Synoptische Übersicht Kurzfrist
Synoptische Übersicht Kurzfrist
ausgegeben am Samstag, den 29.08.2026 um 08 UTC
GWL und markante Wettererscheinungen:
GWL: Wz
In den kommenden Tagen wechselhaft mit Schauern und teils kräftigen Gewittern. Zeitweise windig mit steifen, exponiert stürmischen Böen, in Gipfellagen Sturmböen.
Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC
Samstag... und auch in den Folgetagen befindet sich Deutschland an der Südflanke eines umfangreichen, weite Teile Nordwest- und Nordeuropa überdeckenden und mit mehreren Drehzentren ausgestatteten Höhentrogkomplexes unterhalb einer leicht mäandrierenden westsüdwestlichen Höhenströmung. Darin eingebettet, überqueren immer wieder zumeist kurzwellige Tröge vor allem den Norden des Vorhersagegebietes ostwärts. Somit steht ein sehr wechselhafter und unbeständiger Witterungsabschnitt ins Haus, markante Wettererscheinungen halten sich aber einigermaßen in Grenzen.
Aktuell hat sich nach Passage der Kaltfront des von der nördlichen Nordsee nach Südnorwegen ziehenden und sich langsam auffüllenden Tiefs "RAPHAELA" in weiten Teilen des Landes im Bereich eines über die Südhälfte nach Osten schwenkenden Hochkeils eine gewisse Wetterberuhigung eingestellt. Postfrontal strömt relativ feuchte maritim erwärmte subpolare Meeresluft ins Vorhersagegebiet mit aktuell 9 bis 12 Grad (die höheren Werte im Süden) in 850 hPa. Diese kann vor allem im Süden und Osten bis in die mittleren Landesteile im Einflussbereich des Hochkeiles abtrocknen und sich auch ein wenig erwärmen, so dass dort ein recht freundlicher und störungsfreier Tag ins Haus steht. Neben flachen Quellwolken, die sich im Tagesverlauf ausbreiten (die Labilitätsfläche reicht bis etwa 700 hPa) scheint auch häufig die Sonne und es bleibt trocken bei Maxima zwischen 22 und 26, am Oberrhein und an der Donau vielleicht knapp 27 Grad. Auf den Nordwesten greift dagegen bereits aktuell ein flacher Bodentrog über, der im Tagesverlauf die Nordhälfte ostwärts überquert. Dieser ist gekoppelt an einen kurzwelligen Höhentrog, der vor allem vormittags und mittags noch etwas dynamischen Hebungsinput bietet. Die Folge sind einzelne Schauer, die langsam über Niedersachsen und Schleswig-Holstein hinweg ostwärts ziehen, sich am Nachmittag über Vorpommern und Brandenburg aber bereits deutlich abgeschwächt haben. Kurze Gewitter kann es am ehesten noch an der Nordsee und in Schleswig-Holstein geben, dort reicht die Labilitätsfläche am höchsten. Vor allem mit Durchzug der Schauerstaffel(n) frisch der Südwestwind vorübergehend auf, so dass es auch im Binnenland mal einzelne steife Böen Bft 7 geben kann. Ansonsten beschränken sich diese auf die Küstenabschnitte der Nordsee mit auflandigem Wind bzw. auf einige Mittelgebirgslagen und in deren Lee. Auf dem Brocken gibt es häufiger auch stürmische Böen, vereinzelt Sturmböen.
Insgesamt macht sich die Sonne im Nordwesten und Norden deutlich rarer als weiter südlich. Dennoch reicht es für Maxima zwischen 19 und 24 Grad. Bereits am Abend greift von England her ein weiterer, durchaus markanter Kurzwellentrog auf die südwestliche Nordsee über, daran gekoppelt auch das Bodentief "SINA", das aber bereits vom Trog überlaufen wird und den Höhepunkt seiner Entwicklung überschritten hat. Immerhin weist es noch beim Übertritt auf das warme Nordseewasser einen Kerndruck von knapp unter 1000 hPa auf. Das okkludierte Frontensystem des Tiefs erreicht abends den Ärmelkanal und Benelux, vorderseitig werden die Wolken bereits nachmittags auch im Westen des Vorhersagegebietes dichter und abends fällt dort meist allerdings nur wenig ergiebiger schauerartiger Regen.
In der Nacht zum Sonntag verliert der Kurzwellentrog an Kontur und schlägt morgens über Dänemark bzw. Schleswig-Holstein auf. Das Bodentief "SINA" kann sich über dem relativ warmen Nordseewasser wacker halten, schwächt sich kaum ab und zieht zur Deutschen Bucht. Das teilokkludierte Frontensystem überquert dabei bis Sonntagfrüh weite Teile des Vorhersagegebietes ostwärts, verliert aber nach Süden zu deutlich an Wetterwirksamkeit. Immerhin reicht es quasi überall für den Durchzug dichterer Wolkenfelder, aus denen in der Mitte und im Süden aber oft nur wenige Tropfen fallen, in Leelagen bleibt es meist trocken. Anders im Nordwesten: Dort gibt es häufigere Schauer, in der zweiten Nachthälfte und morgens an der Südflanke des Tiefkerns auch schauerartige Regenfälle. Am ehesten im Weser-Ems-Gebiet bis ins Münsterland ausgreifend sind auch einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen, wenngleich sich die Labilität und Cape sehr in Grenzen halten. Die Schauer und vereinzelt auftretenden Gewitter (wenn überhaupt) finden allerdings in einer markant gescherten Umgebung statt, mit ausgeprägter Richtungsscherung und gekurften Hodografen in den unteren 1 bis 2 km. Somit wäre es keine Überraschung, wenn es trotz der ungünstigen "Tages"zeit selbst bei schwachen Schauern das ein oder andere kleinräumige schadensträchtige Windereignis gibt.
Apropos Wind: Der frischt an der Südostflanke des Tiefs in der zweiten Nachthälfte und vor allem morgens erneut auf, dreht dabei vorübergehend auf Südsüdwest zurück, ehe er wieder auf Westsüdwest dreht. In einigen Hochlagen kann es stürmische Böen geben, auf dem Brocken Sturmböen, morgens kann sogar eine schwere Sturmböe dort nicht ausgeschlossen werden. Auch über dem Südteil der Deutschen Bucht gibt es morgens einzelne stürmische Böen. Im Binnenland Nordwestdeutschlands reicht es außerhalb der Schauer höchstens in einigen Leelagen für steife Böen. Die Nacht bleibt angesichts der oft dichten Bewölkung recht mild mit Minima zwischen 18 und 13 Grad.
Sonntag... zieht der kurzwellige Troganteil rasch weiter zur südlichen Ostsee und schwächt sich weiter ab. Ihm folgt das Tief "SINA", das abends Südschweden erreicht und sich nun weiter auffüllt. Dessen Kaltfront lässt sich vielleicht noch über dem Alpenraum analysieren, verwellt dort und erweist sich im antizyklonalen Umfeld als wenig wetterwirksam. Währenddessen greift der nächste, etwas breitere Höhentrog vom nahen Ostatlantik bis zum Abend bereits auf Irland über. Zwischen beiden Trögen wölbt sich ein flacher Rücken auf, der nachmittags von Westen auf das Vorhersagegebiet übergreift und für eine vorübergehende Wetterberuhigung sorgt.
Mit Annäherung des Rückens verstärkt sich von Südwesten her der Druckanstieg noch etwas, während der Bodentrog an der Südflanke des Tiefs den Norden des Landes nur langsam ostwärts überquert. Vor allem vormittags gibt es in dessen Einflussbereich über Norddeutschland noch weitere Schauer, vereinzelt auch kurze Gewitter bzw. auch schauerartige Regenfälle (Schleswig-Holstein gebietsweise nahe 10 l/m² in sechs Stunden), nachmittags reicht es dann auch in der Nordhälfte für maximal noch vereinzelte schlappe Schauer, da sich in 700 hPa eine recht markante Absinkinversion etabliert.
Warnrelevant ist allerdings der Wind: Mit dem sich verschärfenden Gradienten und dem Tagesgang (turbulente Durchmischung) gibt es vor allem im Norden und Westen bis in die Mitte ausgreifend nun vorübergehend häufiger steife, in Schauernähe und exponiert auch stürmische Böen. In den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge sind häufiger stürmische Böen zu erwarten, auf dem Brocken auch Sturmböen. Bereits nachmittags beginnt der Gradient von Westen her aufzufächern und der Wind nimmt zum Abend hin rasch ab.
Während es im Nordwesten und Norden eher bewölkt bleibt, setzt sich weiter südlich im Tagesverlauf wieder häufig die Sonne durch. In 850 hPa kann sich die Luftmasse bis zum Abend auf Werte zwischen 9 Grad im Nordwesten und 14, vielleicht knapp 15 Grad am Alpenrand erwärmen. Somit reicht es in der Nordwesthälfte erneut für mäßig warme 19 bis 24 Grad, während es sonst sommerlich warm wird mit 23 bis 28, im Südosten (Raum Regensburg) gebietsweise um 29 Grad.
In der Nacht zum Montag schwenkt der Höhentrog über Westeuropa langsam über die Britischen Inseln hinweg westwärts und greift morgens auf die westliche Nordsee über. Vorderseitig dreht die Höhenströmung über dem Vorhersagegebiet nach Abzug des flachen Rückens auf Südwest, ein darin eingebetteter flacher kurzwelliger Troganteil greift in der zweiten nachthälfte auf den Südwesten des Landes über. Vorderseitig wird aufgrund von PVA dynamischer Hebungsantrieb generiert, wodurch die über dem Alpenraum schleifende Front aktiviert wird und rasch nordwärts, über Süddeutschland bis zur Landesmitte ausgreift. Im Warmsektor wird eine oberhalb der stabilen Grundschicht mäßig labil geschichtete relativ feuchte Luftmasse in die Südhälfte advehiert mit PPWs gebietsweise über 30 mm und mehreren 100 J/kg MU-Cape. Somit sind neben schauerartigen Regenfällen, die im Laufe der Nacht über Süddeutschland hinweg ostnordostwärts ziehen, auch einzelne Gewitter zu erwarten. Angesichts der erneut markanten Scherung (LLS 0 bis 1 km ca. 10 bis 15 m/s, DLS über 20 m/s) könnte es auch für ein oder gar zwei MCS reichen mit dann kräftigen Gewittern, wobei dann in erster Linie Starkregen und je nach Organisationsgrad auch Sturmböen als Begleiterscheinungen in den Fokus treten.
Die schauerartigen Regenfälle greifen je nach Modell etwa bis zu einer Linie Rheinland-Pfalz-Südhessen-Thüringen-Sachsen nordwärts aus, weiter nördlich passiert zunächst wenig.
Erst im Laufe der zweiten Nachthälfte greift die teilokkludierte Kaltfront des mit dem Trog korrespondierenden und bis Montagfrüh zur mittleren Nordsee ziehenden Bodentiefs auf den Westen und Nordwesten Deutschlands über mit schauerartigen Regenfällen bzw. auch mit einzelnen kurzen Gewittern, vor allem im Nordseeumfeld begleitet von steifen bis stürmischen Böen. In der Mitte und in der Osthälfte bis in den Nordosten bleibt es dagegen meist trocken. Auch außerhalb der Schauer frischt der Wind zumindest in höheren Lagen wieder auf mit einzelnen stürmischen Böen aus Südwest in den Gipfellagen der Mittelgebirge und der Alpen.
Erneut bleibt die Nacht angesichts der oft starken Bewölkung relativ mild mit Minima zwischen 18 und 12 Grad.
Montag... überquert unser Höhentrog mit seinem Drehzentrum die Nordsee langsam ostsüdostwärts und erreicht abends in etwa die Deutsche Bucht. Die Hauptachse des Troges greift dabei von Westen her auf das Vorhersagegebiet über. Das korrespondierende Bodentief zieht langsam Richtung Jütland und füllt sich allmählich auf, gleichzeitig etabliert sich ein weiteres Tief über Südnorwegen. Die Kaltfront schleift über der Nordwesthälfte Deutschlands und kommt erst mit Annäherung der Trogachse weiter ostsüdostwärts voran, abends hat sie dann auch weite Teile der Osthälfte und der Mitte überquert. Die Frontpassage erfolgt mehr oder weniger staffelweise mit dem Durchzug von oft linienartig organisierten Schauern und Gewittern, die von Nordwesten her bis zum Abend auch den Nordosten, Teile der Mitte und den Westen erfassen. Gebietsweise können im Vorfeld 300 bis 600 J/kg ML-Cape generiert werden bei teilweise weiterhin markanter Scherung. Somit werden die Gewitter von kleinkörnigem Hagel, Starkregen um 20 l/m² und aufgrund der Scherung vor allem auch von stürmischen Böen, vereinzelt von Sturmböen begleitet. Erneut können sehr lokal eng begrenzt auch schadensträchtigere Windereignisse nicht ausgeschlossen werden, vor allem bei organisierten Systemen.
Im Süden und Südosten stellt sich nach Abzug der nächtlichen Schauer und Gewitter eine gewisse Wetterberuhigung ein. Vor allem von Baden-Württemberg bis zur Lausitz und weiter südostwärts scheint im Tagesverlauf häufig die Sonne, ehe mit Annäherung der Front zum Abend hin auch dort dichtere Wolken aufziehen. Eventuell reicht es am Alpenrand für einzelne Schauer und Gewitter, ansonsten bleibt es dort aber trocken.
Von Warnrelevanz ist auf jeden Fall der Wind. An der Südflanke des Tiefs bleibt ein recht scharfer Gradient aufrecht, der sich vorübergehend sogar noch ein wenig verschärfen kann, da sich der nach Süddeutschland gerichtete Hochkeil etwas intensiviert. Mit dem Tagesgang reicht das vor allem im Westen und Nordwesten bis in die mittleren Landesteile recht verbreitet für steife, exponiert, in den Kammlagen der Mittelgebirge verbreitet, sogar für stürmische Böen aus Südwest. Im Nordosten, Osten und Südosten dürfte der Wind dagegen warntechnisch keine Rolle spielen.
Bereits präfrontal gelangt auch in den Südosten eine nicht mehr ganz so warme Luftmasse wie an den Vortagen, die 850 hPa-Temperatur schwankt zwischen 7 Grad im Nordwesten und 12 Grad im Südosten. Die Höchsttemperaturen erreichen somit Werte zwischen 19 und 23 Grad im Westen und Norden sowie zwischen 22 und 26, vielleicht 27 Grad im Süden und Osten.
In der Nacht zum Dienstag schwenkt der Höhentrog langsam Richtung südliche Ostsee bzw. Westpolen und unser Bodentief zieht zur mittleren Ostsee. Gleichzeitig schiebt sich von Frankreich her ein Hochkeil nach Südwest- und Süddeutschland, so dass sich die langsam südwärts schwenkende Kaltfront mehr oder weniger auflöst. Somit klingen die Schauer in der Mitte rasch ab, im Süden und Südosten bleibt es zumeist trocken. Dort ist der Himmel teilweise gering bewölkt oder klar, stellenweise breitet sich Nebel aus. Im Norden, insbesondere an den Küsten, gibt es aber vor allem mit dem durchschwenkenden Trog die ganze Nacht über hinweg einzelne Schauer, auch Gewitter sind dort noch möglich. An den Küsten bleibt es windig mit steifen Böen aus West bis Südwest, auf dem Brocken kann es noch Sturmböen geben, im Rest des Landes nimmt der Wind rasch ab.
Von Nordwesten gelangt maritim erwärmte Polarluft ins Vorhersagegebiet mit T850 hPa zwischen 6 Grad im Westen und 10 Grad an den Alpen. Vor allem dort, wo es aufklart, fällt die Nacht recht frisch aus mit teils einstelligen Minima in en süddeutschen und zentralen Mittelgebirgstälern. Sonst bewegen sich die Tiefstwerte zwischen 15 und 10 Grad.
Modellvergleich und -einschätzung
Die grobe Wetterentwicklung wird von allen Modellen ähnlich simuliert. Im Detail ergeben sich kleinere Differenzen, insbesondere die Verteilung und Intensität der Niederschläge betreffend. Hier sticht ein eventuelles MCS in der Nacht zum Montag ins Auge, deren Ausgreifen nach Norden und deren Intensität noch unterschiedlich simuliert wird.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Jens Winninghoff
Synoptische Übersicht Mittelfrist
Synoptische Übersicht Mittelfrist
ausgegeben am Samstag, den 29.08.2026 um 10.30 UTC
Leicht wechselhaft, im Norden gelegentlich, in der Mitte vereinzelt Regen, im Süden weitgehend trocken. Weiterhin meist mäßig warm bis warm.
Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 05.09.2026
Deutschland liegt am warmen Rande einer wenig mäandrierenden Frontalzone, die sich vom mittleren Nordatlantik über das nördliche Mitteleuropa bis nach Westrussland ersttreckt. Darin eingelagerte kurzwellige Keil-Trog-Strukturen gestalten den Wettercharakter leicht wechselhaft, im Norden mit gelegentlichen und in der Mitte mit vereinzeltem Regen oder Schauern sowie einzelnen kurzen Gewittern. Nach Süden zu ist, abgesehen vielleicht vom unmittelbaren Alpenrand, die Niederschlagsneigung nur gering.
Einer dieser Kurzwellentröge wird am Dienstag über Norddeutschland hinweg ostwärts gesteuert, meist sind schauerartige Niederschläge auf die nördlichen Landesteile beschränkt. Im Süden bleibt es dagegen sommerlich warm, unmittelbar an den Alpen können sich jedoch einzelne Gewitter entwickeln. Am Dienstag wird die Strömung antizyklonaler, Niederschläge bleiben auf das Küstenumfeld beschränkt, an und in den Alpen sind vereinzelte Gewitter nicht auszuschließen.
Am Donnerstag wird ein weiterer Trog über Deutschland hinweg ostwärts gesteuert. Dieser überläuft das vorgelagerte Frontensystem. Während im Norden durchaus um oder etwas über 10 mm zusammenkommen können, reicht es in den mittleren Regionen nur für wenige Millimeter, südlich der Mittelgebirgsschwelle bleibt es weitgehend trocken. Dabei frischt der Wind merklich auf. Im Norden und in der Mitte sind Windböen, in freien Lagen stürmische Böen und an der See sowie in höheren Berglagen Böen bis Sturmstärke zu erwarten. Danach schiebt sich, gestützt durch einen breiten Rücken, von Frankreich her ein Zwischenhoch nach Deutschland, das sich am Freitag über dem Alpenraum festsetzt. Allenfalls im Küstenbereich zeichnen sich dann noch geringe Niederschläge ab, ansonsten bleibt es weitgehend trocken. Warmluftadvektion sorgt jedoch im Norden und in der Mitte für den Durchzug mehrschichtiger Wolkenfelder.
Am Samstag überquert ein weiterer, aber relativ flacher Kurzwellentrog den Norden Deutschlands. Dieser aktiviert eine dort schleifende Front, die dort strichweise durchaus 5 bis 10 mm Niederschlag innerhalb von 12 Stunden zustande bringt. In der Mitte und im Süden bleibt es trocken, wobei sich dort ein merklicher Temperaturanstieg abzeichnet. In tieferen Lagen Süddeutschlands sind durchaus Temperaturmaxima um 30 Grad vorstellbar.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum setzt sich die Westlage fort. Ein weiterer Trog, der die Britischen Inseln überquert, lässt am Sonntag die Strömung auf Südwest drehen, wodurch im Süden und in Teilen der Mitte die Gefahr einer Gewitterlage besteht; Unwetter sind dabei nicht auszuschließen. Nachfolgend stellt sich mit einem Zwischenhoch ein leichter Temperaturrückgang ein, wobei bereits am Montag auf den Norden Deutschlands erneut Niederschläge übergreifen.
Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Bis einschließlich Mittwoch ist der aktuelle Lauf zu den gestrigen Simulationen konsistent. Donnerstag rechnet der aktuellste Modelllauf deutlich zyklonaler und hat gegenüber den gestrigen Rechnungen auch einen ausgeprägten Bodentrog im Angebot. Am Freitag ist die jüngste Modellrechnung dagegen antizyklonaler geprägt. Für Samstag ergibt sich wieder eine ausgeprägtere Konsistenz, am Montag ähnelt die neueste Simulation dem gestrigen 00 UTC-Lauf, beide zeigen eine nordwestliche Strömung. Der 12 UTC-Lauf vom Vortag hatte dagegen eine Hochbrücke im Angebot.
Vergleich mit anderen globalen Modellen
Bis einschließlich Donnerstag zeigen die verfügbaren Modelle eine ähnliche Entwicklung. Prognoserelevante Unterschiede lassen sich bis dahin nicht ableiten. Auffällig ist, dass GFS und vor allem UK10 den Gradienten und somit die Windentwicklung am Donnerstag schwächer zeigen als ICON und EZMW. In der Nacht zum Freitag erfolgt nach UK10, ca. 18 Stunden später, aber umso ausgeprägter nach GFS die Passage eines Troges, den die anderen Modelle nicht zu bieten haben. Dieser bringt etwas Unsicherheit in die Vorhersagen. Abgesehen von GFS behalten die anderen Modelle am Samstag die teils leicht antizyklonal geprägte Westlage bei. Während am Sonntag EZMW eine über der Mitte Deutschlands schleifende Front mit Niederschlägen zu bieten hat, ist bei GFS und auch beim Modell des kanadischen Wetterdienstes über Mitteleuropa ein kräftiges Zwischenhoch zu finden. Dieses Zwischenhoch kommt nach EZMW ca. 12 Stunden später, gefolgt von einem Sturmtief, das sich über der nördlichen Nordsee entwickeln soll. Die ame5rikanischen Modelle zeigen eine vergleichbare Zyklogenese ca. 1000 km weiter nordwestlich.
Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS des GFS zeigt über den gesamten Vorhersagezeitraum hinweg eine mehr oder weniger antizyklonal geprägte Westlage, wobei die Strömung nur wenig mäandriert. Niederschlagssignale sind zwar zahlreich vorhanden, aber nicht allzu sehr ausgeprägt und werden nach Süden hin tendenziell schwächer. Signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Modellläufen lassen sich nicht finden. Das EZMW des EZMW stützt die oben beschriebene Entwicklung, wobei der Spread bis über das erste Septemberwochenende hinaus nur sehr gering ist. Hinsichtlich der Sturmtiefentwicklung über der nördlichen Nordsee in der Nacht zum Dienstag ist ein Szenario mit einer derartigen Zyklogenese ca. 1000 km weiter nordwestlich gemäß Cyclone database wahrscheinlicher als dass dies beim deterministischen Modell gezeigt wird, was folglich der Version der amerikanischen Modelle entsprechen würde. Nach AIFS wäre ein derartiges Ereignis ca. 24 Stunden vorher, d.h. bereits in der Nacht zum Montag, aber in deutlich abgeschwächter Form, zu erwarten. Eine ausgeprägte Meridionalisierung ist auch deutlich über das erste Septemberwochenende hinaus nicht in Sicht. Zwar dominiert gemäß Clustering nach Großwetterlagen eine antizyklonal geprägte Westströmung, aber ein Drittel bis ein Viertel der Member setzen eher auf zyklonale Zirkulationsformen.
Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Am Dienstag sind in Küstennähe und inneralpin einzelne Gewitter mit stürmischen Böen möglich; Starkregen ist nur wenig wahrscheinlich. Auch am Mittwoch muss rund um die Nordsee sowie in den Alpen mit einzelnen Gewittern gerechnet werden; Starkregen kommt nur mit geringer Wahrscheinlichkeit zustande.
Am Donnerstag frischt der Wind auf; im Norden und in der Mitte besteht in freien Lagen Gefahr stürmischer Böen, an der See und auf exponierten Berggipfeln von Sturmböen Bft 9. Darüber hinaus sind im Norden und Nordosten einzelne kurze Gewitter mit Sturmböen nicht auszuschließen.
Am Freitag sind an der Ostseeküste sowie auf exponierten Berggipfeln noch einzelne Sturmböen Bft 8/9 möglich, tendenziell ist der Wind im Tagesverlauf eher abschwächend.
Am Samstag sind wahrscheinlich keine markant zu bewarnenden Wetterereignisse zu erwarten, am Sonntag sind in der Mitte und im Süden Deutschlands wieder vermehrt Gewitter zu erwarten, wobei Unwetter nicht auszuschließen sind. Hierin bestehen aber noch Unsicherheiten.
Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS
VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann





