperaturanstieg in Grenzen. In den Nächten nimmt die Frostgefahr wieder zu. Am Montag und Dienstag überwiegt nach wie vor antizyklonaler Einfluss. Das Bodenhochdruckgebiet kann sich dabei aber über Nordeuropa nach Osten ausweiten. Die Zufuhr trocken-kühler Luftmassen setzt sich fort. Ob zum Ende und in der erweiterten Mittelfrist der Trog über Osteuropa etwas wetteraktivere Randtröge nach Deutschland steuert ist unsicher. Wahrscheinlich bleibt es zumindest niederschlagsarm und für die Jahreszeit sehr kühl.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der Kaltluftvorstoß nach Mitteleuropa wurde in den letzten Läufen mal weiter östlich, mal westlicher gesehen. Der neue Lauf favorisiert die letztgenannte Variante, nach der die kalte Luft uns am Wochenende besser treffen würde. Das Ganze wird überlagert von Hochdruckeinfluss, sodass es dabei kaum nennenswerte Niederschläge geben soll. Lediglich der Wind frischt zeitweise kräftig auf. Bei den letzten beiden Punkten herrscht dann wieder Konsens in den letzten Läufen.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Globalmodelle zeigen abweichende Lösungen. Nicht was die antizyklonale Dominanz angeht, die ist in der Modellwelt unangetastet. Vielmehr zeigen ICON, GFS und besonders UKMO die kalte Luft auf östlicherer Spur und belassen es bei einem Streifschuss. Vor allem im Westen/Südwesten bekäme man nach diesen Lösungen nicht viel vom Temperaturrückgang mit. "Viel Wetter", vor allem irgendwelche markanten Entwicklungen bringen damit die anderen Modelle nicht ins Spiel, wenn man mal davon absieht, dass die Frostgefahr Ende April auch eine nicht unwesentliche Rolle spielt.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Während die Geopotentialkurven ziemlich konstant auf hohem Niveau verlaufen, fächern die Kurven der 850 Temperatur in den Rauchfahnen am nächsten Wochenende stark auf. Auch aus Sicht der ENS ist der Kaltluftvorstoß unsicher. Während nach Osten hin die kalten Lösungen überwiegen, sind ansonsten auch mildere Varianten vorhanden und der Kontrolllauf zählt zu den kälteren Lösungen. Niederschlagssignale sind nur sporadisch vorhanden. Das und die vorherrschenden Winde aus Nord bis Ost zeigen das das Blocking anhält.
Die Clusterung sortiert die Wetterlagen im ersten Zeitschritt und dann bis +168h ins Muster "atlantic ridge", was aber auch passt, nur mit dem Blocking etwas westlicher. Für den Zeitraum bis +168h gibt es nur einen Cluster. Das trifft auch danach - in der erweiterten Mittelfrist - zu, dann soll sich die Höhenströmung aber zyklonaler gestalten. Das dann möglicherweise etwas unbeständigere Wetter, wäre aber mit ziemlich kühlen Luftmassen verbunden.
Fazit: Mittelfristig bleibt es bei Hochdruckeinfluss, der keine signifikanten Entwicklungen zulässt. Östlich des blockierenden Hochs kommt es zu einem Kaltluftvorstoß am kommenden Wochenende. IFS zeigt ihn aktuell wieder stärker nach Mitteleuropa gerichtet, die anderen Modelle und die ENS ziehen nicht, oder nur bedingt mit. Die Frostgefahr würde dabei wieder zunehmen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Der Wind frischt mit Passage der Kaltfront am Wochenende zeitweise stärker auf. Vor allem an den Küsten und im östlichen Bergland könnte es vorübergehend stürmisch werden mit Böen 7 bis 8 Bft, exponiert Sturmböen 9 Bft aus Nordwest. Die Nachtfrostgefahr nimmt in der frischen Kaltluft wieder zu.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS und ENS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner





