Synoptische Übersicht Kurzfrist

Synoptische Übersicht Kurzfrist

ausgegeben am Montag, den 10.08.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: HB

Heute einzelne kräftige Gewitter mit markanten Böen. In der Folge erneut Hochdruckeinfluss und trocken. Im Norden mäßig warm bis warm, im Süden sehr warm bis heiß.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag... unterbricht eine schwache Trog- inklusive Kaltfrontpassage das hochdruckdominante Wetter, allerdings nur vorübergehend, denn bereits in der Folge baut sich die nächste Hitzewelle von Südwesten auf.

Der Montag beginnt im Norden peripher einer südostwärts ziehenden Kaltfront meist wolkenverhangen und gebietsweise fällt etwas Regen, der sich mit seinem Schwerpunkt zum Nachmittag in Richtung MV verlagert, während die Bewölkung von Westen auflockert - dann allerdings mit einem Schauer- und lokalen Gewitterrisiko. Die Scherung ist mehr als ausreichend für organisierte Konvektion, allerdings mindern 200-400 J/kg MLCAPE das Potenzial für organisierte Konvektion. Dennoch kann zum Nachmittag/Abend in Mecklenburg das eine oder andere kräftige Gewitter mit kleinem Hagel, stürmischen Böen und einem kräftigen Platzregen nicht ausgeschlossen werden. Die Scherung in den untersten 3 km ist bereits KLA dominant, was die SRH mindert, dennoch sollte man am Nachmittag auch mal einen Blick auf die Geschwindigkeitsfelder im Radar werfen, liegen die LCLs doch recht niedrig. Über den Tag gesehen fallen die 12 std. Niederschlagsmengen mit 2-5 l/qm überschaubar aus, in der Nähe zur Ostsee ist regional auch 5 bis 10 l/qm Nass in 12h nicht ausgeschlossen.

Eine der Kaltfront vorgelagerte Konvergenz über der Mitte der Republik findet sich in einer recht trockenen Umgebung wieder, was die Entwicklung von Gewittern mindern sollte. Hier divergiert die Numerik jedoch erheblich über der östlichen Mitte (Franken, Thüringen bis Sachsen). Zeigt das ID2 (Deterministik und EPS, 00Z) kaum Entwicklungspotenzial, so ist RUC von Franken bis nach Sachsen deutlich aggressiver aufgestellt. Da auch ID2 in diesem Streifen etwas MUCAPE entwickelt, wird aus aktueller Sicht dort wenigstens mit einzelnen Gewittern gerechnet. Dank der hochbasigen Natur und bei rund 15 m/s hochreichender (uneffektiver) Scherung stehen die Böen im Hauptfokus mit Bft 8 bis 9. Sollte sich in der Tat durch einige cell merger ein etwas größerer Gewittercluster etablieren, dann kann strichweise eine Bft 10 nicht ausgeschlossen werden. Zudem muss lokal mit kleinkörnigem Hagel und einem kräftigen Platzregen gerechnet werden. Abseits des genannten Gebietes bleibt es über der Mitte meist trocken mit reichlich Sonnenschein.

Bleibt noch der Süden zu nennen, wo bessere Grenzschichtfeuchte von Südwesten herangeführt wird und für 500-1000 J/kg MUCAPE gut ist. Problem hier ist die nur leicht zyklonal konturierte Höhenströmung, ohne großartigen und vor allem fokussierten Hebungsinput aus der synoptischen Dynamik heraus. Somit ist ab dem Mittag zunächst entlang der Orografie, später auch abseits davon mit einzelnen hochbasigen Gewittern zu rechnen, die lokal mit Bft 8/9 Böen, Hagel und einem kräftigen Platzregen einhergehen (örtlich markant mit Mengen um 20 l/qm/h bei PWATs um 25 mm). In den meisten Regionen bleibt es aber trocken und das bei üppigem Sonnenschein.

Zusammengefasst kann es heute vor allem über der östlichen Mitte und allgemein im Süden hier und da einige kräftige Gewitter geben, die besonders durch ein hohes Böenpotenzial auffallen und auch in Richtung Mecklenburg ist am Nachmittag/Abend ein einzelnes kräftiges Gewitter nicht ausgeschlossen.

Die Maxima liegen im Norden bei Frontpassage und bei auf +3 bis +4 Grad in H85 zurückgehenden Temperaturwerten zwischen 20 und 24 Grad. Sonst werden 25 bis 33 Grad, im Süden 29 bis 35 Grad erwartet.

Der Wind kommt mäßig aus Nordwest und frischt besonders im Umfeld der Küsten sowie über der östlichen Mitte (auch abseits der Konvektion) zeitweise böig aus Nordwest auf (Bft 6 bis 7).

In der Nacht zum Dienstag brodelt es im Alpenvorland noch etwas und es entwickeln sich wiederholt einige Schauer, lokal auch Gewitter, die örtlich mit markanten Böen einhergehen. Sonst verläuft die Nacht meist klar und trocken, nur in Richtung Erzgebirge (peripher der über der Mitte liegenden, wetterinaktiven Kaltfront) und allgemein im Umfeld der Nordsee und Ostsee ziehen zeitweise dichtere Wolkenfelder vorüber.

Die Minima liegen im Norden postfrontal der Kaltfront zwischen 14 und 7 Grad, im Nordwesten bodennah noch kälter, während die Nacht im Süden mit 19 bis 14 Grad mild verläuft. Der Nordwestwind weht küstennah böig (Bft 6 bis 7), exponiert auf Rügen auch mal stürmisch (Bft 8). Sonst schläft der Wind im Binnenland abseits der Konvektion im Süden rasch ein.

Dienstag... weitet ein Bodenhoch mit dem Namen RALF seinen Einfluss von Nordwest- auf Mitteleuropa aus und sorgt meist für einen wolkenarmen bis wolkenlosen Tag und eine Fortdauer der trockenen Verhältnisse. Über den Norden ziehen zeitweise dichtere Wolkenfelder und allgemein muss im Norden mit dem Tagesgang mit teils reger (seichter) Konvektion in der gut durchmischten subpolaren Luftmasse gerechnet werden (Inversion bei rund 800 hPa). Zum späten Nachmittag lockert diese aber wieder auf. Am direkten Alpenrand besteht zudem ein geringes Gewitterrisiko.

Die Maxima liegen im Norden bei auflandigem Wind zwischen 18 und 23 Grad, wobei sich diese mäßig warme Luftmasse bis zu den zentralen Mittelgebirgen ausbreiten sollte. Südlich davon bleibt es mit 28 bis 34 Grad hochsommerlich warm bis heiß.

Der Wind weht meist schwach bis mäßig aus Nord bis Nordost, im Nordosten aus Nordwest und frischt im Umfeld der Ostsee zeitweise böig auf.

Die Nacht zum Mittwoch verläuft meist klar, im äußersten Norden ziehen zeitweise dichtere Wolkenfelder vorüber. Trocken bleibt es überall bei Minima im Norden zwischen 11 und 6 Grad (küstennah um 15 Grad) und im Süden zwischen 18 und 11 Grad.

Mittwoch... wandert RALF bereits zur Ostsee weiter, sodass von Westen erneut ein ausgeprägter thermischer Keil auf Mitteleuropa übergreifen kann.

Das hat somit einen störungsfreien Tag zur Folge mit viel Sonnenschein am Tag und meist klaren Verhältnissen in der Nacht zum Donnerstag. Niederschlag wird keiner erwartet. Die Maxima liegen von Nord nach Südwest zwischen 18 und 34 Grad, mit den höchsten Werten entlang des Oberrheins. Die Nacht wird im Westen und Südwesten mit 18 bis 15 Grad wieder mild, sonst kühlt es nochmal auf 12 bis 7 Grad ab. Der Wind aus Nordost bis Ost spielt warntechnisch keine Rolle.

Waldbrandgefahr und Trockenheit bleiben somit weiterhin ein großes Thema.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Numerik hat heute mit der Ausprägung der Konvektion größere Probleme, hebt jedoch allgemein ähnliche Regionen hervor (Süden, östliche Mitte und lokal Mecklenburg). In der Folge ergeben sich unter Hochdruckeinfluss keine nennenswerten Diskrepanzen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Helge Tuschy