Bodenanalyse
Synoptische Übersicht Kurzfrist
SXEU31 DWAV 201800
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 20.05.2012 um 18 UTC
Markante Wettererscheinungen:
Vor allem im Süden und Westen teils kräftige Schauer und Gewitter, teils unwetterartig.
Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 12 UTC
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Aktuell ... befindet sich ein abgeschnürtes Höhentief über der Iberischen Halbinsel.
Dieses verlagert sich bis Montag in den Löwengolf. Deutschland liegt an der Nordostflanke
dieses Höhentiefs in einer schwach ausgeprägten südlichen bis südöstlichen Höhenströmung.
Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Höhentiefs hat sich auch im Bodendruckfeld ein
umfangreiches, aber gradientschwaches Tief entwickelt, dessen Zentrum in der Nacht zum
Montag über dem südwestlichen Deutschland erwartet wird. Um das Höhentief herum schwenken
einzelne Randtröge nordwärts, die momentan vor allem das westliche Deutschland erfassen
und dort Hebungsprozesse ausgelöst haben. Insgesamt ist eine feuchtwarme und potentiell
instabile Luftmasse nach Deutschland eingeflossen und so sind Schauer und Gewitter
generell nicht auszuschließen, bei PPW-Werten um 25 mm treten in der Nacht im Westen
anfangs dabei auch teils noch kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel auf. Im Osten ist
die Gefahr von Schauern und Gewittern dagegen gering, zumal dort die Luftmassen stabiler
geschichtet sind.
In den kommenden Stunden dürfte die aktuell noch vorhandene Föhnlage in den Bayerischen
Alpen durch die Verlagerung des Bodentiefs vorläufig zu Ende gehen.
Montag ... Das o.e. Höhentief zieht vom Löwengolf langsam ostwärts Richtung Norditalien.
Die dynamischen Hebungsantriebe auf der Nordseite der Alpen bleiben dabei zunächst noch
recht gering, das umfangreiche Bodentief über Deutschland bleibt allerdings erhalten. Da
kein Luftmassenwechsel stattfinden kann, ist deshalb in der potentiell instabilen
Luftmasse nur die Auslösung durch Erreichen der Auslösetemperatur und durch orografische
Unterstützung möglich. Hierbei ist erneut der Westen, Südwesten und Teile des
Mittelgebirgsraumes am ehesten betroffen für die die Entwicklung von kräftigen Schauern
und Gewitter. Lokale unwetterartige Entwicklungen können nicht ausgeschlossen werden.
Abends und in der Nacht zum Dienstag greift aber im Zusammenhang mit einem Randtrog ein
organisiertes Hebungsgebiet über die Alpen nach Norden aus und intensiviert die Gewitter-
und Niederschlagsintensität im südwestlichen Deutschland erheblich. Nach COSMO-EU ist
besonders Baden-Württemberg betroffen. Es werden von COSMO-EU (00 und 06 Uhr-Lauf) bis 70
l/m² in Teilen des Schwarzwaldes angeboten. Der 12-Uhr lauf liefert in Baden-Württemberg
dagegen tagsüber nur noch Werte um 25 mm und verschieb den Niederschlagsschwerpunkt mit
rund 90 mm in den Osten Frankreichs. Auch GME und GFS legen den Niederschlagsschwerpunkt
in den Osten Frankreich, so dass die Prognose bezüglich eines Dauerregenereignisse in
Südwestdeutschland weiterhin sehr unsicher ist. Erst in der Nacht zum Dienstag ist nach
COMO-EU im Südwesten heftiger Niederschlag bis 65 mm möglich.
Dienstag ... Das o.a. Höhentief bleibt erhalten, verlagert seinen Schwerpunkt vom Golf von
Genua aber zur südlichen Adria. Um dieses abziehende Höhentief laufen weitere Randtröge
mit ihren Hebungsgebieten herum. Durch das abziehende Höhentief und dem sich gleichzeitig
von den Britischen Inseln nähernden und intensivierenden Höhenrücken kann der Bodendruck
über Deutschland ansteigen. Allerdings bleibt die feucht-warme und potentiell instabile
Luftmasse bei uns weiterhin erhalten. Daher kann es besonders in der Mitte und im Süden
Deutschlands erneut teils kräftige Schauer und Gewitter geben, die lokal auch
Unwettercharakter annehmen können. Da das sich abschwächenden Bodentief sein Zentrum nach
Osten verlagert kommt vor allem an den Ostalpen, aber auch an der Alpennordseite eine
Staukomponente in Gang, die dort den Niederschlag intensiviert
Mittwoch ... Das o.e. Höhentief verlagert sich mit Auffüllungstendenzen weiter ostwärts
und erreicht mit seinem Zentrum den Balkan. Gleichzeitig intensiviert sich, der von
Spanien bis nach Norwegen reichende Höhenkeil, und stützt eine Antizyklone über
Skandinavien. An ihrer Südflanke wird etwas trocknere und auch stabilere Festlandluft aus
dem Baltikum zunächst in den Norden und die Mitte Deutschlands gelenkt, so dass die
feuchte und labil geschichtete Warmluft etwas nach Süden und Westen abgedrängt wird. Daher
bilden sich im Tagesverlauf voraussichtlich nur noch im Südwesten und etwa südlich der
Donau einzelne teilweise aber auch noch kräftige Schauer und Gewitter, während es im
Norden und Osten bei einem heitere bis wolkigen Wettercharakter meist trocken bleibt. Bei
unverändert recht hohen 850 hPa Temperaturen von um die 10 Grad bleibt es sommerlich warm.
Modellvergleich und -einschätzung
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Die Modelle zeigen im synoptischen Scale im Wesentlichen gleiche Ergebnisse. Nämlich die
Ausbildung einer Gewitterlage. Allerdings sind, wie es bei konvektiven Wetterlagen üblich
ist, die Modelle zwar in der Lage die Möglichkeit von schweren Gewittern anzuzeigen, deren
Entwicklung kann letzten Endes aber nur durch die Nowcastingverfahren verfolgt werden, es
sei denn, dass sie durch organisierte großräumige Hebung ausgelöst werden. So stehen die
Modelle unter besonderer Beobachtung in Bezug auf die mögliche Stark- oder
Dauerregenentwicklung von Montag auf Dienstag im Südwesten Deutschlands. Dort sind durch
organisierte Hebung unwetterartiger, konvektiv durchsetzter Stark- und Dauerregen möglich.
Auch der aktuelle EZMW-Lauf zeigt diese Verstärkung der Niederschläge, allerdings auf
einem deutlich geringeren Niveau wie Cosmo-Eu und dann wie auch GME und GFS mit dem
Schwerpunkt im Osten Frankreichs.
Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Stefan Külzer
Synoptische Übersicht Mittelfrist
S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 20.05.2012 um 10.30 UTC
Zunächst noch feuchtwarm, ab Donnerstag/Freitag etwas kühler und trockener.
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 27.05.2012
Am Mittwoch entwickelt sich über dem europäisch-ostatlantischen Raum eine Omegalage, wobei
sich die Höhenantizyklone im Raum Nordsee/Südskandinavien etabliert. Korrespondierend dazu
liegt ein kräftiges Bodenhoch über Skandinavien und Deutschland noch in der feucht-warmen
Luftmasse, die auch derzeit unser Wetter bestimmt.
Am Donnerstag kräftigt sich die Höhenantizyklone noch und das Skandinavienhoch verlagert
seinen Schwerpunkt südwärts. Dadurch verschärft sich der Druckgradient über Deutschland an
der Südflanke des Hochs und eine Kaltfront kann von Nordosten her nach Deutschland
eindringen, die etwas kühlere und deutlich trockenere Luft heranführt.
Am Freitag entwickelt sich aus einem Trog über dem östlichen Mitteleuropa ein Höhentief,
das sich als Kaltlufttropfen westwärts in Bewegung setzt.
Am Samstag schwächt sich sowohl die Antizyklone in der Höhe (westlich des norwegischen
Fjordlandes) als auch jene am Boden (über Skandinavien) ab; die östliche bis nordöstliche
Bodenströmung über Deutschland wird schwächer. Der Kaltlufttropfen erreicht, von
Tschechien her, in der ersten Tageshälfte Bayern, verlagert sich dann aber zu den Alpen,
während ein zweiter Kern zum Tagesende über Hessen liegen soll.
Am Sonntag endet die Omega-Situation, der Kaltlufttropfen verbleibt über Mitteleuropa.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Sowohl zum gestrigen 12 UTC- als auch zum 00 UTC-Lauf ist die Konsistenz gut, wobei ab dem
Wochenende leichte Differenzen in der Position des Kaltlufttropfens bestehen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Sowohl GME als auch KWBC und EGRR simulieren die gleiche Entwicklung wie das ECMF und
stützen damit dessen Prognose.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Das EPS zeigt im wesentlichen die gleichen Ergebnisse im Boden- und Höhendruckfeld wie der
deterministische Lauf, mit dem Unterschied, dass im Ensemble der Kaltlufttropfen
verschwindet.
Der 120- bis 168stündige Zeitraum wird in vier Cluster unterteilt, wobei der
deterministische Lauf in C2 liegt. In den Clustern 2 bis 4 ist am Sonntag 00 UTC der
Kaltlufttropfen erkennbar, jedoch mit Kern außerhalb Deutschlands. Im Bodendruckfeld
weisen alle Cluster eine östliche Strömung auf.
Die Rauchfahne von Offenbach zeigt schön die Kaltfrontpassage in der zweiten Hälfte des
Donnerstags mit einem entsprechenden Rückgang der 850 hPa-Temperatur. Allerdings bewegen
sich ab Freitag der Kontrolllauf und der operationelle Lauf an der Unterkante des
wahrscheinlichsten Temperaturbereichs.
ENS/GFS (40 Member) zeigt für den Pfingstsonntag 12 UTC eine ähnliche Druckkonstellation
wie das ECMF, jedoch fehlt der Kaltlufttropfen und das Bodenfeld ist über Deutschland
etwas antizyklonaler.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
EFI gibt weder für die Windböen noch für den Niederschlag Signifikanzsignale.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-MIX, EPS.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Burkhard Kirsch.

