Wetterquiz Teil 2 - die Auflösung


Auch dieses Mal gab es wieder spannende Fragen in unserem gestrigen zweiten Teil des Wetterquiz. Des Rätsels Lösung finden Sie im heutigen Thema des Tages.


Als aufmerksame Leser unseres "Thema des Tages" konnten Sie sicherlich die meisten Fragen beantworten:
Die Frage 1 lautete: Wer oder was ist die Lechtalerin?

A: Ein warmer Fallwind im Lechtal.
B: Eine Wetterstation im Lechtal. Gibt ersten Hinweis auf Föhndurchbruch bis in die Täler.
C: Eine Superzelle (= besonders starkes Gewitter) im Voralpenland.

Einen warmen Fallwind, auch Föhn genannt gibt es zwar in den Lechtaler Alpen, einen speziellen Namen hat dieser dort aber nicht. Auch eine föhnanfällige Wetterstation betreibt der DWD dort nicht. Richtig ist Antwort C: Als Lechtalerin wird eine Superzelle bezeichnet, die bei schweren Gewitterlagen nicht selten im Lechtal entsteht, aus den Alpen herauszieht, häufig die Region um den Ammer- und Starnberger See trifft und von dort aus meist südlich an München vorbei ostwärts ins östliche Oberbayern und südliche Niederbayern zieht. Superzellen sind besonders schwere, rotierende Gewitter. So bringt die Lechtalerin häufig Orkanböen und größeren Hagel. Nicht selten bewegen sich Superzellen auf bestimmten Gewitterzugbahnen. Diese beschriebene Zugbahn ist dabei so markant, dass Sie im Meteorologen- und Stormchaserjargon einen speziellen Namen nach ihrem Entstehungsort bekommen hat.
Nähre Informationen zur Lechtalerin gibt es im Thema des Tages vom 27.06.2021:
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/6/27.html

Die Frage 2 lautete: Die Polarstern...
A: ...ist ein Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts. B: ...ist eine norwegische Forschungsstation in der Antarktis. C: ...ist komplett falsch! Es heißt DER Polarstern.

Antwort A ist richtig: Die Polarstern ist ein Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts. Im Herbst 2019 brach die Polarstern zur größten Arktisexpedition aller Zeiten auf, die MOSAIC-Expedition. Sie ließ sich den Winter über im Packeis einfrieren und sich 10 Monate durch die Arktis driften. Unterstützt wurde die Expedition durch Bordmeteorologen des Deutschen Wetterdienstes. Näheres dazu gibt es im Thema des Tages vom 21.09.2019:
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/9/21.html


Frage 3 lautete:
Unter "Streuselkuchen" versteht man in der Meteorologie umgangssprachlich...
A: ...das Landschaftsbild nach einem Graupelschauer. B: ...das Erscheinungsbild des Büros nach einem ruhigen, "nahrhaften" Nachtdienst.
C: ...das Radarbild bei klassischem Aprilwetter mit unzähligen Schauern/Gewittern.

Bei Wetterlagen mit hochreichender Kaltluft und starker Temperaturdifferenz zwischen Boden und Höhe, bilden sich tagsüber über dem sich erwärmenden Boden zahlreiche Schauer, die sich in sogenannten Konvektionszellen organisieren. Im Satelliten- oder Radarbild sieht man zahlreiche Schauer, die von wolken- bzw. niederschlagsfreien Gebieten umgeben sind, was an einen Streuselkuchen erinnert. Am häufigsten treten diese Strukturen im April auf. Also ist Antwort C richtig. Die Beschreibung einer solchen Wetterlage finden Sie im Thema des Tages vom 13.06.2021: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/6/13.html Frage 4 lautete:
Im Mittel 40?
A: ...Frösche werden beim DWD jährlich zur Wetterbeobachtung herangezüchtet.
B: ...Tornados treten jährlich in Deutschland auf. C: ...Tonnen wiegt eine ausgewachsene Gewitterwolke in unseren Breiten.

Zwar meint man Wolken seien "leicht", dennoch kann eine Gewitterwolke mehrere Millionen Tonnen Wasser tragen. Mit 40 Tonnen kommt man höchstens bei einer sehr kleinen Cumuluswolke hin. Daher ist Antwort B richtig: Tornados sind bei uns gar nicht so selten. Im Mittel treten 40 bestätigte Fälle in Deutschland pro Jahr auf. Schwere Tornados (mindestens Stärkekategorie 2 von 5), wie kürzlich unter anderem in Paderborn, treten in Deutschland im Schnitt nur 4 Mal pro Jahr auf. Ein Thema des Tages zur Tornadostatistik in Deutschland finden Sie unter
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/7/19.html

Frage 5 lautete:
Ein Schnellläufer...
A: ...ist ein kleinräumiges, sehr schnell ziehendes Tief. B: ...ist ein maximal nur 24 Stunden umfassender Vorhersagelauf eines Wettermodells.
C: ...bewegt sich meistens in Richtung Toilette.

Modelläufe, die nur den Kürzestfristzeitraum umfassen und fortlaufend in kurzen Zeitabständen aktualisiert werden bezeichnet man als RUC (Rapid Update Cycle). Als Schnellläufer bezeichnet man in der Meteorologie hingegen ein sehr schnell ziehendes oft kleinräumiges Tief, das sich meist an der Kaltfront eines Zentraltiefs bildet. Somit ist Antwort A richtig. Schnellläufer sind in der Meteorologie oft gefürchtet, da die Vorhersagesicherheit durch die schnelle Zuggeschwindigkeit abnimmt und sie nicht selten schweren Sturm bringen. So wurde die große Sturmflut vom 16. Februar 1962 in Hamburg beispielsweise von einem Schnellläufer (Orkan "Vincinette") verursacht. Eine weitere Beispielwetterlage für einen Schnellläufer wird im Thema des Tages vom 11.03.2021 beschrieben: https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2021/3/11.html


Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.05.2022

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