Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 24.10.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
W z
Heute zunächst vor allem im Bergland stürmisch, langsam etwas ruhiger.
Ab der Nacht zum Sonntag aus Westen kräftiger Regen. Gebietsweise, vor allem im Bergland markanter, im Schwarzwald unwetterartiger Dauerregen. Stark bis stürmisch auffrischender Wind. Im Bergland und an der Nordsee Sturm, exponiert orkanartige Böen oder Orkanböen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... liegen wir zunächst im Einflussbereich eines Sturmtiefs, das von Schleswig-Holstein Richtung Skagerrak zieht und sich abschwächt. Der zugehörige Höhentrog zieht unter deutlichem Substanzverlust über Deutschland nach Osten. Die zugehörigen schauerartigen Regenfälle über den westlichen und mittleren Landesteilen breiten sich auf die östlichen Regionen aus und werden dabei schwächer. Die anfangs ganz beachtlichen Regenraten von bis 8 l/qm in einer Stunde sind tagsüber nicht mehr zu erwarten. In der dabei einfließenden frischen Meeresluft kann es in höheren Lagen der Alpen, oberhalb 1200 m auch ein paar Schneeflocken geben.
Warntechnisch steht aber der Wind im Focus. Zunächst treten verbreitet steife bis stürmische Böen aus Südwest bis West. Im Bergland Sturmböen 9 bis 12 Bft. Der Südosten ist vom Windfeld des Sturmtiefs weniger betroffen.
Tagsüber greift eine leichte Wetterberuhigung, die mit einem Höhenkeil in 300 hPa korrespondiert und einer Bodenhochdruckzone, die sich von Frankreich in den Alpenraum und nach Süddeutschland ausbreitet. Dabei heitert es vorübergehend auf und es bleibt mittags und nachmittags auch häufiger mal trocken.
Allerdings bleibt es vor allem in der Nordwesthälfte windig mit steifen Böen, im Bergland auch stürmischen Böen oder Sturmböen. Auch ganz im Norden bleibt es teils stürmisch und auch die Schauer werden durch Tröge am Boden und in der Höhe am Leben gehalten. Auch einzelne Gewitter sind möglich. Bei Oberwinden von 45 kt in 950 hPa sind Sturmböen vor allem an der Nordsee möglich. I D2 EPS zeigt, wenn auch nur sehr geringe, Probs für Bft 10.
In der Nacht zum Sonntag greift von Westen her die markante Warmfront eines Orkans über. Dieser erreicht heute Abend westlich der Hebriden den Höhenpunkt seiner Entwicklung mit fast 945 hPa im Kern und zieht nachts bei nur marginaler Abschwächung auf etwas 950 hPa über Schottland Richtung Orkneys. Weil im okkludierenden Warmsektor sehr feuchte Luft subtropischer Natur involviert ist und die kräftige Warmluftadvektion (T850 bis nahe 10°C) für Hebung sorgt, kommt intensiver Regen auf, der sich bis zum Morgen auf fast ganz Deutschland ausbreitet. Nur die Grenznahen Regionen im Osten bleiben außen vor. In der Westhälfte fallen verbreitet mehr als 10 l/qm in 12h, gebietsweise sind um 30 l/qm möglich, vereinzelt um 40 l/qm. Damit werden wohl, trotz fehlendem Impact, der Niederschlag wird ja eher erwartet, als gefürchtet, Dauerregenwarnungen nötig. Rein technisch gesehen sind auch Unwetterwarnungen möglich. Die Schneefallgrenze steigt in den Alpen rasch wieder über 2000m, darunter sind zuvor leichte Schneefälle möglich.
Dazu frischt der Wind aus Südwest stark bis stürmisch auf. Auch in tiefen Lagen sind vereinzelte Sturmböen 9 Bft möglich. Bei stabiler Schichtung greift der Jet in der unteren Troposphäre (50 bis 65 kt in 925 hPa) zum Glück nicht bis zum Boden durch. Im Wesentlichen handelt es sich um Berglandsturm mit Böen 10 bis 12 auf aber nicht mal allzu hohen Gipfeln. Auch an den Küsten sind Sturmböen bis schwere Sturmböen aus Süd möglich, mit Winddrehung nach Südwesten in der zweiten Nachthälfte über der Nordsee auch orkanartige Böen. Der Osten und Südosten sind vom Wind weniger betroffen, ganz im Südosten kann sich eine Grenzschicht ausbilden, in es vereinzelt im Bergland bis nahe 0°C abkühlt.
Sonntag... zieht das Sturmtief unter beginnender Abschwächung bis vor die norwegische Küste. Der Trog hat das Tief eingeholt und greift auf Deutschland über. Die Tiefausläufer überqueren als Okklusion abends auch den äußersten Südosten.
Dabei regnet es zunächst verbreitet, teils anhaltend und kräftig mit hohen Regenraten und auch akkumuliert hohen Summen. In 12 Stunden gebietsweise 10 bis 20 l/qm, in Staulagen 30 bis 40 l/qm. Akkumuliert über 18 bis 24h kommen gebietsweise 20 bis 30 mm zusammen, im Bergland bis 50 mm, stellenweise in exponierten Staulagen des Westens, Südens auch um 70 mm. Der zieht sich abends ins Alpenvorland zurück (ICON, andere Lösungen sind nicht so progressiv).
Postfrontal fließt wieder eine erwärmte Meereskaltluft ein mit 0°C in 850 hPa. Mit ihr breiten sich Auflockerungen, die vormittags den Nordwesten erfassen, im Tagesverlauf bis in den Osten und Süden aus. Nachfolgend entwickeln sich einzelne Schauer, die im Süden und der Mitte schwächer sind, im Norden häufiger und stärker sowie verbunden mit kurzen Gewittern.
Es bleibt Dank starkem Gradienten windig mit stürmisch. In erster Linie zunächst im frontalen Bereich, nach kurzer Abschwächung aber auch postfrontal. Im Flachland und in tiefen Lagen sind steife bis stürmische Böen auf der Karte, exponiert und bei Schauern Sturmböen 9 Bft. An der Küste und im Bergland treten vermehrt Sturmböen, teils schwer auf. Einzelne Gipfel bis 12 Bft. Trotz Abschwächung bringt das Sturmfeld nachmittags und abends vor allem der Nordsee mit Winddrehung nach West auch orkanartige Böen 11 Bft. Zudem hinterlassen wiederholte Schauerbänder in Teilen S-Hs 10 bis 20 mm Regen, stellenweise mehr. Bei guter Durchmischung werden es meist 11 bis 17°C.
In der Nacht zum Montag schwächt sich der Sturm über Südnorwegen weiter ab. Das Sturmfeld beeinflusst noch den Norden Deutschlands mit Sturmböen, teils schwer, anfangs an der Nordsee auch orkanartigen Böen aus West bis Südwest. Im Laufe der Nacht schwächt sich der Wind langsam ab.
Weiter landeinwärts ist diese Tendenz deutlicher ausgeprägt und es gibt schon ab den Abendstunden im Norden noch einzelne steife Böen, ansonsten im Wesentlichen im Bergland warnrelevante Böen von Bft 8 bis 11 Bft, je nach Exposition, die aber auch langsam weniger werden.
Dazu ziehen im Norden noch Schauer oder schauerartiger Regen durch, ganz im Süden lässt der Regen weiter nach und klingt bald auch am Alpenrand ab.
Montag... setzt sich in weiten Landesteilen kurzer Hochdruckeinfluss durch. Von Westen her greift ein Höhenrücken über und drängt den Trog ins östliche Mitteleuropa. Am Rand der sich wieder kräftigenden Bodenhochdruckzone im Alpenraum liegen wir unter einer westsüdwestlichen Strömung.
Vor allem im Norden sorgt ein gewisser Gradient noch für steife bis stürmische Böen aus West an den Küsten, exponiert anfangs Sturmböen. Auch exponierte Gipfel, Brocken und Fichtelberg sind mit Sturmböen dabei, sonst spielt der Wind aus Sicht der Warnungen keine Rolle. Dazu gibt es im Norden einige Schauer, über der Mitte und dem Süden bleibt es weitgehend trocken bei einigen Auflockerungen oder Aufheiterungen.
Die Winddrehung nach Süd kündigt nachmittags die Annäherung einer neuen Warmfront an, die zu einem Tief nordwestlich Irlands gehört. Im Westen zieht infolge Warmluftadvektion wieder mehrschichtige Bewölkung auf die abends leichten Regen bringt.
Diese Warmfront überquert mit leichtem Regen in der Nacht zum Dienstag die Mitte und den Norden, während im Süden schwacher Hochdruckeinfluss überwiegt. Dort kühlt es vereinzelt in Berglagen bis nahe 0°C ab, während es sonst unter dichten Wolken mild bleibt mit etwas auflebendem Süd- bis Südwestwind. Nur im Bergland und an den Küsten sind 7-8 Bft auf der Karte.
Modellvergleich und -einschätzung
Die Modelle simulieren die Entwicklung im groben Maßstab ähnlich. Hinsichtlich der genauen Niederschlags- und Windentwicklung bleiben Unsicherheiten.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Bernd Zeuschner
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 24.10.2026 um 10.30 UTC
Am Dienstag sehr mild und an der Küste stürmisch. Ab Mittwoch meist ruhiges Wetter und Abkühlung auf ein für Ende Oktober durchschnittliches Temperaturniveau.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 31.10.2026
Am Dienstag liegen wir im Warmsektor eines vom Nordostatlantik zum südlichen Nordmeer ziehenden Sturmtiefs. Am Abend greift die Kaltfront des Tiefs auf Nordwestdeutschland über. Von Südwesten strömt vor der Kaltfront ungewöhnlich milde Luft nach Deutschland, die ganz im Südwesten und Süden unter Hochdruckeinfluss kommt.
Die Kaltfront des Tiefs über dem Nordmeer schwenkt am Dienstagmorgen rasch über den Osten und Süden Deutschlands hinweg zum östlichen und südöstlichen Mitteleuropa. Postfrontal strömt vom Atlantik Meeresluft subpolaren Ursprungs nach Deutschland mit 850-hPa-Temperaturen zwischen 0 und 3 Grad und in der Höhe schwenkt der markante Trog des nunmehr hochreichenden Tiefs über uns hinweg nach Polen. Rückseitig schiebt sich der Keil eines kräftigen Hochs über Frankreich nach Süddeutschland vor.
Am Donnerstag kommt der Trog über Polen durch einen russischen Hochdruckblock kaum noch weiter ostwärts voran und an der Westflanke des Troges zieht ein Randtrog von der Nordsee nach Norddeutschland. Der Schwerpunkt des Hochs verlagert sich nach Ostengland. Von Norden erreicht in 850 hPa 0 Grad kalte Luft abends Norddeutschland.
Am Freitag dehnt sich der zum Hoch gehörende Höhenkeil von Großbritannien nach Skandinavien aus, wo sich ein kräftiges Bodenhochdruckgebiet bildet. Damit dreht die Strömung auf Nord bis Nordost und ein weiterer Kurzwellentrog erreicht von Südschweden her kommend Deutschland. Die Temperaturen in 850 hPa sinken in der Mitte und im Süden auf 0 bis -2 Grad.
Am Samstag spaltet sich aus dem Höhenkeil über Skandinavien eine Höhenantizyklone ab, welche dort das blockierende Bodenhochdruckgebiet stützt. Dabei strömt von Nordosten recht kalte Luft nach Deutschland mit 850-hPa-Temperaturen zwischen 2 Grad an der Ostsee und -2 Grad im Süden. Zeitweise macht sich das hochreichende Tief über Polen im Südosten Deutschlands bemerkbar.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Der neue Modelllauf des IFS berechnet die synoptischen Basisfelder bis Donnerstag ähnlich wie die Modellruns von gestern. Am Freitag und Samstag soll im neuen Modellrun und im gestrigen Lauf von 12 UTC im Osten und Südosten Deutschlands leichter Tiefdruckeinfluss im Randbereich eines südosteuropäischen Tiefdrucksystem herrschen mit etwas Regen und die Temperaturen in 850 hPa liegen im Südosten mit 0 bis -2 Grad auch deutlich niedriger als in dem Modellrun von gestern, 00 UTC.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Die anderen Modelle einschließlich ICON stützen eher die gestrige milde Version des IFS von 00 UTC. Darin herrscht ab Donnerstag überwiegend Hochdruckeinfluss bei deutlich positiven Temperaturen in 850 hPa. Der Tiefdruckeinfluss findet dabei deutlich weiter im Osten und Südosten Europas statt. Bodennah kühlt sich die Luft aber in der unteren Troposphäre bei der meist östlichen Strömung allmählich ab.
Eine Sonderstellung nehmenn GFS und JMA (Japan) an, die ab Samstag mit einem atlantischen Tiefausläufer weiterhin milde Luft nach Deutschland bringen.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die Clusteranalyse des IFS ordnet die EPS-Ergebnisse in 5 blockierende Cluster ein. Dabei kann man den ab Donnerstag eher kalten und zyklonalen operationellen Lauf und den Kontrolllauf in den 2. oder 3. Cluster einordnen mit insgesamt 24 Modellruns. 27 Modellläufe sind damit ab Donnerstag eher mild und antizyklonal, wie die Mehrzahl der anderen operationellen Globalmodellen.
In der Rauchfahne von Offenbach zeigt zu Beginn des Mittelfristzeitraumes am Dienstag den Warmluftvorstoß mit Temperaturen um 11 Grad in 850 hPa. Mit der oben beschriebenen Kaltfront sinken ab Mittwoch die Temperaturen in diesem Niveau auf 0 bis 5 Grad. Anschließend streuen die Temperaturen in 850 hPa sehr stark und die Temperaturen liegen ab Freitag zwischen -2 und + 10 Grad. Dabei machen sich die verschiedenen Lösungen bemerkbar, die von der kalten operationellen Lösung bis hin zu warmen Hochdrucklagen mit niedriger Inversion reichen.
Die EPS-Meteogramme zeigen zunächst einen sehr milden Dienstag, ehe die Temperaturen auf normale Werte zurückgehen. Ab Samstag sind die Tagestemperaturen vor allem im Südosten leicht unterdurchschnittlich.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Beim Warnmanagement fallen am Dienstag und am Mittwoch nur die stürmischen Böen im Küstenbereich auf und an der Nordsee können auch Sturmböen dabei sein. Anschließend sorgt das Hoch über Skandinavien für ruhiges Wetter meist ohne markante Wettererscheinungen.
Basis für Mittelfristvorhersage
Mosmix, EPS, oper. Modelle
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden





