Erwartet uns nun der langersehnte Landregen?

Am gestrigen Sonntag und in der vergangenen Nacht traten im Süden und Osten teils kräftige Schauer und Gewitter auf. Vielerorts blieb es jedoch weiterhin trocken. In dieser Woche setzt sich wechselhaftes Wetter durch ? wird damit auch die teils große Trockenheit gelindert?


Große Hitze und kaum Niederschlag ? so gestaltete sich das Wetter vor allem im Südwesten des Landes in den vergangenen Wochen häufig. Dabei gab es in weiten Teilen des Südwestens ein großes Niederschlagsdefizit. So verzeichneten insgesamt 279 Wetterstationen im Land im Juli neue Monatsminima. Darunter auch die Station in Offenbach am Main. Und auch der August startete größtenteils sehr trocken.
Am vergangenen Wochenende und zu Wochenbeginn stellte sich die Wetterlage allerdings grundlegend um. Ein kräftiger Höhenrücken über dem östlichen Atlantik breitet sich nach Norden aus. Gleichzeitig gerät Mitteleuropa unter den Einfluss eines Troges. Damit erfassen uns von Nordwesten her immer wieder Frontensysteme, die gebietsweise für Niederschläge sorgen.
Am heutigen Montag treten im äußersten Süden in der dort noch verbliebenen warmen und feuchten Luftmasse vermehrt Schauer und teils kräftige Gewitter mit Starkregen auf. Örtlich kann es dabei auch zu heftigem Starkregen mit Niederschlagsmengen um 40 l/qm innerhalb weniger Stunden kommen. Aufgrund der trockenen Vorgeschichte und der niedrigen Pegelstände der Flüsse ist jedoch nicht mit signifikanten Auswirkungen zu rechnen.
Auch im äußersten Osten, vom Osterzgebirge bis in die Lausitz, bleiben noch Reste der feuchtwarmen Luftmasse erhalten. Dort kommt es bis in den Nachmittag hinein zu kräftigen Schauern und Gewittern. Ansonsten treten aber in der eingeflossenen mäßig warmen Luftmasse nur regional schauerartige Niederschläge auf. Nach Westen und Südwesten setzt sich im Tagesverlauf größtenteils wieder trockenes Wetter durch.
Am Dienstag kommen in Verbindung mit einem neuen Tiefdruckgebiet über der Nordsee von Nordwesten her neue Niederschläge auf. Größere Niederschlagsmengen werden dabei voraussichtlich aber zunächst nicht erreicht. Meist fallen lediglich 2 bis 10 l/qm, im Südosten und im Bereich der zentralen Mittelgebirge regional auch bis 20 l/qm erreicht. Im äußersten Südwesten bleibt es niederschlagsfrei. Dies ändert sich jedoch ab der Wochenmitte. Dann amplifiziert sich ein Trog über Westeuropa. Damit werden vorübergehend wärmere und feuchte Luftmassen in den Süden geführt. Gleichzeitig bleibt die Nordhälfte im Einflussbereich erwärmter Polarluft. Damit kommt die Kaltfront eines Tiefs über Südskandinavien kaum noch nach Süden voran. Entlang dieser wellenden Front sind am Mittwoch und Donnerstag kräftige Niederschläge möglich. Zudem können sich südlich der Front in der warmen Subtropikluft kräftige Schauer und Gewitter ausbilden.

Bezüglich der Verlagerung der Front gibt es noch einige Unsicherheiten in den Wettermodellen. Damit existieren auch noch einige Fragezeichen hinsichtlich der genauen Schwerpunkte der Niederschläge. Voraussichtlich werden die höchsten Mengen in der südlichen Mitte erwartet. Dort sind in einem Streifen von West nach Ost innerhalb von 12 Stunden durchaus 20 bis 30 l/qm zu erwarten, stellenweise auch noch etwas mehr.
In der Nordhälfte fallen die Niederschlagsmengen bis Freitagfrüh in der Fläche deutlich geringer aus. Lediglich an den Küsten und im küstennahen Binnenland sind durch den Einfluss der warmen See höhere Mengen zu erwarten.
Auch zum Wochenende hin bleibt uns das wechselhafte und teils auch recht niederschlagsreiche Wetter erhalten. Im Verlauf des Freitags könnte ein Bodentief entlang der Luftmassengrenze in einem Streifen vom Süden bis in den Nordosten neue kräftige Niederschläge auslösen. Allerdings gibt es hierzu noch große Unsicherheiten. Insgesamt werden in dieser Woche voraussichtlich am Alpenrand, in den Mittelgebirgen, sowie an der Nordseeküste die größten Niederschlagssummen erwartet. Dort sind stellenweise über 50 l/qm möglich. Aber auch in den übrigen Landesteilen sind häufig 10 bis 30 l/qm wahrscheinlich.
Die aufkommenden Niederschläge dürften somit in weiten Teilen des Landes zumindest für eine Linderung der Trockenheit sorgen.


M.Sc.-Met. Nico Bauer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.08.2026

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